Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu viel...und nicht nur das

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einfachannica
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Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu viel...und nicht nur das

Beitragvon einfachannica » 7. Oktober 2011 16:37

Hallo AndersWeltler,

ich habe für mich heute beschlossen, mein Leben zu ändern, die Notbremse zu ziehen, mir professionelle Hilfe zu suchen, bevor ich es immer bereuen werde, meine Ziele nicht erreicht zu haben. Ich frage mich,ob jmd dieses Verhalten/evtl. Begleiterscheinung von ADHS einordnen kann:

Einerseits will ich aktiv sein, raus gehen/neue Leute kennen lernen und Spass haben/lachen (eigentlich fröhliches Naturell), neben dem Abi nachholen einem Nebenjob nachgehen, Sport machen und und und...aber, dann wache ich morgens auf, oftmals nach einer zu kurzen oder schlecht durchschlafenen Nacht, aber auch selbst nach genügend Schlaf, liege ich morgens schon im Bett und im meinem Kopf geht das Chaos/der Druck, vielleicht auch wieder unter Leute zu gehen/Sachen zu leisten, los und ich denke, dass mir alle durch den Tag anstehenden Herausforderungen zu viel werden, bleibe liegen, bilde mir ein krank zu sein...Das sind eigentlich Dinge, die andere mit links bewältigen. Dann erhöht sich der Druck, weil das schlechte Gewissen eintritt, sich wieder vor etwas "gedrückt" zu haben!

Ehrlich gesagt, kann ich mich mittlerweile schlecht selbst ertragen, nichts auf die Reihe zu bekommen bzw. mich gerade im Kreis zu drehen (Abi 2.Bildungsweg bereits 2ter Versuch nach abgeschlossener Ausbildung)...

Selbst als ich bis vor knapp 9 Monaten Ritalin nahm (Einnahe schon seit ca 10 Jahren/ ich bin 25), hatte ich schon morgens oder am Abend davor das Gefühl, allem nicht gewachsen zu sein. Meinen inneren Schweinehund, der schon eher etwas Kampfhundartiges hat, gewinnt fast immer, wodurch ich mir bisher so viel verbaut habe, meine Intelligenz nie richtig nutzen konnte...mich so oft krank fühle... Habe bereits Eltern/damals Freunde gebeten, mich etwas anzutreiben, bei mir zu klingeln, mich aus dem Bett zu schmeissen, aber ich fühle mich dann in der Tat krank und kann diese überzeugend wegschicken...

Ich will endlich mein Leben mit all meinen Idee/positiven Fähigkeiten leben!

Hat evtl jmd Tipps (außer einer Therapie, die ich ohnehin machen will) für mich? Oder kennt ähnliche Gefühle/Situationen?
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Binchen
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Re: Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu viel...und nicht nur das

Beitragvon Binchen » 7. Oktober 2011 17:37

Hallo einfachannica,

das mit dem inneren Schweinehund der zum Kampfhund sich weiterentwickelt, kenne ich auch zur genüge und es geht mir dabei genauso ähnlich wie dir.

Ich bin zweifache Mutter, meine Diagnose ADHS habe ich erst im Erwachsenenalter mit 40 Jahren erhalten und dies erst nachdem bei meinem Kleinen (damals gerade 6 Jahre und drei Monate vor der Einschulung) seine Diagnose (deren endgültige Feststellung ziemlich lange Zeit in Anspruch genommen hatte, da die Ärztin bei uns hier in diesem Gebiet hervorragend ist und alles andere beim Kind ausschließen wollte, was sehr lobenswert ist) ADHS erhalten hatte. Damals sah ich viele Parallelen zu meiner eigenen Kindheit und meinem bisherigen Lebensverlauf und ließ mich deswegen auch testen.

Gut, in den letzten Monaten geht es mir so ähnlich wie dir. Ich weiß ganz genau das ich eigentlich aus gesundheitlichen Gründen etwas mehr "Bewegung" bräuchte (beidseitige Kniearthrose und leichtes bis mittleres Übergewicht) - also sportlich dringend etwas tun müsste. Nehme mir dies auch eigentlich immer vor, aber letztendlich gewinnt mein innere Schweinehund dann.

Ebenso hinterfrage ich in den letzten Monaten verstärkt ob ich eine "gute Mutter" bin, komme mir nämlich nicht so vor. Besonders wenn ich andere Mütter sehe was die alles mit ihren Kids unternehmen (können) und mit ihnen sonst so gemeinsam machen. Oftmals habe ich auch schon gedacht ob es nicht für meine Kids besser wäre wenn sie, zumindest mal vorübergehend, andersweitig untergebracht wären. Solche und ähnliche Gedanken habe ich also in den letzten Monaten oft, besonders dann wenn irgendein Stress bei mir war mit einer Schule, dem Jobcenter, oder sonstigem (wie momentan der Mietrechtstreit hier und der bisweilen erfolglosen Wohnungssuche hier. Besonders jetzt zur Zeit sehr stressig, da ich eigentlich seit letzten Freitag hier raus sein sollte, warte momentan jeden Tag darauf das eine Räumungsklage hier eintrudelt. Habe aber einen RaW an meiner Seite der mich in dieser Angelegenheit schon vertretet.). Wenn ich dann das alles so revuepassieren lassen, kommen dann öfters die Gedanken, das ich überhaupt nichts in meinem bisherigen und jetzigen Leben richtig auf die Reihe bekommen.

Seit meiner ADHS-Diagnose nahm ich 3 x tgl. 20 mg. Methylpendiat von Hexal (unrat.) und seit letzten Monat nehme ich jetzt 2 x 20 mg Medikinet Adult (komme gut zurecht damit). Früher wurde ich oftmals medikamentös mit Depressionsmedikamenten behandelt und hatte sehr oft mit depressiven Verstimmungen zu tun (die auch schon einmal zu einer Kurzschlußhandlung bei mir geführt hatte - war lange bevor ich selber Kinder hatte). Dies hat sich schlagartig zum positiven geändert seit ich auf Methylphenidat Hexal damals eingestellt worden war.

Daran können also meine eigentliche Gedanken in den letzten Monaten also kaum noch herführen, oder etwa doch???

Werde das ganze auch mal mit meinem ADHS-Psychiater das nächste Mal (nächste Woche - wenn nicht wieder ein Kind krank sein sollte, was leider bei uns sehr oft vorkommt zur Zeit - hängt zum größten Teil mit der gesundheitlichen Gefährdung, die von unserer jetzigen Wohnung ausgeht, zusammen) besprechen müssen.

Du siehst also, das du damit nicht alleine bist und ich vermute das es vielen anderen hier genauso oder so ähnlich wie uns ergeht.

glg
Bine
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Benjamin: ADHS (05.2008), Legasthenie (12.2010 - Therapie seit 08.2012), auditive Wahrnehmungsstörung (2004), logop. Behandlung (2004 - 10.2011), Asthma (seit Geburt), Frühförderung (v. 2006 - 2008)
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Re: Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu viel...und nicht nur das

Beitragvon einfachannica » 7. Oktober 2011 18:26

Danke Bine!

Ja, ich denke, mit Kindern ist das noch mal etwas anderes sprich noch mehr Verantwortung und ein Rundum-Job, was viele unterschätzen (konnte schon Einblicke während meiner Aupair-Zeit sammeln). Daher bewundere ich viele Mütter. Sei nicht zu streng zu dir. Das Wichtigste ist doch immer, das die Kinder merken, dass die Mutter sie liebt...Dabei fand ich früher immer Rituale wie Gute-Nacht-Geschichten wichtig oder eben einfach eine feste Zeit am Tag, in der man Dinge mit den Kindern macht, die sie gerne machen... Auch wenn du z.B. mit den Kindern keinen Sport (Radfahren oder ähnliches- vllt kommt ja Schwimmen in Frage?) in dem Sinne machen kannst (habe ich doch richtig verstanden oder?), könnt ihr ja vllt zusammen zum Spielplatz, etwas basteln oder mal Drachen steigen lassen (gab gerade günstig welche bei Aldi Nord, vielleicht auch bei euch?)...Sicherlich bist du aber bemüht und tust dein Bestes. Immerhin machst du dir sehr viele Gedanken und das ist viel Wert...Außerdem- auch Nicht- Adhs-Mütter sind nicht perfekt!

Hast du denn jmd, der dir die Kinder mal stundenweise abnehmen kann? Wenn nicht, bei uns gab es mal die Möglichkeit, die Kinder stundenweise bei einer Sozialen Einrichtung (hier war es der Kinderschutzbund, vllt kann dir auch das Jugendamt unverbindlich dazu Fragen beantworten & Tipps geben) betreuen lassen...Immerhin willst du ja für deine Kids nur das Beste. Woher kommst du denn, wenn ich fragen darf?


Hilft dir denn niemand bei der Wohnungssuche, z.B. eine Behörde, wenn von der Wohnsituation eine Gefahr ausgeht? Handelt es sich dabei um Schimmel?

Viel Kraft und ich würde mich freuen, von dir zu lesen! :winken:
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Re: Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu viel...und nicht nur das

Beitragvon Binchen » 8. Oktober 2011 14:15

Hallöschen Annika,        :umpf:    wieder mal einen kleinen Roman verfasst

Das ich meine beiden über alles liebe, dass wissen meine Kids hundertundeinprozentig. Sie haben ja leider nur mich (zu den Kindsväter besteht leider kein Kontakt, wird von denen momentan nicht gewünscht. Wenn es nach mir ginge könnten die jederzeit anrufen und was mit ihren Söhnen unternehmen usw. - hängt also nicht an mir oder an meine beiden Jungs).

Früher war ich viel mit denen gemeinsam draußen, z.b. auf dem Spielplatz, im Sommer im Schwimmbad, im Zoo, im Wald und dortigen Waldtierpark, usw. - war halt da viel mehr aktiv als ich es in den letzten Jahren bin. Mein Großer geht überhaupt nicht gerne ins Schwimmbad (weder Frei- noch Hallenbad), mag auch so nicht mehr auf dem Spielplatz rumtoben wie noch vor zwei, drei Jahren. Er fühlt sich halt dafür zu "alt" (grins - und das mit 12 ähm knapp 13 Jahren). Vor allem will er nicht mit mir zusammen dann auf den Spielplatz gehen, da er ja dafür doch sich zu alt fühlt. Vom Radfahren oder mit den Inliner unterwegs zu sein will er auch nicht. Daher ist man hier auf keinen gemeinsamen Nenner zwischen mir und ihm zu kommen.

Der Kleine ist da genau das Gegenteil, der ist überwiegend, sobald er von der Schule und Nachmittagsbetreuung zuhause ist, am liebsten draußen mit seinen Freunden unterwegs. Er hat einen großen Freundeskreis hier und das trotz seinem ADHS, was ich super finde. Er fährt auch mal gerne Fahrrad, läuft ab und an mit seinen Inliner hier vor unserer Tür (30er Zone und eine Spielstraße die direkt bei unserem Nachbarhaus beginnt), geht eigentlich auch gerne mal ins Schwimmbad. Drachensteigen (sind vorhanden ) läßt er am liebsten mit seinen Freunden zusammen, seltener mit mir dann.

Und für gemeinsames Basteln und ähnliches ist keiner der beiden zu begeistern. Das einzige was wir mal in unregelmäßigen Abständen mal alle drei gemeinsam machen, ist das Backen einer eigenen Pizza (incl. Teilherstellung und Belegung nach den einzelnen Wünschen). Aber das kann ich auch nicht jede Woche machen (finanziell gesehen nur ab und an möglich) und wollen die Kids auch so nicht.

Die unterschiedlichsten Interessen meiner beiden Kids unter einen Hut zu bekommen ist ziemlich schwierig. Der Große würde z.B. gerne mal öfters zur Teufelburg mit uns gefahren um auf der gut erhaltenen und angelegten Ruinenanlage zu klettern und zu spielen mit seinem Bruder. Scheitert aber daran das mein Kleiner panische Höhenangst hat, wobei wir jetzt mal versuchen herauszubekommen woher dieses eigentlich kommt (war früher nämlich überhaupt nicht so bei ihm). Zwei mal musste ich ihn deswegen schon in der Schule/Hort abholen, da er sich weigerte auf die hiesige Berghalde (der ehem. Grube) mit hinauf zu gehen und das obwohl der Weg dort auch für Kleinkinder geeignet und angelegt ist, also keine Absturzgefahr gegeben ist (ist auch Rollstuhl- und Kinderwagen geeignet der Weg darauf).

Leider habe ich keinen der mir mal stundenweise (vor allen in den Ferien wenn keine andere Angebote vorhanden sind die ich mir evtl. leisten könnte) übernimmt oder mal an einem WE dann sie nehmen würde. Meine Eltern (also Großeltern mütterlicher Seite) sind leider nicht mehr am leben und von väterlicher Seite kommt überhaupt kein Kontakt zustande, also Fehlanzeige das man da mir mal ab und an die Kids am WE abnehmen würde. Ein dementsprechendes Soziale Netzwerk ist auch nicht hier vorhanden, stehe also bei Notfällen immer alleine da und muß sehen wie ich das dann geregelt bekomme.

Während der Schule besucht der Kleine die dort angebotene Nachmittagsbetreuung (wird vom JA übernommen - incl. Mittagessen - Einzelfallentscheidung) bis ca. 16:30 / 17:00 Uhr, ausser an den Tagen wo er eine Therapiestunde hat (Logopädie und Therapiesstunde bei seiner ADHS-Therapeutin - wird demnächst wohl noch eine Legasthenietherapie hinzukommen, die momentan beim JA nach § 35a KJHG beantragt wurde), dann hole ich ihn direkt nach der Schule ab.

Diese Nachmittagsbetreuung bietet dann in den Ferien noch ein oder zwei Wochen (je nach Ferienart) eine Betreuung der dort angemeldeten Kids an, die sind mit den Elternbeiträgen momentan noch mit abgegolten (soll geändert werden). Auch diese nimmt mein jüngster dann, vor allem im Sommer, in Anspruch. Desweiteren fahren die beiden (vorwiegend) in den Sommerferien mit dem JA weg in eine Ferienfreizeit von jeweils 10 Tagen. Der Kleine hat es diesen Sommer leider nur drei Tage dort ausgehalten, dann musste ich ihn leider abholen fahren. Der Große jedoch hat erst gar nicht mitwollen, war aber nachher doch so begeistert gewesen, dass er mir sofort nach der Rückkehr gesagt hatte (waren seine erste Worte da an mich) dass er auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder mitfahren wird. Was mich positiv überrascht hatte und mich sehr gefreut hatte, denn ich hatte mir echt Gedanken gemacht wie es ihm dort ergeht als er weg war. Halt weil er dieses nur sehr widerwillig getan hatte.

In den Herbstferien ist momentan nur mein Kleiner in der Betreuung, aber nur weil ich selber momentan mich in einer Weiterbildungsmaßnahme des JC befinde und morgens also dort hin muss. Ansonsten wäre er zuhause. In den Weihnachtsferien wird nichts dergleichen angeboten, kann ich aber auch gut verstehen, irgendwann wollen auch die Betreuer mal Urlaub haben. Erst wieder zu den Osterferien wird wieder eine Betreuung der Betreuungskids angeboten, zudem aber auch noch Freizeiten vom JA aus (da will mein Großer schon mit fahren - was er aus meiner Sicht gerne tun kann). Mein Kleiner hat zu dieser Zeit noch Kommunionsunterricht und bleibt dann zuhause (oder in der Betreuung, mal sehen was bis dahin bei mir selber noch so ansteht - vor allem Jobmäßig).

Mit dem JA bin ich schon seit ca. 2004 in engeren Kontakt wegen meiner beiden Jungs und hatte auch schon zwei Familienhelfer bei mir gehabt (die nur teilweise bei uns hilfreich waren) und bis vor ca. drei Monaten hatte ich für meinen Ältesten einen Erziehungsbeistand (knapp ein Jahr lang), da aber mein Großer keinerlei Interesse mehr an einer Zusammenarbeit mit ihm zeigte, wurde mit Gegenseitigem Einverständnis dieses halt im Sommer 2011 beendet.

Bei der Wohnungssuche stehe ich so gut wie alleine da. Vom Amt kommt dabei keine Hilfe, jedenfalls vom JC nicht, sogar die Übernahme von Maklerkosten wurde mir zweimal schriftlich abgelehnt. Wenn ich jetzt die schriftliche Räumungsklage erhalten sollte (was garantiert noch kommt) dann werde ich mit dieser nochmals die Maklerkostenübernahme beantragen sowie die Übernahme der Kosten zur Anmietung eines Lagerraumes / einer Garage um mein Hab und Gut, dass ich nicht unbedingt zur Zeit benötige schon einlagern zu können (kein trockener Kellerraum hierzu hier vorhanden, obwohl mir lt. Mietvertrag rechtlich ein solcher zugestanden wird).

Wegen dem Schimmelbefall im ehem. Kinderzimmer (umgebauter Kellerraum) ist sogar das Gesundheitsamt hierher geschickt worden und zwar zum einen auf Anraten des ärztlichen Kinder- und Jugenddienstes beim Gesundheitsamt (wohin ich mit meinem Großen musste, da die Schule denen gemeldet hatte das er so oft aus gesundheitlichen Gründen fehlen würde - ärztliche Krankmeldungen dazu liegen mir in Kopierform hier vor - also für fast jeden Fehltag hat der Arzt eine ärztliche Bescheinigung mir ausgestellt) und zum anderen auf Antrag vom JA das hier mal eine Ortsbegehung von einem Gutachter des Gesundheitsamtes angeraten wäre. Der hat auch dann einiges negatives in seinem Bericht über diese Wohnungsbesichtigung hineingeschrieben/festgehalten und dazu noch einige Beweisbilder gemacht mit seiner Kamera.

Aber all dies ist dem JC uninteressant. Auch die ärztlichen Bescheinigungen (ADHS-Ärztin meines Kleinen, mein ADHS-Psychiater, Reha-Ärzte von mir und meinen Kids), die zweifelsfrei bescheinigen dass wir unbedingt jeder einen eigenen Rückzugraum benötigen aufgrund der gesamten sehr angespannten familiären Situation untereinander und vor allem zwischen den beiden Jungs um hier wenigstens jedem ein eigenes Zimmer zu ermöglichen um in solchen Stresssituationen sich aus dieser zurück zu ziehen um wieder runter zu kommen, interessiert das JC keineswegs. Benötigt wird also von uns hier eine 4 Zimmer (3 SZ), Küche, Bad, Kellerraum- Wohnung, aber das JC besteht darauf nur eine 3 Zimmer (2 SZ) Küche, Bad, Kellerraum uns zu genehmigen und somit auch nur für solch eine Wohnung die angemessenen Kosten zu übernehmen. Dabei finde ich noch nicht einmal hier vor Ort eine 3 ZKB Wohnung die auch in der Angemessenheitsrichtlinie des JC liegt. Die Kaltmietkosten gehen hier bereits ab 420,00 Euro aufwärts für 3 ZKB los; das JC zahlt jedoch nur die Höchstkaltmiete in Höhe von 332,00 Euro dafür. Und wegen der guten Integration nach der nochmaligen hiesigen Einschulung (Sommer nach unserem Umzug hierher) meines Jüngsten kommt für mich nur ein Umzug innerhalb des Ortes hier in Frage, denn sonst wäre die weitere bisherige positive schulische Entwicklung meines Kleines sehr in Frage gestellt (sehen auch die behandelnden Ärzte so). Das alles erschwert es mir hier eine geeignete Wohnung zu finden die 1. bezahlbar ist und zum 2. auch von uns angemietet werden kann. Denn viele Wohnungen die ich hier angerufen habe (Inserate in Zeitungen oder Internet) wollen keine ALG-2 Empfänger haben oder Kinder sind unerwünscht und wenn diese beiden Punkte dann noch zusammen kommen, winken die direkt ganz ab. Kommentar überflüssig. Dabei zahlt das JC meine Miete, auf eigenen Wunsch hin, direkt an den Vermieter auf deren Konto - geht also nicht er alles an mich und ich müsste dann dieses an den Vermieter weiterleiten.  Aber auch dann winken viele Vermieter ab.

Die einzige Möglichkeit schnell eine passende Wohnung zu finden, sehe ich momentan in meiner Situation nur noch wenn ich vom Amt die Maklerkosten übernommen bekäme. Sogar die hiesige Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft hat mir gesagt das es auch bei denen noch nicht mal eine 3 ZKB-Wohnung in der Miethöhe gäbe die vom JC als angemessen anerkannt werden würde. Geschweigedenn dann bei einer 4 Zimmer Wohnung die ich nun mal unausweichlich benötige.


So sieht es momentan bei mir aus. Kämpfe halt unentweg weiter bei den verschiedensten Ämter. Aber manchesmal wird mir auch das alles mal zuviel und könnte dann mich regelrecht nur noch verkriechen in "Selbstmitleid" (nennt man dann ja so). Mein Freundeskreis lässt sich mittlerweile auch an einer Hand abzählen, was früher anders gewesen war. Aber seit meine Jungs da sind und besonders seit die ADHS-Diagnose bei meinem Kleinen steht, haben sich viele langsam aber sicher von uns "entfernt". Ausser ab und an per Mail oder per Telefon hört und sieht man von denen dann auch nichts mehr.

Aber so geht es bestimmt auch einigen nicht betroffenen (ADHS) Eltern. Wenn erst einmal Kinder da sind, ziehen sich oftmals einige Freunde zurück und lassen den Kontakt einschlafen oder ganz abbrechen. Halt weil die Interessen dann von Einzelpersonen zu Familien sehr auseinander gehen (können).

So, muss jetzt noch ein wenig hier was erledigen.

lg
Bine

P.S. bin aus dem schönen Saarland
Selber:     ADHS (06.2008),
Benjamin: ADHS (05.2008), Legasthenie (12.2010 - Therapie seit 08.2012), auditive Wahrnehmungsstörung (2004), logop. Behandlung (2004 - 10.2011), Asthma (seit Geburt), Frühförderung (v. 2006 - 2008)
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Re: Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu viel...und nicht nur das

Beitragvon paradox » 26. Oktober 2011 21:42

Hallo einfachannica  :winken:

Ich denke es ist wichtig sich nicht zu hohe Anforderungen zu stellen und sich nicht zu viele Dinge auf einmal vorzunehmen.Viele AD(H)Sler (ich auch) haben das Problem viel machen zu wollen und es dann nicht zu ende zu führen.Du solltest dir auch mehr Gedanken darüber machen was du schon alles geschafft hast(z.B. Ausbildung).
Mach dir Listen mit den Dingen die du an einem Tag erledigen möchtest,achte dabei darauf, dass das was auf der Liste steht auch wirklich an einem Tag zu schaffen ist.(ich liebe es die Aufgaben mit denen ich fertig geworden bin mit einem dicken Stift durchzustreichen)
Nimm dir Zeit für dich.Suche dir Hobbies die dir Spaß machen und nicht aus Pflichtgefühl.
Oft macht es auch glücklich anderen Menschen zu helfen(z.B. im Altersheim alten Menschen etwas vorlesen)
Versuch etwas gegen deine Schlafprobleme zu tun (bei mir hilft Baldriparan, ein Hörbuch oder leichte Lektüre z.B. Zeitschriften und Mangas....)

Ich hoffe du kannst etwas mit meinen Ratschlägen anfangen.Viel Erfolg bei der Therapie

Alles Gute !

paradox
il faut cultiver notre jardin
voltaire

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