Ich will es schaffen...

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randre
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Ich will es schaffen...

Beitrag von randre » 5. Juli 2014 00:42

Guten Abend,

ich werde euch mal über meine Geschichte und den aktuellen Stand informieren.
Also mit 15 bekam ich ja die Diagnose ADHS (Mischtyp), bekam daruf hin mph.
Dies nahm ich fast bis zu meinem 18 Lebensjahr.
Eine weitere Therapie bekam ich leider nicht :-(

Ich schloß 2012 die Realschule mit der Fachoberschulreife mit Quali ab.
Ging danach ein Jahr auf´s berufliche Gymnaisum für Erziehung und Soziales, dachte das ich es schaffe, doch scheiterte dran. Abitur und Erzieherausbildung gleichzeitig war doch zu schwer, ich scheiterte an Mathe und Französich.
Danach wurde ich umgeschult in die Fachoberschule des Sozial- und Gesundheitswesen, mit begleitenden Praktikum in einer KiTa. Am Dienstag bekam ich das Zeugnis für die Klasse 11, bin damit allerdings nicht zufrieden. Wieder eine 5 in Mathe  :baw:
Aber, auch die anderen Fächer lassen mehr zu wünschen.
Das Praktikum läuft noch bis nächste Woche Freitag, mit sowohl guten als auch schlechten Rückmeldungen. Ich fühle mich im Berufswunsch bestärkt, weiss aber das einiges an Arbeit vor mir steht: schulisch, aber auch an mir selbst.
Muss in der 12 meinen Schnitt verbessern, aber auch meine Motivation steigern.
Doch wie, ohne vernünftige Hilfe?

Kriege jetzt übergangsweise seit einigen Monaten MPH, aber ich fühle, dass es die falsche Dosierung ist.
Habe im August einen Termin in Köln, allerdings meinten die in der SHG ich sollte es hier bei einer Ärztin versuchen, die würde allerdings nur bis 21 behandeln ( bin jetzt 19).
Habe die Ärztin auch angeschrieben bzgl. Termin.

Es bestehen zu mir ja noch einige Verdachtsdiagnosen, hoffentlich werden die bald auch abgeklärt.

So wie es jetzt ist kann es nicht weitergehen,...Ich will es schaffen, doch scheint es so, als ob man mir so viele Steine in den Weg gelegt hätte.

Gruß
randre
ADHS bekannt seit 07/2011
Hypersensiebel
manchmal depressive Verstimmung
Verdach auf Teil-/Hochbegabung
Verdacht auf Rechenschwäche


:biene: 2
Chaoskatze
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Re: Ich will es schaffen...

Beitrag von Chaoskatze » 19. November 2014 01:07

So schlecht klingt es doch gar nicht. Du klingst motivierter als viele andere. versuche dir einen lernplan zu machen und diesen einzuhalten. das schlechte gewissen wird sich melden, wenn du diesen nicht einhältst aber setze dir realistische Ziele.

Ich wünsche dir viel erfolg auf der suche nach einem geeigneten Arzt. möglicherweise ist auch eine Gesprächstherapie nicht schlecht, um zu lernen beszimmte dinge besser zu strukturieren und dir selbst keinen zu hohen Erwartungsdruck zu erzeugen.

Gute Nacht und alles gute für dich.
Nikke123
Andersweltler
Beiträge: 14
Registriert: 29. Januar 2011 11:47

Re: Ich will es schaffen...

Beitrag von Nikke123 » 17. Dezember 2014 18:28

Hallo randre,

Ich würde dir persönlich eine Psychotherapie raten. Hört sich im ersten Moment krasser an, als es ist. Geh einfach mal zu einem Therapeuten (in Deutschland ganz easy ohne Überweisung vom Arzt kannst du erstmal 5 "probatorische" Sitzungen ohne jegliche Verpflichtung in Anspruch nehmen), such dir einen, mit dem du gut kannst und erzähl ihm dir einfach mal von deiner Problematik. Vielleicht kann er dir nicht direkt helfen, aber er kann dir als eine Art Wegweiser dienen. Als Psychotherapeut hat er einen langen, langen Ausbildungsweg hinter sich (Glaube mir - habe gerade angefangen Psychologie zu studieren und um Psychotherapeut zu werden braucht man, wenn man es fix macht, 7 Jahre) und daher sollte er (evtl auch durch Kontakte) dir wenigstens Tipps geben können. Desweiteren kann er dich während deiner Medikation mit MPH begleiten, was ich sehr wichtig finde. MPH kann und hat auch einfach einige Begleiterscheinungen. Es verändert dich und ich glaube es ist wichtig eine gewisse Selbstwahrnehmung zu entwickeln, wobei dir eine Begleitung durch einen Psychotherapeuten gut tun kann. Mir persönlich hat es sehr geholfen und ich habe mich auch wesentlich besser gefühlt - trotz Medikation

Geh an jeden mit einem Rezeptblock bitte mit ein wenig Skepsis heran und bespreche so etwas dann auch mit dem Psychotherapeuten. Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass es Psychiater gibt, die einem auf Teufel komm raus Ritalin geben wollen. Hatte da so einen, der mir Ritalin inkl. Antidepressiva geben wollte, weil ich mich nicht so wohl fühlte. Ich wollte lieber absetzen.

Bilde dir zu allem eine eigene Meinung, aber nicht nur aufgrund deines Gefühls oder deines Urteils, sondern beziehe andere fachkompetente Menschen aus verschiedenen Richtungen mit ein. Lass dich definitiv nicht unterkriegen und allein die Tatsache, dass du dich damit auseinandersetzt und dass du von dir aus etwas bessern möchtest, ist schon als durchaus positiv zu werten. Du hast den ersten Schritt dadurch geschafft: Zu erkennen, dass es ein Problem gibt, zu erkennen, womit es in Verbindung stehen kann und das Suchen nach einer Lösung !

Finde ich sehr gut !
graffiti
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Re: Ich will es schaffen...

Beitrag von graffiti » 18. Dezember 2014 07:27

mir ist völlig klar, daß das, was ich erlebt habe, nicht repräsentativ ist - und trotzdem habe ich im moment das bedürfnis, immer wieder darauf hinzuweisen.
weil - wenn es denn so ist wie bei mir - die nebenwirkungen massiv sind und sich das problem sehr einfach und schnell lösen läßt.

also:
bist du sicher, daß du das präparat wirklich verträgst, das du nimmst?
ich habe 3 jahre lang ein präparat genommen, von dem ich nebenwirkungen hatte (war mir bewußt) und bei dem ich die optimale dosierung einfach nicht wirklich finden konnte (war mir auch bewußt).
ich habe dann ein anderes präparat ausprobiert - und:
- optimale dosierung in wenigen wochen gefunden (unterscheidet sich von der dosierung beim anderen präparat --> ich brauche weniger mph)
- kaum nebenwirkungen
- und - für mich das wichtigste und völlig überraschend und unerwartet: ich habe die ursache für meinen dreijährigen dauerkampf mit depressionen gefunden ... die waren nämlich wie weggeblasen, als ich ein anderes präparat genommen habe und mir war nicht bewußt, daß die ihren grund in falscher medikation hatten.

auf einmal klappt das auch wesentlich besser mit struktur und motivation, d.h. ich kann viel besser umsetzen, was ich in der hinsicht in den vergangenen 5 jahren gelernt habe.

wie gesagt: deine probleme können völlig andere ursachen haben ... aber vielleicht haben sie einen ähnlich simplen grund wie bei mir.
darauf komme ich, weil du schreibst, du spürst, daß an der medikation was nicht stimmt.
das gefühl hatte ich auch ständig - konnte aber nicht herausfinden, was es nun genau war (bis sich für mich herausgestellt hat, daß es das präparat war und nicht die dosierung).
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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