Schulangst... auch zu Hause?

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4sonnenscheine
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Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon 4sonnenscheine » 17. März 2014 08:14

Hallo,

ich wusste nicht genau in welches Forengebiet ich genau schreiben soll, deshalb schreibe ich einfach mal hier.
Meine Tochter (einige kennen uns ja) hat die Diagnosen Zwänge,Ängste,ADS. Sie bekommt nun seit Januar ein Medikament gegen die Zwänge, da sie von jetzt auf gleich ganz schlimm geworden waren. Es geht ihr damit auch recht gut.
Nun haben wir aber seit Januar eher das Problem, dass sie eine Schulangst entwickelt (falls es eine ist?).
Sie ists chon immer so, dass sie bei Stress schnell Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen bekommt...auch oft schon bei Kleinigkeiten. Aber es war immer auszuhalten udn ging dann wieder. Seit Januar ist es nun so, dass ich sie regelmäßig aus der Schule holen muss, weil sie so starke Bauch oder Kopfschmerzen hat. Gucke ich auf den Stundenplan, würde genau in der nächsten Stunde die Klassenarbeit geschrieben werden. Vor einer anderen Arbeit hat sie zu Hause erbrochen. Zu wieder einer anderen Arbeit ist sie einfach nicht hingegangen und ist auf dem Schulhof geblieben.
Unser Kinderpsychiater hat es auf die neuen Medikamente geschoben, das könnten alles erstmal Nebenwirkungen sein. Das war´s...
nun geht das aber schon seit Wochen so...und ich glaube nicht so recht an die "Nebenwirkungen", denn sobald sie aus der Schule zurück ist geht es ihr super. Sie spielt hier nachjittags fröhlich, wir waren im Schwimmbad,... soll sie aber ihre Hausaufgaben beginnen bekommt sie sofort wieder Kopfschmerzen. Ich habe jetzt schon die Schulpsychologin informiert, sie sagt auch es hört sich sehr nach Schulangst an.
Habt ihr da Erfahrungen? Istd as Schulangst? Oder Nebenwirkungen? Was mich auch verwundert ist, dass es zu Hause auch so ist. Es geht ihr super, aber soll sie irgendeine Aufgabe erledigen hat sie Bauchschmerzen. Sie wollte neulich ihre Tasche ausräumen (ist alle 2 Wochen das Wochenende beim Papa). Das hat sie Tag für Tag vor sich hingeschoben. Ist mir ja auch egal, solange ich die Tasche nicht brauche, kann sie sie auch voll im Zimmer stehen lassen. Aber dann wollten wir für das letzte Wochenende wieder packen und somit musste sie die Tasche ja nun ausräumen. Es war nicht möglich...die hat geweint und hatte Bauchschmerzen, sie hat einfach die Tasche nicht ausräumen können, das war ihr zu viel. So ist es so oft... sie kann sich auch kaum um ihr Haustier kümmern, sie schafft es einfach nicht...obwohl sie es so gern möchte.
Kennt ihr das?
Was würdet ihr tun? Ob ich unseren Psychiater nochmal anrufe?

Danke für´s ausheulen dürfen...das tut manchmal echt gut ;-)

Liebe Grüße
4sonnenscheine
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Sheherazade
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Sheherazade » 17. März 2014 13:18

Bist du dir sicher, dass sie tatsächlich Bauch- oder Kopfschmerzen hat oder erpresst sie dich nur?

Warum gehst du mit einem Kind, dass aus der Schule abgeholt werden muss wegen Schmerzen und deshalb eine Klassenarbeit nicht mitschreiben kann, am Nachmittag ins Schwimmbad? Kranke Kinder gehören ins Bett - auf diese Weise könntest du evtl. auch herausfinden ob dich deine Tochter gerade über den Leisten zieht und sich DEINE Ängste und Sorgen zu Nutze macht.
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon 4sonnenscheine » 17. März 2014 13:26

an dem tag waren wir sicher nicht im schwimmbad ;-) dann geht´s ins bett oder zum arzt.
aber auch an tagen, an denen sie in der schule war hat sie diese schmerzen, wenn es um die hausaufgaben geht. im schwimmbad alles super, soll sie hausaufgaben machen nicht mehr...
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon 4sonnenscheine » 17. März 2014 13:26

machen muss sie die aufgaben natürlich trotzdem
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Hanghuhn
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Hanghuhn » 17. März 2014 14:08

Sie kriegt jetzt nur Medikamente gegen die Zwänge? (rhetorische Frage) Das heißt, dass ihr eigentliches Problem nicht behandelt wird. Das ist natürlich heftig.

Ich habe auch ein Kind, das von Schule Bauch- und Kopfschmerzen bekam und bekommt. Allerdings war das zu Hause (fast) weg. Ich halte das nicht für gespielt, zumal sich Deine Tochter auch noch übergibt. Ein Rezept dagegen habe ich nie erhalten. ADS ist erst spät diagnostiziert worden. Mein Kind hat sich allerdings auch geweigert, Medikamente zu nehmen, weil es sich im Internet "kundig" gemacht hatte. Dieses Kind geht z. Zt. an eine teure Privatschule, in der Unterricht prinzipiell anders geregelt ist. Das scheint zu klappen.

Weil ich die Schulangst nicht für gespielt halte, würde ich sie auch ernst nehmen. Inwieweit ist Dein Mann beeinflussbar. Auf irgend welchen Prinzipien zu bestehen, finde ich auf Grund der Lage Deiner Tochter für pure Sturheit. Er sieht doch, wie es dem Kind geht. Ich halte so eine Haltung für unverantwortlich.

Ich glaube, dass Deine Tochter ohne ADS-Medikamente schlecht aus dem Schlamassel 'rauskommen wird. Gibt es eine Therapie gegen Schulangst? Tabletten gegen die Zwänge allein scheint ja nichts zu bringen.
LG Hanghuhn
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon 4sonnenscheine » 17. März 2014 14:13

es ist ja nicht mein Mann :-) Mein Mann ist der gleichen Ansicht wie ich auch.
Der leibliche Papa ist es, der ADS nicht sieht. Ich habe auch das Gefühl, dass nur dei Symptome, aber nicht die Ursache behandelt wird.
Wir sind ja immernoch vor Gericht, im April ist die nächste Verhandlung...
Die Medikamente gegen die Zwänge bekommt sie jetzt, weil es im Januar auf einmal ganz heftig war. Es ging nichts mehr und es gab nur Medikamente oder Klinik zur Auswahl eigentlich. Ich bin ja auch der Meinung, dass es nicht so schlimm hätte kommen müssen wie es jetzt kam, wenn sie vorher die Medikamente wieder hätte nehmen dürfen. Aber wie will man das belegen...
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Hanghuhn
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Hanghuhn » 17. März 2014 14:59

Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte Deinen Ex-Mann, wobei ich jetzt nicht recherchiert habe, ob ihr jemals verheiratet gewesen seid, was eigentlich auch uninteressant ist. Der Kinds-Vater hat das geteilte Sorgerecht und sträubt sich mit Händen und Füßen, dass "sein Kind" eine psychische Störung / Krankheit hat. Für ihn ist das Kind völlig normal, weil es in der relativ kurzen Zeit, in der es bei ihm ist, völlig normal wirkt. Die paar Ungereimtheiten im Verhalten des Kindes wischt er weg. Darum ist es ein vollkommen absurdes Ansinnen für ihn, dass seine Tochter "Drogen" bekommen soll.

Du meinst, dass die Zwänge und Ängste Deiner Tochter durch ADS hervorgerufen oder mindestens begünstigt werden. Du bist sauer auf den Kinds-Vater, weil du vermutest, dass Deine Tochter diese Zwänge zumindest in dieser Heftigkeit erst gar nicht entwickelt hätte, hättet Ihr dem Kind nur rechtzeitig mit einer ansprechenden ADS-Therapie, zu der auch Tabletten gehört hätten, geholfen.

Ich sehe das auch so, weil ich Ängste und Zwänge für Komorbiditäten halte.

Eine erschöpfende Antwort kann Dir evtl. nur der Arzt geben. Habe ich Dich schon einmal gefragt, ob Du Deinen Mann nicht mal zum Arzt schleifen kannst? Er hat ja offensichtlich nichts gegen Tabletten, die im Psycho-Bereich wirken, sonst hätte er wohl nicht die Zustimmung für die Tabletten gegen die Zwänge gegeben. Er hat was gegen "Drogen".

Lass ihn doch mal in der ARD-Mediathek den Film schauen.

Vielleicht erkennt er ja seine Tochter wieder.
Zuletzt geändert von Hanghuhn am 17. März 2014 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
LG Hanghuhn
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon 4sonnenscheine » 17. März 2014 15:17

er kommt zu jedem Arzttermin mit!!! und trotzdem sieht er es nicht und was wir sagen (und selbst seine Tochter) glaubt er nicht.
Mausi wird bald nochmal eine Verhaltenstherapie machen, da soll auch die Schulangst Thema sein. Ich bin schon mit Lehrenr und die Schulpsychologin im Gespräch und hoffe, dass es sich bald etwas bessert.
Ich sehe das genauso wie du. Zumal wir ja wissen, dass MPH bei ihr gut geholfen hat. Es wird jetzt noch ein Test gemacht um eine Rechtschreibschwäche zu bestätigen oder eben nicht. Vielleicht hilft uns das irgendwie weiter.
Ich freue mich, dass es der Maus grad (bis auf die (Schul)angst) besser geht. Die Zwänge sind deutlich besser und sie ist viel besser drauf. Seit sie die Medikamente nimnt ist sie nicht ein einziges Mal mehr ausgeflippt. Alles andere, was ich eher auf ADS schiebe ist geblieben.

Danke, dass ich mir heir alles von der Seele schreiben darf. Die letzte Zeit war echt anstrengend. Zum Glück bin ich Tagesmutter und konnte das so halbwegs regeln. Ich hätte dieses Jahr gar nicht normal arbeiten können...Mausi war ja ständig aus der Schule zu Hause, ständig Termine bei Ärzten und Psychologen...
Falschparker
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Falschparker » 17. März 2014 19:30

Wieso darf dieser grausame Typ ihr Jahre ihres Lebens rauben?  :baw:
<><
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Hanghuhn
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Hanghuhn » 17. März 2014 20:10

[quote=&quot;Falschparker&quot;]
Wieso darf dieser grausame Typ ihr Jahre ihres Lebens rauben?  :baw:
[/quote]Weil die Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben. 4sonnenscheine muss für jeden Schritt ihren Ex fragen.
Zuletzt geändert von Hanghuhn am 17. März 2014 20:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Falschparker » 17. März 2014 21:07

Jaja, ich habe diese Geschichte sehr genau verfolgt, die Frage meinte ich rethorisch.

Es gibt ja viele (getrennte) Väter die sich gegen die Behandlung wehren, aber nicht viele so lange und bei so starkem Leidensdruck.  :upsi:
<><
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon lenilein » 17. März 2014 22:31

Hallo,

ich halte mich mal aus dieser Geschichte mit dem Vater und den Medis raus.

Du schreibst, dass deine  Tochter meinstens nur Angst vor Klausuren oder Test oder Klassenarbeiten hat (ich bin ein bisschen Verwirrt, weil ich die entsprechende Bezeichung nicht finde). Daher denke ich, dass es sich weniger um Schulangst, sondern viel mehr um Prüfungsangst handelt. Das klingt auch nicht viel besser, aber ich denke dagegen lässt sich vielleicht leichter vorgehen. Doch die wichtigste Vorraussetzung ist heraszufinden oher diese Angst kommt. Dann sollte man sich überlegen, was man dagegen tun kann. In der 6./7. Klasse hatte ich auch extreme Angst und habe vor manchen Klausuren schon am Abend eine heulattakte bekommen. Das hat meine Mutter meiner Lehrerin erzählt und wir haben einfach vor den Klausuren entspannungsübungen gemacht und ich habe noch extra Übungszettel bekommen, die aufgebaut waren wie Klausuren,  damit ich dann keine Angs vor der Klausur haben musste. Das alleine hat MIR unheimlich viel geholfen.

Wie das bei deiner Tochter ausschaut, kannst  nur du wissen. Ihr solltet nur am besten eine schnelle Möglichkeit finen, weil vor den Klausuren zu flüchten hilft auf die Dauer nichts.
bin ich außergewöhnlich, bin ich anders, bin ich besonders, nein ich bin einfach ich jeder, der das nicht so sieht, der ist es nicht!
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Sheherazade
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Sheherazade » 18. März 2014 05:51

[quote=&quot;lenilein&quot;]
Du schreibst, dass deine  Tochter meinstens nur Angst vor Klausuren oder Test oder Klassenarbeiten hat[/quote]

Ganz offensichtlich  hat das 12-jährige Mädchen diese Angst auch vor Hausaufgaben und sonstigen (meist kleinen) Pflichten im Haushalt.
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ripley
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon ripley » 18. März 2014 08:44

[quote=&quot;Sheherazade&quot;]
[quote=&quot;lenilein&quot;]
Du schreibst, dass deine  Tochter meistens nur Angst vor Klausuren oder Test oder Klassenarbeiten hat[/quote]

Ganz offensichtlich  hat das 12-jährige Mädchen diese Angst auch vor Hausaufgaben und sonstigen (meist kleinen) Pflichten im Haushalt.
[/quote]
Ja.
Und da läge MEIN Ansatzpunkt. Das Mädel MÖCHTE sich allein drum kümmern, KANN es aber nicht. Nicht so, dass das Tier regelmäßig gefüttert würde, nicht so, dass die Kleine sich nicht bis in den (wie späten?) Abend mit dem Thema Schule und Hausaufgaben auseinandersetzen müsste (eben weil sie es NICHT schafft, die HAs zeitnah zur Schule zu machen und sie daher gedanklich weiter und weiter mit sich rumschleppt).

4Sonnenscheine, ich würde hier eine Zäsur setzen. Es geht nicht an, dass eine 12jährige von frühmorgens bis in den Abend /in die Fernsehzeit ihren Kram vor sich herschiebt und ihn damit eben NICHT aus dem Kopf bekommt. Das IST belastend.

Ich denke, DU bist hier gefragt! Wenn das Mädel sich selbst nicht strukturiert bekommt, dann musst DU das eben übernehmen. Und nicht weiter zuschauen, wie sie immer verspannter und unglücklicher wird in ihrer Überforderung.

Kind kommt mittags nach Hause, isst etwas, setzt sich dann an den Schreibtsich und hat ab da ... weiß nicht ...6. Klasse? ... anderthalb oder zwei Stunden? ... Zeit Hausis zu machen. In der Zeit bist Du im Raum, beantwortest Fragen, führst sie gedanklich zurück, wenn sie abdriftet. Danach ist SCHLUSS! Keine Bücher, keine Hefte, keine Hausaufgaben. Feierabend! EGAL ob sie fertig ist oder nicht.

Dito mit dem Haustier: DU sagst zum Zeitpunkt X an, dass es JETZT gefüttert wird und begleitest die Tochter dabei. Wirklich JETZT, nicht "ja, gleich", nicht "ja, ich mach' nur noch schnell..." - JETZT!

Lass das Mädel doch nicht so allein mit Dingen, die sie eben NICHT allein hinbekommt! Mag ja sein, dass die jüngeren Kinder das hinbekommen, aber sie bekommt es eben NICHT hin. Sie braucht da HIlfe, Unterstützung, Organisation, Anleitung.
Sie braucht KEIN tägliches Scheitern!
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon Sheherazade » 18. März 2014 09:23

[quote=&quot;ripley&quot;]
Mag ja sein, dass die jüngeren Kinder das hinbekommen, aber sie bekommt es eben NICHT hin. Sie braucht da HIlfe, Unterstützung, Organisation, Anleitung.
Sie braucht KEIN tägliches Scheitern!
[/quote]

Wer braucht das schon? Mein älterer Sohn (12, ADS) braucht und bekommt diese von dir beschriebene Form der Anleitung heute noch. Der jüngere (11, Autismus und ADHS) nicht in gleichem Maße, aber ähnlich - ich muss einfach in der Nähe sein. Nicht um zu kontrollieren, aber um unterstützen zu können. Bei meinen Jungs ist die Handlungsplanung einfach noch nicht so ausgereift wie es bei meinen Mädchen war.

Die Zeit der Hausaufgaben habe ich schon in der Grundschule befristet (max. eine Stunde), irgendwann ist Schluß mit lustig, denn mit Gewalt und Druck funktioniert da gar nichts, dann blockiert jedes Kind. Ggf. habe ich einen Vermerk in das Hausaufgabenheft gemacht und gut war es, das hat jeder Lehrer akzeptiert. Diese Vorgehensweise hat es meinen Kindern ermöglicht die Zeit der Hausaufgaben als möglichst streßfreie Pflicht in ihren täglichen Ablauf aufzunehmen, so dass nicht schon am Vormittag die Angst vor der Hausaufgabenzeit alles andere blockiert.
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Re: Schulangst... auch zu Hause?

Beitragvon No User » 18. März 2014 09:46

Für mich riechen die beschriebenen Probleme nach einer ADS-bedingten Überforderung durch Schule, Hausaufgaben und Alltagsaufgaben im Zusammenhang mit Ordnung und Organisation. Keine Ahnung, ob sowas direkt die Kriterien einer Angststörung erfüllt, aber ich sehe da fließende Übergänge zu Ängsten, denn natürlich macht die ständige Erfahrung des Scheiterns auch Angst.

Ich wollte noch darauf hinweisen, dass man Schmerzen auch erlernen kann. Damit meine ich weniger ein bewusstes Simulieren von Schmerzen zur Vermeidung unangenehmer Aufgaben. Ich meine, dass es die natürliche Funktion von Schmerz ist, eine Schonung des betroffenen Organs zu erzwingen.

Ein Kind kann in Schule wie zuhause lernen, durch Schmerz um die Erledigung von Aufgaben herumzukommen und dennoch ist dieser Schmerz echt. Psychosomatisch bedeutet dabei, dass ein aus psychischen Gründen entstandener Schmerz körperliche Folgen bekommt. Dem ist nicht ganz einfach zu entkommen. Dabei können sich echte Schmerzen an ganz konkrete Situationen binden (Schule, Hausaufgaben, Aufräumen,...) oder anders ausgedrückt beeinflussen ganz normal Emotionen und Aktivität das Schmerzempfinden.

Wenn im Moment eine wirksame Therapie der ADS inklusive Medikation außer Reichweite ist, wäre sicherlich ein Umgang wie von ripley beschrieben das Mittel der Wahl. Die beste Medizin, die das Kind unter diesen Umständen bekommen kann, sind Erfolgserlebnisse. Die brauchen eine Fokussierung auf das, was sie kann, auf ihre Stärken statt auf ihre Schwächen, auf Lösungen statt auf Probleme. (Auch neben einer Medikation bliebe eine solche Begleitung angepasst an die Ausprägung verbliebener Symptome weiterhin angesagt.)

Bei aller Notwendigkeit einer Pause nach der Schule würde ich doch empfehlen, die Hausis möglichst zeitnah nach der Schule hinter euch zu bringen und dem Kind anschließend einen unbeschwerten Rest des Tages zu gönnen. Ruhig auch wie bei ripley beschrieben mit einem zeitlichen Limit, an dem auf jeden Fall abgebrochen wird. Und sollten die Hausaufgaben tatsächlich mal eher fertig sein (und sei es nur, weil es zufällig nur wenige waren), dann darf das Kind als Belohnung die gewonnene Zeit angenehmer verbringen. Sollten später doch Stimulanzien ins Spiel kommen, wird man auch die Hausis noch in deren Wirkungszeit unterbringen wollen.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 18. März 2014 09:56, insgesamt 1-mal geändert.

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