Hat Peer Steinbrück ADHS?

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graffiti
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon graffiti » 15. Januar 2013 11:10

ad 1: ob steinbrück nu adhs hat oder nicht - anläßlich seiner wirklich doofen, zeitlich äußerst unpassenden, selbstschädigenden äußerung über das kanzlergehalt haben mein mann und ich uns nur kopfschüttelnd angeschaut und ich weiß gar nicht mehr, wer von uns beiden gesagt hat: gegen solchen laberzwang gibts klasse pillen :icon_mrgreen:

ad 2: da klar ist, daß wenn die reichsten 10% der deutschen 5 jahre lang jeweils 5% ihres vermögens abgeben würden, die deutsche staatsverschuldung sich erledigt hätte, erübrigen sich m.e. diskussionen über hartz4, schulden, gürtel enger schnallen bla.
wenn man will, dann kann man + wenn man nicht will, dann tut man es nicht.

so haben die 80% nicht wohlhabenden zwar nix vom vorhandenen vermögen, aber sie haben was von den schulden.
l'état, c'est moi ... und drum hab ich schulden. oder so.
privatvermögen gehört nicht dem staat ... und drum hab ich davon nix. weil ich ja der staat bin. oder so.

wo da die leute stehen, die politische ämter bekleiden?
keine ahnung - aber offensichtlich nicht auf posten, auf denen sie viel ausrichten können oder wollen.

das mag eine simplifizierte sicht sein - nein, das IST eine simplifizierte sicht.
nach meiner info stimmen aber die fakten ... und bringen peu à peu meine lebenslange überzeugung ins schwanken, daß eine wählerdemokratie ein arschloch ist UND gleichzeitig immer noch die beste staatsform.

bessere angebote hab ich aber auch nicht.
gut, daß wir drüber gesprochen haben  :ichboss:
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
david91
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon david91 » 15. Januar 2013 11:22

david91, wie schon gesagt, finde ich eine solche demokratische Wahlentscheidung voll in Ordnung. Und bei Unfragewerten um die 2% kommt es auch auf jeden einzelnen Wähler an, wenn wir kein Land ohne eine liberale Partei werden wollen. Wer weiß, wofür wir sie mal noch brauchen werden. Hast du schon mal über die Neugründung einer erfolgreicheren liberalen Partei nachgedacht?
Das wäre mal was!  :breitgrinse1:

Wie ist es mit einer liberalen Grundhaltung vereinbar, Unternehmen vorschreiben zu wollen, wofür sie ihr Geld auszugeben oder eben nicht auszugeben haben? Das ist doch ihr Ding, wenn sie Politiker für Vorträge engagieren. Und den Politikern zu verbieten, sich für solche Tätigkeiten bezahlen zu lassen, läuft auf das Gleiche hinaus.
An welcher Stelle habe ich geschrieben, dass ich das Gehalt von Steinbrück verbieten möchte? Nur weil ich liberal bin, heisst es nicht, dass ich einfach alles gut finde, was Unternehmen oder Privatpersonen machen. Ich finde überrissene Manager-Löhne auch nicht immer in Ordnung, aber jedes Unternehmen sollte selber entscheiden, wie viel sie ihren Mitarbeitern bezahlen. Liberal zu sein, bedeutet nicht, alles einfach gut zu finden, sondern eine kritische Haltung gegenüber dem staatlichen Eingriff in das Leben eines Individuums oder in die Tätigkeit eines Privatunternehmes zu haben. Der staatliche Eingriff bringt oft eben nichts. Es geht um die Eigenverantwortung des Bürgers. Die individuellen Entscheidungen des Einzelnen kann ich ja werten und eine persönliche Meinung darüber zu entwicklen, das hat nichts mit liberal zu tun. Gerade als Liberaler finde ich es doch wichtig, das zu schreiben, zu denken und zu sagen, was ich will.

Deine Forderungen bzw. Erwartungen an "linke" oder genauer gesagt sozialdemokratische Politiker bedeuten praktisch nichts anderes, als dass sich Linke und Sozialdemokraten gefälligst aus der Politik raushalten sollen, denn diese Ansprüche sind mit dem realen Leben von Spitzenpolitikern unvereinbar.
Also nach deiner Logik kann ein Spitzenpolitiker der Linken nicht anders, als in einer Villa zu wohnen? Also Merkel wohnt in einer bescheidenen Wohnung, soviel ich weiss. Es ist einfach meine persönliche Meinung, dass Politiker auch in der Praxis so leben sollten, wie sie in der Politik reden. Ich möchte ihnen das nicht staatlich vorschreiben, jeder kann seinen Lifestyle selber bestimmen! Aber ein Wasserprediger/Weintrinker wie Lafontaine wirkt auf mich unglaubwürdig.

Es ist allerdings fraglich, ob man wirklich einem Politiker empfehlen kann, seine psychischen Probleme in die Öffentlichkeit zu tragen.
Das ist wahrscheinlich wirklich nicht zu empfehlen. Denn der Bevölkerung fehlt oft noch das Verständnis für psychische Erkrankungen. Das ist doch selbst bei Depressionen schon so.
Zuletzt geändert von david91 am 15. Januar 2013 11:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 15. Januar 2013 12:25

Ich denke, nicht nur Neoliberale, auch Sozialdemokraten, Linke, Grüne und Möchtegern-Konservative bräuchten, wenn sie in diesem Land eine Rolle spielen wollen, an ihrer Spitze Personal, das begabungsmäßig auch und gerade außerhalb der Politik in der Lage wäre, zu den Besserverdienern zu zählen.

Es kann aber sein, dass das momentan nur ein frommer Wunsch ist. Schaue ich mir an, was derzeit an KanzlerkanditatInnen so im Angebot ist, dann muss wohl das KanzlerInnengehalt doch zu niedrig sein. Haben wir wirklich so wenige Talente oder will nur keiner? Ja, dabei muss ich auch gerade an einen Wahlkrampf-Tollpatsch wie Steinbrück denken.

Irgendwie muss aber auch die FDP an ihrem Debakel selbst schuld sein. Ich glaube jedenfalls nicht, dass 98% der Wähler nur zu dumm sind, den Sinn dieser FDP zu erkennen. Aus sicherer Quelle kann ich auch berichten, dass auch die 2% Hochbegabten ganz sicher NICHT geschlossen FDP wählen.

Nein, die Villa muss es nicht sein. Aber Lafontaine ist aus ganz anderen Gründen ein Demagoge und Populist, seine Wohnverhältnisse gehen mich so viel an wie seine innerparteilichen sexuellen Beziehungen über Generationen hinweg. Nun wäre es langsam an der Zeit, Steinbrück anhand von Zitaten nachzuweisen, wo er Wasser predigt. Und zwar in Bezug auf Themengebiete, in denen er persönlich Wein trinkt.

Sonst wäre es natürlich ein Leichtes, etwa seine steuerpolitischen Ideen als Wasser für die Reichen zu interpretieren, doch er selbst zahlt ja relativ hohe Steuern, da er sein sein hohes Einkommen mehr aus Erwerbsarbeit erzielt als aus Kapitaleinkünften. Zusätzlich wäre er von Steuererhöhungen selbst betroffen.

Bei Wasser und Wein fallen mir gerade gewisse FDP-Politiker ein, die vor der Wahl etwa das Entwicklungshilfeministerium abschaffen wollten, um es nach der Wahl zu vergrößern, sobald sie selbst es besetzten. Oder die in Erwartung ihrer Abwahl Beamtenpositionen in ihren Ministerien auf Steuerzahlerkosten neu erschaffen und munter mit Parteifreunden besetzen. Das ist natürlich auch ein Verständnis von Eigenverantwortung...

Ich stimme dir zu, dass staatliche Eingriffe oft nichts bringen. Der Markt allein kann aber auch nicht alles regeln. Erstens weil er Tendenzen hat, sich selbst abzuschaffen und zweitens weil in bedeutenden Bereichen sich keine vergleichbar mächtigen Marktteilnehmer gegenüberstehen. Beispiel: Patienten - Gesundheitswesen, Kinder - Bildungswesen, ... Auf einem Arbeitsmarkt ohne funktionierende Gewerkschaften bleibt auch vielen Arbeitnehmern von der ganzen Freiheit am Ende nur Abhängigkeit übrig.

LG
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon david91 » 16. Januar 2013 11:06

Ein Beispiel findest du hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-kanzlerkandidat-steinbrueck-punktet-mit-thema-gerechtigkeit-a-871878.html

Darin schreibt er zum Beispiel folgendes:

"Deutschland braucht wieder mehr "Wir" und weniger "Ich"!"

Ok, die Erhöhung des Kanzlergehalts ist aber definitiv mehr "ICH" und weniger "Wir" ! Denn damit hätte er mehr in seinem Geldbeutel und die öffentlichen Haushalte (Allgemeinheit) weniger.

Die Fliehkräfte in dieser Gesellschaft nehmen zu: durch eine wachsende Kluft in der Vermögens- und Einkommensverteilung

Ok, davon ist er aber ein Teil. Denn die Schere ist z.B. deshalb hoch, weil er hohe Saläre für Vorträge nimmt und zudem noch ein höheres Kanzlergehalt fordert. Wenn ein Kanzler noch mehr verdienen würde, würde er sich noch mehr von Hartz-IV-Empfänger und einfachen Arbeitern entfernen und die Schere würde sich noch mehr öffnen.

Steinbrück, ein Mensch, der vor Egoismus und Narzissmus strotzt, fordert mehr soziale Gerechtigkeit. Das nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich.

Einmal abgesehen von seiner privaten Beziehung zu Geld sind die politischen Handlungen von ihm bzw. der SPD auch nicht gerade für soziale Gerechtigkeit bekannt. Hat die rot-grüne Bundesregierung mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen? Wohl kaum. Bringen höhere Steuern mehr Gerechtigkeit? Nein, denn dies schwächt Deutschland als Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig werden Spitzensaläre höher, weil man ihnen mehr bezahlt (sie müssen ja auch mehr abgeben). Solche Aktionen öffnen die Schere zwischen Arm und Reich! Warum hat ausgerechnet die SPD das Steuerabkommen mit der Schweiz abgelehnt? Damit hätte Deutschland nämlich jetzt Geld von der Schweiz erhalten. Aber die SPD koopertiert lieber mit CD-Dieben, die in der Schweiz kriminell sind und vor allem aus Geldgier diese CDs klauen. (ich studiere zurzeit in der Schweiz)

Links reden ist einfach, links handeln ist anscheinend doch etwas schwerer. Da bleibe ich lieber liberal und gebe mich nich solchen uptopischen Gerechtigkeitsfantasien hin, die noch nie in der Geschichte funktioniert haben.
Zuletzt geändert von david91 am 16. Januar 2013 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon Falschparker » 16. Januar 2013 23:39

Hör mal, was interessiert dich überhaupt die angebliche Heuchelei der angeblich linken Politiker, wenn du ihre Meinung eh nicht vertrittst?

Meinetwegen, es gibt durchaus Gründe für ein neoliberales Weltbild (wie für jedes andere). Aber nur darüber herziehen dass die "Anderen" nicht echt sind ist immer ein schlechter Grund.

Es gibt selbstverständlich auch FDP-ler die Wasser predigen und Wein trinken. Die überall den reinen Markt haben wollen und nur für ihren persönlichen Bereich vor Konkurrenz geschützt werden wollen.

Na und? Wenn du von einer politischen Meinung überzeugt bist, vertrete sie, völlig egal ob alle die das auch tun vielleicht Heuchler sind. Das macht deine Position doch nicht falscher.

Führe Argumente an für deine Meinung. Auf das Pharisäertum der Anderen verweisen ist nur unreif.
Zuletzt geändert von Falschparker am 16. Januar 2013 23:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon david91 » 17. Januar 2013 00:43

@Falschparker
Woher nimmst du dir das Recht mich in diesem Befehlston anzuschreiben? Ich habe halt eine andere Meinung als du. In einem demokratischen Land darf ich doch meine Meinung äussern. Schreib du lieber einmal sachliche Argumente, statt so auf der persönlichen Ebene mich als unreif zu beschreiben. Dein Ausweichmanöver  auf die persönliche Ebene ist auch nicht gerade ein Reifezeugnis und spricht normalerweise für eine Argumentationsarmut. Ich habe lediglich geschrieben, dass ich Peer Steinbrück politsch für unglaubwürdig empfinde. Möglicherweise hast du gemerkt, dass ich recht habe, sonst würdest du nämlich nicht so reagieren.
Zuletzt geändert von david91 am 17. Januar 2013 00:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 17. Januar 2013 03:07

Naja, hier ist ja auch nicht der Peer-Steinbrück-Fanclub. Kritik an einem gewissen Neoliberalismus und einem gewissen Glaubwürdigkeitsmangel der SPD könnte da leicht auf fruchtbaren Boden fallen.

Nur schockiert, welches Armutszeugnis du deinem Liberalismus ausstellst, indem du liberale Argumente durch den miserablen politischen Stil persönlicher Angriffe auf den Kandidaten des politischen Gegners ersetzt. Immerhin möchtest du Steinbrück psychische Störungen andichten, egal ob nun ADHS oder Narzismus. Schon die Unterstellung, der würde vor letzterem sowie vor Egoismus nur so strotzen, ist einfach nur bösartig. Menschen, die mit ihm näher zu tun hatte, widersprechen solchen Vorwürfen auch deutlich und aus der Ferne wirkt das durchaus glaubhaft. Immerhin hat er z.B. zwar -als er nach dem Kanzlergehalt gefragt wurde- den Fakt ausgesprochen, dass dieses relativ bescheiden ist, aber er hat nicht gesagt, deswegen nicht als Kanzler zur Verfügung zu stehen.

Ansatzweise hast du eigene Sachargumentation in deiner Einschätzung der Wirkung von Steuererhöhungen eingebracht. Nur leider ist das in dieser Undifferenziertheit auch ein Rohrkrepierer, weil man bei einem komplexen Steuersystem verschiedenster Steuerarten mit unterschiedlichster Lenkungs- wie auch Belastungswirkung unmöglich pauschal über Steuererhöhungen reden kann. Außerdem war gerade die "wohl kaum" besonders sozial gerechte rot-grüne Bundesregierung relativ aktiv im Senken von Steuern, im Deregulieren und Privatisieren.

Zum Glück kenne ich Leute, die logischer denken und argumentieren und trotzdem liberal sind. Oder erst recht.

Vergleiche von SPD-Gedankengut mit gescheiterten sozialistisch-kommunistischen Diktaturen verharmlosen letztere. Dagegen war der (durchaus von bürgerlichen Kräften entwickelte und mit vertretene) Ansatz sozialer Marktwirtschaft durchaus ein Erfolgsmodell, keine Utopie, und die politische Auseinandersetzung geht im Prinzip darum, wie dieser unter den gegebenen globalen Rahmenbedingungen erhalten und weiterentwickelt werden kann. Die definitiv nicht Sozialismus-verdächtigen Vereinigten Staaten fahren da der Schweiz gegenüber ganz andere Geschütze auf (erfolgreich übrigens, denn da ist die Schweiz eingeknickt, im Gegensatz zu rhetorischen Kavallerie-"Drohungen".)

Kritik an staatlicher Hehlerei, genauer an der Förderung und Belohnung von Datenschutzverstößen ist verständlich, da selbst bei quasi geheimdienstlicher Ermittlungsaktivität im (politisch) außereuropäischen Ausland rechtstaatliche Grundsätze eingehalten werden sollten. Doch irgendwie will das Geschmäckle nicht verschwinden, dass es der FDP weniger um den Schutz der Rechtstaatlichkeit als um den Schutz der Steuerflüchtigen gehen könnte. Schaut man sich deren Beitrag zum aktuellen Arbeitnehmerdatenschutzgesetz an, ist auch offensichtlich, dass die Zeiten einer Bürgerrechts-FDP der Vergangenheit angehören.

Es wird für uns Wähler trotzdem nicht leicht werden, für die kommende Wahl das kleinste Übel zu identifizieren.

LG
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon david91 » 17. Januar 2013 08:27

Nur schockiert, welches Armutszeugnis du deinem Liberalismus ausstellst, indem du liberale Argumente durch den miserablen politischen Stil persönlicher Angriffe auf den Kandidaten des politischen Gegners ersetzt.

Es geht in diesem Thema um den Kandidaten Steinbrück. Das Thema "Warum bin ich liberal?" oder "Wie soll man Deutschland gestalten?" wäre ein anderes.

Schon die Unterstellung, der würde vor letzterem sowie vor Egoismus nur so strotzen, ist einfach nur bösartig.
Wüsste nicht was daran bösartig sein sollte, wenn ich jemanden egoistisch und impulsiv finde? Das ist meine persönliche Einschätzung. Du hast vielleicht eine andere.

Menschen, die mit ihm näher zu tun hatte, widersprechen solchen Vorwürfen auch deutlich und aus der Ferne wirkt das durchaus glaubhaft.
Bitte belegen!

Zum Glück kenne ich Leute, die logischer denken und argumentieren und trotzdem liberal sind. Oder erst recht.
Vielen Dank! Ich hoffe du arbeitest nicht wissenschafftlich, denn nach 3-4 Kommentaren schon solche Urteile zu fällen ist doch ziemlich übertrieben. Ich meine, du schreibst hier auch riesigie Romane und hast schlussendlich doch nicht wirklich etwas gesagt. Es ist für mich teilweise auch schwer die Logik bzw. den roten Faden hinter deiner umständlichen Schreibweise zu erkennen.

Vergleiche von SPD-Gedankengut mit gescheiterten sozialistisch-kommunistischen Diktaturen verharmlosen letztere. Dagegen war der (durchaus von bürgerlichen Kräften entwickelte und mit vertretene) Ansatz sozialer Marktwirtschaft durchaus ein Erfolgsmodell, keine Utopie, und die politische Auseinandersetzung geht im Prinzip darum, wie dieser unter den gegebenen globalen Rahmenbedingungen erhalten und weiterentwickelt werden kann.
Wo habe ich die SPD mit Diktaturen verglichen? Das ist jetzt eine bösartige Unterstellung deinerseits! Ich habe gesagt, dass linke Utopien schon immer gescheitert seien und denke da z.B. an Frankreich. Dort greift der Staat ein, wo er nur kann und mit welchem Erfolg? Wüsste nicht wo ich die UdssR oder die DDR genannt hätte?


Kritik an staatlicher Hehlerei, genauer an der Förderung und Belohnung von Datenschutzverstößen ist verständlich, da selbst bei quasi geheimdienstlicher Ermittlungsaktivität im (politisch) außereuropäischen Ausland rechtstaatliche Grundsätze eingehalten werden sollten. Doch irgendwie will das Geschmäckle nicht verschwinden, dass es der FDP weniger um den Schutz der Rechtstaatlichkeit als um den Schutz der Steuerflüchtigen gehen könnte. Schaut man sich deren Beitrag zum aktuellen Arbeitnehmerdatenschutzgesetz an, ist auch offensichtlich, dass die Zeiten einer Bürgerrechts-FDP der Vergangenheit angehören.
Es geht darum, dass die Schweiz ein anderes Rechtssystem als Deutschland hat und Deutschland dieses akzeptieren muss.
Zuletzt geändert von david91 am 17. Januar 2013 08:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 17. Januar 2013 10:28

Wenn es dich irgendwie beruhigt: Aktuell arbeite ich nicht wissenschaftlich, sondern ganz praktisch. In einer Arbeit mit Kindern, die mich tagtäglich mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit konfrontiert. Ich habe trotzdem noch andere Hintergründe, nämlich aus dem Handel und aus der medizinischen Informatik.

Meine Erwartung, von BWL-Erstsemestern wissenschaftliches Arbeiten erklärt zu bekommen, hält sich ebenso in Grenzen wie die an deren Verständnis von sozialer Gerechtigkeit.

Vielleicht verstehst du trotzdem meinen Hintergrund: Ich wohne in einer wohlhabenden SPD-regierten Kleinstadt im Speckgürtel einer Großstadt. Die SPD-Ortsgruppe dürfte vorwiegend aus Mittelständlern, Unternehmern, Freiberuflern und Winzern bestehen. Liebhaber guter Weine in der Weinbauregion sowieso verpflichtend. Arbeiter gibt's hier ohnehin kaum. Da fällt es schwer, die SPD als links oder gar historisch als Arbeiterpartei zu sehen.

Das Studium meiner eigenen Kinder ist auch halbwegs finanziell gesichert. Nur sieht das bei den Großstadtkindern, mit denen ich arbeite, anders aus. Auch wenn die nicht weniger intelligent sind: Da ist oftmals noch nicht mal die Finanzierung des Mittagessens gesichert. Das glauben viele gar nicht, bevor sie es selbst kennenlernen. Die Antworten der FDP darauf:
:uah:

Meine politische Meinungsbildung findet ohnehin außerhalb wissenschaftlicher Arbeit statt. Deswegen muss ich jetzt leider passen, was die Belege für Äußerungen aus Steinbrücks Umfeld betrifft, die ihn als nicht egoistisch bezeichnen. Ich höre eben auch Interviews im Radio, sehe Talkshows im Fernsehen und lese ganz altmodisch auch gedruckte Zeitungen, und das ganz ohne EndNote oder Citavi. Warum mir auf diesem Weg vernommene Aussagen plausibel erscheinen, schrieb ich bereits: Er kandidiert ja z.B., obwohl das Kanzlergehalt für ihn kein Anreiz ist.

Dann entschuldige bitte, wenn ich Aussagen wie "Steinbrück, ein Mensch, der vor Egoismus und Narzissmus strotzt, ..." als Tatsachenbehauptung aufgefasst habe, nicht als persönliche Einschätzung wie "Ich halte Steinbruck für egoistisch und narzistisch".

Dass ich oft umständlich schreibe, weiß ich selbst. Die Macke kann ich mit vertretbarem Aufwand nur für wirklich wichtigen Schriftwechsel zuverlässig überwinden. Teilweise ist aber eine differenzierte Sichtweise auch per se umständlicher zu kommunizieren, als simple Schwarz-Weiß-Weltbilder.

OK, dass du beim Sozialismus an Frankreich dachtest, da wäre ich nie drauf gekommen. Wo ja Frankreichs Zentralismus und Frankreichs Wirtschaftsprobleme usw. nicht wirklich neu sind, Frankreich aber nun auch nicht immer sozialistisch regiert wurde...

Klar, die Schweiz hat ein eigenes Rechtssystem und eigene Interessen. Deutschland auch. So what? Wüsste nicht, dass Steinbrück für die Schweiz kandidiert. Es macht sich auch so mancher Politiker des ach so wichtigen südwestlichen Nachbarn bei uns nicht nur beliebt.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 17. Januar 2013 10:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon david91 » 17. Januar 2013 12:07

Meine Erwartung, von BWL-Erstsemestern wissenschaftliches Arbeiten erklärt zu bekommen, hält sich ebenso in Grenzen wie die an deren Verständnis von sozialer Gerechtigkeit.
Das möchte ich auch nicht. Wahrscheinlich bist du wissenschaftlich sehr gut. Aber ich mag es nicht, wenn man nach ein paar Beiträgen schon den Schluss zieht, ich argumentiere unlogisch bezogen auf den Liberalismus. Vor allem dann, wenn  Liberalismus gar nicht das Thema war.

Das Studium meiner eigenen Kinder ist auch halbwegs finanziell gesichert. Nur sieht das bei den Großstadtkindern, mit denen ich arbeite, anders aus. Auch wenn die nicht weniger intelligent sind: Da ist oftmals noch nicht mal die Finanzierung des Mittagessens gesichert. Das glauben viele gar nicht, bevor sie es selbst kennenlernen.


Das ist bedauerlich. Aber diese Probleme kann die SPD wohl auch nicht lösen, denn es gibt genug SPD-regierte Städte und Bundesländer, in denen diese Probleme auch bestehen. Rot-grün war in Deutschland auch 7 Jahre an der Macht und hat solche Probleme eher noch verschärft als gemindert. Eher behaupten gewisse Parteien Lösungen zu haben, die aber dann in der Praxis nicht funktionieren. Die FDP möchte den Wohlstand insgesamt erhöhen. Was bringt ein Mindestlohn, wenn die Firmen dann ihre Produktion ins Ausland verlegen? Man muss eben auch die volkswirtschaftlichen Effekte betrachten. Ich finde Gerechtigkeit gut, aber wenn ein Mindestlohn Menschen in die Arbeitslosigkeit bringt, dann ist dies nicht gerecht. Auch der Ausbau von Sozialleistungen klingt gut, hat aber nicht selten negative Auswirkungen auf Staatsverschuldung und Leistungsanreiz.

Gerade in der Schweiz, wo ich studiere, sieht man, dass sich liberale Wirtschaftspolitik bewährt. Ein Land mit wenig Staatseingriffen und wenig Regulierung, geringer Staatsverschuldung, tiefen Steuern auf Einkommen und Vermögen und für Unternehmen, liberaler Arbeitsmarkt etc. Dank dieser wachstumsorientieren Politik können in der Schweiz eben auch die Sozialleistungen finanziert werden. Es gibt dank dem Wohlstand weniger Arbeitslose und Sozialfälle. Den Wohlstand verdanken die Schweizer vor allem der liberalen Wirtschaftspolitik. (Die FDP war dort lange die stärkste Partei!  :breitgrinse1:)

Frankreich hingegen verfolgte selbst unter konservativen Politikern eine linke Wirtschafspolitik (Verstaatlichung von Unternehmen, Verkürzung der Wochenarbeitszeit, hohe Staatsquote, niedriges Renteneintrittsalter, hoher Mindestlohn usw). Als Folge dessen steht Frankreich heute ziemlich schlecht da. Vor allem den Jungen geht es dort ziemlich schlecht. Die Großstadtkinder, mit denen du arbeitest, hätten es in Frankreich kaum besser. Denen würde es in der Schweiz wohl am besten gehen.

Er kandidiert ja z.B., obwohl das Kanzlergehalt für ihn kein Anreiz ist.
Kaum kandidiert er und schon fordert er ein höheres Gehalt. Meiner Meinung nach, fordert er dies aus eigenem Interesse, damit er ein für ihn "angemessenes" Gehalt hätte, falls er gewählt würde. Hätte er nicht kandidiert, wäre diese Forderung kaum gekommen, sonst hätte er das ja schon viel früher gefordert. Nur dann hätte er ja selbst nichts davon gehabt.

Dann entschuldige bitte, wenn ich Aussagen wie "Steinbrück, ein Mensch, der vor Egoismus und Narzissmus strotzt, ..." als Tatsachenbehauptung aufgefasst habe, nicht als persönliche Einschätzung wie "Ich halte Steinbruck für egoistisch und narzistisch".
Ja, das habe ich wohl etwas unglücklich formuliert. Ich halte Steinbrück, so wie ihn bisher in den Medien wahrgenommen habe, für egoistisch und narzisstisch.


Klar, die Schweiz hat ein eigenes Rechtssystem und eigene Interessen. Deutschland auch. So what? Wüsste nicht, dass Steinbrück für die Schweiz kandidiert. Es macht sich auch so mancher Politiker des ach so wichtigen südwestlichen Nachbarn bei uns nicht nur beliebt.
Nein, aber er hätte das Steuerabkommen als Kompromiss akzeptieren können. Es zeigt eben auch, dass Steinbrück möglicherweise auch diplomatisch eher ungeschickt handeln würde als Kanzler. Dies könnte unter Umständen nicht ganz harmlose Folgen haben.
Zuletzt geändert von david91 am 17. Januar 2013 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon Falschparker » 17. Januar 2013 16:16

Lieber David,

natürlich darfst du eine andere Meinung haben als ich und diese auch äußern.

Nein, ich weiche nicht auf die persönliche Ebene aus, um von mangelnden Argumenten abzulenken. Sondern ich wundere mich, wenn jemand sich ausführlich mit Unglaubwürdigkeit von Politikern beschäftigt, deren Meinung (in dem Punkt in dem sie sich eventuell unglaubwürdig gemacht haben) er eh nicht vertritt.

Ein Beispiel das ich oft gehört habe ist, wenn mir von Nichtchristen das geheuchelte Verhalten von Päpsten o. a. Vertretern des christlichen Glaubens vorgehalten wird. Das ist zwar eine schlimme Sache. Aber ein Argument gegen den Glauben ist es nicht.

Sondern ein "unreifer" Versuch, den Glauben von sich fern zu halten. Wenn dessen Vertreter eh alle Heuchler sind, muss ich mich damit nicht ernsthaft beschäftigen. Und das ist dann sehr wohl Ablenkung. Ich möchte dann am Liebsten sagen: Hey, es geht mir um Jesus, und nicht um Päpste, Kirchensteuer oder Hexenverfolgung.

Für mich ist Steinbrück ein Thema, weil ich für die SPD und die Grünen eine gewisse Sympathie hege. Wenn das nicht so wäre, kann man mal als Small-Talk drüber reden, mehr aber auch nicht.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon Falschparker » 17. Januar 2013 16:35

[quote=&quot;steffchen&quot;]Dagegen war der (durchaus von bürgerlichen Kräften entwickelte und mit vertretene) Ansatz sozialer Marktwirtschaft durchaus ein Erfolgsmodell, keine Utopie, und die politische Auseinandersetzung geht im Prinzip darum, wie dieser unter den gegebenen globalen Rahmenbedingungen erhalten und weiterentwickelt werden kann.[/quote]

Hallo Steffchen,

die soziale Marktwirtschaft war kein "Ansatz", sondern die Politik, die parteiübergreifend, auch von der FDP, nach 1945 in Deutschland bzw. vor Maggie Thatcher in ganz Westeuropa vertreten wurde.

Dass sich die FDP so sehr in Richtung Neoliberalismus entwickelt hat, erklärt die Spannung innerhalb der schwarz-gelben Koalition zur Zeit. Ich habe noch immer den Eindruck, dass die große Koalition 2005-2009 besser war als ihr Ruf.

Die FDP möchte den Wohlstand insgesamt erhöhen. Was bringt ein Mindestlohn, wenn die Firmen dann ihre Produktion ins Ausland verlegen? Man muss eben auch die volkswirtschaftlichen Effekte betrachten. Ich finde Gerechtigkeit gut, aber wenn ein Mindestlohn Menschen in die Arbeitslosigkeit bringt, dann ist dies nicht gerecht.


Das hat Maggie Thatcher "Trickle-Down-Effekt" genannt. Wenn es der gesamten Wirtschaft gut geht, weil sie konkurrenzfähiger gemacht wird, dann fällt auch mehr für die Ärmsten ab.

Das funktioniert aber nicht, sondern sorgt für die Verelendung ganzer Bevölkerungsteile. Und die verschiedenen Volkswirtschaften machen Wettbewerb um die niedrigsten Löhne und Steuern und ruinieren sich gegenseitig.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 17. Januar 2013 21:29

So wie ich die Schweiz kenne -es lebt ja auch ein Teil meiner Familie dort-, macht sie tatsächlich auch einiges richtig. Auch die Franzosen machen einiges richtig -beim Essen, bei der Lebenseinstellung,... nur in der Wirtschaftspolitik will mir da nicht so viel einfallen.

Während Deutschland und Frankreich noch einigermaßen vergleichbar sein sollten (sie sind es nicht wirklich), ist ein Vergleich zwischen Schweiz und Deutschland von vornherein sinnlos. Schweizer Rezepte passen auf Deutschland so "gut" wie deutsche auf die USA. Da fällt mir auch so einiges ein, was ich hier bitte, bitte nicht von der Schweiz übernommen sehen möchte. Z.B. die noch exzessivere Kleinstaaterei, in der sogar innerhalb eines Kantons (der größenmäßig bei uns "Kreis" heißen würde) die Schulsysteme von Ort zu Ort inkompatibel sind. Und leider produziert sogar die hochgelobte direkte Schweizer Demokratie zu viel Mist, um als Vorbild zu taugen.

Mit Schweizer Liberalen kenne ich mich nicht aus. Da ich den Schweizern durchaus Intelligenz zutraue, gehe ich davon aus, dass sie sich in ihren erfolgreichen Zeiten deutlich von der aktuellen deutschen FDP unterschieden haben müssen. Was die betrifft, bin ich ganz bei Falschparker: Sie predigt überall den freien Markt, nur nicht dort, wo sie die eigene Klientel vor Konkurrenz schützen mag. Das widert mich an.

Es gab aber wirklich Zeiten, da brauchte es deutsche Liberale in Koalitionen oder in Opposition, um allzu wirtschaftsschädlich und bürgerrechtsfeindlich ausufernden Staat abzuwehren. Ich würde nicht behaupten, dass diese Zeiten vorbei wären, nur dass die FDP diesen Zweck nicht mehr erfüllt.

Ich glaube nicht, dass Steinbrück eine gute Idee für eine wahlkämpfende SPD war. Vielleicht ist er eher eine gute Idee für Angela Merkel. Es reicht ja nicht, Recht zu haben. Ein Kandidat müsste auch in der Lage sein, Wählergunst zu gewinnen. Das Argument mit dem Kanzlergehalt greift jedoch nicht, weil er -ich wiederhole mich- weder mal eben eine Erhöhung gefordert hat noch irgendeinen Einfluss darauf hätte, sondern lediglich eine Frage nach dem Kanzlergehalt wahrheitgemäß beantwortet hat.

Ja, auch in dieses Fettnäpfchen hätte er nicht treten sollen, stattdessen hätte er brav politikertypisch der Frage ausweichen sollen um sie ausführlich NICHT zu beantworten. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Sobald wir Politiker dabei erwischen, das zu tun, was wir angeblich von ihnen erwarten (Klartext sprechen, Profil zeigen, sagen was sie denken,...) strafen wir sie eben dafür gnadenlos ab. So züchten WIR die aalglatten, geschliffenen Berufspolitiker, die wir verdient haben.

Mein Beispiel von unseren SPD-Kommunalpolitikern sollte nicht beweisen, dass SPD-geführte Rathäuser automatisch kluge Stadtentwickung betreiben würden. Ich sah das eher als Gegenbeispiel zum Klischee einer linken Arbeiter-SPD, die hier gar nicht herpassen würde. Ich glaube generell nicht, dass es Verdienst bestimmter Parteien ist, wenn entsprechend regierte Regionen boomen. Ich zum Beispiel solidarisiere mich zwar mit Sozialdemokraten und Grünen, wenn diese in extremer Form angegriffen werden. Aber ich würde nie behaupten, dass es an den Grünen läge, dass Baden-Württemberg zu den nur drei Geberländern im Länderfinanzausgleich gehört, an deren Tropf die übrigen 13 hängen, allen voran das deutsche Griechenland, das sich Bundeshauptstadt nennen darf und etwas gegen Schwaben hat, aber nichts gegen schwäbisches Geld.

Manchmal sind Kommunen, Länder oder eine ganze Republik erfolgreich, OBWOHL sie so oder so regiert werden. Die Spielräume von Politik sind sowieso eng.

@Falschparker: Ich halte die soziale Marktwirtschaft nach wie vor für dringend erhaltenswert und möchte sie auch gern dagegen verteidigen, von allen Seiten ständig schlechtgeredet zu werden.

LG
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon david91 » 18. Januar 2013 12:39

Während Deutschland und Frankreich noch einigermaßen vergleichbar sein sollten (sie sind es nicht wirklich), ist ein Vergleich zwischen Schweiz und Deutschland von vornherein sinnlos. Schweizer Rezepte passen auf Deutschland so "gut" wie deutsche auf die USA. Da fällt mir auch so einiges ein, was ich hier bitte, bitte nicht von der Schweiz übernommen sehen möchte. Z.B. die noch exzessivere Kleinstaaterei, in der sogar innerhalb eines Kantons (der größenmäßig bei uns "Kreis" heißen würde) die Schulsysteme von Ort zu Ort inkompatibel sind. Und leider produziert sogar die hochgelobte direkte Schweizer Demokratie zu viel Mist, um als Vorbild zu taugen.

Natürlich kann man Deutschland und die Schweiz nicht vergleichen von der politischen Struktur, Schulsystem etc. Aber die Wirtschaftspolitik ist in der Schweiz sehr erfolgreich und ich glaube, dass dies mit der liberalen Politik zu tun hat.

Sie predigt überall den freien Markt, nur nicht dort, wo sie die eigene Klientel vor Konkurrenz schützen mag. Das widert mich an.
Kannst du konkrete Beispiele machen?

Ja, auch in dieses Fettnäpfchen hätte er nicht treten sollen, stattdessen hätte er brav politikertypisch der Frage ausweichen sollen um sie ausführlich NICHT zu beantworten. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Sobald wir Politiker dabei erwischen, das zu tun, was wir angeblich von ihnen erwarten (Klartext sprechen, Profil zeigen, sagen was sie denken,...) strafen wir sie eben dafür gnadenlos ab. So züchten WIR die aalglatten, geschliffenen Berufspolitiker, die wir verdient haben.
Wenn dieser Politiker ehrlich ist, dann finde ich das gut. Trotzdem muss ich das, was er gesagt hat, nicht gut finden. Wenn mir jemand sagt, dass er alle ADHS-Betroffenen scheisse fände, dann fände ich es ja schön, dass er gleich so ehrlich ist, aber ich würde trotzdem nicht besonders viel von ihm halten. Ich finde Merkel ehrlichgesagt glaubwürdiger und sie zeigt auch persönlich eine gewisse Bodenständigkeit.

Aber ich würde nie behaupten, dass es an den Grünen läge, dass Baden-Württemberg zu den nur drei Geberländern im Länderfinanzausgleich gehört,

Nein, weil Baden-Württemberg schon unter der schwarz-gelben Koalition dort sehr erfolgreich war. Die Grünen sind zu wenig lang an der Macht.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 18. Januar 2013 17:01

Ich fange mal bei der traditionellen Apothekerpartei mit ihrer Stamm-Klientel an. Man wird dabei dem Handelsblatt kaum unterstellen wollen, ein linkes Organ zu sein:
http://www.handelsblatt.com/meinung/kom ... 58406.html

Auch wenn ich "Monitor" nur begrenzt Neutralität zutrauen würde, ist dieser Beitrag reichlich interessant:
http://www.youtube.com/watch?v=4Kdsqb6a9hw

Gut, dann wärmen wir mal die alte Hotel-Geschichte wieder auf:
http://www.sueddeutsche.de/politik/finc ... el-1.74699

Auch wenn es etwas polemisch ist, für die eigene Klientel darf es auch schon mal (auf hohem Niveau - versteht sich) eine Art "Mindestlohn" sein:
http://www.freitag.de/autoren/tstrohsch ... s-klientel

Nochmal das Handelsblatt, zum Postenverteilen an Parteifreunde auf Steuerzahlerkosten:
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 72532.html

Selbiges Thema bei "Report":
http://blog.br.de/report-muenchen/2012/ ... erien.html

Am bemerkenswertesten ist diese Politik im Entwicklungshilfeministerium:
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/pers ... 29750.html
Wenn du die FDP-Politik nicht komplett verschlafen hast, solltest du dich erinnern, dass sie vor der Wahl ankündigte, dieses Ministerium abschaffen zu wollen. Nach der Wahl forderte der neue FDP-Entwicklungshilfeminister dagegen mehr und mehr und mehr Steuergeld für sein Ministerium.

Ich lasse es hier mal genug sein, bevor sich noch mein Magen umdreht.

LG
Steffchen
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 20. Januar 2013 20:07

Auch wenn mich niedersächsische Landtagswahlen nicht wirklich etwas angehen: Das ist doch mal richtig spannend! Und interessant auch:

Z.B. eine Landes-FDP, die (anders als im Bund) in Umfragen um die 5%-Hürde herumlümmelte, nun aber an die 10% schafft. Und das, während gleichzeitig Wahlanalysen zeigen, dass ihr niemand irgendwelche Kompetenzen zuspricht. Übertragen auf die Bundestagswahl könnte also eine bei 2-3% herumlümmelnde Bundes-FDP auch anhaltend kompetenzfrei im Bundestag bleiben.

Dann haben wir eine Landes-SPD, die trotz Bundes-Klotz Steinbrück am Bein im Vergleich zur Vorwahl zulegt, jedoch (wegen Steinbrück?) wohl knapp nicht genug für einen Wechsel in Niedersachsen. Mit einem Spitzenkandidaten, der mir so unbekannt ist, dass ich mir noch immer seinen Namen nicht gemerkt habe, der mir aber (persönlicher Eindruck) sobald er nur den Mund aufmacht sympathischer ist als Steinbrück, bei dem mir schon der Gesichtsausdruck reicht.

Musste kurz googlen, Stephan Weil heißt er. Einer, der trotz noch völlig unklarem Wahlausgang frühzeitig die Bühne betritt, seinen Unterstützern für einen engagierten und dem politischen Gegner für einen fairen Wahlkampf dankt. Und vor allem den insgesamt zahlreicher gewordenen Wählern für ihr klares Signal pro Demokratie.

Dann außerordentliche Gewinne der Grünen -Gratulation-, deren Gründe mir die Niedersachsen aber noch nicht verraten haben. Das mit einem Spitzenkandidaten, der auf mich wie ein Griesgram wirkt.

Haben die Niedersachsen etwa nach Inhalten schwarz/rot/grün gewählt, oder taktisch FDP? Irgendein Kommentator meinte mit Blick auf die Differenz FDP-Umfragewerte zu FDP-Wahlergebnis, mit dem FDP-Wählen sei es wie mit BILD-Lesen, McDonalds-Besuchen und Dschungelcamp-Anschauen: Es tun weit mehr als sich dazu bekennen.

Linke, Piraten und sonstige Sonstige finden sich verdient in der Bedeutungslosigkeit wieder.

Und doch fürchte ich, das knappe Ergebnis läuft regierungspolitisch auf ein "Weiter-so" hinaus, trotz instabiler Mehrheit von einem einzigen Sitz. Dann wird Niedersachsen nach Bayern das letzte Bundesland mit Studiengebühren bleiben und trotzdem ohne Exzellenz-Universitäten und mit heruntergekommenen Hochschulen. (Naja, nur die verfallene MHH habe ich mir so weit nördlich mit meiner Tochter angeschaut und BaWü hat jetzt auch "nur" noch drei Exzellenz-Unis)

Oder schafft man die Verrenkung zu einer großen Koalition? Es bleibt spannend.

LG
Steffchen

PS: Mit Taktik ist das halt so eine Sache: Wenn CDU-Anhänger wissen, dass die Konservativen ihren Koalitionspartner brauchen, diesen aber in Gefahr sehen, aus dem Landtag zu fliegen, dann passiert es eben, dass so viele von ihnen der FDP ihre Stimme leihen, dass die CDU-Basis jetzt abkotzt. CDU deutlich unter ihren Umfragewerten. Aber was ist auch "I'm a Mac." inhaltlich für eine Aussage? Auch wenn es euch angeblich um Jobs geht: Steve Jobs steht für Wahlen nicht mehr zur Verfügung.
Zuletzt geändert von No User am 20. Januar 2013 20:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 20. Januar 2013 20:52

Korrektur: Es gibt keinen grünen Spitzenkandidaten. Keine Ahnung, wen die Spitzenkandidatin da zum Interview vorgeschickt hat.

Ach, wie verwirrend. Auch das stimmt nicht. Sind ja Grüne. Also Doppelspitze. Stefan Wenzel als Spitzenkandidaten-Männerquote / Quotenmann. Oder so. Muss ja nicht alles verstehen.

Dafür zitiere ich jetzt mal Steinbrücks Mea culpa:
[quote=&quot;Peer Steinbrück / teilweise indirekt&quot;]Wenn das Ergebnis heute Abend noch nicht so klar zu unseren Gunsten ist“, habe das sicher nicht am niedersächsischen Spitzenkandidaten Stephan Weil gelegen, räumte Steinbrück am Sonntagabend in der Berliner SPD-Zentrale ein. „Will sagen, dass mir sehr bewusst ist, dass es aus der Berliner Richtung keinen Rückenwind gegeben hat. Es ist mir auch bewusst, dass ich maßgeblich dafür eine gewisse Mitverantwortung trage“, fügte er hinzu.[/quote]Die Anteile in indirekter Rede laut vielfacher Pressemeldungen, hierfür fehlt mir Steinbrücks O-Ton.
Zuletzt geändert von No User am 20. Januar 2013 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 21. Januar 2013 01:14

Update: Wow, vorläufig-amtlich geht trotz dem Problem-Peer der SPD der eine Sitz Mehrheit wider Erwarten doch an Rot-Grün. Weil Weil lieber Ministerpräsident würde als Juniorpartner des Mac, tendiert er eher zur Regierungsbildung mit knapper rot-grüner Mehrheit als zur großen Koalition. Lassen wir uns überraschen, ob dieser Wechsel tatsächlich Veränderungen bringt, und wenn ja, welche.

Fürs Erste verändert es mal auch die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat, der bei entsprechender Regierungsbildung in Hannover nun rot-rot-grün dominiert sein wird. Und auch mit den kommenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen kann Schwarz-Gelb keine Bundesratsmehrheit zurückgewinnen, höchstens noch weiter verlieren. Weil Rot-Grün für den Mehrheitsfall im Bundesrat Initiativen etwa für Mindestlohn, gegen das Betreuungsgeld und gegen Steuerkriminalität angekündigt hat, dürfen wir demnächst ihre Taten mit ihren Versprechen vergleichen.

Nun wird's erst recht spannend für den September: Hat auch die Bundestagswahl ein rot-grünes Ergebnis, darf Rot-Grün dank gleichzeitiger Mehrheit in Bundestag, Bundesrat und damit Bundesversammlung ungebremst "durchregieren", solange Brandenburgs Linke mitspielt. Eine delikate Abhängigkeit von ganz links. Rot-Grün extrem.

Für die Hälfte der Niedersachsen, denen der Wechsel Gänsehaut bereiten könnte, zur Beruhigung: Im Südwesten wechselten wir vor nunmehr 22 Monaten von Schwarz-Gelb sogar zu Grün-Rot. Na und? Noch immer sucht BaWü die Arbeitskräfte, die andernorts keine Arbeit finden, nicht einmal unter einem grünen Verkehrsminister brach im Automobilbauländle der Verkehr zusammen, auch mit einer grünen Wissenschafts- und Forschungsministerin bleibt BaWü das Bundesland mit den exzellentesten Unis (genauer: den meisten "Exzellenzunis") und auch mit einem SPD-Wirtschafts-und Finanzminister bleibt es zusammen mit Bayern und Hessen Zahlmeister der Nation. Selbst der schlimmste ministeriale Totalausfall, Skandal-Kultusministerin Shopping-Queen Gabriele Warminski-Leitheußer von der SPD brachte den Schulbetrieb noch nicht vollständig zum Stillstand.

Will sagen: Die Bedeutung einer Regierung wird meistens überbewertet. Wenn z.B. Wirtschaftskompetenz ein knappes Gut ist (wie der Blick in so manches Unternehmen zeigt), dann könnte es sogar ganz schlau sein, das top-kompetente Wirtschaftspersonal dort zu belassen, wo es am meisten gebraucht wird: Und das ist nicht in der Politik, sondern in der Wirtschaft.

Und wenn das alles noch nicht genug Trost ist: Auch in Niedersachsen dürfte gelten: Was uns nicht umbringt, macht uns hart.

Übrigens hat die Forschungsgruppe Wahlen ermittelt, dass 80 % der aktuellen niedersächsischen FDP-Wähler eigentlich CDU-Anhänger sind. Wenn ich mal davon ausgehe, dass kein vernunftbegabter FDP-Anhänger aus taktischen Gründen CDU gewählt hat, dürfte damit die Zahl echter FDP-Anhänger bei etwa 2 % liegen. Weitere Analysen zeigen: Hauptmotiv für die wechselfreudige Wählerwanderung war die Gerechtigkeitsfrage.

LG
Steffchen
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon No User » 21. Januar 2013 11:32

Tschuldigung, wenn ich mit der FDP weiter nerve.

Aber was macht ein Bundes-Parteichef unmittelbar nach einer Landtagswahl, bei der seine Partei das Doppelte der zu erwartenden Stimmen einsammeln konnte, ein Allzeit-Rekord-Wahlergebnis in dem Land? Richtig: Er bietet seinen Rücktritt an. Ist das AD(H)S? Nein, es ist FDP-Logik. So logisch, wie mir auch wirtschafts-, finanz-, sozial- und steuerpolitische FDP-Märchen erscheinen.

LG
Steffchen
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitragvon Ilayda » 21. Januar 2013 17:15

Wo ist eigentlich david91 geblieben, nachdem Du @Steffchen die Links gepostet hast?

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