ADS und Diagnostik in Köln

Erwachsene u. Kinder
Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Benutzeravatar
SurfLife94
Forummitglied
Beiträge: 3
Registriert: 2. Juni 2018 13:17
Alter: 24

ADS und Diagnostik in Köln

Beitragvon SurfLife94 » 2. Juni 2018 13:42

Hallo Zusammen!

Als Kind wurde bei mir im Zuge der Diagnostik einer Teillernstörung (Dyskalkulie) auch ADS diagnostiziert. Damals war das Thema noch sehr 'neu' (ich bin heute 23) und meine Eltern weigerten sich strikt mich zu Medikamentieren oder sonst etwas. Ich habe zwar spezielle Förderung aufgrund der Teillernstörung erhalten, jedoch wurde das ADS, meines Kenntnisstandes nach, nie behandelt. Mein Vater war salopp gesagt der Ansicht 'Ich sehe ja wie gut du in anderen Bereichen bist, in Mathe bist du einfach nur faul. Du muss dich einfach mehr anstrengen um dich zu konzentrieren. Du musst es nur wollen'.

Mit dieser Einstellung bin ich also groß geworden. Sprich mich hat Jahrelang der Gedanke geplagt 'Was ist falsch mit mir? Wieso bin ich anders als die Anderen? Wieso bin ich so? Wieso schaffe ich es nicht mich anzupassen?'. Dabei geht es ja nicht nur um die Konzentrationsprobleme sonder auch um alle anderen Wesensunterschiede, die damit einhergehen. Ich dachte immer, wenn ich mich mehr anstrenge, MUSS ich ja es irgendwann schaffen, so normal zu sein wie alle anderen. Was natürlich jetzt betrachtet quatsch ist. In den letzten zwei Jahren ist der Leidensdruck für mich wirklich Immens geworden, sowohl in der Uni als auch im privaten Bereich. Ich habe auch 2015 eine Therapie gemacht, dort kam man jedoch nie auf den Grund des Leiden (evt. auch weil ich damals mein Verhalten und die Auswirkungen noch nicht mit der Kindheitsdiagnose in Verbindung gebracht habe, für mich war der Gedanke eher 'Was stimmt bloß nicht mit mir?').

Nun habe ich mich jedoch endlich dazu durchringen können, meinen Vater zu bitten mir die Diagnostik Unterlagen von damals zukommen zu lassen. Es war ein fürchterliches hin und her und er vertritt die Ansicht, ich solle einfach an meinem Selbstbewusstsein arbeiten, dann würde sich alles andere regeln. Die Krankheit sei ja nur ausgedacht und ich würde ja in der Uni alle Klausuren bestehen. (Mit was für einem Aufwand weiß er nicht)
Ich möchte mich gerne noch einmal Diagnostizieren lassen (ist dies überhaupt möglich?!) und dann auch eine Therapie speziell für AD(H)Sler machen bzw. möchte ich mich auch mit den Möglichkeiten, die ich habe auseinandersetzen und eine kompetente Beratung erfahren. Ich komme halt kein Stück mehr mit mir selber klar und merke natürlich die Diskrepanzen zu meinen Mitstudenten*innen.

Nun also zu meinen Fragen:
Weiß jemand wo und an wen in Köln man sich Zwecks einer Diagnose wenden kann? Die Uni Klinik hat einen speziellen Fokus auf Diagnostik bei Erwachsenen, hat damit jemand Erfahrung?
Brauche ich eine Überweisung von meinem Hausarzt um mich an solche Stellen wenden zu können? Ich würde am liebsten so wenig Menschen wie möglich einweihen, da ich ja auch einfach Falsch liegen könnte und nicht so wirken möchte als mache ich ein riesen Drama um nichts.
Gibt es in Köln andere Beratungsstellen an die man sich wenden kann?

Ich danke euch jetzt schon für alle Tipps !
Benutzeravatar
Maya18Max
Foruminventar
Beiträge: 527
Registriert: 6. März 2016 14:59
Wohnort: in einem schwäbischen Dorf
Alter: 35

Re: ADS und Diagnostik in Köln

Beitragvon Maya18Max » 2. Juni 2018 14:53

Hallo,

ich kann dich gut verstehen, dass du endlich klarheit haben möchtest und versuchen möchtest alles "in den Griff" zu bekommen.

Schau mal: http://adhs-deutschland.de/desktopdefau ... read-8793/

Ich habe Dr. Lam und auch die Klinikleitung bei den Vorträgen gehört. Für mich klang alles ganz stimmig. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine richtige Anlaufstelle sein kann.

Viel Glück und lg
Maya
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Benutzeravatar
SurfLife94
Forummitglied
Beiträge: 3
Registriert: 2. Juni 2018 13:17
Alter: 24

Re: ADS und Diagnostik in Köln

Beitragvon SurfLife94 » 2. Juni 2018 15:15

Ich danke dir! AUf der webside der Klinik finde ich allerdings nichts zur ADHS Diagnostik. Werde dort jedoch am Montag mal anrufen!
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4770
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: ADS und Diagnostik in Köln

Beitragvon Hanghuhn » 2. Juni 2018 15:53

Zu Köln kann ich dir nichts sagen. AD(H)S lässt du am besten von einem Neurologen oder Psychiater diagnostizieren. Eine Therapie kann er dir verschreiben, aber wird i. a. nicht von ihm gemacht, es sei denn, er ist Psychiater und Psychologe oder Psychotherapeut in einer Person.

Nimm zur Diagnostik deine Diagnosebestätigung aus deiner Kindheit mit! Wenn du schon als Kind diagnostiziert wurdest und zu allem Überfluss auch ohne Not nicht daraufhin behandelt wurdest, bleibt nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass du es nun nicht mehr hast. Dann müsste sich der Arzt in deiner Kindheit geirrt haben. Da du dich als Erwachsener mit den gleichen Symptomen herumplagst, die dir schon als Kind zu schaffen gemacht haben, liegt es sehr nahe, dass du auch die gleiche Störung, wie dir aus deiner Kindheit bekannt ist, hast.

Zu deinem Vater: Kann es sein, dass du ihm ähnlich bist, dass er nicht wahrhaben möchte, dass auch er ein Problem hat, das er sich nicht eingestehen möchte? In vielen Beiträgen, bei denen auch die Eltern eine Rolle spielen, ist es oft gerade der selbst betroffene Elternteil, der die Probleme seines Kindes nicht wahrhaben möchte. Das muss bei dir bzw. deinem Vater trotzdem nicht genauso sein. Wir sind ja alle Individuen.

Ich wünsche dir Glück auf der Suche nach einer geeigneten Diagnostik.
LG Hanghuhn
Gutemiene
Pagemaster
Beiträge: 150
Registriert: 21. Dezember 2016 11:50

Re: ADS und Diagnostik in Köln

Beitragvon Gutemiene » 2. Juni 2018 15:58

SurfLife94 hat geschrieben:Nun habe ich mich jedoch endlich dazu durchringen können, meinen Vater zu bitten mir die Diagnostik Unterlagen von damals zukommen zu lassen. Es war ein fürchterliches hin und her und er vertritt die Ansicht, ich solle einfach an meinem Selbstbewusstsein arbeiten, dann würde sich alles andere regeln. Die Krankheit sei ja nur ausgedacht und ich würde ja in der Uni alle Klausuren bestehen. (Mit was für einem Aufwand weiß er nicht)

.....Dein Vater verrät dir nicht, wie du "einfach" an deinem Selbstbewusstsein arbeiten kannst, oder?!?

Hallo SurfLife,
das hört sich nach einer Leidensgeschichte an, die noch nicht zu Ende ist. Das tut mir leid und ich kann dir nur wünschen, bald an kompetente Diagnostiker und geschulte Behandler zu geraten.

In Köln kenne ich mich nicht gut aus. Ich habe nur eine Adresse in Ratingen für dich.

Die in ADHS-Kreisen gut bekannte Cordula Neuhaus wäre möglicherweise eine Ansprechpartnerin (telefonisch), die dir evtl. eine Adresse qualifizierter ADHS-Therapeuten in deiner Nähe nennen kann => http://www.menschen-mit-adhs.de/

Wäre auch eine medikamentöse Unterstützung für dich okay?
Es gibt ja AD(H)S-ler, die gut auf Medikamente ansprechen.

Ich frage mich gerade, wie eindeutig deine Kindheits-Diagnose war. Bei klarer Diagnose bräuchtest du keinen Komplettdurchlauf, sondern eine gezielte Beratung für Therapiemaßnahmen, die dir weiterhelfen, und ggfs. - wie Hanghuhn schreibt - eine Art Aktualisierung und "Ortsbestimmung".

Ob die Aufnahme an eine Institutsambulanz oder eine Spezialpraxis mit Überweisung vom Hausarzt geht oder eine psychiatrische Überweisung nötig ist, können die Betreiber dir vor Ort selbst sagen. Manche wollen Extrawürste, andere nicht! Natürlich ist es in der Regel sinnvoll , die Aufnahme dort ein wenig schwierig zu gestalten, sonst würden auch gelangweilte Narzissten dorten ihr (Un)Wesen treiben!

Viel Erfolg bei deiner Suche und - Kopf hoch!
Es kann nur besser werden!

Gruß
Gutemiene
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:
Benutzeravatar
SurfLife94
Forummitglied
Beiträge: 3
Registriert: 2. Juni 2018 13:17
Alter: 24

Re: ADS und Diagnostik in Köln

Beitragvon SurfLife94 » 2. Juni 2018 17:26

Danke nochmal für die Adresse aus Ratingen. Werde da auch mal schauen.

Ich habe die Unterlagen noch nicht hier. Ich weiß jedoch, dass es damals ein ganz schönes Prozedere war. Das hat sehr lange gedauert und wir mussten dort mehrmals hin. Das war jedoch in der Grundschule. Ich nehme an, dass meine Eltern irgendwann davon ausgegangen sind, dass es sich 'ausgelebt' hätte mit der Dyskalkulie, da ich bessere Noten schrieb. In Verbindung damit kam für sie auch ADS nicht mehr 'in Frage'. Der Aufwand, den ich bringen musste für meine Leistungen ist jedoch so viel exponentiell höher das ich mittlerweile einfach nicht mehr kann.

Und ja, auch Medikamente kämen für mich in Frage. Zumindest solange ich mich noch in einem System des Leistungsvergleiches befinde- sprich an der Uni.

Zu der Sache ob mein Vater mir ähnlich ist: Nein, absolut nicht. Wir sind zwar Beide stur, jedoch hat er keine der Symptome. Er ist der Sache absolut fern.

Zurück zu „ADHS / ADS Test und Diagnose*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 19 Gäste