Was ist das Wesentliche?

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derzirkel64
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Was ist das Wesentliche?

Beitragvon derzirkel64 » 9. April 2009 13:27

Der Blick für das Wesentliche

Du stehst ganz fest im Leben
und gehst geradlinig deinen Weg
folgst beharrlich deinen Idealen,
so sagst du dir,
doch ist es so?

Ständig mußt du improvisieren,
immer wieder Kompromisse schließen,
dich Gruppenzwängen unterordnen,
Dinge revedieren,
angepaßt ans Umfeld sein.

Medienreize ohne Zahl,
Fehrnsehen, Funkt und Internet,
Arbeitswelt und täglich Sein,
ständig neue Lebenslagen,
grenzenlos der Informationen Flut.

Bist du wirklich noch der Herr des Handelns,
folgst du wirklich deinen Idealen,
oder bist du längst nur Reagierender,
Emporkömmling und Anpasser an eine Umwelt,
die dich tagtäglich neu verführt?

Bleib' von Zeit zu Zeit,
einfach einmal stehen,
schließe Deine Augen,
grenz dich ab von dieser Hektik,
gehe in dich selbst.

Plötzlich wirst du spüren,
wird es ruhiger um dich
und so manches,
was dir eben noch so wichtig,
nicht mehr von Bedeutung ist.
Ämter, Titel und Funktionen,
Karriere und der Drang nach oben,
materielle Wünsche und Begierden,
immer der Beste sein,
alles dies verblast im Nebel.

Sonne kommt aus deinem Herzen,
und läßt andr'e Dinge hell erleuchten,
Deine Familie und auch Freunde,
Menschen die dir nahe sind und auf dich vertrauen,
stehen nun im Licht.

Des Lebens tausend goldene Nebenstraßen,
die von deinem Selbst dich stets entfernen,
verschwinden fern am Horizont im Dunkel,
nur  ein dünner, gerader Pflasterweg
führt hinfort zum hellen Licht der Sonne.

Folge diesem einen deinem Pfade,
und ist er noch so unbequem und steinig,
verlasse schnell die verführerischen Wege,
denn der Zoll für diese Irrwegpfade
ist die Aufgabe des eig'nen Ich.

Und hast du Klarheit wieder dann erlangt,
was wirklich für dich zählt,
dann öff'ne Deine Augen,
löse dich von allen falschen Kompromissen
und schreite fort mit neuer Kraft.

Als ich dieses Gedicht schrieb, habe ich zunächst nicht an AD(H)S gedacht, auch wenn natürlich hier der AD(H)Sler in mir nicht ganz unbeteiligt war. Wie stark er beteiligt, wurde mir bei einigen Threads der letzten Tage erst wieder so richtig bewusst.

Selbstfürsorge - ganzheitliches Behandeln - Phasenweises Agieren - die Ruhe in mir Selber finden - Ins Reine kommen mit meinem Ich - das Schaffen eines Umfeldes, was abgestimmt und passend für mich ist - nicht mehr tun, was Andere für richtig halten, sofern ich es nicht tatsächlich auch so sehe - nicht zuerst Defizite bei mir suchen, sondern Stärken - Liebe, Selbstvertrauen und auch Hoffnung schenken, dem der dies auch braucht - Dinge hinterfragen, ob sie für mein Leben taugen - was ist Glück für uns und wie können wir es gestalten - sind wir krank oder ist es das Umfeld oder beide - Es gibt so vieles, was sich ganz versteckt, hierin wiederfindet - meine ich.

Ich möchte einfach einmal dazu anregen, genau darüber nachzudenken, was läuft bei uns verkehrt, anders oder auch richtig. Liegt es daran, dass wir uns angepasst haben, um mit dazu gehören - "ich möchte wie die Anderen sein" oder gänge nicht so manches anders besser, wenn wir es derart tun, wie wir es am Besten bringen?

Lieber Gruß
andreas  :genuss:
Zuletzt geändert von derzirkel64 am 9. April 2009 13:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist das Wesentliche?

Beitragvon Feuerdrache » 12. Juli 2011 23:28

Lieber Andreas,

Das ist ein sehr altes, aber für mein Empfinden zeitloses Thema, daß nichts an seiner Bedeutung verloren hat.
Ich habe das Gedicht aufmerksam gelesen und fühle mich angesprochen.  Ja - Deine Zeilen lassen sich in eine Deutung von AD(H)S übersetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du das Wort wörtlich nimmst oder den Text interpretierst.  Es ist ein schönes Wortkonstrukt. Ein Apell an sich selbst, auf seine innere Stimme/ sein inneres Gefühl zu hören.

Ich möchte Dir dafür danken.

lg,

der Feuerdrache
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... Ich glaube, das Garn, das wir spinnen, ist in der Lage, die Risse in Kette und Schuß unseres Lebens zu flicken...
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Re: Was ist das Wesentliche?

Beitragvon agathe » 19. Juli 2011 15:32

das passt grade "sowas von" in meinen momentanen zustand..
viel denkstoff
auch danke.
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Re: Was ist das Wesentliche?

Beitragvon boralmar » 20. Juli 2011 16:39

Liegt es daran, dass wir uns angepasst haben, um mit dazu gehören - "ich möchte wie die Anderen sein" oder gänge nicht so manches anders besser, wenn wir es derart tun, wie wir es am Besten bringen?
Da wo es aus Prinzip geschieht, da wo ich aus Prinzip anders handle oder mich aus Prinzip anpasse, da stimmts für mich nicht.

Authentisch.. das will ich sein.. und ob mein Weg damit nun vorgebahnt oder steinig, massenkonform oder einsam und verrückt sein mag, das ist zweitrangig. Über das, können sich meinetwegen andere Leute ihren Kopf zerbrechen.

Gross ist nicht wer dies oder jenes ist, sondern wer sich selber ist. Und das kann jeder Mensch, und das ist tröstlich. Das ist für mich das Wesentliche.
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