Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

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cecilievcl
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Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

Beitrag von cecilievcl » 7. November 2018 20:20

Hallo :)

ich bin bei meiner endlosen Recherche zu ADHS im Internet auf dieses Forum gestoßen.
Ich hatte bis vor einer Woche noch nie wirklich was von ADHS gehört im Bezug auf Erwachsene. Bei mir war das immer unter "kleine Jungs mit Zappelphillip-Syndrom", abgespeichert.

Nun erzählte mir jemand, den ich neu kennengelernt habe, von seiner Diagnose ADS und es war als würde mir ein Kilo Blei vom Herzen fallen. Denn all das beschrieb mich und meine seit Kindheit bestehenden Probleme so genau, als würde man über mich erzählen.
Seitdem lese ich zu dem Thema was auch immer ich in die Finger bekomme und bin mir nun zu 100% sicher das ich ADS habe.

Nun stehe ich aber vor dem großen Problem,- Diagnose - welcher Arzt etc.


Hat jemand von Euch vielleicht gute Erfahrungen mit einem Arzt/Ärztin in PLZ 82 bzw München?

Ich freue mich über jeden Erfahrungsaustausch und Tipp sehr!! Danke schon einmal im Voraus :)


Cecilie
Stefan SRO
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Re: Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

Beitrag von Stefan SRO » 8. November 2018 07:00

Hallo cecilievcl,

und willkommen in der Runde.

Im und um München haben wir einige Forumsmitglieder, so das Du wohl in Kürze Kontakt und Tipps bekommst.
Ich selbst bin nun schon einigen Jahre nicht mehr dort (war damals noch nicht diagnostiziert), in MUC kann ich Euch /Dir den Anschluss an die dortige Selbsthilfegruppe nur wärmstens empfehlen.

Bzgl Arzt bekommst Du in Kürze eine PN bekommen.

Aber nun erzähl doch mal, was Dich an dir selbst auf ADS gebracht hat. Mir selbst hing es nämlich sehr ähnlich. Ich bin eben auch kein echter "Zappler" sondern so ein fürchterlicher Mischtyp, der mal zu energisch/euphorisch und mal total schlaff und depressiv ist. Dann die Emotionalen Ausbrüche...

VG
Stefan
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Re: Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

Beitrag von Phantomsoul » 8. November 2018 12:36

Habe dir eine PN rausgesendet. Bechte aber bitte, dass ich noch nicht lange bei dem Arzt/Neurologen/(...) bin und daher nur spakulativ über seine Qualitäten berichten kann.
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EmmaGSLehrerin
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Re: Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

Beitrag von EmmaGSLehrerin » 8. November 2018 19:10

Huhu,

von mir hast du auch eine PN.

LG Emma
cecilievcl
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Re: Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

Beitrag von cecilievcl » 8. November 2018 23:12

Danke für die schnellen und ausführlichen Antworten. Da muss ich mich nun erst mal durchkämpfen und schauen was für mich das richtige ist :)

So erleichternd es auch ist, zu "wissen" was man wahrscheinlich, so einschüchternd empfinde ich die Suche nach DEM Arzt bzw wie man jetzt weitermacht.



Angefangen hat das rückblickend bei mir schon im Säuglingsalter. Meine Eltern erzählen immer gerne was für ein fürchterliches Schreikind ich war.
Als Kind war ich nie wirklich kuschlig, mochte nicht gerne angefasst werden, war wahnsinnig schüchtern, hab sehr früh gesprochen.
Hatte von klein auf Probleme mit dem Kindergarten und später der Schule.
Mir war es schon immer ein Graus irgendwo sein zu müssen wo viel los war. "Gefangen" zu sein an einem Ort, einem Platz.
Viele Menschen, die vielen Eindrücke,- das war mir schon immer zu viel.
In der Schule das stundenlange stillsitzen. Ich war immer innerlich total unruhig.
Ich war zwar nie der Zappelphilipp, aber seit dem ich denken kann wippe ich immer mit den Füßen, Händen oder kaue Nägel.
Mit den Gedanken war ich fast immer wo anders.
Seit der Grundschule hatte ich immer Bauchweh und Kopfweh und habe jeden Tag nach Ausreden gesucht warum ich nicht zur Schule gehen kann.
In der Schule war ich schlecht.Trotz hoher Intelligenz.
Ich konnte mich nicht lange konzentrieren. Lange lernen ging gar nicht. Bei den Hausaufgaben tat ich mich auch immer schwer. Schweifte ab. Saß stundenlang an einer Aufgabe und habe sie nicht fertig bekommen da ich irgendwo anders war mit meinem Kopf. Oder was anderes gemacht habe.
Egal wie sehr ich es auch wollte,- es ging einfach nicht.

Ich war so oft so sauer auf mich und habe nie verstanden was los ist mit mir. Zu Hause führte das zu grossen Konflikten und immer mehr Vorwürfen/Strafen etc. Doch es wurde nicht besser sonder eher immer immer schlimmer.
Dinge die mich jedoch interessierten, da war ich super gut. Hab stunden darüber gelesen und wusste alles. Das war für mein Umfeld immer der Beweis dass ich nur stinke faul bin!

Eltern und Lehrer meinten immer ich sei nur faul und schlampig. Schliesslich war ich ja in Dingen die mich interessierten aussergewöhnlich gut.

Dieser Vorwurf das ich nur Faul bin, den höre ich nun schon mein ganzes Leben.


Die Schule war bis zum Ende ein Kampf,- mein Abi schaffte ich mit Ach und Krach. Danach in der Uni ging das Spiel weiter.
Bis heute schaffe ich es nicht wirklich mein Leben zu organisieren. Überall "Baustellen" und ich schaffe immer nur einen kleinen Teil zu erledigen.
Egal wie sehr ich mir etwas auch vornehme...zack ist der Tag rum und ich habe keine Ahnung wo die Zeit hin ist.

Ich fange viele Dinge an,- sobald es schwierig wird gebe ich auf.

Ich bin immer zu spät. Zu egal was und egal wie sehr ich mich bemühe pünktlich zu sein.
Weißt ist es mir ein Rätsel wo die Zeit hin ist.
Aufgaben wie Aufräumen fühlen sich an wie den Mount Everest besteigen. Wenn ich es mal schaffe mich dazu aufzuraffen, bemerke ich meist nach einiger Zeit das ich gar nicht mehr aufräume wie geplant, sondern etwas komplett anderes mache.

Emotional ist das Leben für mich teilweise eine Achterbahn.
Laut meiner Umwelt reagiere ich oft überzogen. Bin teilweise sehr schnell sauer. Ich empfinde das jedoch oft anders.
Ich kann die Emotionen andere Menschen so fühlen als seien es meine eigenen und schaffe es kaum mich davon abzuschirmen.
Das ist dermassen anstrengend. Ich nehme alles wahr.
Jede kleine Verstimmtheit macht mit mir was. Ob es mich nun betrifft oder ob ich die Person nur im vorbeigehen sehe. So sehr ich mich auch rational überlegt bemühe das ich das nicht wahrnehme,- ich schaffe es nicht.
Zug fahren etc sind somit für mich ein Graus. Da fühle ich mich wie in einem Film und komme nicht weg. Abschalten geht kaum

Ich bin ungeduldig auch wenn ich mich bemühe es nicht zu sein. Innerlich brodle ich dann.
Ich ärgere mich sehr schnell, nehme Dinge schnell persönlich.

Ich kann Eindrücke nicht filtern.
Daher dachte ich immer ich sei halt hochsensibel oder so etwas in der Art. Aus dem Grund bin ich auch fast chronisch erschöpft. Wenn ich zb 3h arbeite bin ich so fertig wie andere Menschen nach einem ganzen Tag vllt.
Meine Eltern sagen immer ich sei einfach nicht belastbar bzw würde mich anstellen.

Einschlafen geht nur mit Hörbuch,- mein Kopf hört anders nicht auf zu denken.

Sozial hatte ich immer nur eine Handvoll guter Freunde. in der Grundschule und im Gymnasium habe ich mich immer anders gefühlt. Hab so gut es ging versucht mich anzupassen. Aber dazu gehört habe ich niche wirklich.
Und nach der Schule bin ich meist nach hause und habe mich ausgeruht weil so fertig war.
In der Unizeit gingen Partys etc nur im betrunkenen Zustand, anders hätte ich diese Enge und Maße an Menschen nicht ertragen. Ich habe mich, nachträglich betrachtet, regelrecht betäubt.

Später entwickelte ich soziale Ängste und wahrscheinlich auch Depressionen und zog mich immer mehr zurück.
Und bis vor ca einer Woche habe ich mich nicht verstanden.

Dachte immer ich hätte irgendwie einen unerklärlichen Schuss.
Hatte teilweise so einen Hass auf mich weil ich so nicht sein will.
Ich ärgere mich SO oft über mich selber dass ich gewisse Dinge einfach nicht hinbekomme und denke mir dann immer morgen. Morgen machst du dies und das etc alles ohne Ausreden. Und zack am Abend hab ich über die Hälfte schon wieder nicht gemacht oder nur halb etc etc.

Und dadurch mache ich mir so viele Dinge in meinem Leben selber kaputt. Meine Mutter sagt immer: "Dein innerer Schweinehund bist dein größter Feind, wenn du nur mehr Selbstdisziplin hättest". Der Vorwurf zieht sich wie eine goldene Linie durch mein Leben.
Und einerseits ist das ja wahr. Anderseits kann ich nicht anders, egal wie ich mich bemühe. Und somit gebe ich manchmal auch schon vorher auf. Da ich weiss ich schaffe es eh nicht. Somit erspare ich mir den Frust und versuch es erst gar nicht.
Was wiederum zu anderen Problemen führt.
Ein Teufelskreis....

Ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber das wird dann zu viel denk ich :)
Aber nun hat das Ganze endlich einen Namen und ich habe die Chance doch etwas zu ändern an mir bzw weiss was wahrscheinlich los ist mit mir. Naja,- ich bin mir eigentlich zu 100% sicher.

Das ist eine solche riesengrosse Erleichterung, ich kann gar nicht beschreiben wie gross!!! :)
Andererseits aber auch schwierig.

Ich habe mit meinen Eltern versucht darüber zu reden,- die tun das ganze als Quatsch ab. Als "willkommene Ausrede" für mich. Meine Mutter hat mir schon den Vorwurf gemacht ich würde das dann wohl in Zukunft als Grund benutzen um Dinge nicht zu tun. Blablabla....
Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich runtergezogen und ich war somit schon wieder in meinem Enthusiasmus gebremst, den ich hatte bei der Suche nach einem Arzt.

Doch dann hab ich dieses Forum entdeckt. Naja.


Jedenfalls Danke für Eure Antworten,- ihr habt mir sehr geholfen!! :)
Stefan SRO
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Re: Arztsuche PLZ 82 bzw München und Umgebung

Beitrag von Stefan SRO » 9. November 2018 13:41

Such Dir mal zügig eine Selbsthilfegruppe. Das geht auch ohne Diagnose.

Dort wirst Du feststellen, dass was Du schreibst für UNS völlig "normal" ist. Und vor allem erfährst Du, wie Du damit umgehen kannst.

VG
Stefan
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