Hat Peer Steinbrück ADHS?

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Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von david91 » 11. Januar 2013 17:53

Hallo zusammen

Wenn ich mir den Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück ansehe, fällt mir auf, dass er unglaublich unüberlegt handelt. Obwohl solche Spitzenpolitiker ja eigentlich Berater haben und geschult sind, schiesst er einfach irgendwie rein und bemerkt vermutlich erst im Nachhinein die Konsequenzen.

Dieses impulsive Verhalten machte sich auch beim Kavallerie-Vergleich gegenüber der Schweiz bemerkbar.  Steinbrück hatte die Drohung mit einer schwarzen Liste gegenüber der Schweiz mit der «siebten Kavallerie vor Yuma» verglichen, die man auch ausreiten lassen könne. 1.  Die siebte Kavallerie von Yuma hat es gar nie gegeben. Zwar existiert eine siebte US-Kavallerie sehr wohl – auch heute noch – doch war sie nie in Yuma stationiert. 2. Kein Indianer braucht sich vor der Siebten zu fürchten. Denn sie hat gegen die Indianer verloren.

Steinbrück ist also weder sorgfältig noch gründlich, handelt impulsiv und provoziert vor allem gerne. Auch die häufige Komorbidität von ADHS mit Narzissmus deutet darauf hin, denn Steinbrück ist zweifelsohne ein Narzisst.

Was denkt ihr darüber?
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von eire » 11. Januar 2013 18:04

Hallo David,

mir begegnet auch sehr häufig die Frage, " sag mal meinst du nicht auch der ... oder die ... könnte ADHS haben?"
Vor allem bei den Treffen unserer SHG.

Es kann sein oder auch nicht, dass Herr Steinbrück ADHS hat.

David, was bringt uns eine Antwort auf die Frage?

Hilft uns die Antwort weiter? Nein.

Was bringt es dir eine Antwort auf diese Frage zu haben?

Früher fand ich es auch spannend darüber zu reden.
Heute aber, nein, ich will darüber gar nicht nachdenken.

Weil...

es bringt mich selbst keinen Meter weiter darüber nachzudenken.

Es lenkt aber so schön von seinen eigenen Problemen ab, oder nicht?

LG

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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Angie » 11. Januar 2013 18:45

Naja, bei vielen Prominenten Leuten könnten so einige ADHS vermuten. Solange die es selbst nicht öffentlicht bekannt geben, vermute weiter und das wars.  :breitgrinse1:
Viele vermuten, auch ich, Stefan Raab hat ADHS.  :breitgrinse1:

Sonst gib mal in der Suche : Prominente mit ADHS ein, glaube gabs mal nen Thread.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von david91 » 11. Januar 2013 19:03

Natürlich bringt es was. Einerseits motiviert es, wenn anscheinend gewisse Personen trotz oder vielleicht sogar wegen dem ADHS eine grosse Karriere machen konnten. Ausserdem lernt man eben oft auch anderen Persone,n warum man z.B. manchmal in ein Fettnäpfchen tritt oder abgelehnt wird. Ich empfinde das Beobachten von anderen ADHSlern immer als sehr interessant. 

Übrigens muss es nicht immer einen konkreten Nutzen aus einer Unterhaltung schlagen. Ein bisschen über etwas plaudern kann doch auch ganz amüsant sein.
Zuletzt geändert von david91 am 11. Januar 2013 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von foudamour » 11. Januar 2013 19:33

womit sich die frage stellt, ob ein undiagnostizierter (?) ADHS´ler, der sich um kopf und kragen redet als kanzler zu geeignet wäre  :108:
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von eire » 11. Januar 2013 20:31

Hallo David,
Einerseits motiviert es, wenn anscheinend gewisse Personen trotz oder vielleicht sogar wegen dem ADHS eine grosse Karriere machen konnten.
ich gebe ja zu dass es eine gewisse Motivation geben mag, aber allein das reicht nicht aus. Meiner Erfahrung nach halten sich zuviele an der Spekulation auf, ändern aber nichts,
Solange ein Prominenter oder andere von denen man es vermuten könnte nicht selbst zugeben dass sie ADHS haben interessiert es mich nicht im geringsten, genauso wenig  interessieren mich die täglichen Klatschspalten.
Es sind halt alles nur Vermutungen, Spekulationen.

LG

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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Falschparker » 11. Januar 2013 22:01

Solche Vermutungen sind durchaus mal ganz nett. Wer keine Lust darauf hat, muss es ja nicht lesen.

Ich sehe hier noch nicht viele Hinweise. Vorlaut und teils unüberlegt, eitel auch, aber das reicht noch nicht für ADHS.

Ich glaube, das passiert ganz schnell, dass man im Gespräch mit einem Journalisten nebenbei etwas sagt, was dann ohne den Gesamtzusammenhang skandalisiert werden kann. Und dass es so kommen wird sobald er Kandidat wird, hat er sogar vorausgesehen.

Wenn ich Interviews mit anderen Politikern im Radio höre, ist es oft sehr peinlich, wie derjenige sich minutenlang bemüht, die gerade gestellte Frage nicht zu beantworten. Verständlicherweise, die wissen genau, dann heißt es sofort, der Soundso hat gesagt.

Wieso regt sich in diesem Zusammenhang niemand darüber auf, wieviel Sparkassendirektoren verdienen? Alle sagen nur, der Steinbrück kann nicht genug kriegen.

Ich meine, bei den Sparkassen haben doch Leute wie du und ich ihre Sparbücher (mit 0,35 % Zinsen) und Girokonten (wenn man überzieht sind die Zinsen seltsamerweise erheblich höher), die Sparkassen sind doch im weitesten Sinne gemeinnützig, warum müssen da die Chefs soviel verdienen? Sehe ich nicht ein.

Vermutlich sind Gabriel und Steinmeier heilfroh, dass sie diese undankbare Aufgabe nicht machen müssen. Der eine ist noch junger Vater, der andere muss sich nachdem er seiner Frau eine Niere geschenkt hat sowas auch nicht mehr antun.

Schröder hat einmal Basta gesagt, Steinbrück würde als Kanzler das vielleicht einmal die Woche sagen. Und manchmal würde er auch ein Basta um des Basta willens sagen!

heißt es in diesem hörenswerten Beitrag
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/drad ... d5e720.mp3

Ich war mir nicht mehr sicher nachdem ich das (es geht um eine Besprechung von Steinbrück-Biografien) im Radio gehört hatte, ob ich ihn wirklich als Kanzler haben möchte.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von david91 » 12. Januar 2013 00:01

[quote="Falschparker"]
Wieso regt sich in diesem Zusammenhang niemand darüber auf, wieviel Sparkassendirektoren verdienen? Alle sagen nur, der Steinbrück kann nicht genug kriegen.

Ich meine, bei den Sparkassen haben doch Leute wie du und ich ihre Sparbücher (mit 0,35 % Zinsen) und Girokonten (wenn man überzieht sind die Zinsen seltsamerweise erheblich höher), die Sparkassen sind doch im weitesten Sinne gemeinnützig, warum müssen da die Chefs soviel verdienen? Sehe ich nicht ein.
[/quote]

Es geht ja darum, dass ein linker Politiker solche hohen Saläre einsteckt. Er predigt Wasser und trinkt selbst Wein. Wäre er wirklich ein SOZIALdemokrat, dann würde er die Vorträge gratis machen. Da kann man gleich die FDP wählen, dann weiss man wenigstens woran man ist. Lieber neoliberal als scheinsozial.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Falschparker » 12. Januar 2013 00:46

Ein linker Politiker zu sein hat Steinbrück niemals behauptet und ich habe außer eben von dir nie gelesen dass das jemand annimmt.  :icon_eek:

Steinbrück redet so gerne, er würde das auch umsonst machen (und das wird er als Kandidat auch sehr häufig müssen). Aber es ist nicht unsozial oder undemokratisch, dafür Geld von denen zu nehmen die es einem geben. Hat er sich abhängig gemacht damit, das ist doch die interessante Frage.

Warum aber waren Veranstalter so verrückt ihm Tausende zu zahlen? Das wundert mich. Für so viel Geld kann man sich ganze Orchester mit namhaften Dirigenten leisten oder ein Theaterstück mit Dutzenden Schauspielern und Bühnenbild, aber eine Person, die etwas erzählt was sie vermutlich woanders auch schon gesagt hat, das ist lächlerlich unangemessen.

Neoliberal ist die SPD schon lange. Was teils in der Schröderzeit beschlossen wurde (und zwar schon in dessen erster Leglislatur, nicht erst die Hartz-Gesetze), dagegen war Kohl fast Kommunist.

Ich vermute, eine schwarz-grüne oder schwarz-rote Koalition unter Merkel wird sozialer (und auch sonst wünschenswerter) als eine rot-grüne unter Steinbrück (Nein, ich habe die CDU noch nie gewählt und werde das auch nicht). Schade nur, dass bisher jede Partei, die Merkels Koalitionspartner wird, bei der nächsten Wahl auf die Nase fällt.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Falschparker » 12. Januar 2013 00:48

[quote="david91"]Wäre er wirklich ein SOZIALdemokrat[/quote]

Ja, was glaubst du denn welcher Partei die zitierten "nordrheinwestfälischen Sparkassendirektoren" teilweise angehören?
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Angie » 12. Januar 2013 15:51

Nee Pirat :A:  Angiehatmalwiederironiemodus
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von david91 » 12. Januar 2013 16:04

Falschparker hat geschrieben: Ein linker Politiker zu sein hat Steinbrück niemals behauptet und ich habe außer eben von dir nie gelesen dass das jemand annimmt.  :icon_eek:
Genau, die SPD und im Allgemeinen die Sozialdemokratie hat ja nicht im entferntesten Sinne etwas mit linker Politik zu tun.  :lach:
Warum aber waren Veranstalter so verrückt ihm Tausende zu zahlen? Das wundert mich. Für so viel Geld kann man sich ganze Orchester mit namhaften Dirigenten leisten oder ein Theaterstück mit Dutzenden Schauspielern und Bühnenbild, aber eine Person, die etwas erzählt was sie vermutlich woanders auch schon gesagt hat, das ist lächlerlich unangemessen.
Er hat bei dieser Verrücktheit auch noch mitgemacht. Zudem fordert er auch ein höheres Kanzlergehalt. Ihm scheint es nur ums Geld zu gehen und sowas als Sozialdemokrat.
Neoliberal ist die SPD schon lange. Was teils in der Schröderzeit beschlossen wurde (und zwar schon in dessen erster Leglislatur, nicht erst die Hartz-Gesetze), dagegen war Kohl fast Kommunist.
Das ist ja das Problem im Allgemeinen bei linken Parteien. Solange man nicht an der Macht ist, verspricht man das Blaue vom Himmel: Steuern für die Reichen, die angebliche Wunderwaffe Staatseingriff, Schere zwischen Arm und Reich schliessen, Solidarität etc. Sobald diese Parteien dann an der Macht sind, merken sie, dass ihre uptopischen Ideen in der Praxis gar nicht umsetzbar sind. Hollande ist da auch ein Paradebeispiel in Frankreich.

Die Deregulierungen im Arbeitsmarkt haben wahrscheinlich geholfen die Arbeitslosenquote in Deutschland zu senken. Das haben wir schon Schröder zu verdanken. Aber warum brauchen wir die Sozialdemokraten überhaupt noch, wenn sie sowieso neoliberale Politik machen? Dann wähle ich lieber gleich CDU/FDP.
Ja, was glaubst du denn welcher Partei die zitierten "nordrheinwestfälischen Sparkassendirektoren" teilweise angehören?
Ja, es gibt viele Scheinsoziale in der SPD.
Zuletzt geändert von david91 am 12. Januar 2013 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von No User » 13. Januar 2013 22:06

Ich schätze mal, dass Steinbrück für einen erhofften Wahlerfolg der SPD kein guter Griff war. Um die Sympathie weiter Bevölkerungskreise zu sammeln, ist der Mann viel zu intelligent und viel zu ehrlich. Dazu noch die Eitelkeit...

Natürlich ist auch Steinbrück nicht immer ehrlich -wahrscheinlich nicht einmal oft-, sonst könnte er auch nicht in der Politik überleben. Aber für einen Politiker ist er immer noch viel zu oft ehrlich. Spricht Fakten aus, ohne an die wahltaktischen Konsequenzen zu denken. Ignoriert, dass -wie am tatsächlichen Wahlverhalten vielfach bewiesen- die Wähler entgegen ihren Behauptungen betrogen werden wollen. So kann sich die SPD weiter in der Opposition einrichten.

Wie kommt man eigentlich darauf, dass "links" sein "Wasser predigen" bedeuten würde? Also da wäre ja die FDP ganz weit links, mit ihrem Wasser für Sozialleistungen, Löhne usw. Für mich hat "links" nichts mit Askese zu tun. So etwas ist nur eine Behauptung von Rechts. So wie man auch schon verdammt weit rechts sein muss, um die SPD links zu sehen.

Warum sollen Linke ihre Arbeit gratis machen? Dann noch ausgerechnet Vorträge vor Wirtschaftsvertretern? Müssen diese armen notleidenden Wirtschaftbosse irgendwie karitativ unterstützt werden?

Steinbrück zu unterstellen, ihm würde es NUR ums Geld gehen, ist irgendwas zwischen naiv und populistisch. Ein Blick auf Steinbrücks Vita und seine Qualifikationen oder auch auf die Einladungen aus Wirtschaftskreisen und es ist glasklar, dass er NIEMALS für dieses Amt kandidieren dürfte, wenn es ihm nur um Geld gehen würde. Mal abgesehen von sicher auch vorhandenen seriösen Motiven dürfte allein die Eitelkeit da eine größere Rolle spielen als das völlig unplausible Geld-Motiv.

Das ist schon komisch: In der Wirtschaft sind keinerlei Zweifel erlaubt, dass nur international konkurrenzfähige Gehälter für Führungspersonal dafür sorgen kann, Spitzenpositionen mit Spitzenkräften zu besetzen. Und zumindest für Fußball, Autorennsport und Showbizz wird diese Einstellung auch von weiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen. Nur ausgerechnet die faktisch erste Spitzenposition unter den Lenkern unseres Staates soll am besten ehrenamtlich besetzt werden?

Der Witz ist: Er hat eigentlich Recht, das Kanzlergehalt IST zu bescheiden. Nur darf man so etwas als Kanzlerkandidat nur denken, nicht aber aussprechen.

Nichtsdestotrotz ist an der Entscheidung, CDU oder ganz exotisch sogar FDP zu wählen nichts auszusetzen. Das sind immerhin auch Parteien aus dem demokratischen Spektrum, unter deren bisheriger Regierungsverantwortung Deutschland zumindest nicht komplett untergegangen ist. Ist also nur Geschmackssache.

LG
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von david91 » 13. Januar 2013 23:27

Also wenn ich von Wasserpredigt rede, dann meine ich, dass man als Linker eine gewisse Kritik an der ungleichen Verteilung der Vermögen und Einkommen hegt und in besonders linken Kreis sogar am gesamten kapitalistischen System. Wenn jemand als Linker nun Millionensaläre kassiert, eine Villa hat oder einen fetten Wagen fährt etc. dann ist dies ein Widerspruch gegenüber dem, was er gesagt hat. Denn somit trägt er zu der von ihm kritisierten Ungleichheit und Schere zwischen Arm und Reich bei. Links reden ist einfacher als links leben. Wenn er sozial wäre, würde er ein kleines Kanzlergehalt akzeptieren, denn das Geld käme dann z.B. der Bildung bzw. der Allgemeinheit zugute, statt nur seinem Geldbeutel. Ein Grüner, der im Offroader rumfährt und im Privatjet um die ganze Welt jettet wäre ja auch unglaubwürdig. Wenn man etwas predigt sollte man auch so leben, sonst hat man nur eine große Schnauze.

Es geht weniger um Askese, sondern viel mehr um Glaubwürdigkeit und Respekt gegenüber jenen Gesellschaftsschichten, welche die SPD eigentlich vertritt oder zumindest einmal vertreten hat.

Da die SPD aber mittlerweile sowieso neoliberal ist, sehe ich keinen Grund die Sozialdemokraten zu wählen. Wenn ich liberales/bürgerliches Gedankengut will, dann wähle ich CDU/FDP. Ich hoffe nur, dass die SPD dann nach diesen Steinbrück-Aktionen nicht auch noch mit irgendwelchem Gesulze von wegen "Wir schaffen mehr soziale Gerechtigkeit!" oder "Wir schliessen die Scherze zwischen Arm und Reich!" kommen.
Zuletzt geändert von david91 am 13. Januar 2013 23:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Falschparker » 14. Januar 2013 11:09

Na, jetzt sei aber mal nicht ungerecht. Mir ist Steinbrück nicht sonderlich sympathisch, aber hier muss ich ihn verteidigen.

Er hat ja nicht gesagt, Kanzler kriegen zu wenig, und deswegen habe ich keine Lust. Sondern dass er allgemein die Kanzlervergütung zu niedrig hält. Er selbst kandidiert ja trotzdem.

Auch die Kritik an der wachsenden Differenz zwischen Arm und Reich ist legitim, selbst wenn man einen großen Wagen fährt oder in einer Villa wohnt. Die Forderung, niemand dürfe mehr große Wagen fahren oder in großen Häusern wohnen, wäre ja nun weitaus radikaler als fast alles was Politiker (aus sozialen Gründen) hierzulande fordern.

Die private soziale Glaubwürdigkeit würde ich dann eher an anderen Punkten messen: Wie behandelt er seine (falls vorhandenen) Hausangestellten? Unter welchen Umständen werden Kaffee/Tee/Textilien hergestellt, die er konsumiert?

Herr Steinbrück hat übrigens nicht nur bekannt, wieviel Geld er für seine Vorträge gekriegt hat, sondern auch dass er davon 48 % Steuern abgeführt hat.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Eva » 14. Januar 2013 11:26

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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von No User » 14. Januar 2013 12:04

Ja, Eva. Aber nur noch ein paar Minuten, dann darf ich endlich wieder zur Arbeit.

david91, ich bin eigentlich nicht zuständig, Steinbrück zu verteidigen. Es mag auch gewisse Ultra-Linke geben, die den Kapitalismus an sich ablehnen. Man mag ihnen diesen Jugendtraum lassen, insgeheim leben sie dann privat aber doch im und vom Kapitalismus und treffen ihre Entscheidungen wie die meisten Menschen doch wieder ziemlich kapitalistisch. Ich weiß nicht so richtig, was man mit solchen Träumern in der Realpolitik anfangen sollte.

Sozialdemokraten und insbesondere Steinbrück sind aber weit davon entfernt, das kapitalistische Wirtschaftssystem als solches infrage zu stellen. Was sie nicht daran hindern muss, politische Entscheidungen zu kritisieren, die das Auseinanderdriften von Arm und Reich noch weiter beschleunigen. Was sie im Zweifelsfall allerdings auch wieder nicht davon abhält, bei Gelegenheit genau solche Entscheidungen selbst zu treffen. DAS ist der SPD wirklich vorzuwerfen.

Im Kern besteht Kapitalismus darin, reich zu werden, indem man andere für sich arbeiten lässt. Nun kann man Steinbrück nicht vorwerfen, irgendjemand für Hungerlöhne losgeschickt zu haben, seine gutbezahlten Vorträge zu halten. Es ist auch sachlich falsch, solche Vortragshonorare oder das Kanzlergehalt als "Millionensaläre" zu bezeichnen. Persönlicher Wohlstand ist m.E. nicht unlinks.

Man muss ja mal die politische Realität anschauen. Gleichmacherei oder Einkommens- und Verteilungsgleichheit sind nicht mehrheitsfähig. Zwar gibt es massenhaft Neid und Missgunst, trotzdem jubelt die Menschheit mehrheitlich immer den Schönen und Reichen, den Erfolgreichen, Prominenten usw. zu. (Relativ) arm zu sein bzw. sich mit einem bescheidenen Gehalt zu begnügen wird von der Mehrheit nicht mit "sozial" assoziiert, sondern mit erfolglos, unfähig, dumm usw. Die Mehrheit wählt tendenziell eher solche, die erreicht haben, was man selbst auch gern erreichen würde.

Vor diesem Hintergrund, der Verteilungs- und Einkommensgerechtigkeit unerreichbar erscheinen lässt, wäre Chancengerechtigkeit ein realistischeres Ziel. Dabei ist schon der Gedanke an Chancengleichheit ein ziemlich großer Traum. Denn niemand kann Reichen verbieten, mit all ihren Mitteln ihre Kinder zu fördern. Niemand kann Arme dazu zwingen, wenigstens mit all ihren bescheidenen Mitteln plus dem, was ihnen der Staat zuschießt, ihre Kinder zu fördern. Letztendlich haben Kinder reicher Eltern im Schnitt einfach bessere Chancen.

Man kann aber z.B. steuerpolitisch von Einkommensstarken und Vermögenden mehr Verantwortung für das Gemeinwohl einfordern. Man kann auch denen, auf deren Arbeit der Wohlstand basiert, die aber nur wenig davon abbekommen, etwa mit Mindestlöhnen ein Minimum an Teilhabe sichern. Oder man kann all dies wie die FDP radikal ablehnen.

Es ist eine bemerkenswerte Logik, CDU bzw. FDP wählen zu wollen, weil die SPD zu neoliberal ist. Nach dem Motto: "Wenn schon neoliberal, dann richtig!" Wobei damit auch die CDU ausfallen müsste. Und was an der FDP außer dem Namen noch liberal sein soll, kannst du mir ja mal erklären. Das Problem ist nur: Mit derselben Logik müsstest du, weil die CDU inzwischen so grün ist, auch gleich richtig grün wählen. Und weil Teile der Grünen linke Tendenzen haben, dann doch gleich die Linke. Und wenn schon linksideologisch, dann gleich die MLPD oder eine andere Splitterpartei, die sich gemeinsam mit der FDP unter "Sonstige" wiederfinden wird.

Zurück zum Steinbrück: Die Wirtschaftsvertreter laden den nicht zu ein, um sich von ihm linke Ideen vortragen zu lassen. Das haben sie von ihm auch kaum zu befürchten. Aber auch sein wirtschafts- und finanzpolitischer Sachverstand ist für solche Einladungen nebensächlich. Hauptzweck ist, dass angekündigte prominente Redner den Saal füllen. Problematisch ist, wenn solche Geschäftsbeziehungen politische Entscheidungen beeinflussen. Dagegen hilft nicht, nur noch Leute ohne geschäftliche Beziehungen in die Politik zu holen (dann wären wir schnell ein sehr armes Land), aber es hilft etwas, diese Beziehungen im Auge zu behalten und sie dafür transparent zu halten, ihre Veröffentlichung einzufordern.

Steinbrück hat sie offengelegt und genau die, die aus CDU und FDP das von ihm gefordert haben (In der Hoffnung, er würde der Forderung NICHT nachkommen?), zieren sich nun, ihre eigenen Nebeneinkünfte offenzulegen. Welch eine Heuchelei!

Nun hat die SPD einen Kanzlerkandidaten, der sehr klar und scharf denken kann (Konzentrationsstörungen wären mir da an ihm noch nicht aufgefallen), der aber zu glauben scheint, dies könne reichen, um eine Bundestagswahl zu gewinnen. Und der dabei bei aller "Beinfreiheit", die er von seiner Partei eingefordert hat, von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. "Mutti" freut sich inzwischen. ADS ist das meiner Meinung nach aber noch lange nicht.

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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von david91 » 14. Januar 2013 13:21

Im Kern besteht Kapitalismus darin, reich zu werden, indem man andere für sich arbeiten lässt. Nun kann man Steinbrück nicht vorwerfen, irgendjemand für Hungerlöhne losgeschickt zu haben, seine gutbezahlten Vorträge zu halten. Es ist auch sachlich falsch, solche Vortragshonorare oder das Kanzlergehalt als "Millionensaläre" zu bezeichnen. Persönlicher Wohlstand ist m.E. nicht unlinks.
Das Geld musste aber von denjenigen, die ihm das Honorar bezahlt haben, auch einmal erwirtschaftet werden und dies gelang nur, in dem sie andere für sich arbeiten liessen. Persönlicher Wohlstand ist nicht zwingend unlinks, aber wenn jemand in seiner Villa sitzt und über die Reichen, die ungerechte Verteilung des Geldes usw.schimpft, dann finde ich, er sollte doch einen ersten Schritt machen und gleich seine eigene Villa abgeben. Dies trifft beispielsweise auf Oskar Lafontaine zu. Ob dies bei Peer Steinbrück zutrifft, weiss ich nicht. Wenn Herrn Steinbrück wirklich sich selbst und auch seine Partei nicht mehr als links bezeichnet, dann legitimiert dies die Saläre schon eher. Ich habe grundsätzlich nichts gegen hohe Einkommen und Saläre, einfach bitte nicht mit Steuergeldern.
Man kann aber z.B. steuerpolitisch von Einkommensstarken und Vermögenden mehr Verantwortung für das Gemeinwohl einfordern. Man kann auch denen, auf deren Arbeit der Wohlstand basiert, die aber nur wenig davon abbekommen, etwa mit Mindestlöhnen ein Minimum an Teilhabe sichern. Oder man kann all dies wie die FDP radikal ablehnen.
Dies bringt uns nicht weiter. Hohe Steuern führen nur zu einer weiteren Abwanderung von potenten Steuerzahlern und ist zudem innovationshemmend. Auch Mindestlöhne sind ein Hindernis, denn es führt einfach zu mehr Arbeitslosigkeit. Man müsste eher den Arbeitsmarkt grundsätzlich massiv deregulieren und liberalisieren um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken.

Es ist eine bemerkenswerte Logik, CDU bzw. FDP wählen zu wollen, weil die SPD zu neoliberal ist.
Mir ist die SPD nicht zu neoliberal, sondern mich stört an der Partei, dass sie sich oft als sozial verkauft und dann neoliberal ist. Ich finde neoliberale Politik nicht schlecht, aber deshalb wähle ich die Liberalen. Ich wähle lieber das Original statt die Kopie. Obwohl die FDP in wirtschaftlichen Themen teilweise auch noch liberaler sein könnte.
Nun hat die SPD einen Kanzlerkandidaten, der sehr klar und scharf denken kann (Konzentrationsstörungen wären mir da an ihm noch nicht aufgefallen), der aber zu glauben scheint, dies könne reichen, um eine Bundestagswahl zu gewinnen. Und der dabei bei aller "Beinfreiheit", die er von seiner Partei eingefordert hat, von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. "Mutti" freut sich inzwischen. ADS ist das meiner Meinung nach aber noch lange nicht.
Kennst du ihn so gut, dass du genau weisst, wie er arbeitet? Also ich kann meine Konzentrationsstörungen immer gut kompensieren und ich denke diejenigen ADHSler, die Erfolg im Beruf haben, denen ist das wahrscheinlich auch gelungen. Ob es ADHS ist oder nicht, das wissen wir nicht und werden wir möglicherweise nie erfahren. Steinbrück kommt mir einfach sehr impulsiv und unsorgfältig vor, Details scheinen ihn nicht zu interessieren.
Zuletzt geändert von david91 am 14. Januar 2013 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von Ilayda » 15. Januar 2013 07:46

Hoi, David91.

Ich finde Deine Theorien zu Steinbrück ja sehr interessant.
Aber... wo Du doch eh liberal bist und die FDP wählst...

Welche Erkrankungen/Besonderheiten /Persönlichkeitsstörungen (Steinbrück=Narzist?) haben denn die FDP-Politiker?

Allen voran unser allseits beliebter Rösler, der gute Herr Niebel oder gar Guido Westerwelle? Oder sind sie zu farblos, um über sie zu reden?  :breitgrinse1:
Wobei... in seinen besten Zeiten war die Maßeinheit für den Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen doch auch ein Westerwelle, oder? Er ist ja nicht ganz zu Unrecht von der Parteispitze zurückgetreten (worden). Hmmm. vllt. hat der Außenminister ja auch ADHS...

Andersherum gefragt: Wenn für Dich Deine Wählerstimme schon klar ist, warum beschäftigst Du Dich dann so intensiv mit Steinbrück? Bzw. wieso gleitet die Diskussion, ob Steinbrück nun ADHS hat oder nicht, in eine politische Diskussion um "Linke" (wo die SPD definitiv NICHT zugehört) oder Neoliberalismus ab?
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Re: Hat Peer Steinbrück ADHS?

Beitrag von No User » 15. Januar 2013 10:31

david91, wie schon gesagt, finde ich eine solche demokratische Wahlentscheidung voll in Ordnung. Und bei Unfragewerten um die 2% kommt es auch auf jeden einzelnen Wähler an, wenn wir kein Land ohne eine liberale Partei werden wollen. Wer weiß, wofür wir sie mal noch brauchen werden. Hast du schon mal über die Neugründung einer erfolgreicheren liberalen Partei nachgedacht?

Für mich (wie auch anscheinend für viele Ex-FDP-Wähler) war die FDP mal interessanter, als man sich sozial und liberal noch in einem Wort wie auch in einer Koalition vorstellen konnte, als Freiheit und Bürgerrechte Werte waren, um die sich die FDP im Sinne aller Bürger bemühte, nicht nur einer kleinen Klientel. Als international anerkannte deutsche Außenpolitik noch von FDP-Außenpolitikern gestaltet wurde. Aber das darfst du natürlich anders sehen.

Mich wundert aber die umständliche und inkonsequente Begründung deiner Wahlentscheidung. Reichen dir dazu nicht Programm und Personal der FDP? Wie ist es mit einer liberalen Grundhaltung vereinbar, Unternehmen vorschreiben zu wollen, wofür sie ihr Geld auszugeben oder eben nicht auszugeben haben? Das ist doch ihr Ding, wenn sie Politiker für Vorträge engagieren. Und den Politikern zu verbieten, sich für solche Tätigkeiten bezahlen zu lassen, läuft auf das Gleiche hinaus.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Arbeitslose, Obdachlose, Hartz IV-Empfänger, ernsthaft psychisch Erkrankte, Außenseiter, Geringqualifizierte usw. kaum jemals in hohe politische Ämter gewählt werden. Politiker mit Aufgaben, die über Parteipolitik hinausgehen, sollten aber auch deren Interessen berücksichtigen. Das muss auch gelingen, ohne dass die Politiker selbst arm, obdachlos, geringqualifiziert, psychisch gestört oder so wären. Sonst wäre jede soziale Politik die Quadratur des Kreises.

Deine Forderungen bzw. Erwartungen an "linke" oder genauer gesagt sozialdemokratische Politiker bedeuten praktisch nichts anderes, als dass sich Linke und Sozialdemokraten gefälligst aus der Politik raushalten sollen, denn diese Ansprüche sind mit dem realen Leben von Spitzenpolitikern unvereinbar. Es ist aber nicht die Aufgabe von politischen Gegnern, dem anderen politischen Lager das politische Leben leicht zu machen. Ihr Neoliberalen müsst auch schon selbst um demokratische Zustimmung für eure Ideen kümmern. So viel Selbständigkeit sollte man von einem Freidemokraten erwarten dürfen.

Nein, von Ferndiagnosen halte ich ohnehin wenig, da kommt nur noch obendrauf, wie wenig ich Steinbrück genau kenne. Grundsätzlich muss aber ADHS kein Hinderungsgrund sein, in der Politik aktiv zu werden, obwohl mir da im Moment nur Christopher Lauer einfällt, der ja nun nicht gerade zum Kanzlerkandidaten taugt. Aber Politik fängt ja nicht erst im Berliner Abgeordnetenhaus oder im Bundestag an. Ich würde auch ADHS'lern empfehlen, sich politisch zu engagieren. In der "kleinen" Politik (etwa in einem Fachbereichsrat), entscheidet man (dort eben hochschulpolitische) Dinge mit, die einen selbst und das nähere Umfeld oft stärker betreffen als viele Entscheidungen im fernen Berlin.

Es ist allerdings fraglich, ob man wirklich einem Politiker empfehlen kann, seine psychischen Probleme in die Öffentlichkeit zu tragen. Nur bei Piraten kommt es da nicht drauf an, weil die sowieso seit Einzug in die Parlamente demonstrativ zur Schau stellen, wie sehr ihnen ihre Wiederwahl am A. vorbei geht. Dagegen bin ich mir bei der FDP nicht so sicher, ob die nicht wollen oder nicht können.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 15. Januar 2013 10:51, insgesamt 1-mal geändert.
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