Germanwings Absturz

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Kaina
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Re: Germanwings Absturz

Beitrag von Kaina » 4. April 2015 11:43

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Ja, dieses Ereignis macht unendlich traurig.

Der Copilot hat sich selbst zum Massenmörder gemacht, 150 Menschen sind tot.

Aber ist das
Wie kann jemand 149 weitere Menschen mit in den Tod reißen, um nur ja selbst den sichersten und schnellsten Tod zu erfahren?
wirklich die Erklärung dafür?

Oder hat er sich wegen der eigenen Probleme vllt. sogar eingebildet, diesen Menschen etwas "Gutes" zu tun - weil sie in einer glücklichen Situation sterben "durften", und keine Tragödien mehr erleben "müssen"?
Offensichtlich weiß niemand, was in seinem Hirn vor sich ging.
Hatte er vllt. sogar eine Erkrankung, die ihm einerseits das technisch-rationale Denken ließ, andererseits seine Wahrnehmung und Gefühle völlig ins Verquast-Paradoxe drängte?
(..)wird mangelnde Empathie bei einigen von Depression Betroffenen genannt. Wird man wirklich von einer Depression so abgebrüht, wie es sich hier darstellt?
Wer sagt denn, dass es eine erneute Depression war, keine akute Psychose oder körperliche Erkrankung (z. B. Hirntumor)?


Über die Informationspolitik der Staatsanwalt könnte man noch endlos diskutieren, auch darüber, wie genau das die Untersuchungen vllt. in die ein oder andere Richtung beeinflusst hat, bzw. entlastende Informationen nicht beachtet wurden.
Diese Sündenbock-Präsentation als Schnellschuss aus der Hüfte bleibt für mich mehr als fragwürdig - nicht zuletzt durch die geänderte Haftungslage.
Sie scheinen mit allem recht gehabt zu haben.
Aber zum Zeitpunkt der Veröffenlichung war das keineswegs klar.
Was wäre gewesen, wenn sich etwas ganz anderes (technischer Defekt, Sabbotage odgl.) herausgestellt hätte? Und nein, die Atmung ist kein Beweis. Das kann mit ganz anderen Faktoren zusammenhängen.


Nun, es scheint tatsächlich alles für diese Erklärung zu sprechen.
Trotzdem. Mein Misstrauen bleibt. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Erklärung abgegeben wurde, die sich (z. T. erste Jahre) später als Vorwand oder schlicht als falsch herausstellte. Und die gesamte Informationspolitik verstärkt dieses Misstrauen.


Was auch immer die Wahrheit ist - Journaille und Medien sind und bleiben bei diesem Ereignis ekelerregend erbärmlich, inklusive der dauernden Zitiererei des BaldBlöd-Drecksblattes duch die angeblich so seriösen Medien.
Oder hat es irgendjemand auch nur andeutungsweise Hilfe oder Erleichterung verschafft? Hatte die Hetzjagd auf die Angehörigen des Copiloten irgendeinen, wie auch immer gearteten sittlichen Nährwert?


Was ist das Ergebnis der ganze Berichterstattung, Talkrunden und der Kommentare  sogenannter Sachverständiger?

Dass ALLE Hinterbliebenen jetzt massiv traumatisiert sind, noch massiver als durch den eigentlichen Verlust.
Dass Piloten sich unter Generalverdacht und misstrauisch beäugt sehen.
Dass Depressionen jetzt wieder zu einem Tabu werden, obwohl nicht einmal klar ist, ob es um Depressionen ging!!!
Und dass Menschen, die dringend Hilfe bräuchten, sich wieder verkriechen, anstatt sich Hilfe zu suchen - vor allem, wenn ein "Outing" oder die "Aktenkundigkeit" für ihre persönliche Situation problematisch werden könnte. 


Ja, diese Ereignisse machen auch mich unendlich traurig. Aber ich bin auch immer noch unglaublich wütend!
Zuletzt geändert von Kaina am 4. April 2015 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Falschparker
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Re: Germanwings Absturz

Beitrag von Falschparker » 4. April 2015 18:19

@Kaina:  :ja1:

Wie hoch ist unter den Depressiven die Prozentzahl, oder sagen wir besser Promillezahl, die in der Gefahr stehen, ihren Suizid im Berufsleben auszuführen und dann noch Unbeteiligte mitzunehmen? Ich gehe davon aus, dass das in der deutschen Personenluftfahrt einmal vorgekommen ist und danach sehr viele Jahrzehnte nicht wieder, und zwar völlig unabhängig davon, ob die Schweigepflicht von Ärzten aufgehoben wird oder Stewardessen im Cockpit sitzen müssen wenn mal ein Pilot aufs Klo muss.
Zuletzt geändert von Falschparker am 4. April 2015 18:21, insgesamt 1-mal geändert.
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