Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

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paradox
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Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon paradox » 25. Oktober 2011 19:05

hallo  zusammenjavascript:void(0);

Ich habe ads und und eine leichte soziale phobie
zum glück wurde bei mir schon früh ads diagnostiziert und ich werde schon lange mit ritalin behandelt
und habe außerdem drei jahre lang bis vor kurzen eine Verhaltenstherapie gemacht.

trotzdem habe ich den eindruck das sich mein emotionaler zustand eher verschlechtert als verbessert hat
ich vermute sogar das sich meine soziale phobie dadurch entstanden ist das ich nicht mit meinem ads klargekommen bin

auf jeden fall ist es schon lange so das ich bei begegnungen mit anderen menschen mich oft unwohl fühle die ganze zeit angespannt bin angst habe etwas falsches zu sagen oder zu tun oder gar durch meine anwesenheit zu stören

oft überlege ich stundenlang über diese begegnungen nach und suche fast zwanghaft nach irgend etwas was nicht in ordnung war auch wenn ich diese begegnung als positiv empfunden habe
nach dem vielen denken bin ich immer total erschöpft und häufig total deprimiert 

seit ich auf das berufliche gymnasium gegangen bin ist es besonders schlimm geworden da ich mich unwohl in der klasse fühle und mich immer mehr von meinen mitschlüler distanziere aus angst wieder irgendwie verletzt zu werden
das liegt daran das ich an der realschule nie richtig freundschaften geschlossen habe.
und ich enttäuscht von mir war als es auf dem gymnasium auch nicht besser wurde
zum glück versuchen eine mitschülerin die früher gemobbt wurde und einige lehrer mir zu helfen mich wenigstens einigermaßen wohl zu fühlen

kennt ihr das auch ?

oder habt ihr ideen wie man damit umgehen soll javascript:void(0);

machts gut

paradox
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Chaos-Weib
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon Chaos-Weib » 25. Oktober 2011 19:35

Hallo paradox,

ich kenne das sehr gut von mir früher.
Als ganz kleines Kind war ich nicht so ängstlich und bin freundlich und offen auf andere Kinder zugegangen. Da ich aber meist nur auf die Schnauze gefallen bin damit bzw. die alle mich nur verarscht und/oder ausgenutzt haben, habe ich im Kindergarten auch angefangen mich völlig zurückzuziehen. Alleine in der Ecke hocken, ein Bilderbuch anschauen oder was malen...
in der Schule wurde es immer heftiger, da ich ohne Ende gemobbt wurde und ich mich nicht wehren konnte. Ich konnte nie so bösartig sein wie andere Kinder. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum ich Kinder abgrundtief hasse (Geschichte dazu in einem anderen Beitrag, der aber vom Serverchrasch gefressen wurde, aber das ist auch ein anderes Thema.)
Als ich ca. 13 Jahre alt war, habe ich mit der Menscheit abgeschlossen gehabt. Jeder Gang vor die Türe, war ein Horror für mich, weil ich dachte, dass alle da draußen mir was Böses wollen...
Mit 18/19 dann Verhaltenstherapie und Klinikaufenthalt, was nicht wirklich viel genutzt hat. Erst später so mit anfang 20 habe ich dann gemerkt, dass es doch noch nette Menschen auf der Welt gibt.
Heute kann ich wieder offen auf Menschen zugehen, aber nicht immer und die Angst ist auch immer da, aber da gibt es nur einen Weg: Augen zu und durch.
Ich kann mich anderen Menschen wieder öffnen und Freundschaften schließen und Vertrauen fassen. Dass ich dabei auch enttäuscht werden kann kalkuliere ich ein. Denn sowas passiert leider immer wieder. Es tut sehr sehr weh, aber wenn man sich total verschließt entgeht einem noch viel mehr.

Einen Tipp, wie du damit umgehen könntest... tja, das ist sehr schwierig. Vielleicht kannst du Schritt für Schritt Vertrauen zu anderen Menschen fassen. Es wird kein leichter weg werden, das weiß ich.
Was ist mit der Mitschülerin, die dir versucht zu helfen? Sie hat wohl ähnliche Erfahrungen durchgemacht und findet dich offenbar sympatisch. Vielleicht kannst du hier langsam eine Freundschaft schließen.
Eine Garantie, dass diese Freunschaft für immer hält gibt es aber nicht.
ich mache es inzwischen so, dass ich die Gegenwart genieße und wenn die Freundschaft vorbei ist, dann ist sie eben vorbei, auch wenn es sehr sehr weh tut. Aber es gibt noch andere Menschen und es tut sich immer irgendwo ein Türchen auf.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Viele Grüße und alles Gute
:winken:
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon paradox » 27. Oktober 2011 17:05

Hallo Chaos-Weib javascript:void(0);

Danke für deine Antwort und Tipps
Die Situation in der  Schule hat sich zum Glück verbessert.

Gruß

Aline
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon chemiker85 » 13. Februar 2012 11:48

Hallo Paradox/Aline,

ich habe ein ähnliches Problem, bin allerdings schon im fortgeschrittenen studium, siehe mein Thema (evtl in der falschen rubrik^^): http://www.adhs-anderswelt.de/http://lo ... ic.php?t=2

Also gegen eine solche psychische Störung hilft letztendlich nur die Konfrontation, das klingt zwar "beschi..." aber so ist es. Ich selbst habe auch Schwierigkeiten, es in den Griff zu kriegen und evtl. wird es ewig so weitergehen, aber selbst kleine Verbesserungen sind hilfreich. Medikamente sind eher beruhigend, aber ändern nichts sondenr schieben nur auf. DIe ultimative Lösung habe ich leider auch nicht, suche selbst danach, aber bei Interesse, kann man sich austauschen, evtl hilft das.

viele Grüße
sero
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon sero » 14. Februar 2012 02:14

ja, kenn ich.

Dazu fällt mir das Zitat von Bukowski ein...
“Do you hate people? I don't hate them...I just feel better when they're not around.”

Was man dagegen machen kann ist mir der tiefen Angst klar zu kommen, die vermutlich nur durch die Intelligenz kommt, jede Möglichkeit in seinem Kopf zu berechnen und durchzugehen.

Früher konnte ich fast nicht rausgehen. Ich denke es gibt für diese ganze psychische Sache nur eine Lösung: es anzunehmen und es so weit zu bringen wie es geht, weil man früher oder später eine Lösung für alles findet.

Ich war einfach ein Außenseiter mein Leben lang, der sich selbst lieben konnte, bis zu dem Moment wo mir andere an meiner Aorta hingen und mich aussaugten.
Das Leben ist ein Kampf ;)

Noch ein Zitat (Henry Rollins - I know you)
"You dont trust people, you know them to well."
Unbedingt ansehen, gibts auf Youtube. Ist genial.
Zuletzt geändert von sero am 14. Februar 2012 02:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon chemiker85 » 14. Februar 2012 12:50

[quote="sero"]
Was man dagegen machen kann ist mir der tiefen Angst klar zu kommen, die vermutlich nur durch die Intelligenz kommt, jede Möglichkeit in seinem Kopf zu berechnen und durchzugehen.
[/quote]

hi sero,
das sehe ich genauso wie du.

hast du mal versucht was dagegen zu unternehmen oder einen sinnvollen ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat erhalten? Mir hat es den Anschein, als seien solche psychischen Erkrankungen seit Jahrhunderten stark verbreitet, aber niemand kennt auch nur ansatzweise sinnvolle Lösungen (außer irgendwelche beruhigen Medikamente in einen hineinzustopfen).
Zum Thema Intelligenz, ich bin sicherlich nicht mal ansatzweise das was man "intelligent" bezeichnen würde, obwohl die Bezeichnung tatsächlich gelegentlich mal fällt und auch wenn es zumindest für die baldige Abgabe einer Doktorarbeit reicht, aber wie sorgenfrei könnte das Leben wohl sein, wenn man sich über Arbeit, Geld, Politik, Zukunft...all das und vieles mehr, keine Gedanken macht?!
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon sero » 14. Februar 2012 13:12

Existenzängste sind wohl normal. Es wäre in dieser Gesellschaft unnatürlich keine zu haben, werden ja auch überall gefördert.

Nein habe ich bisher nicht. Jenachdem kann man aber die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas passiert, vor dem man Angst hat, beeinflussen ;)
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon chemiker85 » 15. Februar 2012 10:41

" Je nach dem" genau das ist das Problem  :breitgrinse1:
Zuletzt geändert von chemiker85 am 15. Februar 2012 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon paradox » 20. Februar 2012 21:35

Hallo :winken:
Schön das es hier auch andere mit diesem Problem gibt mit denen man sich austauschen kann

@chemiker85
Die Konfrontation ist sicher der Weg in die richtige Richtung .Deshalb versuche ich jetzt mit einer Gruppentherapie in der Tagesklinik meine Lage zu verbessern .Ich denke sich ins kalte Wasser zu schmeißen und wie wild zu versuchen sich ein soziales Netz aufzubauen ist eher kontraproduktiv. Darum versuche ich jetzt möglichst Gruppenarbeiten zu vermeiden da Stressfaktor Zumindest bis ich in den Osterferien anfange mit der gruppen Therapie. Zum Glück habe ich diesbezüglich ein Attest vom Arzt, da einige von meinen Lehrer meinen mir unbedingt soziale Kompetenzen beibringen wollen.

Du schreibst dass du Ärzten nicht vertraust  warum eigentlich ?

@sero
Ich denke auch, dass die Soziale Phobie irgendwie mit  einem gedankenverlauf/muster(ich kann es leider schlecht in Worte fassen)der sich ständig wiederholt stark zusammenhängt und aus dem man schlecht ausbrechen kann. Ein wichtiger Faktor ist dabei ist halt der Drang alles genau zu analysieren und  einordnen zu wollen(um nicht die Kontrolle zu verlieren) was du als Intelligenz bezeichnest. Seit ich mich in meiner Klasse immer mehr abgekapselt habe kann ich immer mehr nachvollziehen was du mit von den anderen ausgesaugt meinst. Es ist einfach wesentlich weniger stressig und kräfteaufzehrend wenn man sich nicht auch noch um die zwischenmenschlichen Beziehungen  kümmern muss und nicht immer zu spüren bekommt wie hilflos man in diesem Bereich ist.

In letzter Zeit habe ich einige Lösungsansätze gefunden (auch hier im Forum)
1. Lernen sich selbst zu mögen
2. Sich von einem Psychiater beraten lassen
3. In einem sicheren Umfeld (z.B Gruppentherapie) von anderen seine Stärken und Schwächen aufgezeigt zu bekommen bzw gesagt zu
bekommen wie sehr man mit seinen Eindrücken recht hatte oder nicht
4. Sich mit anderen Betroffenen austauschen und Lösungen suchen
5. Mehr machen was einem Spaß macht um aus dem Gedankenkarussell raus zu kommen und um sich über andere Werte außer der sozialen Kompetenz  definieren zu können(hier in meiner Gegend gibt es zwei Theater  wo es vermehrt auch Leute gibt die Probleme haben und man auch bewusst einer Gruppe zugeordnet wird mit der man am besten zusammenpasst -hab jemand in der entfernteren Verwandtschaft der über das Theater richtig aufgeblüht ist.)
Wer anderer Meinung ist oder hier noch etwas hinzufügen will, kann das gerne tun wie gesagt das hier sind nur Lösungsansätze  die auf den Erfahrungen eines Laien beruhen.

Was zeichnet eure Soziale Phobie noch aus bei mir z.B ist es immer ein riesiges unterfangen briefe oder E- mail zu schreiben  und das ganze fängt schon damit an dass ich nicht weiß was für eine anrede angemessen ist oder wie der erste Satz am besten lautet.

LG
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon chemiker85 » 27. Februar 2012 13:14

Hallo paradox,

Was Ärzte angeht, ich habe Ärzte früher wegen verschiedensten aber auch "alltäglichen" Problemen aufsuchen müssen, doch der Großteil hat mir gezeigt, dass sie selbst keine Ahnung haben. Ein Beispiel wäre z.B. ein großer Hautfleck. Das ist erstmal nichts wildes, aber es könnte ja auch was gefährliches sein, wie z.B. Krebs. Also geht man zum Hautarzt, der dir auch nach dem dritten besuch nichts sagen kann und dir einfach nur irgendwelche wirklosen Salben verschreibt, um "etwas unternommen zu haben". Irgendwann kommt es dir so vor, als  solltest du nur immer wieder vorbeikommen, damit er wenigstens für die Sprechstunde seine Kohle kassiert. Und das ist nur ein Beispiel, ich habe Ahnungslose und Pfuscher erlebt. 20 % der Ärzte (ein paar Fachgebiete wurden aufgesucht) waren gut und engagiert. Nach den meisten Arztbesuchen musste ich mir aber eingestehen, dass ich die Diagnose von allein bereits vorher aufgestellt hatte.
Oft ist es auch so, das Ärzte zuviel von sich halten und erstmal alles getreu dem Motto "der andere Arzt hat nichts bewirkt? Ich schaffe das, ich helfe Ihnen" dich einfach mal aufnimmt. Am Ende (Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall) beruhigen sie dich mit den Worten "tut mir leid, da weiß ich auch nicht weiter". Der nächste Arzt, bei dem du das problem beiläufig erwähnst, fängt wiederum genauso an.
Ich habe auch mal daran gedacht eine Psychologen aufzusuchen, aber  als er dann meinte mich in eine Gesprächsgruppe mit Menschen anderer Phobien einzubringen (mehr Patienten in weniger Zeit = viel Geld/Zeiteinheit), hielt ich ihn dann auch für ahnungslos und hab das Thema aufgegeben. Das versteht man jetzt aber nur, wenn man meine Phobie kennt, grob: Angst vor "Menschen".
Mein Fazit, was Ärzte angeht: Wenn ich Brüche oder starke Schmerzen habe, oder wie kürzlich nach einem Autounfall, dann gehe ich durchaus zum Arzt, sonst helfe ich mir eigentlich eher selbst. (War abgesehen vom Zahnarzt seit mehr als 10 Jahren bei keinem Arzt mehr, weil es nicht notwendig war, aber dieser Autounfall hatte es in sich, daher werde ich demnächst zumindest mal nach einem hausarzt suchen und dort vorbeischauen) ;-).
Achso und da ich studiere, kenne ich auch teilweise die Ausbildung und die Art von Medizinern. Geringfügig bin ich als angehender Chemiker auch an der Ausbildung von Medizinern beteiligt. Und wenn man sich anschaut, was viele Mediziner oder auch lehrer (die bekanntesten Akademiker) so lernen und für ihr Studium tun, dann überlegt man sich zweimal ob man zum Arzt geht (oder zur Schule :-D ).

Nun zu meiner Phobie, ich kann sie namentlich nicht genau definieren, aber es ist eine Anlehnung an die Agoraphobie, welche ja aber schon mehr in Richtung "Angst vor Menschen/Menschenansammlungen" geht. Menschenansammlungen suche ich ungern auf und in menschengefüllten Orten wie beispielsweise U-Bahnen oder Diskotheken halte ich mich ungern auf, aber ich könnte es und alltägliches wie U-Bahnen muss ich ja auch nutzen. Mein Hauptproblem ist, dass ich Angst habe "im Mittelpunkt" zu stehen, mit dem Hintergedaneken, dass scheinbar etwas Peinliches passieren könnte. Warum das so ist, kann ich nicht sagen, aber die Folge ist, dass ich also grundsätzlich alles vermeide, was zu der Chance führt, in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Daher kann ich weder feier/tanzen gehen, habe in der Schulzeit nie einen Ton gesagt, und habe je nach dem auch Probleme mich in eine kleine Gruppe von z.B. 5 Leuten einzubringen/zu unterhalten. Sowas wird leider oft als unfreundlich aufgenommen und kann dementsprechend negative Effekte haben.
Weitere "Randprobleme", die durch diese Phobie ausgelöst werden findet man z.B. beim Autofahren. Ich bin siet der Fahrprüfung nicht mehr rückwärts eingeparkt, weil ich Angst habe, es könnte schiefgehen, zudem fällt es mir schwer unbekannte Strecken zu fahren, denn ich könnte mich ja verfahren oder keinen Parkplatz finden. Es fällt mir auch schwerer jemanden anzurufen, wobei das mittlerweile besser geht.
Tja und die Ironie an dieser Sache ist, dass man mit höherem Erfolg immer mehr Präsentationen vor immer mehr Menschen und immer wichtigeren Menschen halten muss. Ich sage dir, da gehe ich jedesmal durch die Hölle, wenn ich vor Menschen im Mittelpunkt stehen und einen Vortrag halten muss. Ich tu es wiederum nur wegen meines Ehrgeizes, aber wahrscheinlich ist es gut so, denn ich glaube immer mehr winzige Verbesserungen zu merken, aber die Hölle ist es dennoch.
So dies ist ein kleiner kurzzuammenfassender Überblick meiner Phobie und der schlimmsten Symptome. An mancher Stelle klingt es schon fast amüsant (zB Autofahren, Telefon), und viele können diese Probleme nicht verstehen/nachvollziehen, aber der Arachnophobier weiß auch, dass die spinne ihm nichts tun kann, dennoch hat er Angst...

Also es gibt eine spitzen Therapie, die ich ein paar Jahre ausprobieren konnte, die wirklich geholfen hat, diese nennt sich "Beziehung". Ich habe sehr viele Ängste durch meine damalige Partnerin überwinden und viele Situationen durstehen oder gar meistern können, denn was tut man nicht alles für seine Frau ;-) . Daher ist meine Hoffnung mit einer passenden Partnerin erfolgreich durch das Leben zu kommen.

liebe grüße
chemiker
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon paradox » 1. März 2012 22:43

Hallo chemiker85
Es gibt sicher nicht nur gute Ärzte woran auch die massiven finanziellen Einsparungen unserer Regierung(en) in diesem Bereich schuld sind.
Erst vor kurzen war ich bei einer Augenärztin bei der ich mich als Patient nicht ernst genommen gefühlt habe aber dafür habe ich zwei gute Allgemeinärzte und einen hervorragenden Psychiater. Apropos du erwähnst nur Psychologen warst du auch schon mal bei einen Psychiater ?
Vorträge zu halten ist für mich nicht so ein Problem aber ich fühle mich ebenfalls in Menschenmassen nicht sehr wohl auch mit kleineren Gruppen ist das so vor allem wenn es so in Richtung Small-talk geht.Was ich auch hasse ist auf einen Anrufbeantworter zu sprechen und es kostet mich immer noch Überwindung einen Termin per Telefon zu machen. Monatelang hatte riesigen Respekt vor Busfahrern nun ja fast angst nicht weil die Busfahrer grimmige menschen waren sondern weil ich irgendwie angst davor hatte beim kauf oder abstempeln lassen des Tickets oder auch nur beim begrüßen des Fahrers irgendwie etwas falsch zu machen zum glück hat sich das ganze nach einiger zeit von alleine erledigt hab mich wohl nach und nach an diese recht monotone Situation gewöhnt .Wenn ich meinen schlechten Tag habe ergeht es mir bei Kassierinnen genauso wie bei den Busfahrern früher.Für einen Außenstehenden klingt das sicher bekloppt und leicht zu lösen aber wenn das so einfach wäre müssten sich nicht so viele Menschen so lange mit ihrer SP herum plagen.
Da hilft wohl nur Durchhaltevermögen und viel Humor
LG
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon chemiker85 » 2. März 2012 09:29

Hey paradox,

beim Lesen musste ich echt schmunzeln wegen des Besprechen von Anrufsbeantwortern, Small-Talk, etc., denn genauso geht es mir so auch. Die Geschichte mit Busfahrern und das Verhalten an Kassen kenne ich auch, sowas ist für mich belastend, aber relativ einfach zu überwinden und solche Dinge muss man packen, wenn man im Alltag klarkommen will.
Ich glaube mit einem richtigen  Psychiater habe ich noch nicht gesprochen. Ist ein Psychiater=Psychotherapeut?? Denn ich glaube der Musterungspsychologe war auch -therapeut, bin mir aber net sicher. Aber dem ging es auch nicht darum mir "zu helfen", sondern das Geld vom Kreiswherersatzamt zu bekommen.
Ich muss mich unbedingt mal überwinden so entsprechenden Leuten zu gehen, wird sicher alles noch schlimmer. Aber im meinem Anfragethema hier im Forum, was gute Ärzte in meiner Umgebung angeht, hab ich bisher leider noch keine Nachricht erhalten.

liebe Grüße
chemiker
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon sanna » 9. März 2012 21:06

[quote="chemiker85"]

Aber im meinem Anfragethema hier im Forum, was gute Ärzte in meiner Umgebung angeht, hab ich bisher leider noch keine Nachricht erhalten.

liebe Grüße
chemiker
[/quote]

entschuldige, du erhälst gleich Post mit Adressen.
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon paradox » 19. März 2012 18:59

Hallo chemiker85
Ein Psychotherapeut ist entweder ein Arzt mit "psychotherapeutischer Weiterbildung"(steht so in wiki)
oder ein Diplom-/Master-Psychologen (genaueres weis halt wiki.)
Der Grund warum ich dich gefragt habe ob du schon bei einen Psychiater warst ist das ich mit Psychologen unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe und es schon sein kann das du einen nicht so tollen erwischt hast
Viel Glück bei der Ärzte suche !
LG
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon chemiker85 » 31. März 2012 20:28

Ja, das kann gut sein. so wie es bei ärzten gute und schlechte ärzte gibt, gibt es soetwas wohl auch bei psychologen.
ich habe mich jetzt an mein uniklinikum gewendet. ich bin zwar noch im ersten kontakt und mus vermutlich lange warten, aber vielleicht klappt es ja bald und ich habe zumindest gewissheit. mein hausarzt hat nach ein paar untersuchungen und tests zumindest schon mal organische ursachen wie z.B. schilddrüsendefekte definitiv ausgeschlossen.

ich melde mich, soblad ich näheres vom psychologen weß ;-)

liebe grüße
Asgard
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon Asgard » 6. Juni 2012 11:34

hallo, also, ich kann dir da nen Tipp aus der DBT-Therapie geben, jede Begegnung hat einen Sinn, stufe die Begegnung immer auf deine Ziele ab, was willst du denn vom anderen? Dann bist du dir klarer darüber wie die Situation verläuft, und dann hast du die Kontrolle über die Situation. Ich hab die Vermutung, dass du ein Problem mit Smalltalk hast, mach dir immer bewusst, du bist schon hier und die anderen wollten dich sehen, deswegen sprechen sie ja mit dir! Und du brauchst keine Angst haben, dass du was dummes sagst, jeder Mensch redet am liebsten über sich selbst! Also sei einfach ein guter Zuhörer! Dann musst du gar nicht so viel sagen! Ich hatte und habe das gleiche Problem in Menschengruppen, was mir jetzt geholfen hat sind diese Tipps von oben und der Gedanke, was ich anderen für eine Macht damit über mich gebe! Es liegt immer an dir selbst! Du KANNST dich dafür entscheiden wieder mehr Kontrolle in dein Leben/ sozialen Kontakte zu bringen, tu das auch! Und hab nicht so hohe Erwartungen an dich UND die Anderen! Setz dich nicht unter Druck, du musst immer sehen wo diese Phobie herkommt, und das sind meist Vermeidungsstrategien da dich die Situation unter "Druck" setzt, Druck bedeutet dass zwei entgegengesetzte Kräfte wirken, welche Kräfte wirken denn bei dir in dieser Situation? Willst du eigentlich gar nicht mit denen reden? Und musst es aber aus Höflichkeit? Forsch da mal ein bisschen bei dir selbst nach :-)
Ich hoffe, dass das dir jetzt etwas helfen wird, Liebe Grüße
rager

Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon rager » 21. August 2012 16:53

danke für den thread, mal so nebenbei!  :smt023: Kann mich da sehr stark wiedererkennen.

gruß
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Re: Soziale Phobie/Unsicherheit bei Begegnungen mit anderen Menschen

Beitragvon paradox » 27. Mai 2013 18:05

Hallo Zusammen  :froi1:
Ich war lange nicht mehr hier
Ich hoffe es geht Euch gut !
Ihr werdet es vielleicht nicht glauben aber ich bin fast vollständig von meiner sozialen Phobie geheilt und kann endlich Angstfrei mein Leben anpacken.
Es gibt zwar noch manchmal Momente in denen die Unsicherheit leicht zu spüren ist aber dass ist gar nichts im Vergleich wie es früher war.
Sehr geholfen hat mir beim Kampf gegen die SP die Gruppentherapie in einer Tagesklinik zudem hat sich mein Leben ziemlich verändert so habe ich beispielsweise meine Klasse über die SP informiert was sich positiv ausgewirkt hat.
Wie ist es euch mit euren sozialen Ängsten ergangen  ?
Würde mich freuen von euch zu hören
LG
Aline
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