Warum muss ich schon wieder gehen

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Belmont
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Warum muss ich schon wieder gehen

Beitrag von Belmont » 19. November 2018 18:23

Hallo Leute, ich melde mich mal nach langer Abstinenz wieder. Ich wollt euch fragen, ob dies ein typisches AD(H)S Problem ist. Ich lebe derzeit in Österreich wo ich mich sehr an die Berge gewöhnt habe und arbeite in einem grossen Unternehmen (Med. Branche) für den Review von Biotechnologischen Zeugs seit Mai. Dies ist ein befristetes Projekt und es arbeiten seit Mai 2018 ein paar Freiberufler. Die Arbeit ist zwar sehr eintönig gewesen aber mit den Kollegen habe ich mich sehr gut verstanden. Das Essen in der Kantine war auch lecker.. Damit ich endlich langsam ankomme habe ich mich ins Zeug gelegt und versucht gute Arbeit abzuliefern. Ich war auch Anfangs sehr schnell und auch schneller als die Kollegen, welche zum Teil neidisch waren.

Ich habe dann eine med. Reha gemacht von 1 Monat und ich kam auch wieder zurück zum Job obwohl ich als arbeitsunfähig eingestuft wurde. Naja ich habe heute gehört, dass man den Kollegen bis nächstes Jahr im Mai verlängert und bei mir nicht.

Wie kann das sein, dass ich keine Verlängerung bekomme obwohl ich schneller bin als die Kollegen, ich 120% im Job gebe während die Kollegen weniger leisten, öfters zur Pause gehen, mehr Fehler machen, ich die Kollegen auf etwaige Fehler drauf hinweise ( in einem sehr angenehmen höflichen Ton) und man mir nicht verlängert.

Das beobachte ich schon bei vorherigen Stellen. Egal wie ich mich anstrenge .... Ich muss gehen. Egal ob ich 150% leiste oder nur Dienst nach Vorschrift.. Ich muss gehen wenn die Befristung zuende geht oder die Probezeit eines Jobs endet. Dabei kommen meist immer die gleichen Gründe vom Chef: ".... das Budget reicht nicht.... oder auch: Ich hätte Sie gerne gehabt aber die Budgetierung des Projektes läuft aus usw... Fast allen Kollegen, die ich jemals während den Tätigkeiten kennen gelernt habe arbeiten in den Positionen weiter bzw. es wurde denen verlängert, manche haben im Unternehmen andere Projekttätigkeiten usw...

Dabei gehe ich mit den Kollegen sofern man sich gut versteht, gemeinsam in die Mittagspause oder auch mal Abends im Restaurant essen oder gemeinsam eine rauchen.
Falschparker
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Re: Warum muss ich schon wieder gehen

Beitrag von Falschparker » 19. November 2018 19:22

Das tut mir leid. :oops:

Ich wünsche dir, dass du bald eine andere gute Stelle findest.
ULBRE
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Re: Warum muss ich schon wieder gehen

Beitrag von ULBRE » 19. November 2018 20:36

Hallo Belmont,

das ist hart, tut mir leid für Dich !

Aus Kontakt zu Personalabteilungen weiss ich, dass es einen phänotypischen AD(H)S*-Lebenslauf gibt, der durch Lebens- und/oder Arbeitsstationen gekennzeichet ist, die alle 1 bis 2 Jahre wechseln. Viele Personaler haben da inzwischen einen Blick für.
*AD(H)S kann man an dieser Stelle durch etliche andere Störungsbilder ersetzen, die nicht so extrem sind, dass gar nichts mehr klappt, wo aber die jeweils Betroffenen nicht so rund laufen, dass sie ihr Leben auf die Reihe kriegen.
In den HR-Abteilungen, von denen ich weiss, sind da auch Borderliner und andere (vor allem affektiv-emotional labile) Kandidaten dabei.

Das ist jetzt keine klare wissenschaftliche Aussage, sondern eher eine Erfahrung, ein Eindruck.

Was kann man tun ?

- Medikamentös richtig einstellen
- sozialen Umgang trainieren und aufarbeiten
- ...

Was machst Du denn für Dich ?

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
Stefan SRO
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Re: Warum muss ich schon wieder gehen

Beitrag von Stefan SRO » 20. November 2018 09:01

Hallo Belmont,

Hopf hoch!
Zwar kann ich schlecht auf Dich schließen aber ich berichte mal von mir. Vlt. erkennst Du Dich.

Ich war mein Leben lang ein Außenseiter. Habe nie dazu gehört obwohl ich es eigentlich wollte. Es gab irgendetwas, das zwischen mir und dem "Rest" stand.
Vermutlich liegt es daran, das ich nur in der Sache reden / diskutieren kann. Smalltalk ist für mich schier unmöglich.

1994 bis 2004 hatte ich 6 verschiedene Arbeiststellen, dann habe ich die Branche gewechselt und war selbstständig.
seit 2006 habe ich für 10 Jahre Projektgeschäft bei einem festen AG gemacht. Das waren weit über 20 längere Projekte.
Seit 2016 bin ich nun in einer Anstellung und es geht mit der Konzentration abwärts.

Im Team bin ich dem Grunde nach beliebt und doch irgendwie ein Fremdkörper. Während alle hin und wieder Smalltalken verkrieche ich mich in meiner Arbeit.

Ob ich den Sommer 2019 noch hier arbeite ist schwer zu sagen aber ich hätte auch kein Problem zu gehen. Es wäre schade um das Erarbeitete und die gute Bezahlung aber vlt. brauche ich wieder was, das mich mehr begeistert...

Kurz; vlt. könnte ULBRE mit seinen Tipps richtig liegen;)

VG
Stefan
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
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-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
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