W 20, vielleicht Ads?

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Pusteblume123
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W 20, vielleicht Ads?

Beitragvon Pusteblume123 » 3. November 2017 01:10

Hallo liebe Mitglieder :)

Ich wollte einmal eure Meinung dazu hören. Ich bin 20 Jahre alt werde bald 21. Ich habe mich nie mit so etwas beschäftigt und wäre von selber auch nicht auf die Idee gekommen, dass ich ADS haben könnte, hatte aber ein Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen von mir, der selber ADS hat und der einige Parallelen von ihm zu mir sieht. Ich erzähle einfach mal ein wenig von meinem Leben.

Als Kind war ich eher der verträumte Typ, habe viel gedöst, gemalt und extrem viel gelesen. Ich habe immer viel Zeit für mich alleine gebraucht, was bis heute geblieben ist. Ich war extrem chaotisch und unorganisiert und habe ständig Dinge verloren oder Termine vergessen einzuhalten, was mir bereits in der Grundschule Probleme bereitete. Schon dort bin ich nicht gerne hingegangen und habe geweint, wenn ich das Gefühl hatte es ist zu viel zum lernen und es wächst mir über den Kopf. Schulisch war ich nie die beste aber doch mittelmäßig hatte aber Probleme mich zu konzentrieren und Aufgaben in der vorgesehenen Zeit zu erledigen. Ich hatte auch Probleme das b und d zu unterscheiden und bin dafür zu so einem Training gegangen, um die Buchstaben unterscheiden zu können, wo ich spielerisch gelernt habe wie es geht. Ich war aber eher der quirlige Typ früher, war grundsätzlich nicht unbeliebt, kam mit allen aus und wollte auch nie Streit. Mit Streit umzugehen fiel mir damals schon schwer, bin dem ganzen immer aus dem Weg gegangen. Mit ungefähr 14 meinte meine beste Freundin dann zu mir, das wir keine besten Freundinnen mehr wären und ich war echt super fertig deswegen. War zu der Zeit aber auch antriebslos, habe eher wenig mich mit Freunden getroffen und einfach nur für mich selber viel Zeit verbracht vor dem Pc oder beim lesen. Dadurch habe ich mich von meinen Freunden auch etwas entfernt. Später habe ich zwar meist mitgemacht bei Unternehmungen aber mich da auch nicht so wohlgefühlt und war oft froh wenn ich wieder meine Ruhe hatte. Habe in dem Alter auch ein extrem egringes Selbstwertgefühl gehabt, weil ich dachte ich wäre nicht normal, weil ich nicht so früh angefangen habe mich für Jungs zu interessieren wie meine Freundinnen. War zwar auf Parties aber hatte wenn das Gefühl ich tue es nur um dabei zu sein und das ich für Männer die zweite Wahl bin. Später wechselte meine Schüchternheit dann ins andere Extrem, ich begann viel auszugehen, super viel zu trinken und habe sehr viel geflirtet und das auch recht provokant nach dem Motto: ich könnte eh jeden haben wenn ich wollen würde. Eigentlich eine 360 Grad Wende. Schwer fiel es mir aber, mich auf einen Kerl einzulassen und mich emotional zu öffnen, jedes Mal wenn es enger wurde habe ich abgeblockt, den Kontakt reduziert oder mein interesse auf einen neuen kerl umgelenkt. Ich war dazu auch bis 18 Jungfrau weil ich entsetzliche Panik vor Sex hatte, weil ich panische Angst hatte zu versagen oder das es peinlich wird. Generell wenn ich etwas noch nie gemacht habe schiebe ich es gerne auf und mache es entweder nie oder bekomme vorher Bauchschmerzen, kann die ganze Nacht nicht schlafen und wenn ich mich wirklich unter Druck gesetzt fühle weine ich solange bis ich schlafen kann, bin dann natürlich vor wichtigen Dingen extrem unausgeruht und dadurch, dass ich es besonders gut machen will geht alles schief.

Ich hatte früher auch extrem oft Streit mit meinen Eltern, besonders mit meinem Vater wegen unbedeutenden Kleinigkeiten. Das ging so weit, dass ich meinen Vater angeschrien habe, meine Tür mehrfach zugeknallt habe und ihn angeschrien habe, dass ich ihn hassen würde, warum er mich nicht versteht, dass mein Bruder bevorzugt werden würde usw.
Ich habe generell öfters Szenen gemacht, zb als mein Bruder ein moderneres Handy bekommen hat habe ich ewig geweint deswegen. Oder als meine Eltern mir verbieten wollten Sylvester wo anders zu feiern, habe ich so lange geweint und gebettelt, bis ich doch weg durfte. Ich habe das Gefühl ich habe wirklich oft geweint und meine Eltern angeschrien auch meinen Bruder gehaun, wofür es oft keine großen Gründe gab.

Das meinte meine Mutter letztens auch, dass ich wohl früher öfters angeeckt bin mit meinem Verhalten.

Sonst war ich relativ normal, hatte immer meine paar Freunde, wobei es mir früher schwer viel neue Freundschaften zu knüpfen. Habe viele Sportarten ausprobiert, aber nie eine wirklich durchgezogen. Generell etwas durchzuziehen für längere Zeit fiel mir schwer und ich habe oft das Handtuch geworfen, weil ich dachte ich wär nicht gut genug. Schule war für mich echt nicht einfach, für viele Fächer fehlte mir das Verständnis und ich musste kämpfen um es zu verstehen. Hausaufgaben haben teils ewig gedauert, habe sie immer über den ganzen Tag verteilt, anstatt etwas sofort zu erledigen. Oder ich habe sie einfach nicht gemacht, weil sie mich nicht interessiert haben und mich alles abgelenkt hat zu Hause. Später habe ich teilweise im Unterricht geschlafen oder habe geschwänzt wenn ich das Gefühl hatte ich verstehe eh nix. Das Abi war für mich echt stressig konnte null schlafen war gereizt usw.

Generell ist es super schwer mich zu motivieren, wenn ich den Sinn nicht genau sehe dahinter. Will einerseits immer alles super gut machen andererseits wenn ich merke ich kann es nicht oder denke ich packe es nicht gebe ich mich mit mittelmäßigen Leistungen zufrieden. Wenn mich jedoch etwas wirklich interessiert brenne ich dafür und könnte Nächte damit verbringen und alles stehen und liegen lassen.

Jetzt war es so, dass ich nach dem Abi ausgezogen bin in eine Wg und als Stewardess gearbeitet habe und dieses Jahr war einfach teilweise kathastrophal. Meine ersten Flüge waren Horror. Ich war vollkommen überfordert mit den ganzen Abläufen, hatte total Angst und war angespannt. Das negative Feedback habe ich auch nicht besonders gut verkraftet, es war eher so sobald ich zurechtgewiesen wurde oder ein Tipp kam hätte ich in Tränen ausbrechen können. Habe mich gefragt warum alle anderen es so locker verstehen was zu tun ist, ich konnte mir nicht einmal sofort merken wo zb die Coladosen verstaut sind. Auch nach 100 mal gesehen haben, habe ich es trotzdem wieder vergessen. Jedenfalls hatte ich zu der Zeit auch starke Schlafstörungen, weil ich einfach nicht die Leistung erbracht habe, die ich wollte. Habe einmal auch auf der Arbeit angefangen zu heulen, weil ich auf eine einfache Nachfrage keine Antwort wusste und einfach so gestresst war. Das ist nicht das erste mal das ich auf der Arbeit schlechte Leistungen bringe das war schon früher so.

Meine Laune wechselte zu der Zeit auch stark (das ist teils immer noch so). Von super glücklich, bis zutiefst traurig war alles dabei. Oft wenn ich mich einsam gefühlt habe habe ich mir einen Mann aufgerissen oder mich beim feiern einfach betrunken. Mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ließen sich auch schnell ankratzen durch jeglichen negativen Kommentar auch durch konstruktive Kritik. Zud er Zeit habe ich echt wenig geschlafen und trotz Sport war ich total unruhig innerlich.

Generell machen mir meine Launenwechsel fast selber Angst. Ich weine generell eher mehr als andere aber ich bin dermaßen enthuasiatisch und schnell begeistert, dass andere es fast als albern ansehen könnten. Periodenweise rede ich wie ein Wasserfall zb bei Freunden oder wenn ich nervös bin dann denke ich auch nicht nach was ich sage was mich manchmal in unangenehme Situationen gebracht hat. Gegenüber fremden oder in unbekannten SItuationen kann es auch schon mal sein, dass ich meinen Mund nicht aufbekomme. Es gibt bei mir nur schüchtern und extrovertiert, nichts in der Mitte.

Mit Männern läuft es auch nicht so, jedes mal wenn ich gedated habe habe ich es geschafft, die andere Person Verbal oder durch gesten zu verletzten, weil ich einfach nicht nachgedacht habe wie andere sich fühlen könnten. Ich konzentrier mich einfach größtenteils auf meine Gedankenwelt und belaste dann zb Männer mit meinen eigenen Problemen. Es ist seltsam, da ich sehr mitfühlend bin und auch merke wenn andere sich nicht gut fühlen. Mit dem letzten Mann den ich gedated habe war es besonders schlimm, da er ständig verletzt war, ich mich absolut unverstanden gefühlt habe und er mich mit wenigen Worten zum weinen bringen konnte. Es kamen Kommentare wie: du denkst nur an dich, frag dich doch mal was ich fühle, du bist manchmal etwas exentrisch, du rbauchst nur Bestätigung usw.

Das wäre jedenfalls eine ewiglange Geschichte, ich habe mich einfach nur selber fertig gemacht, weil ich nicht verstanden habe, warum ich nicht "normal" bin in der Hinsicht, mit jedem Mann es zu Streit kommt, ich ständig traurig bin und warum ich manchmal verbal entgleise. Damit meine ich, dass ich weiß, wie ich andere mit Worten verletzten kann und auch fies werden kann. Habe das Gefühl Männer sind überfordert mit meinem dauernden Hin und Hergerissensein, mit meinem Stimmungsschwankungen, mit meinen tausend Neuen Ideen und Gedanken. Es strengt mich selber an weil ich zu vielen Themen mehrere Ansichten habe aber nicht weiß hinter welcher ich stehe und meine Ansichten auch schnell wechseln können. Ebenso bin ich sehr sensibel, habe mich zb als es mir dieses Jahr wirklich mies ging (auf Grund von Arbeit überfordert, privat nur Streit, Todesfall live miterlebt) mit dem Bügeleisen selber verbrannt, wo ich selber wusste es ist scheiße aber mir war es egal. Wollte vielleicht auch das jemand es irgendwie registriert wie mies es mir geht. Da hatte ich wirklich überlegt, warum ich mich von negativen Dingen so beeinflussen lasse und ich weiß selber, so wie ich reagiert habe ist nicht richtig. Aber hatte das Gefühl alles was ich anfasse geht schief.

Auch beruflich ist es schwer, etwas durchzuziehen. Die Uni habe ich 1,5 Wochen besucht dann bin ich nicht mehr hingegangen weil ich der Meinung war es ist nichts für mich und ich will den Studiengang wechseln. Und auf gut deutsch hatte ich einfach keinen Bock und Motivation hinzugehen weil ich plötzlich wieder angezweifelt habe ob ich es wirklich werden will. Generell mich festzulegen versetzt mich in unwohlsein, ich will immer ALternativen und Fluchtmöglichkeiten mir offenhalten.

Auch mit meinen Eltern hatte ich wieder Streit, weil ich doch überlegt hatte alles abzubrechen und wieder zurück in meine alte Heimat zu ziehen zu ihnen ins Haus, ich mir aber unsicher war und einfach nicht wusste was ich mit meinem Leben anstellen soll.

Mit Freunde finden geht es auf jeden Fall besser als früher, auch dadurch, dass ich ja in einer neuen Stadt wohne, aber habe manchmal das Gefühl ich übertreibe mit meiner guten Laune, und mute anderen zu viel zu. Auch zuzuhören und andere zu Wort kommen zu lassen ist für mich nicht einfach, am liebsten würde ich permanent reden und singen.


Generell entweder habe ich auf nix Bock und schlafe viel, oder ich habe eine Laune als könnte ich Bäume ausreissen. Versuche es schon mit Sport, dass hilft ein wenig aber diese innere Unruhe und meine innere Hin und Hergerissenheit bleiben.

Es ist auch einfach so, dass ich weiß das ich eine Ausbilung oder ein Studium machem MUSS. Und dieser Gedanke daran etwas 3 jJahre durchziehen zu müssen versetzt mich schon in Unwohlsein. Meine Freunde versuchen zwar mir zu helfen, aber manchmal wissen auch sie nicht mehr weiter.

Was ich mich halt gefragt habe ist ob ich einfach nur ein bisschen störrisch war als Kind und dann mal ein paar unschöne Zeiten durchgemacht habe, oder ob aber mehr dahinter steckt.
Ich verstehe zb nicht woher das kommt, dass ich früher so oft ausgerastet bin, rumgeschrien habe usw. Komme aus einem heilen Elternhaus, beide Eltern noch verheiratet, keine finanziellen Probleme usw.
Ich dachte mir es kann halt sein das manche Menschen etwas anstrengender sind als andere oder etwas emotionaler.
Aber ich verstehs ja selber nicht, sehe nur zb bei meinen Mitbewohnern, dass sie ausgeglichener sind, fokussierter im Leben, ihre Stimmungen gemäßigter usw. :roll:

Ich habe natürlich viel über mich gelernt und weiß wie ich in manchen Situationen reagier und versuche sie entspannter warzunehmen indem ich mir selber weniger Druck mache, andere verbal versuche nicht zu verletzten sondern eher zu evrstehen, mehr Sport dazu usw.

Aber easy ists net und ich verstehe einfach nicht wieso ich manchmal so ticke wie ich es tue.

Vielleicht habt ihr ja ne Idee.
Bin nur auf diese Idee gekommen, weil ein Kumpel mich drauf angesprochen hat letztens.
Natürlich kann es auch sein, dass ich einfach nur sehr sensibel und emotional nicht ganz stabil bin manchmal.

Würde mich sehr über Feedback freuen :)

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