ADHS Diagnostik

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weodj
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ADHS Diagnostik

Beitrag von weodj » 30. Juli 2018 13:38

Guten Tag zusammen,

Ich bin neu hier im Forum und habe mich aufgrund diverser Symptome ( muss ich ja hier nicht weiter beschreiben, eigentlich das gleiche, was viele hier auch schreiben ) zu meinem Hausarzt begeben, welcher mich direkt an einen Neurologen und Psychiater überwiesen hat. Gesagt getan, 3 Termine für diverse Tests bekommen. Und hier kommen wir direkt zu meiner Frage.

Beim ersten Termin wurde ein EEG gemacht. Ich musste die Augen schließen, schnell atmen, die Augen öffnen, schnell atmen.

Beim zweiten Termin wurden mir Elektroden auf den Kopf geklebt und mir wurden Kopfhörer aufgesetzt. Auf einer Seite Rauschen, auf der anderen Seite Klicken. Das war für mich purer Stress.

Beim dritten Termin wurde der Sehnerv untersucht. Ferner musste ich ein MRT vom Schädel machen.

Nun meine Frage, sind das normale Untersuchungen bei der Diagnostik? Ich habe morgen endlich meinen Termin, bei dem ich meinen Arzt wieder sehe. Ich möchte nun nur wissen, wird da noch viel danach kommen, oder könnte es sein, dass er mir morgen schon sagen kann, was nicht stimmt mit mir? Werde langsam verrückt. Wurde von der Uni beurlaubt, da mir die psychologische Beraterin geraten hat, mich erstmal darum zu kümmern, da ich Momentan in meinem Studium total überfordert bin. Seit ich alleine wohne, konnte ich nicht einmal Ordnung halten usw.. Und so, wie es jetzt ist, kann es einfach nicht weitergehen.. Werde noch verrückt.. :? :?

Liebe Grüße,
Weo
Falschparker
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Falschparker » 30. Juli 2018 19:32

Hallo Weo,

bist du denn sicher, dass der Arzt ausdrücklich eine ADHS-Diagnostik macht? Bist du bei einem der Ärzte, die Emma dir aufgelistet hat?

Gut, manche Ärzte wollen Anderes ausschließen. Aber die ADHS-Symptome werden im Gespräch erfragt. Wie sieht es in deinem Alltag aus, wie in deiner Kindheit. Ein Fremderfassungsbogen, auszufüllen von einem Angehörigen (am Besten natürlich Freundin oder Ehefrau, wenn vorhanden) gehört auch dazu und wenn vorhanden Zeugnisse aus der Grundschulzeit oder eine Einschätzung eines Elternteils oder Geschwisterkindes, falls das geht. Wenn das alles nicht stattgefunden hat, dann hat die eigentliche ADHS-Diagnostik ja noch gar nicht begonnen.

Rauschen und Klicken? Ging es da um deine Reaktionsgeschwindigkeit bzw. deinen Umgang mit Stress? Durchaus interessant, aber nicht immer realistisch. Viele ADHS-ler sind in einer Testsituation sehr motiviert und aufmerksam, auch wenn sie in ihrem "richtigen" Leben viel schlechter zurecht kommen.
weodj
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von weodj » 30. Juli 2018 19:43

Hallo Falschparker,
Erst einmal vielen dank für die schnelle Antwort! Ja,es ging sich hierbei explizit um eine ADHS Diagnostik. Jedoch habe ich zwischenzeitlich auch schon Kontakt mit einer Klinik aufgenommen, welche jedoch momentan 1 Jahr Wartezeit hat. Insofern wäre es mir natürlich sehr lieb, wenn es in dem Anlauf klappt.

Naja, ich bin mal gespannt, wie es morgen weitergeht.. Hoffentlich zufriedenstelend..

Liebe Grüße,
Weo
EinMax
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von EinMax » 30. Juli 2018 23:35

Ein EEG ist bei der Diagnostik üblich; ich bin immer noch etwas misstrauisch, weil sie bei mir keins gemacht haben. (Schätze, die benutzen es nur, um Zweifel auszuschließen, und hatten in meinem Fall keine.) Von dem anderen Test habe ich noch nicht gehört. Was auf jeden Fall auch dazugehört, ist das Gespräch über deinen derzeitigen Zustand und über deine Kindheit und die Einschätzung durch andere, die dich damals kannten, üblicherweise mittels eines Fragebogens an deine Eltern (oder wer auch immer auffindbar ist) und, so vorhanden, Grundschulzeugnisse. Solange das noch kommt (morgen?), würde ich mir erstmal keine Sorgen machen.
Murmel
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Murmel » 1. August 2018 07:15

Ich kann mich da nur Falschparker anschließen. Denke mal es waren alles erst einmal neurologische Untersuchungen.
Die eigentlich wichtigen Punkte, wie Fragebögen auch für Angehörige fehlen und natürlich wie schon beschrieben
die Grundschulzeugnisse. Hast du denn direkt nach einer ADHS-Diagnostik gefragt? Berichte mal wie es bei dir
weitergegangen ist.
weodj
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von weodj » 1. August 2018 09:01

Guten Morgen zusammen,

Ja, es waren nur "Ausschlussuntersuchungen", der eigentliche Test kommt erst jetzt. Jedoch habe ich hier eine Frage. Der Arzt sagte mir, die Kosten lägen bei 360€ und würden von der Krankenkasse nicht übernommen.. Jemand Erfahrung damit? Kann man evtl. in Vorkasse gehen und sich die Kosten von der KK zurück holen?

Liebe Grüße!
EinMax
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von EinMax » 1. August 2018 11:59

Es kommt, glaube ich, drauf an, wo man die Diagnostik machen lässt. Einige Ärzte sind von den Krankenkassen akzeptiert, andere nicht. Am Sichersten ist, wenn Du deine Krankenkasse fragst. Wenn die so ist wie meine, werden sie dir nicht direkt eine Empfehlung geben, aber zumindest Webadressen, wo Du Ärzte abklappern kannst, die von der Kasse gedeckt sind (und gucken kannst, ob deine Adresse dabei ist). Ich hatte damals die Wahl zwischen kasssengedeckt, aber spät (4 Monate Wartezeit) und schnell, aber für 150€. (Was sich dann bei dem Arzt aber doch als komplizierter erwies und komplizierter mache ich nicht so gut, also habe ich dann doch gewartet.)
Falschparker
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Falschparker » 1. August 2018 14:02

Der Arzt hat recht. Wenn du das Geld hast und (!) dem Arzt vertraust, dann bezahl die 360 € und sieh es als sinnvolle Investition an. Die ist es sicher auch, wenn der Arzt gut ist, was ich natürlich nicht beurteilen kann.

Deine Krankenkasse wird sagen, sie bezahlen selbstverständlich die ADHS-Diagnostik. Das stimmt im Prinzip auch, aber das Geld der Kasse reicht nicht für eine so gründliche Untersuchung, wie die Leitlinien sie vorsehen. Also gibt es drei Möglichkeiten: 1. Der Arzt arbeitet für lau. 2. Der Arzt macht eine oberflächliche Diagnose. 3. Es gibt besondere Möglichkeiten der Finanzierung, wie sie bspw. Uniklinik-Ambulanzen haben.

1. kannst du nicht verlangen, 2. möchtest du sicher nicht und 3. hat dein Arzt nicht. Wiederbekommen wirst du von der Kasse nichts.

Ich habe 200 € bezahlt, aber das war auch schon 2003.
Murmel
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Murmel » 1. August 2018 20:24

Ich habe meine Diagnose in einer ADHS-Ambulanz bekommen und es wurde voll von meiner Krankenkasse bezahlt.
Auch die jetzt verordneten Medikamente bezahlt meine Kasse.
Es liegt ja an dir, ob du die Diagnostik bei einem Arzt machen lassen möchtest der nur privat abrechnet. So sehe
ich es zumindest. Ich habe von vielen gelesen, dass die Diagnostik bei ihnen eine Krankenkassenleistung war.
Entscheiden tust letztendlich du.
Falschparker
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Falschparker » 1. August 2018 21:46

Murmel hat geschrieben:Es liegt ja an dir
(...)
Entscheiden tust letztendlich du.
Das stimmt aber doch nur wenn beides, also eine Diagnosemöglichkeit mit und ohne Eigenbeteiligung, zur Verfügung steht. Das ist in vielen Regionen gar nicht der Fall, da muss man froh sein wenn irgendjemand sich damit beschäftigt.

Dazu kommt noch, dass die Qualität sehr unterschiedlich ist. Billig ist nicht immer gut. Teuer aber natürlich auch nicht.

Ja, ADHS-Ambulanzen kommen im Allgemeinen ohne eine Eigenbeteiligung aus. Ich habe in diesem Forum und einem anderen schon so verrückte Geschichten über ADHS-Ambulanzen gelesen, dass ich denke, ein sehr kundiger niedergelassener Psychiater ist besser, selbst wenn er für die Diagnose Geld nimmt.

Es gibt natürlich auch gute Ambulanzen und dumme niedergelassene Fachärzte, logisch.

Deswegen habe ich geschrieben, wenn du dem Arzt vertraust, dann...

Jedenfalls wenn jetzt schon die Untersuchung terminiert ist, wäre es schon sinnvoll sie auch wahrzunehmen, anstatt sich auf die Suche nach einer eventuellen Einrichtung ohne Kostenbeteiligung zu machen. Das könnte dann ein halbes Jahr oder länger Zeitverlust bedeuten, und das ist es bestimmt nicht wert.

Bei mir war es damals so, bei der ADHS-Ambulanz hätte ich mich auf eine Diagnostik mit vier Terminen einstellen müssen. Die Stadt, wo sich diese Ambulanz befindet (und der Facharzt auch), ist so weit entfernt dass immer jeweils ein Tag weg gewesen wäre. Mein Facharzt (der mich jetzt, 15 Jahre später, übrigens immer noch behandelt) konnte es in einem langen Termin machen. Plus Fragebögen, die ich mitbekam für mich und meine Frau, und eine spätere telefonische Auswertung.

Das war eine ganz einfache Rechnung. Ich bin selbstständig, an einem Tag an dem ich weg bin kann ich kein Geld verdienen. Dagegen waren die 200 €, die ich für die Diagnostik selbst zahlen musste, fast vernachlässigbar. Abgesehen davon dass er es sehr sorgfältig gemacht hat.
weodj
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von weodj » 17. Juni 2019 13:58

Huhu, habe mich lange nicht mehr gemeldet, bei mir ist in letzter Zeit einiges passiert..

Das Studium habe ich abgebrochen, von meiner Werkstudentenstelle auf Vollzeit gewechselt, und.. Ja und eine positive Diagnose. Nur bin ich seit der Diagnose irgendwie noch aufgewühlter als zuvor. Einen Termin zur Einstellung der Medikamente habe ich leider erst am 13.8... Das warten bringt mich um. Ich merke deutlich, wie auch mein Cannabis und Alkoholkonsum seit der Diagnose wieder sehr zugenommen hat. ( Habe z.B. Cannabis vorher ein halbes Jahr gar nicht angefasst.)

Wie sind da eure Erfahrungen? War bei euch auch so viel Zeit zwischen Abschlussgespräch und Medikamenteneinstellung?
Schwermut86
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Schwermut86 » 17. Juni 2019 14:08

halte das aber für nen normalen psychologischen effekt bei dir.manche sind nach so einer diagnose fröhlich gestimmt, weil sie endlich eine erklärung für ihre probleme haben. andere hingegen fallen emotional in ein loch, und das nachdenken wie "was wäre gewesen wenn adhs schon als kind erkannt worden wäre" und so weiter steigert sich so sehr, dass man sich total antriebslos fühlt und plötzlich sogar der überzeugung ist, ohne das medikament oder drogen jetzt gar nicht mehr durch den alltag zu kommen.

bewerte das doch mal etwas objektiver. ohne medikamente hast du all die jahre auch schon mal gute tage verbracht und erfolge gehabt. außerdem hast du bis heute auch ohne ritalin überlebt. mach dich nicht so abhängig davon, sonst wirst du am ende noch sehr enttäuscht sein, dass durch ritalin jetzt nicht alles grundsätzlich besser wird. auch damit wird sich das leben noch anstrengend genug anfühlen und schöne frauen, dicke autos und n haus aus purem gold ist damit ebenso wenig garantiert.

das leben ist biologisch betrachtet, reines überleben in sich ständig wandelnder umwelt durch funktionale verhaltensweisen. und auch menschen mit adhs ohne medikamente können sich durchaus funktional verhalten und das hast du in vielen situationen auch gezeigt. also mach es einfach wieder und du wirst merken, dann ist die zeit bis mitte august auch nicht mehr so eine selbstzerstörerische qual. immer das beste aus jeder lebenslage machen, hey du bist doch schon durch eine diagnose und die entsprechend angebotete hilfe einen schritt weiter. eigentlich sollte dich das eher stolz machen und etwas aufrichten.

nutze die diagnose um ein neues, besseres lebenskonzept zu entwickeln. setze dir erreichbare ziele/ meilensteine für die zeit bis zum medikament. erlebe irgendwas was dich im leben weiterbringt (reisen, neues hobby, neue menschen ect). und mit medikament kannst du da weiter ansetzen, hast eine grundlage für ein zukünftig besseres leben. das lebenskonzept ist weit wichtiger als das medikament. hiermit kontruierst du den sinn für deine handlungen und dann bin ich mir sicher dass du auch ohne ritalin aus deinem derzeitigen loch rauskommst. ritalin ist ohnehin kein mittel gegen depressionen.
Banyquèa
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Banyquèa » 25. Juni 2019 01:36

Hi!

Ich habe auch erst mit 23 im Studium meine Diagnose bekommen. Ich war auch völlig fertig mit den Nerven... Ich hatte sehr zügig (also direkt) Ritalin bekommen und war schockiert! Durch das Medikament habe ich auf einmal einfach verstanden, was Leute zu mir gesagt haben, ohne aktiv hinhören zu müssen oder über die Bedeutung ihrer Worte nachdenken zu müssen (mir war nicht mal klar, dass ich das bis da hin mein ganzes Leben lang tat). Ich konnte schlafen... ich war sooo müde! Ich habe Musik hören und Bücher lesen viel mehr genossen. Und all das hat mich so aufgewühlt und ich fand es so unfair, dass ich das 23 Jahre lang nicht wusste.
Und jetzt...?
Durch das Ritalin war ich nicht mehr so wild (die gute Form von "wild" - Spielen, Witze machen, tanzen, quatschen...).
Ich mag mich selbst mehr ohne Medikamente. Klar... fürs Studium brauche ich sie. Aber wann immer ich kann, nehme ich keine Medis. 23 Jahre lang war ich dieser irgendwie doch charmante Chaot. Das bin ich und so kenne ich mich schon mein ganzes Leben. Manche Hürden kommen mir unüberwindbar vor, aber hey! Abitur, Führerschein und alles andere habe ich ja auch so hinbekommen.
Und egal wie krass dir die Unterschiede mit Ritalin am Anfang vorkommen mögen (vielleicht machst du ja auch ganz andere Erfahrungen als ich), am Ende wirst du sehen, dass du davon auch keine Superkräfte bekommst. Nicht alle Probleme, die dir nun rückblickend vielleicht auffallen (Schulzeit, Konflikte mit deinen Eltern, Versagensängste usw.) hängen mit deinem ADhS zusammen.
Innere Schweinehunde hat man auch noch mit Ritalin und langweilige Themen, bleiben langweilig... Die gehen dadurch auch nicht plötzlich von ganz alleine in den Kopf.
(Menschen, die kein AD(H)S haben, fällt ja auch nicht einfach alles in den Schoß....)

Ich denke, dass ich heute nicht ich wäre, wenn ich schon früher davon gewusst hätte. Durch die späte Diagnose war ich mehr oder weniger gezwungen, mich mit meinen Macken auseinander zu setzen: Strategien zu entwickeln und sie als Teil von mir zu akzeptieren. Ich glaube, ich würde mich heute "weniger mögen", wenn ich eine frühe Diagnose gehabt hätte aus zwei Gründen:

1. Ich hätte (besonders in der Pubertät) mein ADHS als Ausrede benutzt: "Ich konnte die Arbeit nicht besser schreiben, ich habe ADHS." (Auch andere schreiben schlechte Noten...)

2. Ich glaube, ich würde mein ADHS als etwas außerhalb von mir sehen. So wie eine zweite Person, die mein Leben mitlebt und mir verpfuscht. Aufbrausend ist... und faul... und ich würde irgendwie für jedes Versagen oder jede aufgegebene Herausforderung nicht die Verantwortung übernehmen, sondern es auf meine Diagnose schieben.

Wenn ich mir versuche vorzustellen, wie mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich schon als Kind die Diagnose gehabt hätte, sehe ich nur zwei Möglichkeiten.

1. Jemand, der nichts wirklich im Leben erreicht hat, weil sie ihre Diagnose als Freifahrschein für Misserfolg genutzt hat.

2. Jemand, der nicht ohne diese "Droge", Amphetamine, seinen Alltag bewältigen kann, weil sie nie gelernt hat, ihre Macken auch anders in den Griff zu bekommen bzw. als Teil von sich zu akzeptieren.

Da beide Szenarien blöder klingen, als das, was ich heute bin und mein Leben nenne (so unperfekt und kompliziert das auch sein mag), bin ich ganz froh, dass alles so gekommen ist, wie es gekommen ist.

Ich weiß nicht, ob das verständlich ist und ich weiß auch nicht, ob es dir hilft, aber ich hoffe es. Es ist schon etwas komisch, so etwas Persönliches hier zu schreiben. Wenn du magst und noch Fragen hast, schreib mir gerne eine private Nachricht, ich versuche ehrlich mit dir zu sein.

Stress dich nicht zu arg. Lies dich ein und mach dir Gedanken, wie dein ADHS dein Leben beeinflusst. Versuch dabei auch die positiven Aspekte in den Blick zu nehmen und schau dir an, was du schon alles geschafft hast. Du hast sicher schon ein paar Infos von deinem Arzt bekommen und dich hier durch gelesen. Dort stehen auch die "positiven Eigenschaften" von ADhS... Das klang für mich am Anfang so stark nach nichts. Ich glaube, egal, wer mir das direkt nach meiner Diagnose gesagt hätte, es hätte mich nicht aufgemuntert. (Trotzdem sage ich es dir. ;) ) Ich habe selbst erst Zeit und die Erfahrung mit Ritalin gebraucht, um zu erkennen, was ADHS (in meinem Fall) überhaupt bedeutet. So aufgewühlt, wie ich in deiner Situation auch war, es ist alles gut gegangen.
Das wird es bei dir auch. Da bin ich mir ganz sicher.

Viel Erfolg!
Banyquèa

Tipp unter uns: Rede nicht mit zu vielen darüber. Mich haben am Anfang so Kommentare wie "Ach, ich bin auch immer total aufgedreht!" und "Mir fällt es auch schwer mich zu konzentrieren, wenn ich mich langweile.." usw. extrem wütend gemacht. Viele die keine Ahnung von ADHS (speziell im Erwachsenenalter) haben, geben dazu ihren Senf und merken nicht mal, dass sie nicht wissen, wovon sie reden. Die meinen es nur gut mit diesen Kommentaren, aber sie helfen nicht.
Anonym159
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 10. September 2019 09:46
Alter: 19

Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Anonym159 » 10. September 2019 09:56

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