Probleme mit aufmerksamen Zuhören

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Laura6488
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Probleme mit aufmerksamen Zuhören

Beitrag von Laura6488 » 21. Januar 2014 18:43

Hallo,
ich glaube zwar, dass ich hier nicht in der richtigen Rubrik gelandet bin, aber ich wusste nicht, wo dieser Beitrag sonst hingehört.

Ich nehme seit drei Jahren gut Medikamente. Aber diese sind natürlich keine Wunderheilmittel. Das ist mir durchaus bewusst.
Also muss ich zusehen, dass ich bestimmte Restsymptome anderweitig in den Griff bekomme!
Ich habe nämlich nach wie vor ein Problem damit, aufmerksam zuzuhören. Vor allem in Gruppensituationen wie Sitzungen/Konferenzen, Seminaren, etc.
Ich kam zwar auch so durch´s Leben, aber es nervt mich einfach dermaßen, dass ich es endlich mal in den Griff bekommen möchte.

Ich finde es ja toll, wenn sich alle so sehr um die ADHS-Kinder kümmern, damit die es im Leben leichter haben als so mancher Erwachsener.
Aber genau auch diese sollte man ebenso berücksichtigen. Und irgendwie - zumindest im Rhein-Main-Gebiet - sieht es mit der "Versorgung"/Behandlung von Erwachsenen mit ADHS etwas "mau" aus! Schade!

Ich war jetzt bei einer (Kinder-)Ergotherapeutin (die ich aus eigener Tasche bezahlt habe), die mit mir diverse Übungen durchgeführt hat. Leider hat davon nichts wirklich geholfen.
Jetzt erzählte sie mir noch etwas von einem "Audiva"-Gerät, was mir evtl. noch helfen könnte. Dies wird wohl speziell für das Training zur auditiven Wahrnehmung genutzt. Leider ist die Ergotherapiepraxis nicht mehr im Besitz dieses Gerätes. Ich wurde nun an diverse "Fachleute" wie Logopäden und einer sogenannten "Phoniatrischen" Praxis verwiesen.
Wie der Name LogoPÄDE schon sagt, behandeln diese fast ausschließlich Kinder. Evtl. macht die eine, die dieses Gerät tatsächlich besitzt, bei mir eine Ausnahme. Jedoch nur, wenn ich von dieser "Phoniatrin" eine Verordnung für die Logopädin bekomme. Diese wiederum behandelt auch nur Kinder und kennt natürlich niemanden weit und breit, der sowas Ähnliches bei Erwachsenen durchführt.
Meine Psychiaterin verweigert jegliche Verordnungen. Denn diese kosten ja auch Geld und sie hat angeblich nur 11 € pro Quartal in ihrem Heilmitteletat.

Um auf den Punkt zu kommen:
Kennt hier jemand einen Arzt oder so was Ähnliches, der im Raum Frankfurt oder im Hochtaunuskreis so etwas verordnen kann?
Oder hat jemand ähnliche Probleme mit dem aufmerksamen Zuhören und kennt sinnvolle Übungen dafür?



Ich bin für Ratschläge sehr dankbar!!!

Eure Laura
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caithlin
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Re: Probleme mit aufmerksamen Zuhören

Beitrag von caithlin » 21. Januar 2014 19:04

Bist du denn richtig eingestellt? Unsere Kinder zeigen verstärktes nicht- zuhören-können wenn die Dosierung nicht ( mehr) stimmt. Es gab auch große Unterschiede zwischen verschiedenen Präparate.

Caithlin
graffiti
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Re: Probleme mit aufmerksamen Zuhören

Beitrag von graffiti » 21. Januar 2014 19:15

mph hin oder her - in besprechungen, seminaren usw. hilft mir heute noch, was mir früher - ohne mph oder wissen um adhs - geholfen hat:
1. mitdenken
2. mitschreiben
sonst drifte ich weg.
sehr weit weg.

mitdenken hat den nachteil, daß ich dauernd meinen senf dazugebe bzw. ständig nachfrage, wenn mir etwas nicht gleich verständlich ist oder wenn mir die logik schräg erscheint oder wenn ich einen gläääääänzenden spontaneinfall knapp diagonal am thema vorbei habe :icon_mrgreen:
schreibe ich gleichzeitig mit, hält sich der laberzwang in grenzen ... und andere sind meist sehr dankbar, wenn jemand freiwillig protokoll führt  :zwink:
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
Laura6488
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Re: Probleme mit aufmerksamen Zuhören

Beitrag von Laura6488 » 22. Januar 2014 18:09

@caithlin: Danke erstmal für deine Antwort.
              Bist du dir sicher? Ich nehme Methylphenidat 10 mg (dreimal täglich). Meine Ärztin hatte mir mal Medikinet adult verschrieben. Jetzt weiß ich halt auch nicht, wie lange das dauert, bis es bei mir auch richtig anschlägt, also wie lange mein Körper braucht, sich darauf einzustellen.
Kann es mir momentan auch nicht so wirklich leisten. Muss bei der Arbeit aufmerksam sein, weiß mir auch soweit gelingt. Und ich lerne nebenher auch für das Abitur. Ich bräuchte quasi so zwei WOchen Urlaub, um mich "umzugewöhnen".

@graffiti: Ja, ich schrieb auch ab und zu Protokoll. Das hat mir sogar auch etwas geholfen. Trotzdem schweife ich auch dabei manchmal noch mit meinen Gedanken ab. Es nervt mich einfach, wenn man genau dann, wenn mal nicht aufpasst, nach seiner Meinung zum Thema gefragt wird und nicht wirklich plausibel antworten kann, weil man nicht zugehört hat. :-$


VG
Laura
Elchi
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Re: Probleme mit aufmerksamen Zuhören

Beitrag von Elchi » 22. Januar 2014 20:11

Also, Logopädie ist nicht nur für Kinder:
Logopädie (von altgriechisch λόγος lógos „Wort“ sowie παιδεύειν paideuein „erziehen“; wörtlich also „Sprecherziehung“ (Wikipedia)
Erwachsene werden genauso behandelt wie Kinder, z.B. nach Schlaganfällen oder OPs, die die Stimmbänder betreffen.

Das hindert die Praxen natürlich nicht daran, sich auf Kinder zu spezialisieren.

Ich finde auch, dass Deine Probleme auf Unterdosierung hindeuten. Diese Unaufmerksamkeit ist doch eines der Hauptprobleme bei ADS, das durch die Medis deutlich verbessert werden sollte. Vielleicht solltest Du das mal mit Deiner Ärztin besprechen.
Die Medikamente brauchen keine 2 Wochen "um anzuschlagen", wenn die Dosis richtig ist.

Hast Du das Medikinet Adult schon ausprobiert?

Vielleicht mag Deine Psychiaterin auch keine Verordnung für diese Therapie verschreiben, weil sie nicht an eine Wirkung glaubt? Bei der Ergotherapie hast Du ja schon festgestellt, dass es nichts gebracht hat. (Ergotherapie gehört nicht zur Standardtherapie bei ADS. Man kann sie natürlich verschreiben, wenn trotz Medikation noch Defizite vorhanden sind, aber die Erfahrung und auch Studien zeigen, dass sie nur brauchbare Wirkung hat, wenn die Medikamentöse Einstellung stimmt)

Wenn Du es aber trotzdem unbedingt versuchen willst - hast Du schon mal versucht, vom Hausarzt eine Überweisung zu bekommen?

LG
Elchi
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