Depyrrol

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Hat jemand Erfahrung mit Depyrrol für Kinder?

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Feli2611
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Depyrrol

Beitragvon Feli2611 » 6. Dezember 2013 09:11

Hallo,
ich bin neu hier und möchte mal fragen, ob es jemand gibt der mit dem Medikament Depyrrol für Kinder Erfahrung hat.
Mein Sohn ist grad 12 Jahre geworden. In der Grundschule ist ADHS festgestellt worden. Er nimmt seitdem Medikamente, nach vielen ausprobieren ist er mit Concerta bis jetzt sehr gut zurecht gekommen obwohl ich so seit September (Schulbeginn) eine deutliche Leistungsschwäche festgestellt habe. (Kein Bock, blöde Schule usw.). Er war zwar ruhig aber die Leistungen
haben sehr nachgelassen. Wir waren jetzt zwei mal in Therapie bei einer Osteophatin die ihn kinesiologisch getestet hat. Sie hat festgestellt das das Concerta ihn zwar ruhig stellt aber keine Konzentration fördert. Sie hat uns darauf Depyrrol empfohlen um die Gehirn-Tätigkeit wieder anzukurbeln. Leider häufen sich seit der Einnahme die Beschwerden der Schule. Er stört, hört nicht, folgt keinen Anweisungen  - also die ganze Palette. Es ist frustrierend. Ich hab echt gedacht es würde helfen, zumal er jetzt auch das Alter hat, sich selbst bissel mehr kontrollieren zu können. Deshalb meine Frage, ob jemand auch Erfahrungen damit hat. Vielleicht muss sich der Körper auch erst dran gewöhnen.
Wäre lieb, wenn Sich jemand melden würde.
Weil
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Re: Depyrrol

Beitragvon Weil » 6. Dezember 2013 11:30

[quote="Feli2611"]
Leider häufen sich seit der Einnahme die Beschwerden der Schule. Er stört, hört nicht, folgt keinen Anweisungen  - also die ganze Palette.
[/quote]
Dann würde ich es nicht weiter einnehmen  :icon_rolleyes: und die Verschlechterungen in der Schule mit dem behandelnden Psychiater besprechen. Bei einsetzender Pupertät kann es schon sein, dass die Dosierung verändert werden muss.

Dass Heilpraktiker MPH als nicht wirksam erklären ist nicht verwunderlich, das liegt außerhalb ihrer Kompetenzen, sie können es ja nicht verschreiben und sie haben keine Ausbildung und keine Erfahrung mit AD(H)S, weder psychiatrisch, noch psychologisch, noch therapeutisch. Und es bringt kein Geld ein.

Ob Vitamine und Mineralstoffe bei AD(H)S nun besser helfen als MPH, ist Glaubenssache, aber doch eher unwahrscheinlich, selbst wenn bei manchen eine besondere Ernährung oder Zusatzstoffe einige AD(H)S-Symptome lindern können. Was bei euch mit diesem Depyrrol ja wohl nicht der Fall ist.

Also lieber keine Experimente, besonders nicht in so einem schwierigen Alter.

Ich würde empfehlen, den Psychiater einzubeziehen und den Sohn eventuell mit einer ergänzenden Therapie zu fördern und vielleicht auch ein Elterntraining für den Umgang mit dem pupertierenden AD(H)Sler zu beginnen.

Und willkommen im Forum.  :winken:
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Kaina
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Re: Depyrrol

Beitragvon Kaina » 7. Dezember 2013 13:18

Kann mich Weil schon mal anschließen. Pubertätserscheinung sind nicht zu verachten :A:
'Tschuldigung, ich weiß, ist nicht immer so spaßig  :icon_rolleyes:.

Also: Dosierung von Concerta mal neu checken lassen  :ja1:

Ergänzend:
Mit Depyrrol hast du eher deinem Geldbeutel als deinem Kind 'was angetan - es sei denn, du hättest es lange und/oder höher dosiert verabreicht, wobei die Symptome aber anders wären.
(zuviel VitB6 ->
Zinküberdosierung->
Manganüberdosierung->)




Ganz nebenbei noch mal...
AD(H)S wird ja soooo gerne zu einer Modekrankheit deklariert.
Erstaunlich ist, dass die, die an dieser "Deklaration" mit Feuereifer beteiligt sind, so ganz nebenbei echte Modekrankheiten aus dem Hut ziehen mitsamt Medikation.

Und diese Medikationen umgehen nicht nur fröhlich jeglicher Überprüfung durch die Bfarm, weil sie schlicht "Nahrungsergänzung" genannt werden, sondern lassen sich auch noch  hübsch teuer vermarkten.

Neu für mich war nur, dass die HPU- und KPU-Vermarktungsgenies jetzt beginnen zu streiten, weil ja ein riiieeesige Unterschiede zwischen Kryptopyrrolurie und Hämokryptopyrrolurie (oder auch gerne Hämopyrrollaktamurie) bestehen.

Merke:
wären HPU und KPU des Rätsels Lösung zu allem, angefangen bei ADHS, über Allergien und Migräne bis hin zu Sucht, hätte sich das in wissenschaftlichen Kreisen nicht nur längst herumgesprochen.

Die bösen Pharmazeuten hätten sich sicher auch längst eifrigst draufgestürzt, da sich Medikamente Nahrungsergänzungsmittel ohne teure Studien viieeeel einfacher auf den Markt werfen lassen.  :ja1:
Zuletzt geändert von Kaina am 7. Dezember 2013 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Falschparker
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Re: Depyrrol

Beitragvon Falschparker » 7. Dezember 2013 15:53

Ich nehme an die Osteopathin kriegt noch Geld für ihre Pfuscherei? Eigentlich müsste sie euch Schmerzensgeld geben.

[quote="Feli2611"]
Sie hat festgestellt das das Concerta ihn zwar ruhig stellt aber keine Konzentration fördert.[/quote]

Ah so, wie will sie das denn festgestellt haben? Concerta ist ein Stimulans, so wie Coffein auch ein Stimulans ist, es ist kein Ruhigsteller. Richtig dosiert fördert es natürlich die Konzentration.

Sie hat uns darauf Depyrrol empfohlen um die Gehirn-Tätigkeit wieder anzukurbeln. Leider häufen sich seit der Einnahme die Beschwerden der Schule.


Aha, und das Vitaminzeug kurbelt also die Gehirntätigkeit wieder an??  :kk:

Wenn du schreibst, "seit der Einnahme" häuften sich die Beschwerden von der Schule, meinst du damit es ist durch das Depydingsda (zusätzlich) schlimmer geworden? Oder hast du Concerta gleichzeitig abgesetzt?

Ich hab echt gedacht es würde helfen, zumal er jetzt auch das Alter hat, sich selbst bissel mehr kontrollieren zu können.


Du sagst er sei 12? Da beginnt die Pubertät. Eigentlich ein Alter, in dem man sich schlechter und nicht besser kontrollieren kann.

nach vielen ausprobieren ist er mit Concerta bis jetzt sehr gut zurecht gekommen obwohl ich so seit September (Schulbeginn) eine deutliche Leistungsschwäche festgestellt habe. (Kein Bock, blöde Schule usw.). Er war zwar ruhig aber die Leistungen haben sehr nachgelassen.


Mit Beginn der Pubertät muss das Medikament sehr häufig angepasst werden. Mein Sohn brauchte seitdem erheblich mehr, manche brauchen auch weniger. Hast du dem Arzt das schon gesagt mit dem Leistungseinbruch seit September?

Auf jeden Fall überschreitet diese Osteopathin ihre Kompetenzen massiv. Sie ist keine Psychiaterin, versteht offensichtlich nichts von ADHS (sonst hätte sie das mit dem "ruhig stellen" nicht gesagt) und versucht das Vertrauensverhältnis zu eurem Arzt zu erschüttern, um ihre Behandlung durchzusetzen, und zwar auf Kosten eures Kindes. Das ist so dreist, da fehlen mir die Worte.  :baw:
<><
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Re: Depyrrol

Beitragvon Feli2611 » 9. Dezember 2013 08:55

Hallo und vielen, lieben Dank für Eure Antworten.
Ja ich bin hin und her gerissen ob ich meinen Sohn damit wirklich einen Gefallen tu oder nicht. Am WE war es sehr schlimm mit ihm, was meinen Verdacht bestätigt, dass die Pubertät voll zuschlägt. Er hört überhaupt nicht wenn er was machen soll (Ranzen packen z.Bsp.). Da wird diskutiert und gebockt und ausgeflippt. So schlimm war es mal vor vier Jahren als alles angefangen hat. Da flog schon mal einiges durch de Kante - so ist es jetzt wieder.
Ich hab einfach nach einem "rettendem" Faden gegriffen - ich will ihm helfen - und die Erklärungen der Osteophatin waren einleuchtend und vielversprechend. Ich hab mit unserer Ärztin gesprochen. Sie hat ihr oK zur Einnahme gegeben - wir sollten es probieren, sie kann es verstehen. Aber der Schuß ging wohl nach hinten los.  :baw:
Man liest gutes und schlechtes über Concerta und co., wobei man sich ja immer an dem schlechten hochzieht. Vielleicht habe ich mich davon zu sehr beeindrucken lassen und hatte Angst, dass ich ihm sehr schade damit. Ich werde meine Ärztin heute anrufen, ob ich nun einfach wieder umsteigen kann und ob wir vielleicht die Dosierung ändern. So dass er nicht nur ruhig ist, sondern sich auch besser konzentriert. Im Moment nimmt er Concerta 36. Er ist natürlich auch sehr, sehr dünn und mit dem Gewicht immer an der Grenze. Sonst hätte sie vielleicht schon was geändert. Mal sehen - ich frag sie.
Nochmal Danke an Euch - schwere Zeit im Moment und wenig Verständnis von außen. :baw:
nixe
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Re: Depyrrol

Beitragvon nixe » 9. Dezember 2013 10:05

Was habt Ihr sonst so an Therapiebausteinen aktiviert ? Wie sieht´s z.B. mit Sport aus, betreibt Dein Sohn etwas und bekommt er da Erfolgserlebnisse ? Wie schlägt die therapeutische Begleitung an ?

ADS ist nicht immer gleich. Leider kann man nicht "einfach" Medikamente nehmen / geben und hört danach nie wieder von Problemen. Es ist häufig ein Austarieren oder Nachjustieren nötig, auch gibt es schlicht bessere und weniger gute Zeiten. Mit "ruhig stellen" hat das gar nichts zu tun.

Sorry, dass ich es auch noch einmal aufgreife, aber derartige Äußerungen von unqualifizierter Seite regen mich einfach auf - die Osteopathin kann da gar nichts "Feststellen", dazu fehlt ihr ganz einfach jede fachlich relevante Ausbildung. Höchstens kann sie ihre persönlichen Vorurteile verbreiten bzw. wiederkäuen. Und natürlich die Hand aufhalten, zum Abkassieren ihrer "Behandlung".
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Re: Depyrrol

Beitragvon Feli2611 » 9. Dezember 2013 11:03

Hallo nixe,
für Sport hat er leider überhaupt kein Interesse. Ich habe ihn schon immer versucht zu motivieren aber nix. Sein bester Freund, der aber leider nicht in der Nähe wohnt hat ihm von Karate und Judo vorgeschwärmt aber nix zu machen. Er hat Angst sich weh zu tun.
Bei dem kinesiologischen Test wurde eben festgestellt, dass er negativ auf das Concerta reagiert und deshalb haben wir den Weg eingeschlagen. Wie gesagt, man greift eben nach dem kleinsten Hoffnungsschimmer.
Er hat es auch in der Schule nicht leicht. Schon in der Grundschule waren immer Hänseleien an der Tagesordnung und jetzt in der Mittelschule geht es weiter. Vor zwei Wochen hat er eine Schramme über dem Auge - war natürlich keiner. Viel kommt von der Schule nicht - nur Beschwerden.
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Re: Depyrrol

Beitragvon nixe » 9. Dezember 2013 12:44

Was ist mit Ergotherapie ?

Und hat er eine der asiatischen Kampfsportarten mal selbst ausprobiert ? Meiner (7) geht jetzt seit einigen Monaten zum Aikido. Es wird erst jetzt langsam zum Selbstläufer, das Aufraffen zum Hingehen fällt schwer, hinterher ist er aber wunderbar ausgeglichen und stolz darauf, beim Training gewesen zu sein (und schön müde : )))

Wichtig finde ich persönlich, einerseits dranzubleiben und immer wieder anzuschieben, andererseits aber auch ein "nein, heute nicht" zu akzeptieren (wenn es nicht mit Verhandlungen überwunden werden kann : )

Vielleicht kannst Du es Deinem Jungen auch irgendwie schmackhaft machen, bis es sich hoffentlich selbst trägt ? Habt Ihr es schonmal bei den Pfadfindern probiert ?
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Re: Depyrrol

Beitragvon Falschparker » 9. Dezember 2013 12:59

[quote=&quot;Feli2611&quot;]Bei dem kinesiologischen Test wurde eben festgestellt, dass er negativ auf das Concerta reagiert[/quote]

Einen kinesiologischen Test, bei dem festgestellt werden kann, dass jemand so oder so auf Concerta reagiert, gibt es nicht.  :icon_eek:
<><
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Re: Depyrrol

Beitragvon Weil » 9. Dezember 2013 13:43

Bei dem kinesiologischen Test wurde eben festgestellt, dass er negativ auf das Concerta reagiert

Feli, jetzt schalte mal wieder deinen Verstand ein.
Kinesiologie hat was mit Bewegung zu tun, Osteopathie mit den Knochen, AD(H)S mit dem Gehirnstoffwechsel.
Also?
Es wurde etwas behauptet, nicht festgestellt. Offenbar geht es hier nicht um das Wohl deines Sohnes, sondern um Kundschaft, Geld.
Und du hast festgestellt , dass nichts dran ist, vertrau dir selber und dem was du siehst.

Dass du  "nach dem kleinsten Hoffnungsschimmer" greifst, ist überaus verständlich, aber dies ist der falsche Weg.

Vielleicht liest du dir die Beiträge nochmal durch: begleitende Therapien, Dosisanpassung, Sport (muss ja nicht unbedingt Vereinssport , Kampfsport oder Wettbewerb sein), Förderung der Stärken (Erfolgserlebnisse), Konsequenz und der Pupertät entsprechender Umgang ...
nixe
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Re: Depyrrol

Beitragvon nixe » 9. Dezember 2013 14:13

Ich glaube, das ist jetzt schon klargeworden.

Aber es ist ein, wie ich finde, ergreifendes Beispiel dafür, warum Eltern in Notlagen auch auf abwegige "Heilmethoden" verfallen können. Da steht dann jemand, der plötzlich die Lösung zu haben scheint...... einfach ein bißchen drücken, schieben, ziehen und ein paar Kräuter, schon steht ein neuer Weg offen.

Ganz am Rande: neulich habe ich mitbekommen, dass allein in Deutschland jedes Jahr 400 Millionen Euro Gewinn im Bereich Homöopathie gemacht werden. Tendenz natürlich steigend. Da soll mir noch einer kommen von wegen "böse Pharmaindustrie mit ihren kommerziellen Interessen" vs. "liebe harmlose Kräuterleutchen, die kein bißchen aufs Geld schielen".

Leider ist es nicht so einfach. Der Weg ist oft nicht leicht und immer geradeaus. Aber vielleicht tröstet der Gedanke etwas, dass auch alle anderen Kinder, ohne ADS, ihre schwierigen Zeiten haben. MPH zu nehmen bedeutet eben leider nicht, dass ab da immer alles einfach und wie auf einer gerade Bahn läuft.

Die Hoffnung liegt in Euch selbst und vor allem in Eurem Sohn. Es gilt, einen Weg zu finden, seine Stärken zu betonen und ihn darin zu unterstützen, sein Bestes zu geben. Das kann leider keiner aus seinem Rücken herausfummeln. Auch, wenn im Moment alles düster zu sein scheint - diesen Weg werdet ihr finden !
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
fischbroetchen
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Re: Depyrrol

Beitragvon fischbroetchen » 11. Dezember 2013 14:10

Hallo,

Depyrrol enthält hauptsächlich Zink und Vitamin B6 in hoher Dosierung.
Wenn tatsächlich ein Mangel vorliegen würde, könnte man das mit wesentlich
günstigeren Präparaten behandeln, die nicht so hoch dosiert sind.

LG fischbrotchen

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