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Pastafarie
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Anhaltende Suche

Beitragvon Pastafarie » 6. Juli 2018 20:47

Hallo, ich leide schon mein ganzes Leben unter dem Gefühl etwas zu suchen. Irgendetwas fehlt mir und ich weiß nicht was. Ich kriege dieses Gefühl weg indem ich etwas mache, dass eine sehr hohe Reizintensität hat(Alkohol trinken, kiffen, zocken, programmieren, Sex, eiskalt duschen, mich schneiden etc.). Sehr hohe(für mich unbezahlbare) Dosen CBD helfen mir. Ich trinke einen Beruhigungstee nach dem anderen; Es hilft aber nicht.

Ich frage mich woher dieses Gefühl kommt. Vielleicht ist es ADHS? Hausaufgaben konnte ich als Kind nie machen. Ich war seit der zweiten Klasse Schulverweigerer. Kennt hier jemand dieses Gefühl? Wenn ich stupide Aufgaben mache drehe ich halb durch. Mein Kopf muss beschäftigt werden. Die Leute glauben ich wäre Arrogant und ich würde denken solche Arbeiten wären unter meinem "Niveau".

Als ich noch im Laufstuhl saß hat mein Bruder mir Süßigkeiten hin gehalten und wieder weg genommen und das immer wieder(davon gibt es sogar Videobänder). Ich fühle mich ständig so als hätte ich etwas vor der Nase was ich unbedingt will und nicht bekomme. Vielleicht kommt es daher?

Dieses Gefühl quält mich und treibt mich in eine Sucht nach der anderen. Gerade versuche ich mich dem Alkohol aufzuhören, aber es ist so schwierig. Ich vergesse auch ständig Termine und mir wird mit Strafen gedroht. Wenn mich etwas nicht interessiert kann ich mich nicht darauf konzentrieren. Ich habe ständige innere Unruhe.

Sollte ich mal meinen Psychiater nach einer ADHS Diagnostik fragen oder denkt ihr es ist etwas anderes?
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon ULBRE » 6. Juli 2018 23:22

Hallo Pastafarie,

was Du erzählst deckt sich schon mit AD(H)S. Ob es das ist, müsste man allerdings ausführlicher hinterfragen.

Könntest Du im ersten Schritt einmal alles aufzählen, woran Du für Dich festmachst, dass es AD(H)S sein könnte ?
Und wenn, ist es mit oder ohne Hyperaktivität ?

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Pastafarie
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon Pastafarie » 6. Juli 2018 23:41

Mir ist vor kurzem klar geworden, dass ich Todesangst vor Langeweile habe.
Wenn ich Sport mache muss ich immer volle Kraft einsetzen, dann geht es mir kurzzeitig gut.
Ich konnte mich in der Schule nur konzentrieren, wenn ich großes Interesse hatte den Stoff zu lernen.
Spaziergänge oder andere "entspannende" Aktivitäten bringen mir garnichts. Ich verstehe nicht, was andere Menschen daran so toll finden.
Ich denke es ist mit Hyperaktivität. Als Kind wurde mir häufig gesagt ich würde nicht im Mittelpunkt stehen. Ich war entweder der Klassenclown und/oder wurde gemobbt.
Falschparker
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon Falschparker » 7. Juli 2018 22:41

Klingt schon sehr danach. Nicht dass wir dir garantieren können dass du es hast, dafür ist ja der Arzt da. Aber es geht schon sehr deutlich in diese Richtung.

Bei den Wörtern Klassenclown und Mobbing wurde ich hellhörig. Ich war auch so jemand. Und bei Langeweileintoleranz natürlich auch. Termine verpassen, Schulverweigerung und Kiffen kann auch andere Ursachen haben, aber hier passt es ins Bild.

Bei dieser Aufzählung ist doch insbesondere die Frage: Warum erst jetzt? Was waren das für Lehrer/Erzieher/Ärzte, die die Frage nach ADHS hartnäckig (und vielleicht bewusst?) nicht stellen? :oops:

Wenn du schreibst: Soll ich meinen Psychiater... , dann klingt das als hast du einen. Der Psychiater ist die richtige Adresse, aber nicht jeder kennt sich aus. Es ist ja eigentlich nicht Sache des Patienten, die Diagnose vorzuschlagen (allerdings in Internetzeiten immer öfter schon), von daher wenn dein Psych ADHS kann, hätte er das schon untersucht?

Wie auch immer. Wenn dein Facharzt das nicht will oder doof findet, dann lass dich keinesfalls entmutigen und such einen anderen. Adressen bekommst du bspw. von einer Selbsthilfegruppe (auch wenn es, wie meistens, eine ADHS-Elterngruppe ist, denn deren Kinder haben ihre ADHS geerbt von, na?). Lange Anfahrtswege und Wartezeiten lohnen, wenn es eine gute Praxis ist.
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon ULBRE » 8. Juli 2018 00:11

Hallo Pastafarie,

AD(H)S hat eine lange Liste von möglichen Symptomen.
Jeder Mensch hat einige wenige davon (sagen wir, 15 %) häufig.
Betroffene haben 2/3 davon häufig.

Ich hab mal eine Sammlung gemacht (ist aber mühsam zu lesen...):
https://www.adxs.org/symptome-von-adhs/symptomgesamtliste-nach-erscheinungsformen/

Wenn Du bei der Hälfte oder mehr das Gefühl hast, dass Dich das betrifft, ist es ein guter Hinweis auf AD(H)S.

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon Pastafarie » 8. Juli 2018 10:08

Naja, die Ärzte interessiert nur, dass ich süchtig bin und aufhören sollte. Wie es mir geht wenn ich meinen Süchten nicht nachgehe interessiert sie nicht. :/
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon ULBRE » 8. Juli 2018 15:36

Hallo Pastafarie,

Sucht tritt bei AD(H)S sehr häufig auf.
Insofern wäre das auch ein Punkt auf der Liste.

Wenn Du es genauer wissen willst, wirst Du um eine Diagnostik nicht herumkommen...

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon Pastafarie » 8. Juli 2018 19:13

Ich bin die Liste durchgegangen und ich leide unter allen Symptomen die Aufgelistet sind...

Das Problem ist nur, dass ich ebenfalls unter einer Schizoaffektiven Störung leide. Der Arzt wird mir höchstwahrscheinlich nichts verschreiben, was den Dopaminspiegel erhöht(im Moment tut er das genaue Gegenteil). Mir fällt nur ein Mittel ein, dass in Frage käme. Hochdosiertes CBD. Aber daran zu kommen ist verdammt schwierig. :(

Ich bin so verzweifelt und würde am liebsten alles beenden. Warum bin ich nur so krank? :'(
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon Mitglied1900 » 8. Juli 2018 20:28

Schwierige Situation. Natürlich kann auch ADHS irgendwo das Problem sein. Da du anscheinend viele andere Baustellen hast, kann es sich auch nur decken oder es ist genau das, was dir schon immer die Schwierigkeiten bereitet.

Jedoch kann ich auch deine Ärzte verstehen, dass du die Mittel nicht bekommst. ADHS ist zwar wirklich ein Problem, aber da du dich in die Sucht stürzt, ist es wirklich schwierig.
Auch wenn du das Gefühl hast etwas fehlt bzw. stimmt nicht, (was bestimmt viele von uns kennen) ist es kein Grund sich in die Sucht zu stürzen.


Ich würde dir empfehlen, deine Sucht zu bekämpfen und wenn du clean bist, das Thema anzugehen. Sodass du rationaler/kompetenter bei den Ärzten ankommst. Zudem musst du eindosiert werden und mit sonstigen Mittelchen wird die Eindosierung schwer, bzw. kann man nicht beurteilen, welche Wirkung wo zutrifft.
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Maya18Max
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon Maya18Max » 8. Juli 2018 21:42

Schau mal hier: Vielleicht hilft das weiter: https://www.median-kliniken.de/de/media ... helmsheim/
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
OskarHH
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Re: Anhaltende Suche

Beitragvon OskarHH » 10. Juli 2018 17:28

Pastafarie hat geschrieben:Naja, die Ärzte interessiert nur, dass ich süchtig bin und aufhören sollte. Wie es mir geht wenn ich meinen Süchten nicht nachgehe interessiert sie nicht. :/


Das dürfte so nicht sein!
Vielleicht bist du da an einer falschen Stelle im Moment.
Ich würde dir empfehlen dich an jemanden zu wenden bei dem Sucht als Komorbibität, also Zusatz bzw Folgeerkrankung verstanden wird.
Es ist KEIN medizinisch korrektes tragfähiges Konzept die Ursachen für Sucht, oder in deinem Fall vielleicht eher Abhängigkeit nicht zu behandeln!

Es gibt in jedem Beruf Gute und weniger Gute, oft sind aber Dorfpsychiater zum Beispiel eine Art Allgemeinmediziner für die Psyche.
Mit schwierigen, speziellen oder komplexeren Fällen sind sie oft überfordert. Niemand geht mit einem Hirntumor oder einer seltenen Erkrankung zum Hausarzt auf dem Dorf. Warum sollte das bei psychischen und psychiatrischen Erkrankungen anders sein?
Besser sind dort große Ambulanzen und spezialisierte Kliniken dort sitzen Spezialisten und Ärzte die von ihrer Kompetenz her mehr drauf haben als der Standard.
Sicher kann ADHS eine der Ursachen dafür sein, aber wahrscheinlich wohl nicht alles. Für ADHS hört sich das zu krass an für mich

Wichtig ist aber: Schütze dich!
Wenn du dich gerade massiv selbst schädigst oder verzweifelt bist dann zieh die Reißleine möglichst bald und komm zur Not als Notfall.
Das was du hast geht über ein Level das man aushalten sollte hinaus!
Das mit der Notaufnahme habe ich auch schon gemacht und es war richtig damals (nur schon deutlich zu spät eigentlich)

Good Luck.
Und: Das wird schon wieder, auch wenn es sich gerade nicht danach anfühlt

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