Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

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Nando
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Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon Nando » 7. Oktober 2013 20:48

Hallo,

ich war heute bei  meinem Psychologen. Auf sein Anraten stelle ich nun dieses Thema ins Forum und bin Gespannt, was Ihr so berichtet.

Wie geht Ihr mit Eurer Vergesslichkeit, Zerstreutheit, Fahrigkeit und Schusseligkeit um?

Mein Problem ist, das ich mich noch immer fertig mache und selber Dummheit vorwerfe, zumindest in diesem Moment und was ich doch für'n Idiot bin, wenn ich was verlegt habe und suche.

Das schafft mich dermaßen, bis ich einen hochroten Kopf bekomme, stink wütend werde und extrem rumfluche. Das ist nicht nur für mich sehr unangenehm, sondern auch für meine Frau, die Dinge für mich mit sucht (z.B. Geldbeutel, Handy, Schlüssel, etc ... ). Die ganze Sucherei ist immer sowas von Energieraubend ... .

Ich habe z.B. schon wie oft meinen Geldbeutel oder Schlüssel verlegt. Aus Angst, das er an Fremde Leute gelangte, habe ich alle Geld -/Kreditkarten sperren lassen. Kurze Zeit später habe ich sie dann wieder gefunden, was mich zum neuen Ärger antrieb. Das Gleiche mit meinem Handy.

Oder ich suche ständig mein Auto auf dem Firmenparkplatz, weil ich immer wo anders stehe, - eben immer wo gerade Platz frei ist.

Das sind nur einige wenige Beispiele von seeeeeehr vielen.

Freue mich auf Eure Antworten :-)

Nando
Geb. 1974, m., AD(H)S-Diagnose seit 05.08.2013
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PetraTABA
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon PetraTABA » 7. Oktober 2013 23:21

Ich versuche die Dinge IMMER auf den gleichen Platz zu legen (zumindest Zuhause), klappt manchmal aber auch nicht
Zuletzt geändert von PetraTABA am 7. Oktober 2013 23:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Nando
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon Nando » 8. Oktober 2013 05:48

[quote=&quot;PetraTABA&quot;]
Ich versuche die Dinge IMMER auf den gleichen Platz zu legen (zumindest Zuhause), klappt manchmal aber auch nicht
[/quote]

Das mit 'immer an die gleiche Stelle legen' klappt bei mir nicht. Das hält maximal eine Woche so an, wenn überhaupt. Dann iss wieder alles durcheinander.

Nando
Zuletzt geändert von Nando am 8. Oktober 2013 05:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Sheherazade
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon Sheherazade » 8. Oktober 2013 09:33

[quote=&quot;Nando&quot;]
Die ganze Sucherei ist immer sowas von Energieraubend ... .
[/quote]

Ich sage meinem Mann seit 16 Jahren, dass die Sucherei weniger energieraubend und dafür effektiver wäre, wenn er es endlich schaffen würde, nicht in Selbstvorwürfen, Selbstmitleid und Wüterei auszubrechen sondern ganz in Ruhe darüber nachdenkt, wann und wo er den gesuchten Gegenstand zuletzt hatte. Denn nicht das Verlieren oder Vergessen ist das eigentliche Problem sondern seine Reaktionen darauf. Die blockiert jede Form des Denkens.

Das hier
Mein Problem ist, das ich mich noch immer fertig mache und selber Dummheit vorwerfe, zumindest in diesem Moment und was ich doch für'n Idiot bin, wenn ich was verlegt habe und suche.

Das schafft mich dermaßen, bis ich einen hochroten Kopf bekomme, stink wütend werde und extrem rumfluche.

kenne ich jetzt seit 16 Jahren. Der erste Teil geschieht im Stillen, der zweite Teil für die ganze Umgebung gut hörbar. Somit entstand aus dieser Art des Selbsthasses für mich und die Kinder der Eindruck, mein Mann wäre auf uns wütend - zumal er dann auch gerne anderen die Schuld gibt oder einfach wegrennt. DAS ist extrem energieraubend. Irgendwann schreien sich alle an. Alle haben Angst vor dem nächsten "Verlust", vor dem nächsten Ausbruch. Man zieht sich zurück.

Erst seitdem unser älterer Sohn in Diagnostik war (vor ca. 2 Jahren) und nach den folgenden Gesprächen beim KJP, glaubt mein Mann mir langsam, denn (auch wenn er es nicht zugibt) er erkennt sich in der Diagnose ADS (und in seinem Sohn) wieder.

Heute merke ich schnell, wenn er wieder was verloren hat (meist bevor er es selbst merkt  :breitgrinse1:) und kann rechtzeitig Stopp sagen, wenn er anfängt zu wüten, damit er seine Energie aufs Denken verschwenden kann. Es klappt zusehends besser, die gesuchten Gegenstände tauchen schneller wieder auf und er hat Erfolgserlebnisse, weil sie durch sein Nachdenken auftauchen und nicht, weil vor Angst alle mitsuchen. Mittlerweile vergisst mein Mann auch weniger und verliert demnach auch seltener etwas. Wir haben also alle dazu gelernt.

Was ich extrem merkwürdig finde: Er verliert oder vergisst auf der Arbeit nie was, demzufolge zeigt er dort auch nicht solche Reaktionen. Er ist Monteur im Aussendienst mit einem sehr umfangreich ausgestatteten Fahrzeug, da weiß er genau, wo was liegt und wenn was fehlt. Zu Hause in seiner ebenfalls sehr umfangreich ausgestatteten Werkstatt herrscht das Chaos.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 8. Oktober 2013 09:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon Eule » 8. Oktober 2013 09:53

@Nando

Wahrscheinlich bekommst du mehr Antworten wenn der Thread im Bereich "ADHS bei Erwachsenen" steht. Bitte vielleicht mal jemanden vom Team es zu verschieben.

Zumindest meines Wissens ist Vergesslichkeit, Schusseligkeit, Verlegen...keine Komorbidität (das wäre eine eigenständige Erkrankung, die sich parallel/auf der Grundlage des bestehenden ADHS entwickelt hat), sondern eines der Kernsymptome von AD(H)S.

@topic

Dieses Phänomen sich selber dafür fertg zu machen dürfte wohl so ziemlich jeder erwachsene spät diagnostizierte ADSler haben, und das ist eigentlich auch nicht verwunderlich - schließlich hat einem mehrere Jahrzehnte lang alle Welt erklärt man sei ein Schussel, Schlampi, Chaot, Depp, Idiot, man sei zu blöd für einfachste Dinge, oder gar man habe den Termin oder die versprochene Besorgung/Erledigung aus Bösartigkeit und Mutwillen um den anderen zu ärgern unterlassen.

Irgendwann glaubt man soclehn Mist halt selber, da man die andere, zutreffende Erklärung ADHS eben (noch) nicht hat.

Ich kenne das was du schilderst in ähnlicher Form von mir selber. Eher nicht mit hochrotem Kopf - aber ich erwische mich immer wieder bei mal laut gesagten, mal gedachten Sätzen wie "Mist, ich Dussel lasse meinen Kram echt überall liegen, wie kann ich nur so hirnlos sein, meinen Mist nicht so hinzulegen daß ich ihn wiederfinde, das kann doch schon ein 12jähriger, und ich schlag mich immer noch mit diesem Kinderkram rum?!"

Mit der Diagnose, eigentlich sogar schon einige Zeit früher, als ich mir nach intensiver Informationsbeschaffung sicher war, daß mein Problem eben nicht Schlamperei, Faulheit, Bösartigkeit, Unfähigkeit heißt, hat bei mir ein Umdenken begonnen. Ich habe ADHS, und für Menschen mit ADHS ist es typisch, daß sie mit diesen Dingen Schwierigkeiten haben. Also "darf" ich 40 Jahre oder länger brauchen, um diese Dinge so zu lernen daß ich sie gut handhaben kann. Ich "muss" mich nicht mit Altersgenossen, jüngeren Geschwistern oder superorganisierten gut strukturierten Perfektionisten mit Elefantengedächtnis messen. Ich kann mir selbst verzeihen, daß das nicht so perfekt klappt wie es der "Standard" für Leute in meinem Lebensumfeld vorgibt.

Allerdings ist das zugegebenermaßen immer noch schwierig, ich erwische mich immer noch dabei, wie ich mich mit hektischer Suche selber nerve, und als ob das nicht genug wäre, mich auch noch runtermache. Es dauert halt einfach von dem Punkt an dem man zu der Erkenntnis kommt, daß das eben typisch ADHS ist, und daß man daher "gnädiger" mit sich selbst sein sollte, weil man ja eigentlich nicht "schuld" ist bis zu der konsequenten Umsetzung, sich nicht mehr noch zusätzlichen Stress durch dieses Runtermachen einzuhandeln.

@Lösungen für "Dauersuchgegenstände"

Schlüssel steckt bei mir meist von innen auf der Tür - dann sehe ich ihn wenn ich rausgehe und werde daran erinnert ihn mitzunehmen um mich nicht selber auszusperren. Dürfte für jemanden der mit Partner/Kindern gemeinsam lebt allerdings schwerer umsetzbar sein als für mich mit meinem Singlehaushalt.

Meine gesammelten Schlüssel sind auch an einem Bund, vom Autoschlüssel über Haus-Briefkasten-Fahrradschlüssel bis zu den Schlüsseln für abschließbare Dachträger oder den Bastelschuppen ist alles was öfter als einmal monatlich gebraucht wird an einem Karabinerhaken, jeweils ein Schlüsselring mit den Schlüsseln die "zusammengehören". Als ich bei einem Arbeitgeber ein paar Schlüssel bekam waren auch die an diesem Bund in einem separaten Ring angebracht. Damit muß ich nur noch einen Gegenstand suchen, und nicht etwa einen Bund Haus- und sonstige Gebäudeschlüssel, einen Bund mit Auto- und Dachträgerschlüsseln, einen mit Fahrradschlüsseln.

Auch beim Geldbeutel habe ich eine "alles auf einem Haufen" - Lösung, sprich alle "wichtigen" Dinge wie Fahrzeugschein, Führerschein, Ausweis, Bankkarten, Kundenkarten.... sind zusammen mit dem Bargeld verpackt.

Zumindest für mich als Frau haben damit beide Gegenstände ein Gewicht und eine Größe, die nicht mal eben schnell in irgendeine Hosentasche paßt - zumindest wenn es sich nicht um Arbeitshosen / -jacken wie sie Handwerker tragen handelt, beulen diese Dinger die Kleidung aus, oder ziehen eine eigentlich gutsitzende Hose so weit runter daß der Saum beim Laufen am Boden schleift weil diesem Gewicht kein Gürtel gewachsen ist (außer man ballert ihn gnadenlos zu). Man sitzt auch ziemlich unkomfortabel auf einem "Geldbeutel-Klumpen" von 8 x 12 x 3cm in der Gesäßtasche... - also habe ich eigentlich IMMER einen kleinen Rucksack oder (recht selten) eine Handtasche dabei, um diese Dinge zu transportieren, wenn ich unterwegs bin. Und wenn man schon mal eine Tasche hat, kann da auch gleich die Dose mit den Medis für den Tag, ein paar Taschentücher, ein Stift und ein Notizbuch, eine kleine Flasche Wasser und bei Bedarf weitere Dinge die ich grad gern dabei haben will rein. Meist hab ich auch die Kamera da gleich drin - denn immer dann wenn ich sie nicht dabei habe begegnet mir was das ich fotografierenswert finde.

Zuhause brauche ich diese Dinge (bis auf den Fotoapparat) eher selten - also bleiben sie dann in dem Rucksack, und der ist groß genug, daß ich ihn halbwegs unproblematisch wiederfinde.

Wenn ich beispielsweise die überall gesammelten Einkaufsquittungen oder ähnliches Zeug aus dem Geldbeutel ausmiste, bleibt es schon mal danach auf dem Esstisch liegen, wo ich solche Dinge typischerweise mache. Und gelegentlich komme ich auf die Idee, den Geldbeutel nach dem Bezahlen "mal eben schnell" in eine Jackentasche zu stecken oder einfach irgendwo in den PKW zu werfen (da ich nun mal 99% meiner Besorgungen mit Auto erledige)

Also ist die Auswahl an typischen "Abwurforten" für den Geldbeutel gar nicht sooo riesig: im Auto, in Jackentaschen, im Rucksack/Handtasche, auf dem Eßtisch. Wenn ich die durchgehe, finde ich meist recht schnell das gesuchte. Im Prinzip sind das gleichzeitig auch die Abwurforte für Schlüssel und Handy, nur wenn ich die Hände voll habe mit irgendetwas kann es passieren daß das Handy beispielsweise auf der Küchenanrichte landet, auf der ich gleichzeitig auch die volle Einkaufstasche abgestellt habe.

Das Handy ist für mich "externe Festplatte" und wird für alles benutzt was ich mir sonst nicht merken kann, vom Kalender über Kontaktdaten bis Medi-erinnerung. Also habe ich das eigentlich immer, egal ob zuhause oder unterwegs in der Tasche, und es ist auch so gut wie nie ausgeschaltet - selbst bei stummschaltung vibriert es noch wenn es angerufen wird oder eine Erinnerung fällig ist. Allenfalls liegt es mal auf dem Tisch rum oder es hängt am Ladekabel. Also ist Handy finden recht einfach, wenn man wenigstens mal die eigene Nummer weiß und ein zweites Telefon verfügbar ist. Egal ob das nun der Festnetzapparat zuhause oder auf der Arbeit ist, oder ob ich nun im "dümmsten" Fall jemanden mit dem ich unterwegs bin bitte mal grad meine Nummer anzuwählen damit ich hören kann wo es klingelt/vibriert.

Im Prinzip gibts also auch bei mir "immer gleiche Orte" - da ich das aber nicht immer so durchhalte habe ich mit der Zeit eine Liste "typischer" Orte die mit meinen Gewohnheiten zu tun haben entwickelt. Wenn der Geldbeutel also nicht im Rucksack ist, gilt der erste Blick den zuletzt getragenen Jacken (eventuell auch Hosen, aber das ist wie gesagt selten) sowie dem Eßtisch. Und wenn sich da nix findet kommt die Frage: "Wozu hab ich den Geldbeutel zuletzt gebraucht?" "Ach ja, ich war auf Einkaufsrunde und zum Schluß noch tanken - dann sollte ich wohl mal ins Auto schauen, ob ich das Ding versehentlich nach dem bezahlen statt in den auf dem Beifahrersitz liegenden Rucksack eben daneben geschmissen habe, und dann noch das Pech hatte daß es auf der kurvigen Strecke nach Hause vom Sitz gerutscht ist so daß es mir nicht ins Auge fiel als ich den Rucksack mit ins Haus nahm" Mit diesem gedanklichen "Zurückverfolgen" der Aktivitäten zu denen ich den gesuchten Gegenstand zuletzt benutzt habe klappt das Wiederfinden besonders der "superwichtigtäglichingebrauchdinge" wie Handy, Geldbeutel, Schlüssel eigentlich recht gut - und zwar eigentlich schon immer, diese Dinge hab ich schon als Kind öfter mal irgendwo abgeworfen und später vermißt. Und wahrscheinlich habe ich das Glück gehabt, daß meine Eltern es wichtig fanden daß solche Dinge ein "Zuhause" haben und mir frühzeitig beigebracht haben einen regelmäßigen Platz dafür zu haben.

Aus meinen eigenen Wohnungen habe ich mich trotzdem über die Jahre mehrfach ausgesperrt, und auch ein paarmal teure Notöffnungen vom Schlüsseldienst bezahlen müssen bis der Trick mit dem Schlüssel der von innen auf der Tür steckte tatsächlich zuverlässig klappte.
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon Brummilator » 8. Oktober 2013 18:24

Ich hab mir Dinge an strategische Punkte geschrieben- also auf die Haustür - Schlüssel!!!!!
Post it Zettel am Fernseher wg. wichtigen Dingen und dann eben Routine Routine Routine.
Tischkalender und Notizblock.
Einen belastbaren Partner und Kinder die gerne suchen. :breitgrinse1:

seit ich auch Omega 3 Kapseln nehme ist es deutlich besser.
Auf jeden Fall mach ich nicht mehr so heftig das HB Männchen, sondern bring es wirklich fertig dann stehen zu beleiben und nachzudenken.

Verzweiflung und Selbstvorwürfe hatte ich schon lange hinter mir gelassen- denn irgendwie hatte ich keine Wahl als zu akzeptieren dass ich so bin, weil ändern klappte ja nicht.
Also musste das Umfeld entsprechend angepasst werden.

B
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon lenilein » 9. Oktober 2013 00:11

Ach ja. Das kenne ich auch kur zu Gut. Schön wird es dann immer sein ich meine Geldbörse (in der mein ticket ist) suchen muss so drei Minuten bevor ich los muss.  :icon_eek: das heißt ich Bezüge durchs Haha und brülle teilweise noch total rum, weil irgendwer ja die schuld daran haben muss, dass meine Geldbörse nicht mehr auffindbar ist  :kk: zur Zeit werfe ich alles einfach auf unseren schuhschrank im eingang. Das nervt zwar meine mutti, Abt lieber so als die fast tägliche sucherei, obwohl diese damit auch nicht ganz gelöst ist
bin ich außergewöhnlich, bin ich anders, bin ich besonders, nein ich bin einfach ich jeder, der das nicht so sieht, der ist es nicht!
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Wölfin
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Re: Vergesslichkeit ... Wie geht Ihr damit um ?

Beitragvon Wölfin » 9. Oktober 2013 09:51

Das was Eule geschrieben hat ist schon sehr gut, da kann ich kaum noch was hinzufügen. :top:

Meine Schlüssel hängen an Türhaken an der Wohnungstür - oder in seltenen Fällen an meiner Hose und ganz selten landen sie in der Einkaufstüte oder im Auto neben der Handbremse. Es hilft enorm, die "Abwurforte" gering zu halten. :ja1:
Ich hatte mal eine Leiste mit Haken in einem Schrank keine zwei Schritt von der Wohnungstür weg... da lagen die Schlüssel im Regal zwischen Schrank und Tür. Das war also keine Lösung, denn da findet sie die Katze. :kk:

Meine Rettung war es vor Jahren, als ich einen Karabinerhaken an meine Schlüssel gemacht habe. Seitdem habe ich sie nie wieder richtig verloren. :top:

Mein Portmone ist inzwischen eine Handytasche mit Karabinerhaken, seitdem verlege ich auch das  nicht mehr.

Mein Handy ist schon seit vielen Jahren mein Zweitkopf. Bevor Smartphones erschwinglich wurden, hatte ich zusätzlich einen PDA, schon als ich noch in der Schule war. Da kommt ALLES rein: Adressen, Termine, Einkaufszettel, Erinnerungen, Geburtstagswünsche... eben alles, was man sich merken muss. Als ich noch das alte Auto hatte, was oft repariert werden musste, hatte ich auch einen Notizzettel im Handy, auf dem die Telenummern aller häufig benötigten Teile waren (Scheibenwischer, Keilriemen, Lampen, Zündkabel...).

Auf der Arbeit habe ich irgendwann angefangen, alles in ein Buch zu schreiben. Zuerst wurde ich deswegen belächelt, inzwischen machen sich die Kollegen Kopien. Wir haben auch ein Wiki, in das ich einige Sachen schon übertragen habe... allerdings kann man das nicht einfach mitnehmen und es wird doch wieder das Buch geholt. Vorher hatte ich es mit OneNote versucht, aber sobald ich digitale Notizen nutze, mülle ich mich zu, weil man per Copy&Paste die Informationen ohne Nachzudenken einfach da rein packen kann. Schreibt man es per Hand, fasst man es automatisch zusammen, schreibt nur die wirklich wichtigen Dinge auf und man kann es sich besser merken. Es reicht ja, wenn der Gedanke kommt "da habe ich doch mal was aufgeschrieben..." dann kann man ja nachschlagen.

Und das Allerwichtigste: Nicht ärgern! Wir sind eben so und wir können es nicht ändern - wir können nur lernen, damit umzugehen. :ja1:

LG
Wölfin
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