Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

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juggug
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Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von juggug » 1. September 2019 11:01

Hallo,

weiß jemand, ob sich die Gedankenversunkenheit / Geistesabwesenheit / Tagträume bei AD(H)S und Narkolepsie unterscheiden? Oder andere mögliche Störungen, die zu meiner Beschreibung passen? (Es können keine Dissoziationen, keine Epilepsie und keine Schizophrene sein).

Nun hab ich aus ein paar Themen des Forums entnommen, dass manche ihre Verträumtheit als eine Art geistigen Ausflug / Abdriften und dabei mitunter Schusseligsein berichten. Oder dass ein Gespräch völlig an ihnen vorbei gegangen ist und sie nur schwer zuhören können. Und mal schwappt das Interesse von A nach Z und wieder nach D usw. Könnt ihr dem was hinzufügen oder abwandeln?

Fällt euch im Nachhinein wieder (leicht) ein, was ihr machten wolltet / gemacht habt vor dem Abdriften? Wie ist es allgemein mit eurem Gedächtnis?
Wie lange können bei euch diese unbewussten oder halbbewussten Zustände dauern? Kann es auch vorkommen, dass ihr Fehlerfrei und ohne große Verunsicherung aus Automatismen erwacht, so dass ihr z. B. direkt fortfahren könnt?

Bei mir ist es so: Erst Abdriften bei anspruchsloser Tätigkeit, dann rasendes Gedankenkino, wie automatisiert (ist bei mir nachts immer die Vorstufe vorm Einschlafen) und dann gibt es bei mir zwei Szenarien:

Entweder wache ich plötzlich bei einer Handlung auf und kann mich nicht daran erinnern, wie ich bis dahin gekommen bin. Mir passieren dabei meist keine Fehler und wenn nur kleine, weil ich sofort aufwache, wenn etwas unlogisch oder gefährlich nahe kommt, genau wie wenn ich aus meinen Nacht-Träumen immer erwache, sobald sie unlogisch werden (bin fast immer luizid) oder ich das Sterben nicht mehr abwenden kann.
Am Tag läuft mein Bewusstsein dabei irgendwie auf Sparflamme (habe die Augen auf und scheine meinen Handlungsweg irgendwie unterbewusst mit aufzunehmen, habe jedoch nur den Gedankenfilm in Erinnerung und von der Wegstrecke meiner Handlung nichts, solange sie reibungslos verläuft.

Bei mir z. B. als Teenager jeden Tag 15 Minuten Rad-Strecke inkl. Kreuzungen, die ich nicht mitbekommen habe, wenn mir auf meinem Weg nichts in die Quere kam. Immer ein Straße vor unserem Haus wurde ich wach und dachte nur „Oh. Hab wieder nichts mitbekommen.“ Dabei kann ich nicht sagen, ob sich durch die Gedankenverselbständigung bzw. Beschleunigung eine Art Traum- oder Leichtschlaf ergeben hat oder ob ich bis dahin einfach nur in Gedanken versunken war. Ich meine mich erinnern zu können, dass ich mitunter nach dem Aufwachen keinen direkten Traumabriss hatte, sondern es fühlte sich mehr an, wie so ein Erwachen aus einem Dämmerzustand.
Wenn ich gegen den Automatismus ankämpfe, bekomme ich einen starken Einschlafdrang. Und je stärker der wird, desto hyperaktiver werde ich.

Dann hab ich noch ein komisches anderes Phänomen;
Am Tag mitunter wie erstarrt sein, dass man sich für eine Minute o. ä. nicht bewegt und dabei weit weg sein. Auch halb wach und halb da. Manchmal bemerkt man nicht, wie man in die Starre geriet und manchmal doch. Und wenn man es bemerkt, kann man sich da nicht von weg kriegen, weil der Gedankenfilm völlig in Fahrt ist / fliegt vor dem Auge und erst, wenn er abgeschlossen ist oder euch ein stärkerer Außenreiz aufweckt, seid ihr wieder voll da und fähig fortzufahren mit eurer Handlung? Bei mir hingen dabei z. B. die Hände immer über der Tastatur in der Luft bei der Arbeit und meiner Kollegin fiel es auf. Sie sagte: „xy ist wieder erstarrt“ „hat sich wieder erhängt“ (wie ein PC).

Kennt ihr das alles genauso? Falls ja, habt ihr auch Narkolepsie-Symptome wie REM-Schlaf-Verhaltensstörung, luizides Träumen, hypnagoge Halluzinationen (ggf. auch hypnopompe), Tagesschläfrigkeit, Sekundenschlaf? Ggf. auch Teil- oder Vollkataplexien? Wobei es auch Narkolepsie ohne Kataplexien geben können soll. ggf. vorzeitiger Traumschlaf.
Falls ihr das nicht genauso erlebt / habt, wie würdet ihr das alles bei euch beschreiben?

Wie sehen eure Träume aus? Eher realistisch oder bizarr oder unterschiedlich? Und falls ihr Einschlaf-Hallus habt, - wie sehen die bei euch aus? Und könnt ihr euch gut an eure nächtlichen Träume erinnern?
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Chaosqueen1286
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von Chaosqueen1286 » 1. September 2019 14:07

Hallo
Also das was du beschreibst kenne ich auch.Mal mehr mal weniger stark.Also wenn etwas Langweilig und wenig abwechslungsreich neig ich auch dazu abzudriften.Da sich mein Hirn dann langweilt.Es kann auch vorkommen das die übergänge fließend sind.aber es ist dann eher nicht so das ich in dem moment oder hinterher nicht weiß was ich zwischenzeitlich tat.bzw das läuft dann Routiniert.
Es kann kann auch mal sein das ich nicht komplett weiß wie ich wie ich von A nach B kam sei es durch "interne" gedankliche ablenkung oder durch äußerliche interessante Reize mit denen ich mich dann gedanklich beschäftige.

Also mit Narkolepsie hat das jetzt weniger zu tun finde ich
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von Chaosqueen1286 » 1. September 2019 14:22

juggug hat geschrieben:
1. September 2019 11:01
Dann hab ich noch ein komisches anderes Phänomen;
Am Tag mitunter wie erstarrt sein, dass man sich für eine Minute o. ä. nicht bewegt und dabei weit weg sein. Auch halb wach und halb da. Manchmal bemerkt man nicht, wie man in die Starre geriet und manchmal doch. Und wenn man es bemerkt, kann man sich da nicht von weg kriegen, weil der Gedankenfilm völlig in Fahrt ist / fliegt vor dem Auge und erst, wenn er abgeschlossen ist oder euch ein stärkerer Außenreiz aufweckt, seid ihr wieder voll da und fähig fortzufahren mit eurer Handlung? Bei mir hingen dabei z. B. die Hände immer über der Tastatur in der Luft bei der Arbeit und meiner Kollegin fiel es auf. Sie sagte: „xy ist wieder erstarrt“ „hat sich wieder erhängt“ (wie ein PC)


Das könnte auf Narkolepsie hindeuten


Wie sehen eure Träume aus? Eher realistisch oder bizarr oder unterschiedlich? Und falls ihr Einschlaf-Hallus habt, - wie sehen die bei euch aus? Und könnt ihr euch gut an eure nächtlichen Träume erinnern?


Meine Träume waren damals nur unter Antidepressiva sehr realistisch und aufgrund dessen konnt ich mich gut dran erinner btw auch jetzt 2jahre später noch. Heute kann ich mich an einen traum bzw bruchstücke davon nur erinnern wenn ich in REM phase aufwache denk ich


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Falschparker
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von Falschparker » 1. September 2019 14:34

Nein, das habe ich alles nicht. Und diese "Abwesenheiten" gehen nach meiner Meinung über ADHS hinaus.

Das muss natürlich nichts heißen. Soweit ich weiß haben Narkolepsiebetroffene überrepräsentativ häufig auch ADHS.

Was ist denn deine Ausgangssituation? Wie lebst du bisher mit dem was du beschreibst und hast du eine dieser Diagnosen und wenn ja wie wird das behandelt?

Man kann ja froh sein dass du noch lebst, da kriegt man rückblickend eine Gänsehaut bei der Beschreibung deiner Fahrradfahrten als Teenager. Fährst du noch Fahrrad (oder Auto)? Und kommt Ähnliches heute noch vor?

Und: Herzlich willkommen im Forum! :willkommen:

Viele Grüße
Falschparker
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von ULBRE » 1. September 2019 19:46

juggug hat geschrieben:
1. September 2019 11:01

Dann hab ich noch ein komisches anderes Phänomen;
Am Tag mitunter wie erstarrt sein, dass man sich für eine Minute o. ä. nicht bewegt und dabei weit weg sein. Auch halb wach und halb da. Manchmal bemerkt man nicht, wie man in die Starre geriet und manchmal doch. Und wenn man es bemerkt, kann man sich da nicht von weg kriegen, weil der Gedankenfilm völlig in Fahrt ist / fliegt vor dem Auge und erst, wenn er abgeschlossen ist oder euch ein stärkerer Außenreiz aufweckt, seid ihr wieder voll da und fähig fortzufahren mit eurer Handlung? Bei mir hingen dabei z. B. die Hände immer über der Tastatur in der Luft bei der Arbeit und meiner Kollegin fiel es auf. Sie sagte: „xy ist wieder erstarrt“ „hat sich wieder erhängt“ (wie ein PC).

Hallo,

Deine Beschreibung erinnert mich an Absencen bei Epilepsie.
Beispiel: https://flexikon.doccheck.com/de/Absenceepilepsie
Lässt sich durch Messung des EEGs feststellen...

Jemand anderes schrieb mal was von Dissoziation, meinte damit aber nicht das, was unter dem medizinischen Fachbegroff verstanden wird, sondern so was ähnliches was Du beschreibst...

Viele Grüße

UlBre
Seit 19.10.19 ist die überarbeitete ADxS.org-Seite online.
Was können wir noch besser machen ? Feedback sehr gerne dort auf Feedbackformular. Danke !
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von juggug » 3. September 2019 17:01

Hallo,

Danke für eure Antworten! Und Danke für den Willkommensgruß : - )

Abscencen der Epilepsie treten nur in bewusstloser Starre (Meine Starren nehme ich nach einer Weile halb wahr) auf und enden genauso aprupt, wie sie begonnen haben. Und die Betroffenen bemerken in der Regel nicht, dass sie eine Absence hatten. Das kann vorkommen, jedoch darauf bezogen, dass sie irritiert über die äußeren Veränderungen sind, die zum Zeitpunkt des Wegtretens anders waren. Und man soll schwer bis gar nicht aus Absencen erweckbar sein.

Bei dissoziativen Anfällen und Stupor heißt es, dass die auch schwer daraus erweckbar seien und da eine Art Flashback-Schock erfahren, woraus die sich abzuspalten versuchen. Ich habe wohl viele Erinnerungsfilme, neben Visionsgedanken. Jedoch verlaufen die relativ emotionslos und mein Atem flacht dabei ab. Das Gefühl der Abspaltung kenne ich im aktiven Abspalten von Gefühlen vor Menschen, die mich nicht frei sehen mögen und ich darüber noch nicht zu stehen gelernt habe. Ansonsten habe ich wenig Probleme damit mich an alles mögliche zu erinnern, manchmal muss ich dann nur kurz weinen.
Vielleicht bin ich auch schon zu durch, dass ich meinem Körper zum Einen nichts vormachen kann und zum anderen zu erschöpft, dass er träumt und schläft, wo es geht. Das könnte dann einfach ADHS sein.
Der Körper soll sich unter Daueranspannung irgendwann von selbst runter regulieren und dann einschlafen bzw. ermüden, sagte mir meine Psychologin mal.
Ich kenne auch vieles, was "reine" ADHSler von sich beschreiben. Auch bin ich, wenn ich nicht gerade müde und dadurch langsam bin, rasant und hyperaktiv. Ständig im Wechsel. Meine Mutter sagte, ich war schon als Baby hyper und meine Psychologin bezeichnete mich als Rennpferd.

Als sichere und mehrfach gestellte Diagnose habe ich nur die soziale Phobie.

Ich erlebe mich in Stresssituationen wohl öfters wie derealisiert (Meine Umgebung sieht dann irgendwie komisch aus, irgendwie ferner und fremd, als hätte ich ne leichte Farbenbrille auf oder ä. und alles wirkt weiter weg von mir, als würde ich mich gleich selbst verlieren).

Ansonsten ist bei mir auch anderweitig psychisch einiges los gewesen.

Zu den offenen Untersuchungen / meiner Situation / dem Autofahren etc. im folgenden Absatz (das wird etwas länger):
Zuletzt geändert von juggug am 3. September 2019 17:03, insgesamt 1-mal geändert.
juggug
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von juggug » 3. September 2019 17:02

Die Epilepsie- & Narkolepsie-Untersuchungen sind bei mir noch nicht vollständig geklärt und es besteht noch auf beides Verdacht, wobei nichts von der Epilepsie beschriebenes so richtig passt, von dem was ich bislang las. Ich ließ die Untersuchung lange brach liegen. Wegen der Epilepsie-Symptome begab ich mich mal von mir aus ins Krankenhaus, bzw. meine Kollegen meinten immer, ich soll da hinterher. Den Narkolepsie-Verdacht hegte ein Psychiater wegen meiner von ihm bemerkten Tagesschläfrigkeit.

Seit dem es mit dem Autofahren zu schlimm wird (ab 70 kmh bekomme ich ab und zu entweder nur einen Einschlafdrang oder zusammen mit dieser Aura, wie sie bei Epilepsie beschrieben wird und es nimmt an Häufigkeit zu) nehme ich die Untersuchungen wieder auf. So richtig bewusst über diese Abwesenheitszustände werde ich mir auch gerade erst, wo ich zum ersten Mal im Bezug zu Narkolepsie und AHDS las. Damals galten die noch nicht als Symptom oder wurden nicht angesprochen.

Ich hab das Tagträumen wohl immer, wenn ich es beim Autofahren bemerkte, sofort beendet mit einem Schreck und Ärger darüber, dass es mir passiert ist, so dass es mir dabei im Gegensatz zu sonst auch nicht oft und wenn nur selten passierte. Weil ich es mir beim Autofahren verbat. Aber erst jetzt wird mir die Gefährlichkeit bewusst. Ich denke auch, dass von diesem Unterdrücken / der starken Dauer-Konzentration die Müdigkeit da zunimmt. Und ich merke, dass wenn ich durch Licht-Schatten-Gebiete schnell fahre / die Sonne scheint, die Symptome prompt zunehmen. Auch achtete ich immer darauf, nicht müde Auto zu fahren. Aber das nutzt alles nichts.

Es hieß halt zuvor von Eltern- und „Partner“-Seite oft, "du hast nichts dergleichen, du bist nur hier und da unbeholfen", "sei nicht so faul" usw. Oder von Ärzten eben „wahrscheinlich Psyche“, „muss weiter untersucht werden.“ Kollidierte mit meiner Ausbildung, um die ich mich Jahre bemüht hatte und mir Äste dafür abgebrochen hatte. Meine Eltern erkennen auch meine soziale Phobie nicht an. Ich darf nichts haben. Bei meinem Bruder waren sie immer hinterher. Der bekam zuletzt die Diagnose Narkolepsie und Asperger.

Der neue Neurologe meines Bruder stellt die Narkolepsie-Ergebnisse aktuell wieder in Frage, weil ihm seine Symptome zu unsicher sind und er meint, dass Asperger ja so auch oft müde sind. Meine Geschwister, meine Mutter und ich haben alle Symptome einer Narkolepsie, außer Vollkataplexien (nur partielle in den Händen und Gesicht).

Schlaflabor 1 stellte bei mir die Symptome fest und überwies mich an ein größeres. Die stellten nur Pavor Nocturnus und hypnagoge Halluzinationen fest. Schoben dann alles auf meine Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer-Einnahme während des Besuch des 1. Labors, so wie auf meine Psyche. Wobei ich einerseits weiß, dass ich die Symptome auch ohne die SSRIs habe und schon als Kind hatte und zum anderen auch bemerkte, dass sie unter der Einnahme verstärkt und häufiger auftraten.

Mein Vater hatte bis zu seinem 22. LJ öfters Bewusstlosigkeiten mit Umfallen, ungeklärt. Ich sackte ein Mal aus Narkolepsie-Symptomen zusammen und hatte dabei sowohl Schwarz vor den Augen, als auch Halluzinationen^^. Und Zucken + Schaum vorm Mund.

Ansonsten habe ich noch die Giggle-Inkontinenz, bei der, wenn man mit einem verbundenen Gefühl einen Lachanfall bekommt, sich die Blase entleert. Die gilt bislang als eventuell mögliche gemeinsame Grundlage für Kataplexien, mutmaßen Forscher. Hab ich auch aus dem Internet. Mein Arzt, weswegen ich da als Kind hin bin, hatte auch dazu keinen Plan.

Mein Bruder fiel ein Mal mit dem Fahrrad unbemerkt und nüchtern um und wachte mit Schlüsselbeinbruch auf. Wir Geschwister haben auf den Fotos überall die Augenlider runter hängen. Auf zwei Fotos hängt auch mein Kiefer runter und meine Augen sehen leer aus. Bei meiner Mutter wurde mal eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert. Ansonsten ging sie nie zum Arzt.

Ich bin von der Schule geflogen wegen der Müdigkeit (und wg. Unaufmerksamkeit), hab mir alle Äste abgebrochen für einen Ausbildungsplatz und dann mit Burn-Out nach Übernahme Job geschmissen. Hausarzt wollte mich von sich aus (Sie sind für die Berufswelt nicht geeignet) mit Hilfe von Psychiaterin berufsunfähig schreiben, jedoch meinte die, das wird schwierig ohne Pillen futtern, weswegen ich noch ein Mal mein „Glück“ probierte und dann eine außergewöhnliche Firma fand, die sogar meine gelegentlichen Ausfälle toleriert. Also ich arbeitete dort zunächst Vollzeit, merkte aber, dass ich das auf Dauer nicht packe, obwohl ich da so oft wie ich wollte pausieren und den Kopf auf den Tisch legen konnte. Dann zog ich aus familiären Gründen um und seither beschäftigen sie mich von zu Hause aus für so viel, wie ich schaffe. War ihr Angebot.

Ansonsten mache ich nach außen hin oft einen sonderlichen Eindruck. Mal bin ich hyper und dann wieder matt. Ein Mitschüler war überzeugt davon, dass ich Drogen nehme. Auch habe ich autistische Züge, was ich auch noch abklären lassen möchte. Mir sind nun, wo ich anfange, mich selbst ernster zu nehmen reihenweise Glühbirnen aufgegangen. Nun versuch ich mich vorab ein bisschen zu belesen, bevor ich dann demnächst noch Mal zum Neurologen gehe. Der ist auch Psychiater.^^
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von Chaosqueen1286 » 3. September 2019 17:58

juggug hat geschrieben:
3. September 2019 17:01
Als sichere und mehrfach gestellte Diagnose habe ich nur die soziale Phobie.

Ich erlebe mich in Stresssituationen wohl öfters wie derealisiert (Meine Umgebung sieht dann irgendwie komisch aus, irgendwie ferner und fremd, als hätte ich ne leichte Farbenbrille auf oder ä. und alles wirkt weiter weg von mir, als würde ich mich gleich selbst verlieren).
Bevor ich meine Adhs diagnose bekam hatte ich ua auch die Diagnose Sozialphobie.
Wenn ich auf ab2 oder mehrere Personen traf , wurde ich vermutlich aufgrund der vielen Reize Nervös und gestresst.Was ich auch ein meinem Herzschlag bemerkte.Es fühlte sich an wie Angst und bei für mich ganz krass stressigen Momenten ging es mir auch ähnlich wie von dir beschrieben.Deshalb war mir eine Person immer am angenehmsten.
Heute mit meinem Medikament(Elvanse)und meinem Verständnis darüber denke ich es waren einfach Überlastungssymprome die sich mehr und mehr über die Jahre angesammelt haben.Seit dem ich Medi nehme hab ich da auch keine Probleme mehr da mein Reizfilter einfach funktioniert.
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von juggug » 3. September 2019 20:44

Es freut mich, dass es dir besser geht! : - )

Ja, ich kann meine Grenzen auch nur schwer wahrnehmen. Und je länger oder öfters gravierender Stress anhält / auftritt, desto mehr kann kaputt gehen, je nach individueller Resilienz. Diese Medikamente, die bei ADHS gegeben werden, werden auch teilweise gegen Narkolepsie gegeben. Narkolepsie kann Autoimmune-, Schädel-Hirntraumatische-, Virenbedingte- und Stressbedingte Ursachen haben. Sie hat verschiedene Typen und kann auch ohne Vollkataplexien, so wie auch komplett ohne Kataplexien auftreten, gilt dann jedoch als schwer diagnostizierbar. Und das Gebiet gilt als ziemlich unerforscht. Von dem her ist vermutlich jede Narkolepsie-Diagnose ohne Vollkataplexien nur eine Vermutung oder Tendenz. Und wenn man keine Vollkataplexien je bekommt, war man dann vermutlich vielleicht zu stabil. Keine Ahnung. Mal gucken, was der Neurologe dazu sagen wird.

Die soziale Phobie empfinde ich bei mir auch etwas übertrieben, da ich eigentlich schon immer sehr Kontaktfreudig war und bin, jedoch kollidierte das stets mit meiner Andersartigkeit, außer ich traf auf ähnliche oder sehr offene Personen. Da ich mit meiner Art eben auch viel auf Granit stoß, brannte sich dann bei mir einiges ein, was mich dann in Begegnung mit Fremden nervös / unsicher werden ließ, weil dem einen passt dies nicht, - Menschen mimisch zu lesen fällt mir schwer, der ganze Smalltalk-Kram, Höflichkeitsformen, ironie usw. Eine gewisse Angst spielte sich dabei schon ein. Aber die Angst war nie von Natur aus da.
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von juggug » 27. September 2019 21:47

Mein aktuelles Fazit zu der Sache nach einiger Google-Forschung ist, dass sich das automatische Verhalten bei ADHS & Autismus nicht zu unterscheiden scheint und bei Epilepsie und Narkolepsie auch nur noch verknüpft mit Schlaf- und Bewusstseinspausen begleitet sein kann. Ansonsten scheint das automatische Verhalten auch da das selbe. Was auch dazu passt, dass diese Krankheiten oft komorbid auftreten.

Und das mich betreffende kann auch doch Epilepsie sein, - hab u. A. den Begriff paroxysmale Dämmerzustände gefunden.

Mein neues Kurzzeit-EEG vor ein paar Tagen war angeblich unauffällig (ich nickte dabei mehrfach kurz ein und hatte Einschlafzuckungen an Schultern, Fingern und Oberkörper (kommt auch bei manchen Gesunden vor), jedoch aber richtig eingeschlafen war ich nicht wegen dem ständigen Türen-Auf-und-Zu-Gehen mit Unterhaltungen). Nun müsste ich meinen Neurologen vermutlich bitten, mich an eine Spezialdiagnostik zu überweisen, da sein Sekretariat zu der Ergebnislieferung nichts weiter sagte. Worauf ich eigentlich* sowas von KEINEN Bock mehr habe.

Im übrigen: EEGs, so steht es viel geschrieben, messen auch oft sehr ungenau und nicht immer hat man ein Anfallsleiden, während gemessen wird. Wenn ich bei all meinen EEGs nichts oder nur wenig hatte (ein Mal nur leicht erhöhte Betaaktivität rechts), ist's bei mir wohl zu schwach. Aber ob sie auch zu harmlos für's Autofahren* sind...

Wollte mich einfach noch mal zurückgemeldet haben, für alle, die das Thema auch beschäftigt.
ULBRE
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Re: Tagträumen, Bewussteinsverlagerung (Geistesabwesenheit), Abdriften mit und ohne Narkolepsie

Beitrag von ULBRE » 27. September 2019 23:20

Hey,

Danke fürs Feedback.
Bin gespannt wie es weitergeht...

Viele Grüße und gute Geduld

UlBre
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