Bipolare Störung, eine Komorbidität?

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Singoela

Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 17:53

Hallo zusammen,

vor einigen Jahren wurde bei mir ADHS festgestellt. Ich bekam MPH und es ging mir damit gut.

Nach etwa zwei Jahren bekam ich eine schizophrene Psychose.
Man setzte das Medikament sofort ab und ich bekam Zyprexa und noch einige andere Mittel, dessen Namen ich nicht mehr weiß.
Nach sechs Wochen konnte ich die Nervenklinik verlassen, allerdings nahm ich so dermaßen zu, dass man es nicht für möglich halten kann.
Ich sagte, ich sei ADHS diagnostiziert, doch der Oberarzt und der Stationsarzt meinten, ich hätte kein ADHS, sondern eine Bipolare Störung.
Da wäre man mal manisch, mal depressiv. So musste ich sogar noch einen Test machen, wo es dann hieß, ich hätte eine Bipolare Störung und kein ADHS. Aber ADHS wurde von einer sehr professionellen Ärztin festgestellt, die sehr sicher ist, dass ich ADHS habe. Nun stand ich da mit zwei Diagnosen.


Als ich aus der Klinik entlassen wurde, bekam ich Abilify. Das nahm ich auch weiter, aber ich wurde immer müder und schlapper.
Nach mehreren Versuchen mit anderen ähnlichen Medikamenten wurde der Zustand nicht besser, eher viel schlimmer.
Es ging dann soweit, dass ich zuletzt zusammen brach und wieder in die Klinik musste.
Dort stellte man eine Depression fest. So bekam ich Tavor, Seroquel und später dann noch ein Antidepressivum.
Das Tavor bekam ich aber nur, wenn es ganz schlimm war und ich überhaupt nicht mehr denken konnte oder große Angst bekam.
Es waren beinahe vier Monate, die ich in der Nervenklinik bleiben musste, doch mit kaum einer Verbesserung.

Nachdem ich entlassen wurde, bekam ich wieder einen Schub, ich kann ihn schlecht erklären. Es war, als ob ich gar nichts kann, Angst und ewige Müdigkeit, die mich bis heute noch fertig macht. Vor neun Uhr komme ich niemals aus dem Bett und Abends bin ich nicht tot zu bekommen.

Also, ging es mir nach drei Tagen sehr dreckig. Ich hatte einen Termin bei meinem Neurologen. Der meinte, ich sollte wieder zurück in die Klink gehen, da ich anfing zu weinen und ihm sagte, dass es mir sehr, sehr schlecht ginge.
Aber ich meinte, dass ich nicht zurück in die Klinik gehe, daraufhin verschrieb er mir Tavor und Venlafaxin 1 x 75 mg. Abend sollte ich weiterhin die Seroquel 1 x täglich nehmen, aber statt die 100 mg, jetzt 200 mg.
Ich sollte das Tavor 3 x täglich nehmen, es waren jeweils 5 mg.

Das tat ich und ich wurde immer dicker und dicker, es ist so, dass ich nicht abnehmen kann, weil ich stets Hunger habe. Also habe ich jetzt insgesamt 40 kg. zugelegt. Das Tavor habe ich selber abgesetzt und ich hatte keine Entzugserscheinungen.
Jetzt war ich wieder zum Arzt, der hat mir gesagt, ich sollte weiterhin Seroquel nehmen und nun Venlafaxin weglassen, dafür aber Fluoxetin einnehmen. Davon würde ich abnehmen. Doch davon habe ich bisher nichts verspürt, im Gegenteil, ich nehme weiterhin zu.

Ich sagte ihm, ich sei ADHS diagnostiziert und ich wollte MPH wieder bekommen oder zumindestens ein Medikament, was für ADHS hilfreich ist.
Er meinte, er würde es mir vielleicht irgendwann verschreiben, aber er hätte Angst, ich bekäme wieder eine Manie.

Ich bekomme keine Psychotherapie, aber ich möchte sie auch nicht, denn ich kann das Gerede auf dem Stuhl echt nicht vertragen.

Nun die Frage, gibt es da einen Unterschied zwischen einer Bipolaren Störung und ADHS, oder ist das beides das Gleiche oder ist Bipolar eine Komorbidität?

Stehe ein wenig auf dem Schlauch. Aber ich muss auch schreiben, es geht mir im Prinzip gut, wenn das Gewicht nicht wäre und wenn ich doch nur ausgeschlafen wäre. Ich könnte den ganzen Tag schlafen, Kaffee ist für mich keine Hilfe, eher schlafe ich davon ein. Was mir hilft ist eine Zigarette, sie macht mich morgens erst richtig wach. Ich brauche ewig um wach zu werden und ich würde gar nicht einschlafen können, wenn ich nicht etwas Alkohol trinken würde. Nicht, dass ich abhängig wäre, aber es hilft mir um einzuschlafen. Das war mit MPH alles besser, aber es heißt ja, ich darf es nicht wieder bekommen, weil ich einmal eine Psychose hatte.

Kann mir jemand da weiterhelfen?

Gruß

Singoela
Zuletzt geändert von Singoela am 10. Februar 2012 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 18:01

Es gibt ADHS mit Bipolar eine Komorbidität, allerdings ist das reagieren auf Medikamente dann anders.
So darf bei "reinen" Bipolaren keine Stimulanzien eingesetzt werden, wie halt MPH. Nicht einmal Kaffee ist empfehlenswert, da sonst die manischen Phasen dadurch begünstigt wird.
Was mit einer Kombi mit ADHS nicht auftreten würde.
Sehr viele Bipolaren hilft Lithium.
Und sehr viele Mittelchen bei Bipolar und Schizophrenie, wie z.B. Abilify wäre bei "reinen" ADHS überhaupt nicht angebracht.
Wenn du das wirklich in Kombi hast, wirste erstmal zum Medikamentenexperiment.
Eigentlich ist es auch bei ADHS eine Seltenheit, dass ein ADHSler Schizophrenie hat, dann hat er wahrscheinlich von selbst sein MPH Medi erhöht.
Weil Schizophrenie entsteht, wenn der Rezeptor zuviel Dopamin aufnimmt und bei ADHS ist es so, dass der Rezeptor zuwenig aufnimmt.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Singoela

Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 18:10

Vielen Dank Angie,

nun will ich gleich einmal mit der Wahrheit heraus rücken.
Es stimmt, dass ich MPH höher gesetzt habe.
Es lag daran, dass ich mehr schaffen wollte. Arbeiten gehen, nebenbei noch arbeiten, Haushalt, Kinder, Garten...
Ja und dann kam noch hinzu, dass ich familiäre Probleme hatte.
Ich wollte einen anderen Weg und habe alles falsch gemacht. Aber die familiären Probleme sind nun gelöst. Das ist schon ein guter Fortschritt.

Und ich denke, daran hat es gelegen, dass ich eine Psychose bekommen habe.

Ich schäme mich auch dafür. Und hoffe, ihr fangt jetzt nicht an und haut auf mich ein. Bitte nehmt mich ernst und seit nicht so streng mit mir.

Es macht mir ja selbst schon genug zu schaffen.

Gruß
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Angie
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 18:14

Vielleicht solltest du deinen Arzt das mal mitteilen. Nämlich bei Überdosierung von MPH kann Schizophrenie auftreten. Nicht das der meint, du hättest die eigenständig erhalten, ohne etwas dabei getan zu haben.
Du wirst ansonsten nur die falsche Behandlung erhalten, raus mit der Wahrheit.
Bei emotionaler Überlastung, hätte dir wahrscheinlich noch eine Kombi mit Antidepressiva geholfen.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon graffiti » 10. Februar 2012 18:20

hallo singoela,
ich werde mich bemühen, in ganzen sätzen zu schreiben  :zwink:
schwierig, wenn man sich getrieben fühlt, etwas zu schreiben, wenn man doch keine ahnung hat ...

2 dinge, die mir (als absolutem laien) ins auge stechen:

1. wenn du die psychose durch überdosierung verursacht hast, ist diese gefahr dann bleibend?

2. wurde von einer dritten, unvoreingenommenen stelle abgeklärt, ob tatsächlich sowohl eine bipolare störung als auch adhs vorliegen?
Zuletzt geändert von graffiti am 10. Februar 2012 18:20, insgesamt 1-mal geändert.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
Singoela

Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 19:26

Vielleicht solltest du deinen Arzt das mal mitteilen. Nämlich bei Überdosierung von MPH kann Schizophrenie auftreten. Nicht das der meint, du hättest die eigenständig erhalten, ohne etwas dabei getan zu haben.


Angie, ich habe ihm das letzte Mal, als ich Fluoxetin bekommen habe, gesagt, dass ich MPH selber hochdosiert habe.
Den Grund nannte ich ihn auch, den ich hier nicht mich zu wagen schreibe. Darauf meinte er:

Er könnte nun noch nicht viel machen, aber in Zukunft wollte er mir ein Medikament verabreichen, welches bei ADHS einsetzbar ist.
Mein Neurologe meinte, es wäre ein Mittel, dass nun für ADHS Erwachsene auch von der Krankenkasse bezahlt wird.
Weißt du welches das sein könnte? Ich bin da überfragt. Denn, ich musste damals mein MPH selber zahlen.

Ich gebe die Hoffnung ja nicht auf.

Und ich bin mir sehr sicher, dass ich ADHS habe. Eines meiner Kinder ist auch ADHS diagnostiziert worden.

ich werde mich bemühen, in ganzen sätzen zu schreiben 


Ach, graffiti, ich schreibe auch nicht immer ganze.  :ja:
Und es ist ja eher amüsant, wenn wir in meinem Vorstellungsthread darüber uns lustig machen. Ich finde es total entspannend, wenn man sich derart austauscht. Man kann ja nicht alles so eng und ernst nehmen.

wenn du die psychose durch überdosierung verursacht hast, ist diese gefahr dann bleibend?


Ich hoffe, es ist nicht bleibend. Das wäre ja fatal. Nein, ich denke, wenn ich das Medikament MPH vernünftig einnehme, dass es mir dann wieder richtig gut geht. Es ging mir ja auch lange richtig gut, bis ich die Probleme bekam und dachte, ich könnte alles besser meistern, wenn ich das Mittel erhöhe. Das war mein Fehler.

wurde von einer dritten, unvoreingenommenen stelle abgeklärt, ob tatsächlich sowohl eine bipolare störung als auch adhs vorliegen?


Na, also jetzt muss ich erstmal schalten.

ADHS wurde von einer sehr kompetenten Ärztin diagnostiziert.

In der Klinik wurde gesagt, ich hätte eine schizophrene Psychose. Dann wurde aber auch gesagt, ich hätte eine Bipolare Störung.
Und ich musste einen Test in der Klinik machen, der aber angeblich aussagte, ich hätte kein ADHS und somit stände Bipolar fest.
Mein Neurologe hat noch gar nichts in dieser Richtung gesagt.

Ich frage mich, wo ich noch hingehen soll. Ich kenne nun keine Ärzte mehr, wo ich hingehen könnte.

Ich hoffe, ich habe dir entsprechend, geantwortet.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 19:34

Dein Arzt meint Medikinet Adult.
Und mit Bipolaren Diagnosen, die sind gar nicht mal so einfach.
Mir wollten ein paar Ärzte die auch schon mal aufdichten.
Und was kam dann endlich nach etlichen Testungen heraus, zusätzlich zum ADHS habe ich rezedivierende Depressionen die leicht mit Bipolar II verwechselt werden kann.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 19:43

Oh, weia, ich bin wirklich gespannt wie es weitergehen soll.
Was mir am meisten Probleme macht, ist mein Gewicht.

Wenn ich das doch nur herunter bekäme.
Aber jeder Schritt ist schwer.

Ich werde gleich mal googlen, was das für ein Medikament ist.
Danke dir erstmal.

Hättest du noch eine Idee, ob es eine Klinik gibt, die einen auf Bipolar und ADHS hin behandelt? Vielleicht muss ich mich hier nur umgucken, dann mag ich vielleicht eine Antwort darauf bekommen.
Ich würde, wenn ich wüsste, es käme auf die richtige Klinik an, noch vier Wochen dran hängen. Die Hauptsache ist ja, dass ich endlich wieder gut drauf bin. So geht es wirklich nicht weiter.
Zuletzt geändert von Singoela am 10. Februar 2012 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 20:10

Kenne nur Reha-Kliniken. Also überm Rententräger. Wäre bei der BfA Bad Münder und bei der LVA Heideklinik.


Brauchst nicht googlen  :zwink: sowas habe ich in mein Lesezeichen

http://www.medice.de/produkte/adhs/medikinetae-adult
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 20:37

BfA Bad Münder und bei der LVA Heideklinik.


Also, die wären auch spezialisiert auf ADHS? Ich denke ja, hatte eben was über Google heraus gefunden, ich meine die hieß: Bad Münder...nun, werde nochmal sehen.

Und dieses Medikament, ist das gleich zu stellen mit Medikinet, was ich mal eingenommen habe?
Also, ich meine, ist dort ein Unterschied? Oder hat es einfach einen anderen Namen haben müssen, weil es für Erwachsene ist?

Und was ich so gern noch wüsste, warum ich so auseinander gegangen bin. Also von Kleidergröße 36 auf Kleidergröße 54

Ich bin wirklich traurig.

Gerade sah ich mir die Seite von meinem Neurologen an, da steht ja nichts von ADHS. Hoffe mal, der weiß, was ADHS ist.

Gott im Himmel, ich möchte am liebsten nichts einnehmen, doch ich weiß nicht, was dann geschieht.

Also, dieses Abilify war eine Katastrophe und all diese anderen Neuroleptika auch. Das Antidepressive merke ich gar nicht und Tavor ist ein Totschläger.

Was tun, frage ich...komisch, mal sehe ich es als ganz schlimm an, dann wieder ist es mir egal, dann bekomme ich voll die Wut, weil ich glaube falsch behandelt zu werden. Dann gebe ich mir selber die Schuld, weil ich schließlich für meine Psychose selbst gesorgt habe und dann fühle ich mich zum Platzen, weil ich meine, ich sitze in einem Karton und komm nicht raus. Aber der Karton ist viel zu eng für mich.

Habe schon ein wenig gelesen hier, aber irgendwie gleiten die Beiträge zack, vom Thema ab. Muss mal sehen, bestimmt gibt es hier gute Seiten, aber wenn man sie mir nicht serviert, dann habe ich schon keine Lust mehr. Ich Google und Google und komme zu keinem Ergebnis. Warum spürt kein Arzt, was mit einem los ist, dass will mir nicht in den Kopf-

Ach, ja, in der Nervenklinik sagte die Stationsärztin, von dem MPH kann aber nicht meine Bipolare Störung her sein. Aber ich habe doch gar keine Bipolare Störung, es ist doch voll normal, wenn man von 100 auf 0 gefahren wird, dass man müde und kaputt ist. Zumal ich eine Depression gehabt haben soll, aber ich war niemals Suizid gefährdet. Ich wollte leben und ich will es immer noch, ich will wieder lachen können und mich frei fühlen.

Also, ich werde mal sehen, was ich noch tun kann, aber mir sind die Hände gebunden. Mein Mann will auf keinen Fall, dass ich jemals wieder MPH einnehme, weil er Angst hat, ich bekäme eine Psychose wieder, aber ich bekomme sie nicht wieder, ich habe meine Probleme an den Nagel gehangen und will einfach wieder konzentriert und wach sein.

Eine Runde Mitleid bitte.................. :baw:
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 20:50

:girli:
Eine Schizophrenie habe ich noch nie bei mir ausgelöst. Zum Glück.
Aber eine Psychose schon.  :icon_rolleyes:  Darum haben meine Ärzte mir eine Reha aufgelabert.

Das Medikinet Adult, ist gleichzusetzten mit Medikinet Retard.

Kann das sein, dass du von den ganzen Neuroleptikia so zugelegt hast?
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 21:04

[quote=&quot;Angie&quot;]
:girli:
Eine Schizophrenie habe ich noch nie bei mir ausgelöst. Zum Glück.
Aber eine Psychose schon.  :icon_rolleyes:  Darum haben meine Ärzte mir eine Reha aufgelabert.

Das Medikinet Adult, ist gleichzusetzten mit Medikinet Retard.

Kann das sein, dass du von den ganzen Neuroleptikia so zugelegt hast?

[/quote]

Zugenommen? Du kannst es dir nicht vorstellen. Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in die Klinik kam mit der Psychose, da haben sie mir alles mögliche gegeben. Und ich wollte einfach nichts mehr haben, sondern einfach nur langsam von dem Zuviel von Medikinet herunter. Aber, als ich sagte, ich wollte die ganzen Tabletten nicht nehmen, da sagte doch glatt die Stationsschwester zu mir: Wenn ich ihnen die Klappe aufreißen muss, sie nehmen es jetzt ein.

Und ich konnte den kleinen Finger nicht mehr bewegen, so kaputt war ich.

Und mit jeden Tag legte ich zu. Da bin ich nach vier Tagen raus aus der Klinik, aber ich fing dann wieder mit dem Medikament an, habe meine Arbeit verloren und habe mich vollgedröhnt, ich gebe es offen zu und hoffe, dass man nun nicht meint, ich würde es wieder tun. Ich hatte wahnsinnige Probleme, die ich hier nicht nennen möchte.

Und dann musste ich wieder in die Klinik. Da habe ich die ganzen Tabletten wieder bekommen und dazu noch von dem Medikinet herunter, von 100 auf 0

Ich nahm so zu, dass ich z. B. morgens einen Rock anzog, ihn abends nicht mehr über die Hüften bekam, so sehr hatte ich Wasser gespeichert. Die Augen wurden ganz dick, ich konnte kaum aus den Augen schauen.

Und, ja, ich bin von den Neuroleptika und von den Antidepressiva dick geworden. Es ist unmöglich und ich weiß nicht, wie ich es herunter bekommen soll.
Hatte kürzlich einen Unfall, nun sind eineinhalb Bänder am Fußgelenk ab, dass heißt für mich, Fuß schonen. Dass heißt wiederum keine Bewegung.
Ich habe derart dicht gemacht, dass ich so langsam geworden bin, wie noch nie im Leben. Sonst bin ich ein Hans Dampf in allen Gassen, nun bin ich nur noch eine Leiche.

Was um Himmels willen, soll ich tun? Alles mischt sich derzeit bei mir, einmal die ganze Angelegenheit mit dem Gewicht, vierzig Kilo, stelle dir vor. Dazu noch, abends ein Glas Wein, wenn nicht sogar zwei, damit ich überhaupt schlafen kann. Kaffee macht mich müde, der hilft mir gar nicht, trinke ich eine Tasse oder sogar ne ganze Kanne voll, kann ich mich anschließend hinlegen und schlafen. Wahnsinn. Man könnte nun annehmen, dass ich abends Kaffee trinken sollte um zu schlafen, aber das geht abends gar nicht: NO GO!
Ich brauche abends den Wein, weil ich in eine Art Welt eintauchen muss, damit alle Gedanken abgeschaltet sind, dass geht mit Kaffee natürlich nicht. Auch jetzt habe ich ein Glas Wein schon getrunken, fühle mich aber keineswegs betrunken, sondern nur erleichtert. Was das für Gedanken sind, kann ich schlecht beschreiben, Unruhe, wahnsinnige Unruhe, einfach nicht zu stoppen. Ja und Gedanken um alles, wie es weitergeht, wie ich weiterleben soll.

Und zu allem Überfluss meinte mein Neurologe, das Übergewicht wäre eine Nebenwirkung von den ganzen Tabletten. Toll nicht?

Ich schaffe gerade die Treppe nach oben, dann bin ich schon erledigt.
Zuletzt geändert von Singoela am 10. Februar 2012 21:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 21:10

Na gut das ich mein AD zur Nacht nehme, da verpenn ich wohl das Hungergefühl, obwohl es bei trizyklischen nicht so schlimm sein soll.

Ach das mit Kaffe und pennen..........
ich wollte mal Nachts aufräumen, nahm also meine MPH, 3 Pötte Kafee und Coffeintablette von 200mg, nach einer halben Stunde war ich dann müde und ging ins Bett.
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Singoela

Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 21:13

Was ist AD für die Nacht?

Kenne den Ausdruck nicht.  :schäm:

Hee, die Kaffee Drops habe ich auch mal genommen, da wird man ja eher knülle von.  :traum:
Zuletzt geändert von Singoela am 10. Februar 2012 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Angie » 10. Februar 2012 21:16

Ich nehme Antidepressiva nachts ein. Bei mir Amitriptylin und Doxepin; und überm Tag das MPH.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Singoela

Re: Bipolare Störung, eine Komorbidität?

Beitragvon Singoela » 10. Februar 2012 21:40

Weißt du, ich bin mir sehr sicher, dass ich keine Depression gehabt habe.
Wenn man depressiv ist, dann hat man keine Lust zum Leben oder hat keine Lust, seine Arbeit zu tun.

Das war bei mir ganz anders. Ich habe gekämpft bis zuletzt. Denn ich bin mit meiner Freundin jeden Morgen gelaufen.
Und auch an dem Tag, als ich zusammen brach, bin ich noch ganze 300 Meter gelaufen, danach mussten wir umkehren, weil ich am Ende war.

Und als ich in der Klinik war, wurde ich zunächst mit Seroquel vollgestopft. Da wurde ich so sehr müde, dass ich kaum einen Schritt vor den anderen tun konnte.

Auch wurden meine Ängste so stark, die ich vorher gar nicht hatte. Nach sechs Wochen wollte mich meine Stationsärztin entlassen. Da habe ich ihr gesagt, dass ich noch nicht in Ordnung wäre.
Sie darauf: Frau Singoela, sie laufen mit soviel Elan über unser Gelände, wenn sie zur Therapie gehen. Sie haben noch viel mehr Elan als ich.

Und als ich ihr erklärte, wie es mir geht, da meinte sie, sie hätte mir unrecht getan. Denn ich würde ihr gegenüber den Eindruck machen, als ob mir nichts fehlte.
Die Ärzte, die mich ein Jahr vorher behandelten, sahen mich in der Klinik und meinten, dass wäre niemals Frau Singoela, die wäre doch so impulsiv und ständig am Lachen.
Da erst bemerkte meine Stationsärztin, dass ich nicht in Ordnung war. Sie wollten ein Gespräch mit mir, mit den Ärzten von dem Jahr zuvor und mit den jetzigen Ärzten. Doch ich lehnte ab, sowas wollte ich nicht nochmal erleben.
Man sitzt da und wird befragt, blabla...

Was soll denn das? dass man einen Patienten von Hundert auf Null setzt, dann sogar noch Mittel verabreicht, die noch mehr runter halten. Das tut nämlich dieses Abilify und der ganze andere Kram, dazu macht es dick und träge.

Ja, dann muss man fast um Antidepressiva betteln, damit man es bekommt, weil man ja weiß, es soll stimmungsaufhellend wirken.
Aber was ich brauche, dass weiß ich eigentlich selber, denn ich müsste das Methylphenidat so einnehmen, wie ich es beinahe zwei Jahre richtig eingenommen habe. Doch dann kam der ganze andere Quatsch, wenn du wüsstest, was das für ein Blödsinn war, dann würdest du die Hände über den Kopf zusammenschlagen.


Gruß
Zuletzt geändert von Singoela am 10. Februar 2012 21:44, insgesamt 1-mal geändert.

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