Probleme in der Berufsausbildung

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TheRaven20
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Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon TheRaven20 » 7. Januar 2015 21:38

Hallo Leute mich plagt  seit Monaten folgendes Problem:

Im September habe Ich eine Ausbildung angefangen und seitdem plagen mich folgende typische AD(H)S Probleme:
Konzentrationsstörungen, dauerhaftes abgelenkt sein und ständige Tagträumerei.
Ich versuche natürlich dem zu entkommen aber es ist vergeblich.

Bin mit dem vierzehnten Lebensjahr mit ADS diagnostiziert worden.

Habe seitdem viele Probleme weil mir durch die oben genannten Probleme immer wieder irgendwelche saudummen Fehler mache und weil es mir echt schwer fällt Routine in alltägliche Aufgaben zu bekommen. Ich kann mir auch schlecht irgendetwas merken und Zusammenhänge erkennen.
Natürlich schreibe ich mir Arbeitsabläufe gut auf. Aber man kann nicht immer erst sein Büchlein rausholen und dann sich alles Unruhe nochmal durchlesen. Viele Sachen müssen sich einfach verinnerlichen nach dem man es ein paar mal gemacht hat.

Dazu kommt das ich auch etwas ängstlich und sensibel bin und auf der Arbeit gibt es eben Arbeiten die auch gefährlich sein können. Ich gehe vielleicht ein bisschen übervorsichtig an die Aufgaben. Den Arbeitskollegen ist dieses auch aufgefallen und denken das ich ein "schisser" bin oder so. Auf jeden Fall hat mir das einer mal so ins Gesicht gesagt.

Mittlerweile habe ich Angst vor der Arbeit bekommen, weil es meine Arbeitskollegen auch nicht einfacher für mich machen. Es wird hinter meinem Rücken über mich geredet, Witze gemacht, viele denken sich bestimmt das ich nicht Arbeiten will und deswegen Fehler mache… Ausserdem merke ich natürlich das ich dadurch immer mehr Angst bekomme und gar nichts mehr hinkriege… Jeden Tag gehe ich mit grossem Angstgefühl zur Arbeit...


Ich hatte eigentlich immer Probleme mit oben genannten AD(H)S Faktoren, aber ich habe mich sonst nie unterkriegen lassen weil ich auch viel Unterstützung von meiner Familie bekommen habe. Aber weil die Probleme diesmal aus meiner Sicht so massiv sind zieht mich das total runter und macht mich depressiv … weil ich das Gefühl habe nie den richtigen Beruf für mich zu finden (ist schon meine zweite Ausbildung). Ich habe die zweite Ausbildung auch nur angefangen weil die Inhalte was einfacher sind und ich dachte mir fällt das dann leichter.

Auch im privaten Umfeld merke ich die Probleme. Ich schaffe es nicht mich zu organisieren, das hat einige zeit gut geklappt aber seitdem die Probleme mit der Ausbildung sind ist das schlimmer geworden und ich häng meistens nur noch motivationslos rum. Meistens ärgere ich mich dann später darüber das ich nur rumgehangen habe.

Auf der Arbeit gibt es kaum Leute denen man sich anvertrauen will… unser Ausbilder weiß wahrscheinlich nicht mal wie seine Azubis heissen und ist nie da… deswegen habe ich wahrscheinlich auch die Probezeit geschafft weil keiner darauf geachtet hat. habe jeden tag nämlich gerechnet ich könnte rausfliegen.

Noch was: kennt ihr das wenn man bei komplizierten aufgaben oder bei hoher Lautstärke im Zusammenhang mit stress auf einmal total müde wird? das passiert mir total oft.

sorry für den langen text aber ich musste einfach mal mein herz ausschütten ich weiss nämlich nicht mehr wie es weitergehen soll… Habe das Gefühl nie das richtige zu finden und fühle mich in meinem Leben total eingeschränkt und auch irgendwie gefangen. Habe auch mal eine Zeit lang Medikinet adult genommen aber davon habe ich meistens depressive Verstimmungen bekommen.

Kann mir einer Rat geben? Wer war/ist in einer ähnlichen Situation?

Grüße Alex
graffiti
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon graffiti » 9. Januar 2015 22:21

hallo alex :wif:

deine probleme klingen, als würdest du keine medikamente nehmen?
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
TheRaven20
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon TheRaven20 » 9. Januar 2015 22:44

Nein Medikamente nehme ich keine, weil sie bei mir bewirken das ich nervös werde und depressive Verstimmungen bekomme...
graffiti
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon graffiti » 9. Januar 2015 22:47

das ist ein echtes problem, falls du die erfahrung gemacht hast, daß sie dir ansonsten helfen.

ich hatte dasselbe problem mit einem präparat und das hat sich durch umsteigen auf ein anderes präparat in luft aufgelöst.
mir sind jetzt nur noch die vorteile der medikation geblieben.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon Elchi » 9. Januar 2015 23:19

Vielleicht hat auch die Dosis noch nicht so richtig gepasst?

LG
Elchi
TheRaven20
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon TheRaven20 » 10. Januar 2015 08:52

Danke für eure Antworten :)

Ich habe bald einen Termin da werde Ich das mal ansprechen. In der Schule hatte ich irgendwann beschlossen das ich es auch ohne schaffe und es hatte geklappt. Deswegen war ich zuerst der Überzeugung das ich es auch in meiner Ausbildung ohne schaffe. Aber das ist wohl doch eine ganz andere Welt.
Gibt es denn noch andere Alternativen?

Alex
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Wölfin
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon Wölfin » 12. Januar 2015 06:07

Hallo Alex,

wenn du mit Medikinet Adult nicht so gute Erfahrungen hattest, kannst du es ja noch mit Ritalin Adult versuchen. Auch wenn sich die beiden sehr ähnlich sind, habe ich große Unterschiede gefunden - und nicht nur ich. Dass meine komischen Ausraster daran liegen könnten, habe ich erst begriffen, als ich es hier im Forum gelesen habe.

Die anderen Alternativen sind für dich nicht so leicht zu testen oder umzusetzen. Ein anderer Job mit anderen Leuten kann auch helfen.
Als ich meine Diagnose und damit auch die Medis bekam, war ich gerade jobmäßig am Boden: Ich kriegte nichts auf die Reihe und kam mit den Kollegen gar nicht klar. Die Medis haben mir immerhin beim Erledigen meiner Aufgaben geholfen, aber brauchbar wurde die Stelle trotzdem nicht. Dann ergab sich die Gelegenheit, zu wechseln. Mit den neuen Kollegen klappte es überwiegend auf Anhieb und auch die neuen Aufgaben konnte ich viel besser erledigen.

Angst vor der Angst kenne ich auch. Zum Glück habe ich nach und nach bemerkt, dass die Angst unberechtigt war und konnte sie zu Bedenken mildern. Meistens steigert man sich zu weit rein, kann aber nur schwer damit aufhören.
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon TheRaven20 » 27. Januar 2015 19:12

Okay über die Medikamente werde ich mit meinem Arzt nochmal drüber sprechen, kann ja wirklich sein das ich nur was anderes ausprobieren muss, trotzdem habe ich das Bedürfnis es auch ohne Media zu schaffen

Naja die meisten Leute haben halt wenig Verständnis.. und oftmals kann ich sie auch verstehen ich bin schon recht anstrengend :D
Nur mich verunsichert auch diese sehr schroffe Art wie die Leute da miteinander kommunizieren. Das verunsichert zusätzlich noch. Und das scheint auch generell der Umgangston in diesem Beruf zu sein :D
Aber wie findet man nun den Job der am besten zu einem passt :D ich bin ja auch schon 20 und hatte in meiner ersten Ausbildung schon Probleme und Medis lösen nicht alle Probleme, sie lindern ja im Endeffekt nur.

Danke für eure Antworten :)
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Wölfin
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon Wölfin » 27. Januar 2015 22:09

[quote=&quot;TheRaven20&quot;]
Aber wie findet man nun den Job der am besten zu einem passt :D ich bin ja auch schon 20 und hatte in meiner ersten Ausbildung schon Probleme und Medis lösen nicht alle Probleme, sie lindern ja im Endeffekt nur. [/quote]
Was machst du gerne? Was kannst du gut? Mit den Fragen findet man den passenden Beruf... jedenfalls hat es bei mir funktioniert.

Die Medis lindern nicht die Probleme sondern die Symptome. Die Probleme musst du lösen, das geht aber einfacher, wenn du nicht immer vom ADHS "volle Breitseite" sabotiert wirst. :breitgrinse1:
Die beste Strategie besteht aus mehreren parallel laufenden Prozessen:
1. Erkenne deine Stärken und Schwächen.
2. Nutze deine Stärken.
3. Finde Wege, um deine Schwächen auszugleichen.

Wenn du nicht erst dein Büchlein rausholen kannst, musst du es eben auswendig lernen. Häng dir das, was du lernen willst, gegenüber von der Toilette an die Wand oder leg das Buch dort bereit. Da hat man Langeweile und starrt in die Gegend...
Oder du nimmst es als Sprache mit dem Handy auf und hörst es dir auf dem Weg zur Arbeit an. Aber ich kann nicht gut auswendig lernen... wahrscheinlich gibt es bessere Tricks.

Dummen Sprüchen begegnet man entweder mit Ignoranz (einfach überhören) oder mit einem Gegenspruch, wenn man gerade einen weiß.
Wie gut kommst du mit den anderen Azubis klar? Vielleicht könnt ihr euch gegenseitig unterstützen?
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Re: Probleme in der Berufsausbildung

Beitragvon TheRaven20 » 11. Februar 2015 13:14

Ja über alle diese Fragen mach ich mir viele Gedanken momentan…

Was aber wenn meine Stärken nicht wahrgenommen werden, weil nur das zählt was ich für Leistungen ich erbringe? Die Leute da sind auch einfach sehr primitiv muss man mal dazu sagen… Die kennen auch nur schwarz und weiß.
Auswendig lernen wäre eine Idee aber oftmals ist es so das man was weiß und im nächsten Moment ist man unter Stress und dann weiss man es nicht mehr…

Mit meinem Azubi Kollegen verstehe ich mich gut und er kennt auch meine Probleme und unterstützt mich auch… da bekomme ich auf jeden Fall schonmal Rückenwind.

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