ICD 10 Schlüssel F90 -F 94

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Putte
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ICD 10 Schlüssel F90 -F 94

Beitragvon Putte » 15. November 2007 17:14

Psychische und Verhaltensstörungen
(F00-F99)
Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
(F90-F98)
       
F90.-  Hyperkinetische Störungen 
  Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl. 
  Exkl.:  Affektive Störungen ( F30-F39 )
Angststörungen ( F41.- , F93.0 )
Schizophrenie ( F20.- )
Tief greifende Entwicklungsstörungen ( F84.- )

F90.0    Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung 
  Aufmerksamkeitsdefizit bei:
· hyperaktivem Syndrom
· Hyperaktivitätsstörung
· Störung mit Hyperaktivität

  Exkl.:  Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens ( F90.1 )

F90.1   Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens 
  Hyperkinetische Störung verbunden mit Störung des Sozialverhaltens

F90.8   Sonstige hyperkinetische Störungen 
F90.9    Hyperkinetische Störung, nicht näher bezeichnet 
  Hyperkinetische Reaktion der Kindheit oder des Jugendalters o.n.A.
Hyperkinetisches Syndrom o.n.A.



         
F91.-   Störungen des Sozialverhaltens 
  Störungen des Sozialverhaltens sind durch ein sich wiederholendes und anhaltendes Muster dissozialen, aggressiven und aufsässigen Verhaltens charakterisiert. Dieses Verhalten übersteigt mit seinen gröberen Verletzungen die altersentsprechenden sozialen Erwartungen. Es ist also schwerwiegender als gewöhnlicher kindischer Unfug oder jugendliche Aufmüpfigkeit. Das anhaltende Verhaltensmuster muss mindestens sechs Monate oder länger bestanden haben. Störungen des Sozialverhaltens können auch bei anderen psychiatrischen Krankheiten auftreten, in diesen Fällen ist die zugrunde liegende Diagnose zu verwenden.

Beispiele für Verhaltensweisen, welche diese Diagnose begründen, umfassen ein extremes Maß an Streiten oder Tyrannisieren, Grausamkeit gegenüber anderen Personen oder Tieren, erhebliche Destruktivität gegenüber Eigentum, Feuerlegen, Stehlen, häufiges Lügen, Schulschwänzen oder Weglaufen von zu Hause, ungewöhnlich häufige und schwere Wutausbrüche und Ungehorsam. Jedes dieser Beispiele ist bei erheblicher Ausprägung ausreichend für die Diagnose, nicht aber nur isolierte dissoziale Handlungen.

  Exkl.:  Affektive Störungen ( F30-F39 )
Kombination mit emotionalen Störungen ( F92.- )
Kombination mit hyperkinetischen Störungen ( F90.1 )
Schizophrenie ( F20.- )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen ( F84.- )

F91.0   Auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des Sozialverhaltens 
  Diese Verhaltensstörung umfasst dissoziales oder aggressives Verhalten (und nicht nur oppositionelles, aufsässiges oder trotziges Verhalten), das vollständig oder fast völlig auf den häuslichen Rahmen oder auf Interaktionen mit Mitgliedern der Kernfamilie oder der unmittelbaren Lebensgemeinschaft beschränkt ist. Für die Störung müssen die allgemeinen Kriterien für F91.- erfüllt sein. Schwer gestörte Eltern-Kind-Beziehungen sind für die Diagnose allein nicht ausreichend. 
F91.1   Störung des Sozialverhaltens bei fehlenden sozialen Bindungen 
  Diese Störung ist charakterisiert durch die Kombination von andauerndem dissozialen oder aggressiven Verhalten, das die allgemeinen Kriterien für F91.- erfüllt und nicht nur oppositionelles, aufsässiges und trotziges Verhalten umfasst, mit deutlichen und tief greifenden Abweichungen der Beziehungen des Betroffenen zu anderen Kindern. 
  Nichtsozialisierte aggressive Störung
Störung des Sozialverhaltens, nur aggressiver Typ

F91.2   Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen 
  Dieses Störung beinhaltet andauerndes dissoziales oder aggressives Verhalten, das die allgemeinen Kriterien für F91.- erfüllt und nicht nur oppositionelles, aufsässiges und trotziges Verhalten umfasst, und bei Kindern auftritt, die allgemein gut in ihrer Altersgruppe eingebunden sind. 
  Gemeinsames Stehlen
Gruppendelinquenz
Schulschwänzen
Störung des Sozialverhaltens in der Gruppe
Vergehen im Rahmen einer Bandenmitgliedschaft

F91.3   Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten 
  Diese Verhaltensstörung tritt gewöhnlich bei jüngeren Kindern auf und ist in erster Linie durch deutlich aufsässiges, ungehorsames Verhalten charakterisiert, ohne delinquente Handlungen oder schwere Formen aggressiven oder dissozialen Verhaltens. Für diese Störung müssen die allgemeinen Kriterien für F91.- erfüllt sein: deutlich übermütiges oder ungezogenes Verhalten allein reicht für die Diagnosenstellung nicht aus. Vorsicht beim Stellen dieser Diagnose ist vor allem bei älteren Kindern geboten, bei denen klinisch bedeutsame Störungen des Sozialverhaltens meist mit dissozialem oder aggressivem Verhalten einhergehen, das über Aufsässigkeit, Ungehorsam oder Trotz hinausgeht. 
F91.8    Sonstige Störungen des Sozialverhaltens 
F91.9   Störung des Sozialverhaltens, nicht näher bezeichnet 
  Kindheit:
· Störung des Sozialverhaltens o.n.A.
· Verhaltensstörung o.n.A.



         
F92.-   Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen 
  Diese Gruppe von Störungen ist durch die Kombination von anhaltendem aggressiven, dissozialen oder aufsässigen Verhalten charakterisiert mit offensichtlichen und eindeutigen Symptomen von Depression, Angst oder anderen emotionalen Störungen. Sowohl die Kriterien für Störungen des Sozialverhaltens im Kindesalter (F91.-) als auch für emotionale Störungen des Kindesalters (F93.-) bzw. für eine erwachsenentypische neurotische Störung (F40-F49) oder eine affektive Störung (F30-F39) müssen erfüllt sein. 
F92.0    Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung 
  Diese Kategorie verlangt die Kombination einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-) mit andauernder und deutlich depressiver Verstimmung (F32.-), die sich in auffälligem Leiden, Interessenverlust, mangelndem Vergnügen an alltäglichen Aktivitäten, Schulderleben und Hoffnungslosigkeit zeigt. Schlafstörungen und Appetitlosigkeit können gleichfalls vorhanden sein. 
  Störung des Sozialverhaltens (F91.-) mit depressiver Störung (F32.-)

F92.8   Sonstige kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen 
  Diese Kategorie verlangt die Kombination einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-) mit andauernden und deutlichen emotionalen Symptomen wie Angst, Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, Depersonalisation oder Derealisation, Phobien oder Hypochondrie. 
  Störungen des Sozialverhaltens (F91.-) mit:
· emotionaler Störung (F93.-)
· neurotischer Störung (F40-F49)

F92.9   Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen, nicht näher bezeichnet 


         
F93.-  Emotionale Störungen des Kindesalters 
  Diese stellen in erster Linie Verstärkungen normaler Entwicklungstrends dar und weniger eigenständige, qualitativ abnorme Phänomene. Die Entwicklungsbezogenheit ist das diagnostische Schlüsselmerkmal für die Unterscheidung der emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit (F93.-) von den neurotischen Störungen (F40-F48). 
  Exkl.:  Wenn mit einer Störung des Sozialverhaltens verbunden ( F92.- )

F93.0   Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters 
  Eine Störung mit Trennungsangst soll nur dann diagnostiziert werden, wenn die Furcht vor Trennung den Kern der Angst darstellt und wenn eine solche Angst erstmals während der frühen Kindheit auftrat. Sie unterscheidet sich von normaler Trennungsangst durch eine unübliche Ausprägung, eine abnorme Dauer über die typische Altersstufe hinaus und durch deutliche Probleme in sozialen Funktionen. 
  Exkl.:  Affektive Störungen ( F30-F39 )
Neurotische Störungen ( F40-F48 )
Phobische Störung des Kindesalters ( F93.1 )
Störung mit sozialer Überempfindlichkeit des Kindesalters ( F93.2 )

F93.1   Phobische Störung des Kindesalters 
  Es handelt sich um Befürchtungen in der Kindheit, die eine deutliche Spezifität für die entsprechenden Entwicklungsphasen aufweisen und in einem gewissen Ausmaß bei der Mehrzahl der Kinder auftreten, hier aber in einer besonderen Ausprägung. Andere in der Kindheit auftretende Befürchtungen, die nicht normaler Bestandteil der psychosozialen Entwicklung sind, wie z.B. die Agoraphobie sind unter der entsprechenden Kategorie in Abschnitt F40-F48 zu klassifizieren. 
  Exkl.:  Generalisierte Angststörung ( F41.1 )

F93.2   Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters 
  Bei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden und soziale Besorgnis oder Angst, in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen. 
  Vermeidende Störung in der Kindheit und Jugend

F93.3    Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität 
  Die Mehrzahl junger Kinder zeigt gewöhnlich ein gewisses Ausmaß emotionaler Störungen nach der Geburt eines unmittelbar nachfolgenden jüngeren Geschwisters. Eine emotionale Störung mit Geschwisterrivalität soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sowohl das Ausmaß als auch die Dauer der Störung übermäßig ausgeprägt sind und mit Störungen der sozialen Interaktionen einhergehen. 
  Geschwistereifersucht

F93.8   Sonstige emotionale Störungen des Kindesalters 
  Identitätsstörung
Störung mit Überängstlichkeit

  Exkl.:  Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters ( F64.2 )

F93.9   Emotionale Störung des Kindesalters, nicht näher bezeichnet 
Zuletzt geändert von Putte am 15. November 2007 18:58, insgesamt 1-mal geändert.
Manchmal möchte ich Gott fragen, warum er Hunger, Krieg und Armut zuläßt, obwohl er etwas dagegen tun könnte....
Doch dann fürchte ich er könnte mich das selbe fragen....

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