Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

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Ilayda
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von Ilayda » 26. Januar 2013 12:31

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[quote="holly"]
Naja das kann man alles so aus der Bibel entnehmen, meine Signatur is von prediger 8,10.
Man sollte sich als Christ nich für was besseres halten, klar gibts da genug Leute, darunter auch Heuchler oder Irrlehrer.
Die Menschen leben aber nicht wie Christus es getan hat sondern besitzen nur einen Heiligenschein.
Aber es ist ein Privileg wenn man Jesus für sich angemmen hat
[/quote]

*Augenbraue hochzieht*

Schade dass der Thread jetzt durch so was eine andere Richtung nimmt.
Reden wir doch lieber weiter über Nahtoderfahrungen.
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 26. Januar 2013 12:33

Man kann die Bibel gern als Zeugnis des lebendigen Gottes begreifen, dazu muss man sie aber interpretieren. Wer sie in Gänze wortwörtlich nehmen will, scheitert schon an ihren inneren Widersprüchen und den verschiedenen Versionen ihrer Übersetzungen. Oder er pickt sich nur heraus, was ihm gerade passt. Ein sehr beliebtes Hobby.

Industrie- und "Drittwelt"-Staaten unterscheiden sich auch erheblich in ihren Gesundheitssystemen. Den Aufwand, den wir uns leisten, relativ sicher den Tod festzustellen, können sich in vielen anderen Ländern nur wenige leisten. Daher darf es nicht überraschen, wenn dort mehr tot geglaubte ins Leben zurückfinden. Unserer Medizin holt zwar viel mehr Schwerverletzte und lebensgefährlich Erkrankte ins Leben zurück, ist aber gerade deshalb noch viel zurückhaltender, jemanden für tot zu erklären.

Aber darum geht es gar nicht, denn Nahtoderfahrungen von bereits für tot Erklärten würden und müssten hier eine ganz andere Diskussion auslösen, nämlich die um sichere Todeszeichen.

LG
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 26. Januar 2013 12:40

@david91: War eigentlich "Hirngespenst" im Threadtitel Absicht oder Tippfehler?

LG
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maerenthaler
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von maerenthaler » 26. Januar 2013 14:45

Angie,

[quote="Angie"]
sonst halten mich alle noch für mehr verrückter.  [/quote]

Du bist bekloppt hoch 3,
aber auf gar keinen Fall verrückt!

Jedem, der behauptet, Du seist verrückt,
dem bescheinige ich hiermit,
daß er absolut keine Ahnung hat,
weder von dem, was ein Verrückt-sein ausmacht,
geschweige denn, daß er eine Ahnung von Dir hat!

Aber bekloppt, das bist Du!

Lass Dir bitte von keinem irgendwelche Schwachheiten einreden,
bleib wie Du bist!

Mir gefällt das genau so!

:wu:
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Angie
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von Angie » 26. Januar 2013 19:41

Ok, nun erzählt Euch mal die Bekloppte eine Geschichte.
Kinder unter 3 Jahren wissen, welche Person sie im vorherigen Leben waren.
Ab den 3. Lebensjahr verknüpfen sich die Neuronen, so dass dann nur noch das hier und jetzt exestiert, die Gedanken für das jetztige Leben werden abgespeichert. Das vorherige Leben wird dann vergessen.
Mein Jüngster hat mir mit 2 Jahren erzählt, dass er in eien grossen Haus in Deutschland wohnte, mit einen Onkel Willi zusammen, er hatte 5 Kinder , 3 Mädchen und 2 Jungs und ganz viele Motorräder.
Wir haben uns immer gewundert, warum er so Motorrad begeistert war, weil bei uns in der Familie ist keiner ein Fan davon.
Ab den 3. Lebensjahr liess das nach und er kann sich auch bis heute nicht mehr an die Geschichte erinnern, die er uns als Kleinkind erzählte.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 26. Januar 2013 21:22

Das schönste daran ist, dass die Kinder dafür keine Nahtoderfahrungen machen müssen, also ohne Lebensgefahr zu solchen Geschichten kommen.

Denn so interessant Lichttunnel, außerkörperliche Erfahrungen usw. auch sein mögen, der Hintergrund dazu ist immer verdammt dramatisch, sodass ich für mich, Angehörige und Freunde lieber darauf verzichte. Oder ich hebe sie mir für ganz zum Schluss auf. Also um nicht dumm zu sterben, mache ich eben dann noch diese Erfahrung. Aber wenn's geht nicht eher.

LG
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von david91 » 26. Januar 2013 21:50

@steffchen
Wo habe ich mich denn religiös geäussert? Kannst du mir ein Beispiel geben? Ich bin keiner Religion zugehörig.

Die Nahtoderfahrungen sind eben anders als irgendwelche Ufo-Sichtungen von Sekten-Mitgliedern, Esoterikern und Verrückten. Es geht um Erfahrungen, die unabhängig von Alter, Religion, Nationalität, Kultur, Bildung oder sonst etwas gemacht wurden und diese Erfahrungen verändern diese Menschen. Es geht auch um das Thema Tod. In unserem Kulturkreis ist er ein grosses Tabu und die Leute neigen eher dazu, ihn zu verdrängen.

Ein gutes Beispiel ist der Harvard-Neurowissenschaftler Eben Alexander: http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... erten.html. Er hat nach seiner Nahtod-Erfahrung einen absoluten Sinneswandel gemacht. Das muss also schon ein sehr einschneidendes Erlebnis sein, wenn selbst hartgesottene Naturwissenschaftler plötzlich an ein Leben nach dem Tod glauben. Darum bin ich an diesem Phänomen sehr interessiert. Das Buch von Alexander über diese Nahtoderfahrung erscheint im Frühling auf Deutsch, da bin ich sehr gespannt.

Der Sinn der Nahtoderfahrung im Erleichtern des Sterben kann gut sein. Aber warum zeigt die Natur den Sterbenden zum Beispiel verstorbene Verwandte, die auf anscheinend auf sie warten? Vielleicht warten diese ja wirklich. Das wissen wir nicht.

@Angie
Das ist ja mal sehr spannend! Als bekloppt wird dich hier bestimmt niemand hinstellen. Es gibt nämlich tatsächlich unerklärliche Dinge auf dieser Welt.
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 26. Januar 2013 23:23

Das hatte ich schon gelesen. Es wirkt auf mich sehr suspekt, wie Herr Alexander von einem Extrem ins andere fällt. Denn seine Einstellung vor der eigenen Nahtoderfahrung war -zumindest wie das hier dargestellt wird- ein Unding. Denn Wahrnehmung, Gefühle und Erinnerung von Patienten sind etwas anderes als Phantasie oder Einbildung. Ich bin entsetzt, so etwas von einem Hirnforscher lesen zu müssen.

Aber irgendwie passt auch dazu, dass er seine eigenen Wahrnehmungen, Gefühle und Erinnerungen als objektiv annimmt und dabei für sich selbst jede neurowissenschaftliche Erkenntnis ausblendet. Wenn ER das so fühlt, sieht, spürt, erinnert, DANN muss es natürlich eine physische Erfahrung seiner körperlosen Seele gewesen sein.

Und die Geschichte so herrlich klischeehaft und sooooo gar nicht beeinflusst von kulturellen Vorstellungen. In einer Welt, in der Zeit und Distanz keine Bedeutung haben, unternahm er eine weite und lange Reise? Klingt hübsch, ist aber ein Widerspruch in sich, da sich "weit" und "lang" über Distanzen und Zeit definieren.

Dann natürlich plüschige rosaweiße Wolken, wunderhübsche weibliche Engel und ein allwissender, allmächtiger und bedingungslos liebender Gott, von dem man im irdischen Leben sehr wenig merkt. Alexander war schon vor dieser Offenbarung Christ, wenn auch nicht sonderlich aktiver Kirchengänger. Es ist aber kein Widerspruch, gleichzeitig Naturwissenschaftler und Christ zu sein, dieser Widerspruch wird nur medial konstruiert, um der Geschichte mehr Schwung zu geben. Was er zuvor bestritt, war meines Wissens nicht die Existenz Gottes oder das Leben nach dem Tod, es waren solche Offenbarungen. Es gibt übrigens genug Offenbarungen, die selbst von Kirchen angezweifelt werden, je nachdem, ob sie ihnen in den Kram passen.

Zu guter Letzt wäre Alexander nicht der erste Hirnforscher, der die Hirnforschung gegen die lukrativere Medienpräsenz austauscht, Bücher verkauft, Interviews gibt, durch Talkshows tingelt usw.

Jein, nicht alle Erfahrungen nah am Tode sind von Alter, Religion, Nationalität, Kultur und Bildung unbeeinflusst. Es gibt aber sicher Gemeinsamkeiten, so wie es auch hirnorganische, genetische, psychologische und andere Gemeinsamkeiten innerhalb der menschlichen Spezies gibt. Wer Nahtoderfahrungen macht wird mit dem Thema Tod unfreiwillig konfrontiert und kann sich dem nicht mehr entziehen. Klar verändert das.

Es ist übrigens mathematisch bewiesen, dass es algorithmisch nicht lösbare Probleme geben muss, woraus dann wieder folgt, dass diese überhaupt nicht lösbar sind. Und diese Probleme sind durchaus äquivalent mit unbeantworteten Fragen, unerklärlichen Dingen. Auch deswegen sind sich entgegen weitverbreiteter Laienmeinung auch Naturwissenschaftler im Klaren, dass es unerklärliche Dinge auf dieser Welt gibt. Nur versuchen sie gern, plausible Erklärungen zu finden (es gibt ja auch noch genug erklärliche Dinge) und geben sich nicht mit Scheinerklärungen zufrieden, die nicht falsifizierbar sind, kein Hinterfragen dulden.

Denn mit Engeln, göttlichen Wesen, wunderbarer Musik, lachenden Menschen, Verwandten im Himmel usw. wäre ich nicht viel schlauer als zuvor. Wer muss die Musik denn spielen? Dieses ewige Dauer-Glück, entspricht es nicht mehr dem Klischee glücklichen Lebens als dem, was Psychologie vom Glück weiß? Wozu das Ganze? Warum sehen die körperlosen Verwandten so aus wie zu Lebzeiten in ihren Körpern? Und was fangen wir nun mit den wartenden Verwandten an? Sollen wir uns jetzt beeilen? Ach, nein, sie warten ja in einem Himmel, in dem Zeit keine Rolle spielt.

LG
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 27. Januar 2013 15:15

david91, du wolltest noch Beispiele genannt bekommen, warum du auf mich tendenziell religiös wirkst. Ich möchte diesen meinen flüchtigen persönlichen Eindruck aber nicht an einzelnen Sätzen festmachen. Wenn du dem widersprichst, kann ich das auch akzeptieren.

Ich kam darauf zum Einen auf der politischen Schiene aus der Art, wie du marktradikale Glaubenssätze m.E. etwas unreflektiert daherbetest und nicht nur auf aktives Hinterfragen verzichtest, sondern auch Kritik dritter weitgehend ignorierst.

Zum Anderen fängt für mich Religiosität nicht erst mit der Zugehörigkeit zu religiösen Gemeinschaften an oder der Glaubensgewissheit der Existenz eines Gottes, des ewigen Lebens oder so. Vielmehr sehe ich Religiosität als Haltung, die ich bei dir in einem Hang wiederzuerkennen glaube, unerklärliche oder einfach nur unverstandene Erscheinungen bevorzugt auf übernatürliche Ursachen zurückzuführen. Andernfalls hättest du dich z.B. bei den zwölf Punkten, die angeblich für die Übersinnlichkeit der Nahtoderfahrungen sprechen sollen, zunächst um rationale Erklärungen bemühen können. Das wäre aber natürlich mühsamer.

In diesem weiten Sinne von Religiosität gibt es für mich sogar religiöse Atheisten, die unumstößlich an die universelle Gültigkeit bislang als gesichert geltender naturwissenschaftlicher Erkenntnisse glauben und die deshalb revolutionärer Erkenntnisgewinn gleich aus der Bahn wirft. Die anscheinend unerklärlichen Phänomenen pauschal die Existenz absprechen, statt sie zu überprüfen, bei Reproduzierbarkeit Erklärungen zu suchen und solange zuzugeben, dass sie keine oder wenigstens noch keine haben. Das ist aber eine andere Ecke des religiösen Spektrums.

Das ist aber nicht so wichtig, meine Einschätzung mag richtig oder falsch sein, für mich ist "religiös" sowieso kein Schimpfwort. Und wenn du das sagst, dann bist du eben nicht religiös.

Ich wiederhole noch mal die Frage nach dem Hirn-Gespenst. War das Absicht oder meintest du eher das Fantasiegebilde und Luftschloss "Hirngespinst" mit dem Wortstamm von "spinnen"? In Teilen synonym zu Einbildung, Ammenmärchen, Illusion, Wahn, Vision, Fiktion, Trugbild usw.

Oder doch das Geisterwesen "Gespenst", das als "Hirngespenst" entweder ein Hirn hat oder in einem Hirn spukt?

Ich vermute in den meisten Nahtoderfahrungen weder das eine noch das andere, denn die oft weit ab von Objektivität verlaufende Wahrnehmung ist ganz normal und weitgehend unbewusst etwas anderes als die Fantasie, das Produkt kreativer Vorstellungskraft. Vorstellen kann man sich etwas ganz bewusst, auch ohne es für real zu halten. Wahrnehmung nimmt man dagegen grundsätzlich wahr und meist auch für wahr. Es braucht schon spezielle psychologische oder neurologische Experimente, um uns bewusst zu machen, wie das eigene Hirn uns austrickst, allerdings meist durchaus in unserem Interesse.

Das einfachste Beispiel dafür sind optische Täuschungen, die allerdings nur die Verarbeitung visueller Eindrücke verdeutlichen.

LG
Steffchen 
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 27. Januar 2013 16:23

Ein etwas heikler Punkt fiel mir noch ein: Zwar möchte ich keineswegs die Nahtod-Erfahrenen pauschal als Opfer bleibender Hirnschäden disqualifizieren. Aber der Vollständigkeit halber sollte auch über diesen Aspekt nachgedacht werden: Bei den meisten Nahtoderfahrungen -insbesondere bei Herrn Alexander- war die Nähe des Todes auch und gerade durch eine Schädigung bzw. Unterversorgung des bekanntermaßen diesbezüglich empfindlichen Gehirns gegeben.

Auch das kann Persönlichkeitsveränderungen erklären, erst recht, wenn wie im o.g. Fall ausdrücklich bekannt, gerade persönlichkeitsbestimmende und gedächtnisrelevante Hirnareale davon betroffen sind. Zumindest weiß ich nicht, warum uns da überraschen soll, was etwa bei Schlaganfallpatienten auch ganz ohne Nahtoderlebnisse immer wieder mal zu beobachten ist.

LG
Steffchen
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von david91 » 28. Januar 2013 11:38

@ steffchen

Also ich würde jetzt nicht jedes Wort so auf die Goldwaage legen. Mit langer Reise meint er vielleicht auch die vielen Erfahrungen, die er gemacht hat. Ausserdem weiss ich nicht, was er genau in Originalsprache gesagt hat. Es ist für die Betroffenen oft auch schwierig ihre Erlebnisse in Worte zu fassen.

Also das mit der Religiösität kann ich nicht nachvollziehen. Es geht überhaupt nicht um marktradikale Glaubenssätze. Solche Dinge sagt man gerne, wenn man keine Argumente hat. Es geht darum, dass ich konsequent die Erkenntnisse aus Volkswirtschaftslehre in die Praxis umsetze. Ja, auch BWLer haben Volkswirtschaftslehre in ihrem Studium. Ich staune, wie Politiker gerne Marktmechanismen ausser Kraft setzen für irgendwelche Wahlversprechen. Ein Staat ist kein Unternehmen und dies hat auch Nachteile. Manchmal müsste man unpopuläre Entscheidungen umsetzen, die eigentlich richtig wären, aber eine Regierung in die Gefahr bringen, nicht mehr wiedergewählt zu werden. Man sieht es ja auch bei der Verschuldung. Sparen? Fehlanzeige! Warum? Weil das unpopulär ist. Ist diese Politik ökonomisch sinnvoll? Nein!

Ich bin einfach ein Mensch, der nach Antworten sucht. Ich lasse mich nicht eine Schublade drängen. Als religiös sehe ich mich nicht. Wenn du das so siehst, werde ich das wohl nicht ändern können. Solange du mich nicht als Missionar bezeichnest, ist es mir egal.

Eigentlich habe ich Hirngespinst gemeint, aber Gespenst passt ja in diesem Falle auch .  :breitgrinse1: Die Kernfrage lautet ja, ob diese Nahtoderfahrungen ein Produkt von Träumen, von Illusionen, von Fantasien, von Halluzinationen sind oder tatsächlich ausserkörperliche, spirituelle Erfahrungen.

Also die Persönlichkeitsveränderungen sind zwar auch bei Schlaganfallpatienten zu beobachten, hat aber relativ wenig mit dem zu tun, was Nahtoderfahrungen in Menschen auslösen. Meine beiden Grossmütter hatten Schlaganfälle. Sie haben sich beide in dem Sinne verändert, dass sie zum Beispiel schnell gereizt wurden, sehr kompliziert und oft verwirrt waren. Bei Nahtoderfahrungen ist eher eine andere Sicht auf die Welt, ein Gefühl von innerem Frieden zu beobachten, ein völlig anderer Umgang mit anderen Menschen zu beobachten. Diese Leuten werden oft religiös oder spirituell und berichten teilweise auch von aussersinnlichen Fähigkeiten. Mir wäre neu, dass sich Leute nach Nahtoderfahrungen negativ verändert haben. Ganz im Gegensatz zu Schlaganfall-Patienten.

Es gibt auch weitere Fragen, die sich bei solchen Nahtoderlebnissen stellen. Warum sehen Nahtoderlebende  im Licht fast ausschliesslich Verstorbene? In normalen Träumen, Halluzinationen sehen Menschen fast immer Lebende. Also bei mir kommen in 99% der Träume ausschliesslich lebende Personen vor.

Warum machen Nahtoderlebnde eine so bewusste Erfahrung, obwohl sie doch eigentlich bewusstlos sind? Dr. Jeffrey Long, ein Forscher auf diesem Gebiet, sagt in seinem Buch, dass die Mehrheit der Personen mit Nahtoderfahrungen ihre Erlebnisse als die realste Erfahrung in ihren Leben beurteilen. Es kann ja sein, dass irgendwo im Gehirn noch eine Restaktivität vorhanden ist. Aber warum machen diese Patienten genau dann eine so bewusste und reale Erfahrung? Jeder Traum in der Nacht wirkt eigentlich ziemlich unreal, vor allem im Nachhinein betrachtet. In diesem Zustand ist aber das Gehirn in voller Aktvität. Halluzinationen wirken zwar realer als Träume, gehen aber immer mit einer erhöhten Gehirnaktivität einher. Bei Nahtoderfahrenden ist die Gehirnaktivität aber gleich Null und selbst wenn irgendwo noch eine Aktivität wäre, ist es ziemlich unwahrscheinlich eine so reale Erfahrung noch zu machen.

Es gibt noch viele andere Punkte, die einfach viele Fragen aufwerfen bei diesem Nahtod-Phänomenen.
Zuletzt geändert von david91 am 28. Januar 2013 11:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von Shadow » 28. Januar 2013 13:05

Ich hatte so ein Nahtoderlebnis noch nicht, trotzdem ein ähnliches, für mich bedeutsames  Erlebnis,

vllt auch etwas OT

Ich kam auf der Autobahn bei Blitzeis durch ein erzwungenes Bremsmanöver auf der Überholspur, in entgegengesetzter Richtung zu stehen.
(180° Drehung). Auf mich kam 2 Lichter mit hoher Geschwindigkeit zu. Das war ein nachkommendes Fahrzeug mit 140 km/h. Die Räder meines Fahrzeuges drehten durch, ich kam nicht weg und mir war klar ich würde diesen Zusammenstoß wahrscheinlich nicht überleben.

Ich war sehr ruhig , gefasst und ohne Angst, es war sogar irgendwie angenehm dem Unausweichlichem entgegen zu sehen.

Dann knallte es, und meine Erinnerung ging für 4h ging verloren, bis heute.

Ich hab den Unfall mit kleinen Blesuren überlebt, die von den Ärzten erwartete Hirnblutung trat nicht ein, mein Auto hat mich gerettet, es war zwar nachher nur noch ein Würfel  verbeultes Blech, aber hat seinen Zweck erfüllt.
Ich habe danach lange nach dem gleichen Fahrzeug gesucht, hab eines gebraucht bekommen und werde es wohl immer als 2. Wagen behalten, ich habe eine "Beziehung" zu meinem 307cc. Meine Frau möchte dass ich den 7 J alten Wagen endlich weg gebe, nöööö, für den bau ich eine neue Garage, wenn es sein muss. Fahr eh nur noch Sonntags damit.  :schäm:

Mit diesem Tag hat mein Leben einfach neu begonnen.

Nach dieser Erfahrung denke ich unsere Körper sind auf den Tod vorbereitet und erlauben uns ein angenehmes Ableben.
Wenn es vorbei ist, dann erlischt unsere Flamme ruhig und ohne Wehmut.
Diese Berichte von Türen , Tunneln und Lichtern können möglicherweise des Endspiel unseres Gehirns sein.

Da dieser Weg für uns alle unausweichlich ist, werden wir es ja selbst sehen, wir können nur nicht mehr davon berichten.  :zwink:
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von No User » 28. Januar 2013 20:18

david91, du wolltest wissen, wie ich darauf kam mit dem "religiös" -was nur ein vager persönlicher Eindruck war- und ich meinte es durchaus ernst, als ich -sogar doppelt- schrieb: Wenn du das verneinst, dann hat mein Eindruck halt getäuscht und wir sind uns jetzt einig, dass du nicht religiös bist. Missionar sowieso nicht, das wäre ja nochmal eine ganz andere Nummer.

Was wäre denn deine Lösung aus dem von dir beschriebenen politisch-ökonomischen Dilemma? Die Demokratie opfern, weil ökonomisch sinnvolle Politik unpopulär und daher nicht wahlkampftauglich ist? Für wen oder was wäre dann die Wirtschaft noch sinnvoll? Waren weniger demokratische Systeme jemals wirtschaftlicher? Vielleicht liegt die Kunst darin, hier den Kompromiss zu suchen, kein scheinbares Optimum. Und was machst du mit Marktmechanismen, die sich selbst außer Kraft setzen?

Ich erspar dir jetzt mal meine Meinung zur Wissenschaftlichkeit der VWL und verlinke stattdessen zu einem leicht differenzierten Loblied des Unispiegel auf die VWL, ohne zu wissen, ob das auch auf VWL-Vorlesungen für BWL'er in der Schweiz gilt: http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 07029.html Die Links im Text dort führen zu weiteren interessanten Artikeln.

Ja, zu Nahtoderfahrungen bleiben jede Menge Fragen - das macht das Phänomen ja so interessant.

Gelegentlich habe ich den Eindruck, die öffentliche Wahrnehmung solcher Nahtoderfahrungen sei auch ziemlich selektiv. Da geistern Annahmen herum, da frage ich mich, woher man diese scheinbaren Gewissheiten nehmen will und ob alle Medienberichte darüber anders als bei anderen Themen ganz objektiv und interessenfrei sind.

Ich finde es auch nicht sehr sinnvoll, jetzt einen Gegensatz zwischen Schlaganfallpatienten und Nahtoderfahrenen herzustellen. Was machen wir dann mit nahtoderfahrenen Schlaganfallpatienten? Schlaganfälle führen gern in Todesnähe und insgesamt sind gerade Hirn-Traumata und wie bei Alexander Hirn-Infektionen für einen großen Teil der Nahtoderfahrungen verantwortlich, abgesehen von Verletzungen/Erkrankungen mit Herz-Kreislauf-Problemen, die sekundär das Hirn durch Unterversorgung schädigen.

Du scheinst dir ziemlich sicher damit zu sein, den Zeitpunkt, an dem die Nahtoderfahrung gemacht wird, auf die Phase minimalster Hirnaktivität festzulegen. Bist du dir auch sicher, wann in der Nacht du die Träume geträumt hast, an die du dich erinnern kannst? Ich meine jetzt keine Messung im EEG, sondern deinen subjektiven Eindruck.

Bevor aber so eine Nahtoderfahrung berichtet werden kann, hat das vorübergehend nahezu stillgelegte Hirn schon wieder einiges an Aktivität zugelegt. Und das Berichten setzt Erinnern voraus. Noch so ein schon ganz normal subjektiver Vorgang wie schon die Wahrnehmung, dazu hier in einem Hirn im Ausnahmezustand bzw. in Rehabilitation.

Aber ich versuche auch, mir außerkörperliche Erfahrungen von Seelen vorzustellen, höre aber auch in dieser Vorstellung nicht mit dem Fragen auf. Warum holt Gott einige Seelen zu sich und überlegt es sich dann noch einmal anders? Wäre so ein Himmel auf die Dauer wirklich himmlisch? Warum offenbart sich der Allmächtige so umständlich? Warum nicht direkt den Lebenden? Den aktuell Lebenden, nicht irgendwie alle paar tausend Jahre. Und wozu überhaupt? Hat er es nötig, angebetet zu werden? usw. usf. Mit dieser Vorstellung werden die Fragen auch nicht weniger.

Ich finde auch durchaus interessante Parallelen zu Erfahrungen und Erinnerungen dem Tod sich deutlich langsamer nähernder Menschen interessant. Wie etwa im hohen Alter ehemals verschüttete Erinnerung wieder mehr und mehr in die Kindheit zurückreicht, inkl. an wichtige Bezugspersonen dieser Zeit.

Im Moment mag ich die Erfahrung nahenden Todes gerne vertagen - ich möchte schließlich noch etwas leben. Doch wenn es so weit ist, würde ich mir für meinen letzten Weg ähnliche Eindrücke wünschen, statt ein Sterben in Angst und Schmerzen. So hat schon die Existenz solch angenehmer Nahtoderfahrungen etwas beruhigendes und hoffnungsvolles, auch wenn man natürlich alles andere als sicher sein kann, sich ähnlich friedlich dem Tod nähern zu dürfen.

LG
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von david91 » 1. Februar 2013 21:33

Die Demokratie sollte man dafür nicht opfern. Ich akzeptiere ja demokratische Entscheide. Aber manchmal hat die Demokratie auch Nachteile, auch wenn natürlich die Vorteile überwiegen. Dies zeigt die Staatsverschuldung in Europa und in den USA. Es gibt in einer Demokratie halt teilweise Anreize für kurzfristiges Denken, für Aufschieben von Problemen und von unpopulären Entscheiden, obwohl diese vielleicht besser wären. Die Wirtschaft befriedigt die Bedürfnisse der Bevölkerung und schafft Arbeitsplätze. Natürlich sollten auch Arbeitnehmer davon profitieren, aber der Mindestlohn ist der falsche Weg dahin. Der Kompromiss liegt in der sozialen Marktwirtschaft, darüber sind wir uns doch einig. Aber eben soziale Marktwirtschaft und nicht soziale Planwirtschaft. Man sollte immer das grosse Ganze betrachten, worin wir ADHSler ja in der Regel gut sind ;). Für einen Arbeiter in einer Fabrik mag ein Strukturwandel beispielsweise unangenehm sein, weil er dadurch seine Arbeit verliert. Unter dem Strich kann eine Volkswirtschaft vom Strukturwandel proftieren und es enstehen halt an einem anderen Ort wieder neue Arbeitsplätze. In Frankreich versucht man solche Strukturwandel einfach durch staatliche Interventionen herauszuzögern. Dies schwächt aber die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Natürlich gibt es auch Schlaganfall-Patienten mit Nahthoderlebnissen, die Persönlichkeitsveränderungen durchmachen. Aber ich sehe keinen konkreten Unterschied bezüglich Lebensveränderung zwischen Nahtoderfahrungen durch Unfälle und durch Schlaganfälle. Müsste man vielleicht mal genauer untersuchen, aber ich glaube nicht, dass es da grosse Unterschiede gibt.

Die meisten Träume, an die ich mich erinnern kann, habe ich vor dem Erwachen. Dann kann ich die Dauer des Traumes nicht genau bestimmen, aber natürlich in etwa die Uhrzeit, weil ich immer beim Aufwachen auf die Uhr schaue. Bei Nahtoderfahrungen werden eben oft die Ereignisse z.B. während der Reanimation von oben beobachtet. In den meisten Büchern und Dokumentarfilmen wird geschildert, dass bei dieser Beobachtung wahrheitsgetraue Dinge gesehen werden, die der Patient eigentlich gar nicht wissen könne. Gehen wir davon aus, dass diese ausserkörperlichen Erfahrungen echt sind und wirklich eine spirituelle Reise, dann kann man dadurch den Zeitpunkt der Nahtoderfahrung festlegen.

Eben es ist doch fast unmöglich, dass ein Nahtoderfahrender in einem solchen Zustand sich auch noch daran erinnern kann. Oft können sich solche Leute an so viele Dinge und Details erinnern, was bei Träumen und Halluzinationen normalerweise nicht gelingt. Dies spricht eher dafür, dass Nahtoderfahrungen spirituell, ausserkörperlich sind.

Vielleicht ist Gott eben nicht ein bärtiger Mann, der mal ein bisschen mit der Welt spielt. Gott ist vielleicht auch etwas ganz anderes. Vielleicht ist das Leben, dass wir jetzt wahrnehmen nur ein Spiel, eine Prüfung, die Spitze des Eisberges. Wir wissen es nicht. Vielleicht können wir erst durch unser Ableben die spirituelle Welt überhaupt erst erkennen, weil wir erst dann auf unser spirituelles Wesen reduziert sind. Es gibt viele Erklärungsansätze.
Zuletzt geändert von david91 am 1. Februar 2013 21:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von holly » 22. Februar 2013 13:00

In der Bibel gibts keine Widersprüche, das ist ja das tolle.
Es sind 66 Bücher und über 40 Autoren. Die Bücher wurden unabhängig voneinander an verschiedenen Orten geschrieben, die oft weit voneinander entfernt lagen. Das konnte alles nachgewiesen werden
Und damals gabs noch kein Internet^^
Ich kann mir das nich reinziehn wenn hier Falschlehre verbreitet wird...
Und diese ganze Gemeinde soll erfahren, daß der HERR nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Kampf ist des HERRN Sache, und Er wird euch in unsre Hand geben!
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Re: Nahtoderfahrungen - Echt oder Hirngespenst?

Beitrag von ADHDgoesto11 » 22. Februar 2013 14:14

[quote="david91"]Die meisten Träume, an die ich mich erinnern kann, habe ich vor dem Erwachen.[/quote]

Die einzigen Träume, an die man sich erinnern kann, hat man direkt vor dem Erwachen. Die Erinnerung an alle anderen Träume wird vom Gehirn in den nachfolgenden Schlafphasen wieder gelöscht.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
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