ADS Behandlung

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Jani007
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ADS Behandlung

Beitragvon Jani007 » 13. Januar 2018 14:05

Moin

Ich habe mit 17 (vor 8 Jahren) die Verdachtsdiagnose ADS erhalten und wurde auch ca. Ein Jahr in Form von Gruppentherapie und mit Medikinet behandelt. Seit einiger Zeit gehe ich wieder zur Schule und merke das es mir wieder immer schlechter geht. Ich war auch schon beim Arzt allerdings wird meine Diagnose nicht mehr anerkannt und auf die diagnosethermine muss ich jetzt bis Mitte April warten. Gibt es irgendwelche Alternativen Behandlungsmöglichkeiten (rezeptfrei) als übergangdlösung? Wäre dankbar für Ideen/ Tipps.

MfG
Jani007
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Hanghuhn
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Hanghuhn » 13. Januar 2018 17:54

Eine Ersatztherapie in dem Sinne gibt es nicht. Aber wenn es Dir schlecht geht, hast Du evtl. eine Depression. Eine Therapie wegen Depression könnte sich lohnen, wenn Deine Probleme in den Vordergrund gestellt werden.

Mir hat mal eine Therapie bei einer Psychotherapeutin geholfen, obwohl sie davon überzeugt war, dass es AD(H)S nicht gibt. Ich habe dort meine Probleme angesprochen. In einigen Fällen hat es mir schon geholfen, dass mir jemand zuhört und die Probleme nicht einfach wegdiskutiert (wogegen ich sowieso allergisch bin). Für manche Probleme nannte sie onkrete Lösungsvorschläge oder gab Anregungen zur Verhaltensänderung.
LG Hanghuhn
Murmel
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Murmel » 13. Januar 2018 18:15

Hallo,

gibt es in deiner Wohnortnähe eventuell eine Selbsthilfegruppe? Vielleicht schaust du auch mal hier im Forum weiter unten
gibt es eine Rubrik für Selbsthilfegruppen nach.

Helfen könnte dir auch eine ambulante Psychotherapie. Dort musst du aber auch mit Wartezeiten rechnen.

Drücke dir die Daumen.

LG Murmel
Jani007
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Jani007 » 13. Januar 2018 22:43

Danke erst mal für die schnellen Antworten. Ich denke nicht das ich Depressionen habe andererseits kann ein Gespräch natürlich nicht schaden ist aber bestimmt auch mit länger Wartezeit verbunden. Habe viel mehr Probleme mein Alltag auf die reihe zu bekommen in der Schule bin ich zu nix zu gebrauchen weil ich ständig abgelenkt bin. In arbeiten bin ich immer 2- 3 Noten schlechter als ich könnte weil ich das z.b. in Mathe nicht mal hinbekomme Aufgaben richtig abzuschreiben.
Bei meinem Nebenjob bau ich auch nur sch... weil das mir einfach zu laut ist und ich mich nicht konzentrieren kann.
Ich werde mal gucken wie das mit der Selbsthilfegruppe hier aussieht muss ja erst mal nur irgendwie die Zeit bis 16. April überbrücken
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Signiert » 18. Januar 2018 14:54

Hallo, bedeutet eine Verdachtsdiagnose das ADS nur als Verdacht diagnostiziert wurde (also ICD-10 Diagnose mit V anstatt G) oder bestand der Verdacht auf ADS und du hast es daraufhin diagnostiziert bekommen? Weshalb wird deine Diagnose nicht mehr anerkannt?

Von Januar bis Mitte April finde ich nicht lange, normal sind wohl auch Wartezeiten von 6-12 Monaten.

Mein Mann hatte auch einiges rezeptfrei versucht, es half alles nichts. Am ehesten half ihm dieses Tebonin aber das half ihm auch nur mangelhaft.
Vielleicht mal in der Apotheke oder besser beim Hausarzt beraten lassen, als Hausarzt kennt man sich zumindest über die jeweiligen Mittel aus denn auch rezeptfreie Mittel haben ihre Nebenwirkungen. Wenn es nicht gerade etwas ist das unter das BTM Gesetz fällt könnte auch der Hausarzt etwas rezeptpflichtiges verschreiben bis zu deinem Termin im April.
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Murmel » 19. Januar 2018 13:52

Kannst du dir für die bessere Bewältigung des Alltags To-do-Listen machen. Generell sind natürlich kleinere Schritte hilfreicher
als ein ganz großer Schritt auf einmal. In die Liste trägst du halt alles ein was so anfällt, lernen usw. Beim Lernen solltest du
natürlich auf genügend Pausen achten und lieber in kleineren Schritten arbeiten.

Drücke die die Daumen.

LG Murmel
Jani007
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Jani007 » 21. Januar 2018 14:30

Die Diagnose wird nicht anerkannt weil hinter der Diagnose ein v anstatt ein g steht.
Mit rezeptfreien Medikamenten habe ich auch schon ein wenig probiert aber Erfolg ist was anderes. Liege im Moment ca. 14 Stunden täglich im Bett obwohl ich täglich sport mache ist nix mit vernünftig schlafen seit 2 Wochen.
Bin eigentlich immer müde und total antriebslos.
Werde wohl nächste Woche mal meinen Hausarzt aufsuchen.
Das mit den to so Listen probiere ich auch noch mal, bis jetzt hat das immer nur kurzfristig funktioniert.
Murmel
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Murmel » 21. Januar 2018 20:14

Hallo Jani007,

hast du die Möglichkeit dir eine 2.Meinung einzuholen? Wurde die Verdachtsdiagnose denn von einem auf ADHS spezialisierten
Psychiater oder einer ADHS-Ambulanz gestellt?
Ich an deiner Stelle würde noch einmal zu einem anderen Arzt gehen. Vielleicht wird dir dann dort besser geholfen, auch
gerade in Bezug auf Medikamente.

Drücke dir die Daumen.

LG Murmel
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon laetitia » 21. Januar 2018 21:10

Hallo Jani007

Also...ich würde dir empfehlen, mal noch zum Hausarzt zu gehen. Der soll deine Blutwerte kontrollieren. Sprich, Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Schilddrüsenhormone, Blutmenge allgemein etc. Blutdruck würde ich auch messen lassen.

Der Hausarzt kann dir auch etwas verschreiben, damit du besser schlafen kannst. Das bringt schon sehr viel. Ich nehme seit August Trittico, ein Schlafförderndes Antidepressivum. Die Verbesserung meiner Schlafqualität hat bereits viel bewirkt, ebenso die verbesserte Grundstimmung.

ADHS-Medis kann der Hausarzt ohne Diagnose (ob mit weiss ich nicht) nicht verschreiben, jedenfalls nicht die üblichen, die unters Betäubungsmittelgesetz fallen. Aber ev. kann er dir erst mal mit der Abklärung körperlicher Ursachen (was du sowieso machen sollst, bevor du ADHS-Medis nimmst) und wie erwähnt ev. mit etwas für den Schlaf helfen, die Zeit zum Psychiatertermin zu überbrücken.
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon ULBRE » 9. Februar 2018 13:57

Hallo,

wenn nach einer gründlichen Differentialdiagnose feststeht, dass es AD(H)S ist, gibt es schon Alternativen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten (obwohl diese besser wirken und insbesondere am Anfang sehr sinnvoll sind - erstens um mal die Erfahrung zu ermöglichen, wie sich das Leben ohre diesen Dauerstress anfühlt um das als intrinsisches Therapieziel verankern zu können und zweitens hilft der korrigierte Dopaminspiegel sehr dabei, die Lernfähigkeit zu erlangen, die man für eine erfolgreiche Psychotherapie braucht, um die Medis so schnell und so weit als möglich wieder los werden zu können).

Was sehr gut hilft ist Achtsamkeitstraining (MBSR). Es gibt etliche Untersuchungen, die die Wirksamkeit belegen. So ein Kurs kostet 300 €, davon übernehmen viele Krankenkassen einen Teil.

Als einfach verschreibungspflichtiges Medikament kann Trimipramin helfen, niedrigdosiert als leicht anxiolytisches Schlafmittel (1 bis 30 Tropfen 1 Stunde vor dem Schlafengehen). Ich kenne mehrere Betroffene, die berichten, dass sie dadurch sehr viel besser schlafen und auch tagsüber entspannter sind (schwächere AD(H)S-Symptome). Das ist für mich auch logisch, weil es die Amygdala beruhigt, die den ganzen AD(HS)-Stress überhaupt erst lostritt. Trimipramin kann ein Hausarzt auch ohne AD(H)S-Testung verschreiben.

Rezeptfrei sind Nikotinpflaster. Es gibt allerdings nur eine Untersuchung mit wenigen Probanden, wonach das helfen soll. Sind zudem ziemlich teuer und die KK zahlt die wohl nicht.
Nikotin erhöht (wie MPH, Amphetaminmedikamente oder Atomoxetin) den Dopaminspiegel, nur über den Umweg Acetylcholin. Rauchen bewirkt das auch, aber eben wie eine Droge, nicht wie ein Medikament.
Droge: Schneller und hoher Dopaminanstieg und schneller Dopaminabfall = Rauschwirkung (ausserdem passt sich das Dopaminrezeptorsystem in die falsche Richtung an und verschlimmert die AD(H)S-Symptome.)
Medikament: langsamer und niedriger Dopamionsanstieg und langsamer Spiegelabfall = Medikament.

Beste Grüsse

UlBre
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laetitia
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon laetitia » 9. Februar 2018 23:16

Hallo ULBRE

Ich glaube, jeder hier weiss, dass es eine gründliche Differentialdiagnostik braucht, um ADHS festzustellen. Genau das meinte ich, mit dem getue, das du da an den Tag legst.

Ausserdem ist es auch so, dass die meisten hier Therapie gemacht haben, mit und ohne Medis und die Medis halt doch die nachhaltigste Behandlung sind. Auch nach intensiver Therapie. Natürlich haben die wenigsten Freude, Medikamente zu nehmen. Dennoch finde ich es irreführend, so zu tun, als wäre es bloss eine vorübergehende Lösung und dass man quasi einen Lernprozess durchlaufe der einen dann befähigt, ohne Medis zu leben. Das ist eine schöne Vorstellung, klar. Die Realität sieht allerdings für die meisten anders aus.


Was sehr gut hilft ist Achtsamkeitstraining (MBSR). Es gibt etliche Untersuchungen, die die Wirksamkeit belegen.

Bei solchen fixen Behauptungen wäre es richtig, die Studien zu benennen und nicht einfach zu sagen, es gibt sie...also, Namen der Studien, Namen der Wissenschaftler, welche die Studien durchgeführt und veröffentlicht haben und das Erscheinungsjahr der Studie bitte.

Achtsamkeit kann sehr hilfreich sein. Allerdings auch nur zu einem bestimmten Grad. Das sage ich aus meiner Erfahrung als Betroffene. Achtsamkeit hat mir geholfen, mein Selbstbewusstsein zu stärken, wahr zu nehmen, was in mir vorgeht. Den "Lärm" im Kopf hat es aber nicht reduziert und auch auf die ermüdende Anstrengung der Aufrechterhaltung meiner Aufmerksamkeit hat sie kaum einen Einfluss. Da haben nur Medis was gebracht.


Als einfach verschreibungspflichtiges Medikament kann Trimipramin helfen,...

Ein trizyklisches Antidepressiva zu empfehlen finde ich etwas kritisch, da diese oft eher als zweite Wahl gelten. Ausserdem gibt es mit vielen anderen Medikamenten Kontraindikationen.


Dass Nikotin die Aufmerksamkeit steigert, ist kein Geheimnis. Allerdings ist der Effekt in der Regel nicht optimal. Auch Kaffee hilft, aber auch da, der Effekt ist aus meiner Erfahrung nicht mit entsprechender Medikation zu vergleichen.

Du bringst hier etliche Fachbegriffe ein, tust dies allerdings in einer Weise, welche mich zweifeln lässt, ob du tatsächlich Bescheid weisst oder einfach grosses Vokabular benutzt, um Eindruck zu schinden. Das zieht bei mir nicht...
ULBRE
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon ULBRE » 12. Februar 2018 21:45

@laetitia:

ich schreibe nicht für Dich und will auch nicht in einen Wettbewerb mit Dir oder Euch treten.
Es wäre schön, wenn wir das auf die inhaltliche Ebene bringen könnten.

Achtsamkeitstraining

Eine kombinierte MBCT / MBSR - Therapie bewirkt bereits nach 8 Wochen eine erhöhte Aktivität und Konnektivität des präfrontalen Cortex, des cingularen Cortex, der Insula und des Hippocampus und Größenzunahme bei gestressten, ängstlichen und gesunden Menschen. Die Verbesserungen entsprechen dem, was bei langanhaltender Meditationspraxis erreicht wird. Die funktionale Aktivität der Amygdala verringert sich und die Konnektivität der Amygdala mit dem präfrontalen Cortex wird verbessert. Zudem erfolgt die Deaktivierung der Amygdala nach emotionalen Reizen schneller.((Gotink, Meijboom, Vernooij, Smits, Hunink (2016): 8-week Mindfulness Based Stress Reduction induces brain changes similar to traditional long-term meditation practice - A systematic review; Brain Cogn. 2016 Oct;108:32-41. doi: 10.1016/j.bandc.2016.07.001. Epub 2016 Jul 16)). Weitere Untersuchungen bestätigen diese Ergebnisse.((Janssen, de Vries, Hepark, Speckens (2017): The Feasibility, Effectiveness, and Process of Change of Mindfulness-Based Cognitive Therapy for Adults With ADHD: A Mixed-Method Pilot Study.J Atten Disord. 2017 Aug 1:1087054717727350. doi: 10.1177/1087054717727350.))

Achtsamkeitstraining wirkt
- stressabbauend((Brown, Ryan (2003): The benefits of being present: Mindfulness and its role in psychological well-being. Journal of Personality and Social Psychology, 84(4), 822-848))
- stressvorsorgend((Evans, Baer, Segerstrom (2009): The effects of mindfulness and selfconsciousness on persistence. Personality and Individual Differences, 47(4), 379-382.))
- stimmungshebend((Sirois, Tosti, (2012): Lost in the moment? An investigation of procrastination, mindfulness, and well-being; Journal of Rational-Emotive & Cognitive-Behavior Therapy, 1-12))
- prokrastinationshemmend((Sirois, Tosti, (2012): Lost in the moment? An investigation of procrastination, mindfulness, and well-being; Journal of Rational-Emotive & Cognitive-Behavior Therapy, 1-12))((Sirois, Pychyl, (2013): Procrastination and the Priority of Short-Term Mood Regulation: Consequences for Future Self. Social and Personality Psychology Compass, 7(2), 115-127. doi:10.1111/spc3.12011)) (was nur natürlich ist, da Prokrastination ein Stresssymptom ist)

Quelle: adxs.org

Trimipramin

Trimipramin war als Antidepressivum recht erfolglos. Als Schlafmittel ist es dagegen recht erfolgreich. Dazu dürfte es aber keine Medikamentenstudien mehr geben, weil die Patentlaufzeiten abgelaufen sind und es sich der Aufwand für keine Pharmaforma lohnen würde, hierfür eine Freigabe zu beantragen. Als AD wurde es hoch dosiert (bis 150 mg), als Schlafmittel zwischen 1 und 30 mg.
Als echtes ADHS-Medikament (und tagsüber) sehe ich es nicht. Es wäre jedoch vielleicht denkbar, dass es tagsüber - noch geringer dosiert (1 bis 3 mg) - ergänzend helfen könnte. Aber das ist meine persönliche Spekulation (und daher hiermit ausdrücklich als solche gekennzeichnet).
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon ULBRE » 12. Februar 2018 21:57

Weiter zu Achtsamkeitstraining:

Achtsamkeitstraining ist in der Lage, Cortisolwerte nachhaltig zu verringern.((Daubenmier, Kristeller, Hecht (2011): Mindfulness Intervention for Stress Eating to Reduce Cortisol and Abdominal Fat among Overweight and Obese Women: An Exploratory Randomized Controlled Study. In: J. Obes., 2011, Article ID 651936, doi:10.1155/2011/651936))
Bei generalisierter Angststörung besteht eine Überaktivierung der Amygdala bei ambivalenten Signalen und eine mangelhafte funktionelle Verbindung zwischen Amygdala und ventrolateralem präfrontalem Cortex. MBSR verringert die Überaktivierung der Amygdala bei neutralen Gesichtern stärker als Stressmanagement. MBSR, nicht aber Stressmanagement, bewirkte eine stärkere Aktivierung des ventrolateralen präfrontalen Cortex und verbessert außerdem die Verbindung zwischen ventrolateralem präfrontalem Cortex und Amygdala. Alle Veränderungen deckten sich mit den Verbesserungen der Angstsymptome, was auf ursächliche Wirkungen hindeutet. Die zuvor negative Koppelung der Amygdala mit der Aktivität des ventrolateralen präfrontalem Cortex, wie sie bei Emotionsverringerung bekannt ist, veränderte sich in eine positive Koppelung. MBSR scheint substantielle Veränderungen in Gehirnregionen zu bewirken, die für die Emotionsregulierung relevant sind.((Hölzel, Hoge, Greve, Gard, Creswell, Brown, Feldman, Barrett,Schwartz, Vaitl, Lazara (2013): Neural mechanisms of symptom improvements in generalized anxiety disorder following mindfulness training; Neuroimage Clin. 2013; 2: 448–458; Published online 2013 Mar 25. doi: 10.1016/j.nicl.2013.03.011; PMCID: PMC3777795))
Die funktionale Aktivität der Amygdala verringert sich und die Konnektivität der Amygdala mit dem präfrontalen Cortex wird verbessert. Zudem erfolgt die Deaktivierung der Amygdala nach emotionalen Reizen schneller.((Gotink, Meijboom, Vernooij, Smits, Hunink (2016): 8-week Mindfulness Based Stress Reduction induces brain changes similar to traditional long-term meditation practice - A systematic review; Brain Cogn. 2016 Oct;108:32-41. doi: 10.1016/j.bandc.2016.07.001. Epub 2016 Jul 16))
Da MBSR bei AD(H)S erwiesenermaßen sehr wirksam ist, wird diesseits davon ausgegangen, dass eine analoge Verbesserung der Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnbereichen besteht.
Weitere Untersuchungen belegen Auswirkungen von MBSR auf die neuronale Aktivität.((Moynihan, Chapman, Klorman, Krasner, Duberstein, Brown, Talbot (2013): Mindfulness-Based Stress Reduction für ältere Erwachsene: Auswirkungen auf die exekutive Funktion, frontal alpha Asymmetrie und Immunfunktion.Neuropsychobiology. 2013; 68 (1): 34-43. doi: 10.1159 / 000350949. Epub 2013 15. Juni))
Achtsamkeitsbasierte Meditationstechnik könnte Entspannungstraining in Bezug auf langfristige Reparatur der Cortisolreaktion überlegen sein.((Lau, Leung, Chan, Wong, Leea (2015): Can the neural–cortisol association be moderated by experience-induced changes in awareness?1,2,5,6 Sci Rep. 2015; 5: 16620. doi: 10.1038/srep16620; PMCID: PMC4649618; Achtung sehr kleines n = 21))

Quelle: ADXS.ORG
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon laetitia » 12. Februar 2018 22:27

@ULBRE

Ich schreibe auch nicht für dich...und auch nicht in Konkurrenz zu dir. Aber mir liegt das Forum am Herzen und auch die Leute, die hier Hilfe suchen. Ich habe hier sehr viele gute Tipps und Unterstützung von langjährigen Mitgliedern mit viel Wissen aus eigener und aus der Erfahrung mit Angehörigen bekommen. Und das immer auf Augenhöhe.

Du kommst hier her, spielst dich auf als der Experte schlechthin und gibst deine Empfehlungen ab. Du hast dich nicht einmal richtig vorgestellt, nirgends erwähnt, inwieweit dich ADHS tangiert mal abgesehen von deinen Thesen etc. (ob du selber betroffen bist oder deine Kinder, deine Partnerin/Partner). Deine Tipps sind sehr theoretisch und scheinen nicht auf deiner Erfahrung zu beruhen, sondern wirken eher nach auswendig gelerntem und Hörensagen. Das Andersweltforum ist jedoch ein Ort, wo ein echter Erfahrungsaustausch stattfinden sollte. Betroffene und Angehörige, die sich unterstützen.

Ich kommentiere für die Leute, gerade auch neue Leute, die hier her kommen. Es befremdet mich ehrlich gesagt, wie du dich hier verhältst und wie aufgeblasen du dich gibst. Sorry, aber so kommst du nunmal rüber, um es ehrlich zu sagen. So wie einer, der gerade erst einem Verein beigetreten ist und dann am ersten Vereinstreffen für den Vorstand kandidiert.
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon ULBRE » 12. Februar 2018 23:05

@laetitia

offenbar fühlst Du Dich persönlich angegriffen, denn Du greifst meine Person an, nicht die Inhalte.

Dein Motiv, das Forum zu verteidigen und zu schützen, ist spürbar.
Nur die Form, wie Du das tust, wird langsam ein bisschen hart.
Gut, dass Du die Form des Umgangs hier wahren willst. Danke, wenn Du mich darauf hinweist, wie der Umgang erwünscht ist.
Aber bitte mache das doch selbst in der Form, wie Du möchtest, dass hier miteinander umgegangen wird.

Mir gehts um Inhalte. Manchmal zu sehr, ich weiss, dann holperts im Umgang.
Ist nicht mein Ziel, bin ich nicht stolz drauf, übe ich weiter ;-)

Es wäre allerdings angemessen, wenn Du mir das Motiv zugestehen könntest, Wissen weiterzugeben, so wie Du das ja auch in Anspruch nimmst.
Wo meine Aussagen falsch sind, kannst Du sie gerne verbessern. Ich habe die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen und lerne täglich dazu.
Ich sehe aber keinen Sinn darin, das, was ich weiss, unterm Deckelchen zu verstecken, damit es nur keinen ärgert. Ich denke nicht, dass das jemandem hilft, der hier eine Frage stellt, und der sich noch nicht mehrere Jahre intensiv mit AD(H)S beschäftigt hat, so wie Du oder ich.
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon Agatha » 14. Februar 2018 10:55

ULBRE hat geschrieben:Dein Motiv, das Forum zu verteidigen und zu schützen, ist spürbar.
Nur die Form, wie Du das tust, wird langsam ein bisschen hart.

Ich finde sie nicht hart. Ich finde sie voll berechtigt.
Du bist hier angekommen, in einem Forum für Betroffene, und hast damit angefangen, deine "Theorien" zu verkaufen, ohne dich vorzustellen oder zu erklären, was dein Motiv ist. Wir sind hier, um uns gegenseitig zu helfen, und ja, es ist relevant warum jemand hier ist. Besonders wenn du bei jeder Antwort auf deine fragwürdige Webseite verweist, die Wissenschaft und "Ideen" mischt.

Und jetzt, nachdem du dich endlich vorgestellt hast, ist es mir immer noch nicht klar warum du dich so intensiv mit ADHS auseinandersetzt. Wissenschaftsfieber? Sind wir dein Hobby?

Ich denke nicht, dass du verstehst, wie unheimlich es sich anfühlt.

Inhalte sind nicht alles, nein.
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Re: ADS Behandlung

Beitragvon EmmaGSLehrerin » 15. Februar 2018 21:03

Ich kann voll und ganz unterschreiben, was Agatha sagt.

In diesem Thread finde ich es unangenehm, dass du laetitia darum bittest, inhaltlich zu bleiben - nachdem sie auf deinen Post inhaltlich geantwortet hat und du mit keinem Wort darauf eingegangen bist.

Allgemein habe ich den Eindruck, dass du wenig auf andere User eingehst, so als gehe es dir gar nicht um Austausch - sondern ausschließlich darum, deine Sichtweisen zu präsentieren.

Ein Stück weit tun wir das natürlich alle. Aber im Vordergrund sollte doch der Austausch stehen.

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