Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

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Anja67912

Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Anja67912 » 19. März 2009 13:09

Hey,

meine Freundin ist Grundschullehrerin (in einem anderen Ort), eine von der engagierten Sorte. Seit Monaten macht sie mit den Eltern eines Kindes rum, dessen Verhalten im Unterricht sehr auffällig ist und Züge von Träumer-ADS hat. Da wir ja nun mal auch betroffen sind, hat sie mir (ohne Namen zu nennen) davon erzählt und beobachtet auch von Anfang an sehr genau, wie das alles bei Philip abläuft.

Gestern rief sie nun an und fragte, was ich so über andere, alternative Mittel zu MPH wüßte/gehört hätte. Ich hab' dann so ein bisschen erzählt, aber sie unterbrach dann und meinte, bewußtes Kind sei jetzt getestet und habe tatsächlich ADS und da die Eltern sich ausdrücklich gegen Medis entschieden hätten, hätten sowohl die KiPsy als auch die KiÄ gesagt, sie sollten dem Kind Red Bull geben zum Aufwecken. (also nicht morgens sondern über'n Tag).

So, nun intressieren mich mal Meinungen, bitte. Red Bull ist ja eigentlich aufgrund des Koffeingehaltes und diverser anderer Inhaltstoffe nicht für Kinder geeignet.

Habt ihr von dieser Art Behandlung schon gehört? Es selber schon gemacht? Hat es was gebracht? etc.

LG
Anja
Lynes
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Lynes » 19. März 2009 13:21

Halt ich für absoluten Blödsinn. Ich habe AD(H)S und koffeeinhaltige Getränke erwecken bei mir nicht die Lebensgeister...
sie bewirken bei mir genau das Gegenteil...ich werd schläfrig von dem Zeug.
Liebe Grüße
Lynes
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dosenlilie
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von dosenlilie » 19. März 2009 13:37

Nee, würde ich nicht machen. Das weckt vielleicht kurzfristig, kann aber nicht das, was ein gutes Medikament kann.
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Angie
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Angie » 19. März 2009 13:55

Als Hypo wirkt es antriebssteigernd, aber nur kurzfristig. Etwa eine halbe Stunde. Wieviel Zeug soll das arme Kind dann davon trinken. Da sind ja MPH-Medis dann unbedenklicher.
Es gibt auch Coffein-Tabletten.
Immer diese komischen Experimente, wenn man keine Medis geben will.  :eusa_doh:
Dabei ist in anderen Sachen auch nicht gerade Gesundes.
Ach den Hyper macht Coffein übrigens Müde.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Kleinkili
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Kleinkili » 19. März 2009 14:00

:eusa_doh:

ne halt ich für Schwachsinn.
Chuck Norris (Urin), sach ich nur.

l.G Kili
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sonni
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von sonni » 19. März 2009 17:34

huhu  :winken:


Ach den Hyper macht Coffein übrigens Müde.


Sorry,mal offtopic.
kann ich mir nicht verkneiffen.Sollte mich dann mal testen lassen.Ich werde bei Kaffe hundemüde  :A:


lg sonni
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Eva » 19. März 2009 18:37

Genau .... einen Becher Kaffe vor dem Schlafengehen und ich schlafe wie ein Baby. Auch Red Bull hat mich noch nie wach gemacht .... im Gegenteil.

Angie hat sowas von Recht mit ihrer Aussage:

Immer diese komischen Experimente, wenn man keine Medis geben will.


LG  Eva
Zuletzt geändert von Eva am 19. März 2009 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
Bibiane
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Bibiane » 19. März 2009 18:52

.. das kann man nicht verallgemeinern, ob man wacher oder müder wird von Coffein (angeblich "therapieren" sich unbehandelte ADHSler ganz gerne unbewußt duch übermäßigen Koffeeingenuss) 

Ich hab auch mal den Tip von einer Kinderpsychologin bekommen dem Kind morgens als Anschub Cola oder Kaffee zu geben. Wirkt belebend ersetzt aber sicher kein Ritalin.


Mein (mittlerweile jugendlicher) Hypie trinkt Red Bull  gerne  beim Skifahren (aufputschende wirkung?) Wir beschränken es aber auf wenige Male im Jahr!

Ich finde Red Bull Kaffee ect. ungeeignet für Kinder  - sind halt Genussmittel !!!!
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Stuffi81
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Stuffi81 » 20. März 2009 12:50

Also ich trinke oft RedBull und für nen Moment kann ich mich dadurch besser Konzentrieren und werde auch wacher. Vielleicht ist es ja auch alles nur einbildung.
qc
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von qc » 20. März 2009 13:08

Mal ganz pragmatisch gesehen:

Man sollte das Ganze nicht überbewerten. Wenn wir einen klassischen Hypo vor uns haben und die Eltern klassische Medikamente verweigern kann Koffein/Taurin durchaus etwas hilfreich sein.

Red Bull bietet gegenüber Kaffee oder Cola dabei den Vorteil, dass es sehr klar portionierbar ist und recht kindgerecht schmeckt. In Kaffee schwankt die Konzentration und er ist bitter, in Cola ist die Konzentration zu niedrig und das Kind müsste so größere Mengen von dem Zeug trinken.


Koffein als solches folgt dabei auch keinen anderen Regeln als es MPH oder tausende andere Wirkstoffe tun - in überwachten und hinreichend niedrigen Dosen ist das Schadenspotential nicht vorhanden oder zumindest - gemessen am Effekt der Erkrankung wenn man gar nichts tut - minimal.
Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Einstein)

:narr:
derzirkel64
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von derzirkel64 » 20. März 2009 14:09

Also Red Bull zu geben, halte ich persönlich für Realsatiere. Besonders wenn man vorher Medis ablehnte.
Der Ersatz von Pharmazie/Chemie .... durch Lebensmittelindustrie/Chemie ... :eusa_doh:

Nicht nur, dass Coffein eine Sache ist, an die man sich gewöhnen muss (ich: Bohnkaffetrinken mit 13/14 angefangen zu trinken... damals mit mehr Milch und Zucker als Kaffee ... heute nur noch schwaaaaaaaaaaarz) ...
Red Bull ist m.E. auch "ideal" dafür, das das Kindchen einmal ein richtiges Pummelchen werden könnte.

Persönlich würde ich ganz ganz dringend abraten ...

Wenn das Kind nicht mit alternativen Lebensstrategien befähigt werden kann, "munter" zu werden ... wobei auch hier der Blick von außen oft täuschen kann .. besser trifft es vielleicht: nicht befähigt werden kann, aufnahme- und lernfähig zu sein, dann sollte man schon noch einmal überlegen, ob man nicht auf ein medikament zurück greift ....

Entscheidend sollte m.E. bei aller Vorsicht vor Medikamenten sein: Was nützt/schadet einem Kind mehr ... Mißerfolge und Folgeerscheinungen/Konsequenzen/Komorbitäten usw. ohne Medikamente (was irgendwann erst recht zur Medikamenteneinnahme führen kann) ... oder mögliche (sehr geringe ?/!) Risiken aus der Einnahme von Medis und ein voraussichtlich insgesamt günstigerer Weg durch das Leben.

Lieber Gruß
andreas  :genuss:
qc
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von qc » 20. März 2009 16:22

Ich stimme durchaus zu, dass eine multimodale Behandlung unter Medikamenteneinsatz sicher noch immer im Regelfall die feektivste und förderlichste Therepie für ADS-Kinder sein wird. Vorliegend bringt es indes wenig, das zu diskutieren: Die Eltern haben sich laut Ausgangspost leider ausdrücklich gegen Medikamente entschieden. Die Option steht aus Sicht der Ärzte, die hier - zumindest angeblich - den red bull Vorschlag gemacht haben also gar nicht im Raum.

Einen pauschalen Unterschied zwischen Lebensmittelchemie und pharmazeutischer Chemie sehe ich nicht, entscheidend dürfte eher sein, was drin ist - und oft genug gibt es Überschneidungen. Cola began nicht umsonst wie Ketchup seine Entwicklung als Medikament. Humorigerweise wäre vermutlich das Originalrezept von Cola ein ziemlich wirksames ADS-Medikament gewesen...aber Cocasaft (ja, das ist das Zeug aus dem Kokain gemacht wird) pluis Koffein mag zwar rein pflanzlich herstellbar sein, ist aber aus bekannten Gründen noch etwas weniger sachgerecht als MPH oder Amphetamine.  :ja:

Welche Wirkungsintensität nun red bull oder Koffein haben mag oder nicht - es ist relativ unwahrscheinlich, dass es zu Beginn gar keine (kreislauf-)stimulierende Wirkung hat. Wenn und so lange das klappt, mag das besser als nichts sein.

Kalorienmäßig ist die Sache m.E. eher banal - eine komplette Dose red bull hat ca 110 Kalorien (112,5 laut Packung), das entspricht ziemlich genau Cola (von der man für die entsprechende Koffeinmenge wiet mehr trinken müsste) oder Fanta und liegt noch unter den üblichen Fruchtsäften. Ich gehe mal nicht davon aus, dass hier über den Tag automatisch mehrere Dosen konsumiert werden sondern tippe mal auf einzelne Schlucke über den Tag.
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:narr:
nixe
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von nixe » 20. März 2009 16:28

Seufz,

ich möchte zu gerne mal verstehen, warum Coffein/Cola/Red Bull/ "gut" bzw. "ok" sind, aber MPH "böse". Wo ist der moralische Unterschied ? Wer hat das so fest in alle Schädel gebracht, dass Medikamente pfui seien, aber alle möglichen Kräuter- und sonstigen Experiment "natürlich" und in jedem Fall unschädlich ?

Warum ist es ok, via eines überteuerten Partygetränkes in den biochemischen Haushalt einzugreifen, aber nicht ok, das mittels eines Medikaments zu tun ?

Sicherlich wird das Red Bull eine gewisse Wirkung haben. Warum es aber das moralisch bessere Mittel sein sollte, erschließt sich mir ganz und gar nicht.

Wie habe ich mir das vorzustellen ? "Natürlich geben wir unserem Kind kein Medikament, da sind wir strikt gegen. Wir geben nur Red Bull und Kaffee" (und vielleicht bald auch Nikotin - hilft auch ein bißchen. Kann man sogar selbst im Garten anbauen - ganz toll natürlich. "Garantiert keine Chemie" Hauptsache alles schön ohne das Pfuibösemafiapharmakartell. Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.....)

Oh, neuer Beitrag - schicke meinen trotzdem noch ab.
Zuletzt geändert von nixe am 20. März 2009 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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qc
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von qc » 20. März 2009 17:08

[quote="nixe"]
Seufz,

ich möchte zu gerne mal verstehen, warum Coffein/Cola/Red Bull/ "gut" bzw. "ok" sind, aber MPH "böse". Wo ist der moralische Unterschied ? Wer hat das so fest in alle Schädel gebracht, dass Medikamente pfui seien, aber alle möglichen Kräuter- und sonstigen Experiment "natürlich" und in jedem Fall unschädlich ?

Warum ist es ok, via eines überteuerten Partygetränkes in den biochemischen Haushalt einzugreifen, aber nicht ok, das mittels eines Medikaments zu tun ?

Sicherlich wird das Red Bull eine gewisse Wirkung haben. Warum es aber das moralisch bessere Mittel sein sollte, erschließt sich mir ganz und gar nicht.

Wie habe ich mir das vorzustellen ? "Natürlich geben wir unserem Kind kein Medikament, da sind wir strikt gegen. Wir geben nur Red Bull und Kaffee" (und vielleicht bald auch Nikotin - hilft auch ein bißchen. Kann man sogar selbst im Garten anbauen - ganz toll natürlich. "Garantiert keine Chemie" Hauptsache alles schön ohne das Pfuibösemafiapharmakartell. Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.....)

Oh, neuer Beitrag - schicke meinen trotzdem noch ab.

[/quote]

Völlig richtig erkannt.

Der Umgang mit MPH als Medikament erfolgt regelmäßig völlig ohne Verständnis der Fakten, ohne geistige Auseinandersetzung allein auf Basis von Ignoranz und Vorurteilen.

Viel Schlimmer ist aber sogar noch dass sich das ja nicht auf die Entscheidung über MPH oder nicht bezieht, sondern eine fundamentale Lebenseinstellung ist: Man merkt daran, wie ignorant die Betroffenen leider auch im Hinblick auf die alltäglichsten Dinge in der Realität um sie herum sind.

"Bio" und "pflanzlich" und "homöopathisch" sind für eine unglaubliche Zahl von Menschen ausschließlich "gut/unschädlich/gesund"...und das obwohl viele der tödlichsten Gifte und Schadstoffe sowie der historisch übelsten Drogen rein "Bio" sind.

Die völlige Idiotie bemerkt man auch an dem Argument "MPH ist eine Drooooge!". Ich habe noch nicht einmal erlebt, dass mir Jemand, der dieses Argument ernst nimmt auch nur wusste, WAS eigentlich alles eine "Droge" genau ist und was nicht aber vor allem WAS genau an "Drogen" eigentlich im Vergleich zu "Nichtdrogen" schädlich oder verboten sind. Die eigentliche - vernünftige - Frage "Wie wirkt der Stoff und kann die Behandlung mit dem Stoff meinem Kind mehrschaden im Vergleich zum Unterlassen der Behandlung", die stellt sich in Wirklichkeit nur ein Bruchteil.

Statt dessen kommen ganz andere "Antworten":

--> Wer zu der Antwort "die sind schlecht denn die machen süchtig!" kommt, der müsste doch eigentlich sofort zu der logischen Erkenntnis "dann kann es ja nicht gefährlich sein, so lange die Dosis garantiert NICHT süchtig machen kann" kommen.

--> Wer zu der Antwort "die Dosis ist egal, ich lehne es ab, weil es in *irgendeiner* Dosis schädlich ist kommt, der müsste logischerweise auch einen Großteil der homöopathischen Medikamente, Nahrungsmittel, "legaler Drogen" und Stimulanzien wie Koffein (Kaffee, Tee, Schokolade etc) ablehnen.

--> oder mein Favorit an bizarrer Denke: "Homöopathie hat zwar eine Wirkung, OBWOHL die Naturwissenschaft keine nachweisen kann aber natürlich hat es keine schädlichen Nebenwirkungen WEIL die Naturwissenschaft keine nachgewiesen hat!"

.....Halllloooooo? ...ich pfeife also meinen Kids z.B. ein hochkomplexes "rein pflanzliches" Nervengift in minimalen Dosen rein und komme zu der Überzeugnung "es wirkt" und verändert etwas im Körper des Kindes...aber anders als bei chemisch oft noch recht simpel aufgebauten Medikamenten soll dieses Gift wie ein perfekter Schlüssel genau den Defekt im Körper des Kindes in Ordnung bringen und sonst absolut nirgendwo und nichts sonst beeinflussen?  :winken:

:winken:

So kann man endlos weiter machen...die Leute brabbeln vor sich Hin und ignorieren die simpelsten Zusammenhänge. Und natürlich fragt sich kaum Jemand in Wirklichkeit auch bei den anderen Stoffen, die man als Elternteil so ins Kind reinstopft, was eigentlich die Wirkungen sind.
Zuletzt geändert von qc am 20. März 2009 17:14, insgesamt 1-mal geändert.
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:narr:
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daSchäf
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von daSchäf » 20. März 2009 18:14

Ein Sixpack Tod im Kühlschrank

Energydrinks sollten erst bei Vorlegung eines Personalausweises und vollendetem achtzehntem Lebensjahr verkauft werden dürfen. Würde ich für sinnvoll halten. Das selbe gilt für die Volksdroge Kaffee.
Vor allem für einen noch nicht vollständig ausgebildeten Organismus können da immense Gefahren lauern - bei Dauer- oder Überkonsum. Selbst für Erwachsene kein Wasserersatz. Und schon gar kein Ersatz für erprobte Medikamente.

Denn, oft überschreiten die zugegebenen Substanzen die Richtwerte des Gesetzgebers.
Für Menschen mit Herzproblemen potentiell gefährlich, durch die rythmussteigernde Wirkung.
Durch den hohen Zuckergehalt (Zuckerfrei heißt nur Süssstoff, die meisten dieser sind sogar ungesünder als Zucker - manche, wie z. B. Aspartam, erhöhen das Krebsrisiko) für Diabetiker sowieso gefährlich, und in hoher Menge verzehrt eine Kalorienbombe sondergleichen.
Taurin (ein körpereigener Stoff) kann das Eindringen fremder Substanzen in den Organismus beschleunigen (will heißen, bei erhöhter Taurinkonzentration im Körper bist du noch schneller was du isst).
Bei Vitaminzusätzen ist auch Vorsicht geboten, unverbrauchte Vitamine (Vitamine werden ohne Fette nicht verarbeitet) werden über die Nieren ausgeschieden - was zu Nierensteinbildung führen kann.
Bei Dauerkonsum werden mit Sicherheit Entzugserscheinungen auftreten. Diese äußern sich mit Kopfschmerzen, Nervosität, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit (kommt uns das nicht schon bekannt vor?^^).
Mischung mit Alkohol: Beliebt und tödlich. Alkohol und die Inhaltsstoffe der Drinks verstärken sich gegenseitig, auch wird die Vergiftung durch den Alkohol nicht in der Form wahrgenommen, da man durch den Drink euphorisiert wird. Klar kannst du noch fahren, du fühlst dich ja gut - bist aber trotzdem reaktionsschwach und besoffen.

Ja, viele AD(H)Sler reagieren paradox auf Koffein, Guarana und dergleichen. Aber wie gesagt, Selbstmedikation ist in keiner Form besonders sinnvoll. Energy Drinks gehen nicht mal als homöopathisches Mittel durch, sollte man gänzlich gegen eine BTM-Behandlung sein. Hin und wieder ist dagegen nichts einzuwenden, wenn man sich der Wirkungen und Nebenwirkungen bewusst ist, aber als Ersatzmedikament völlig untauglich.

So, etz hab ich zigmal das selbe gesagt und vorangegangene Postings wiederholt, genug. :winken:

@ qc
Du vergisst, die meisten Menschen informieren sich nicht, oder nur einseitig - und logisch denken ist auch nicht die Stärke von vielen. Ansonsten kann ich deinem letzten Posting nur zustimmen.
So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
- Schopenhauer
qc
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von qc » 20. März 2009 21:02

[quote="daSchäf"]

@ qc
Du vergisst, die meisten Menschen informieren sich nicht, oder nur einseitig - und logisch denken ist auch nicht die Stärke von vielen. Ansonsten kann ich deinem letzten Posting nur zustimmen.
[/quote]

Ich vergesse es nicht. Ist eigentlich auch als realistischer ADSler schwer...man hat sich ja selbst immer als warnendes Beispiel für eine Vielzahl von Schusseligkeiten und Unsinn, den man so anstellen kann. Nur ist es gerade deshalb so fragwürdig, wie die Leute sogar dann, wenn die Wichtigkeit einer Entscheidung offensichlich ist, genug Zeit ist und die Informationen leicht und verständlich zu bekommen sind, sich trotzdem völlig ignorant wie frisch vom Baum geklettert verhalten  :ja:

Genau genommen ist es unmöglich, sich über *alles* und *umfassend* zu informieren. Das wäre auch nicht einmal sachlich, weil oft genug der Aufwand dafür unsinnig - zu Hohe Kosten an Zeit, Nerven, Geld etc. wäre.

Aber umgekehrt ist es wiederum völlig widersinnig, es bei *wichtigen* Entscheidungen nicht zu machen. "ADS"-Medikamente ist aber aus Sicht der Betroffenen Eltern so ein Fall. Es geht hier um das komplette Leben der Kinder und Jahre aus dem Leben der Eltern. Oft verwenden die Eltern auch für andere Dinge im Bezug zu ADS Unmengen an Zeit...aber der nüchternen Auseinandersetzung mit den Fakten zum Für und Wider von Medikamenten wollen viele schlicht nichts zu tun haben...und sch.... auf die Folgen für die Kids.
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Melli15 » 21. März 2009 07:42

hallo
also wir sind ja auch erstmal gegen medikamente wobei unsere diagnose noch recht frisch ist
und wollen na klar erstmal vor den medikamente alles andere an therapien verscuhen
aber auf die idea jonas in der früh red bull trinken zu lassen würde ich nie im leben kommen

was unsere ernährung angeht leben wir bis jetzt so ganz gut und werden dies so belassen

aber red bull ne das geht mir nun nicht aus den kopf na klar hat mein mittlerer schon mal genippt aber auch nur genippt und nicht mehr und jonas würde dies bestimmt auch nicht schmecken
Lg Melli mit
J(2002). ADHS mit ADHD with sluggish cognitive tempo spezielle unterform des adhs ;
L.(2005)  Mikrozytäre Anämie,  und ADHS ;
und A.(2008) Gesund und frech
Anja67912

Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Anja67912 » 21. März 2009 18:30

Hey,

erst mal vielen Dank für eure Antworten, ich werd' das mal so weitererzählen.

Das betreffende Kind hat übrigens bereits Gewichtsproblem bzw hat Übergewicht. Und wenn ich das richtig verstanden habe, so ist die Dosis nicht "ein paar Schlucke über den Tag verteilt" sondern zumindest mal 2 Dosen am Tag.

LG
Anja
spunki
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von spunki » 1. April 2009 11:42

Die Eltern sollten sich selber erst mal ein Hirnimplantat einsetzen lassen. Selten so einen Sch... gelesen! Nicht nur, daß sie dem Kind Hilfe verweigern, wollen ihm auch noch mit der Zuckerplörre die Zähne ruinieren  :up_to_something:
Wenn sie schon auf mph verzichten wollen, dann sollen sie ihrem Kind mit viel Sport helfen. Viel heißt dabei am besten jeden Tag. Aber bitte Sportarten, die für ADSler geeignet sind. Gruppensportarten sind oft frustrierend, weil viele von uns Bewegungslegastheniker sind und das Kind dann von den anderen kiddies ausgeschlossen wird. Tendenziell gute Sportarten sind zb schwimmen, Judo, rumtoben im der Natur, Trampolin, evtl laufen.
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Angie
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Re: Red Bull als Mittel gegen (Träumer-)ADS

Beitrag von Angie » 1. April 2009 17:50

Ich als bekennende Red Bull Cola verzehrer  :eins: muss dazu noch sagen, das bei uns im Laden ein Schild unter diesen Getränken steht, dort steht drauf:
Energiedrinks nicht unter 16 Jahren.

Und dann verweigert man einen Kind MPH-Medis, die eigentlich nur für Kinder befreit sind und wir Erwachsene die kaum verschrieben bekommen und wenn doch, blechen wir dafür.  :eusa_doh:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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