Der Amoklauf in Winnenden

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wulihubi
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von wulihubi » 15. März 2009 09:50

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

[quote="Eccabecca8"]
So , ich gebe mich frei zum verhauen
[/quote]

Nati, das lass ich aber nicht zu, dass Du verhauen wirst! :aufsmaul_2:

Meine vier Kinder sind derart extrem verschieden, dass man nicht meinen würde, sie kämen aus demselben Stall! Und ich meine, weil sie immer sie selbst sein durften und ihre eigenen Ansichten und Überzeugungen probieren durften, konnten sie sich zu gefestigten Persönlichkeiten entwickeln.
Ihre Veranlagungen sind extrem verschieden und das finde ich schön. Man weiss nie, was denen noch so alles einfallen wird, ich habe da keinen Einfluss daruf.

Jeder steht doch an seinem Platz, hat seine eigene Geschichte, und eben nur begrenzte Möglichkeiten.

Deshalb möchte ich für Verständnis werben, nicht nur für die Betroffenen in Winnenden, grundsätzliches Verständnis für andersdenkende Menschen.
Und dieses Verständnis kann man auch aufbringen, wenn man den anderen nicht nachvollziehen kann!
Mit Akzeptanz!


Liebe Grüße!
Zuletzt geändert von wulihubi am 15. März 2009 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 11:35

:ja:
Nur muss man bei einem Amokläufer vorsichtig sein mit Verständnis. So eine Tat ist mitnichten zu entschuldigen.
Aber ich habe es ja schon in einem vorigen Thread beschrieben, Hirnkrank bleibt Hirnkrank!!

In anderen Kulturen würde man sagen er war vom Teufel besessen.
So traurig es auch ist, aber so was gabs eben schon immer.

Gott oder sonst eine vorhandene höhere Macht findet immer Mittel und Wege Menschen sterben zu lassen,

sei es auf der Autobahn, durch Mord, Krankheit oder sonstwas.

Unsere Lebenszeit ist begrenzt und wir wissen nicht wann sie vorbei ist.Also müssen wir uns am Leben freuen
solange wir da sind. Aber das ist jeztt wahrscheinlich viel zu allgemein für dieses Thema.

LG
Nati
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von wulihubi » 15. März 2009 11:45

Nur muss man bei einem Amokläufer vorsichtig sein mit Verständnis. So eine Tat ist mitnichten zu entschuldigen

Wenn sie aber nun doch zu entschuldigen sein kann?

Du schriebst von 'krank'.
Ist das denn nicht bereits eine entschuldbare Bedingung?

In dem breiten Spektrum psychischer Verfassung haben alle möglichen Formen von 'Defekten' einen Platz. Bei jedem Menschen.
Niemand ist gefeit davor, durchzudrehen, wenn's zu viel wird.

Oder wie siehst Du das.

LG!
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 11:49

Richtig.
Boss ich glaub man kommt irgenwie Gesellschaftlich in Teufels Küche, wenn man Verständnis hat, womit sich die ganze Schlange dann wieder in den Schwanz beisst..............
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 11:54

:icon_redface:
Ich meinte bloß nicht Boss!!!!!!!!!!!!1
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von wulihubi » 15. März 2009 11:57

Ganz richtig!
Und weil die meissten Leute sich nicht trauen, ihre eigene Meinung zu bilden, deswegen sieht es da draussen so aus!

Daher kann man gar nicht oft genug betonen, dass es dem Zusammenleben(absichtlich gewählt als Ersatz für den schrecklichen Begriff 'Gesellschaft') sehr wohl zuträglich ist, wenn man zu sich kommt, und bei sich bleibt!

'Sozial' ist schliesslich nur echt, wenn Integrität besteht...

LG!
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 12:09

:smt023:
Jo , ich habe bei meiner Tochter von Anfang an darauf geachtet, dass sie sie selbst bleibt, ohne aber ihr alles durchgehen zu lassen.
Aber Mitläufer sind immer schlimm dran. Sie kommen in Konflikt, weil sie nicht wissen, wem sie es nun recht machen sollen.
Was ich auch ganz wichtig find ist das Wort Erziehung auszutauschen:

nämlich in das Wort Beziehung

Wenn ein Mensch den Boden der Beziehung verliert wird er haltlos und dies passiert wenn man einander nicht zuhört und respektiert.

Nicht umsonst gibt es einen Spruch:

Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln
wenn sie grösser werden gib ihnen Flügel
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von wulihubi » 15. März 2009 12:25

Dito! :smt023:

Und deswegen gibt es zum echten Mitgefühl keine Alternative.
Als Elternteil steht man selbst natürlich unter einem gewissen gesellschaftlichen Druck, wird verleitet, die Rolle einer 'guten Mutter' oder Vaters zu spielen, mit Bezug auf irgendwelche äusseren Gegebenheiten, die aber halt auch immer in Richtung Anpassung gehen!

Da bei sich zu bleiben, ist nicht jedem so ohne weiteres möglich.
Die Frage, Huhn oder Ei kommt da auf. Und jeder versucht sein Bestes. Aber wer weiss, vielleicht, wenn wir uns diese Zeilen schreiben, und der oder die eine oder andere das liest, ist schon wieder ein winziges Stückchen gewonnen!
Jeder einzelne ist wichtig!

LG!
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Fast but not furious » 15. März 2009 15:06

Das Thema ist so komplex, dass man immer nur einen kleinen Teil betrachten kann, auf den man dann eingeht.

Da besteht natürlich die Gefahr, zu denken, jemand würde in seinem Beitrag alles auf ein Problem reduzieren, obwohl das Thema nur aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet wurde, und auf einen zuvor genannten Aspekt eingegangen wurde.

Da kommt es schnell zu missverständnissen und es besteht die Gefahr, dass man an einander vorbeiredet.

Das sich dem hier viele bewusst sind, erkennt man daran, das der eine oder andere Beitrag mit einem Satz wie: "So, und nun könnt ihr mich steinigen", oder so ähnlich beendet wurde.  :zwink:

Wenn man auf einen Beitrag eingeht, und sich nachfolgende Beiträge durchliest, bekommt man ständig neue Denkanstöße und man sieht das ganze wieder aus einem etwas anderen Blickwinkel.

Würde ich meine bisherigen Beiträge nochmal schreiben, würde ich meine Meinung nicht grundlegend ändern, aber ich würde sie anders formulieren, und den einen oder anderen Aspekt mit einbeziehen.

Ich denke, dass sich hier niemand direkt beschuldigt fühlen muss bzw. sollte.

Es wurden in dieser Diskussion viele unterschiedliche Meinungen vorgetragen, die sich, wenn man sie weiterdenkt, nicht unbedingt wiedersprechen müssen.

Vielmehr ergänzen sie sich, und ergeben ein Gesamtbild.

Natürlich zeichnet jeder ein bisschen anders, aber schließlich führen viele Wege nach Rom.

Ich wollte noch auf einen Aspekt genauer eingehen, der bisher noch nicht so genau betrachtet wurde. Das klappt am besten anhand von Beispielen.

Als ich geschrieben habe:

[quote="Fast but not furious"]
(...)aber die Schuld den Spielen selbst zu geben finde ich einfach falsch und genau das wird nach solchen Taten von Medien und Politikern gemacht, anstatt sich an die eigene Nase zu fassen.
[/quote]

, meinte ich damit nicht Medien und Politiker in ihrer Elternrolle.

"Deutschland sucht den Superstar" schalten z.B. viele nur ein, um zu sehen, wie Dieter Bohlen Bewerber fertig macht, die man Problemlos früher hätte aussortieren können, weil das was sie bringen einfach nur peinlich ist.

---Sarkasmus on---
Da lernen die Kinder/Jugendlichen, die das sehen, natürlich schon mal sehr schön, wie man sich seinen Mitschülern gegenüber verhalten sollte.
---Sarkasmus off---

Und das ist nur ein Beispiel, was die Medien anrichten können.

Die Politik schafft auch nicht grade gute Rahmenbedingungen, um der Ausgrenzung von Kindern/Jugendlichen, die nicht in die Norm passen, entgegenzuwirken.

Ich weiß nicht, ob das bei mir eine Ausnahme war, aber in meiner Schulzeit, haben viele Lehrer, Schüler wie mich z.B., fleißig mitausgegrenzt.

Ich hab das schon mal an anderer Stelle im Forum geschrieben, aber hier passt es einfach sehr schön. Nachdem ich sitzen geblieben bin, und eine bestimmte Lehrerin, die ich schon im Vorjahr hatte, am ersten Schultag in die Klasse gekommen ist, hat sie folgendes zu mir gesagt: "Ach Herr XXX, was machen sie denn noch hier? Wir sind keine soziale Einrichtung".

Aber vielleicht lag das auch in erster Linie daran, dass es auf einem Gymnasium war.

Als ich in der Oberstufe das Gymnasium verlassen hatte und auf eine Kollegschule gewechselt bin, war ich überrascht, wie fair die Lehrer waren.

Ich wurde endlich nach den erbrachten Leistungen beurteilt, und nicht nach der Note, die ich bei einem anderen Lehrer ein Jahr zuvor hatte (auf dem Gymnasium wurde man immer nach der Vohrjahresnote gefragt, und von der weg zu kommen, war für mich quasi unmöglich).

Auf der Kollegschule wurden alle Schüler wie Menschen behandelt und jeder hatte seine Chance. Die Lehrer sind auf die Schüler eingegangen.

Aufgrund meiner schulischen Erfahrungen, bin ich der Meinung, dass man das Gymnasium abschaffen sollte, und es nur noch eine einheitliche Schulform geben sollte.

So hätte jeder die gleichen Chancen, und könnte sich auch verbessern, wenn er z.B. wegen einem verzögerten Entwicklungsstand erst später die Kurve kriegt.

Auf dem Gymnasium hatte ich dass Gefühl, dass die Lehrer angst davor hatten, das die Schule ihren elitären Anspruch verlieren könnte, wenn sie das vorankommen gewisser Schüler nicht unterbinden bzw. erschweren würde. Unkonventionelles Denken, wurde auf diesem Gymnasium auf jeden Fall bestraft.

Man könnte jetzt vielleicht denken, dass ich ein bisschen abgeschweift bin, aber ich denke, dass das voll ins Thema passt.

LG
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von wulihubi » 15. März 2009 15:29

Das sehe ich genauso.

Die vielfältigen Formen von Angst, denen ja jeder nun mal ausgesetzt ist, bewirken nur allzuoft Entscheidungen, die man im Grunde seines Herzens gar nicht vertreten möchte...

Wenn ich nur daran denke, vieviele sich tagtäglich an ihrem Arbeitsplatz verbiegen, aus Angst, ihre Existenz zu 'verlieren'?

Und doch sind es immer mehr gerade auch LehrerInnen, die diesem krankmachenden System den Rücken kehren.


Es gehört halt auch eine Portion Mut dazu...
Zuletzt geändert von wulihubi am 15. März 2009 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 15:35

:ja:Durchaus passt das ins Thema!
Die heutigen Menschen sehen einfach zu wenig in das innere ihres Gegenübers. Du wirst beurteilt nach Aussehen, Schulleistung, Was du kannst , was du hast.Dies stellt sich ja auch in den vielen beliebten Castingserien dar, wie eben z.B. DSDS.
Viel lieber sollte man einen Mitmenschen danach beurteilen was er für einen Charakter hat und was für ein Herz. Jeder Mensch kommt grundsätzlich glaube ich nicht böse auf die Welt. Das Böse im Menschen schaffen wir uns selbst, indem wir ihm nicht das wiederspiegeln was er ist sondern das was er kann
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von dino » 15. März 2009 15:47

[quote="Fast but not furious"]
Aufgrund meiner schulischen Erfahrungen, bin ich der Meinung, dass man das Gymnasium abschaffen sollte, und es nur noch eine einheitliche Schulform geben sollte.

[/quote]



Auf Grund meiner schulischen Erfahrung wäre es besser, das Gymnasium wirklich als Gymnasium zu betreiben, d.h. leistungsstarke und leistungswillige Schüler aufs Gymie zu schicken und die starken, aber nicht so motivierten (z.B. weil sie wissen, dass sie eine Ausbildung anstreben) auf die Realschule. Diese sollte - genauso wie die Hauptschule - wieder aufgewertet werden. Das Gymnasium verflacht meiner Ansicht nach immer mehr, was die Leistungsfähigkeit starker Schüler betrifft (die nicht gefördert werden), weil zu viele Kinder dorthin gehen, die damit nur wenig anfangen können.


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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 15:57

Ich finde die Idee der Gesmtschule ganz gut, wo man erst nach und nach beurteilt was das Kind wirklich leistet. Kinder sind wenn sie sich entscheiden müssen einfach noch nicht reif genug, bzw. die Eltern können noch nicht entscheiden weil die Kinder noch in der Pubertät sind.
Grad dieser Umstand bringt ja meist noch grosse Wandlungsprozesse mit sich.
Ausserdem bedenke man, dass wir ein Staat sind in dem es derart viele Weiterbildungsmöglichkeiten gibt wie eigentlich
nirgendwo.
Warum die Kinder schon mit 10/11 in eine Schiene stecken in dem es sich dann bewähren muss.
Wichtiger ist es den Kindern füh genug Selbständigkeit und eigenverantwortliches Arbeiten beizubringen. Wo das geschieht ob auf der Hauptschule Real oder Gymi ist voll egal.
Ich kenne Mitschüler von mir, die haben später ihre Schulabschlüsse mit viel Elan und Energie nachgeholt. Vor denen und deren Eltern Hut ab. Die habens kapiert" Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben"!!!

:winken:
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Fast but not furious » 15. März 2009 16:39

[quote="dino"]
Auf Grund meiner schulischen Erfahrung wäre es besser, das Gymnasium wirklich als Gymnasium zu betreiben, d.h. leistungsstarke und leistungswillige Schüler aufs Gymie zu schicken und die starken, aber nicht so motivierten (z.B. weil sie wissen, dass sie eine Ausbildung anstreben) auf die Realschule.
[/quote]

Auf dem Gymnasium war ich absolut nicht motiviert, auf der Kollegschule sah das ganz anders aus. Der Lernstoff war auf der Kollegschule der selbe (dort konnte man auch sein ABI machen), und ich war trotzdem recht schnell im Schnitt 1 bis 2 Noten besser als auf dem Gymi. Was auch viel ausmacht ist die Klassengröße. Auf dem Gymi waren es in der Regel ca. 25 Schüler, auf der Kollegschule waren wir ca. 15.

[quote="Eccabecca8"]
Ich finde die Idee der Gesmtschule ganz gut, wo man erst nach und nach beurteilt was das Kind wirklich leistet. Kinder sind wenn sie sich entscheiden müssen einfach noch nicht reif genug, bzw. die Eltern können noch nicht entscheiden weil die Kinder noch in der Pubertät sind.
Grad dieser Umstand bringt ja meist noch grosse Wandlungsprozesse mit sich.
[/quote]

Ganz meine Meinung. Auch wenn es Kinder gibt, die so früh schon reif genug sind, die Nachzügler werden benachteiligt, obwohl sie zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht das gleiche Leisten können.

Außerdem unterstützen unterschiedliche Schulformen nur die Existens einer Mehrklassigen Gesellschaft.

Ein Klassenkamerad auf der Kollegschule hatte z.B. schon eine Ausbildung und Berufserfahrung hinter sich. Er wollte sein ABI nachmachen und Journalistik studieren.

Er kam aus einer ländlichen Gegend und ist dort auf die Hauptschule gegangen, weil das bei Kindern aus Arbeiterfamilien einfach so üblich war.

Aber jetzt schweife ich wirklich vom Thema ab.

LG
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von dino » 15. März 2009 16:42

Das Problem an Gesamtschulen ist die einfache Tatsache, dass das Leistungsniveau sinkt, nachweislich. Ich persönlich habe ich immer bessere Leistungen gebracht, wenn ich gezwungen war mich anzustrengen, anstatt dass ich einfach so durchkommen konnte. Daher sehe ich die Gesamtschule kritisch, weil sie weniger auf Leistung drängt - man hat ja immer die Chance weiterzukommen bzw. in einen höheren Kurs einzusteigen.

Ich beführworte beide Modelle, denn der eine braucht länger - da ist die Gesamtschule ideal - der andere den Druck - er würde dort unter seinen Fähigkeiten bleiben.


Und zudem kann man sich auch "hocharbeiten", das sollte NIE vergessen werden. Es ist möglich - und nicht - wie von manchen behauptet - ein fast unlösbarer Kraftakt.



Dino


PS: Es wird IMMER eine Mehrklassengesellschaft geben. Was allein schon durch die Tatsache, dass jemand die Leitung innehaben muss, begründet ist.
Zuletzt geändert von dino am 15. März 2009 16:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 17:43

Hallo dino!
Ich bin der Meinung dass man den Kindern eben gar keinen Druck machen darf.Man muss sie eher anleiten.
Zu selbständigen und von sich aus lernenden Menschen.
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von wulihubi » 15. März 2009 18:10

Dass Druck grundsätzlich weiter bringt, ist ein Trugschluss!
Die Erfahrung allein kann noch nicht herleiten, weshalb ein anderer Weg nicht ein glücklicheres Ergebnis erbringen sollte.

Ein Motivationsproblem deutet zunächst mal auf eine Verweigerung und die wiederum kann vielerlei Gründe haben.
Und sie hat Gründe!

Der innere Schweinehund ist eben nicht einfach nur eine Laune, die auf einen 'mässigen Charakter' deutet,
er zeigt innere Dissonanzen, die nach Heilung rufen!
Ist eine eigene Wissenschaft zwar, doch sie bestätigt halt wieder mal die Philosophie der positiven und liberalen Grundeinstellung als einzig richtige Basis für lebendiges Lernen.

LG!
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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Proff » 15. März 2009 18:28

Der "Junge" hat es "denen mal so richtig gezeigt, denen er sonst nicht beikommen konnte" so löste er "seine Probleme - mit seiner Umwelt" in "Spielfilm-länge" Stark vereinfacht? Ja!

Weil solange man jungen Menschen glaubhaft macht (in den Medien) ... in "kurzer" Zeit große Probleme (egal welcher Art) lösen zu können,  werden diese es auch "so" (bspw. mit Gewalt) versuchen.

Wie ich darauf komme? Kindersoldaten denen man gezeigt hatte - das Alter und Weisheit nicht ein stärkeres Argument sind, als eine schneller abgefeuerte Waffe, fiel es schwer am Ende des Krieges sich bspw. einer autoritären Lehrerin unterzuordnen oder ...

nicht offensichtlich - notwendige Dinge zu tun wie, eine Schulstunde sitzen zu bleiben und zu lernen (zuhören), sich mit "dem lernen" zu plagen, sich nicht - einfach an fremden Eigentum zu bedienen (Frühstück von Schulkameraden, "reife" Mädchen) ((fehlende Einsicht (Eigentum, Genuss >> als Lohn der eigenen stetigen Bemühungen)) - , nicht zu rauchen oder oder.

In bezug auf Anstrengungen:

"Glück ist, wenn man Dinge gerne tut, die man notwendigerweise sowieso tun müsste." (sinngemäß) Autor unbekannt

Schwachen einen würdigen Platz einräumen und vor "dummen" Intelligenteren schützen. Das wäre aus meiner Sicht/Erkenntnis die einzige Lösung solcher Probleme.
"... bevor das Kind in den Brunnen ..."

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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von dino » 15. März 2009 18:34

[quote="Eccabecca8"]
Hallo dino!
Ich bin der Meinung dass man den Kindern eben gar keinen Druck machen darf.Man muss sie eher anleiten.
Zu selbständigen und von sich aus lernenden Menschen.
[/quote]


Und schon sind wir wieder am Beginn der Diskussion angelangt.  :icon_mrgreen:

Ich finde das anleiten ideal, doch so lernen sie leider nicht, wie man mit Druck umgeht, wenn er denn kommt - und er kommt gewiss auf sie zu. Und dann wird es hart, weil jedwege Komensationsstrategien fehlen. Es ist wie so oft ein gesunder Mittelweg notwendig.

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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von RatWolf » 15. März 2009 19:40

Hallo Leuts,

vielleicht habe ich es überlesen:

in der Presse wurde berichtet, dass der Amokläufer keine besonderen gewaltverherrlichenden Spiele zu Hause hatte. Er hatte einen Schulabschluss und eine Lehre begonnen. Es gab also meiner Beobachtung nach keine besondren Anzeichen eines bevorstehenden Amoklaufes.

Aber eines macht mich sehr nachdenklich:
Die Eltern bestreiten, dass ihr Sohn sich in psychiatrischer Behandlung befand. Die Polizei verlautbarte jedoch, dass der Täter sich in Therapie befand, diese jedoch entsprechend meines Kenntnisstandes abgebrochen hatte.

Ich denke, dass in dem konkreten Fall genau da die Ursachenforschung ansetzen sollte.
- befand sich der Täter in psychiatrischer Behandlung
- wenn ja, warum (Depression, wie verlautbart?)
- warum wurde diese von den Eltern negiert
- warum befand sich der Täter nicht in akuter Behandlung



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Re: Der Amoklauf in Winnenden

Beitrag von Eccabecca8 » 15. März 2009 20:28

:winken:
Du liegst falsch. Auf dem Computer von Tim K. wurden Gewaltspiele gefunden, die er den Abend zuvor noch gespielt hatte.
Das find ich allerdings auch komisch, dass die Eltern die Depressionen des Jungen geleugnet haben!
Vielleicht fühlen sie sich schuldig daran.
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