Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

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Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Mitglied1900 » 29. Juni 2018 16:39

Ich bekomme momementan Ritalin. Gerade angefangen einzudosieren. Habe früher schon Ritalin/Medikinet genommen. Jedoch schnell wieder abgesetzt, nicht eindosiert. (Kurzfassung)

Hatte bei dem Medikamenten schon früher Probleme mit erhöhtem Puls und da nicht richtig dosiert wohl nicht wirklich positive Effekte. U. a. teilweise unruhiger, aufgrund der Herzfrequenz. Bin bis jetzt nicht so begeistert...

Hatte mal Elontril bekommen und das hatte positive Wirkung auf die Konzentration, jedoch nur 1 Stunde. Hatte Müdigkeit und Kopfschmerzen damit schon vor MPH. Als ich MPH anfing, vertrug ich beides zusammen auch nicht.

Möchte nähere Infos zu Amphetaminpräperaten.
Habe nur gelesen, dass die USA eher das empfiehlt, da es länger wirkt und nicht solche Schwankungen hat.

Hat jemand Erfahrung damit? Auch im Vergleich zu MPH.
Welche Voraussetzungen, um es zu bekommen?
Wie lange dauert die Eindosierung / NW?
Wie heißen die Präparate.
Und allgemeines dazu.
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Chaos-Weib
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Chaos-Weib » 29. Juni 2018 18:27

Hallo nochmal (hatte dir ja gerade zu deiner anderen Frage geantwortet),

Also die Präparate, die du suchst heißen Attentin und Elvanse.

Ich selber hatte Attentin ein paar Jahre lang, es hat bei mir gut gewirkt, aber leider nach ein paar Jahren keinerlei Wirkung mehr.

Voraussetzung, es auf Krankenkasse zu bekommen ist, dass du noch eine Ausbildung machst. Ansonsten gibt`s das leider nur als Off-Label, d.h. du musst das selber bezahlen.

Zur Eindosierung kann dir dein Arzt sicher kompetente Infos geben.

Viele Grüße
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Mitglied1900 » 29. Juni 2018 18:46

Danke für die Antwort. Ich werde die nächsten Wochen mich versuchen auf Ritalin einzudosieren und hoffen, dass es irgendwann mal einen positiven Effekt hat. Auch in ein paar Wochen werde ich auf Reha gehen, in eine u. a. ADHS Klinik. Dort wird man ja dann sehen und mich auf das richtige Medikament einstellen / eindosieren, falls MPH doch nix ist.
Ja, bin noch in Ausbildung und da meine KK bestimmt Interesse daran hat, dass ich meinen Job behalte, werden die die Medikamente sicherlich übernehmen.

Berufsbedingt brauche ich auch eher ein Medikament, was 12-13 Stunden wirkt. Ohne zwischenzeitliche Einnahme.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon ULBRE » 30. Juni 2018 00:14

Hallo,

was ich so von vielen verschiedenen Betroffenen so mitbekomme ist, dass die Wirkung von Elvanse besser ist als von Methylphenidat und die Nebenwirkungen geringer sind.
Zu Attentin habe ich noch keinen Betroffenen getroffen. Bin aber sehr neugierig...

Viele Grüsse

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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Falschparker » 30. Juni 2018 14:31

ULBRE hat geschrieben:was ich so von vielen verschiedenen Betroffenen so mitbekomme ist, dass die Wirkung von Elvanse besser ist als von Methylphenidat und die Nebenwirkungen geringer sind.
Zu Attentin habe ich noch keinen Betroffenen getroffen. Bin aber sehr neugierig...


Das liegt vielleicht aber auch daran, dass die Allermeisten, die (im deutschen Sprachraum) von Methylphenidat zu Elvanse wechseln, mit Methylphenidat wegen der Wirkung und/oder den Nebenwirkungen unzufrieden sind. Wer gute Erfahrungen mit Methylphenidat macht, wird in aller Regel Amfetamin gar nie testen.

Den umgekehrten Weg geht kaum jemand, weil Amfetamin als Erstverschreibung sehr selten sein dürfte.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon ULBRE » 1. Juli 2018 12:45

Hallo Falschparker,

das hat sicher einen Einfluss.
Es müsste aber auch Leute geben, die von MPH kommend Elvanse ausprobieren und damit schlechtere Erfahrungen machen. Habe ich sehr selten gelesen...
In Bezug auf andere Medis ist diese Konstellation dagegen recht häufig.

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Falschparker » 1. Juli 2018 21:29

Ich zum Beispiel. Amfetaminsaft (Elvanse oder Attentin gab es noch nicht) hatte ich eine Zeitlang ausprobiert und fand es in der Wirkung auf meine Aufmerksamkeit deutlich weniger wirkungsvoll als Methylphenidat.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Mitglied1900 » 1. Juli 2018 21:34

Ich versuche es weiter mit MPH eindosieren. Mal schaueb was wird
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon ULBRE » 4. Juli 2018 22:52

Falschparker hat geschrieben:Ich zum Beispiel. Amfetaminsaft (Elvanse oder Attentin gab es noch nicht) hatte ich eine Zeitlang ausprobiert und fand es in der Wirkung auf meine Aufmerksamkeit deutlich weniger wirkungsvoll als Methylphenidat.


Prima, Danke für den Hinweis.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Metamorphose » 9. Juli 2018 19:26

Hallo zusammen,

nach einer gescheiterten Therapie mit Ritalin, Medikinet und Strattera möchte mein Arzt die Umstellung auf Amphetamine wagen.
Ich würde den Amphetaminsaft 2 mg zuerst testen, da das die günstigste Variante ist. Leider wird mein Arzt mir das auf Privatrezept verschreiben.
Jemand hat geantwortet, dass die Kosten von der Krankenkasse trotzdem übernommen werden, wenn man in Ausbildung ist. Wie läuft das genau?
Heißt der Saft einfach Amphetaminsaft oder Dexamphetaminsaft? Würde man bei einer Dosierung von 2mg eine Wirkung spüren? Macht das abhängig? Wer hat Erfahrungen mit dem Saft?

Grüße
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Falschparker » 9. Juli 2018 20:51

Gugel mal nach Amphetamin NRF 22.4.

Würde man bei einer Dosierung von 2mg eine Wirkung spüren? Macht das abhängig?


Ja. Nein.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon A1D2H3S4 » 11. Juli 2018 17:55

Amphetamine wirken generell etwas länger und "softer", sprich, der On-Off-Effekt ist nicht so stark ausgeprägt wie beim Methylphenidat. Pro und Contra kann man nicht wirklich nennen, weil jeder ADHSler auf verschiedene Stimulantien unterschiedlich gut anspricht. In meinem Fall:

1=schlecht, 10=Hervorragend
Amphetamine (Dexamphetamin):

Wirkungslänge: 8
(körp.) Nebenwirkungen: 3
Aufmerksamkeit: 10
Konzentration: 5
Wachheit: 8

Methylphenidat:

Wirkungslänge: 4
(körp.) Nebenwirkungen: 8
Aufmerksamkeit: 3
Konzentration: 10
Wachheit: 3

Wesentliche Unterschiede im Vergleich (für mich!):
Methylphenidat ist unschlagbar, wenn es darum geht, sich zu fokussieren/seine überschüssige Energie zu bündeln, ergo, sich zu konzentrieren. Der Grund, warum ich das so ausgeführt habe, ist, dass Amphetamin im Vergleich dazu zwar einen sehr energiesierenden Effekt hat, aber es mir unter Umständen sogar schwerer gemacht hat, mich zu konzentrieren.
Der Grund, warum ich schließlich doch zum Amphetamin wechselte, war, dass Methylphenidat's Konzentrationssteigerung zu undifferenziert und erzwungen war: alles was ich machte, darauf konzentrierte ich mich und NUR das. Ritalin zwang mich dazu mich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren und das wurde manchmal zum Problem: Ich war nicht mehr in der Lage, einen Text schnell zu überfliegen, ich war nicht mehr in der Lage um die Ecke zu denken (z.B. in Mathe) und ich war generell nicht mehr flexibel in meinen Gedankengängen. Ich war eingeschränkt unter Ritalin, so fühlte sich das an und so war das auch (ich habe z.B. an Schnelligkeit verloren).
Was ich mir wünschte ist also eine Stimulanz, die mir aber etwas mehr Freiheit ließ, auf was ich mich konzentrieren möchte.
Amphetamin nehme ich nur, weil es das momentan einzig erhältliche Medikament ist, dass mir genau diese Freiheit lässt und meine Konzentration wenigsten leicht steigert.
Auch verursachte Ritalin nach einer Weile zu starke körperliche Nebenwirkungen, irgendwann fühlte ich mich körperlich und geistig wie in einem Delirium, als ob ich grad einen Marathon gelaufen wäre. Ritalin machte mich mental und körperlich müde, erschöpft, lethargisch, antriebsarm und obendrein wurden meine äußeren Gliedmaßen (Hände, Füße) extrem kalt durch die Vasokonstriktion.


Fazit:
Amphetamin ist für mich ein Alternativmedikament, da es momentan nichts besseres gibt.
Ritalin wirkte anfangs überraschend gut und der therapeutische Effekt (darunter verstehe ich das Herstellen der Konzentrationsfähigkeit, ergo lineares Denken/Tun/Handeln mit Langzeit-Lerneffekt) war hervorragend, doch mit der Zeit verunmöglichten die körperlichen und mentalen Nebenwirkungen mir, länger von den Effekten Gebrauch zu ziehen. Irgendwann ging das Kosten-/Nutzenverhältnis Wirkung:Nebenwirkung nicht mehr auf.
Amphetamin überzeugt durch lange Wirksamkeit und nahezu sehr leichten, vernachlässigbaren Nebenwirkungen (für mich).
Amphetamin war aufweckend, während Ritalin sedierend war. Amphetamin war quasi leichtes Ritalin + Kaffee.
Das heißt nicht, dass ich Amphetamin als besonders aufputschend erlebe, aber wenigstens sediert es mich nicht bis zur Antriebslosigkeit, wie es beim Ritalin der Fall war.

PS: Auch wenn wir uns hier in einem ADHS-Forum befinden und die meisten hier kontrolliert und passend vom Arzt behandelt werden:
Unterschätze nicht das Suchtrisiko! Amphetamin lässt sich viel "besser" missbrauchen als Ritalin, da a) die körp. Nebenwirkungen sehr arm sind und b) die Dopamin-/Noradreanlinausschüttung und Hemmung stärker ist, als bei Ritalin.
Ehrlich gesagt verurteile ich es nicht, wenn jemand seine ADHS-Medikamente mal nicht "wie vorgesehen" einnimmt (vorsichtig formuliert...): Jeder möchte herausfinden, "wie es ist", "wie" es sich als Droge und nicht als Medikament anfühlt.
Einmal ist keinmal, wisst ihr warum ich diese liberale Haltung pflege?
Weil ich der Auffassung bin, dass der Mensch generell alle Drogen als Genussmittel verwenden kann und dürfen soll.
Nicht die Droge ist das Problem, sondern was der Mensch damit macht.
Der Grund, warum ich den gelegentlichen/seltenen Missbrauch von ADHS-Medikamenten locker sehe, ist derjenige, dass ein wahrer ADHSler seine Medikamente per se weise einsetzt.
Sollte ein ADHSler seine Medikamente tatsächlich über einen längeren Zeitraum hinweg missbrauchen/ zu hoch dosiert einnehmen, hat er am Ende wegen der Toleranz gar nichts mehr, was er nehmen kann...das will kein ADHSler!
Ein ADHSler schätzt seine Medikamente sehr und ist sich darüber im Klarem, dass diese Mittel das einzige sind, was er gegen sein ADHS einnehmen kann. Ein ADHSler benützt diese Substanzen als Mittel zum Zweck.
Lange Rede, kurzer Sinn: Was ich damit sagen wollte:
Falls du mal Amphetamin verschrieben bekommen solltest und du hin und wieder mal ein bisschen was "ausprobieren" möchtest, denke daran, dass du dabei mehr Selbstkontrolle- und Wahrnehmung brauchst: Amphetamin lässt sich über einen längerem Zeitraum als Ritalin missbrauchen, da die körp. Nebenwirkungen und der Rebound zunächst schwächer ausfallen, die Wirkung länger und "besser" ist und weil es sich hervorragend in den Alltag integrieren lässt. Deine Toleranz kann unbemerkt in die Höhe schießen, weil du keine Hemmschwelle hast.
Am Ende sitzt du dann depressiv und ausgelaugt da und deine Medikamente werden nutzlos. Du würdest eine lange Pause machen müssen, ehe du wieder therapeutische Effekte verspürst.

Finished.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon ULBRE » 11. Juli 2018 22:24

A1D2H3S4 hat geschrieben:Unterschätze nicht das Suchtrisiko! Amphetamin lässt sich viel "besser" missbrauchen als Ritalin, da a) die körp. Nebenwirkungen sehr arm sind und b) die Dopamin-/Noradreanlinausschüttung und Hemmung stärker ist, als bei Ritalin.


Hallo,

Elvanse ist ein Lisdexamphetamin, also an Lysin gebundenes Dexamphetamin. Es ist damit ein Prodrug, d.h. in dieser Form nicht wirksam.
Es wird erst im Darm zu Dexamphetamin umgewandelt. Schnüffeln oder spritzen bringt nach meiner Kenntnis gar nichts.

Deswegen ist es mE sicherer als jedes andere Stimulanz.

Für Amphetaminmedikamente gilt nach meiner Kenntnis auch nicht, dass diese eine Dopamin- oder Noradrenalinausschüttung haben.
Das ist nur bei Drogen so, weil dort die Dosierung so hoch ist, dass nicht nur Wiederaufnahmehemmung erfolgt, sondern auch Ausschüttung. Das ist bei MOPH nicht anders.

Hat jemand andere / genauere / weitergehende Infos ?

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon zoraya » 18. Juli 2018 15:17

A1D2H3S4 hat geschrieben:
Finished.


Danke dir für deine Erfahrungen.
Geht es anderen ähnlich bezülgich der Unterschiede?
Lg Zoraya
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Mitglied1900 » 18. Juli 2018 17:05

Im Endeffekt ist kann jeder anders reagieren, daher bringen solche Vergleiche wenig/nichts.
MPH wirkt bei mir nicht positiv.
Statistisch gibt es wohl ca. 30% non-MPH-Responder und ca. 30 % Amphetamin-non-Responder.
D. h. es wirkt bei dene nicht.
ADHS, woher es genau kommt ist auch nicht so geklärt. Für das gibt es wohl verschiedene Möglichkeiten, wieso das z. B. Dopamin vermindert ist. Je nachdem und auch die Trägersubstanz spielt mit. Wirkt es komplett unterschiedlich bei den Leuten. Einfach ausprobieren.
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Paracodina
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Paracodina » Gestern 07:32

:kaffee: Jo guten Morgen! ^^ :kaffee:

Ich geb hier auch mal meinen Senf dazu, falls das in Ordnung ist...sonst halt löschen. ^^
Als erstes möchte ich auch betonen, dass man das mit der AD(H)S Medikation, auf keinen Fall verallgemeinern kann, da es alles extrem subjektiv wirkt...

Ich gehöre dann wohl auch zu den MPH non-Respondern. Bei mir schlägt das MPH-Zeug auch extrem hochdosiert nicht wirklich an und dazu wiege ich auch noch relativ wenig, so um die 42-44kg bei 173cm.

Ich bin z.B. mit MPH überhaupt nicht klargekommen, konnte davon am Tag 100-150 mg in mich reinfuttern und hatte dann meistens nicht mal einen Hauch an Wirkung, aber trotzdem den ekligen Rebound und meine Depressionen hat es dann immer noch hart verstärkt...oder Kopfschmerzen, was ich sonst NIE habe, hatte ich dann z.B. anstatt ner Wirkung... :?

Erfahrungen mit MPH (Medikinet®, Ritalin® + unretardierte MPH Tabs):
Also zuerst mal, um sich ein besseres Bild machen zu können. ich befinde mich nun seit Ende 2016 in ambulanter psychiatrischer Behandlung, habe chronische Depressionen, eine generalisierte Angststörung mit extremer sozialer Phobie und Agoraphobie...
Aufgrund der Verdachtsdiagnose bzgl. ADS, seitens meiner Psychiaterin, hat sie mir einen Neurologen empfohlen, der auf die Thematik AD(H)S spezialisiert ist. Naja, letztendlich hat es sich dann auch tatsächlich bestätigt, dass eine ADS Diagnose, aber ohne Hyperaktivität vorliegt, die bei mir mit 28/29 Jahren diagnostiziert wurde. Also noch nicht so lange und relativ spät.

Dann wurde direkt angefangen mit 10 mg Medikinet adult, ab der zweiten Woche sollte ich auf 20 mg erhöhen...falls ich davon mal was gemerkt haben sollte, war das wohl eher Placebo...dann umgestiegen auf Ritalin Adult 20 mg und dazu noch ne N2, 50er Packung 20 mg unretardierte MPH Tabs...sollte dann mit der Dosierung selber experimentieren, mein Neurologe meinte nur, dass ich 80 mg/Tag nicht überschreiten sollte. Von den unretardierten Tabs hatte ich, anfangs, mal mehr mal weniger, sogar was gemerkt, paar Male auch too much eingefahren, so dass ich echt von 0 auf 100 voll überdosiert war, mit Herzrasen, Schweißausbrüchen und voll auf Sendung, und dann wieder, bei gleicher Dosierung überhaupt keine Wirkung...echt komisch das MPH Zeugs... :?
Dann bekam ich 30 mg Ritalin Adult und wieder ne Packung, N2 (50 St.) á 20 mg MPH Tabletten unretard. Damit sollte ich auch wieder so dosieren, wie ich am besten "klarkomme". Ich war dann jeden Tag auf mindestens 100-150 mg MPH insgesamt (retard und unretard) und gebracht hat mir das alles irgendwie nicht wirklich was, außer NW wie sogar Kopfschmerzen, schwitzen und eher noch eine Verstärkung meiner Depressionen...vor allem der Rebound, war bzgl. der Depris fast gar nicht auszuhalten...
Mein Fazit: gehöre wohl der Gruppe "MPH non-Responder" an...

Habe schon gedacht, dass da mit mir was nicht stimmt und das doch nicht sein kann, alle sonstigen serotonergen bzw. dopaminergen, noradrenergen psychoaktiven Substanzen, haben bei mir bisher immer gewirkt, (wie MDMA, Speed/Pep, Methamphetamin aka Crystal Meth, Ethylphenidat...)
Wenn ich lese, dass es Leute gibt die am Tag 10 oder 20 mg Ritalin/Medikinet nehmen und damit voll bedient sind und ich mir auf meine 42-44kg bis 150 mg MPH reinhaue, das kann doch nicht sein...
Dann habe ich mal etwas recherchiert und war erleichtert, als ich das mit den etwa 30% MPH non-Respondern gelesen habe... :o


Erfahrungen mit Attentin® (Dexamphetamin):
Beim nächsten Termin habe ich dann meinen Mut zusammen genommen, meine Mum hatte mir auch Zuspruch gegeben, war auf 3 mg Alprazolam und hab mich dann getraut, meinen Neurologen auf das Dexamphetamin anzusprechen, (hat mich schon etwas Überwindung gekostet (wie ALLES immer) und war schon echt mit Aufregung und Nervosität verbunden, da er ja auch meine "Drogenkarriere", kennt und z.B. auch über meine Benzoabhängigkeit + dass ich auch auf Pregabalin bin, Bescheid weiss...etc..)
Naja jedenfalls ist mein Neurologe aber sofort drauf eingegangen und hat mir ein Rezept für's Attentin® (Dexamphetamin) ausstellen lassen, auch die größte Packung mit der höchsten Dosierung, also á 20 mg/30 Stück und hat gemeint, ich soll davon 1-1-0 dosieren, also 40 mg/Tag und in 2 Wochen, da die Packung ja nicht länger reicht bei der Dosierung, wieder vorbeikommen und berichten...
Echt ein recht lockerer Typ, kann man sagen, dann noch ganz locker über die Beschaffung der Benzos geredet, wollte erst nichts dazu sagen, aber auch nicht lügen und hab ihm dann doch gestanden, da ja Schweigepflicht, wie ich das so mache, mit der Beschaffung von den Benzodiazepinen... :oops:

Das Attentin® in der Dosierung/Packungsgröße, hatte natürlich keine Apotheke vorrätig und musste erst bestellt werden...
Habe dann allerdings erstmal mit Initialdosen von 10 mg angefangen und dafür öfter nachgelegt, bin trotzdem noch deutlich im Plus, was den Vorrat der Tabs angeht, (hab noch gut die Hälfte). Ist auch leider nicht gerade billig so ne Packung mit insgesamt 600 mg Dexamphetaminhemisulfat, wo man mit 120€ dabei ist. Leider übernimmt die KK das für Erwachsene nicht... :evil:

Naja, jedenfalls komme ich mit dem Attentin® deutlich besser klar, habe keine NW, außer die Appetitlosigkeit, aber das hab ich auf allen Uppern und ist ja auch normal. Die Wirkdauer ist auch recht lange, wie ich finde...
Also in den nun fast zwei Wochen, seitdem ich das Dexamphe jetzt nehme, bin ich echt soweit zufrieden, wirkt sich auch generell positiv auf meine Stimmung/mein Befinden aus, also auch definitiv antidepressiv, bin ruhig und konzentriert und habe auch etwas mehr Antrieb...meistens bin ich dann stundenlang in irgendwas am Laptop vertieft...und komm nicht mehr davon los. ^^

Das ist also bisher so meine subjektive Erfahrung mit den MPH Präparaten und dem Dexamphetamin (Attentin®).
Mal schauen, vielleicht gebe ich dem Lisdexamphetamin (Elvanse®), auch mal ne Chance...hat mein Neurologe auch am Schluss noch erwähnt, dass ich das auch mal probieren kann...


LG,
Paracodina ;)
Menschen sind wie Monate - jeder 2. ein 31er...... :?
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Mitglied1900 » Gestern 09:11

KK übernehmen schon Amphetaminpräparate. Da sollte vorher aber Ritalin, Medikinet und Strattera ausprobiert werden, bis Elvanse/Attentin beantragt wird.
Geht auch billiger als Attentin. Als Kapseln oder Saft. Saft ist nochmal deutlich günstiger. Würde sagen so 50%. Wobei es bei den Kapseln auf die Apotheke ankommt. Eine meinte so 80-85€, eine Andere 104€ und noch Eine 54€.
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Re: Methylphenidat oder Amphetamin Vorteile Erfahrungen

Beitragvon Falschparker » Gestern 20:36

Schön wenn das Amfetamin wirkt. Aber bitte belass es bei der Dosis, die dein Arzt dir gesagt hat.

Die allermeisten Ärzte hätten dir keine Stimulanzien verschrieben, solange du von Benzodiazepinen und Cannabis abhängig bist. Aber wer weiß, vielleicht hilft dir das Amfetamin jetzt, von den anderen Sachen los zu kommen. Ich wünsche es dir sehr. :anfeuern:

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