Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

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qc
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von qc » 11. November 2008 07:56

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[quote="Ynnoc"]
Hallo violett

Das eine schließt ja das andere nicht aus. Und wieso kann ein Adhsler nicht auch ein Indigokind sein?
Das ich meinem Sohn Tabletten geben muß,darüber bin ich nicht glücklich.Wenn ich ne Esoterik-Tussi
wäre,würde ich mein Kind so lassen wie es ist.Doch er würde mit sich und den anderen nicht klar kommen.
Ich mag die Spiritualität,weil ich weiß,es gibt noch andere Dinge auf dieser Erde.Ich kann Dinge,die ich
mir selbst nicht erklären kann.Zumal ich nicht an Gott glaub.

ynnoc
[/quote]

Das klitzekleine Problem mit dem Konzept der "Indigokinder" ist schlicht, dass es eine anthropologisch-soziologische Arroganzlehre ist: Kraft Geburt und "höherer Bestimmung" sollen bestimmte Menschen per Definition "besser" und damit hochwertiger als andere sein, geborene "Führer" vom Schicksal auserkoren...und damit sind wir genau beim Punkt. Denn solche Lehren kennen wir aus der Geschichte schon zur Genüge.

Genauso kannst Du dann Dein Kind auch als "Arier" oder "Mitglied der weißen Herrenrasse" deklarieren - das sind genau die gleichen Konzepte, nur andere Worthülsen.
Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Einstein)

:narr:
qc
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von qc » 11. November 2008 09:08

Der Begriff, der mir vorhin nicht einfallen wollte: Lehre vom "Übermenschen"
Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Einstein)

:narr:
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michael
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von michael » 11. November 2008 09:57

Zwar mal wieder ein beweis für Godwins Law, aber trifft es irgendwie auf den Punkt  :smt023:
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violett
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von violett » 11. November 2008 13:25

[quote="Ynnoc"]
Hallo violett

Das eine schließt ja das andere nicht aus. Und wieso kann ein Adhsler nicht auch ein Indigokind sein?
Das ich meinem Sohn Tabletten geben muß,darüber bin ich nicht glücklich.Wenn ich ne Esoterik-Tussi
wäre,würde ich mein Kind so lassen wie es ist.Doch er würde mit sich und den anderen nicht klar kommen.
Ich mag die Spiritualität,weil ich weiß,es gibt noch andere Dinge auf dieser Erde.Ich kann Dinge,die ich
mir selbst nicht erklären kann.Zumal ich nicht an Gott glaub.

ynnoc
[/quote]

hallo ynnoc,

auch ich weiss, dass es zwischen himmel und erde dinge gibt, die sich nicht erklären lassen.
diese "something special" geschichte fällt bei mir jedoch in die rubrik: science fiction/fantasy.
Das Leben ist eine Komödie für die, die denken und eine Tragödie für die, die fühlen.
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daSchäf
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von daSchäf » 14. November 2008 12:21

[quote="Ynnoc"]
Zumal ich nicht an Gott glaub.
[/quote]

An irgendwas muss man ja glauben, hmm? Wenns nicht der lange kritisch hinterfragte Schöpfer ist, wie wärs dann damit dass wir in einem Multiversum voller ungeahnter Möglichkeiten leben? Oder dass 42 wirklich die richtige Antwort war? Ob meine Aura vll keine Farbe hat, weil sie nicht existent ist?

[quote="violett"]
diese "something special" geschichte fällt bei mir jedoch in die rubrik: science fiction/fantasy.
[/quote]
Und das verbitte ich mir. Denn bei diesen Genres weiß man woran man ist - bei Esoterik/Religion leider anscheinend nicht.

Dazu etwas aus einem ziemlich angestaubtem und immer wieder neu aufgelegten (natürlich aufgrund der Sprachbarrieren, nicht etwa um die Geschichte zu verfeinern...) Bestseller:
Des vielen Büchermachens ist kein Ende. Und selig sind die geistig Armen.
So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
- Schopenhauer
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von nixe » 14. November 2008 15:58

Hallo,

nochmal kurz zur Anfangsfrage bzw. meiner Antwort darauf. Es fällt mir ausgesprochen schwer, mir vorzustellen, dass es Menschen geben könnte, die es tatsächlich vorziehen, ihren eigenen Intellekt mit Füßen zu treten und an eine gummiweiche Märchenstory zu glauben, anstatt sich ernsthaft mit real vorhandenen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Und an diesen etwas eigenverantwortlich zu verbessern.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich da Eltern, die mit der Erziehung ihrer Kinder mächtig überfordert sind. Wo sie aus Liebe Grenzen setzen müssten, um den Kindern einen festen Halt zu bieten, da lassen sie sich lieber fallen und stilisieren ihre Sprösslinge zu Wunderwesen hoch, denen man sich sowieso am besten nur im Kotau nähern dürfte. Es ist oft anstrengend und fordernd und auch an die Belastungsgrenze bringend, einem Kind, vor allem einem ADS-Kind auch mal gegenzuhalten. Fühlt sich auch nicht gut an, deswegen mal "unbeliebt" zu sein. Aber genau das brauchen Kinder von verantwortungsvollen Erwachsenen.

Sorry, aber wenn ich lese, wie erstaunlich es ist, von der 8jährigen Tochter schon so erwachsene Sätze zu hören........ erstaunlich finde ich eher, wenn das als Einzelfall empfunden wird. Einfach auch mal anderen Kindern zuhören und entdecken, dass ALLE Kinder etwas ganz besonderes sind und im Alter von 8 Jahren durchaus fähig sind, interessante Gedanken zu denken.

Ich kann an den "Indigo"kindern absolut nichts entdecken, was sie von anderen Kindern groß unterscheiden würde. Aha, sind also sehr ungeduldig..... ja, das erlebt man bei anderen Kindern ja kaum......weigern sich manchmal, etwas bestimmtes zu tun......andere Kinder gehorchen natürlich sofort, wenn es heißt, ´räum ´mal dein Zimmer auf....... Scheint ein ganz erlesener kleiner Kreis zu sein....

Diese ganze Überheblichkeitsnummer mit den "grauen Mäusen" auf der einen Seite und den exotisch bunten ADSlern auf der anderen Seite ist ganz schön ausgelutscht. Ich stimme absolut zu, dass ADStypische Eigenschaften nicht alle negativ sind oder sein müssen. Warum man aber deshalb andere Menschen herabstufen müßte, sehe ich nicht ein. Als ob es eine unglaubliche menschliche Größe erfordern würde, um eine chaotische Umgebung zu schaffen oder kreativ zu sein. Das geht eigentlich recht leicht von der Hand. Etwas daraus zu machen, also auch besondere Ideen in die Realität umsetzen, anstatt sie nur ungenutzt vorbeiziehen zu lassen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

nixe
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von Wusel » 14. November 2008 19:40

*chipstüteauspackundbierhinstell*

:icon_mrgreen: :icon_mrgreen:

Aber mal im Ernst, man kann über ADSler oder Indigos oder wasauchimmer lang und breit diskutieren ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Ich denke, dass die ganze Indigo-Geschichte unglaublich hochgeschraubt wird und da dann auch Auswüchse dabei sind, die (freundlich formuliert) als bedenklich einzustufen sind.

Klar ist aber auch (mir zumindest), dass zur Zeit ein Generationenwandel beginnt, bzw. begonnen hat. Wir bekommen sozusagen eine "neue Gehirnversion", das wird sogar mittlerweile in Hirnforscherkreisen diskutiert (womit ich nicht sagen will, ob jetzt eine Version besser ist als die andere). Und da liegt meiner Meinung nach im Moment das Problem. Ich glaube, dass die gesamte Indigo-Diskussion genau aus diesem Generationenwandel entspringt.

Was haben wir denn heute?

Wir haben eine Gesellschaft, die im Prinzip darauf ausgelegt ist, die Leute klein zu halten, sogar zu "verdummen". Intelligenz, eigene Kraft, eigene Ideen, eigene Gedanken sind in weiten Kreisen unerwünscht. Schulen bilden die Kinder nach Kriterien aus, die die Wirtschaft vorgibt (man stelle sich das mal vor!). Ein Kind soll nicht wirklich etwas lernen in der Schule, es soll der "Herde" folgen. Tut es das nicht, wird es aussortiert. Ich erlebe das öfter als mir lieb ist...

Manchmal trifft man auf Menschen, die die Zusammenhänge verstehen. Die sind allerdings meist (besonders als Lehrer) auf verlorenem Posten. Ihr Umgang mit den "neuen Kindern" ist gesellschaftlich leider nicht erwünscht (bitte steinigt mich jetzt nicht wegen der Begrifflichkeiten, aber mir fällt im Moment nix besseres ein). Das ist aber kein Problem des Lehrers oder der Kinder, sondern ein Problem der Gesellschaftsstruktur. Die Strukturen sind im Wandel und der Wandel muss, wenn schon nicht abgeschlossen, so doch wenigstens so weit sein, dass ein größerer Teil der Bevölkerung kapiert, was da eigentlich abgeht. Dann wird auch ein Verständnis möglich für die neue Generation von Kindern, die wir zur Zeit haben. Was in der "alten" Gesellschaftsstruktur mit diesen Kindern passiert, sehen wir ja mehr oder weniger jeden Tag in den Schulen (und auch außerhalb davon). Wir können nur hoffen, dass die Schäden gering bleiben.

Was könnten wir bekommen?

Es wäre doch schön, wenn sich unsere Gesellschaft als solches am Menschen orientieren würde. Nicht als "ich darf alles, ich bin Indigo", sondern als genereller Maßstab. Es wäre schön, wenn offensichtliche Bedürfnisse und Fähigkeiten nicht mehr ignoriert, oder schlimmer, sogar bekämpft würden. Es wäre schön, eine Schule (dich ich für absolut notwendig und positiv halte!) zu haben, die die Fähigkeiten der Kinder fördert, sich an ihrer natürlichen Entwicklung orientiert und die vor allem die Kinder zu freien Individuen in einer starken Gemeinschaft erzieht.

Vielleicht brauchen wir noch 50 oder 100 Jahre, bis ein Wandel der Gesellschaft möglich wird, aber er wird kommen. Was dabei allerdings herauskommt, steht leider noch in den Sternen... Hoffen wir das Beste. :)

Aber wahrscheinlich brauchen wir, um wirklich eine Veränderung zu bekommen irgendeine Art von Katastrophe (und die wird auch kommen!)...

LG

Wusle
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von Banana5 » 13. August 2012 15:28

Ok, das Thema ist schon richtig alt :D

Trotzdem möchte ich etwas dazu sagen, ich weiß ja nicht, ob die Diskussion um die Indigo-Kinder noch aktuell ist...

Wie kann man eine positive Reaktion darauf erwarten, wenn jemand von sich selbst bzw seinem Kind sagt, dass er oder es etwas Besonderes, Auserkorenes, Übersinnliches ist? Wer soll denn dazu sagen: Hey, das ist ja der Wahnsinn, du bist also besser als ich? Und wertvoller? Und schlauer? Das klingt ja super, ich bin also eine von den Grauen, Langweiligen, Normalen, Unsensiblen, Festgefahrenen........

So etwas kann man ja wohl nicht ernsthaft erwarten... Ich denke, in der Welt, in der wir leben, wird es immer schwieriger, an die Anerkennung, Wertschätzung und die Aufmerksamkeit und Empathie zu kommen, die man so dringend braucht. Das Individuum wird immer unwichtiger in der Welt voller Möglichkeiten, wer nicht spurt wird ausgetauscht, und man muss schon hart gegen die Frustration und vielleicht sogar Depression angehen, dass wir vielleicht gar nicht so eine große Rolle für das Gesamte spielen, wie wir früher gedacht haben.

Deshalb muss man sich und sein Persönlichkeitsprofil kennenlernen und seinen Lebenssinn und seine Stärken und Ziele erforschen.

Ich verstehe allerdings nicht, warum man sich dafür unbedingt als besonders oder höherwertig sehen muss.... Diese Bewertung ist so unnötig und kleinkariert und zeugt eigentlich nur von geringem Selbstbewusstsein, weil man anderen nicht ihre Individualität zugesteht. Das ist der Fehler, den so gut wie alle Menschen machen. Bewerten als gut und schlecht, schwarz und weiß, richtig und falsch. Dann passiert es nämlich, dass man sich im Umgang ungerecht behandelt fühlt, weil man ja schließlich selbst auch Bedürfnisse und Wertvorstellungen und Erfahrungen hat, und das blockiert wiederum das gegenseitige Einfühlungsvermögen.

Ich bin auch hochbegabt, und hochsensibel und was weiß ich, aber es ist einfach nicht gesund, sich als etwas Besseres zu sehen, denn alle Menschen möchten geschätzt und geliebt und wahrgenommen werden... Mit so einer Einstellung mach ich mir doch keine Freunde, und dann werd ich doch auch nicht glücklich......



Man soll seinen Kindern und sich selbst beibringen, dass man "richtig" ist, wie man ist, aber nicht "besser" als andere. Dabei kann sich ja nur ne Psychose entwickeln...
Zuletzt geändert von Banana5 am 13. August 2012 15:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von gel.ice » 13. August 2012 17:58

@banana
damit gebe ich dir absolut recht!

ich glaube zwar schon, dass es besondere menschen gibt, aber deswegen sind sie nicht unbedingt besser aul andere. jeder ist anders, aber besser? was ist schon besser? das ist doch auch für jeden wieder individuell verschieden.
nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.
(erich kästner)
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von fachaela » 30. August 2012 22:06

ich hab da ein interessanten link zum thema, der meine meinung dazu sehr gut zusammenfasst:

http://www.agpf.de/Indigo-Kinder.htm
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von No User » 31. August 2012 11:39

Auch von mir volle Zustimmung zum Beitrag von Banana5, besser kann man das nicht auf den Punkt bringen. :smt023:

LG
Steffchen
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Re: Indigo-Kinder oder Spiritualität ?

Beitrag von Klärchen » 31. August 2012 14:02

Naja ... es wurden schon über 110 Milliarden Menschen geboren. Kein Wunder, dass man sich gerne einzubilden versucht, besonders zu sein ;-)

Danka  Banana5
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