Facebook-Gefahr oder Chance?

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emily03
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Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon emily03 » 30. Juli 2011 15:27

Hallo zusammen,

hat jemand Erfahrungen beim Umgang seiner Kinder/Jugendlichen im Umgang mit Seiten wie Facebook.Ich selber mache es
nicht und hab auch kein Interesse daran, aber ich weis,dass viele Kinder damit quasi großwerden.

Mein Sohn hat leider nur einen Freund und der hat kaum noch Zeit ( lange Schule,Sport..), er sucht erfolglos Kontakt zu
Gleichaltrigen.In seiner Klasse ist er nur der Junge aus der Klappse und findet keinen Anschluss.  :baw:

Er geht zwar jetzt zum THW aber die Treffen sind halt höchstens alle 14 Tage und dann meist Samstags, dem Tag an dem
sein Freund Zeit hat.

Mir ist natürlich bewußt , das es auf Facebook keine echten Freund sind, aber er könnte sich vielleicht mit
anderen austauschen.

Andererseits habe ich , er selber glaube ich auch, Angst davor , das er dort auch gemobbt wird, wie in der Schule. :icon_rolleyes:

Viele Grüße
emily03
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katzelarissa
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon katzelarissa » 30. Juli 2011 15:35

Mein Sohn hat einen Facebook Account.
Wie alt ist denn Dein Sohn? Vielleicht passen die beiden ja zusammen.

Er spielt dort hauptsächlich die Spiele die es dort gibt.
Aber er hat inzwischen auch echt nette Kontakte gefunden.
Unter anderem auch ein Mädchen aus NRW, mit dem er ca. einma die Woche telefoniert. Die finde sogar ich nett, grins.

Allerdings gibt es dort auch "Idioten".
Wenn man Sohn dran war, gehe ich abends in seinen Account und schaue unter anderem nach, was so auf seiner Pinnwand gepostet wurde.
Nicht passendes lösche ich. Sehe ich Beiträge von "Freunden", die ich nicht gut finde, rede ich mit meinem Sohn und dieser "Freund" wird dann blockiert. Das heißt, dieser Kontakt, kann einen nicht mehr anschreiben und kontaktieren.
So klappt das bei uns gut.

Liebe Grüße
Sonja
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emily03
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon emily03 » 30. Juli 2011 15:44

Das klingt doch schon mal positiv  :ja:

Mein Sohn ist 15.

emily03
reneh

Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon reneh » 30. Juli 2011 16:02

Moin.
Meine Kinder haben beide ihre Accounts und tauschen sich regelmässig mit ihren Freunden über FB aus.
Nachteil: es ist öffentlich. Man muss also sehr genau hinsehen, was man schreibt.
Wenn er sich erstmal durch die Seiten von FB gewurschtelt hat, kann er auch schnell Kontakte in seinem Alter finden.
Allerdings muss er dann raus ins RL und diese Kontakte durch persönliches kennenlernen festigen.

Gemobbt wird er mit Sicherheit nicht.
Es kennt ihn ja erstmal keiner und er muss ja nun nicht jedem sofort von sich alles erzählen oder?

Ich sehe da für ihn schon Chancen.

LG
reneh
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon helga2000 » 30. Juli 2011 16:31

Meine Tochter hat auch einen Facebook Account und wir sind befreundet, damit ich sehe mit wem sie, was schreibt. Außerdem haben wir die Sichherheitseinstellung vorgenommen. Und ich möchte nicht das sie wahllos Freundschaftsanfragen annimmt. Ich vergewissere mich immer, ob sie die Person tatsächlich kennt. Und wenn kennen nur bedeutet, das sie weiß das das Kind auf ihrer Schule geht. Ist mir aber lieber als wenn wir gar nicht wissen wer da am anderen PC sitzt.

Und da Kids untereinander sich ja gerne mit dummen Sprüchen ärgern, versuche ich ihr einzubläuen: Wenn Du nichts nettes schreiben kannst, dann schreib besser gar nichts. Ich finde schon heftig wie sich die Kids untereinander blöd anmachen und wie schnell sich das manchmal hochschaukelt.

Und sollten sehr dumme Kommentare zu einer ihrer Statusmeldungen kommen, würde ich ihr sagen das sie es rauslöschen soll.

Leute kennen lernen über Facebook stelle ich mir schwierig vor. Aber Bekannschaften zu festigen weil sich die Kids über Facebook mehr austauschen als wenn sie sich gegenüber sitzen, sehe ich als gute Möglichkeit.

LG Helga
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon hyper . » 30. Juli 2011 16:51

facebook ist gut um sich mit bestehenden freunden auszutauschen. es ist gut drin zu sein weil aktionen.(zb treffen zum schwimmen oder so)
besser konditioniert werden können. allerdings denke ich es besteht fast keine möglichkeit neue leute kennenzulernen
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon sassa » 31. Juli 2011 20:59

hallo,

gibt es eigentlich ein mindestalter was die kids haben müssen für facebook???

lg sassa
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon katzelarissa » 31. Juli 2011 21:15

Ja, meines wissens 14 Jahre
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon sassa » 1. August 2011 14:31

okay danke!!!

freunde meiner töchter 9/12 sind teilweise bei facebook. ebenso bei schüler vz.
ich persönlich möchte das aber nicht .....und anderseits scheint man dann aber uncool zusein.

würdet ihr denn indem alter einen account anlegen für euer kind???

liebe grüsse sassa 
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon hyper . » 1. August 2011 14:34

ich denke man kann kindern schon nen account erlauben muss das dann halt überwachen. ohne ist halt schon sozusagen uncool. aber wenn man die zeit und die lust hat alles mit und nachzulesen. Das mindestalter ist 13 und nicht 14.
auch in facebook gibt es erwachsene die kleine kinder anschreiben. da muss man halt aufpassen
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon Shadow » 1. August 2011 16:01

Also ich persönlich sehe keine größeren Gefahren als im RL. Für die Kids von heute gehört das schon irgendwie dazu.
Die wachsen mit Computer, Smartphone und den Social Networks auf.

Im FB war mein Sohn schon mit 11 Jahren, damals hatte er falsche Daten eingegeben, prüft ja keiner.
Das hat seine komplette Klasse so gemacht. Ich hatte  bei ihm in FB  mit gelesen, und auch manchmal was verhindert.
So richtig schlimme Dinge kamen aber nie vor.

FB ist eine Datenkrake, alles was da drinnen ist, ist hinsichtlich weiterer Verwendung auch durch Dritte nicht kontrollierbar.
Persönliche Daten sollten also nur sehr eingeschränkt eingetragen werden
.
Facebook versucht gerade sicherer zu werden und hat endlich Prämien zum Auffinden von Sicherheitslücken an Hacker und IT Security Experten ausgelobt.

Dieser Weg ist grundsätzlich mal positiv anzumerken. Also wer sich Geld nebenbei dazu verdienen möchte .... .

http://www.gulli.com/news/16722-faceboo ... 2011-07-30

... ist aber eher eine Anerkennungsprämie  :breitgrinse1:

Die Chance an FB & Co ist, dass der Freundeskreis erhalten bleibt, auch wenn man sich aus den Augen verliert, ist man irgendwie verbunden und in Kontakt.
Ja ... und wenn du heute Abend spontan eine Party machen möchtest, hast du sicher 200 Gäste oder mehr ^^

Selbst habe ich zwar FB , aber ich verwende es aktuell kaum mehr, ich bin jetzt Google+  :8:

L.G.S.
Zuletzt geändert von Shadow am 1. August 2011 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon Kayla » 11. Oktober 2011 09:31

Mein Sohn ist auch drin (auch mit "geschöntem" Geburtsdatum, da er erst 11 ist, aber auch bei ihm hat es die ganze Klasse so gemacht, da es sonst "uncool" ist) und er hat die Sicherheitseinstellungen so, dass Fremde gar nichts sehen, nur Freunde und das sind ausschließlich die Kinder, die er auch persönlich kennt.

Ich sehe auch, was er macht, bin selbst bei Gesichtsbuch, allerdings nicht mit Realnamen (mein Sohn auch nicht bzw. hat er seine beiden Vornamen als Vor- u. Nachnamen). Von meinen Freunden (die ich auch alle persönlich kenne) weiß da eben jeder, wie ich "da" heiße. Ich habe nämlich keine Lust auf stalkende Kollegen- da muss man ja dann teilweise echt aufpassen, was man wann wie wo schreibt! Nö, dazu habe ich keine Lust...
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon BlackLady » 11. Oktober 2011 11:14

[quote="Kayla"]
auch mit "geschöntem" Geburtsdatum, da er erst 11 ist, aber auch bei ihm hat es die ganze Klasse so gemacht, da es sonst "uncool" ist)
[/quote]

Eigentlich OT, aber sorry, das stößt mir schon gewaltig auf (auch wenn ich weiß, das es mich im Grunde genommen nichts angeht)


Wir befinden uns hier in einem ADHS-Forum.
Die meisten Eltern haben Probleme damit, das die Kinder sich nicht an Regeln halten, was ADHSlern oftmals sowieso schwerer fällt.

Wie sollen Kinder lernen sich an Regeln zu halten, wenn ihnen durch die ELTERN gezeigt wird, das Regeln garnicht so wichtig sind, indem mit der Erlaubnis der Eltern Accounts auf Seiten eingerichtet werden, wo die Kinder noch garnicht das entsprechende Alter haben????

Sorry.......geht mir einfach net in den Kopf.........
Ich habe ein Motivationsproblem - solange bis ich ein Zeitproblem hab....


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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon Kayla » 11. Oktober 2011 11:23

Abgesehen davon, dass es dich tatsächlich nichts angeht, muss ich sagen, dass ich nicht einsehe, dass mein Sohn sich als einziger von so etwas ausschließen muss, weil er ADHS hat und sich somit an JEDE Regel zu halten hat, alle anderen aber nicht.

Wir haben viele Regeln hier, an die sich gehalten wird, was gut für ihn ist, aber für solche Peanuts rege ich mich ehrlich nicht auf und erlaube ihm eine Ausnahme von der Regel.

P.S. Ich habe selbst ADS und ich fahre dennoch ab und zu mal über gelb oder 10 km/h zu schnell, obwohl ich weiß, dass Straßenverkehrsregeln dazu da sind, keinesfalls übertreten zu werden ;-)
Zuletzt geändert von Kayla am 11. Oktober 2011 11:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon BlackLady » 11. Oktober 2011 11:45

Es geht auch garnet um dich persönlich.
Denn dein Kind ist sicher nicht das einzige was trotz nicht erreichtem Mindetalter bei FB und anderen Seiten registriert ist.
Und sicher gibts auch genug Kinder, die dort registriert sind, ohne das die Eltern das wissen - also ohne das überhaupt eine Kontrolle durch die Eltern stattfindet.


Wie gesagt, es geht mich im Grunde genommen nichts an, und selbstverständlich will ich keinem in die Erziehung mengen. Und ich hab auch nicht dich persönlich gemeint, sondern alle die das so praktizieren.

Aber dashier ist nur ein kleiner Punkt........vllt gibts noch so einige Punkte mehr, wo Eltern den Kindern ständig zeigen, das Regeln übertreten garnicht so schlimm ist.......ich finde jedenfalls, das man sich dann net wundern braucht, wenn die Kids sich ebenso verhalten.

Da kann man in den ganzen Threads noch so viel von Konsequenz schreiben, aber das Vorleben finde ich viel wichtiger.

Sollte vielmehr
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon Kayla » 11. Oktober 2011 12:05

Ich verstehe schon, was du meinst und so gesehen gehen unsere Meinungen zum Thema Regeln sicher gar nicht sehr auseinander. Ich meine eben nur, dass es auch nicht richtig sein kann, sich völlig stur und unter allen Umständen an jede Regel zu halten und niemals von einer abweichen zu dürfen. Denn "normal" ist das auch nicht.

Du darfst im Übrigen versichert sein, dass mein Sohn eher zu den Kindern gehört, die moppern, weil Mama so streng und konsequent ist  :ja:
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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon Fischefrau » 11. Oktober 2011 12:10

[quote="reneh"]

Gemobbt wird er mit Sicherheit nicht.
Es kennt ihn ja erstmal keiner und er muss ja nun nicht jedem sofort von sich alles erzählen oder?

Hallo bin auch in Facebook..........Mobben ist kein Thema, aber dass er gar keinen in Facebook kennt, kann ich mir nicht vorstellen, denn sogar meine Vermieterin ist da registriert. Also, wenn er die Augen aufmacht, dann findet er schon reale Bekannte und es wird umso einfacher, neue Leute kennenzulernen! Alles Gute! J.
Ich sehe da für ihn schon Chancen.

LG
reneh
[/quote]
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut - denn nur das unterscheidet ihn von allen anderen Wesen. J.W. v. Goethe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

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Re: Facebook-Gefahr oder Chance?

Beitragvon No User » 12. Oktober 2011 10:53

Ich beneide euch um eure heile Welt, in der Mobben kein Thema ist. Vorweg: Ich bin nicht gegen Facebook, man kommt ja sowieso nicht daran vorbei. Gerade wenn man Kinder hat, muss man da rein, um zu verstehen.

Beim Thema Kinder und FB ist aber auch Wachsamkeit geboten, also Augen auf!

Deswegen müssen (auch jenseits der bekannten Privatsphären-Problematik) auch mal FB-Schattenseiten erwähnt werden.

An unserer Schule (Gymnasium) gibt es (v.a. in Parallelklassen, 6.!!!) aktuell ganz massive Probleme über FB. Wenn man versteht, wie wichtig vielen Kindern ihre Präsenz im sozialen Netz ist, ihr Status, Ansehen, Freudeskreis dort, kann man auch nachvollziehen, warum heftige Angriffe auf dieser Ebene Kinder in die Nähe eines realen Suizid treiben können.

Eigentlich ist so ein soziales Netzwerk als Ort absoluter Öffentlichkeit konzipiert. Weil FB sich aber um Authentizität einen Dreck schert, finden wir dort einen Mischmasch aus unkontrollierbarer Veröffentlichung personenbezogerner, privater Daten (auch über Dritte) und anonymer Aktivität bzw. Fake-Identitäten. Mit starker Rückwirkung auf das Realleben und stark von Konflikten des RL inspiriert.

Dass nicht alles, was auf FB ein Profil hat, eine natürliche Person ist, ist klar. Dass nicht alles, was auf FB sich als bestimmte Person ausgibt (Mädchen, 14 Jahre,...) das ist, was es zu sein vorgibt, ist auch noch dem meisten klar. Dass es auf Dauer völlig unrealistisch ist, auf FB nur zu aus dem RL bekannten Freunden Kontakt zu halten, ist schon nicht mehr allen klar. Aber es gibt auch Freunde von Freunden, es gibt notwendiges Vertrauen zu Freunden und es gibt Veränderungen in Freundschaften, Lücken,...

Wer aufgrund seiner Andersartigkeit schon im RL ein erhöhtes Risiko trägt, Mobbingopfer zu werden, tut dies in FB erst recht. Nennen wir einen Beipspiel-ADHS'ler einfach mal "Max". Da wird auf FB eine "Anti-Max"-Gruppe gegründet, deren einziger Zweck ist, über Max abzulästern, Max fertig zu machen und sich zu Aktionen gegen Max im RL zu verabreden. Ob in teilweiser Anonymität oder im Veröffentlichungsrausch: In FB fallen Hemmschwellen, die im RL noch schützten.

Dem RL lassen sich dann auch Anekdoten, Bilder und Videos mit Max entnehmen, die dann über FB mit Maxens Klarnamen auffindbar sind und nie wieder vollständig aus dem Netz entfernbar sind. Das kann sogar DIE Motivation sein, im RL überhaupt erstmal hinreichend herabwürdigende Situationen für Foto und Film herzustellen.

Auch weite Wege lassen sich mit kleinen Schritten zurücklegen. Mit 10 fängt man(n) mit einem falschen Geburtsdatum an, weil FB erst ab 13 geht. Kennt man ja von den Eltern nicht anders, die ja auch FSK-Angaben auf Spielen und Filmen für reine Dekoration halten oder den eigenen Nachwuchs für reifer als den Durchschnitt oder "erwachsenere" Filme und Spiele für besonders förderlich. Die auch ständig ihre viel zu jungen Kinder zu Bildungsangeboten anmelden, die man aus gutem Grund für eine bestimmte Altersgruppe gemacht hat; bis dort gar nichts mehr geht.

Mit 16 gibt sich der junge Mann dann schon mal als 14jähriges Mädchen aus, um mit scheinbar gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen gemeinsam über manche Jungs abzulästern und von anderen zu schwärmen. Mit daraus resultierenden Verwicklungen im RL. Ein paar Jährchen später spricht man(n) dann schon direkter über Sex mit kleinen Mädchen...

Ach ja, "alle" anderen dürfen schließlich auch. Fragt mal auf dem Elternabend nach, wer und wie viele konkret "alle" sind!

Man kann FB nicht verhindern. Geht es nicht auf dem PC, tut es das Smartphone genausogut. Hat man Total-Technikverweigerer wie Amish People als Eltern, tut es zur Not das Smartphone von Schulkameraden.

Ich habe meinen Sohn um Geduld gebeten, bis er 13 ist. Bislang mit Erfolg. Er hat Alternativen zu FB. Inzwischen hinterlassen seine lieben Klassenkameraden blöde Kommentare über ihn bei seinen Schwestern, die auf FB sind.

Die beiden gehen aber relativ souverän mit FB um, mit einer Ausnahme: Das Ausmaß an Zeitverschwendung bedarf elterlichem Einfluss bzw elterlicher Kontrolle.

O.g. Probleme von Cybermobbing über FB können zu einem berechtigten Grund für einen Schulausschluss im RL auswachsen. Das ziehe ich jetzt nicht an den Haaren herbei, mag aber den Fall auch nicht konkreter schildern. In einem anderen Fall, wo ein mir bekannter Schüler einer anderen Schule betroffen ist, ist der Cyberstalker offenbar erwachsen und pädagogische Hilfskraft an der Schule. Schockierend ist die extrem lange Leitung der technikfernen katholischen Schulleitung, bis die mal begreift, dass der Täter von der Schule entfernt werden sollte anstatt die Opfer.

Und wenn ich schon erwähnt habe, dass es sich um eine katholische Schule handelt, sollte ich noch erwähnen, das das m.E. wenig mit den bekannten Missbrauchs- und Misshandlungs-Skandalen zu tun hat, aber viel mit einer extremen Unbedarftheit in weltlichen Fragen wie der Internetnutzung bei einer Organisation, deren Spitze sie noch weiter entweltlichen will.

Gerade Schüler, deren Sozialkompetenz auf wackeligen Beinen steht, kommen nicht nur als Opfer von Cyber-Bullying u.ä. in Frage, sondern auch als Täter, Mittäter und vor allem Mitläufer. Schnell sind da unbedacht Äußerungen geschrieben, die man nicht ungeschehen machen kann und die später Konseqzuenzen haben oder einfach wieder auf einen zurückfallen.

So sehr mich das anödet, muss ich mich wohl oder übel bei FB anmelden, um meinen Sohn da begleiten zu können. Bei meinen Töchtern, die über einen stabilen Freundeskreis im RL verfügen, hat es gereicht, ihnen über die Schulter zu schauen und in Einzelfällen z.B. von sexueller Anmache mit ihnen darüber zu reden.

Ich fasse zusammen: Da wir an FB sowieso nicht vorbeikommen, sollten wir auch seine Vorteile nutzen. Weil Probleme aus der realen Welt längst in FB angekommen sind und dort neue Dimensionen erreichen, sollten wir aber wachsam sein, Probleme ernst nehmen, Kinder anfangs dort begleiten und später weiterhin als guter Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

LG
Steffchen

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