Adhs akzeptanz

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niclasgroe7
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Adhs akzeptanz

Beitragvon niclasgroe7 » 10. Januar 2018 19:11

Hallo ich bin 19 Jahre und habe adhs seit ich 5 Jahre alt bin, zudem bin ich eine frühgeburt im 6 Monat und habe auch wahrnehmungsstörungen... Naja auf jeden Fall befinde ich mich in Behandlung... Das Problem ist, dass mein Vater mein adhs nicht akzeptiert und ich mich normal zu verhalten habe... Er droht mir auch mich aus der Wohnung zu schmeißen, weil die immer unordentlich ist. Zudem regt er sich immer wieder auf, dass ich mich wie ein Kind verhalte und nicht wie Erwachsene... Wie soll ich meinem Vater erklären wieso ich so bin wie ich bin oder das er es akzeptiert... Genauso wie mein Opa der denkt ich bilde mir doch nur alles ein und behauptet mir würde es doch gut gehen, hab ja alles Geld usw... Würde mich über ein Rat freuen
Falschparker
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Falschparker » 10. Januar 2018 21:02

Hallo Niklas,

wenn du 19 bist und seit 14 Jahren behandelt wirst, besteht das Problem ja nicht erst seit gestern. Wenn dein Vater und dein Opa deine ADHS so lange nicht akzeptiert haben, werden sie es niemals tun. Da hilft dann auch kein Diskutieren.

Als 19-jähriger ist jetzt aber auch die Zeit absehbar, das heißt du musst sicher nicht mehr lange aushalten bis du nicht mehr zu Hause wohnst, 1, 2 oder 3 Jahre und tschüs.

Also schau dass du überflüssiges Diskutieren vermeidest; du könntest deinen Erwachsenen teilweise auch mal recht geben, denn dass du unordentlich bist stimmt ja sicher, und auch mal um Entschuldigung bitten, denn mit einem ADHS-ler wir dir oder mir zusammen leben ist nicht einfach. Stolz aufgeben befreit auch, echt!
niclasgroe7
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon niclasgroe7 » 10. Januar 2018 23:02

Ich wohne alleine in einer Wohnung würde medikamentös behandelt von 10 bis 11 und jetzt vor 3 Monaten wieder angefangen
Falschparker
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Falschparker » 10. Januar 2018 23:25

Ich wohne alleine in einer Wohnung


Na prima, dann bist du doch in einer angenehmeren Position als wenn du dir die Wohnung mit Angehörigen teilen müsstest.

Ich meine, dann ist auch die (Un)Ordnung deine Sache. Wie kann dein Vater denn dann drohen, dich aus der Wohnung zu schmeißen, ist er denn dein Vermieter? Und selbst wenn, kann er dir nicht kündigen, jedenfalls nicht bevor die Kleinstlebewesen die Bausubstanz gefährden sozusagen.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Maya18Max » 11. Januar 2018 08:50

Hallo und herzlich willkommen,

lass dich nicht aus dem Boxhorn jagen und mach dein Ding. Natürlich kann man nicht alles mit ADHS entschuldigen. Jedoch ist es an dir deinen Weg zu finden und dazu brauchst du die Akzeptanz von ADHS bei deiner Familie nicht. Wie andere schon geschrieben haben, ist nach der Zeit es hoffnungslos vergeudet immer wieder "aufklären" zu wollen.

Vielleicht kommen sie irgendwann auf den Trichter, was ADHS ist und dass du davon betroffen sein könntest. Aber das müssen sie alleine. Viele sehen erst nach einer guten Behandlung eines Betroffenen, dass sich tatsächlich etwas im positiven Sinne verändert und kommen dann ins Krübeln. Such dir Menschen/Freunde/Selbstbetroffene, mit denen du gut klar kommst und die dein ADHS akzeptieren bzw. deine Eigenheiten. Nicht überall muss man mit ADHS "hausieren" gehen.

LG Maya
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Murmel
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Murmel » 11. Januar 2018 13:24

niclasgroe7 hat geschrieben:Ich wohne alleine in einer Wohnung würde medikamentös behandelt von 10 bis 11 und jetzt vor 3 Monaten wieder angefangen


Na, das liest sich doch erst einmal überhaupt nicht so schlecht. Wenn du mit dem ADHS klar kommst, solltest du einfach
akzeptieren, dass dein Vater und Opa da eine andere Meinung haben. Wenn du sie mal besuchst würde ich nicht direkt
das Thema ADHS anschneiden und mit der Zeit wird es sich dann sowieso legen, vor allem wenn dein Vater oder Opa
dich nicht mehr darauf ansprechen.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon niclasgroe7 » 11. Januar 2018 18:09

Aber es ist blöd immer so Kommentare zu hören das ich nicht zuhören würde nicht aufpasse oder aufs zocken könne ich mich ja konzentrieren wieso kriege ich dann meine wohnung nicht sauber, weil ich habe ja genügend zeit und das sind dann auch so Gründe warum ich von zu hause rausgeschmissen wurde mit der Begründung von der Frau meines Vaters andere Kinder können es auch und ich sei nur furchtbar und deswegen wurde ich weihnachten ausgeschlossen und durfte nicht mitfeiern weil ich könne mich ja nicht benehmen usw und das mit der wohnung ist es so das mein vater mir desöfteren androht mich Gerichtlich rauszuklagen weil meine wohnung chaotisch aussieht... Es fällt mir schwer und dann denke ich immer ich gehöre nicht zur familie und dann muss ich mir anhören das ich es tue nur mein verhalten macht es unerträglich... Für mich bedeutet es das ich nicht geliebt und akzeptiert werde...
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon EmmaGSLehrerin » 11. Januar 2018 21:29

Wäre ein temporärer Kontaktabbruch eine Option? Oder bist du von deinen Eltern noch abhängig (z. B. finanziell?)

Damit ihr alle zur Ruhe kommt. Und wieder neu aufeinander zugehen könnt.

Das schmerzt erstmal alle Beteiligten, kann aber Wunder wirken.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Murmel » 11. Januar 2018 21:38

Kann mich da nur meiner Vorschreiberin anschließen.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon laetitia » 11. Januar 2018 21:59

Also da würde ich auch zu machen...und mich zurück ziehen. Was geht deinen Vater deine Wohnung an? Das ist dein Reich und da hat er nichts zu melden. Du bist ja erwachsen.

Gleichzeitig würde ich aber nach Hilfe suchen, damit du Ordnung ins Chaos bringen kannst. Aber nicht für die Anderen. Sondern nur für dich, weils sich doch besser lebt mit Ordnung.

Wenn du mal eine Weile dein eigenes Leben voran treibst, wird dich das Verhalten deiner Angehörigen weniger verletzen. Zudem wirst du dein eigenes Selbstwertgefühl aufbauen und nicht von deren Urteil abhängig sein.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon niclasgroe7 » 11. Januar 2018 23:04

I'm momentan habe ich leider kein Kontakt zu meinem Vater... Seit ca 3 Wochen hat er sich nicht mehr gemeldet... Weil ich ihm was schlimmes gesagt habe... Bin als 4 jähriger fast ertrunken und mein Vater hat mich gerettet... Hab ihm gesagt er hätte mich ertrinken lassen sollen und dann hat er seit dem sich nicht mehr gemeldet...

Das Chaos versuche ich immer wieder zu beseitigen hab schon mit meiner Oma aufgeräumt aber nach 1 stunde ist schon wieder voll die Unordnung...
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon ilka_Mama » 13. Januar 2018 20:31

Qas tust du denn aktiv um gegen deine Probleme vorzugehen? ADHS zu haben ist das eine, gegen die einhergehenden Probleme vorzugehen ist das andere.

Es tut mir leider für mich liest es sich so, dass du dein komplettes verhalten mit deiner Erkrankung entschuldigen willst.

So funktioniert das nicht.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon niclasgroe7 » 14. Januar 2018 21:07

Nein ich will es doch gar nicht entschuldigen ähm bin in einer Behandlung also kriege medikinet ich will einfach nur von meinen eltern geliebt werden und nicht so wie sie am wenigsten probleme mit mir haben... Die sollen mich einfach akzeptieren
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon laetitia » 14. Januar 2018 22:31

Dass du von deinen Eltern geliebt und akzeptiert werden möchtest ist verständlich. Leider können oder wollen deine Eltern dich nur nach ihren Konditionen lieben...und daran kannst du wenig bis nichts ändern. Da kämpfst du gegen Windmühlen.

Es gibt halt Familienkonstellationen, bei denen das Ideal nicht funktioniert. Da hilft nur, zu akzeptieren, dass es ist, wie es ist und diese hohen Idealvorstellungen loszulassen. Da musst du deinen Weg finden und dir deine Leute suchen. Dein Leben leben, dich nicht beirren lassen. Deine Eltern werden dir möglicherweise nie geben, was du gerne von ihnen hättest. Damit musst du lernen klar zu kommen. Am Besten mit Hilfe eines Therapeuten.

Erwachsen werden bedeutet auch, unabhängig vom Urteil und der Unterstützung deiner Bezugspersonen zu werden. Für dich im Moment vielleicht etwas hart und abrupt. Aber es ist auch eine Chance.
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Hanghuhn » 14. Januar 2018 22:36

So richtig verstehe ich Dein Problem nicht. Deine Oma erklärt sich freundlicherweise bereit, mit Dir zusammen aufzuräumen. Nach einer Stunde ist schon wieder das gleiche Chaos wie vorher. Wie das?

Hast Du kein System, nach dem du die Dinge, die in einen Schrank oder in ein Regal gehören, einräumst? Hast du die Sachen, die deine Oma eingeräumt hat, nicht wiedergefunden? Wenn man allein wohnt, ist zunächst mal kein anderer da, der Unordnung macht. Also ist man für die Unordnung in seiner Wohnung selbst verantwortlich. Zumindest nach dem Aufräumen mit deiner Oma hätte es nicht wieder so ein Chaos geben dürfen.

Wer hat mit dir die Diagnostik durchgezogen? Deine Mutter? Wo ist die? Offensichtlich war sie damals weitsichtiger als dein Vater und seine Frau. Wahrscheinlich hat dein Vater schon damals gemeint, dass das alles Quatsch ist.

Was ist mit deiner Behandlung? Schlägt die nicht an? Gibt es Erfolge? Ein Erfolg wäre z. B. schon einmal, wenn aufgeräumte Sachen auch weitestgehend aufgeräumt bleiben.

Nimm dir bestimmte Verhaltensweisen vor! Leg Dinge, die du aus dem Schrank oder aus dem Regal nimmst, wieder zurück bzw. in den Geschirrspüler o. ä.! Denk dran, dass Aufräumen von einmal entstandenes Chaos viel schwieriger ist, als Chaos erst gar nicht entstehen zu lassen!
LG Hanghuhn
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon niclasgroe7 » 14. Januar 2018 23:52

War als Kind bei sämtlichen psychiatern usw hab jetzt freiwillig wieder mit der Behandlung angefangen damals mit 11 wurde die Behandlung abgebrochen, habe leider keine Ahnung und das mit der Unordnung ist halt so, dass meine Klamotten alle auf dem Boden liegen... Mittlerweile spüle ich das Geschirr direkt wenn ich es brauche und lerne auch jeden Tag für die Schule was ich früher nie gemacht habe da mir die Motivation gefehlt hat... Vielleicht muss ich es akzeptieren mit meinen Eltern aber es macht mich fertig wie ich hängen gelassen werde und die neue Familie die ganze Aufmerksamkeit bekommt...
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon laetitia » 15. Januar 2018 12:11

Hey nicolasgroe

So wie du schreibst, tönt es, als würdest du deine Sorgen anpacken. Abwaschen gleich nach Gebrauch tönt schon mal nach einer guten Strategie. Auch das Tägliche für die Schule lernen. Schon mal zwei Sachen, die du im Griff hast. Das solltest du dir vor Augen führen. Es hat einen positiven Effekt, wenn du dir die Dinge klar machst, die du gut machst.

Ich habe mir eine Weile jeden Abend überlegt, was ich am Tag gemacht habe. Und nein, nicht, was ich eben nicht gemacht habe. Das hat angefangen mit: Ich bin aufgestanden, habe geduscht, mich angezogen, gefrühstückt, bin zur Arbeit gefahren, habe gearbeitet, gegessen, eingekauft, bin nach Hause gekommen, habe Musik gehört, mich mit Freunden auf Facebook ausgetauscht, etwas gegessen, Zähne geputzt und jetzt bin ich im Bett...
Das tönt vielleicht etwas doof...weil das alles Dinge sind, über die man sich sonst nie Gedanken macht, weil sie einfach zu den Basics gehören, die jeder doch einfach macht. Aber sich mal darauf zu besinnen hatte bei mir den Effekt, dass ich allgemein positiver über mich angefangen habe zu denken. Ich bin dann mit einem guten Gefühl eingeschlafen und morgens auch mit einer besseren Stimmung aufgestanden.

Ich studiere Psychologie und bin gerade im zweiten Semester. Im Moment bereite ich mich auf die Semesterprüfungen vor. In der Motivationsforschung haben sie herausgefunden, dass Wenn-Dann-Sätze viel dazu beitragen, ein Ziel das man hat auch zu verfolgen. Das fand ich noch spannend, gerade weil man das gut in die Praxis umsetzen kann. Zum Beispiel: Wenn ich nach Hause komme, gehe ich direkt in die Küche und verräume meine Einkäufe. Oder in deinem Fall: Wenn ich mich umziehe, lege ich die Kleider, die ich nochmals anziehen will, auf den Stuhl und das was dreckig ist geht direkt in den Wäschekorb.

In meiner alten Wohnung hatte ich mir jeweils vorgenommen, jedes Mal wenn ich durch den Korridor ging, drei Sachen aufzuheben und zu verräumen. So schaffte ich es immer wieder, bis zu einem gewissen Punkt, Ordnung zu machen. Allerdings war das ohne Medikamente und weil ich zu Depressionen neige, war die Ordnung nie von langer Dauer. Da ist mir immer wieder alles über den Kopf gewachsen. Deshalb habe ich dann auch ein Coaching in Anspruch genommen. Das war eine Ergotherapeutin, die zu mir nach Hause kam, um mit mir mal das gröbste Puff zu beseitigen. Danach ging es darum, Strategien zu entwickeln, damit die Ordnung auch hält. Leider habe ich nach meinem Umzug es nicht geschafft da dran zu bleiben. Ausserdem merke ich, dass es ohne Medikamente ein sehr viel grösserer Aufwand war, Ordnung zu machen und dann aufrecht zu erhalten. Im Moment muss ich meine Energie auf die Prüfungen verwenden. Aber wenn die durch sind, denke ich, dass ich langsam und Schritt für Schritt meine Unordnung in den Griff bekommen werde. Weil mit den Medis fällt es mir sehr viel Leichter, die Sache in Angriff zu nehmen.

Übrigens, die meisten können sich nicht vorstellen, dass ich in einem Chaos lebe. Das glauben mir sogar Therapeuten erst, wenn ich ihnen Bilder zeige. Auch das Ausmass der Unordnung könne sich sogar Leute die selbst ADHS haben nicht vorstellen...und ich bin 40...
Du hast den Vorteil, mit 19 schon zu verstehen, dass deine Unordnung nicht damit zu tun hat, dass du faul bist und nicht willst, sondern weil du ADHS hast. Dass du Medis hast ist auch gut. Das hatte ich nicht...und ich habe mich immer geschämt, für mein Chaos und dachte, ich wäre einfach faul und unfähig...damit habe ich mich sehr gequält.

Ich weiss auch, wie verletzend es ist, wenn die Eltern nicht verstehen, dass man damit so grosse Schwierigkeiten hat. Meine Eltern schenkten mir mal eine Rolle Abfallsäcke zu Weihnachten. Ich glaube da war ich auch ungefähr 19. Das tat einfach weh. Aber hey, Eltern sind halt Eltern. Die haben auch ihre eigenen Sorgen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dein Vater vielleicht auch etwas Chaotisch veranlagt ist, gleichzeitig sehr hart mit sich selbst ins Gericht geht und daher auch mit dir. Tu es ihm nicht nach. Sei geduldig und liebevoll zu dir selbst. Nimm die Hilfe in Anspruch, die du brauchst. Das tust du ja mit den Medis bereits. Aber vielleicht gibt es noch was anderes, was du zusätzlich machen kannst. Sprich mit deinem Psychiater darüber. Vielleicht kennt der einen guten Therapeuten, der dir mit dem Thema deiner Eltern helfen kann.

Ich habe schon sehr früh aufgehört, mit meinen Eltern über persönliche Dinge zu sprechen. Da weiss ich, da fehlt ihnen einfach das nötige Verständnis. Ich bin mit 22 Hals über Kopf ausgezogen und es hat sich auch damit nicht so viel geändert in der Beziehung. Einzig, dass ich halt mehr Distanz bekommen habe und damit auch den Raum, mein eigenes Leben aufzubauen.

Konzentriere dich auf dich selbst, deine Wünsche und Ziele, darauf, wer du bist und wer du sein möchtest. Was du in diesem Leben bewirken möchtest und wo du etwas zu geben hast. Das ist deine Aufgabe in dieser Welt. Deine Eltern haben dir das ermöglicht, indem sie dich auf die Welt gebracht haben. Du hast noch viele Jahre vor dir, die du entweder mit Groll gegen deine Eltern oder mit dem Aufbau deines eigenen Lebens und deiner Persönlichkeit füllen kannst. Von dem was ich du schreibst sage ich, du hast gute Voraussetzungen, etwas aus deinem Leben zu machen. Und ich drücke dir die Daumen, dass du es packst.

Halte Kontakt mit denen, die dir Halt geben. Zum Beispiel deiner Oma. Pflege diese Beziehungen. Und lass die, die dich runterziehen erst mal sich selbst überlassen.

Ich mag den Song "Illumination" von Gogol Bordello. Dort heisst es, dass du das einzige Licht bist für dich selbst. Also sozusagen, dass niemand sonst für dich verantwortlich ist als du selbst. Diese Erkenntnis finde ich sehr hilfreich. Denn du selbst kannst viel bewirken und entscheiden. Die Verantwortung für dein eigenes Leben liegt bei dir. Lass dir die nicht absprechen, weder von deinen Eltern, noch von dir selbst ;-).
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Murmel » 15. Januar 2018 17:32

niclasgroe7 hat geschrieben:War als Kind bei sämtlichen psychiatern usw hab jetzt freiwillig wieder mit der Behandlung angefangen damals mit 11 wurde die Behandlung abgebrochen, habe leider keine Ahnung und das mit der Unordnung ist halt so, dass meine Klamotten alle auf dem Boden liegen... Mittlerweile spüle ich das Geschirr direkt wenn ich es brauche und lerne auch jeden Tag für die Schule was ich früher nie gemacht habe da mir die Motivation gefehlt hat... Vielleicht muss ich es akzeptieren mit meinen Eltern aber es macht mich fertig wie ich hängen gelassen werde und die neue Familie die ganze Aufmerksamkeit bekommt...


Das ist, denke ich, doch schon mal ein guter Anfang.
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Hanghuhn
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Re: Adhs akzeptanz

Beitragvon Hanghuhn » Heute 06:08

@niclasgroe7,

ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen. Ich hatte keinesfalls vor, dich 'runterzuziehen. Die richtige Antwort hast du ja auch gegeben. Es gibt sehr wohl Dinge, die du bereits einigermaßen im Griff hast oder wenigstens angehst. Alles auf einmal in den Griff zu bekommen, schaffen auch Normalos nicht, und fehlerfrei sind wir alle Erdenbürger nicht.

Mach weiter so! Hol dir Hilfe an, wenn sie notwendig ist! Nimm Hilfe an, wenn sie angeboten wird!
LG Hanghuhn

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