Nebenwirkungen und Ängste Methylphenidat

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ToniGeorge
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Nebenwirkungen und Ängste Methylphenidat

Beitragvon ToniGeorge » 16. Juni 2017 11:14

Hallo liebe ADS/ADHS Freunde :D,

Ich bin neu hier, 25 Jahre alt und wollte euch zu euren Erfahrungen bzgl. Methylphenidat (Medikinet) befragen.
Mir wurde das Medikament 2011 in einer ADS Klinik verschrieben, nachdem ich ca. 100 Fragen beantworten sollte. (Prinzip: Trifft vollkommen zu, Trifft zu, etc.). Es wurde leichtes ADS "diagnostiziert".

Seit 6 Jahren nehme ich nun das Präparat in 10mg (unverändert, phasenweise nur 5 mg) und muss natürlich sagen, dass es mir karrieretechnisch sehr geholfen hat. Meinen Bachelor habe ich erfolgreich in der Regelstudienzeit absolviert. Konnte wirklich gut lernen... Nichtsdestotrotz.. Ich glaube mittlerweile daran, dass die Kehrseite der "Ritalin-Medaille" eine Schwächung des Charakters bzw. der Charaktereigenschaften ist. Auch das Empfinden von Glück kann durchaus beeinträchtigt werden. Möchte damit nicht sagen, dass ich garkein Glück mehr verspüren kann. Aber die schlechten bzw. "neutralen" Phasen treten weitaus öfter auf als die guten Phasen, obwohl meine Lebenssituation gerade nahezu perfekt ist.
Nenne diesen Vorgang eine "Maschinisierung" des Menschen.. Ich habe einfach manchmal das Gefühl abzustumpfen. Mich nicht mehr so richtig freuen zu können.

Lustig ist auch zu beobachten, dass wenn ich rauche, fast immer plötzlich schlechte Laune bekomme und ein ungutes Gefühl verspüre (An sich ja top, dadurch rauche ich mittlerweile durchaus weniger).
Jetzt kommt das komische an der ganzen Sache.. Es fühlt sich wie ein Virus am Brustkorb bzw. am Herzen an. Es ist eine Art Schmerz, den ich nicht einordnen kann. Psychisch? Medizinisch? Schlag mich tot ich weiß es einfach nicht. Fest steht, dass ich mich genau dann richtig mies fühle. Zwar kann ich es mittlerweile besser kontrollieren, dennoch belastet mich das extrem. Ohne Grund einfach schlechte Laune zu haben kann gefährlich sein..

Sobald ich Alkohol trinke, lockert sich mein Brustkorb und ich verspüre den Schmerz nicht mehr. Kann es sein, dass Ritalin eine Art Aufregung verursacht? Sollte ich vollständig auf den Konsum von Kaffee verzichten?

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Weiß jemand, was man gegen dieses Gefühl am Brustkorb machen kann?

LG, Toni
lenilein
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Re: Nebenwirkungen und Ängste Methylphenidat

Beitragvon lenilein » 16. Juni 2017 12:01

Hast du schon mal probiert das Medikament auszulassen?

Hattest du die Probleme dann immer noch?

Falls ja liegt es vermutlich nicht an den Medikamenten.

Ich frage, weil mir solche Nebenwirkungen vollkommen unbekannt sind.
bin ich außergewöhnlich, bin ich anders, bin ich besonders, nein ich bin einfach ich jeder, der das nicht so sieht, der ist es nicht!
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ADHDgoesto11
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Re: Nebenwirkungen und Ängste Methylphenidat

Beitragvon ADHDgoesto11 » 16. Juni 2017 12:06

ToniGeorge hat geschrieben:Kann es sein, dass Ritalin eine Art Aufregung verursacht?


Methylphenidat ist ein Stimulans (vulgo "Aufputschmittel"), und seine Wirkung kann man tatsächlich so beschreiben.

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Sohn *2005 ADHS+Autismus
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Chaos-Weib
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Re: Nebenwirkungen und Ängste Methylphenidat

Beitragvon Chaos-Weib » 16. Juni 2017 14:42

Hallo Toni,

das klingt recht seltsam.
Wegen den Schmerzen im Brustkorb solltest du mal einen Arzt aufsuchen und das abklären lassen.

Solche Nebenwirkungen kenne ich in der Form auch nicht. Allerdings hatte ich MPH nicht vertragen. Attentin hatte ich hingegen einige Zeit lang und da war es bei mir nie so, dass ich grundlos schlechte Laune hatte oder so. Im Gegenteil. Ich war mit dem Medikament viel fröhlicher und glücklicher, weil es mir im Alltag, Lernen usw. sehr geholfen hat.

Hast du regelmäßige Termine beim Arzt? Das würde ich beim nächsten Termin mal ansprechen an deiner STelle.

Viele Grüße
und alles Gute
Falschparker
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Re: Nebenwirkungen und Ängste Methylphenidat

Beitragvon Falschparker » 19. Juni 2017 14:32

Kaffee und Methylphenidat sind beides Stimulanzien, und die kombinierte Wirkung ist nicht immer gut einzuschätzen. Ich jedenfalls vertrage Kaffee oder schwarzen Tee gar nicht mehr zusammen mit Methylphenidat.

Und Alkohol, also bei mir klingen alle Alarmglocken, wenn ich dieses
Sobald ich Alkohol trinke, lockert sich mein Brustkorb und ich verspüre den Schmerz nicht mehr.
lese.

Denn erstens sollte Alkohol ohnehin tabu sein, wenn man Methylphenidat nimmt!! Und zweitens ist die Suchtgefahr nicht weit, sobald du Alkohol einsetzt, um eine bestimmte angenehme Wirkung zu erreichen.

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