Visuelle Wahrnehmung bei ADHS überprüfen lassen...

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Raupi
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Visuelle Wahrnehmung bei ADHS überprüfen lassen...

Beitrag von Raupi » 31. Juli 2018 22:24

Hallo,

eine Sache wollte ich hier mal mit Euch teilen und hören, was ihr dazu denkt. Ich habe diesen Post auch in einem lokalen Forum einer SHG gepostet. Unten dran schreibe ich noch, was dort interessanterweise dazu geschrieben wurde.

Wir haben die Diagnose ADS schon vor der Einschulung im SPZ bekommen, in der Schule klappe gar nichts beim Lesen, Schreiben, Rechnen. So krass hatte ich das nicht erwartet.

Ich fragte im SPZ, ob da nicht noch etwas anderes sein könnte, es hieß, nein. Ich fragte nach einer Buchempfehlung und las daraufhim in dem mir empfohlenen Buch "Lernen mit ADS Kindern", dass bei ADHS die Lesebwegungen der Augen nicht so gut funktionierten. Das hat mich auf die Fährte gebracht, die visuelle Wahrnehmung überprüfen zu lassen.

Beim normalen Augenarzt hieß es, alles sei in Ordnung. Die Orthoptistin in der Praxis sagte mir ebenfalls, alles sei OK. Bloß bei der Verabschiedung auf dem Flur ließ sie plötzlich fallen, mein Sohn wurde so viel hin und her schauen, bis er endlich dahin gucke, wo er hinschauen solle... bei mir ging eine rote Lampe an... ich suchte weiter.

Ergebnis war, nach einem Jahr Wartezeit auf den Testtermin, dass mein Sohn tatsächlich massive Defizite hatte.

Ein dreivierteljahr Sehtraining half ihm, mit neun Jahren endlich Lesen zu lernen.

Nun hat er noch eine Rechtschreib- und Rechenschwäche, aber das Lesen klappt prima!

Bei seinem verstecken Schielen hilft ihm auch eine entsprechende Brille.

Ist es erlaubt, hier Namen zu nennen? Die Ärztin hat ihren Sitz in Bad Homburg und kann unter der Homepage fehlermussmansehen.de aufgefunden werden. Auf der Homepage findet sich auch ein Video, in dem sie ihre Methode erklärt.

Meine Wissens ist sie so ungefähr die einzige Ärztin in Deutschland, die in den USA ein Studium der Optometrie abgeschlossen hat. Ursprünglich ist sie Kinderärztin und Schulärztin, vor dem Studium hat sei ein Ausbildung zur Orthoptistin gemacht.

Ihr Buch "Fehler muss man sehen" (Heike Schuhmacher) ist sehr aufschlussreich, leicht zu lesen und hervorragend optisch strukturiert. Mehr dazu unter http://www.fehlermussmansehen.de.

Vielleicht kann es also sinnvoll sein, bei Schulproblemen neben dem ADHS auch mal genauer bei der visuellen Wahrnehmung hin schauen zu lassen. Hier gibt es, wie gesagt, für mich zwei Quellen, einmal das o. g. Buch und die Ärztin.

In meinem Umfeld haben auch Mütter von Recht erfolgreichen Trainings bei Optikern berichtet. Das könnte also auch ein lohnender Versuch sein, wenn es in der Schule nicht so gut läuft. Man kann ja außer ADHS eben auch noch was anderes haben...

Ich bin gespannt auf Euer Feedback!

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Von der SHG erfuhr ich, dass jemand mit einem der Ad(H)S Kinder bei der gleichen Ärztin war für die Diagnose, das Training jedoch erfolgreich in einer "normalen" Sehschule (für weniger Geld) durchgeführt wurde.

Noch interessanter: bei zwei anderen AD(H)S Kindern normalisierten sich die Augenbewegungen unter Medikamentengabe!!

Das finde ich phänomenal!

Ich wünschte jetzt, ich hätte mit meinem Sohn schon in der ersten Klasse mit Medikamenten angefangen... die obige Ärztin riet auch für den Fall, dass er nach der Rückversetzung in die zweite Klasse nicht mit dem Lernstoff mitkäme, zur Medikation. Damals war ich entsetzt darüber, heute bedauere ich, nicht genauer bei ihr nachgefragt zu haben, was ihre Begründung dafür war...

Aber das würde bedeuten, dass Menschen, die gegen ihr ADHS keine Medikamente nehmen oder nur gelegentlich, vielleicht sehr von einer Untersuchung der visuellen Wahrnehmung und entsprechender Therapie profitieren könnten.
LG, Raupi (Hashimoto)

Sohn *2007*ADHS, Verdacht auf ASS
Sohn *2010 HB
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