Verzweiflung im Berufsleben

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Nela20
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 27. November 2017 17:25

Verzweiflung im Berufsleben

Beitragvon Nela20 » 27. November 2017 18:03

Hallo allerseits! :)
Ich bin weiblich und 22 Jahre alt. Bei mir besteht ein Verdacht auf ADHS, allerdings stehe ich noch auf der Warteliste und muss ein halbes bis ein Jahr auf einen Diagnosetermin warten.

Ich habe allerdings ein Problem das nicht mehr so lange warten kann, deshalb frage ich hier, vielleicht hat jemand ähnliches erlebt.
Ich weiß natürlich nicht ob ich wirkich ADHS habe und selbst wenn ob es daran liegt:

Mit 17 habe ich die Schule beendet. Ich habe unzählige Praktika hinter mir, zwei abgebrochene Ausbildungen und ein abgebrochenes Studium und viele Gelegenheitsjobs.
Ich bin nicht faul, eher ehrgeizig und perfektionistisch. Abgesehen von meinem Abitur und dem Studium war ich sogar ziemlich gut in dem was ich gemacht habe. Mir ist ein unabhängiges Leben und ein regelmäßiges Einkommen auch wirkluch wichtig!
ABER jedes Mal wenn ich eine Tätigkeit länger ausüben muss, manchmal schon nach einem Tag, manchmal nach einem Jahr, bekomme ich das Gefühl verrückt zu werden. Ich kann nicht stil sitzen und zuhören, dann werde ich hibbelig, fange an mich zu kratzen oder zu zittern und glaube ich würde durchdrehen.
Genauso fühlt es sich an wenn ich Aufgaben im Beruf ausüben muss. Das Wissen morgen wieder zur Arbeit zu gehen und wieder das "Gleiche" oder was ähnliches machen zu müssen, lässt mich durchdrehen. Ich werde so wütend innerlich und unruhig. Irgendwann kommt die Angst dazu und wenn ich es nicht mehr aushalte und denke "morgen muss ich wieder hin und übermorgen und überübermorgen", dann kündige ich Hals über Kopf.
Ich habe Angst meinen aktuellen Job zu verlieren. Ich stelle mich schon echt doof an, mache ständig Leichtsinnsfehler und bin sehr unruhig, aber dazu kommt noch dass ich nach zwei Monaten wieder glsube durchzudrehen wenn ich das noch länger machen soll.

Kennt das jemand von euch?

Danke im Voraus!
Benutzeravatar
Chaos-Weib
Foruminventar
Beiträge: 534
Registriert: 25. Oktober 2010 12:05
Alter: 31

Re: Verzweiflung im Berufsleben

Beitragvon Chaos-Weib » 3. Dezember 2017 04:39

Hallo Nela,

herzlich willkommen in unserem Forum.
Schade, dass dir noch keiner geantwortet hat.

Leider habe ich keinen Lösungsvorschlag für dich. Aber ich möchte dir mitteilen, dass du mit dem Problem nicht alleine dastehst. Mir geht es ähnlich wie dir. Falls ich endlich mal einen Job gefunden habe, bei dem ich mir am Anfang vorstellen kann, das bis zur Rente vollends durchzuhalten, bin ich schon nach kurzer Zeit vollkommen verzweifelt und halte es keinen einzigen Tag länger mehr aus. Gekündigt habe ich bisher aber nur meine Minijobs. Die Vollzietstellen werden immer von der Arbeitgeberseite beendet, weil ich zu viele Fehler mache und zu langsam bin. Mein Arbeitsleben ist geprägt von Angst und Panik. Je länger ich in einer Firma arbeite, desto mehr Angst bekomme ich, dass irgend ein Fall kommt, den ich nicht bewältigen kann.

Viele Grüße von einer Mitbetroffenen
Nela20
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 27. November 2017 17:25

Re: Verzweiflung im Berufsleben

Beitragvon Nela20 » 4. Dezember 2017 18:27

Hallo Chaos-Weib,

Ich bin schon unglaublich erleichtert, dass es jemandem so geht wie mir!
Ich habe ja leider keinen Berufsabschluss und weiß auch nicht wie man sowas packt :o Bis jetzt war nach spätestens einem Jahr Schluss
Darf ich fragen was du gelernt/studiert hast und was du arbeitest?
Du kannst mir gerne auch privat antworten :)

Nela
Benutzeravatar
Chaos-Weib
Foruminventar
Beiträge: 534
Registriert: 25. Oktober 2010 12:05
Alter: 31

Re: Verzweiflung im Berufsleben

Beitragvon Chaos-Weib » 5. Dezember 2017 10:20

Hallo Nela,

ich habe dir eine PN geschrieben.

Viele Grüße
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 833
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Verzweiflung im Berufsleben

Beitragvon laetitia » 5. Dezember 2017 13:55

Hi Nela20

Nö, da bist du nicht allein...erst recht nicht hier :mrgreen: .

Mir ging es nach meiner Erstausbildung ganz ähnlich. Meine Erstausbildung habe ich auch nur abgeschlossen, weil ich extreme Angst hatte, wie meine Eltern darauf reagieren würden. Aber die Ausbildung war der Horror. Ich fuhr jeden Tag da hin mit dem Wunsch, nicht aus dem Zug steigen zu müssen und dort hin zu gehen.

Ich hatte danach einige Temporärjobs, was mir gut passte, weil ich die einfach endeten, ohne dass irgendwer kündigen musste. Allerdings hat mir das dann auch nicht geholfen, weil wenn so viele Kurzjobs im Lebenslauf drin sind, denken die interessanten Arbeitgeber, dass man eh nach zwei Monaten wieder weg ist...

An meiner jetzigen Stelle bin ich seit fast acht Jahren, was ich selber nicht so wirklich glauben kann. Ich hatte schon unzählige Krisen und wäre am liebsten gegangen, hab mich dann zusammengerissen und so halt von Krise zu Krise durchgehalten. Was mir dann auch geholfen hat ist, dass ich nebenher noch meine Uni-Zulassung machte und dann angefangen habe zu studieren. Dabei musste ich feststellen, dass ich bisher immer in Jobs gearbeitet hatte, die eigentlich weit unter meinen Fähigkeiten und Kompetenzen liegen, einfach weil ich mir gar nicht mehr zutraute...da ich immer als dumm galt und das trotz Gegenbeweis irgendwie immer noch tief sitzt.

Langsam verstehe ich aber, dass ich eine Arbeit brauche, bei der ich denken darf und muss. Auch muss es eine Arbeit sein, die sich immer wieder verändert. Daher strebe ich als nächstes an, eine Arbeitsstelle zu finden, wo man in Projekten arbeitet.

Vielleicht hilft es dir, mal aufzuschreiben, was dich genau verrückt macht. Was dieses Gefühl auslöst.
Ich hatte mal einen Job, wo ich Täglich den gleichen Serienbrief ausdrucken, verpacken und zur Post bringen musste. Nach zwei Monaten kam ich ins Büro und sah die farbigen Umschläge und musste mich fast übergeben. Das war dann der Moment, wo ich mir was neues suchte und ging. Heute ist mir klar, dass das auch anders gegangen wäre. Ich hätte zum Beispiel mal mit dem Chef sprechen können, ob er mir auch etwas anspruchsvollere Arbeit hätte. Eventuell hätte ich mir so eine gute Stelle schaffen können. Aber ja, im Nachhinein kann man das halt so sagen...

Wichtig denke ich ist, dass du für dich herausfindest, wie du tickst, was du brauchst um die Motivation halten zu können. Das ist nicht so einfach...ich bin jetzt 40...und weiss erst seit gut einem Jahr, was das für mich heisst. Aber ich habe lange auch nicht darüber nachgedacht. Weil irgendwie ging es halt immer...

Zurück zu „ADHS im Studium und Berufsleben*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 33 Gäste