Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

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Der Unbeugsame
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Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Der Unbeugsame » 10. Oktober 2018 16:19

Hallo,

ich, m, 40 habe dieses Jahr die Diagnose ADHS bekommen. Passt sehr viel von den typischen Symptomen.

Habe in den letzten Jahren einiges an Psycho-Diagnosen durch (Depressionen, emotional instabile Persönlichkeitsstörung - impulsiver Typ, Narzisst). Dachte schon selbst, ich bin ein "Psycho". Verhaltenstherapien und Medis (Seroquel) haben nicht wirklich etwas gebracht, außer dass ich sehr gut schlafen und träumen konnte.

Zu Beginn der ADHS-Diagnose nahm ich Medikinet adult 40 mg, dann 2 x 40 je morgens und abends eine. Bei 40 merkte ich noch nichts, außer das die Libido nachließ und auch der Banane ne gekochte Spaghetti wurde. Nach mehreren Tagen mit 80 mg merkte ich allerdings, dass es genau das Gegenteil bewirkt. So schnell, wie ich dadurch auf 180 ... ach 360 war, schaffe ich sonst nicht, obwohl es sonst auch schnell geht. Da habe ich innerhalb weniger Sekunden das ganze Spektrum durch (Agression, Wut, Impulsivität, rumschreien, dann zu Tode betrübt, depressiv, heulend).

Medikinet also ersetzt durch Strattera. Erst 40 ging schon besser. Die Spaghetti blieb aber. Ich merkte Verbesserungen bzgl. der Impulsivität. Ganz langsam und immer mehr. Jetzt nehme ich 80. Erst 2 x 40, jetzt 1 x 80 am Tag. Die Spaghetti hat wieder bananenform angenommen und die Ejakulation ist ähnlich spritzig, wie zuvor und z. T. sogar noch intensiver.

Aktuell soll auf das Maximum Strattera 105 mg gesetzt werden, um quasi das Letzte Rauszukitzeln. Bzgl. Konzentrationsfähigkeit merke ich nichts. Lesen geht gar nicht. Einen Absatz angefangen, im zweiten Satz schon vergessen, was im ersten Satz stand. Daher Videospiele und Filme echt verdammt schwierig, am Ball zu bleiben.

Daher ist mein aktueller Job als Datenerfasser echt eher super untypisch. Zumal der auch total langweilig und unter meinen Möglichkeiten liegt. Übelst.

Ich lasse mich sehr leicht ablenken. Wenn ich im Internet surfe, können nicht genug Tabs geöffnet sein, da mir immer was Neues einfällt, was ich nachlesen muss und dann wechsel ich auch oft zwischen den Tabs, ohne einen mal richtig abzuarbeiten. Nicht immer, aber immer wieder.

Persönlicher Papierkram ... ach, der kann warten. Da hab ich noch Belege vom Anfang 2018, die abgeheftet werden müssen.
To-Do-Listen, Strukturen helfen ungemein, aber auch gewisse Freiheiten. Freiheiten sind vielleicht das Wichtigste, was mir hilft und auch wichtig ist. Wobei Gleitzeiten sehr gefährlich sind, besonders wenn ich Minusstunden nacharbeiten muss. Ein Graus.
Was mir bei meiner aktuellen Arbeit hilft, mich zu fokussieren, Kopfhörer tragen und Musik hören. Dennoch will ich immer mitbekommen und hören, was um mich rum so abgeht.

Fühle mich aber durch überdurchschnittlichen Lärm, Krach sehr gestört, wenn ich ihn nicht selbst auslöse. Ich liebe es, wenn es ruhig ist. Wenn das Nachbarskind schreit, könnte ich auch schreien und noch mehr, wenn es von den Eltern angeschrieen wird. Spiele ich aber mal Schlagzeug, kanns ja fast nicht laut genug sein und dann ist es mir auch egal, ob es die Nachbarn nervtl. Schlagzeug mal vor 25 Jahren für ein Jahr gelernt. Vor drei Jahren wieder angefangen. Erst mit Unterricht und keinem eigenen Set. Dann eigenes Set und die Möglichkeit, jeden Tag spielen zu können. Hatte ich auch ganz sicher vor. Daraus wurde nichts. Aus täglich wurden 2 - 3 x nebem dem Unterricht. Dann 1 - 2 x. Dann aufgrund Jobwechsel keinen Unterricht mehr. Dann nur noch 1 x in der Woche getrommelt. Mir was selbst beizubringen ging nur sehr bedingt. Ohne Feedback schlecht. Wer weiß, wie oft und viel ich falsch gespielt habe, aber der Meinung war, dass es richtig war, es aber falsch war!?

Auch bzgl. Schlagzeug und vielen anderen Dingen bin ich so euphorisch, aber die Euphorie und die Lust und Laune können schnell nachlassen. Jetzt spiele ich seit fast einem Jahr fast gar nicht mehr.

Ich hasse es, wenn Geplantes nicht funktioniert, wenn Pläne durchkreuzt werden. Könnte ich kotzen.

Im Straßenverkehr bin ich dank Strattera ruhiger geworden. Das ist für mich "Triggerpunkt" Nummer 1. Ich muss immer der Schnellste sein. Werde ich überholt, muss ich zurücküberholen. Werde ich geschnitten, schneide ich zurück. Alle sind einfach nur sehr schlechte Autofahrer. Ich bin der Beste. Aber wie gesagt, auch das ist alles deutlich besser geworden.

Wenn mich allerdings etwas beschäftigt, grummelt es in mir, bis ich, meiner Meinung nach richtig gehandelt und die Sache erledigt habe, wobei ich dadurch dann erst so richtig die Scheiße losgetreten habe. Besonders im Job. Hatte bisher noch nie einen Job, den ich länger als 2 Jahre hatte. Ok, oft befristet, aber oft auch, weil ich mein Maul aufgerissen habe. Ich hasse Ungerechtigkeiten, bin ein Gerechtigkeitsfanatiker. An der Arbeit bzgl. Vorgesetzten/Hierarchie läufts solange gut, bis ich anderer Meinung bin. Ich halte, eigentlich nur um die Probezeit zu überstehen, in dieser meine Klappe. Könnte eigentlich ... ach, immer, schon viele früher, also auch in der Probezeit meine Klappe aufmachen. Wenn ichs nicht mache, rege ich mich innerlich auf. Ich bin dann wie auf LSD oder so. Ich finde keine Ruhe, richtig lange und tief und fest und so schlafen, selten.

Auf Zucker und Koffein gehe ich ab, wie das HB-Männchen. Kann aber die Finger von Schoki und Cola nicht lassen. Cola trinke ich meist ohne Zucker!

Dieses Grummeln ist wie ein innerliches Zittern Brusthöhe. Es lässt mich nervös sprechen, mich verhaspeln. So, als wenn ich übelst Lampenfieber hätte!

Sport ist ein super Ventil. Ich mache, denke ich, überdurchschnittlich viel Sport. Wobei der weniger geworden ist. Joggen hier, Fahrrad dort, auch "Pumpen". Nur kann und will ich nicht täglich Sport machen.

Ich bin auch sehr gerne sehr faul und bequem. Einfach Glotze laufen lassen, dabei einschlafen.

Andererseits muss ich raus, wenn tolles Wetter ist, besonders am Wochenende.

Hab wenige Erinnerungen an Kindheit und Jugendzeit. War aber wohl kein Zappelphilipp. Eher der ruhige Typ, der wusste, was er will, aber auch damals als Jugendlicher schon impulsive Züge hatte. Bin aber nie straffällig geworden, hatte nie Kontakt mit Drogen, also härter, als Zigaretten und Alkohol. Ich rauche sehr selten und Alkohol trinke ich noch seltener.

Mit 40 und anstehender Familienplanung solls und darfs dann auch mal gerne ein fester Job bis zur Rente sein! Nur was und wo? Bis jetzt hatte ich am ersten Tag noch Lust, am zweiten Tag schon sehr oft nicht mehr und nach einem halben Jahr bis Jahr war die Luft raus. Bis auf einen Job, der mit Auflösungsvertrag beendet wurde, weil der Vorgesetzte ein Arsch war, mit dem ich mich paar Mal in den Haaren hatte und ich Geld brauchte. Durch die Abfindung wurde ich schuldenfrei.

Fehlt mir generell das Durchhaltevermögen? Auch wegen z. B. dem Schlagzeug!? Ans Trommeln hab ich schon einen Haken gemacht, wobei ich gerne trommel, aber nicht gut genug. Wollte ich immer für mich. Eine Band? Kann ich mir nicht vorstellen. Bin zwar einerseits ein Laberkopp und Pausenclown, andererseits hasse ich Menschen in der Masse. Die meisten Menschen sind für mich einfach irgendwie komisch. Hab lauter Vorurteile, bei denen ich mich immer ertappe, die ich aber gar nicht haben will, für dich ich mich auch schäme. Allerdings beobachte ich Menschen gerne. Männer und Frauen, wobei für mich hübsche Frauen deutlich lieber.
Würde auch gerne Gitarre lernen, weiß aber, dass ich das Dingen nach ein paar Minuten in die Ecke knallen würde, weil ichs nicht hinbekomme.

Bin übelst nah am Wasser gebaut, wenn ich einen für mich traurigen Film gucke. Wenns aber im Realleben traurig wird, hab ich Probleme, Gefühle zu zeigen. Es sei denn, ich war voll. Aber das Voll-Sein gibts nicht mehr! Eben aus diesem Grund.

In der Gesamtschule war ich gut. Hätte besser sein können, wollte aber nicht. Hatte von der 8. bis zur 10. so ne Nullbock-Phase.

Grundrechenarten war ich super. Kann noch immer ganz gut mit Zahlen umgehen und im Kopf rechnen. Bei Gleichungen und Parabeln und son Kram, war ich dann aber raus. Englisch war ich sehr gut. Aber wenn ich jetzt englisch lernen möchte, haperts meist schon überhaupt mit dem Beginn. Für was soll ich eigentlich englisch lernen? Würde ich zwar megageil finden, wenn ich fließend englisch sprechen könnte, bin aber in sämtliichen Urlauben mit meinen Grundkenntnissen zurechtgekommen.

Die Ausbildung in der Verwaltung, bei einer alten kleinen Kommune ... ob ich die überhaupt wollte? Ich weiß es gar nicht mehr. Eigentlich total unpassend. So langweilig, muffig, keine "Action". Wobei mir Buchhaltung und Personal immer sehr gut gefallen haben, ich da auch noch gut bin bzw. wäre. Aber hatte irgendwie nie die Chance, in diesen Bereichen zu arbeiten oder es hatte sich einfach nie ergeben.

So euphorisch ich sein kann und mich für etwas begeistern kann, so schnell kann ich auch entgeistert sein. Außer eben beim Sport (Pumpen, Fahrrad). Als Trainer arbeiten? 24/7-Einsätze in Gyms oder als Personal Trainer? An Samstagen und Sonntagen? An Feiertagen? Abends oder gar nachts? No! Hab ich keinen Bock drauf! Als Fahrradschrauber? Die Idee hatte ich schon, müsste ich umschulen. Mags zwar weniger, mich dreckig zu machen, wenns aber sein muss und das passiert ja, wenn ich privat am Fahrrad rumschraube, dann ok. Aber die Arbeitszeiten von Fahrradmonteuren sind ja auch mal richtig bescheiden. Angelehnt an Öffnungszeiten der Läden. 10 - 19/20 Uhr. No!

ADHSler brauchen was Kreatives oder Handwerkliches? Ich kann weder malen, zeichnen, etwas Basteln und etwas zusammenbauen, geht nur mit Anleitung! Müsste ich einen Tisch selbst schreinern und zusammenbauen, würde es wohl eher einen Schrank geben. Technisches? Wenn sich Kumpels über Autos, Häuser, Heizung, Solar ... unterhalten, bin ich raus und gucke eher in der Weltgeschichte rum, also die hübschen Frauen an.

Gärtner? Blumen pflanzen? No! Eher Rasen mähen und Holz hacken. Bin da eher der Mann fürs Grobe!

Feinmotorische Dinge sind eher nervig.

Gebäude entwerfen? No!

Musik? Band? Hatten wir ja schon! Vielleicht habe ich damals deswegen das Trommeln gewählt, weil man da ganz hinten und unerkannt sitzt!? Wobei wir alle wissen, der heimliche Star einer Band, ist der Drummer!

Singen? Ich finde meine Gesangsstimme hammergeil! Alle anderen eher nicht!

Schreiben? Joa, vielleicht wäre das was für mich!? Hab als junger Erwachsener öfter mal so Anekdoten geschrieben. Im privaten Bereich. Fanden paar ganz lustig. Kann auch bisschen reimen. Ging aber mal besser von der Hand. Aber mit dem Geschreibe Geld verdienen? So viel monatlich, dass es zum Leben reicht? Inzwischen würde es vielleicht schon daran scheitern, dass ich wohl mit einer Schreibblockade anfangen würde, gar nicht wüsste, worüber ich schreiben sollte.

Ich stelle mir es vielleicht noch immer zu einfach vor!? Am liebsten morgens um 8 anfangen, bis 2 arbeiten, danach Sport, sonnen, Filme gucken, Ruhe. Mit 30 h-Woche würde ich aber zu wenig Geld verdienen.

Im Lotto hats bisher auch nicht so geklappt. Ok, ein Vierer war mal dabei. 85 Mark! Oder warens schon €!? Keine Ahnung. Von nem Vierer mit 3 Frauen hätte ich vielleicht mehr gehabt!? 3 Kinder, Tripper!? Man weiß es nicht! Auf jeden aber paar Sekunden Spaß mehr im Leben!? Der Traum davon, als Privatier durchs Leben zu gehen, bis dato also auch nicht erfüllt.

Ein eigenes Gym wäre mega! Dafür fehlt aber Eigenkapital! Und das wäre ja noch mehr Arbeit, als irgendwo als Sesselfurzer zu arbeiten!

Ich mache gerne Fotos. Frau meint aber, ich könnte nicht fotografieren. Was dann aber fotografieren? Leichen?

Schauspielern? Ich kann zwar den Pausenclown unter Bekannten geben und habe immer lockere Sprüche auf den Lippen, bin auch einigermaßen schlagfertig, aber vor Fremden so tun, als wäre ich 007? No! Ich gucke verdammt gerne Movies, aber selbst nur so tun, als ob man ein anderer wäre, krieg ich nicht hin. War mal Statist. War mir schon zu blöd. Wollte ich mal testen. Immer auf Ansage, irgendwas machen und sagen. Wie blöd ist das bitteschön? Nackt auf der Theaterbühne rumstehen ... ok, das könnte ich noch hinbekommen, solang dann nichts anderes steht! Gehe ja auch FKK. aber kann man damit Geld verdienen? Also so richtig normal? Und gibts auch Theaterstücke, die zwischen 8 - 14 Uhr gezeigt werden? Wegen der Nacktheit dann wohl eher weniger, oder!?

Ich meine, sehr gerne helfen zu wollen. Ja, ich bin sehr hilfsbereit. Übertreibe es aber oft mit Ratschlägen. Obwohl ichs immer nur gut meine! Aber Ratschläge sind für viele einfach auch nur Schläge!?

Aber sowas wie Pflegeberufe gehen für mich gar nicht. Hut ab vor den Leuten, die das können und machen. Ein riesen Dankeschön an alle, die im pflegerischen, therapeutischen, ärztlichen Bereich arbeiten. Aber ich kann das nicht.

Dachte schonmal dran, an der VHS irgendwelche Sportkurse zu geben, weil 1. könnte ich das und 2. an der VHS darf ja jeder mal Kurse geben. Verdienst ist aber ein Witz und ich hätte ein Problem damit, wenn jemand auch nach dem dritten Erklären noch immer etwas falsch (nach)macht. Wofür stelle ich mich da vorne überhaupt hin? Um hübsch auszusehen und damit die Ü60-Damen mich in meinen knappen Pants anglotzen?

Modeln? Dafür zu hübsch! Auchn dummer Job, den kein Mensch braucht!

Instagram- oder Youporn ... sorry ... Youtube-Star? Ja ne, is klar! Alles Vollhonks da!

Sowas, wie als Mitarbeiter im Ideenmanagement könnte ich mir super vorstellen! Wenn ich irgendwo neu bin, bin ich gleich daran, zu überlegen, wie man was und wie ändern, verbessern könnte. Kommt natürlich nicht überall gut an. Und solche Jobs sind echt rar gesät.

Ich bin immer irgendwie von einem Job in den nächsten. Hatte meist Glück, aber auch mal Pech. War mal als Paketschubser, aus der Not heraus, tätig. Wasn Drecks-Job! Übelst stressig, anstrengend und man ist die ärmste Sau überhaupt, die auch oft als solche behandelt wird. Nie wieder! Wobei eine gewissen Selbstständigkeit nicht übel war!

Seitdem ich weiß, dass ich ADHS habe, bin ich einerseits beruhigt. Insofern, dass mir gezielt geholfen wird wegen Medis und ich weiß, woran es liegt, dass ich so bin, wie ich bin. Allerdings hilft mir das bis dato nicht mit den Jobs.

Ich weiß einfach nicht, was ich kann und will. Also welchen Job! Dass ich Ruhe bzgl. Job(suche) haben will, steht fest. Nur, dieser muss erst einmal gefunden werden!

Ich hab keinen Plan. Mir gehen immer mehr die Gedanken aus.

Kann man als ADHSler irgendwo und -wie testen, was man kann? Also so gezielte Skills-Testungen mit Jobempfehlungen? Gibt es Spezial-Coaches?

Würde u. a. diesbzgl. eine Reha in einer entsprechenden Klinik, die sich auf ADHS bei Erwachsenen spezialisiert haben, Sinn machen?

Was meint ihr? Was sagt ihr zu mir? Zu meinen Vorstellungen, evtl. Wünschen und Träumen? Zu dem, was evtl. zu mir passen könnte?

Bin gespannt!

Viele Grüße
Der Unbeugsame
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Der Unbeugsame » 10. Oktober 2018 16:42

Ach ja, und vergesslich bin ich auch noch. Hab übelstes Kurzzeitgedächtnis. Was zuletzt alles im Urlaub vor ein paar Wochen war, fast wie weggeblasen.

Frau erteilt mir schrifltliche Hausaufgaben (Wäsche, Küche ...).

Wenn ich mein Smartphone mit Kalenderfunktion nicht hätte, ich würde ständig Termine vergessen. Oft passierts mir auch, dass ich im Kopf habe, dass ich nach A noch zu B fahren muss. Ganz wichtig. Auf jeden zu B. B nicht vergessen! Wehe, du vergisst B! Mit A fertig, aber fahre ich dann zu B! No!
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Stefan SRO » 11. Oktober 2018 20:46

Mensch Bruder! Ich hätte nicht gedacht , dass es mich noch mal gibt!

Du bist mir so ähnlich wie ein Spiegelbild. Naja zumindest so 92%.

Ich 45 hatte mit 41 einen Burny und damit Karriereende. Dann haben alle 4 Jahre rumgerätselt woher Nervenentzündung usw. kommen. War vor der Diagnose sogar 1 Jahr bei eine Psychologin die nicht auf die Ursache kam.
Das habe ich dann selbst geschafft. Habe meinen Sohn in der 1. Klasse bei den Hausaufgaben und im Sozialverhalten beobachtet, mich selbst als Kind erkannt und begonnen zu recherchieren. Die Überweisung für Sohn und mich zum Psych habe ich dann selber beim HA angefordert und "Volltreffer".


"...Medikinet also ersetzt durch Strattera..." das wollte ich nach dem Reinfall mit Medikinet auch, habe mich aber nach vielen Gesprächen mit Betroffenen für Ritalin entschieden und bin heute bei Tag 2.

In welcher Gegend wohnst Du? Hast Du schon Anschluß an eine SHG gefunden?

VG
Stefan
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von ULBRE » 11. Oktober 2018 23:03

Hey Unbeugsamer,

da hast Du ja ein hübsches Paket geschnürt bekommen.
Falls es Dich beruhigt: so ziemlich alles, was Du berichtest, lässt sich als AD(H)S-Symptom erklären. Auch wenn bei Dir alles ein wenig arg intensiv ist - es liest sich wie die Symptomliste.

Darf ich nochmal nachfragen - Du bist mit 40 mg Medikinet eingesteigen, und weil das nicht gefunzt hat, habt ihr auf 80 mg erhöht ? Von jetzt auf gleich ???? Bitte, bitte sag, dass das nicht wahr ist !!!! Bitte sag, dass Du das ganz langsam aufdosiert hast...

Falls MPH auch ohne die angedeuteten Dosierungswahnsinn nicht gut war und Strattera auch nicht optimal tut (was es häufig nicht tut, auch wenn es für manche sehr gut tut) wäre Amphetamin (Elvanse) eine sinnvolle Alternative. Sonst bliebe noch Guanfacin...

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Der Unbeugsame » 12. Oktober 2018 00:10

Hey zusammen,

SHG = Selbsthilfegruppe?

Hab ich mich noch nicht drum kümmern können bzw. erst angefangen, mich umzuhören und nur ältere Suchergebnisse im www gefunden. Muss mal zum Hörer greifen und/oder Psychiater fragen.

Scheiß Vergesslichkeit ... bin mir sicher ... eigentlich. Erst 40 morgens, dann 40 morgens und 40 abends. Oder gab es die 60 noch als Zwischenschritt? :| Müsste ich echt nachfragen.

Bis jetzt fühle ich mich bzgl. Impulsivität mit 80 bzw. jetzt 105 Strattera ganz gut. Bzgl. Konzentration spür isch nüscht.

Aber wenn mich etwas nervt, dann muss es irgendwann raus. Das beschäftigt mich, bis ich was dagegen mache. Und dann wirds meistens stressig, nicht nur für mich, aber für mich am meisten. Grad wenn es um Ungerechrigkeiten, Ungleichbehandlungen ... geht. Warum darf der und ich nicht? Wieso bin ich jetzt der Arsch, wobei der andere der viel größere Arsch ist?

Schöne Grüße

DU
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von ULBRE » 12. Oktober 2018 01:03

Hey DU,

also tatsächlich von 0 auf 40 und dann auf 60 oder 80 mg MPH / Tag ?
Das ist...
...Wahnsinn...

Bei mir läuft das unter vorsätzlichem Hervorrufen von Nebenwirkungen.
Sorry, da geht mir der Hut hoch...

Falls Du mit Strattera nicht wirklich glücklich werden solltest, wäre ein neuer Versuch mit MPH durchaus eine Option.
Nur dann bitte laaaaaanngggssaaaaaaaam hochdosieren.
So viele Jahre Scheisse am Hacken, da machen zwei Wochen doch keinen Unterschied mehr ? Aber wenn Du aufgrund massiver Nebenwirkungen MPH ausbuchst, hast Du Dein Leben lang eine Option verloren, obwohl die bei vernünftiger Eindosierung (laaaaangsaaaaaam ;-))) durchaus sehr hilfreich hätte sein können...

Beste Grüsse

UlBre
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Der Unbeugsame » 12. Oktober 2018 07:16

Hi UlBre,

kenne mich mir der Dosierungsempfehlung ... nicht aus.

Hab das gemacht, was der Doc gesagt hat, bei dem ich mich auch so wohlfühle und er wohl weiß, was er macht. :?:

Für mich war die Erfahrung mit MPH jetzt so negativ, dass ich vor einem neuen Versuch echt Angst hätte.

Wie sieht denn eine langsame Einschleichung von MPH richtig aus?

Schöne Grüße

DU
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von EinMax » 12. Oktober 2018 11:02

Kann mich nur UlBre anschließen, 40mg MPH kam mir auch sehr heftig vor. Ich habe mit 10mg angefangen, und es gibt Leute, die stufen sich von 5mg hoch. Vielleicht weil bei dir die Symptome so heftig waren?

Die richtige Medikation zu finden, ist ein langwieriger Prozess, nicht zuletzt weil man nicht nur das richtige Medikament, sondern auch die richtige Dosis durch viel Versuch und Irrtum herausarbeiten muss. Das braucht viel Geduld, wofür wir ADHSler ja zum Glück überall bekannt sind. ;)

Zur Ausgangsfrage: Die hat mich auch gleich angesprochen. Ich bin auch so einer, der vieles ausprobiert hat, aber irgendwie zu nichts die volle Überzeugung aufbringen konnte, die mich dazu gebracht hätte, mein Leben darauf auszurichten und andere Dinge dafür an die Seite zu stellen. Ich glaube inzwischen, das Problem ist nicht, dass ich nicht weiß, was ich will, sondern dass ich nichts genug will. (Ergänzung seit der Diagnose: Genug, dass der bloße Gedanke daran die Dopaminausschüttung in Gang setzt.)

Es gibt aber shon ein paar Dinge, die ich leiber tue als andere und in denen ich auch ganz gut bin. Mein Ideal zur Zeit wäre, eins dieser Dinge in Teilzeit zu tun, damit ich noch genug Zeit für die anderen habe. Bin da aber auch nch nicht weiter mit. Ist auch nicht so leicht, was in Teilzeit zu finden. Hat sich einfach noch nicht genug herumgesprochen, dass das doch einfach viel besser für alle wäre.
Kann man als ADHSler irgendwo und -wie testen, was man kann? Also so gezielte Skills-Testungen mit Jobempfehlungen? Gibt es Spezial-Coaches?
Ob es etwas speziell für ADHSler gibt, weiß ich nicht, aber es gibt Job-Coaches, die zumindest grob die grundsätzlichen Fähigkeiten erfassen, bevor sie Empfehlungen aussprechen. Ich war, als ich noch gut auf Hartz 4 zu sprechen war, bei einem und habe da einen anderthalbstündigen Computertest gemacht, mit vielen Problemlösefragen und so, und am Ende kamen Einschätzungen zu Kriterien wie Leistungsmotivation, Problemlösefähigkeit, Belastbarkeit usw. heraus und daraus abgeleitet ein paar Berufsfelder, die zu dem Profil passen.

So was ähnliches gibt es auch online, etwa hier: https://www.kompetenzbilanz-online.de/n ... enzbilanz/
Das habe ich selber noch nicht ausprobiert, kann also nicht beurteilen, wie gut das ist. Ich habe das übrigens gefunden, als ich mach ADHS-tauglichem Jobcoaching gesucht habe - bist echt nicht allein mit deiner Suiche!

Damit hat man zwar immer noch nicht unbedingt eine zündende Idee, aber als Orientierungshilfe bringt's vielleicht was. Bei mir kam unter Anderem hohe Problemlösefähigkeit und Offenheit für Neues heraus, was dann über Profilempfehlungen in Richtung Wissenschaft oder Technik (naja, oder Sprachen) zu einer Weiterbildung in PHP, SQL und Webdesign geführt hat. Das passte gut, ich konnte dabei wiederentdecken, dass Coden mir tatsächlich Spaß macht.

Letztlich ist es ein bisschen Kaffeesatzleserei, aber so ein Test kann einem natürlich nicht sagen, was man gerne macht, nur worin man gut ist
ULBRE
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von ULBRE » 12. Oktober 2018 11:51

Hallo,

ich würde mit 5 mg unretardiert einmal am Tag (ja, wirkt nur 3 Stunden) anfangen und schauen, dass nichts passsiert.
Keine Wirkung, keine Nebenwirkung: gut, so soll das sein.
Danach alle 3 bis 5 Tage um 5 mg erhöhen, bis eine Wirkung spürbar wird.

Zweck: Körper kann sich dran gewöhnen, das vermeidet Nebenwirkungen.

Wenndie erste Wirkung da ist, würde ich die zweite Dosis am Tag in der gelichen Menge nehmen, also nach 3 Stunden die nöchste.
Wenn das funzt, alle 3 Stunden, so dass es auf den Tag passt.
Und danach die Dosis je Einnahme weiter erhöhen, bis die Dosierung passt.
Ich würde erst wenn die Eindosierung mit unretardiertem MPH steht auf retardiertes MPH umsteigen.
Dauert Wochen, ja. Nutzt aber ein Leben lang.

Von Null auf 40 ist mE Wahnsinn, von 40 auf 80 ist doppelter Wahnsinn.
Ok, ich bin kein Arzt, ich habe nur meine Meinung. Mit der stehe ich aber wahrlich nicht alleine, besonders wenn die Leute sich intensiv mit dem Tema beschäftigt haben.

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Der Unbeugsame » 20. Oktober 2018 05:38

Hallo,

ich werde das auf jeden mal ansprechen!

Ein Grund war, es so schnell so hoch zu dosieren, ist mein starker Stoffwechsel, da ich wochenlang von und bei 40 überhaupt nix gemerkt habe.

Schöne Grüße

DU
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Re: Ich weiß nicht, was ich will!? Was kann ich überhaupt?

Beitrag von Drei » 20. Oktober 2018 09:54

Der Unbeugsame hat geschrieben:
20. Oktober 2018 05:38
Ein Grund war, es so schnell so hoch zu dosieren, ist mein starker Stoffwechsel, da ich wochenlang von und bei 40 überhaupt nix gemerkt habe.
Bei uns der SHG hat letztens jemand angemerkt, dass Menschen mit hohem Blutdruck mehr MPH benötigen würden als Menschen mit niedrigem. So ganz verstehe ich den Zusammenhang aber nicht...
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