Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

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Gargamel
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Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Gargamel » 19. September 2015 17:14

Mal grundsätzlich, wie sind eure Erfahrungen:

Ich bin ein sehr scheuer Mensch, evtl. Autist, evtl. mit leicht schizoiden Neigungen - so ungefähr jedenfalls. Ich arbeite am besten allein.

Eine große Firma gibt einem vielleicht eher die Möglichkeit, ein wenig "in der Masse unterzutauchen". Ich möchte damit auf das Phänomen anspielen, das viele Leute z.B. in der Großstadt sehr einsam sind, obwohl sie ja praktisch total von Menschen umgeben sind.
Da ist es evtl. viel leichter, Menschen aus dem Weg zu gehen, die man vergrault hat.

In einer kleinen Firma, wo es sehr familiär zugeht - ich weiß nicht, ich hätte da irgendwie Angst vor...
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Sheherazade
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Sheherazade » 19. September 2015 18:21

Seit dem Ende meiner Ausbildung 1983 habe ich in verschieden großen Betrieben gearbeitet, am besten ging es mir in den kleinen eher familiär geführten Betrieben. Was während meiner kinderlosen Erwerbstätigkeit nicht so ideal war, deshalb bin ich damals über meinen Schatten gesprungen und habe Karriere in zwei sehr großen Betrieben gemacht. Es war furchtbar anstrengend für mich gute Arbeit zu leisten und gleichzeitig im immerwährenden Konkurrenzkampf mit den überwiegend männlichen Kollegen zu stehen, nach 5 Jahren war ich am Rand eines Burn-Out.

Mit dem ersten Kind musste ich zwangsläufig kürzer treten mit der Versetzung in eine Nebenstelle und bin dann vor 20 Jahren nach meinem Umzug nach Ostfriesland in einem sehr kleinen Betrieb gelandet (Chef, ich und zwei gewerbliche Mitarbeiter). Da bin ich trotz 3 weiteren Kindern heute noch, mittlerweile als Geschäftsführerin und es geht mir dabei blendend. Hier wurde ich von Anfang an akzeptiert wie ich bin (und ich bin wahrlich NICHT einfach) und konnte zeigen, was ich kann, ganz ohne Konkurrenzkampf. Auch wenn ich öfter mal eine Motzziege (Zitat Chef) und eine unerträgliche Giftzwiebel (Zitat Frau vom Chef) bin, habe ich niemanden "vergrault". Ich bin nämlich auch ein ziemlicher Eigenbrödler und mein jüngster Sohn hat seinen Autismus definitiv aus meiner Familie.

PS: In einer großen Firma kann man gar nicht untertauchen, man wird IMMER gefunden, meistens genau von denjenigen, die man überhaupt nicht sehen und hören will.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 19. September 2015 18:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von ADHDgoesto11 » 19. September 2015 22:30

[quote="Sheherazade"]
PS: In einer großen Firma kann man gar nicht untertauchen, man wird IMMER gefunden, meistens genau von denjenigen, die man überhaupt nicht sehen und hören will.
[/quote]

Kommt auf die Firma an und die Ecke, in der man tätig ist. Ich bin hin und wieder erstaunt, mit wie wenig Leuten ich in unserem Standort (~600 Leute) überhaupt Kontakt habe.

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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von laetitia » 20. September 2015 00:42

Da kommt es wohl auf die Tätigkeit an, die du ausübst. Ich habe bis jetzt mit kleinen Firmen schlechte Erfahrungen gemacht. Und zwar durchs Band. Das hat schon in der Ausbildung angefangen. In kleinen Firmen arbeitet man eng zusammen und wenn der Chef oder sonst wer nervig ist, kann man sich nicht aus dem Weg gehen. Tut man es trotzdem, wird einen das dann angelastet...daher ist bei kleinen Firmen sehr wichtig, dass man ins Team passt und mit den Leuten gut auskommt. Das ist allerdings nicht immer einfach zu finden. Bei mir hat das bisher nicht geklappt. Je kleiner die Firma, desto schwieriger war es.

Bei grösseren Betrieben habe ich meistens meinen Platz gefunden, mich wohl gefühlt und es war einfacher, sich die Leute zu suchen, die einem passen. Es fiel mir leichter, mich abzugrenzen und es war meistens alles gut geregelt. Ich arbeite jetzt in einem Job mit ca. 1000 Mitarbeitern. Meine Abteilung hat in etwa 160 Mitarbeiter. Wir arbeiten unterschiedlich, so dass man nicht immer die gleichen Leute um sich hat. Das ist gut so. Wenn ich an einem Tag mit jemandem arbeite, der mich nervt, muss ich ihn eine Schicht lang ertragen, dann gehe ich nach Hause und am nächsten Tag hat er Frei oder eine andere Schicht oder ist in einem anderen Team eingeteilt. Macht das Leben einfacher...

Aber, ich habe bisher immer in Jobs gearbeitet, die jeder machen kann und keine Ausbildung erfordern. Heisst, ich habe nie etwas gemacht, wo ich für ein Projekt oder so verantwortlich war. Daher sagte ich, es kommt wohl auf die Tätigkeit an, die man ausübt. Ich kann mir vorstellen, wenn ich soweit bin, dass ich weiss was ich mache, wenn ich gross bin und dann auch einen neuen Job suche und finde, könnte es auch in einer kleinen Firma klappen. Trotzdem empfinde ich den Gedanken, in einer kleinen Firma zu arbeiten etwas bedrängend.
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Kaina
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Kaina » 21. September 2015 10:50

[quote="ADHDgoesto11"]
[quote="Sheherazade"]
PS: In einer großen Firma kann man gar nicht untertauchen, man wird IMMER gefunden, meistens genau von denjenigen, die man überhaupt nicht sehen und hören will.
[/quote]

Kommt auf die Firma an und die Ecke, in der man tätig ist. Ich bin hin und wieder erstaunt, mit wie wenig Leuten ich in unserem Standort (~600 Leute) überhaupt Kontakt habe.
[/quote]

[quote="laetitia"]
Da kommt es wohl auf die Tätigkeit an, die du ausübst. Ich habe bis jetzt mit kleinen Firmen schlechte Erfahrungen gemacht.
[/quote]

:breitgrinse1:

Stimmt alles.
Aber es kommt vor allem auf die Firmen- bzw. die Abteilungsleitung an!!

War in einer großen Firma in 2 verschiedenen Abteilungen tätig. In der einen (war ich nur zur Aushilfe) wäre ich gerne geblieben. Toller Chef, tolle Kollegen.
In der anderen habe ich das Handtuch geworfen. Gruseliger Chef, der die Mitarbeiter ständig gegeneinander ausspielen wollte und entsprechend misstrauisch-ängstliche Kollegen.

In 2 kleinen Firmen tätig. Erste Firma: 3 (!!!) Familienchefs mit Kontrollwahn, Mitarbeiter arbeiteten ständig halb in Panik und nur gegeneinander.
Zweite Firma: total menschlicher, netter Chef und richtig nette Kollegen. Familiäres, menschenfreundliches Klima.

An der Größe der Firma kannst du gar nix festmachen. :a1c:
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Gargamel
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Gargamel » 21. September 2015 12:34

Danke für eure Einschätzungen.

Ich bin Informationselektroniker. Studium hab ich jetzt abgebrochen. Da hab ich nun im Grunde kaum Möglichkeiten, mir den Arbeitgeber auszusuchen, ich muß eher nehmen was kommt... Wie auch immer.
An der Größe der Firma kannst du gar nix festmachen. :a1c:
Schätze Du hast recht.

Das mit dem Kontrollwahn kenne ich nur zu gut. Da kommt man sich vor wie ein Vollidiot. Unser Abteilungsleiter merkt das noch nichtmal.
Zuletzt geändert von Gargamel am 21. September 2015 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Hanghuhn » 21. September 2015 23:35

[quote="Kaina"]
An der Größe der Firma kannst du gar nix festmachen. :a1c:
[/quote]
Nicht so ganz.

Eine kleine Firma ist unmittelbarer. Du kannst bei einer kleinen Firma viel mehr davon ausgehen, dass sie von ihren Chefs getragen wird. Wenn Du vom Chef keinen guten Eindruck hast, vergiss es! Fang aber richtig an zu baggern, wenn DIr der Chef zusagt! Du kannst davon ausgehen, dass auch Du mit den Mitarbeitern einer solchen Fa. gut zurecht kommen wirst, weil sich gerade in kleinen Firmen die Chefs Mitarbeiter suchen, mit denen sie selbst gut können.

In einer großen Fa. kannst Du nicht alle Mitarbeiter kennen. Da ist der Zusammenhalt untereinander mitunter auch recht gut, kann aber auch richtig schlecht sein. Oft haben die Chefs nicht so einen guten Überblick über ihre Mitarbeiter. Die Teams werden nach Können der einzelnen Mitarbeiter zusammengestellt. Die Beurteilung über das Können erfolgt über Vorgesetzte, die Dich u. U. nicht gut genug kennen. Außerdem werden die Mitarbeiter von verschiedenen Chefs mit oftmals sehr unterschiedlicheer Qualifikation beurteilt.

Das kann alles wunderbar für Dich sein, kann aber auch einen großen Nachteil für Dich bedeuten.
LG Hanghuhn
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Gargamel » 22. September 2015 16:46

Das klingt plausibel, Hanghuhn.


Nun hab ich gerade eine Zusage bekommen.
Betriebsgröße 12 Leute...

Viel Auswahl hatte ich nicht - meine übrigen Bewerbungen gingen irgendwie ins Leere bzw. ich hab noch keine Antworten erhalten, oder die Konditionen waren unter aller Sau (nur Mindestlohn, unbezahlte Überstunden werden erwartet...).

Dazu muß ich sagen das ich einen riesengroßen Bogen um sämtliche Leih-Sklavenhalter gemacht habe, und die Spammen ja nun 90% aller Jobbörsen voll.

Da ich bisher in den meisten Firmen eher nicht so klargekommen bin - chaosmässig - hab ich ehrlich gesagt mehr Angst, als das ich mich darüber freuen könnte.
Scheinen auf den ersten Blick ganz nette Leute zu sein, aber meistens fühl ich mich dann erst recht unwohl  :upsi:
Wenn klar ist, das man "unter Arschlöchern" agiert nimmt man es irgendwo leichter, falls man jemanden irritiert oder verärgert hat.

Ich sonder mich halt auch gern ein bischen ab - viele Leute misverstehen das. Ah ja, der will nix mit uns zu tun haben...

Ich hatte dem Chef erklärt, warum ich mein Studium abgebrochen hab - ohne ADHS oder sowas zu erwähnen - so ganz grob sollte er meine Schwächen also kennen oder zumindest erahnen...

Mal gucken was draus wird...
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Hanghuhn
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Hanghuhn » 23. September 2015 06:34

:da
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Sheldon » 23. September 2015 23:11

[quote="Gargamel"]
Wenn klar ist, das man "unter Arschlöchern" agiert nimmt man es irgendwo leichter, falls man jemanden irritiert oder verärgert hat.

Ich sonder mich halt auch gern ein bischen ab - viele Leute misverstehen das. Ah ja, der will nix mit uns zu tun haben...
[/quote]

Geht mir auch so. Ich habe lieber unter Ärschen meine Ruhe als ständig von Gutmenschen beäugt und angequatscht zu werden. Es gibt allerdings auch Ärsche, die furchtbar nerven können. Davor ist man leider nie gefeit.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von laetitia » 25. September 2015 22:05

Hey, alles Gute dann, ist doch super  :top:

Und...wird schon klappen.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Gargamel » 1. Oktober 2015 18:23

Scheint ganz OK zu sein. Bin bisher nicht aufgefallen :zwink:

Aber ich bin total unterfordert. Die interessanten Sachen machen die Studierten, ich darfs dann montieren.
Wenn sich daran nix ändert krieg ich irgendwann nen Boreout.

Naja mal abwarten.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Sheldon » 5. Oktober 2015 12:25

Frag doch mal, ob du nicht (zumindest ab und an) was Anspruchsvolleres machen darfst. Fragen kostet ja nix. Im besten Fall gewinnst du dabei. Sollte das nicht gehen, ist es vielleicht besser, du siehst dich nach einer anderen Stelle um. Denn Unterforderung kann auf Dauer wirklich sehr zermürbend sein.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Kaina » 5. Oktober 2015 16:22

[quote="Gargamel"]
Aber ich bin total unterfordert. Die interessanten Sachen machen die Studierten, ich darfs dann montieren.
Wenn sich daran nix ändert krieg ich irgendwann nen Boreout. [/quote]

[quote="Sheldon"]
Frag doch mal, ob du nicht (zumindest ab und an) was Anspruchsvolleres machen darfst. Fragen kostet ja nix. Im besten Fall gewinnst du dabei. Sollte das nicht gehen, ist es vielleicht besser, du siehst dich nach einer anderen Stelle um. Denn Unterforderung kann auf Dauer wirklich sehr zermürbend sein.
[/quote]

:grübel:
Gargamel, äh, habe ich da 'was falsch verstanden oder hast du erst am 1.10. dort angefangen? oder zumindest frühestens mit der letzten Septemberwoche?

Falls ich 's nicht falsch verstanden habe, wäre vielleicht doch ein klein wenig mehr Geduld angesagt.
Oder hätte es dir besser gefallen, wenn man dir in den ersten Tagen gleich die Knack-Nüsse zugeworfen hätte?
Also: nicht gleich in die negativ Denke 'reinplumpsen lassen!!

Besser, wenn es etwas zögerlich beginnt, als wenn man direkt alles vor die Birne geklatscht bekommt
(und dazu gehören ja auch neue Gesichter, Namen, Räumlichkeiten, Zuständigkeiten, wo finde ich was....),
was man erst mal einsortieren und  "verdauen" muss.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Gargamel » 5. Oktober 2015 19:45

Haste schon richtig verstanden.

Jaja ist auch alles richtig, aber ich bin halt schnell gelangweilt bzw. ungeduldig.
Ich versuche mein bestes zu geben und guck mal was passiert.

Mein Chef scheint total gechillt, eigentlich wünscht man sich sowas ja. Wenn man aber selber kribbelig ist kanns einen auch verrückt machen.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Hanghuhn » 6. Oktober 2015 22:57

:ohmm:
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Sheherazade » 7. Oktober 2015 09:40

[quote="Gargamel"]
Jaja ist auch alles richtig, aber ich bin halt schnell gelangweilt bzw. ungeduldig.
[/quote]

Versuch das in den Griff zu bekommen, du stellst dir damit selbst ein Bein.

Kein Betrieb kann und will sich einen Angestellten leisten, der 1. permanent unzufrieden ist und 2. nach 1-3 Tagen schon die ganze Firma umstrukturieren möchte.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 7. Oktober 2015 09:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von laetitia » 8. Oktober 2015 00:42

Hm...ja, Durchhaltewillen ist lernbar.

Ich arbeite seit fünfeinhalb Jahren in einem Job, der mich schon im ersten Monat gelangweilt hat. Mein Durchhaltevermögen hat mir geholfen, dass ich den Job nutzen konnte, um meinen Uni-Zugang nachzuholen. Das habe ich nur in Angriff genommen, weil ich eine geistige Herausforderung brauchte...und das brauchte ich, weil ich einen langweiligen Job habe...und möglich wurde es, weil ich dort flexibel arbeiten kann und in der Abteilung wo ich jetzt bin, ab und zu die Gelegenheit habe, meine Bücher zu wälzen. Und jetzt kann ich dank dem Job studieren, ganz unabhängig, mich selbst finanzierend. Ich werde vielleicht länger studieren als der Durchschnittsstudent...aber ich hätte sonst gar nicht diese Möglichkeit. Hätte ich diesen Job aus Langeweile an den Nagel gehängt und mir was anderes gesucht, wäre es vielleicht möglich, dass ich was anspruchsvolleres machen würde, aber ich hätte nicht die Möglichkeit gehabt, die Ausbildung und Möglichkeiten anzustreben, die ich jetzt anstrebe.

Etwas das ich lange nicht begriffen habe...ein Job kann einen immer die Tür für etwas besseres öffnen. Wenn man gut ist und auffällt, sogar im eigenen Betrieb. Ich hatte schon Jobs, die ich aus jetziger Sicht nicht hätte aufgeben sollen. Ich hätte mir eine viel bessere Grundlage erarbeiten können. Jetzt musste ich erst mal das Stigma "Job-Hopper" los werden...

Mach doch mit dir selber einen Vertrag aus. Und zwar, dass du mindestens ein Jahr dort bleibst. Dass du mindestens sechs Monate das machst, was dir aufgetragen wird. Wenn nach diesen sechs Monaten noch alles so ist, wie jetzt, dass du mit dem Chef redest, um darüber zu verhandeln, auch anspruchsvollere Aufgaben zu erhalten.
In der Zeit kannst du das Ganze als Übung ansehen. Dir überlegen, wie du deinen Arbeitsalltag für dich spannender gestalten kannst. Wenn dir nichts einfällt, lies in der Freizeit ein anspruchsvolles Buch. Such dir ein Hobby, das dich herausfordert. Irgendetwas.

Ich habe mich zum Beispiel entschieden, dass ich mich freiwillig engagieren möchte. Das wird mir dann auf lange Sicht neue Möglichkeiten schaffen für meine berufliche Tätigkeit. Und es ist ein Lichtblick weil es ein starker Kontrast darstellt zu meinem öden Job.

Sei ein bisschen kreativ :).
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von Sheldon » 10. Oktober 2015 14:55

Mach doch mit dir selber einen Vertrag aus. Und zwar, dass du mindestens ein Jahr dort bleibst. Dass du mindestens sechs Monate das machst, was dir aufgetragen wird. Wenn nach diesen sechs Monaten noch alles so ist, wie jetzt, dass du mit dem Chef redest, um darüber zu verhandeln, auch anspruchsvollere Aufgaben zu erhalten.
Diese Taktik ist vielleicht für dich aufgegangen, laetitia, aber für ihn muss sie deswegen noch lange nicht gut sein. Vielleicht bereut er es im Nachhinein, den Job nicht schon viel eher gewechselt zu haben. Man kann nicht immer von sich auf andere schließen. Der eine geht lieber nach seinem Gefühl, ein anderer plant lieber. Beides kann in die Hose gehen. Aber was soll's? Scheiß auf den "perfekten" Lebenslauf!
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Re: Große vs. kleine Firma für Eigenbrötler m. autistischen Zügen

Beitrag von laetitia » 11. Oktober 2015 00:13

Sheldon, das war bloss ein Vorschlag und ein wenig meiner eigenen Erfahrung. Was Gargamel damit macht, ist ihm überlassen.

Und es ist nicht meine Taktik...weiss nicht woraus du das schliesst...

Natürlich muss Gargamel auf sein Gefühl achten und nach seinem Gutdünken handeln. Nach langer Arbeitslosigkeit ist es jedoch nicht so einfach, was zu finden und erst recht nicht, wenn man den Job den man gefunden hat gleich wieder hinschmeisst...ohne etwas neues zu haben. So wie ich seine Worte interpretiert habe, gefällt es ihm eigentlich in der Firma und die Chefs sind auch ganz ok. Daher dachte ich, würde es sich vielleicht lohnen, da nicht so schnell aufzugeben. Aber eben, ich kann auch nur aus der Ferne meinen Senf hinzufügen und am Ende ist es nicht meine Sache, was der andere damit macht.

PS. Von mir auf andere schliesse ich schon lange nicht mehr...
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