Akademisierungswahn

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Overthesky
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 23. August 2019 07:30

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Elwirra hat geschrieben:
19. August 2019 16:40
und unabhängig zum Verdienst.....!!!!!

....... ist Wohlstand für mich, wenn ich mich auf der Arbeit trotz ADHS so weit wohlfühle.
Wohlstand ist auch für mich lieber etwas weniger zu verdienen und dafür etwas mehr Ruhe und Zeit für mich zu haben.
Volle Zustimmung!
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 26. August 2019 14:18

Nochmals zu KI und Wegrationalisierung bestimmter Jobs, Übersetzer, ein guter Freund ist selbstständiger Übersetzer auf Online-Plattformen, was KI schon jetzt kann, schaut euch mal diesen Qualitätssprung an im Vergleich zu Google Translate vor 5 Jahren https://adhsspektrum.wordpress.com/2019 ... ostiziert/

Und selbst der Übersetzer-Verband widerspricht dem nicht grundsätzlich, er korrigiert und konkretisiert Klingbeil lediglich, dass Übersetzer nicht komplett verschwinden werden und andere Jobs etwa in der Programmierung von KI für Übersetzungen und der Bewertung, welche Texte sich für KI-Übersetzungen eignen, entstehen... das heißt auf gut Deutsch, dass 80% der Jobs bzw. beruflichen Betätigungsmöglichkeiten wegfallen und vielleicht 20% am Ende übrig bleiben und vielleicht 10% neu entstehen, dann sind es immer noch 70% weniger Jobs am Ende

https://uepo.de/2018/12/03/klingbeil-ue ... t-dagegen/

Es sind weniger die Hände des Menschen, die durch KI wegrationalisiert werden, es ist viel stärker das Gehirn des Menschen, das durch KI wegrationalisiert wird...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 26. August 2019 15:03

https://crosswater-job-guide.com/archiv ... en-kommen/

Nachbearbeitung, Auswahl für KI und Teilnahme am Programmieren von KI... diese neu entstehenden Jobs machen vielleicht 20 bis 25% der Anzahl an Jobs aus, die wegfallen... für einen, der nachbearbeitet, brauchte man bisher gefühlt 10 Leute, die die Übersetzung zu 100% mit dem menschlichen Gehirn durchgeführt haben...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von MiApp » 26. August 2019 16:41

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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 26. August 2019 17:21

Ich hab in einem anderen Thread geschrieben, dass ich aus Interesse Medizin studiert hab, obwohl, wie ich im Nachhinein herausfinden durfte, mit der Beruf insgesamt nicht liegt... ich wurde da für die ablehnende Haltung von Studium aus Interesse u. a. von einem gewissen Flori recht harsch angegangen... dabei habe ich lediglich gemeint, dass einen die Tätigkeit, die nach dem Studium folgt, interessieren und den eigenen Talenten entsprechen sollte... der Beitrag auf süddeutsche bringt es auf den Punkt... nur aus Interesse hätte ich auch Archäologie, Geschichte, Geographie oder Psychologie studieren können... man sollte Interesse und Talent und vor allem auch vollumfänglichen Willen zu der Tätigkeit haben, die nach dem Studium folgt...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von MiApp » 26. August 2019 17:40

Ich fand den Artikel halt interessant und dachte, dass du ihn auch interessant findest.
Deshalb hab ich ihn gepostet.
Also ich finde Interesse schon wichtig. Aber es ist natürlich nicht alles. Z.B. könnte ich nicht in der Tourismus-Brache arbeiten (jetzt nur als Beispiel) aber vielleicht hängt es neben Interesse bei mir auch zusätzlich damit zusammen, dass es meinen Fähigkeiten geradezu entgegensteht. Heißt, ich hätte auch absolut kein Talent dafür, soviel ist sicher (es sei denn natürlich es ist irgendein Nischen-Feld, was jetzt nicht wicklich was damit zu tun hat, aber das glit ja dann für jedes Feld, immer)...

Bei mir ist es wie bei dir im Grunde. Ich glaube, dass ich das schonmal geschrieben habe. Wenn nicht auch egal. Aber ich hab auch schonmal das falsche studiert. Auch fertig. Naja... Ich will halt einfach nicht zu viel hier über mich preis geben... Weil ich nicht erkannt werden möchte. Deshalb schreibe ich lieber nicht zu viel.

Gleichzeitig bin ich einem Studium etc. nicht so abgeneigt wie du. Ich studiere ja jetzt nochmal was anderes. (Wobei ich hoffe später mein vorheriges Wissen auch nutzen zu können.). Es ist halt bei mir so, dass ich schon sozial glaub ich ziemlich auffällig bin. Ich weiß nicht recht wie ich erklären soll... aber ich bin halt im Kindergarten schon aufgefallen und in der Schule auch (auch wenn ich erst jetzt ne ADHS-Diagnose hab, ich hatte ja schon vorher Therapien und was weiß ich)... und halt auch sozial unsicher und so... und das macht es alles schwieriger... d.h. ich glaube, ich hab nur eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, wenn ich Dinge kann, die andere nicht können... in manchen Bereichen ist das nicht so schwer wie es klingt (klar, es gibt immer welche die es auch können, aber die müssen eben auch erstmal gefunden werden und den Job zu den entsprechenden Konditionen machen wollen)... vielleicht. Natürlich weiß ich nicht wie die Lage in ein paar Jahren aussieht. Aber es würde mich niemand als Kassiererin einstellen oder so. Abgesehen davon, dass ich das einfach nicht könnte! Respekt an diejenigen, die dabei nicht durchdrehen! Also ich will halt das soziale unwichtiger machen.... ich bin ja nicht böse zu jemandem oder so... nur ein bisschen anders...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 27. August 2019 10:52

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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Hanghuhn » 27. August 2019 21:51

Das Thema "Akademisierungswahn" ist ein vielschichtiges Thema.

Deutschland bildet innnerhalb Europas mit dem Angebot der Dualen Ausbildung eine Ausnahme. In den meisten EU-Staaten kann man nach einer gewissen Anlernphase einen Beruf ausüben. Wie das genau funktioniert, ist mir nicht bekannt. Es wird aber für viel mehr Berufe als in Deutschland ein Studium eingefordert, weil es dort den Weg der Dualen Ausbildung nicht gibt. In Deutschland würden viele dieser Berufe gelernt.

Deutschland musste im Zuge der europäischen Freizügigkeit die "Ausbildungen" von Menschen aus EU-Staaten anerkennen, obwohl diese nicht im geringsten deutschem Standard entsprechen. Gleichzeitig wird auf Deutschland Druck ausgeübt, ähnliche Prozentzahlen an Studenten wie in den anderen Ländern studieren zu lassen. Völlig unberücksichtigt bleibt die Duale Ausbildung.

Außerdem hat Deutschland das Bachelor-Master-System eingeführt, um sich an das Gros der EU anzupassen. Das stellt aber einige Studiengänge (vor allem im MINT-Bereich) auf den Kopf. Die ersten vier bis sechs Semester (jetzt für den Bachelor-Abschluss) beinhalteten hartes Grundlagenstudium, mit dem Bachelor-Master-System nicht vereinbar.

Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht ausmalen, was ein Informatik-Bachelor sein soll. Die Werkstudenten, die in meiner Umgebung gearbeitet haben, wurden, als sie den Bachelor abgschlossen hatten, immer gefragt, ob sie auch den Master machen woltlen. Bis jetzt hat das noch keiner verneint.

Wenn fast die Hälfte der Schüler eines Jahrgangs das Abitur ablegt, stellt sich mir die Frage, wie das geht. Ist das Abitur leichter geworden? Oder war es schon immer zu leicht? Oder werden falsche Schwerpunkte gesetzt, so dass ein bestimmter Schülerstamm mit entsprechender Unterstützung durch die Eltern immer das Abitur schaffen wird?

Ich bin der Meinung, dass Deutschland sehr viele Psychologen braucht. Aber jemand muss die Psychologen, die gebraucht werden, auch beschäftigen.

Ärzte werden auch gebraucht, aber mehr in ländlichen Gegenden, und vor allem im Osten.
LG Hanghuhn
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 27. August 2019 22:13

Hanghuhn hat geschrieben:
27. August 2019 21:51
Das Thema "Akademisierungswahn" ist ein vielschichtiges Thema.

Deutschland bildet innnerhalb Europas mit dem Angebot der Dualen Ausbildung eine Ausnahme. In den meisten EU-Staaten kann man nach einer gewissen Anlernphase einen Beruf ausüben. Wie das genau funktioniert, ist mir nicht bekannt. Es wird aber für viel mehr Berufe als in Deutschland ein Studium eingefordert, weil es dort den Weg der Dualen Ausbildung nicht gibt. In Deutschland würden viele dieser Berufe gelernt.

Deutschland musste im Zuge der europäischen Freizügigkeit die "Ausbildungen" von Menschen aus EU-Staaten anerkennen, obwohl diese nicht im geringsten deutschem Standard entsprechen. Gleichzeitig wird auf Deutschland Druck ausgeübt, ähnliche Prozentzahlen an Studenten wie in den anderen Ländern studieren zu lassen. Völlig unberücksichtigt bleibt die Duale Ausbildung.

Außerdem hat Deutschland das Bachelor-Master-System eingeführt, um sich an das Gros der EU anzupassen. Das stellt aber einige Studiengänge (vor allem im MINT-Bereich) auf den Kopf. Die ersten vier bis sechs Semester (jetzt für den Bachelor-Abschluss) beinhalteten hartes Grundlagenstudium, mit dem Bachelor-Master-System nicht vereinbar.

Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht ausmalen, was ein Informatik-Bachelor sein soll. Die Werkstudenten, die in meiner Umgebung gearbeitet haben, wurden, als sie den Bachelor abgschlossen hatten, immer gefragt, ob sie auch den Master machen woltlen. Bis jetzt hat das noch keiner verneint.

Wenn fast die Hälfte der Schüler eines Jahrgangs das Abitur ablegt, stellt sich mir die Frage, wie das geht. Ist das Abitur leichter geworden? Oder war es schon immer zu leicht? Oder werden falsche Schwerpunkte gesetzt, so dass ein bestimmter Schülerstamm mit entsprechender Unterstützung durch die Eltern immer das Abitur schaffen wird?

Ich bin der Meinung, dass Deutschland sehr viele Psychologen braucht. Aber jemand muss die Psychologen, die gebraucht werden, auch beschäftigen.

Ärzte werden auch gebraucht, aber mehr in ländlichen Gegenden, und vor allem im Osten.


in anderen Ländern studiert man Krankenpflege... mir soll niemand sagen, dass Krankenpfleger in Deutschland mit Ausbildung durch das Duale System schlechter wären als diese studierten Krankenpfleger anderswo... dass das Abitur z. B. in Berlin Studierberechtigung bescheinigt, aber ganz oft nicht Studierbefähigung ist allgemein bekannt... die Ausweitung der Studierendenzahlen entsprach dem damals neoliberalen Zeitgeist initiiert von OECD und Konsorten... die linken Gleichmacher wurden dabei vom Neoliberalismus lediglich als nützliche Idioten verwendet... btw... Intelligenz ist zu 80% genetisch bedingt und man kann aus Forrest Gump auch durch noch so viel Förderung keinen Einstein machen... Kinder sind nur sehr begrenzt begabbar... und auch für die "Begabten" und gemäß IQ-Tests Intelligenten ist das Hochschulstudium oftmals Schein statt Sein...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 27. August 2019 22:20

Neulich hat Martin Winkler zu Bildung bei ADHS das hier geschrieben: https://adhsspektrum.wordpress.com/2019 ... entdecken/
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 28. August 2019 12:02

https://www.bento.de/future/studium-abb ... 2#refsponi


eine gute Freundin studiert Jura... ihr Jurastudium ist ein komplett hoffnungsloses Unterfangen... weshalb studiert sie Jura? Weil dieser Weg von der Gesellschaft und auch ihrer auf sozialen Aufstieg bedachten kurdischen Großfamilie als die Norm gesehen und erwartet wird... sie hat unglaubliches musikalisches Talent und viele Stärken, die im Jurastudium wie im Juristen-Beruf allesamt brach liegen... manchmal oder eher recht oft ist der Studienabbruch nicht Scheitern, sondern eine Befreiung... "Regrets of the Dying", Platz 1: "Dass ich nicht das Leben führen konnte, dass ich führen wollte, sondern das Leben geführt habe, das von mir erwartet wurde."...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Falschparker » 28. August 2019 20:24

Ja gut, aber sie ist nicht du. Dass deine Freundin mit ihrem Jurastudium scheitert und ihre musische Begabung brach liegen lässt weißt du nicht, es kann sich auch gut entwickeln.

Nochmal zu deinem Beruf- du hast geschrieben, dir wurde auch ein Job als Dozent in der Altenpflegeausbildung angeboten. Das liest sich doch vernünftig an, und angehende Altenpfleger/innen brauchen auch kompetente Lehrer?
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Elwirra » 28. August 2019 21:46

allerdings bin ich echt froh wenn jemand Jura studiert hat und mir z.B. in Rechtsdingen helfen kann...

Weil ich nichts Raffe von §§§§§§§
„An alle die behaupten, sie wüssten wie der Hase läuft:.......... "Er hoppelt!“ ;)
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 10. September 2019 07:17

https://www.spiegel.de/karriere/koaliti ... 5-amp.html , zu diesem Update, auch die Politik in Deutschland hat eben mittlerweile erkannt, dass der Akademisierungswahn eine Lebenslüge aus der Epoche der angloamerikanischen Dominanz von 1990 bis ungefähr 2008 (Lehman-Brothers als der Endpunkt davon) war... damals wollte man überall auf der Welt die gesellschaftlichen Systeme der USA und von Großbritannien kopieren... aber nicht nur Xi Jinping, sogar Donald Trump werben mittlerweile für das Duale System nach deutschem Vorbild. PS: manche mögen mir unterstellen, dieser Thread habe mit der persönlichen Lebenslüge von Overthesky zu tun... das hat er auch, aber eben längst nicht nur... sagen wir dazu Informationsweitergabe eines 32-Jährigen gedacht am ehesten für 20-Jährige...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 10. September 2019 07:35

Falschparker hat geschrieben:
28. August 2019 20:24
Ja gut, aber sie ist nicht du. Dass deine Freundin mit ihrem Jurastudium scheitert und ihre musische Begabung brach liegen lässt weißt du nicht, es kann sich auch gut entwickeln.

Nochmal zu deinem Beruf- du hast geschrieben, dir wurde auch ein Job als Dozent in der Altenpflegeausbildung angeboten. Das liest sich doch vernünftig an, und angehende Altenpfleger/innen brauchen auch kompetente Lehrer?
Dass Jurastudium dieser Freundin von mir... wenn jemand null Enthusiasmus für Jura insgesamt erkennen lässt und Jura deshalb studiert, weil die Eltern in ihrer Kurdischen Großfamilie, weil ihre Eltern wünschen, dass sie gesellschaftlich aufsteigt (das Jurastudium bedeutet heutzutage ganz oft nicht gesellschaftlichen Aufstieg, sondern gesellschaftlichen Abstieg), was der wichtigste Grund dafür ist, weshalb sie Jura studiert (plus aus Verlegenheit bzw. weil man nicht weiß, was man sonst studieren soll), wenn einfach null Begeisterung im Jurastudium bei dieser Konstellation erkennen lässt, dann sollte man lieber einen anderen Weg der beruflichen Qualifizierung wählen, Ausbildung oder ein anderes Studium...

Zu meiner mir angebotenen Stelle als Berufsschullehrer in der Altenpfpegeschule, ich hab deshalb die Stelle nicht angenommen, weil ich längst auf den Geschmack der Generation Y (heute ist es schon die Generation Z, die jetzt 20 ist) gekommen bin... Freiheit, persönlich, örtlich, zwischenmenschlich, auch das hat eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft, gerade auch für freiheitsliebende ADHSler wie mich... ich verweise nochmals auf das Spannungsfeld zwischen Freiheit, Unabhängigkeit, Abenteuer auf der einen Seite und "Ankommen" auf der anderen Seite... wo man für sich individuell die Schwerpunkte setzt, dass muss jeder für sich selbst heraus finden... das Leben ist übrigens kein planbarer gerader Kanal, das Leben ist ein wilder Fluss mit mal schneller, mal langsamer Strömung, mal flachem, mal tiefem Wasser, mit Altarmen bzw. Mäandern, man sollte eine grobe Orientierung als roten Faden im Leben haben, aber die Details, die kleinen und die etwas größeren Details, über die entscheidet das Leben selbst...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 11. September 2019 11:33

https://www.welt.de/wirtschaft/karriere ... esten.html

angesichts dieses Beitrags zum Verhältnis von Einkommen und Lebenshaltungskosten verweise ich nochmals darauf, dass man als Akademiker in der deutlichen Mehrheit der Fälle auf Großstädte oder die Ballungsgebiete angewiesen ist... die ganzen "fancy" Business-Jobs, die Pseudoperspektiven in Start-ups etc., die sind konzentriert in den "fancy" Großstädten mit Cafés, Hipstern, Kulturangeboten, Subkultur-Szenen etc... ich lebe aktuell noch in Freiburg und bin wegen Beziehung sehr oft in Schwenningen bei Donaueschingen, die Mieten und Lebenshaltungskosten in der strukturschwachen Region um Schwenningen, die sind ein Witz im Vergleich zum extrem teuren Hipster-Zentrum Freiburg... wenn ich in Start-ups oder in der Akademiker-Sphäre versuchen will aufzusteigen, dann muss ich in Freiburg bleiben... da ich LKW-Scheine alle gemacht habe, kann ich in Schwenningen auch Holz aus m Schwarzwald transportieren... ich bin mit LKW nicht auf diese hippen, umkämpften Städte wie Freiburg oder Frankfurt angewiesen... besonders "fancy" ist es in Schwenningen wahrlich nicht... wer ein hippes Leben führen will, der ist da fehl am Platz... jeder muss für sich individuell herausfinden, was ihm oder ihr wichtiger ist...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Raupi » 11. September 2019 20:34

Ich finde es schön, dass du diesen Aspekt auch mal aufbringst... die Jugend nimmt die Welt ja nur noch durch Youtube in Handy wahr...
LG, Raupi

"Wait, have I been talking to myself this whole time? Well, that's embarrassing."
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 12. September 2019 07:35

https://www.welt.de/wirtschaft/karriere ... e-Uni.html der Artikel ist ganz aktuell von heute...

"...wobei Fächer wie Germanistik oder Geschichte einen nennenswerten Anteil haben..." Das böse Erwachen kommt dann nach dem Studium... wie die Lemminge, ohne Hirn und kritisches Hinterfragen rennen sie mit den anderen Lemmingen auf den "Abgrund" zu...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 12. September 2019 09:08

....und wieder ist es in diesem Artikel hier die OECD, die hohe Akademiker-Quoten pusht... zur OECD: die OECD ist eine neoliberale, stark angloamerikanisch geprägte Organisation, die Globalisierung, Dienstleistungsgesellschaft, Deindustrialisierung, Digitalisierung propagiert... die Londoner City oder Manhattan als das ideale Wirtschaftsmodell gemäß dem Geist der OECD oder das mondäne Leben in der Weltstadt Paris als Sitz der OECD. .. in der City of London oder in New York City gibt es unzählige Agenturen, Start-ups, Banken, Versicherungen, NGOs etc... das Ideal oder der Prototyp der Dienstleistungsgesellschaft, wie die OECD sie propagiert... für Jobs als Investmentbanker, Jurist, NGO-Mitarbeiter, Start-up-Mitgründer, dafür muss man studieren... das Problem ist, dass die deutsche Volkswirtschaft keine Dienstleistungsgesellschaft ist, sondern nach wie vor stark industriell geprägt ist... für die fancy Jobs in Zentren der globalistischen Eliten mit der Glitzerwelt aus Glas, schicker Architektur und kosmopolitischem Lebensgefühl wie Freiburg, Köln, Berlin, Hamburg, London, Paris, Mailand, Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm usw... für diese fancy Jobs ist die Volkswirtschaft in Deutschland überhaupt nicht ausgelegt und ausgerichtet... soll heißen, es gibt in Deutschland schlicht viel zu wenige dieser fancy Jobs für viel zu viele Studenten...
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Re: Akademisierungswahn

Beitrag von Overthesky » 12. September 2019 09:27

...und wer hat es bei der Inflation des Abiturs am leichtesten... nicht die aufgeweckten, kreativen Schüler mit ausgeprägtem Sinn für Gerechtigkeit ADHS!) ... sondern die Angepassten...

https://www.sueddeutsche.de/bildung/bil ... -1.2855824

"...es nicht zu haben, wird peinlich..." diese Abhandlung des Philosophen Christoph Türcke zum Akademisierungswahn ist genau dasselbe, was ich auch meine... Christoph Türcke hat in der Vergangenheit übrigens mal einen ziemlich negativen, uninformierten, laienhaften und durchweg falschen Beitrag zu ADHS gebracht, aber Christoph Türcke ist Philosoph und kein Fachmann für ADHS... man kann beim einen Thema komplett richtig liegen und beim anderen Thema komplett falsch liegen...
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