Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

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Sazar
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Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

Beitrag von Sazar » 2. August 2008 01:31

hi ich habe vor kurzem die diagnose ads unaufmerksamer typ mit einer Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung bekommen ich bin jetzt 21 jahre alt und man kann sagen ich bin so gut wie untherapiert war bisher mit 19 und 20 in 2 verschiedenen psychatrien wo ich 2 mal die diagnose borderline bekommen habe damit war ich nie so zufrieden die medis haben mich immer so kaputt gemacht und so habe immer alle therapien und medis abgesetzt soll ja ads typisch sein
so jetzt bin ich in ner 3. klinik wo ich endlich mal die richtige diagnose bekommen habe (hoffe ich mal) strattera wirkt bei mir :) so jetzt nach 3wochen diagnostik(die wollten 100% sicher gehen) wollen sie anfangen mit ner verhaltens therapie also so rollen spiele und so die wollen mich so 3-4wochen noch behalten dann soll ich mir nen therapeuten suchen

so jetzt meine fragen

1.ich soll sachen aufschreiben die bei mir therapiert werden sollen mich kann man jetzt vom verhalten bisl mit nem asperger autisten vergleichen schaue keinen in augen usw.... kann mir jemand was emphehlen der vielleicht bisl verfahrung dmait hat was man zuerst bearbeiten soll glaube die hatten noch nie so nen fall

2. wenn ich therapie bereit bin also immer schön mitarbeite über meine 100schatten springe und so gibt es eine chanche auf heilung? oder lernt man nur es zu kompensieren also alles unterdrücken und lächeln und noch immer angst haben

ich habe schon 21 qualvolle jahre hinter mir und frage mich ob es noch mien ganzes leben so weiter geht mir fehlt langsam echt die kraft

ich bin jetzt nur für nacht urlaub von freitag bis samstag abend daheim dann bin ich wieder ne woche in der klapse habe sogar angst vor den patienten mit denen ich mich schon seid 4 wochen unterhalte :)

hier mal paar symthome:

Die selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsgestörte vermeidet aus Angst vor Kritik, Mißbilligung oder Zurückweisung berufliche Aktivitäten, die engere zwischenmenschliche Kontakte mit sich bringen.
Der Mensch mit ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung läßt sich nur widerwillig mit Menschen ein, sofern er/sie sich nicht sicher ist, daß er/sie gemocht wird.
Er zeigt Zurückhaltung in intimeren Beziehungen, aus Angst beschämt oder lächerlich gemacht zu werden
Eine Person mit selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung ist stark davon eingenommen, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden.
Sie ist aufgrund von Gefühlen der eigenen Unzulänglichkeit in neuen zwischenmenschlichen Situationen gehemmt.
Eine Person mit ängstlicher Persönlichkeitsstörung hält sich für gesellschaftlich unbeholfen, persönlich unattraktiv oder anderen gegenüber unterlegen.
Eine Person mit ängstlich vermeidender Persönlichkeitsstörung nimmt außergewöhnlich ungern persönliche Risiken auf sich oder irgendwelche neuen Unternehmungen in Angriff, weil dies sich als beschämend erweisen könnte.

lg sazar  :winken:
maerenthaler
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Re: Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

Beitrag von maerenthaler » 2. August 2008 21:32

Hallo Sazar,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Therapiebeginn
und vor allem,
herzlichen Glückwunsch zu der Chance, die Du da geboten bekommst.

So, wie Du's schilderst, fühlst Du Dich einem ziemlichen Stress ausgesetzt,
aber ich glaube, das ist genauso gewollt wie es auch gut sein könnte,
wenn Du bereit bist, diese Herausforderung anzunehmen.

Ich habe gestern abend ein Interview mit dem psychologischen Trainer
der deutschen olympischen (ich glaube) Volleyball?-mannschaft im Radio gehört.

Als ich jetzt Dein Posting las, schossen mir die Assoziationen nur so durch's Hirn.

Er sagte (u. a.):
Athletisch sind die meisten Sportler so gut ausgebildet,
an der Stelle ist kaum noch was ausbaufähig,
aber, was die Psychologie betrifft,
stehe man erst am Anfang einer noch möglichen enormen Leistungssteigerung.

Auf die Frage,
was er denn für seine Manschaft jetzt vor und während der Olympiade noch tun könne:

Er macht tägliche Gruppentherapien,
in denen er die Mannschaft auch an die Grenzen ihrer "Stressfähigkeit" und darüber hinaus bringt,
verarbeitet mit ihnen zusammen, gegebenenfalls auch mit dem Einzelnen,
die Situation in einer Art und Weise, die es der Mannschaft ermöglicht,
über diese Grenze bewußt hinauszugehen und die Situation dadurch erfolgreich zu meistern,
um dann später, wenn erneut solche Situationen zu entstehen drohen,
für jeden Einzelnen seine eigene Lösungsmöglichkeit abrufbar zu machen.

Er konditioniert also seine Leute, an sich selbst zu glauben, auch dann,
wenn die kommende Situation den Anschein erweckt, sie völlig überfordern zu können.

Und mit jedem positiven Erlebnis wächst das Selbstbewußtsein und das Selbstvertrauen,
Kräfte, die vorher durch die Angst vor der Situation aufgefressen werden,
können jetzt nicht nur voll genutzt werden,
sie stehen auch viel reaktionsschneller und dadurch explosiver zur Verfügung.

Ich denke mir, Deine Therapie könnte für Dich den gleichen Erfolg bringen.

Ach so,

[quote="Sazar"]
1.ich soll sachen aufschreiben die bei mir therapiert werden sollen  [/quote]

kopiere doch einfach dieses Posting von Dir,
Du hast doch schon, vielleicht ohne es zu merken, Deine Fragen formuliert.

Ich wünsche Dir einen vollen Erfolg.

LG
Christian
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Daniel 83
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Re: Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

Beitrag von Daniel 83 » 25. September 2011 17:39

Ich weiß ist schon alt hier aber ich habe noch einmal eine Frage hierzu? Ich meine gehört zu haben das bei ADHS der Selbstwert auch auf dem unteren Level bei vielen sein soll oder ist das nicht richtig und muss ich das zu der ängstlich vermeidenden(selbstunsicheren) PS zählen weil ich auch die Diagnose gekriegt hatte letztes Jahr? Ich empfinde es nämlich so das ich immer meine das die Leute wissen was mit mir los ist und sich über mich lustig machen oder abwertig reden,einfach in mich herein schauen können.? Kann da jemand was zu sagen?
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Struwwel
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Re: Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

Beitrag von Struwwel » 21. Dezember 2011 09:26

@Daniel83... hmmm .. .aus dem Stehgreif würde ich (als Laie) antworten : Warum sollte ein AD(H)Sler nicht eine solche Persöhnlichkeitsstörung entwickeln ?
Ich bin von einer Tiefenpsychologin therapiert worden (Tiefenpsychologen 'glaube' nicht an AD(H)S als solches ), die kurz vor Ende der Therapie gesagt hat das ich 'Konfliktunfähig' bin. Ich war ganz schön sauer,- sie hätte es mir ja vorher sagen können, dann hätte ich gewusst woran ich arbeiten muss  :up_to_something:
Hier ist ein aufschlussreicher Artikel darüber http://www.naturarzt-access.de/sixcms/l ... &di=963037

... geht ein bisschen in die Richtung der ängstlich vermeidenden Persöhnlichkeitsstörung ..
lg Struwwel
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Hier ist mein Geheimnis; es ist ganz einfach:
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Struwwel
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Re: Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

Beitrag von Struwwel » 21. Dezember 2011 09:49

2. wenn ich therapie bereit bin also immer schön mitarbeite über meine 100schatten springe und so gibt es eine chanche auf heilung? oder lernt man nur es zu kompensieren also alles unterdrücken und lächeln und noch immer angst haben
@Sazar
Natürlich gibt es eine chance auf Heilung - Wiegeht es dir jetzt ? Hast du schon erfolge erziehlt?
lg Struwwel
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cajo81
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Re: Ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung

Beitrag von cajo81 » 26. Dezember 2011 04:26

Also ich habe auch eine DIAGNOSTIZIERTE ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung.
Diese wurde aber Jahre vor ADS festgestellt.

AUfgrund meiner späteren Erfahrungen mit MPH bin ich überzeugt dass diese Ängstlichkeit von meinem ADS kommt bzw. durch die Wahrnehmungsstörung !
Solange nämlich die Reizflut weg ist bin ich ganz normal - ja sogar sehr aufgeschlossen und gehe von ALLEINE auf Leute zu.
Leider hält dieser Moment aber mit MPH bei mir leider nicht lange an weil ich dann plötzlich nach ca. 30 Minuten ins Gegenteil abrutsche und mich zu sehr darauf fixiere was andere von mir denken könnten. Dann werden DURCH MPH die Ängste sogar oft schlimmer ! :icon_rolleyes:


So viel ich gelesen habe sollen aber Ängste laut neueren Erkenntnissen eher mit Noradrenalin als mit Dopamin zusammenhängen.
2008 wurde nämlich durch mehrere Studien relativ sicher festgestellt dass Noradrenalin wohl für die SENSIBILITÄT eines Menschen verantwortlich sei und damit indirekt auch für Ängste.
Denn ein sensibler Mensch fühlt sich schneller angegriffen und damit überfordert als ein unsensibler Mensch !
Die Angst ist dann der Verdrängungsmechanismus der angewendet wird um nicht in Situationen kommen zu müssen welche die eigene Sensibilität überfordern.
Adrenalin (mit NoraD verwandt) senkt übrigens auch die Sensibilität in gewissen Bereichen weshalb wohl auch gerade Sport ängstlichen Menschen zumindest für eine Weile ein gutes Gefühl und mehr Selbstvertrauen gibt !
Jeder kennt ja auch dass Gefühl dass man keine Angst kennt und keinen Schmerz fühlt wenn man voll unter Adrenalin steht.  :breitgrinse1:

Drogen wie z.B. Kokain erhöhen übrigens neben Serotonin auch sehr sehr stark den Noradrenalinschub !
Deshalb auch die Überheblichkeit, SelbstÜberschätzung und Angstlosigkeit !
Zuletzt geändert von cajo81 am 26. Dezember 2011 04:30, insgesamt 1-mal geändert.
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