Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Liwet
Pagemaster
Beiträge: 49
Registriert: 29. März 2018 19:56
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis
Alter: 53

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Liwet » 2. Oktober 2018 18:39

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

Lieber Chaoten - Tom,

zu deiner Frage von Gestern: Karrieremöglichkeiten mit ADS
kann ich dir nur raten, heraus zu finden, worin deine persönlichen Symptome bestehen.
Bist du schnell ablenkbar, und langweilt dich eine Tätigkeit, die sich über mehrere Stunden hinzieht?
Dann brauchst du eine Tätigkeit, bei der sich im Tagesverlauf verschiedene Tätigkeiten abwechseln.

Bist du vergesslich und unorganisiert, dann könnte es helfen, einen persönlichen Assistenten einzustellen,
oder dein Handy als "mobilen Kopf" mit akustischen Erinnerungen zu nutzen.

Schaltet dein Kopf auf "erledigt" noch bevor du eine Aufgabe ganz zu Ende gebracht hast
und bemerkst du dies nicht, dann brauchst du auch eine Person, die dich freundlich
darauf aufmerksam macht.

Je besser du deine ADS-Aussetzer kennst,
umso erfolgreicher kannst du sie nutzen...in deine Tätigkeiten einbeziehen.

Das halte ich für den Schlüssel zum Erfolg: das ADS einzubeziehen,
nicht es los werden oder unterdrücken zu wollen.

Bei einer Selbständigkeit hast du vielfach die Möglichkeit,
dir deine Tätigkeiten entsprechend deinen Fähigkeiten und deinen besonderen
ADS-Eigenheiten zu gestalten.
Viele ADS-Ler sind selbständig tätig.

Also finde deinen eigenen inklusiven Umgang mit deinem ADS,
dann wirst du dich wundern, wie erfolgreich du sein kannst.

Sei nett zu dir selbst
Liebe Grüße
Liwet
Benutzeravatar
Dracul
Andersweltler
Beiträge: 10
Registriert: 29. September 2018 14:55
Alter: 54

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Dracul » 3. Oktober 2018 16:41

Hallo
Istandzig hat geschrieben:
2. Oktober 2018 13:05

Gibt es vielleicht hier im Forum so eine Datei, die speziell auf die ADHS Symptomatik ausgelegt ist? So ein Art Tagebuch?
Weil ich so vergesslich bin, und mir solche Kleinigkeiten wie Medikamenteneinnahme etc. schon innerhalb weniger Sekunden vergessen sind, hab ich mir gerade für das Elvanse - Experiment vorgenommen alles zu protokollieren

Do 27.09.2018 Abend hab ich ein Rezept für Elvanse 30mg bekommen

Davor hab ich Concerta ausprobiert.
War ein totaler Reinfall. liegt wahrscheinlich daran dass es Retardiert war (löst sich nur auf in Verbindung mit Nahrungsaufnahme)

Freitag Morgen

- 7:30 60 mg (2 Tbl.) Elvanse mit Kaffee eingenommen Wirkung erst ab 11 Uhr
- 12:00 60 mg (2 Tbl.) Elvanse Mittags zusammen mit einer Zigarettenpause
- ca. 15:00 Feierabend
- 18:00 60 mg (2 Tbl.) Elvanse Zuhauseeingenommen
Bis um 11 Uhr keine richtige Wirkung gespürt

Wegen Wochenende keine Schlaftablette genommen – Kaum geschlafen

Samstag

- 10 Uhr 60 mg (2 Tbl.) Elvanse eingenommen
- 18:18 60 mg (2 Tbl.) Elvanse eingenommen
Am Samstag hab ich mich nicht so richtig wohl gefühlt (Bauchdrücken wie leichtes Angstgefühl oder schlechtes Gewissen. Evtl. hat mir der Freitag noch auf dem Magen geschlagen (stress mit Chef))
Und natürlich die zu hohe Dosis

Sonntag

- 5 Uhr ins Bett
- 10:00 60 mg (2 Tbl.) Elvanse (Bereitschaftsruf Firma)
- 17:00 Aufstehen –
Prima das Bauchgefühl ist OK, und ich hab mich endlich aufgerafft die offenen Rechnungen überwiesen (5 Rechnungen seit Februar liegengeblieben).

Am Abend hab ich meine interessanten Erfahrungen zu diesem Zeitpunkt ein paar Postings vorher in diesem Forum eingetragen.

Bis dahin war alles gut

Folgende Idee wird ich morgen ausprobieren

Weil morgen früh aufstehen angesagt ist (Wecker um 6Uhr)
- Heute ab ca. 22:00 1 Tbl. Zopiclon 7,5 mg wie immer wenn ich morgens aufstehen muss (wirkt ziemlich genau 8h)
- Und wenn ich ins Bett gehe 0-1 Uhr 2 Tbl. 60 mg Elvanse. Die müssten dann ab 4-5 Uhr anfangen zu wirken. Da ich da schlaf ists mir egal. Bin gespannt wie ich auf den Wecker um 6 Uhr reagiere. Wenn ich sofort wach bin, könnte ich den Wecker zukünftig 1 Stunde später stellen, wäre bestimmt gut für die Nachtruhe
- Nach dem Aufstehen nehme ich morgen erst mal 1 Tbl. 30 mg Elvanse und gucke wie ich über den Tag komme.


Montag

- kurz vorm Einschlafen (1:16 Uhr) 60 mg (2 Tbl.) Elvanse um 4 Uhr kurz aufgewacht, konnte aber weiterschlafen (genau 3h nach Einnahme) interesant. Aufstehen Montag 7 Uhr problemlos
- um 7:30 30 mg (1Tbl.) Elvanse
- 8 Uhr Arbeit
- 12 Uhr noch eine 30 mg (1Tbl.) Elvanse

Montag Abend

War richtig müde der Job war zum heulen nur aufgeschobenes erledig.

- 21:36 Geh jetzt ins Bett, ohne Schlaftablette, War so müde, dachte ich würde auch so einschlafen können

Plan für Morgen Dienstag
- Morgen Früh 60 mg (2 Tbl.) Elvanse
- Mittag 60 mg (2 Tbl.) Elvanse

Mal gucken obs besser wird

Dienstag

In der Nacht hab ich bis 4Uhr nicht schlafen können.
- 1:00 Doch die Schlaftablette genommen (Zuviel Unruhe und endlose Gedanken)
- 4:00 60 mg (2 Tbl.) Elvanse hab mich geärgert das der Wecker nicht losgeht, hab aber nach der Einnahme festgestellt dass der Wecker auf 5 Uhr gestellt war. Dann konnte ich endlich einschlafen.
- 7:00 mit Wecker aufgestanden (problemlos)
- 7:30 60 mg (2 Tbl.) Elvanse mit Kaffee eingenommen
- 13:30 60 mg (2 Tbl.) Elvanse mit Kaffee eingenommen
- 17:00 Endlich Feieraben. Der Azubi und die Arbeit haben mir das Leben echt schwer gemacht. Mußte mich voll zusammen reisen.
- 19:00 Frühstück
- 19:21 20mg (1Tbl.) Medikinet Nase voll vom Elvanse, Taugt nix
  • - 21:26 Bin wach Spiele sogar wieder am Computer. Keine Ahnung warum das Amphetamin am Fr. –Sa. Gewirkt und Mo und Di total versagt hat. Liegt wahrscheinlich daran, dass am WE ich auch Zeit hab zwischendurch mal was zu „naschen“. Evtl stimmen die Gerüchte, dass Elvanse nur das Essen bei der Einnahme aus dem Beipackzettel gestrichen hat um einen Verkauftvorteil gegenüber den MethylPheni-Retard zu haben. Dass sogar Wikki dies bestätigt( wirkt auch ohne essen), ist ein weiterer Hinweis dass sich jeder kaufen lässt. Bin schon wieder entteuscht worden. Schlechte Welt.
- Jetzt ist 23:31
- Mir geht’s erstaunlich gut.
- Ist es nur das Medikinet oder die Kombination mit Elvanse, was vorher gar nicht angeschlagen hat.
- Oder war nur das Früh/Abendessen schuld?

Mittwoch (Feiertag)

- 11:45 aufgestanden 20mg (1Tbl.) Medikinet
- 13:00 Hab was gegessen nix besonderes gemerkt aber auch nicht so kaputt wie Montag und Dienstag bin gespannt auf Morgen. Hoffentlich wird mein Doc. bald wieder gesund ist seit dem WE Krank und antwortet nicht auf meine Mails.

Bin gespannt auf seine Meinung dazu

Liebe Grüße
mfg
Dracul

P.s. Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, ist das so gewollt, und Sie dürfen Ihn als Trophäe behalten


              _._     _,-'""`-._
             (,-.`._,'(       |\`-/|
                  `-.-' \ )-`( , o o)
                        `-    \`_`"'-
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 3. Oktober 2018 18:14

Cool! Danke!
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 3. Oktober 2018 18:31

Danke, für den Elvanse "Mitschnitt".

So war ich vor meinem Burny drauf. Habe als SAP-Berater die Republik bereist. Bin 5:30 aufgestanden war dann ca. 07:00 beim Kunden, dann bis zu 11h gewerkelt und am Abend noch mit den Kollegen die Sehenswürdigkeiten der Stadt bewundert oder im Hotel im Testsystem rum gedaddelt. Dann 24 Uhr ins Bett und Di bis Do das Selbe, bevor ich nach 11h noch 5h nachhause gefahren bin.

Oft war ich der Fahrer, weil meine Kollegen total breit waren, nur ich habe dann zuhause immer noch bis 1 vor der Glotze gesessen.

Mit dem Burny mit 41 war das dann vorbei und ich bin seither wie ein Falke mit gebrochenem Flügel unterwegs.


VG
Stefan
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 13. Oktober 2018 12:51

Tach Leute,

also ich hatte bezüglich meiner Konzentrationsprobleme bzw. meiner anderen Probleme im Beruf wieder ein kurzes Gespräch mit meiner Psychologin. Wir hatte da noch ein bisschen was besprochen, zum Beispiel, dass ich in Zukunft anregen werde, dass meine vorgesetzten auf die Einhaltung der Internen Termine bestehen. Somit sollte dem Problem, dass ich von Zeit zu Zeit mit den Terminen unserer Auftraggeber in Konflikt komme ein Riegel vorgeschoben werden.

Leider ist damit noch nicht jedes Problem abgedeckt, was mir im Job zu schaffen macht. Ich bin mir mittlerweile aber auch sicher, dass mein Job selbst ein Teil meines Problems ist und das aus min, zwei Gründen.

Zum ersten kann ich meine Arbeit nicht wirklich leiden. Mir ist natürlich klar, dass ein Job nicht immer Spaß macht. Allerdings in meinem jetzigen Job hab ich nicht mal Spaß, wenn es gut läuft sprich wenn ich keinen Termindruck oder so etwas habe. Mein jetziger Job ist auch eher eine Notlösung, da nach dem Studium überraschend mein Vater gestorben ist und ich daher das erste positive Angebot genommen habe, das rein kam. (Vielleicht nicht die klügste Idee)

Zum zweiten mein Job hat wenig bis gar nichts mit dem zu tun, was ich eigentlich studiert habe. Ich wollte eigentlich Entwickler werden und nicht Planer.

Womit wir dann auch gleich bei Punkt drei wären. Im Prinzip besteht mein Job nur aus Texten und E-Mail schreiben, sowie Plänen vorzeichnen. Hin und wieder darf ich auch mal auf Ortsbegehung aber übermäßig Spannend ist das auch nicht und für die Arbeit hilfreich eben so wenig. Meistens ärgere ich mich eher wie viel Zeit ich damit verbrauche und wie wenig dabei rumkommt.
Der Wesentliche Punkt ist, dass ich so gut wie den ganzen Tag nur im Büro am Schreibtisch sitze. Mir fehlt da einfach die körperliche bzw. händische Arbeit. Ich denke, dass das ein wesentlicher Grund für meine innere Unruhe und mangelnde Konzentration ist.

Wegen all diesen und noch weiteren Gründen habe ich mich dazu entschlossen mich nach einem Job umzusehen, der meinen Eigenschaften und Interessen besser entgegenkommt. Ich denke es ist besser, wenn ich die Rahmenbedingungen noch mal verändere. Natürlich werde ich nicht von heute auf Morgen meinen Job kündigen, sondern erst wenn ich etwas passenderes gefunden habe. Aber ich denke, dass ist langfristig der bessere Weg.

Wenn ihr was anzumerken habt bin ich sehr daran interessiert das zu hören.
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 13. Oktober 2018 21:57

"...Der Wesentliche Punkt ist, dass ich so gut wie den ganzen Tag nur im Büro am Schreibtisch sitze. Mir fehlt da einfach die körperliche bzw. händische Arbeit. Ich denke, dass das ein wesentlicher Grund für meine innere Unruhe und mangelnde Konzentration ist.
..."

Dito! Bis 1999 habe ich wirklich viel gewerkelt, war körperlich am Ende aber glücklich. Doch die Gesundheit zwang mich zum Wechsel.

Die Themen von damals werde ich nicht wieder aufgreifen können, aber der Gedanke ist auch in mir schon gereift. Ich würde gern mit meinen Kollegen auf die 110kV Masten krabbeln. Trafos verdrahten oder Zähler wechseln, doch dafür fehlt mir der nötige Abschluss und bei Regen oder Kälte bin ich 1-2-fix erkältet. In der Postabteilung könnte man sich viel bewegen. Ich vermute nur, das verträgt mein Ego nicht.
Oder beim ASB Rentner und Rollis herum karren? Doch ich bin zu mitfühlend, um deren Schicksale hören und ertragen zu können.

Ich denke an ähnlicher Stelle wie @Herausforderer zu stehen. Einen gut bezahlten "gesunden" Beruf aufgeben und den Neigungen folgen.
Eigentlich bin ich am PC richtig gut, wenn die lange Hockerei nicht wäre.

##Hat jemand Vorschläge? ##
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Drei
Andersweltler
Beiträge: 24
Registriert: 11. Oktober 2018 21:31

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Drei » 13. Oktober 2018 22:09

Berufsbedingt sitze ich fast ausschließlich am PC. Was bei mir gegen die innere Unruhe hilft ist Ausdauersport. Am liebsten Schwimme ich, aber Radfahren tut auch gut. Das ganze hält bei mir ein wenig vor, daher geht es Abends ganz gut und es muss auch nicht jeden Tag sein.
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 14. Oktober 2018 01:45

@Drei, wie hast Du es geschafft, Dich zu motivieren?
Ich nehme mir seit einem Jahr Sit-Ups vor. Nix, immer "was Wichtigeres".
Ich könnte gut joggen oder walken gehen, da ich am Wald wohne, doch es gibt immer Wichtigeres und einmal geschafft vor der Glotze wird dann auch nix mehr.
Ein Fixer Zeitplan ist leider mit ADS-Kind und Hypo-Frau in wechselnden Schichten kaum drinnen und ich muß kompensieren, was liegen bleibt, wenn Sie sich auf der Couch mit Buch oder Stricknadeln einigelt.

Viel von dem was Frauen von ihren Männern kennen, ist bei uns umgekehrt der Fall.

Sich hier Zeit für sich selbst zu nehmen fällt schwer.
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 14. Oktober 2018 09:38

Drei hat geschrieben:
13. Oktober 2018 22:09
Berufsbedingt sitze ich fast ausschließlich am PC. Was bei mir gegen die innere Unruhe hilft ist Ausdauersport. Am liebsten Schwimme ich, aber Radfahren tut auch gut. Das ganze hält bei mir ein wenig vor, daher geht es Abends ganz gut und es muss auch nicht jeden Tag sein.
Ich mache auch, so regelmäßig es geht, Sport Schwimmen und Krafttraining. Allerdings hält das bei mir nicht allzu lange vor.
EinMax
Pagemaster
Beiträge: 98
Registriert: 1. Juli 2018 15:31

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von EinMax » 14. Oktober 2018 10:34

Stefan SRO hat geschrieben:
13. Oktober 2018 21:57
Eigentlich bin ich am PC richtig gut, wenn die lange Hockerei nicht wäre.

##Hat jemand Vorschläge? ##
Stehpult?
Ich kenne inzwischen einige Leute, die drauf schwören und auch meinen, dass das besser für den Rücken sei. Auch wenn Rückenexperten eher häufigen Positionswechsel empfehlen als den ganzen Tag zu stehen...

Ich verbringe auch fast den ganzen Tag am Rechner (im Sitzen) und komme von selber nicht drauf, stattdessen irgendwo anders Sport zu treiben. Was ich aber tue: Ich habe ein Deuser Band ( = sehr praktisches Trainingsgerät, das man auch im Sitzen benutzen kann) und bewahre es immer in Schreibtischnähe auf. Wenn ich die Hände frei habe (vielleicht beim Lesen am Rechner oder bei Videos) und dieser ADHS-typische Bewegungsdrang kommt, greife ich dazu statt zu einem Fidget Spinner.
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 14. Oktober 2018 16:40

Tach Leute,

wir müssen da nochmal über etwas anderes Reden. Ich bin gerade sehr im Stress, denn es fehlt mir noch eine Baufreigabe für eine Planung, damit die mit dem Krempel Ende des Monats in Betrieb gehen können.

Das geht mir aus zwei Gründen so richtig auf den Sack... 1. Dieser Stress ist verbunden mit einem intensiven Gefühl von Angst. So richtig lähmende Angst. Auch wenn mir meine Kollegen sagen, dass ich das nicht so... ja ... schwer nehmen soll. Eine verschobene Inbetriebnahme ist keine Kleinigkeit, das gibt meistens Ärger.

2. Stehe ich wieder da wie ein Depp, obwohl ich mit Sicherheit nicht allein Anteil an der gegeben Situation habe. Als ich das letzte mal mit dem Bauherren geredet habe kam ich mir wieder vor wie ein kleiner Schuljunge oder als wenn mich mein Vater mal wieder maß genommen hat. Ich HASSE das!
Man mag mir sicher zurecht vorwerfen, dass ich hätte schneller Arbeiten können, eine folge mangelnder Arbeitsorganisation. Aber von Seiten des Bauherren kamen immer wieder Änderungswünsche, dass kostet alles Zeit.

Die Planungen habe ich letzte Woche durchgeprügelt und die Freigabe vom fachtechnischen Prüfer erhalten. Aber das reicht noch nicht ich brauche noch die Genehmigung zur Bauausführung. Wollen wir mal hoffen, dass die nächste Woche kommt.

Was mich aber so richtig auf die Palme bringt sind eben diese beiden angesprochen Punkte. Was soll dieser verdammte Mist? Warum muss ich immer wieder, wenn irgendwas nicht klappt gefühlt in Angst ertrinken? Es geht hier nicht um Leben und Tod sondern nur um eine doofes Bauvorhaben. Ok, dass kann eventuell teuer werden, aber das will eigentlich keiner. Und auch Punkt 2 geht mir so richtig auf den Sack!!!!!!!
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 14. Oktober 2018 20:44

Ja, kenne ich. Beides.

Ich fühle mich persönlich für jeden Mist verantwortlich an dem ich irgendwie beteiligt bin. Eine "Egal-Haltung" wie die vieler Kollegen ist mir leider fremd. Auch das emotionale Kielholen gegenüber von Personen denen gegenüber meint, was schuldig zu sein, kenne ich gut. Ach ja und dann gibt es Personen, denen gegenüber kommt man sich trotz hohem IQ, ü180cm und üHu kg wie ein Kind vor. Man fühlt das, ohne einen objektiven Grund zu finden.

Man fühlt sich fürchterlich, kann kaum noch sinnvoll arbeiten und nach Feierabend geht der Sch... weiter. Es nagt und lässt einen nicht schlafen, obwohl es doch "nur" der Job ist. Ein Job den man auch problemlos hin werfen könnte und was Neues... nein es geht emotional tief in den Kohlenkeller, wo man als Kind immer laut gepfiffen oder gesungen hat, wenn der Eimer neben dem Ofen wieder leer war.

Genau das scheint nun gerade unter Ritalin weniger zu werden. Ich bin gerade am Ende des fünften Tages (Urlaub) und habe morgen den ersten Arbeitstag und dem neuen Medikament. Mal sehen, ob ich da auch so gelassen bin, wie die letzten Tage.

Durchhalten, Herausforder!

@Ein Max; "Deuser Band " das ist leider ähnlich wie generell mit Fitness bei mir. Es fällt mir im richtigen Moment nicht ein. Übrigens sollen wir am Campus alle Schreibtische mit Stehfunktion bekommen. Noch ist das Gebäude im Rohbau...
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 14. Oktober 2018 21:04

Stefan SRO hat geschrieben:
14. Oktober 2018 20:44
Ja, kenne ich. Beides.

[........]

Durchhalten, Herausforder!
Danke für den Zuspruch, dass hilft!
Drei
Andersweltler
Beiträge: 24
Registriert: 11. Oktober 2018 21:31

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Drei » 14. Oktober 2018 22:53

Stefan SRO hat geschrieben:
14. Oktober 2018 01:45
@Drei, wie hast Du es geschafft, Dich zu motivieren?
Ich bin eine Wasserratte. Jetzt im Winter wird es weniger, weil ich Badeseen, Flüsse etc. viel lieber mag als Hallenbäder.
Stefan SRO hat geschrieben:
14. Oktober 2018 01:45
Ich nehme mir seit einem Jahr Sit-Ups vor. Nix, immer "was Wichtigeres".
Ja, das kenne ich gut. Daher habe ich auch keine festen Termine für Schwimmen oder Radfahren sondern versuche, Gelegenheiten zu ergreifen. Und natürlich alles was geht mit dem Rad erledigen.
Stefan SRO hat geschrieben:
14. Oktober 2018 01:45
Ich könnte gut joggen oder walken gehen, da ich am Wald wohne, doch es gibt immer Wichtigeres und einmal geschafft vor der Glotze wird dann auch nix mehr.
Hmm, Ausdauersport um des Ausdauersports willen ist denke ich schwierig. Vielleicht findest du ja etwas, das dir Spaß macht.
Stefan SRO hat geschrieben:
14. Oktober 2018 01:45
Sich hier Zeit für sich selbst zu nehmen fällt schwer.
Gibt es vielleicht dahingehend etwas, das deinem Kind Spaß macht? Gemeinsam auf dem Fahrrad die Gegend erkunden vielleicht?
EinMax
Pagemaster
Beiträge: 98
Registriert: 1. Juli 2018 15:31

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von EinMax » 15. Oktober 2018 10:29

Stefan SRO hat geschrieben:
14. Oktober 2018 20:44
@Ein Max; "Deuser Band " das ist leider ähnlich wie generell mit Fitness bei mir. Es fällt mir im richtigen Moment nicht ein. Übrigens sollen wir am Campus alle Schreibtische mit Stehfunktion bekommen. Noch ist das Gebäude im Rohbau...
Ging mir lange Zeit auch so. Mein erstes Band habe ich mir noch als Teenager angeschafft und dann irgendwann als Twen wiedergefunden. Eine Weile benutzt, weggelegt und vergessen. Deshalb räume ich es jettzt einfach nicht mehr weg, also nicht in eine Schublade oder so. Ist jetzt fest griffbereit in Schreibtischnähe. Ich habe sogar überlegt, einen Kleiderhaken an die Wand neben mir zu befestigen und es dranzuhängen, aber ich traue der Stabilität dieser Wand nicht.
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 15. Oktober 2018 13:50

Ja. Wegräumen.

Da sagst Du was. Ich lege mir Sachen, die ich nicht vergessen will in den Weg. Die oberste Stufe der Treppe ist so ab 20 Uhr belegt, damit ich am nächsten Tag alles dabei habe. Der Autoschlüssel liegt im Kühlschrank auf der Dose, die ich mitnehmen will und wenn meine Frau aufräumt ....

Sie hat ein anderes System, vergisst aber mehr als ich ;)

Na ja, irgendwas wird hoffentlich mal hängen bleiben in Sachen Fitness oder regelmäßiger Bewegung.
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Raupi
Spezial User
Beiträge: 285
Registriert: 14. Juni 2018 21:59
Alter: 51

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Raupi » 15. Oktober 2018 14:15

Schon meine Eltern praktizieren das System mit dem hinlegen von Sachen. Ich habe so einen Haufen von hingelegt den Sachen und Berge von hingelegten Zetteln... mir entgleitet das alles immer mehr... ich glaube ich bin schon ziemlich nah am Supergau...

Die höhenverstellbaren Schreibtische sind eine tolle Sache, muss einem aber liegen, im Stehen zu arbeiten... ich kann dann irgendwie nicht denken. Aber für Routinesachen geht es. Was aber richtig toll ist, dass man diese Tische auch so richtig gut auf die eigene Sitzhöhe einstellen kann. Das geht ja oft auch nicht so richtig gut.

Deuserband ist eine gute Idee! Flexi Bar ist ürigens auch eine tolle Sache, finde ich noch einfacher, weil man nirgendwo einhaken muss. Aber man braucht etwas mehr Platz und es ist auffälliger...
LG, Raupi
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 21. Oktober 2018 13:48

Kurze Rückmeldung von Arbeit die Kuh scheint erst Mal vom Eis zu sein.

Naja bis zum nächsten Projekt......
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 459
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 22. Oktober 2018 17:42

"...Kuh vom Eis..." aber das nächste Projekt kommt bestimmt.

Hallo Herausforderer,

Ich habe den Eindruck gewonnen, mein Umfeld traut mir mehr zu, als ich leisten kann. In Diskussionsrunden, Besprechungen usw. bin ich tatsächlich recht rege und kann vor lauter Hilfsbereitschaft sich Schn... nicht halten.

Ein-zwei-fix hat man dann das nächste Ding an der Backe, weil man sich nicht weg gedreht hat und den "Sprachfehler" (nicht "nein" sagen) hat.

Da hatte ich letzte Woche erst wieder mit 40 Kollegen. Keiner sagt was, ich hab´s auf der Zunge, zwinge mich zur Ruhe, endloses Schweigen bei den 40 Leuten und dann kann ich nicht mehr an mich halten.
Da die Bemerkung richtig war gibt es Bestätigung oder wenn nicht fällt plötzlich einigen doch noch ein, was "richtiger" wäre.

Manchmal wünsche ich mich in ein stilles Aktenarchiv, wo mir sowas nicht passieren kann, aber da würde es mir schnell langweilig werden, weil eintönig, dann kommen die ersten Fehler wegen Unaufmerksamkeit und ...

Ach ja...

VG
Stefan
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 16. November 2018 23:38

Also Leute so langsam reist mir der Geduldsfaden!!

Diese ständige rumgeschussel und diese ständig abschweifende Aufmerksamkeit nerven mich tierisch.

Ist ja schön, dass mein Chef das nicht so eng sieht aber mir geht das gewaltig auf den Geist!
Benutzeravatar
Herausforderer
Pagemaster
Beiträge: 30
Registriert: 5. August 2018 12:22

Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 17. November 2018 14:49

Ok, mittlerweile bin ich wieder etwas runter gekommen aber sauer bin ich immer noch.

Immer wieder Kritik für die immer gleichen Fehler einstecken zu müssen, zehrt ganz schön an den Nerven. Die Leute müssen doch denken, dass ich nicht ganz richtig im Kopf bin.... wobei eigentlich haben sie ja recht...

Auch im zwischenmenschlichen Bereich macht sich meine mangelnde Impulskontrolle und Konzentrationsfähigkeit bemerkbar. Sie verhindern im übrigen auch das entstehen von Freundschaften und der gleichen. Ich wirke sicherlich immer etwas seltsam....

Gleichzeitig fühle ich mich aber auch müde und ausgelaugt, dumpf und irgendwie leer. Es ist eigentlich jede Woche der gleiche Trott. Ich gehe morgens auf Arbeit versuche dort mein Ding zu machen und merke regelmäßig, dass es nicht so richtig läuft. Wenn ich wieder nach hause komme passiert meistens auch nicht mehr viel, ich habe keinen wirklichen Elan mehr irgend etwas zu unternehmen bzw. auch wenig Zeit.
Auch schlafe ich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr besonders gut, genauer der Schlaf ist für mich nicht mehr sonderlich erholsam. Selbst, wenn ich um 9:00 ins Bett gehe bin ich morgens immer noch nicht richtig ausgeschlafen. Auch am Wochenende ist meist nicht viel los.

Einzig das Training im Studio sorgt hin und wieder für etwas Abwechslung.

Meine Arbeit macht mir schon seit längerem keinen wirklichen Spaß mehr, was primär daran liegt, dass ich immer und immer wieder die selben Probleme habe. Es fühlt sich an als ob ich gegen eine Wand laufen würde, dass das der Motivation nicht gerade zuträglich ist überrascht sicher keinen.

Ab und zu gibt es noch Situationen, in denen so etwas wie Zuversicht aufkommt. Das fühlt sich dann meistens so an, als wäre eine neu Batterie eingelegt worden. Ich habe in solchen Situationen wieder mehr Energie und bekomme auch was geschafft aber das hält leider nicht lange vor. Ich fühle mich einfach viel lebendiger!

Ich weiß nicht, wie ich aus diesem Tal in dem ich mich gerade befinde wieder raus kommen soll. Ich meine im Kern hängt es ja daran dass mir meine ADHS-Symptomatik immer wieder auf die Füße fällt.....
Antworten

Zurück zu „ADHS im Studium und Berufsleben*“