Welche homöopathischen Mittel bei ADS

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Spitzbub
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Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Spitzbub » 5. Oktober 2011 14:22

Hallo ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier. Meine Tochter Marie ist 4 Jahre alt. Jeden Tag kommt die Erzieherin auf mich zu: Marie isst zu langsam, braucht eine 3/4 Stunde für 2 Bissen; sie ist die letzte beim Anziehen; träumt ständig vor sich hin usw. Mich nervt das schon und mir tut meine Tochter unheimlich leid, weil sie wohl deswegen auch von anderen Kindern geärgert wird und überhaupt nicht mehr in den Kindi gehen mag. Ich würde ihr so gerne helfen.
Habe mich dann ein bißchen durchgegoogelt und hätte Marie so eingeschätzt, dass sie ADS hat. Aber so richtig trauen, deswegen zum Arzt zu rennen, habe ich mich auch nicht, da ADS oder ADHS ja nur als "Modekrankheit" gesehen wird und ich glaube, die meisten Eltern mit solchen Kindern werden nicht richtig ernst genommen.
Jetzt habe ich überlegt, ob es vielleicht homöopatische Mittel gibt, die da auch helfen und welche Erfahrungen ihr damit habt. Vielleicht hilft es ihr ja auch. Zumindest wäre es für mich ein erster Schritt, bevor ich zum Arzt renne und sie dann Medikamente bekommt. Wie lange müsste man solche Medikamente nehmen? Lebenslang? Und die Nebenwirkungen?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen!!!

Liebe Grüße
Spitzbub
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Angie
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Angie » 5. Oktober 2011 14:52

Da gibt es Zappelin als Beispiel, sauteuer und hat bei meinen Kinder nicht geholfen.
Und Schüssler-Salze Nr. 5 , Nr. 7 , Nr. 9  und auch irgendwie das Geld umsonst ausgegeben.
Kurz gefasst, homöopathische Mittelchen haben meine Kinder nicht geholfen.
Es war für sie einfach nur leckere Zuckerperlchen.  :icon_rolleyes:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
reneh

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon reneh » 5. Oktober 2011 15:00

Hallo Spitzbub,

erstmal
:willkommen:

Hier mal der Link zu einer Diskussion über homöopathische Mittel
eventuell hilft Dir das weiter?

http://www.adhs-anderswelt.de/http://lo ... ic.php?t=5
Zuletzt geändert von reneh am 5. Oktober 2011 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
Yasmine

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Yasmine » 7. Oktober 2011 21:49

Hi,

wenn du ihr homöopathische Mittel geben willst, dann würde ich dir empfehlen, ihr keine Komplexmittel (Zappelin, Schüssler Salze) zu geben, sondern zu einem klassischen Homöopathen zu gehen, der ihr erst nach einer ausführlichen Anamnese (Krankenheitgeschichte) ein individuelles Konstitutionsmittel verschreiben wird.Ein solches Mittel wird in der Regel nicht jeden Tag eingenommen, sondern alle 1-2 Wochen (wobei das sehr unterschiedlich ist).Man soll dabei das Kind immer gut beobachten (vor und nach Gabe) und Rücksprache mit dem Homöopathen halten (i.d.R. nach einer Anamnese von 1-2 Stunden dann jede Woche telefonisch).

Ob dies ausreichen wird, um ihre Langsamkeit, Aufmerksamkeitsdeifizit, Hypoaktivität zu verringern, verschwinden zu lassen, ist natürlich ungewiss.Da hilft nur versuchen und abwarten.

Mein Sohn hat nach einer Anamnese (2 Stunden in der Praxis des HP) ein individuelles Konstitutionsmittel bekommen (ein Mittel, das seinen individuellen Symptomen entspricht) und man konnte jedesmal 1-2 Tage später die Wirkung beobachten: er war freundlicher, ruhiger, umgänglicher als sonst (keine schlechte Laune, Provokation, keine Wutanfälle, usw.).Sogar sein Vater, der vom Experiment nichts wusste, hat es gemerkt (" Der ist ja so brav zur Zeit!").Nach der Gabe konnte er sogar 2 Mal den ganzen Tag friedlich mit seinem Schulkameraden spielen, obwohl er vorher mit ihm immer sehr agressiv war (sie rauften jedesmal auf dem Boden).Ich und meine Freundin (Mutter des Jungen) konnten unseren Augen nicht  trauen.Leider hielt die Wirkung jeweils nur 1-2 Wochen, danach musste er wieder Globulis nehmen (3 am Tag).Das 3.Mal weigerte er sich leider, sie wieder zu nehmen und das alte Verhalten trat wieder ein.

Bei einem Kind über 6 Jahren, der MPH bekommen darf, würde ich Homöopathie nicht empfehlen (nur zusätzlich zu MPH), aber bei jüngeren Kindern, die in der Regel kein MPH bekommen dürfen, finde ich den Versuch angebracht.Schaden kann es nicht.Es wirkt oder es wirkt nicht.

Allerdings mußt du dich nach einem guten klassischen Homöopathen umschauen.Ein klassischer Homöopath arbeitet nur mit Homöopathie und verschreiben nur individuelle Mittel, keine Komplexmittel.Über Verbände kannst du nach klassischen Homöopathen in deiner Umgebung suchen.

Was du auch wissen sollst: die Kosten sind relativ hoch.Für die Anamnese habe ich 180 € bezahlt. Allerdings verrechnet mein Homöopath für die Telefonate nur 18 € im Monat (2-4 Telefonate), somit halten sich die Kosten danach im vernünftigen Rahmen (ist aber nicht bei allen Homöopathen so!!! Vorher bitte gezielt nachfragen!).

Falls du nach 1 Jahr das Gefühl hast, daß sich das Verhalten deiner Tochter nicht wesentlich verändert hat, dann kann ich dir nur empfehlen, sie (mit 5, spätestens 6 Jahren) einem ADHS Arzt (Kinderpsychiater z.B.) vorzustellen.Evtl. muß sie dann bei einem ADS Methylphenidat bekommen, um sich in der Schule konzentrieren zu können.

LGYasmine
Falschparker
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Falschparker » 7. Oktober 2011 22:26

Sorry, wenn ich mich wiederhole: Nicht jedes ADS-Kind braucht Medikamente, aber wenn, dann die richtigen.

Ganz herzlich Willkommen in diesem Forum!  :ja: :froi1:
<><
Eugenie

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Eugenie » 7. Oktober 2011 22:37

Mein Rat:
Spare die Knete und geh zu einem richtigen Arzt!
Wir haben alles durch und bis auf das wir uns von der Kohle locker einen Kleinwagen hätten kaufen können ist nichts dabei herumgekommen. Na ja, die Homöopathen haben ordentlich abgesahnt....
reneh

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon reneh » 7. Oktober 2011 22:42

[quote=&quot;Yasmine&quot;]
.Schaden kann es nicht.
[/quote]

Sehe ich anders, es schadet Deinem Geldbeutel und Deinem Kind, da Du Dein Kind zu den verschiedensten Leuten schleppst, die alle nur Dein Bestes wollen. Dein Geld.
Es ist verlorene Zeit und verlorenes Geld.
Lieber gleich zu jemandem, der weiss wo von er spricht und WIRKLICH helfen kann.

Das hat nichts mit Schulmedizin und Medikamenten zu tun.
Damit meine ich NICHT zwangsläufig Schulmedizin und/oder Medikamente.
Aber Mittel kaufen, die NACHWEISLICH aus nichts anderem bestehen als aus Zucker ist Geldverschwendung.
Zuletzt geändert von reneh am 7. Oktober 2011 23:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon No User » 7. Oktober 2011 23:03

Bevor man überhaupt sinnvoll über Therapie nachdenken kann, braucht man erst mal eine Diagnose.

Die muss auch nicht zwingend ADS heißen. Sich sowas herbeizugooglen, ist alles andere als ein sinnvoller Weg.

Für das extrem langsame und verträumte Verhalten (soweit es von dem, was man in diesem zarten Alter erwarten darf deutlich abweicht) gäbe es auch einige andere mögliche Erklärungen, darunter auch solche, wo man froh wäre, wenn es "nur" ADS ist.

Gerade einfach ist eine Diagnostik in so jungen Jahren zwar nicht, aber wenn die Probleme sich jetzt schon häufen, wird es trotzdem Zeit, ihnen auf den Grund zu gehen.

Sollte die Diagnose tatsächlich ADS heißen, so bedeutet das keineswegs automatisch Medikation. Schon gar nicht jetzt. So früh fängt man nur in sehr speziellen Notfällen eine ADS-Medikation an.

In der Vorschulzeit ein Jahr zu verlieren durch wirungslose Therapieversuche ist durchaus ein erheblicher Schaden, der sich später an der Schule rächen wird. Sinnvollere Alternativen zu Homöopathie sind beispielsweise Psychomotorik, Ergotherapie, Verhaltenstherpie und noch einiges, was Eltern an geeigneter Erziehung beitragen können (wofür sie sich schlau machen und das am besten auch mal praktisch trainieren)

LG
Steffchen
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caithlin
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon caithlin » 9. Oktober 2011 16:37

Da kan ich nur sagen, daß ich die Sache genau wie Steffchen sehe mit den Weg zum Arzt zur Abklärung.  Wir haben leider viele (!) Jahren verloren mit alternative Therapien. Ich hätte mein Sohn so gerne sein erstes halbes Schuljahr erspart, wo alles schief lief bis wir die Diagnose hatten. Danach ging es uns alle (!) sehr viel besser.

Es muss ja auch kein ADS sein und deine Tochter ist erst 4. Aber sollte es das sein, kann man jetzt schon einiges gutes machen um sie zu unterstützen. Und wenn es indirekt ist, indem man die Erzieherin ein paar wichtige Infos und Tipps gibt, damit es besser läuft. Damit die Probleme gar nicht erst entstehen müssen...

Lass dich nicht verunsichern aber warte auch nicht zu lange ab. Und höre auf dein Bauchgefühl.
LG, caithlin
Yasmine

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Yasmine » 10. Oktober 2011 18:57

[quote=&quot;steffchen&quot;]
In der Vorschulzeit ein Jahr zu verlieren durch wirungslose Therapieversuche ist durchaus ein erheblicher Schaden, der sich später an der Schule rächen wird. Sinnvollere Alternativen zu Homöopathie sind beispielsweise Psychomotorik, Ergotherapie, Verhaltenstherpie und noch einiges, was Eltern an geeigneter Erziehung beitragen können (wofür sie sich schlau machen und das am besten auch mal praktisch trainieren)
[/quote]

Das Eine (klassische Homöopathie mit Konstitutionsmitel) schliesst das Andere (Ergotherapie bei Schwäche der Fein-und Grobmotorik, Verhaltenstherapie, ADS Elterntraining) nicht aus.Man kann durchaus alle Therapien kombinieren.

Außerdem braucht man für eine homöopathische Konstitutionsbehandlung zuerst keine ADS Diagnose.Es werden nur die Symptome behandelt, der Name der Krankheit ist eigentlich egal.

Das schliesst wieder aber nicht eine gründliche ADS Diagnose aus.Aber meines Erachtens ist sie vor dem 6.Lebensjahr nicht möglich und dazu ist MPH nur ab dem 6.Lebensjahr zugelassen und wird somit erst ab diesem Zeitpunkt in der Regel verschrieben.Also hat die Schulmedizin bis zum Alter nicht viel anzubieten.

Somit spricht m.E. nichts gegen einen Versuch mit Homöopathie und anderen Alternativtherapien.Immerhin wird das Kind erst in 2 Jahren eingeschult, da bleibt reichlich Zeit, um die Wirkung dieser Therapien nachzuprüfen.

Sind diese wirkungslos geblieben, dann kann ich aber nur einen Versuch mit MPH empfehlen nach einer gründlichen ADS Diagnose und das so bald wie möglich nach dem 6.Geburtstag.

Nachdem ich die Wirkung der Globulis (Konstitutionsmittel) bei meinem 9.Jährigen gesehen habe, bedauere ich sehr, ihn nicht schon als Baby/Kleinkind damit behandelt zu haben.

LGYasmine
Eugenie

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Eugenie » 10. Oktober 2011 19:30

Das Eine (klassische Homöopathie mit Konstitutionsmitel) schliesst das Andere (Ergotherapie bei Schwäche der Fein-und Grobmotorik, Verhaltenstherapie, ADS Elterntraining) nicht aus.Man kann durchaus alle Therapien kombinieren.

Ich möchte die Eltern sehen, die tagtäglich von einer Therapie zur nächsten hetzen um dann letztendlich zum Schluss zu kommen, dass Homöopathie, die in der Regel auch noch selbst zu zahlen ist, vollkommen für die Katz ist.
Mir ist KEIN Fall bekannt, in dem die Homöopathie auch nur im Ansatz bei Adhs irgendwie dauerhaft funktioniert hat.

Somit spricht m.E. nichts gegen einen Versuch mit Homöopathie und anderen Alternativtherapien.

Siehe oben! Gegen Alternativtherapien spricht einiges. Zumal es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gibt, dass es überhaupt wirkt. Wie denn auch? :icon_rolleyes:
Aber ich kann ja sämtliche Argumente dagegen NOCHEINMAL auflisten.

Yasmine, deinem Schreiben entnehme ich, dass ich nach zwei Jahren unwirksamer Behandlung durch Homöopathie am Ende doch bei Mph lande? Dann kann ich mein Geld auch im See versenken. Oder möchtest du die Rechnung begleichen? :wu:

Ich denke den Kindern sollte auch noch die Möglichkeit gegeben werden ihre Freizeit spielend zu verbringen und nicht mit nutzlosen Alternativtherapien die Zeit zu verplempern.

Das schliesst wieder aber nicht eine gründliche ADS Diagnose aus.Aber meines Erachtens ist sie vor dem 6.Lebensjahr nicht möglich und dazu ist MPH nur ab dem 6.Lebensjahr zugelassen und wird somit erst ab diesem Zeitpunkt in der Regel verschrieben.Also hat die Schulmedizin bis zum Alter nicht viel anzubieten.

Bei einer schweren Form von Adhs werden diese Medis auch schon früher verschrieben. Allerdings tun sich die Mediziner mit der Diagnostik vor dem 6. Lj. schwer. Aber es ist nicht unmöglich!
Zuletzt geändert von Eugenie am 10. Oktober 2011 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
Falschparker
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon Falschparker » 10. Oktober 2011 22:07

Yasmine, wenn ich dich richtig verstanden habe, habt ihr mit den homöopathischen Mitteln jeweils 1-2 Wochen Erfolge gesehen. Und das hatte hunderte Euro gekostet.

Hattest du dich nicht an anderer Stelle über die große Naivität mancher bibeltreuer Christen gewundert? Wobei ich dir leider zustimmen muss, viele Christen sind sehr naiv und dabei noch medikamentenfeindlich und esoterisch, was eigentlich überhaupt nicht (mit dem Glauben an Jesus) zusammen passt.

Aber deine große Offenheit für Homöopathie kann ich da auch nicht verstehen.

Doch, es gibt schon eine Menge zu verlieren, wie Eugenie auch schon deutlich sagt. Vor allem Zeit, das ist viel schlimmer als ein paar Hundert Euro.

[quote=&quot;Yasmine&quot;]
Das schliesst wieder aber nicht eine gründliche ADS Diagnose aus.Aber meines Erachtens ist sie vor dem 6.Lebensjahr nicht möglich und dazu ist MPH nur ab dem 6.Lebensjahr zugelassen und wird somit erst ab diesem Zeitpunkt in der Regel verschrieben.Also hat die Schulmedizin bis zum Alter nicht viel anzubieten.
[/quote] 

Das mag für manche Ärzte leider zutreffen. Aber eine ADS-Diagnose ist wie ich finde durchaus mit viereinhalb Jahren möglich. Sicher wird in diesem Alter ein Arzt zunächst zögern mit Medikamenten, es gibt aber dennoch eine Menge anzubieten. Elterntraining und gründliche Unterweisung, Ergotherapie bzw. Frühförderung, die für die Stärkung der Eltern und das Selbstbewusstsein des Kindes ebenfalls eine Menge ausmachen kann.

Und wenn die Symptomatik sehr schlimm ist, können auch Medis eingesetzt werden. Da genügt oft eine sehr geringe Dosis in dem Alter. Oder wenn nicht gleich, dann wenigstens rechtzeitig, d. h. mindestens ein halbes bis dreiviertel Jahr, vor dem beabsichtigten Schulbeginn.

Es gibt einen interessanten Text von Martin Winkler über medikamentösen ADHS-Behandlung bei Vorschulkindern, leider ist der zzt. nicht erreichbar, aber vielleicht später wieder:
http://web4health.info/de/answers/adhd-toddler-mph.htm

Worüber ich mich bei deinem Text, Spitzbub, aber dann auch wundere: Ist denn der Leistungsdruck schon im Kindergarten (!) so groß? Und wieso kann die Erzieherin nicht unterbinden, dass sie deswegen geärgert wird? Oder macht sich deine Tochter selbst verrückt?

Viele Grüße  :winken:
Falschparker
<><
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michael
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon michael » 10. Oktober 2011 22:16

[quote=&quot;Eugenie&quot;]
[
Mir ist KEIN Fall bekannt, in dem die Homöopathie auch nur im Ansatz bei Adhs irgendwie dauerhaft funktioniert hat.

[/quote]

Ja, wie denn auch. Wenn Homöopathie funktioniert, dann ist die Physik grob falsch bzw. hat gravierende Lücken. Mit der aktuellen physikalischen Lehre ist Homöopathie jedenfalls nicht zu erklären. Sie widerspricht vielmehr noch den physikalischen Gesetzen, die davon abgesehen eine sehr gute Vorhersagekraft haben.
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon No User » 11. Oktober 2011 01:01

Eine Wissenschaft ohne gravierende Lücken wäre tot.

Ich weiß gar nicht, wie ich dazu komme, die Homöopathie in Schutz zu nehmen, ich bin aber auch verwundert, mit welcher geradezu - Entschuldigung! - religiösen Inbrunst sie hier stellenweise bekämpft wird.

Der Placeboeffekt ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft sehr ausführlich untersucht und anerkannt. Nur hat die unglaubliche Erkenntnis, dass er selbst dann noch beeindruckend wirken kann, wenn der Proband Kenntnis davon hat, dass das Mittelchen nur ein Placebo ist, noch nicht dazu geführt, mit dem Thema offen umzugehen.

Dabei gibt es genug schulmedizinische Therapien, bei denen man froh wäre, wenn ihr therapeutischer Effekt jenseits der Placebowirkung bedeutend größer wäre als die Placebowirkung allein oder zumindest als die Placebowirkung bei vielen anderen Krankheiten und Therapieoptionen.

Ein klassischer Homöopath hört zu, das ist doch schon mal sehr viel im Vergleich zu durchschnittlichen Ärzten.

Und was die eigentlich völlig unhomöopathischen Komplexmittel aus der Apotheke betrifft (steht im Widerspruch zu den Grundideen der Homöopathie), so fördert auch da das Ausgeben von Geld den Placeboeffekt. Beruhigte Eltern (die so etwas für ihr Kind zu tun glauben) sind unter Umständen auch für das Kind gut.

Das mit dem Geld funktioniert vielleicht ähnlich wie generell nach Kaufentscheidungen: Eine durchaus gesunde Einstellung unterdrückt es, sie hinterher allzusehr zu hinterfragen. Wofür wir einen Haufen Geld ausgegeben haben, das MUSS einfach gut sein. Wir sind doch nicht blöd. Oder wollen es uns nicht eingestehen.

Ich habe den Placeboeffekt der Homöopathie schon gezielt eingesetzt. Das kam so:

Im Handballtraining konnten wir aus nachvollziehbaren Gründen den Kids keine echten Medikamente geben. Es gab aber von allen Eltern das (schriftliche) Einverständnis, dass wir ihnen im Fall harmloser Alltagswehwehchen (die sportüblichen leichten Schürfwunden, Prellungen, Zerrungen,...) solche Globuli (z.B. niedrigpotente Ringelblume) anbieten dürfen. Der eine unterschrieb, weil er daran glaubte, der andere, weil er davon ausging, dass wo nichts ist, auch nichts schaden kann.

D4 ist zwar nicht nichts aber damit nimmt man wohl immer noch nicht viel mehr Ringelblume ein, als man bei Spaziergang und Spiel im Garten an Ringelblumenduft einatmen kann.

Ich kann ganz eindeutig sagen, das das hilft. Heute beim Pausenhoffussball kann ich nur meine persönliche Zuwendung zum Trost anbieten oder je nach Alter den Schmerz "besprechen", "wegpusten", oder auch "Hand auflegen" bis er auf wundersame Weise nachlässt. Dagegen konnte ich im Handball mit deutlichem Zeitvorteil das Spiel wieder anpfeifen, während das Zuckerli meine Zuwendung zuverlässig verlängerte, ablöste und ersetzte.

Egal ob homöopatisch versorgte Handball-Minis, eigene kleine Kinder oder sportlich aktive Grundschüler, selbstverständlich standen überall auch Pflaster, Kühlpads usw. bereit, wenn mehr gebraucht wurde. Das ist auch das hüpfende Komma: Der Einsatz der Homöopathie kann nur dann nichts schaden, wenn man ihre Grenzen einhält und bei Bedarf nicht auf echte Medizin verzichtet.

Aber jetzt die Gretchenfrage: Habe ich mich (bzw. haben wir uns - ich war ja nur ein kleines Licht im Verein) an den Kindern versündigt, indem wir ihnen in jungen Jahren die Idee eingeimpft haben, dass Homöopathie in manchen Fällen wirken könnte? Können wir diese Verantwortung einfach an die Eltern abschieben? Hätten wir die Kinder lieber länger leiden lassen sollen?

LG
Steffchen
reneh

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon reneh » 11. Oktober 2011 07:00

Wenn es mir richtig doof geht, trinke ich gerne einen heissen Kakao.
Empirisch betrachtet bringt eventuell die Wärme und der Zucker etwas.
Aber vielmehr verbinde ich damit Erinnerungen an meine Mutter, die mich mit heissem Kakao betüttelt hat, wenn es mir mal mies ging.

Niemand negiert den Placeboeffect.
Aber!
Den kann ich auch anders erreichen.
Dafür muss ich keine Unsummen an irgendwelche Pharmafirmen zahlen, die genau auf Deiner Argumentation ihren Verkaufserfolg aufgebaut haben:

[quote=&quot;steffchen&quot;]
Das mit dem Geld funktioniert vielleicht ähnlich wie generell nach Kaufentscheidungen: Eine durchaus gesunde Einstellung unterdrückt es, sie hinterher allzusehr zu hinterfragen. Wofür wir einen Haufen Geld ausgegeben haben, das MUSS einfach gut sein. Wir sind doch nicht blöd. Oder wollen es uns nicht eingestehen.
[/quote]

Wer soviel Geld über hat, soll es doch gerne in die Apotheke tragen.
Hier sind aber genug Eltern, die eben nicht über diese Unsummen mal eben locker verfügen.
Die aber ihrem Kind WIRKLICH helfen wollen.
Die dadurch von Pontius bis Pilatus laufen, allen Homöopathen und homöopathische Mittel herstellenden Firmen dieses Landes ihr sauer verdientes und teilweise geliehenes Geld in den Rachen werfen nur um einen Placeboeffect zu erzielen.

Alternativen zur "wissenschaftlich" bewiesenen Methode?
Gerne!
Wenn ich mich um mein Kind kümmer, es merkt dass ich es betüttel und niemals aufgebe, ihm wirklich helfen möchte, ist schon ein grosser Schritt in Richtung "Gesundung" getan.

Ein klassischer Homöopath hört zu, das ist doch schon mal sehr viel im Vergleich zu durchschnittlichen Ärzten.


Wenn Eltern genau DAS auch mal machen würden, brauchten sie keinen Homöopathen mehr.
Dann noch ein bisschen den Kopf kraulen, ein Glas warmes Wasser mit Honig oder so drin verabreichen (nennt es dann gerne tolle "Medizin") und ich habe den selben Effect.
Das Kind wird nicht durch die Gegend geschleppt und ich spare selber ebenfalls viel Zeit und Geld.

Was Du beim Handball gemacht hast, war nichts anderes.
Du hättest auch in die Apotheke gehen und Dir Leerkapseln besorgen können. Die hättest Du dann mit Zucker gefüllt und den Kids gegeben.
1000 Leerkapseln kosten so bummelig 6 EUR. Wenn Du lieb bittest, bekommst Du die sogar umsonst.

Und genau deshalb wird von einigen (wie mir z.B.) sehr scharf gegen die Vergabe von homöpathischen Mitteln argumentiert.

Du könntest auch bunte Tücher nehmen und singenderweise, mit den Tüchern wedelnd um das Kind herumhüpfen.
Es hätte bestimmt den Effect, dass das Kind sich schlapplacht, was wiederum zu einer Verbesserung führen würde.
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michael
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon michael » 11. Oktober 2011 12:11

[quote=&quot;steffchen&quot;]
Eine Wissenschaft ohne gravierende Lücken wäre tot.

[/quote]

Das ist klar. Aber wenn man hier noch die empirisch nicht nachweisbare Wirkung hinzu zieht, dann spricht das mehr als deutlich gegen die Homöopathie.


Und ein Placeboeffekt ist sicher keine Rechtfertigung für Homöopathie. Aber darauf ist reneh ja schon ausreichend eingegangen
nixe
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon nixe » 11. Oktober 2011 13:08

Zum Placeboeffekt:

1) Was ich doof finde bei schnell, gerne und überall wild verabreichten Globuli: es soll ja gerade Zuwendung und Aufmerksamkeit ersetzen, also Zeitersparnis beim Erwachsenen bewirken. Die Kinder verinnerlichen aber genau das, was weder Homöopathiegläubige noch -ungläubige eigentlich wollen: nämlich, dass man bei Wehwehchen am besten gleich einmal etwas EINNIMMT.

Es gibt nicht umsonst das Wort Trostpflaster. Zuwendung, Pusten, Ei-ei, Heile-heile-Gänschen usw. dienen der Bewältigung der schmerzhaften Erfahrung. Kinder können aber nicht zwischen der Einnahme wirksamer Medizin und symbolischer Globuli unterscheiden. Es bleibt also bei der Konditionierung Schmerz --> Einnahme. Wobei meiner Meinung nach auch die Konditionierung auf die Einnahme homöopathischer Symbole nicht gerade positiv ist. Kann man ja mal hochrechnen, was ein Leben lang Zuckerperlchen zum Esoteriktarif so ausmachen.

2) Den Einsatz von Placebos im medizinischen Sinne befürworte ich absolut. Wieso Wirkstoffe einnehmen, wenn ein positiver Impuls genügt ? Ich persönlich finde es zwar sinnvoller, sich dann auch richtig mit dem zugrunde liegenden Problem zu befassen, sagen wir mal z.B. durch Meditation oder ähnlich zeitintensive Beschäftigung. Placebo sehe ich da eher als zu kurz gegriffen. ABER: wichtig ist mir, dass ein AUSGEBILDETER Mensch beurteilt, ob eine ernsthaft bedrohliche Krankheit vorliegt oder nicht. Von daher begrüße ich die Tatsache, dass viele Hausärzte auch Homöopathie anbieten. Die wissen dann auch, was sie tun bzw. nicht tun.

Ich musste mich jedenfalls schon mal um einen Todesfall kümmern, der durch die Einnahme eines simplen Antibiotikums nicht eingetreten wäre. Der Verstorbene und sein Heilpraktiker waren jedoch der Ansicht, Zucker wird´s schon richten. Da ist leider die "Erstverschlimmerung" ein bißchen in die Hose gegangen......

Harmlos ist Homöopathie nämlich überhaupt nicht, wenn es zu spät oder gar nicht zu einer richtigen Behandlung kommt.

3) Nervt mich kollossal die moralische Bewertung von Wirkstoffen. Ersteinmal die liebe gute Homöopathie ausprobieren und was dann noch nicht weggezaubert ist, wird mit "böser" Chemie behandelt ? Was ist das für eine merkwürdige Betrachtung ? Ich glaube nicht, dass sich das eigene positive Lebensgefühl besonders steigert, wenn man notwendige Medikamente nur in Verbindung mit irrationalen Schuldgefühlen einnehmen kann. "Ja, es ist "böse" Chemie, aber es "muss" ja sein" ??!! Ist doch völlig überflüssig, diese Autoaggression.
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon No User » 12. Oktober 2011 08:33

Hallo nixe,

zu 2 und 3 meine volle Zustimmung, auch bei 1 hast du Recht, zumindest in der Theorie.

Praktisch gibt es aber Situationen, die von der schönen Theorie abweichen. Da wäre als Beispiel eben dieses Handballtrainig. Während ich dem einen Kind in seinem (kleinen) Schmerz meine volle Zuwendung gerne schenke, am liebsten ohne Zeitdruck, muss ich sie etwa 20 anderen Kindern in der Zeit entziehen. Mit nicht zu unterschätzender Wahrscheinlichkeit, dass sich genau dann weitere Kinder verletzen, dass ich Fouls nicht erkennen und fair bewerten kann oder auch strittige Tore, Schritte,... was also gerne mal zu Streit führt.

Nach meiner Erfahrung merken die meisten Kinder irgendwann, dass der Weihnachtsmann nur ein verkleideter Onkel ist und dass die Globuli ausser einer Miniportion Zucker nichts enthalten.

Davon abgesehen, dass wir richtige Medikamente sowieso schon aus rechtlichen Gründen nicht verabreichen durften und dass individuelle Nebenwirkungsrisiken, Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten für uns nicht überschaubar gewesen wären, ist auch das ein Grund, warum es in der Trainingshalle keine Medikamente (wie Schmerztabletten) gab: Um nicht das zu bestärken, was bereits die Werbung suggeriert: Dass es OK wäre, bei jedem Wehwehchen oder sogar jeder Erschöpfung, jedem Leistungstief, jeder Unlust usw. ein Medikament einzunehmen. Deswegen hätte ich auch mit selbstgefüllten Leerkapseln ein Problem, die doch deutlich den Eindruck eines richtigen Medikaments erwecken.

Trotzdem bleibt, wie du sagst, dass man auch mit den Globuli "gleich einmal etwas EINNIMMT" und damit eine mögliche Konditionierung auf die Einnahme homöopathischer Symbole. Deswegen habe ich auch Zweifel, ob es OK war dass so (mit) zu machen. Zum Glück kann ich entsprechende Einzelfälle, an denen ich beteiligt war an weniger als einer Hand abzählen und die Kinder dürften in dem Fall schon darauf konditioniert gewesen sein, da sie danach verlangten.

Wo ich heute mit Kindern arbeite, sind Pflaster und Kühlpads die Standard-"Zuwendungsverlängerer". Wobei ich kramphaft versuche, den Kindern zu vermitteln, dass bei vielen leichten Schürfwunden Luft die bessere Medizin ist als Pflaster und dass man die entstehung Beulen auch mit geduldigem Hände- bzw. Fingerdruck reduzieren kann. Dabei weiß ich nichtmal, ob das wirklich stimmt. Leider enthält der Medizinschrank auch Dinge wie Paracetamol, aber nicht überall, wo ich arbeite, habe ich das Sagen. Da gibt es auch andere Meinungen. Auch für mich ist das nicht "böse Chemie", aber die Entscheidung über Notwendigkeit und Risiken gehört da m.E. nicht in die Hände von ErzieherInnen ohne Kenntnis der Anamnese des kleinen Patienten. Und telefonisch ist  das auch nicht wirklich zu klären. Viele Eltern sehen das aber anders.

Wir hatten das letztens in einem anderen Fred: Das mit der moralischen Bewertung ist auch rund um pflanzliche Medikamente vs. synthetische krass verbreitet. Dabei reicht schon der Gedanke an Fingerhut (Digitalis) um die Absurdität dieser Moral zu erkennen.

LG
Steffchen
reneh

Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon reneh » 12. Oktober 2011 09:05

[quote=&quot;steffchen&quot;]
Nach meiner Erfahrung merken die meisten Kinder irgendwann, dass der Weihnachtsmann nur ein verkleideter Onkel ist und dass die Globuli ausser einer Miniportion Zucker nichts enthalten.
[/quote]

Dann stellt sich mir ersthaft die Frage, warum dieser Zweig so dermassen erfolgreich ist. Die Verkaufszahlen von diesen "Miniportionen Zucker" liegen im Milliardenbereich.

[quote=&quot;steffchen&quot;]
Deswegen hätte ich auch mit selbstgefüllten Leerkapseln ein Problem, die doch deutlich den Eindruck eines richtigen Medikaments erwecken.
[/quote]

Keine Frage, mein Vorschlag war auch nicht als tatsächlicher Vorschlag zu verstehen, sondern dass diese Variante (Leerkapseln und Zucker) den gleichen Placeboeffect hätte und deutlich günstiger wäre.
Nicht, dass ich dafür bin, das so zu machen aber wenn ich den Placeboeffect erzielen möchte, kann ich auch günstigere Methoden nutzen.

Was mir wahrscheinlich einfach nur furchtbar stinkt (weshalb ich mich hier so echauffiere), ist die Tatsache dass aus einem für mich sinnvollen System (positive Gedanken helfen heilen) ein Megamarkt gemacht wurde, der mit Quasiversprechen eine echte Therapie verzögert oder verhindert, da die "Patienten" bei wirklichen "Krankheiten" ersteinmal zur "gesünderen" Homöopathie greifen.

[quote=&quot;steffchen&quot;]
Wobei ich kramphaft versuche, den Kindern zu vermitteln, dass bei vielen leichten Schürfwunden Luft die bessere Medizin ist als Pflaster und dass man die entstehung Beulen auch mit geduldigem Hände- bzw. Fingerdruck reduzieren kann. Dabei weiß ich nichtmal, ob das wirklich stimmt.
[/quote]

Darüber schreibe ich Dir, wenn Du möchtest, gerne eine PN, da es hier sonst voll OT wird  :ja:
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Re: Welche homöopathischen Mittel bei ADS

Beitragvon No User » 12. Oktober 2011 11:33

Ha, der Weihnachtsmann ist auch ziemlich erfolgreich und das Weihnachtsgeschäft milliardenschwer.

Ich glaube, ich kann jetzt schon verstehen weshalb du dich so echauffierst, es wäre nur nicht ehrlich, würde ich mich ebenso über etwas aufregen, von dem ich - in Einzelfällen - selbst schon Gebrauch gemacht habe, ohne mich gleich als Verbrecher zu fühlen.

Es ist nur, ich mag die ganze Homöopathie auch nicht zu ernst nehmen. Jedenfalls nicht bis zu dem Punkt, wo sie anfängt, notwendige echte Therapie zu verzögern.

Da würde ich ja auch durchdrehen angesichts der ganzen Esoterik, dem Aberglauben, den Sternzeichen, Magnetarmbändchen, Horoskopen, Diäten, Heilsteinen, Ernährungsweisheiten,...

Und sinnloses Ausgeben von Geld ist die Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Wo Bedürfnisse nicht existieren, werden sie erschaffen, erfunden, eingeimpft. Ich denke mal nur an Geländewagen, die NIEMALS je im Gelände fahren werden, dafür auf der Autobahn Sprit ohne Ende schlucken, an Freizeitparks, und, heikles Thema:

Dass ausgerechnet die, die am wenigsten Geld haben auch offenbar am wenigsten in der Lage sind, es vernünftig auszugeben.

Ach, man gerät leicht ins OT, wenn man die Basis sucht, auf der solches Zeux wächst. Aber wir werden den Volksglauben nicht wegdiskutieren.

Aussichtsreicher wäre, die schulmedizinische Alternative attraktiver zu machen, was dem Wirtschaftsunternehmen Arztpraxis unter den gegebenen Randbedingungen allerdings schwer fällt. So finden wir dort leider auch nicht unbedingt das gesundheitliche Optimum, sondern werden z.B. mit unnötigen Antibiotika abgespeist, obwohl angesichts des grippalen Infekts ein Hinweis auf Bettruhe und Hausmittelchen zusammen mit der Entwarnung: "Nix ernstes, nur die übliche Erkältung" angesagt wäre. Dann doch lieber vom Hausarzt (!) ein homöopathisches Placebo?

Oder in anderen Fällen der unbequeme Hinweis auf nötige Umstellung der Lebensgewohnheiten bei Essen, Trinken, Sport und Rauchen, anstatt dem, was der Patient hören will. Doch der wechselt so lange den Arzt, bis er seine Wunschdiagnose und Wunschtherapie hat (Ups, sind wir wieder bei ADHS?)

Weil ich auch nicht immun gegen u.U. falsche medizinische "Volksweisheiten" bin, freue ich mich über PN.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 12. Oktober 2011 11:56, insgesamt 1-mal geändert.

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