Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

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chaosprinz
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Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon chaosprinz » 27. Januar 2008 17:31

Dachte wir könnten uns  mal ein wenig damit beschäftigen.

Habe viele Menschen erlebt, die eine sequentielle Traumatisierung erlebt haben oder sogar ein PTBS haben.

Ich habe eine EMDR gemacht, die schon ein wenig geholfen hat, aber auch vieles aufgewühlt hat.

Vielleicht habt ihr Lust euch mal darüber auszutauschen. Besonders für die Betroffenen!!

Ich bin nicht immer hier, nur wenn ich fit genug dafür bin.

lg Chaos
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon Sternchen1209 » 27. Januar 2008 18:17

Das finde ich toll Chaos.

Und interresiert mich sehr.

Da ich nach meiner Traumatisierung in der kindheit nun schon seit 20 Jahren unbewust darunter leide.
Meine diagnosen sind nun etliche.
Ganz klar Borderline, etliche Persönlichkeitsstörungen.
Aber ich denke auch das an erster Line die Postdraumatische Belastungsstörung steht.

Wenn ich weiter mache wie all die Jahre dann nehm ich mich einfach nicht wahr.
Somit Rieskiere ich aber mein Leben.
Den ich halte nie an.

Ich habe in meinen 3 Monaten therapie erst einmal Erkannt das ich überhaupt Probleme habe.
Wovon sie kommen und welche Folgen sie haben.

Es hat sehr viel aufgewühlt.
Und ich nun eine traumalangzeittherapie machen wenn ich sie genemigt bekomme.
Nur im Altag mit den Täglichen tiefs, fleaschbeckst, Und abstürzen,
komme ich nur schwer klar.

Der erste weg ist die erkenntnis das wissen.
Nun geht es ans langsame Verändern das tun.

Wie geht ihr mit all dem um?
Was belastet Euch am meisten.

LG Sternchen1209
Heute schon gelacht,
das Leben ist zu kurz um es zu hassen!
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Sulamith
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon Sulamith » 27. Januar 2008 18:24

Hallo Chaosprinz!

Was verstehst Du unter einer  sequentielle Traumatisierung ?

Ja, das Thema interessiert mich auch sehr. Leider :zwei:
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chaosprinz
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon chaosprinz » 27. Januar 2008 23:22

Ich bin mir nicht so sicher was eine sequentielle Traumatisierung ist. Ich glaube damit bezeichnet man ein Trauma das nicht ein kurzfristiges Schockerlebnis als Hintergrund hat, sondern sich über einen langen Zeitraum ereignet hat.

Zum Beispiel lange missbraucht worden oder lange abgelehnt worden, oder emotional gequält.

Je nach dem. Die Hintergründe sind verschieden, es ist halt nur über einen langfristigen Zeitraum geschehen und hat tiefgreifende Gefühle hinterlassen.

So weit mein Info Stand.

lg Chaos
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon Sulamith » 29. Januar 2008 09:41

Ja... das betrifft mich auch.

Und zwar wegen ADS  :icon_rolleyes:
Denn wenn ich normal gewesen wäre, hätte mich meine Mutter nicht so behandelt.

Ich entstamme einer Generation, da war man entweder dumm oder faul bei sowas.

Und nachdem meine Mutter dann einen Intelligenztest mit mir machte,ín ihrer Verzweiflung, ja,  dann war ich nur noch faul.

Und weil die Faulheit gar nicht mehr aufhörte - ja dann war ich eben bösartig.

Ja und da muß man dann ganz viel   :zange: Druck machen.

Vielleicht wird das dann ja noch was mit dem Mädchen.

Wurde aber nicht.  :heul:
Zuletzt geändert von Sulamith am 29. Januar 2008 10:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon papillonindigo » 16. Februar 2008 18:54

Hallo alle,  :winken:

Sehr interessante thema.

Also eine  traumata hatte ich auch. Mobbing in der schule und dann am arbeitplatz. Dadruch hatte ich immer angst wenn ich mit menschen war, immer gestresst. Ich hatte auch alpträume und flaschback...

Ist soweit gegangen dass ich sogar angst hatte wieder eine neue stelle zu annehmen.

Ich hatte dann EMDR gemacht, hat sehr viel aufgewühlt, war eine richtige emotionale achterbahn, aber auch sehr befreiend.

Angst wenn ich in eine gruppe war ist verschwunden und kommt nur wenn es wieder konflikten gibt.

Nur merke ich leider bei die arbeit dass doch nicht alles verschwunden ist  :baw: aber vielleicht ist es auch normal. Meine therapeutin hatte mich auch gesagt dass es bei mich immer spuren bleiben werden.

Ich glaube auch dass meine traumata etwas mit ADS zu tun hatte. Jetzt bleibt einfach ADS und leichte depression.

lg
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon Rice » 17. Februar 2008 10:24

Ja es ist doch sehr interessant, was in so einer Therapie zu Vorschein kommt. Man erkennt auf einmal die Gründe für bestimmte Verhaltensmuster.

Mir hilft das EMDR auch sehr dabei. Wobei es mir am Anfang oft schwer gefallen ist, den Kopf auszuschalten und mich einfach drauf einzulassen.

Doch es hilft wirklich und ich kann es nur empfehlen.
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MamavonN.
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon MamavonN. » 22. Februar 2008 20:55

Ich schliess mich mal an in dem Fred hier.

Bei meinem Niklas wurde vor ein paar Wochen eine PTBS diagnostiziert,leider kann ich damit noch nicht viel anfangen......
Lese zwar viel nach,aber verständlich wird es mir dennoch nicht.

Frage daher:

Woher kommt dies?
Aus dem Umfeld?
Aus gesehenem und erlebtem?

Wäre für Kinder in diesem Alter eine Traumatherapie zu empfehlen?

Wie verarbeiten das Kinder?
Bleibt das für immer,das ganze Leben lang?

Gehen Erwachsene damit anders um wie Kinder?
Wirkt es sich anders aus?

Vor allem würde mich interessieren,was geht in solchen Menschen vor die damit belastet sind?Wie macht es sich bemerkbar?
Ist einem das bewusst?


Über Antworten würde ich mich freuen.

Gr33z
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon papillonindigo » 24. Februar 2008 09:00

Hallo Dany,

Klar könne kindern auch PTBS haben. Sogar sie sind auch etwas weniger wiederstandfähig als erwachsene. Bei dein kind muss sicher etwas sein dass er erlebt hat. Aber es kann auch ausserhalb die familie und etwas wo du nicht erfahren hast (manchmal schämen sie sich die kleine auch).

Ich glaube dass ein therapie bei ein kind oft sehr erfolgreich ist und schneller geht als bei erwachsene. Also, warte nicht!

Wegen EMDR habe ich gelesen dass kindern sehr gut darauf ensprechen und da es oft schneller geht als bei erwachsene.

übrigens die erlebnisse die ich mit EMDR verarbeiten habe stammte aus meine kindheit... Aber es hat sich in lauf von der zeit andere ähnliche sachen noch dazu gesammelt.

Sonst wegen wie ma es erlebt, finde ich eine liste von symptome gut um dich eine bild zu machen. Oft kommt angst und schlafstörung, alpträumen, und flaschback (kommen errinerungen regelmässig in sinn, auch wenn man es nicht will). Kann auch sein dass man etwa emotionnal "betäubt" wirkt, weil in der versuch die erlebnisse zu vergessen wird vieles untedrückt.
Und meinstens ist der patient schon bewusst, die symtomen sind genug störend und klar. Aber es kann sonst trozdem sehr schwierig sein darüber zu reden weil es unheimlich schmerzhaft sein kann.

lg
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon cosima » 2. März 2008 12:45

[quote="MamavonN."]


Bei meinem Niklas wurde vor ein paar Wochen eine PTBS diagnostiziert,leider kann ich damit noch nicht viel anfangen......
Lese zwar viel nach,aber verständlich wird es mir dennoch nicht.
[/quote]

..... ich weiß jetzt nicht, wie alt dein Kind ist - aber normalerweise müsste mit den Eltern auch über die Ursachen einer PTBS geredet werden. Denn irgendwelche Auslöser muss es schließlich geben.
Bei der Traumatherapie, besonders bei Kindern, gibt es sehr gute Hypno-Therapeuten - eine Methode, die sehr sensibel und gut auf die traumatisierten eingeht, v.a. sich nicht darauf beschränkt, aufzuwühlen, sondern zu lernen, mit den Erfahrungen (die ja nun mal da sind, mehr oder weniger bewusst oder unbewusst wirken - und Schaden anrichten!) umzugehen, diese zu verarbeiten und neu zu bewerten.

Sehr empfehlenswert.

LG, Cosima
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon glunge » 2. März 2008 12:57

@mamavonN.

auf, ob das ein leben lang bleibt...

also gewisse verhaltensweisen können ein leben lang bestehen bleiben, da der mensch ja durch ein bestimmtes ereignis geprägt wurde, in ihm eine ptbs hervor rufte... jedoch kann man durch eine therapie viel erreichen, daher ist es ein versuch sicherlich sehr wert.

glg und alles gute
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon cippo » 8. März 2008 18:27

Nach einem Unfall im Jahr 2000, bei dem ich als Radfahrer schuldlos so in ein KFZ geschleudert wurde das dies ein Totalschaden war, ging für mich der ganze "Spaß" los. Verschiedene Prellungen, Stauchungen und Schnittwunden und ein Kieferbruch wurden erkannt, aber ein ausgerenkter Halswirbel 3 Jahre lang nicht. Die Folgen waren migräneartige Kopfschmerzen, die ich 7 Tage/Woche hatte. Davon 3-5 Tage so schlimm, dass ich mich vor Kopfschmerzen übergeben musste. Daher dachte man wohl, es seien Migräne. Später kamen dann noch Taubheitsgefühle in Armen und Beinen dazu. Wie ich damit mein Studium weitergeführt hatte, kann sich vermutlich jeder vorstellen. Von dem ADHS wußte ich ja damals noch nicht einmal etwas. Das war dann "die perfekte" Kombination ...

6 Ärzte erkannten mit den gleichen Röntgen und CT-Bildern nicht, die auch der 7. Arzt hatte, das ein Wirbel ausgerenkt war. Sogar meine Krankengymnastin merkte das mit den Fingern. Mein Prof aus Verbrennungsmotoren hatte schon Recht: Wenn Ingenieure so viele fehler wie Ärzte machen würden, wäre die Menschheit ausgestorben  :smt023: 

Als der Halswirbel wieder o.k. war, begann das Trauma: Jede Nacht träumte ich diesen Unfall und wachte nach 2-3h auf, weil ich im Traum die Schmerzen wieder hatte. Pech war nur, dass ich nicht mehr einschlafen konnte :-( daraus folgten schwere Depressionen und Sui-Versuche. Die Flashbacks, die ich z. B. im Fussball hatte, wo jeder 3.-4. Ball sich in das Unfall-Auto "verwandelte" oder selbst wenn ich nur zu Fuss unterwegs war, dass sich jedes silberfarbene Auto in das Unfall-Auto "verwandelte und auf mich zukam" machte mich kaputt. Natürlich wußte ich, dass das irreal war, trotzdem geht es an die Nerven, wenn man das so sieht.

Wegen einer drohenden Zwangseinweisung musste ich mein Studium abbrechen, damit ein Kostenträger für die Sozialhilfe da war. Damit begann der Behandlungsmarathon. Alles ohne Erfolg bis ich im Februar diesen Jahres wieder in einer Psychatrie war. Dort nahm man mich zum ersten mal ernst: Tavor wirkt bei mir wie ein Aufputschmittel, die Alpträume, das keines der Medikamente bis auf Mirtazapin half, etc. pp. Es wurde alles bis auf Mirtazapin abgesetzt. ADHS diagnsotiziert und MPH angesetzt. Die Depressionen sind bis jetzt weg. Das Trauma deutlich besser. Ich habe z. zt. keine Flashbacks. Lediglich Nachts merke ich noch etwas vom trauma. Leider komme ich dadurch nur auf 5-6 h/Nacht Schlaf. Das ist aber deutlich mehr als die vorherigen 2-3h/Nacht und damit komme ich auch zurecht.Es zieht mich nicht herunter.

Warum das Trauma mit der Behandlung von ADHS deutlich besser wurde, weiß ich nicht. Und somit auch nicht, was eine PTSD mit ADHS zu tun hat. Darüber sollen sich mal schön Psychologen und Psychiater Gedanken machen ;-) Es stellt sich für mich nur so dar, dass PTSD, Depressionen und zuletzt im Studium starke Prüfungsangst komorbide Krankheiten waren und deren alleinige Behandlung somit nicht erfolgreich sein konnte. Ob die Ärzte das hätten früher merken müssen, weiß ich nicht. Ich denke aber schon, wenn man so lange erfolglos in Behandlung war. Auch waren fast alle Einzelsymptome von ADHS in den Berichten an meinen Hausarzt erwähnt. Nur um das Puzzle zusammenzufügen, hat es wohl nicht mehr gereicht ... :-(

Vordiplom habe ich noch geschafft. Gott sei Dank wird es oft mit einem Techniker gleichgesetzt. Laut meiner jetzigen Therapeuten hätte ich eine gute Zukunftsprognose, mal schauen, was daraus wird. Überstürzen werde ich nichts, nicht das ich wieder in ein Loch falle, weil ich mir zuviel vorgenommen habe. Die letzten 10 Jahre kann man vermutlich bei noch soviel gutem Willen, nicht von heute auf morgen korrigieren. Ich werde wohl noch etwas Zeit zum Stabilisieren brauchen. Aber sprühe bereits jetzt wieder voller Energie  \:D/

ciao
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon KleineFeder » 5. Mai 2009 21:56

So mal einen etwas älteren Fred hervor krame.....


Bild


....ist grad auch irgendwie mein Thema grad...


[quote="Sternchen1209"]
Wenn ich weiter mache wie all die Jahre dann nehm ich mich einfach nicht wahr.
Somit Rieskiere ich aber mein Leben.
Den ich halte nie an.[/quote]

Die Sätze könnten grad von mir sein...nur eben mit ner Hypo-Färbung...

Das Thema Trauma beschäftigt mich immer wieder mal, weil gewisse Mechanismen die da beschrieben werden kenne ich auch von mir...

...bei der letzten Therastunde kamen wir, meine Thera und ich auch wieder drauf, aufs Thema Trauma...
...nach Klärung von Missverständnissen aus der letzten Therastunde, bekam ich den Vorwurf zu hören, dass ich trotz der Zeit, die ich jetzt schon zu meiner Thera gehen täte, ihr immer noch nicht richtig vertrauen würde, da ich auf viele äußerungen von ihr einfach mit heulen reagieren täte....

...dieses Mißverständnis konnte ich dann aber auch aufklären...kenne solche "dämlichen Gefühlsausbrüche" (meine Bezeichnung dafür als Jugendliche) mindestens seit meiner Pubertät...

...meine Thera meinte dann, dass da eindeutig ein Trauma hinter sitzen täte...darf dann nächste Therastunde aufzeichnungen, die ich als Jugendliche gemacht habe mitbringen und meine Gedichte aus dieser Zeit...

...das ganze wirkt grad ziemlich nach in den letzten Tagen....

...es macht mir zwar ein bißchen Angst, aber irgendwie habe ich auch das Gefühl so langsam an die Wurzel gewisser Verhaltensweisen von mir zu kommen und für mich ist es wichtig das, was da abläuft zu verstehen, denn wenn ich die Mechanismen verstehe kann ich mich besser ausdrücken was mit mir ist...

...denn:
[quote="Sternchen1209"]
Wenn ich weiter mache wie all die Jahre dann nehm ich mich einfach nicht wahr.
Somit Rieskiere ich aber mein Leben.[/quote]

und dass ist auf Dauer so Kräfteraubend...das es überhaupt nicht mehr schön ist....  :baw:

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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon MrsKleeblatt » 5. Mai 2009 23:23

Hmmm - lange Zeit abgelehnt worden bin ich natürlich auch. Ich habe z.B. heute noch kein richtiges Verhältinis zu meiner Mutter, oftmals Ängste im Umgang mit Menschen und natürlich Angst vor Fehlern.
Ich frage mich nur: Muss das ein Trauma sein? ich  meine, ich habe damals sehr darunter gelitten, ohne Frage und die Probleme sind halt nicht spurlos vorrüber. Aber ich habe den Eindruck zur Zeit, dass sie mit neuen Erfahrungen gepaart mit einer generellen Einstellungsänderung und Verhaltensänderungen immer noch weiter geringer werden.

Sprich, ich nenne mein Probleme schlichtweg: ADS. Und behandle sie entsprechend: mit MPH, Ergotherapie/Coaching und dem langsam, aber anscheinend stetig wachsender "bedingungsloser Akzeptanz".
"Trauma" klingt für mich nach etwas, was ich nicht "auch noch haben will"  :heul: - so schrecklich und furchterregend, nach etwas was Angst macht und mich schwach erscheinen lässt (was ich sicher auch oft bin).
Und wenn ich traumatisiert wäre, worin läge der Sinn das zu wissen bzw. das Trauma für sich selbst auch als "Trauma" zu bezeichnen?

Ich meine, bei vielen Menschen, insbes. allen die ich kenne mit Borderline als Diagnose, macht es einen für mich leicht einsehbaren Sinn. V.a. wegen all der Symptome, die so oft wie aus freiem Himmel auftreten, wie z.B. Panikattacken, Stimmungsschwankungen scheinbar ohne erkennbare Ursache (ich habe auch starke Stimmungsschwankungen, aber die "Ursache" ist meistens für mich erkennbar), Flashbacks, Dissoziationen, ... Von all diesen Symptomen bin ich gottseidank frei...

Würde mich nur mal so interessieren.

LG,
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon KleineFeder » 6. Mai 2009 00:29

[quote="MrsKleeblatt"]


"Trauma" klingt für mich nach etwas, was ich nicht "auch noch haben will" 
.....
wie z.B. Panikattacken, Stimmungsschwankungen scheinbar ohne erkennbare Ursache (ich habe auch starke Stimmungsschwankungen, aber die "Ursache" ist meistens für mich erkennbar), Flashbacks, Dissoziationen, ... Von all diesen Symptomen bin ich gottseidank frei...


[/quote]
Sei froh....

Was meinst Du wie ich oft ich mir schon gewünscht habe normal zu sein und wenn nicht normal, dann wenistens ein "normaler" ADSler!!

Es ist nicht spaßig, wenn man zb das Gefühl hat, daß sich die Dimensionen auflösen zu scheinen oder das dein Körper eigentlich nicht zu dir passt (=Depersonalisation) oder sich die Umgebung plötzlich seltsam verändert (=Derealisation)

wenn Du bei dir bemerkst dass du gewisse Dinge oder Situationen vermeidest, weil gewisse absolut schmerzhafte Gefühle damit verbunden sind

wenn du dir alle möglichen Infos über eine unbekannte Sache zusammen suchst und dir lieber erst das schlimmste ausmalst, damit du bloß nicht wieder in eine Situation geräts wo du dich wieder hilflos und ausgeliefert fühlst

wenn du manchmal einfach ohne reale Ursache einfach losheulst, nur weil dich irgend eine kleine geste getriggert hat, und du aber gar nicht heulen magst, sondern einfach nur versuchen wolltest ganz sachlich gewisse Dinge zu sagen...

....wenn man gefragt wird was los ist oder wo das Problem ist und Du dann nicht weißt, wie du Deine Emotionen in der Größe des Mount Everest gekreuzt mit einer 26 spurigen Autobahn ausdrücken sollst

wenn man wieder mal sich so hilflos und missverstanden fühlt, weil keiner versteht was ich mit meinem Gestammel ausdrücken will

wenn dann der innere Schmerz so groß ist, daß einem gedanken kommen sich zu ritzen, denn äußerlicher Schmerz ist leichter erträglich als innerer Schmerz

dann ist das wirklich nicht im geringsten lustig....

....und nein ich hab kein Borderline....
Psychische Traumatas und SVV sind nicht nur Borderlinesymptome, sondern können davon auch unabgängig auftreten....
Und auf die anderen mir von Psychiatern, die keine Ahnung haben, schon angedichtete Diagnosen wie Schizotype Störung, schizoide Störung oder schizo-affektive Störung verzichte ich wohlwollend!

Und nein ich hab keine Erinnerung an ein schwerwiegendes Trauma.....(=Teilamnesie?!)

aber wenn Du tauschen magst....hab nix dagegen etwas normaler zu sein.... :motz:
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon MrsKleeblatt » 6. Mai 2009 20:58

aber wenn Du tauschen magst....hab nix dagegen etwas normaler zu sein....


Neeee, mag nicht tauschen!
Auch wenn trotzdem nicht feststeht, wer von uns "normaler" ist. Mir reicht druchaus, was ich an Problemen und "Unnormalitäten" habe (und hatte)!

Ich hoffe, ich habe mit meinem Posting gestern keinen beleidigten Ton getroffen. Es war nur eine Frage von mir, welche Symptome quasie ein "Trauma" ausmachen bzw. diese Bezeichnung rechtfertigen und vielleicht auch eine besondere Behandlung erfordern.

LG,
MrsKleeblatt
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon KleineFeder » 6. Mai 2009 23:09

Hallo liebes Kleeblatt,

nein Du brauchst keine Bedenken zu haben, bin nicht beleidigt, hab gestern abend vielleicht etwas emotional reagiert, aber welcher ADHSler tut das nicht...

...ich bin eben nicht "scharf" auf neue oder viele Diagnosen, ich will nur wissen was mit mir ist. Und ich habe für mich, trotz aller Erleichterung nach der ADS-Diagnose,  das Gefühl, dass da eben noch was anderes ist, was sich mit ADS-Symptomatik nicht unmittelbar erklären lässt.

Einerseits die Erleichterung zu wissen, ja ein Teil von meinen Problemen nennt sich ADS mit viel Hypo, andererseits manchmal das Gefühl zu haben in gewissen "Krisen"Situationen genauso zu fühlen wie vor der ADS-Diagnose, weil schon wieder Unverständnis von therapeutischer Seite kommt.

Aber da scheint in der letzten Therastunde, die ich als ziemlich heftig empfand, dann doch der Knoten aufgegangen zu sein und ich habe dass Gefühl, das meine Thera nun wirklich anfängt zu verstehen wie es mir geht...., ...naja sie ist schließlich auch nur ein Mensch mit ADHS....

...vielleicht bekomme ich dann auch gewisse Mechanismen klarer, damit man dann gezielter in der Therapie ansetzen kann...

...ich hatte mir sogar schon mal vor einiger Zeit ein Buch über psychische Traumen gekauft gehabt, es aber nie geschafft groß zu lesen und jetzt wo ich gern drin lesen würde, kann ich es nicht, weil ich jedes Mal dabei emotional abstürze, also lasse ich es eben grad bleiben....

Es ist vielleicht zu meiner Aufzählung noch anzumerken, das ich die genannten Symptome nicht immer habe, aber ich kenne die Extreme, wenn ich mal wieder in eine Krise gerutscht bin und wie vor ein paar Jahren eben noch keine ADS-Diagnose hatte und bei Anderen und bei therapeutischer Seite auf nicht viel Verständnis stiess bzw. immer wieder die Erfahrung gemacht habe, dass ich nicht verstanden wurde, weil die Emotionen die ich in mir hatte nicht nach aussen bringen bzw. aus/ansprechen konnte....

Habe jetzt allerdings ne klasse Therapeutin und ich habe nun endlich das Gefühl, dass sie zu verstehen beginnt was ich versuche rüber zu bringen....


:winken:  KleineFeder
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon MrsKleeblatt » 7. Mai 2009 21:21

[quote="KleineFeder"]
Hallo liebes Kleeblatt,

nein Du brauchst keine Bedenken zu haben, bin nicht beleidigt, hab gestern abend vielleicht etwas emotional reagiert, aber welcher ADHSler tut das nicht...

...ich bin eben nicht "scharf" auf neue oder viele Diagnosen, ich will nur wissen was mit mir ist. Und ich habe für mich, trotz aller Erleichterung nach der ADS-Diagnose,  das Gefühl, dass da eben noch was anderes ist, was sich mit ADS-Symptomatik nicht unmittelbar erklären lässt.

Einerseits die Erleichterung zu wissen, ja ein Teil von meinen Problemen nennt sich ADS mit viel Hypo, andererseits manchmal das Gefühl zu haben in gewissen "Krisen"Situationen genauso zu fühlen wie vor der ADS-Diagnose, weil schon wieder Unverständnis von therapeutischer Seite kommt.

Aber da scheint in der letzten Therastunde, die ich als ziemlich heftig empfand, dann doch der Knoten aufgegangen zu sein und ich habe dass Gefühl, das meine Thera nun wirklich anfängt zu verstehen wie es mir geht...., ...naja sie ist schließlich auch nur ein Mensch mit ADHS....

...vielleicht bekomme ich dann auch gewisse Mechanismen klarer, damit man dann gezielter in der Therapie ansetzen kann...

...ich hatte mir sogar schon mal vor einiger Zeit ein Buch über psychische Traumen gekauft gehabt, es aber nie geschafft groß zu lesen und jetzt wo ich gern drin lesen würde, kann ich es nicht, weil ich jedes Mal dabei emotional abstürze, also lasse ich es eben grad bleiben....

Es ist vielleicht zu meiner Aufzählung noch anzumerken, das ich die genannten Symptome nicht immer habe, aber ich kenne die Extreme, wenn ich mal wieder in eine Krise gerutscht bin und wie vor ein paar Jahren eben noch keine ADS-Diagnose hatte und bei Anderen und bei therapeutischer Seite auf nicht viel Verständnis stiess bzw. immer wieder die Erfahrung gemacht habe, dass ich nicht verstanden wurde, weil die Emotionen die ich in mir hatte nicht nach aussen bringen bzw. aus/ansprechen konnte....

Habe jetzt allerdings ne klasse Therapeutin und ich habe nun endlich das Gefühl, dass sie zu verstehen beginnt was ich versuche rüber zu bringen....


:winken:   KleineFeder
[/quote]

OK, solche Krisen, in denen ich mich fühle, wie vor der Diagnose, die Medies nicht richtig wirken und sowieso mehr schiefgeht als überhaupt schief gehen kann, kenne ich (meistens habe ich sie ja, zumindest dann irgendwie im Nachhinein ;-) sogar mit Euch 'geteilt'...) - zumindest Wochen-weise (immer noch 1000 besser als Jahre-weise..., wie früher halt...)

Eine Therapeutin haben, die auch ADHS hat - das hört sich nach einer richtig guten Sache an! Aber auch AD(H)Sler sind untereinander nicht alle gleich und sich manchmal nicht mal besonders ähnlich - ich glaube, dass muss(te) ich auch lernen...

Naja,wie auch immer. Leider sind die Dinge nunmal so, wie sie sind ;-||

LG,
Katrin
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon rieka » 20. Mai 2009 15:43

Hallo,

also ich weiß nicht, wie ich mich hier am besten einklinken kann, in das Thema PTBS und ADS, das mir sehr wichtig ist.

Eine chronische PTBS habe ich, außerdem Depressionen und eine generalisierte Angststörung und eine Somatisierungsstörung. BPS hatten sie mir auch mal diagnostiziert und auch eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung.

Die Traumafolgen stehen bei mir auch ziemlich im Vordergrund. Nun ist auch ADS ist bei mir diagnostiziert worden, vor 8 Wochen circa.

Ich dachte erst: ok, jetzt wird alles besser. Aber seitdem ich Medikamente nehme (Amphetaminsulfat) und damit irgendwie "wacher" bin, ist alles noch schlimmer geworden und gleichzeitig aber auch besser ????  :fr:

Meine Depressionen kommen krass durch und ich weiß einfach nicht genau, ob das, was ich unter ADS "verbuche" - nämlich Lustlosigkeit, Konzentrationsprobleme, Hang zum Chaos, Desinteresse etc. nicht doch eher der PTBS zuzurechnen ist....

Ich finde das ziemlich kompliziert und würde mich gerne darüber austauschen.

lg rieka  :winken:
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Re: Posttraumatische Belastungsstörung (Trigger)

Beitragvon violent » 21. Mai 2009 20:15

Hallo rieka,

dazu fällt mir gerade etwas ein,muss aber nicht stimmen,also bitte nicht zuuu ernst nehmen.

Ich habe auch eine PTBS,Borderline und ADHS,mir wurde in der Klinik gesagt das ich keine Medikament wie Ritalin usw.
bekomme,da diese Medi-Gruppe die PTBS und Borderline Symptome verstärken.

Dies ist mir eingefallen weil du geschrieben hast das es alles noch schlimmer geworden ist seitdem du das Medi nimmst.

Ich weiß nicht ob es stimmt was mir da gesagt wurde,ich glaube es aber einfach mal.

LG violent  :winken:

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