ADS Verdacht

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LadyLorraine
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ADS Verdacht

Beitrag von LadyLorraine » 13. Juli 2018 15:52

Hallo,

Ich bin neu hier und bin durch meinen neuen Lebensgefährten auf ADS aufmerksam geworden. Zuerst wollte ich mich nur informieren, um ihn besser verstehen zu können und ein Gefühl dafür zu bekommen wie er sich fühlt.
Wir können über alles, wirklich alles reden und ich habe noch nie zuvor jemanden mit so einer hohen emotionalen Intelligenz kennengelernt, aber auch noch keinen Mann der seine Gefühle so sehr zeigt.

Ich las zuerst im Netz allgemeine Infos und ging dann zu Leseproben bei Amazon über. Mit Erschrecken stellte ich  fest, dass ich mich zu 90+95% in dem was ich las wiederfand.
Es gab Dinge, die mir in meiner Geschichte schon immer unangenehm waren oder komisch vorkamen, die ich nun in den Büchern fand.
Seitdem kreisen meine Gedanken fast nur noch um das Thema. Ich führe Mal alles (etwas länger) auf:

Laut Mama war ich ein Schreikind und bin beim Hinlegen immer aufgewacht. Brauchte viel Aufmerksamkeit und immer jmd. um mich. Habe Alles mitgekriegt, "Augen gingen hin und her", Ohren waren immer gespitzt und ich war mit allen Sinnen dabei. Och war sehr unruhig und musste immer was zu tun haben. Auch damals war ich schon   sehr empfindlich und weinerlich.
Von Papa bekam ich oft zu hören "Hast du was mit den Ohren?", "Spreche ich so undeutlich?", "Heulen bringt dich auch nicht weiter!" Und Oma nannte mich meist Mimose, weil ich ständig am weinen war. Ihr Lieblingssatz "deine Krokodilstränen kannst du dir auch sparen"
Sonstige Erinnerungen am meine Zeit als Kleinkind. Beim Ballet habe ich meinen eigenen Tanz gemacht. Hatte oft Albträume und nicht viel Schlaf benötigt. Angst allein einzuschlafen, das war sehr schlimm. Immer habe ich Ärger bekommen, obwohl andere mit Mist angefangen haben. Konnte früher schon nicht mit Zurückweisung umgehen und kann es heute auch noch nicht.

In der Grundschule gab es keine Schwierigkeiten. Dort hat es mir wirklich Spaß gemacht. Meine Klassenlehrerin mochte ich auch wirklich sehr gern.
Das ist der ausschlaggebende Punkt bei dem ich etwas Sorge habe, bei entsprechenden Ärzten/Therapeuten nicht ernst genommen zu werden. Weil meine Grundschulzeugnisse keine Auffälligkeiten zeigen.
Hat jemand trotz unauffälliger Grundschulzeit ADS?

In meiner Jugend hatte ich oft das Gefühl anders als die anderen zu sein. Ich hatte nur wenige Freunde damals.
Dann aß ich immer mehr, besonders viel Süßes, weil ich die Finger nicht davon lassen konnte, besondere aber um mir positive Gefühle zu verschaffen, wurde übergewichtig (Essstörung Bringe Eating, wie ich heute weiß).
Ich war Aussenseiter in der Realschule und auf dem Berufskolleg, hatte mit Mobbing, Depressionen und Suizidgedanken zu kämpfen. Kam besser mit Älteren oder Jüngeren klar.
Kopfschmerzen hatte ich oft und war oft müde, sehr launisch, selbst Kleinigkeiten brachten mich auf die Palme. Ich war sehr dünnhäutig und habe oft auch in der Schule geweint. Gerade auch durch das Mobbing. Ich habe mich gehasst, bei jeder Kleinigkeit zu Heulen. Durch den psychischen Druck konnte ich nicht auf Toilette gehen, was mich zusätzlich belastet hat. Auch damals war ich schon ungeduldig.
Ich war oft im Unterricht am Zeichnen, hatte dass Gefühl, dass ich mich so besser konzentrieren konnte, ausserdem entspannte mich das Zeichnen und Basteln sehr.

In meinen Beziehungen hatte ich immer Verlustängste und Kleinigkeiten verunsicherten mich. Das habe ich sogar heute noch. Ein Blick oder ein Satz kann mich schon so dermaßen verunsichern, dass ich die ganze Beziehung in Frage stelle. Ich weiß selbst dass das nicht normal ist. Kann meine Gefühle und Gedanken in dem Moment allerdings nicht sofort Stoppen oder in eine andere Richtung lenken. Daran arbeite ich.

Vorträge, Besprechungen höre/sehe ich, behalte aber nicht viel, kann kaum etwas wiedergeben.
Bei Filmen das gleiche, deshalb schau ich auch ungern Filme, selbst wenn sie mich interessieren, ich behalte nur die Hälfte oder wunder mich, was sie nun dort tun oder wie es da oder dazu gekommen ist. Mein Ex hatte mich schon damals damit aufgezogen. Obwohl ich die ganze Zeit hinschaue bin ich gedanklich nicht da!
Und bekomme Dementsprechend oft gesagt: hast nicht zugehört/hingeschaut? Auch auf der Arbeit. Da Frage ich mich auch, ob mit mir was nicht stimmt. Ich will aber ich kann nicht.

Wenn ich ein Buch lese, besonders eins was mich nicht gerade fesselt, muss ich einige Seiten 5x lesen und weiß dann immer noch nicht was drauf stand. Wenn es mich interessiert, funktioniert das schon besser.
Ich habe viele Bücher angefangen, aber nur wenige zu Ende gelesen.
Genauso ist es mit irgendwelchen Projekten (ich bin sehr kreativ) malen basteln, zeichnen, modellieren, Backen, ich fange gern Dinge an und mache sie nicht zu Ende. Bin schnell gelangweilt und halte nicht lange durch, es sei denn mich fesselt etwas und ich bin mit Herzblut dabei. Ich kann von allem etwas, aber nichts so richtig. Neues fasziniert mich und ich brauche immer wieder einen neuen Kick.

Manchmal platze ich mit Antworten heraus unterbreche Leute, bevor jmd. seine Frage zu Ende gestellt, Satz beendet hat (im Privaten). Weil ich ungeduldig bin. Kann nur schwer warten, Kassen machen mich wahnsinnig. Letztens erst, da musste ich 15 min. warten und hätte vor Wut Heulen können. Unnormal. Innere Unruhe habe ich oft. Diese verschwindet, wenn ich Alkohol trinke. Was ich nur ab und an am Wochenende mache. Seitdem ich aufgehört habe zu dämpfen ist es etwas mehr geworden. Weil ich dann einfach entspannt bin.
Entscheidungsschwierigkeiten machen mir auch immer das Leben schwer.
Kann mir Namen nicht merken und vergesse was ich machen/suchen wollte. Muss dann erst wieder zurück gehen. Vergesse beim Erzählen auch ziemlich oft was ich sagen wollte. Ständiges zu spät kommen, egal ob zu treffen oder auf die Arbeit, macht mir gerade auch zu schaffen. Auf Arbeit fällt es sonst nicht auf, Arbeit ist mir aber auch wichtig. Dort schiebe ich nur gerne Dinge auf, bis es 5 vor 12 ist. Wenn ich Besuch bekomme, bin ich nie rechtzeitig fertig oder wenn ich Bus oder Bahn bekommen soll/will mache ich alles auf den letzten Drücker, verpasse diese meist.

Ich gehe Einkaufen und weiß nicht mehr was ich gekauft habe, wenn ich zu Hause ankomme. Fange an zu singen und merke es nicht ( besonders auf der Arbeit) das war eine Zeitlang wirklich ein großes Problem. Bei Anspannung, höre ich auf zu atmen. Bin sehr harmoniebedürftig. Ich habe immer noch größte Verlustängste selbst bei der Therapeutin hatte ich diese.

Ich nehme Gefühle von anderen auf und mache mich teilweise von der Stimmung und Laune anderer, teils sogar Fremder abhängig. Wenn mich jemand in der Bahn grimmig anschaut, fühle ich mich schlecht, (weil ich es auf mich beziehe?). Da versuche ich auch bewusst gegen zu steuern.
Seit meiner Jugend habe ich mit Minderwertigkeitsgefühlen und geringem Selbstwert zu kämpfen. Dabei deute ich Blicke, Bemerkungen anderer übertrieben Steiger mich hinein.

Mit 17 fing ich an zu rauchen. Damit konnte ich Gefühle verdrängen die ich nicht haben wollte und nahm auch etwas ab.
Mit 25 stieg ich auf E-Zigarette um.
Mit 26 bekam ich Panikattacken.
27 begann ich meine erste Therapie, dann ging ich in eine psychosomatische Klink, weil ich es selbst nicht mehr geschafft hatte.
Dort wurde mir eine Angststörung, Essstörung und Depressionen diagnostiziert. Insgesamt hat mir die Klinik sehr geholfen. Dort habe ich auch mit der E-Zigarette aufgehört.
Es hat mir insgesamt geholfen, seitdem bin ich noch in Therapie.

Allerdings könnte ich mir nach den Büchern vorstellen, dass es sich bei mir um ADS handelt.
Das Bild vom Eisberg mit dem Spitzen Depressionen, Angststörung und Zwangsstörung (die ich durch Essstörung ersetzen würde) und dem Teil der unter Wasser ist (ADS) und nicht gesehen wird, würde zu gut passen.

Mein Umfeld meint, ich versteife mich darauf... Jeder hat Mal hier oder da einen Aussetzer.
Das verunsichert mich natürlich. Ich bin auch aus dem Alter raus, dass ich mir die gleiche Diagnose wie mein Partner "abholen" möchte nur um mich mit ihm verbundener zu fühlen oder ähnliches.
Wurde mir auch schon unterstellt.

Falls ich ADS habe, hätte ich eine Erklärung für den Verlauf meines ganzen bisherigen Lebens. Und könnte die Sachen richtig angehen. Oder ein etwas einfacheres Leben führen, falls es das sein sollte und ich richtig eingestellt werden.

Im November erst habe ich einen Termin beim Psychiater/Neurologen.
Etwas Sorge habe ich, dass ich nicht ernstgenommen werden könnte (Das Problem hatte ich Leben sehr oft, weil alle immer nur die Säule junge Frau sehen und nicht, was in mir vorging und geht). Besonders weil ich in der Grundschuld zumindest nicht auffällig war.

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand die Zeit genommen und es bis hierher gelesen hat und eine Einschätzung geben kann?
Vielleicht sogar ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
Oder eine andere Idee woran es sonst noch liegen könnte?

Liebe Grüße
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ULBRE
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von ULBRE » 13. Juli 2018 23:26

LadyLorraine hat geschrieben: In der Grundschule gab es keine Schwierigkeiten. Dort hat es mir wirklich Spaß gemacht. Meine Klassenlehrerin mochte ich auch wirklich sehr gern.
Das ist der ausschlaggebende Punkt bei dem ich etwas Sorge habe, bei entsprechenden Ärzten/Therapeuten nicht ernst genommen zu werden. Weil meine Grundschulzeugnisse keine Auffälligkeiten zeigen.
Hat jemand trotz unauffälliger Grundschulzeit ADS?
Hallo Mylady,

das kann allerdings und sehr wohl sein.
ADS (ohne Hyperaktivität) fällt häufig nicht unangenehm auf. ADHS ist dagegen sehr anstrengend für andere.
ADS internalisiert Stress, ADHS externalisiert Stress. Der innere Druck ist genau der gleiche.

Ob Dein Psychologe das versteht musst Du abwarten. Es gibt leider immer noch und viel zu viele davon, die diese Zusammenhänge nicht kennen.
Vielleicht machst Du sicherheitshalber gleich noch 2 Termine bei anderen Psychologen - bei den Wartezeiten...
Ein Erstgespräch solltest Du eigentlich auch wesentlich schneller bekommen.

Ist der Psych, den Du ausgesucht hast denn als AD(H)S-Spezialist bekannt ?
Sonst suche in der Richtung weiter.

Was Du an Symptomen aufzählst klingt in meinen Ohren schon sehr schwer nach ADS.

Viele Grüsse

UlBre
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Chrüsi
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von Chrüsi » 14. Juli 2018 08:19

Liebe Mylady,

Dein Bericht berührt mich sehr! Und in vielem kann ich dir nachfühlen!

Ich möchte dich sehr ermutigen, eine Fachperson zu suchen/finden, die sich gut mit AD(H)S auskennt!

Selber habe ich gerade erst jetzt (leider) erst mit 51j die def. Diagnose ADS ohne Hyp. erhalten.
Auch ich kam einiger massen "normal/durchschnittlich" durch die Schulzeit (wir waren recht grosse Klassen in einer Dorfschule mit ganz unterschiedlichen Kindern, einzig was bei mir in zwei Schulberichten der 3./4. Klasse stand war: Pultordnung + Schrift könnte besser sein, eher langsam/könnte mit mehr Schwung dahinter, viel zu wenig mündliche Beteiligung, Kopfrechnen bereitet Mühe - aber daneben standen auch Sätze wie, gibt sich Mühe, erledigt die Aufgaben pflichtbewusst, ruhig, angenehm, sogar fleissig steht ....)

Also jetzt im Rückblick mit der Diagnose geht mir für vieles "ein Licht auf"! Ja, ADS-Kinder sind normalerweise viel weniger aufällig, und "angenehm" im Unterricht, weil sie nicht stören....

liebe Mylady - leider habe ich selber viel zu lange gewartet, auch gerade weil ich gedacht habe, mein bereits jahrelanger Verdacht werde niemand verstehen - ich hoffe so sehr, dass du dranbleiben kannst, die richtige Hilfe findest und wünsche dir von Herzen alles Gute auf deinem Weg!! :knuddel:

(Entschuldige, war vielleicht etwas emotional geschrieben, bin selber auch hochsensibel und momentan noch etwas in "Löcher", aber kommt gut.)

Herzliche Grüsse,
Chrüsi
Ich wünsche mir die gelassenheit, dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den mut, dinge zu verändern, die ich ändern kann;
und die weisheit, beides voneinander zu unterscheiden


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Hanghuhn
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von Hanghuhn » 14. Juli 2018 08:20

LadyLorraine hat geschrieben:Hat jemand trotz unauffälliger Grundschulzeit ADS?
JA und NEIN.

Grundschulzeit ist gegenüber den oberen Klassen Schonzeit. Ich selbst hatte schon im Kindergarten das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmte, weil ich gewisse Dinge einfach nicht so gut konnte oder mir sehr viel Mühe machten. Dass ich andere Dinge sehr gut konnte, habe ich zwar gemerkt, aber es fiel mir nicht auf, dass ich es teilweise sehr viel besser konnte als andere. Sie fielen mir leicht, aber ich dachte, die anderen könnten das auch. Eigentlich hielt ich mich nicht für allzu schlau.

Ich hatte Angst, Fünfen zu schreiben, Sechsen gab damals nicht. Meine Mutter, die selbst Grundschullehrerin war, hatte davor natürlich keine Angst. Sie hatte ja einen ganz anderen Blick auf mich. Als ich in der ersten Klasse viele Einsen schrieb, freute ich mich zwar daüber, aber erst als es das erste Zeugnis gab, war mir klar, wie gut ich war. Allerdings hatte ich immer so ein unbestimmtes Gefühl, dass mit mir irgend etwas nicht stimmte.

JA, weil ich von den Noten her total unauffällig in Bezug auf ADS war. Damals gab es bei uns Kopfnoten (Betragen, Fleiß, Mitarbeit, noch 2, die mir jetzt nicht einfallen). Ich hatte fast immer eine Zwei in Betragen, was durchschnittlich bedeutete, ansonsten nur Einsen (In den oberen Klassen schämte ich mich dafür, weil es einfach nicht stimmte).

NEIN, weil es mir ja selbst auffiel. Auch meine Mutter wusste, dass ich anders war. Damamls hatte "das Kind", das heute ADS heißt, keinen Namen. Auch meinen Kindergärtnerinnen muss etwas aufgefallen sein. Bei einer Kindergärtnerin hatte ich sogar das Gefühl, dass sie mich hasste, weil ich durch meine Langsamkeit den Gruppenbetrieb aufhielt.
LG Hanghuhn
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chaoten-tom
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von chaoten-tom » 14. Juli 2018 08:38

Hallo LadyLorraine,
unsere beiden Kinder waren in der Grundschule von den Noten her auch unauffällig.
Haben beide ADS. Wir hatten eine sehr aufmerksame Lehrerin, die uns darauf ansprach ob wir etwas dagegen hätten, wenn jemand mit AD(H)S-Erfahrung unsere Kinder im Unterricht beobachtet. Daraufhin wurde uns geraten sie testen zu lassen.
Das würde ich an Deiner Stelle auch unbedingt tun. Vieles von dem was Du schreibst kommt mir seehr bekannt vor.....
Grüße, Chaoten-Tom
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LadyLorraine
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von LadyLorraine » 16. Juli 2018 13:02

Hallo
Und erstmal herzlichen Dank, für die lieben und ausführlichen Antworten.
Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut, auch dass ihr mich ermutigt und von eigenen Erfahrungen erzählt. <3
ULBRE hat geschrieben: Ist der Psych, den Du ausgesucht hast denn als AD(H)S-Spezialist bekannt ?
Sonst suche in der Richtung weiter.
Ich hatte einen Psychiater über Jameda gefunden. Dort hatte ich nach Psych/Neurologen und ADS in meiner Stadt gesucht. Bei den Bewertungen gab es zumindest einen Patienten mit ADHS der sehr zufrieden ist.
In der LWL Klinik hatte ich auch angerufen. Sie sagten, sie würden sich im halben bis dreiviertel Jahr melden und dann auch nur einen Test machen.

Du hast wohl Recht, bei den Wartezeiten ist es wohl sinnvoll noch 1-2 weitere Termine zu machen.
Die Kassenärztliche Vereinigung stellt leider keine Listen mit Therapeuten/Ärzten mehr bereit. Hatte heute morgen nachgefragt.
Im Netz finde ich via Google auch nur sehr wenig zu Psych/Neuro in der Umgebung, die sich auf AD(H)S spezialisiert haben.
Hat jemand noch eine gute Seite, wo Spezialisten nach Städten zufinden sind?

Momentan bin ich noch in (Verhaltens-)Therapie in 4 wöchigem Abstand. Jetzt am Freitag ist so gesehen die letzte Stunde angedacht. Werde es auf jeden Fall noch ansprechen.

Danke auch für eure Geschichten Chrüsi, Hanghuhn und chaoten-tom. Ihr bestärkt mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und meinem Gefühl vertrauen und der Sache nachgehen sollte.

Wurde bei euch sofort AD(H)S diagnostiziert oder hattet ihr eine längere Lauferei, bis ihr ernst genommen wurdet?
Macht ihr eine Therapie oder/und nehmt ihr Medikamente?
Und wo habt ihr gute Therapeuten gefunden?

Vielleicht wohnt der ein oder andere ja auch im Ruhrgebiet und kann mir eine Psych/Neuro Empfehlung per PN zukommen lassen.

Liebe Grüße
LadyLorraine
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Chrüsi
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von Chrüsi » 16. Juli 2018 14:39

Hallo liebe LadyLorraine

Ich habe dir eine pn geschrieben ;)

Herzliche Grüsse,
Chrüsi
Ich wünsche mir die gelassenheit, dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den mut, dinge zu verändern, die ich ändern kann;
und die weisheit, beides voneinander zu unterscheiden


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chaoten-tom
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von chaoten-tom » 16. Juli 2018 17:03

LadyLorraine hat geschrieben:Hallo
Wurde bei euch sofort AD(H)S diagnostiziert oder hattet ihr eine längere Lauferei, bis ihr ernst genommen wurdet?
Ging bei mir und auch später bei meinen Kindern sehr schnell (Max. ein paar Wochen)
LadyLorraine hat geschrieben:Hallo
Macht ihr eine Therapie oder/und nehmt ihr Medikamente?
Unsere Kinder machten eine Therapie, in die wir als Eltern auch punktuell mit eingebunden waren. Ich selbst hatte vor einigen Jahren eine Therapie wegen Panikattacken. War zu einer Zeit in der ich auch übel überarbeitet war, daher denke ich, dass da auch so ein beginnender Burnout mitgespielt hat. Seit ich da etwas mehr auf mich achte und mir entsprechenden Ausgleich verschaffe, hatte ich in der Hinsicht keine Probleme mehr.
Mein Sohn nahm von der 3. bis 9. klasse Ritalin und hat seine FOS jetzt ohne durchgezogen. Meine Tochter kam ganz ohne Medikamente aus. Die kann sich irgendwie auf ein schulisches Ergebnis hin so motivieren, dass sie dann punktuell ganz gut lernen kann.
Ich nehme zu ganz besonderen Anlässen mal eine Ritalin....

Liebe Grüße, Chaoten-Tom
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von ULBRE » 18. Juli 2018 09:45

Hallo Lady,

regionale AD(H)S-Selbsthilfegruppen haben in der Regel Erfahrung, wer in der Gegend AD(H)S behandelt und Ahnung von dem Thema hat.
Unabhängig davon sind Selbsthilfegruppen eine gute Quelle für Wissen und Erfahrungsaustausch, kann ich nur empfehlen.

Viele Grüsse

UlBre
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von Falschparker » 18. Juli 2018 16:19

Im November erst habe ich einen Termin beim Psychiater/Neurologen.
Etwas Sorge habe ich, dass ich nicht ernstgenommen werden könnte
Und das kann leider passieren.

Denn wenn ein Psychiater, der nichts von ADHS versteht, sagt, ich verstehe nichts von ADHS, gehen Sie doch bitte zum Kollegen, dann hat man nur etwas Zeit verloren, das ist nicht so schlimm.

Aber viele Psychiater, die nichts von ADHS verstehen, sagen dann, das ist bestimmt keine ADHS, Sie bilden sich das ein, das ist eine Modekrankheit, ADHS sieht ganz anders aus oder Ähnliches. Das kann dann sehr entmutigend sein.

Deswegen bleib dran, egal was dein Arzt sagt! Damit sage ich natürlich nicht, dass du auf jeden Fall ADHS hast, sondern dass man nur sagen kann, dass du es nicht hast, wenn man es gewissenhaft untersucht.
Ich bin auch aus dem Alter raus, dass ich mir die gleiche Diagnose wie mein Partner "abholen" möchte nur um mich mit ihm verbundener zu fühlen oder ähnliches.
Das nicht. Aber ADHS-ler finden sich, das ist also nicht unbedingt Zufall. Was meinst du, wie der Junge tickt, den mein Sohn (5) sich im Kindergarten als einzigen und besten Freund ausgesucht hat? :lol:
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von Murmel » 19. Juli 2018 07:57

Ich kann mich nur meinen Vorschreibern anschließen.

Wichtig ist, dass du dir auf jeden Fall in der LWL Klinik einen Termin bezüglich der Testung geben lässt. Oder hast du den
vielleicht sogar schon. Die Testung bringt dir auf jeden Fall Gewissheit und du kannst dann auch medikamentös eingestellt
werden, was dir das Leben auch noch einmal erleichtern wird.
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LadyLorraine
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Re: ADS Verdacht

Beitrag von LadyLorraine » 23. Juli 2018 10:24

Danke, für eure ausführlichen und ermutigenden Antworten. Ich habe Foren früher nie für eigene Anliegen genutzt, sondern war immer nur stille Leserin. Nie hätte ich gedacht, dass mir das Mal helfen und mich so stärken würde. Ihr gebt mir gerade wirklich sehr viel!

Danke Ulbre, Ich hatte eine Mail zu der Selbsthilfestelle geschickt, teilnehmen dürfe man nur, wenn man selbst betroffen ist. Dh. Ich kann keinen Kontakt zu Mitgliedern aufnehmen.
Adressen haben sie auch nicht "...Zu Ihrer Frage nach einer Liste von Psychiatern/Neurologen, kann ich sagen, dass wir diese nicht vorliegen haben." Ich wurde auf den Service der kassenärztlichen Vereinigung verwiesen. Dort habe ich schon letzte Woche eine Mail hingeschickt, Antwort "Die Informationsstelle für Therapieplatzsuchende hat ihren Dienst eingestellt."
Gar nicht so einfach...

Letzten Freitag hatte ich meinen letzten Termin bei meiner Therapeutin. Hatte ihr, Dank dem Tipp von Chrüsi, meinen ersten Beitrag von hier ausgedruckt und zum Lesen gegeben. Da ich sonst die Hälfte vergessen oder zu viel erzählt hätte.
Sie hatte mich ernst genommen. Was war ich erleichtert.
Ihr Tipp: mich direkt in einer Klinik vorstellen, also auch wie der Tipp von Murmel. Scheint wohl am sinnvollsten zu sein.
Habe mich auf einige Wartelisten setzen lassen, Dortmund, Essen. Früheste Rückmeldung in 3-6 Monaten. In Gevelsberg werde ich noch anrufen. Bochum hat Aufnahmestopp.

Chaoten-Tom, der Verlauf klingt nach all den eher negativen Geschichten die ich gehört oder gelesen haben, sehr erfreulich.

Falschparker, besonders dein letzter Absatz hat mich zum Schmunzeln gebracht. Davon hatte ich auch schon öfter gelesen, dass sich die Menschen finden, weil sie gleich ticken, beide AD(H)S haben. Irgendwie schön zu wissen.

Melde mich, sobald es etwas Neues gibt. :)
Das kann ja jetzt etwas dauern.

Liebe Grüße

LadyLorraine
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