Meinungen gefragt

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Mahagon
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Registriert: 24. Januar 2018 14:01

Meinungen gefragt

Beitragvon Mahagon » 24. Januar 2018 15:13

Hallo zusammen, ich benötige in meiner jetzigen Situation die Meinungen von anderen zwecks ADHS bei meiner Person. Kurz vorab: bitte nicht böse sein, wenn ich nicht direkt antworte etc., ich bin leider etwas sprunghaft was das Erstellen und tatsächliche Antworten von/auf eigene Threads angeht und sowas ist natürlich nicht allzu prickelnd für eine Forenkultur.

Ich bin 19 Jahre alt, bin vor zwei Jahren mit einer Verdachtsdiagnose auf Depression aus einer Psychiatrie nach mehrwöchigem Aufenthalt zwecks Suizidprävention entlassen worden. Seit dem gab es verschiedene Erklärungsansätze meinerseits, aber bis vor kurzem keine Fortschritte wie Vorstellungsgespräche mit Therapeuten etc. da mangelnder Antrieb und Verdrängung.
Momentan besuche ich ein Technisches Gymnasium und werde als eine vielseitige, intelligente aber auch zurückhaltende Person bezeichnet.

Ich denke am besten für den Anfang wäre eine Beschreibung der akuten Symptomatik und auffallenden Eigenschaften:

- "Sprunghaftigkeit" bei Aktivitäten in meiner Freizeit, ständiges wechseln zwischen verschiedenen Sachen, aber auch das gegenteilige Extrem mit teils sehr langen Phasen, in denen ich einer Tätigkeit mit hoher Intensität nachgehe
- Thematische Impulsivität, dh. ein Thema interessiert mich fast schon brennend und ich versinke quasi in diesem und fange, da des Programmierens und Strukturierens mächtig, ein Projekt an, welches sich allerdings nach zwei bis drei Tagen wieder in der Versenkung meines Ordners wiederfindet (nebst momentan 5 anderen Projekten, der Ordner existiert erst seit November letzten Jahres)
- Starke und häufige Tagträumerei, meist "Simulation" einer Extremsituation wie eines Streitgespräches, welches in naher Zukunft, also beispielsweise in der Schule bei einer Diskussion zu einem bestimmten Thema, auftreten könnte, was eine art "Vorbereitung" darauf ist
- Besagte Tagträume sind entsprechend emotional geladen und es passiert fast immer, dass sich real meine Mimik enstsprechend
wie im Traum gestaltet verändert und ich Dinge, die ich im Traum sage, ausspreche bzw. flüstere
- Ich habe eine sehr große Auffassungsgabe
- Kausalitäten interessieren mich durchgehend
- Theater ist ein wenig mein Steckenpferd
- Ich bin durchaus kreativ und habe eine ziemlich lebhafte Phantasie
- Normalerweise bin ich im Alltag sehr zurückgezogen und höre Musik, werde aber relativ schnell aufbrausend / explodiere relativ schnell, wenn mir etwas missfällt (vgl. Tagträume)
- Ich kann dies allerdings auch Überspielen bzw. "wegwischen", wenn eine sich mir gegenüber befindende Person ebenfalls
aufbrausend wird
- Ich kann mich überhaupt nicht entspannen, Videos wie Let's Plays kann ich nur sehr eingeschränkt sehen, da ich eigentlich immer den Drang verspüre, etwas zu machen.
- Paradoxerweise ist das Ansehen allerdings möglich, wenn sie meinen Interessen folgen. Dabei muss allerdings gesagt werden, dass
ich das Video oder den Film schier "verschlinge"
- Ich bin "hibbelig" und tendiere dazu, meine Finger immer wieder zu verkrampfen oder mit Stiften etc. zu spielen, was nur eine Selektion der Merkmale in dieser Hinsicht ist
- Ich kann verdammt gut mit meinen Interessen arbeiten bzw. in einen regelrechten Flow geraten, wenn ich mich um etwas kümmere, das mich gerade interessiert
- Werde ich allerdings dazu gezwungen, mich um etwas zu kümmern, das mich nicht interessiert, werde ich extrem unmotiviert
und fühle mich schlapp und meine Glieder sich wie aus Blei, es ist schwierig das genau zu beschreiben
- Ich habe eine Starke Affinität, meinen Schlafrhythmus umzuarbeiten, da ich oft bis in die Nacht lese/spiele oder an etwas arbeite, das mich gerade interessiert
- Ich schlafe teilweise bis zu 12 Stunden, in der Regel aber um die 10
- Sollte ich unausgeschlafen aufstehen so habe ich starke Probleme damit überhaupt aus dem Bett zu kommen, ich bin dann nicht
wirklich ich selbst, weswegen ich Probleme habe mein Abitur zu ende zu führen (viele Fehlzeiten, Möglichkeit von Schulangst)


In meiner Kindheit findet sich größtenteils nur das Merkmal der Auffassungsgabe und des Interessenverhaltens wieder, d.h. dass ich, insofern mich etwas interessiert hatte als Kind, mich intensiv für genau dieses begeistert habe. Ich wurde schon damals von meiner Mutter als Sensibel bezeichnet und war meinen Altersgenossen nach ihrer Auffassung immer ein Jahr voraus, eine Frühzeitige Einschulung wurde allerdings verweigert: "Zu anstrengend, legt den Fokus auf unwichtige Details". Letzteres steht auch in Zeugnissen der 1. Klasse. Allerdings ist zu betonen, dass ich in meiner Kindheit, obwohl schon immer ein Einzelgänger mit nur wenigen Freunden, was mich allerdings nicht sehr gestört hatte, ebenfalls einen aufbrausenden Charakterzug hatte, welcher in aggressiven Handlungen meinerseits resultierte, jedoch nicht häufig.


Da ich im März dieses Jahres einen Termin beim Psychiater zwecks EEG und Abklärung von einem ADHS habe wollte ich fragen, ob das was bisher beschrieben habe auf ADS zustimmt bzw. ob sich jemand damit "identifizieren" kann, da ich eigentlich weder Hyper- noch Hypoaktiv bin, sich aber viele andere Merkmale des ADS bei mir Zeigen.

Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen, die Sich die Mühe machen und das alles durchgelesen haben :)

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