Frage zum SPZ (Frankfurt)

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V2507
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Frage zum SPZ (Frankfurt)

Beitragvon V2507 » 28. November 2016 12:50

Wir haben im Januar 2 Termine mit unserem Sohn (7 Jahre, Verdacht auf AD(H)S).

Termin 1 ist ein Vorstellungsgespräch und Termin 2 eine Diagnostik die über den ganzen Tag läuft.

Meine Frage ist nun wann man dann eine Diagnose bekommt. Am selben Tag wo die Tests erstellt werden oder muß man da nochmal zu einem Diagnosegespräch. Wie lange dauert es bis man nach den Tests die Diagnose bekommt.
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Alina Licht
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Re: Frage zum SPZ (Frankfurt)

Beitragvon Alina Licht » 2. Januar 2017 00:15

Hallo!
Bei mir war es so, dass ich nach den Diagnoseterminen noch mal einen Gesprächstermin beim KiJuPsych hatte, um die Ergebnisse zu klären. Allerdings weiß ich nicht, ob das alle Ärzte, in diesem Fall deiner, das so machen.
Liebe Grüße, Al
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden! ;)

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minime
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Re: Frage zum SPZ (Frankfurt)

Beitragvon minime » 17. Januar 2017 13:08

Hallo!

Bei den vielen Stellen, die wir hatten (inkl. SPZ Höchst) hatten wir zunächst 1. Termin Anamnese, mehrere Termine Testungen durch diverse KiPsy, Sonder-Päd., Neurologen, .... Der Arzt bei dem diese Ergebnisse zusammenlaufen muss sich ein Bild machen und ein Urteil fällen, ICH erwarte, dass er dafür deutlich länger als 5 Minuten braucht - bei uns war das so. Für die Besprechung der Auswertung der Ergebnisse wurde immer ein extra Termin angesetzt, der auch durchaus deutlich später als das Ende der Testungen lag.

LG, minime.
lenilein
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Re: Frage zum SPZ (Frankfurt)

Beitragvon lenilein » 22. Januar 2017 17:55

Als ich im SPZ war, hat meine Mutter die Ergebnisse direkt nach dem zweiten oder dritten Termin bekommen.


Das ist allerdings schon Jahre her und das SPZ würde ich nicht empfehlen.
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Re: Frage zum SPZ (Frankfurt)

Beitragvon Nana » 2. Juli 2017 10:29

lenilein hat geschrieben:das SPZ würde ich nicht empfehlen.


Warum Lenilein?

Ich habe auch haarsträubende Erfahrungen mit dem SPZ gemacht.

Der 1.Assistentarzt ging in den Vaterschaftsurlaub 1 Woche, nachdem er uns Ritalin verschrieben hat, ohne uns vorher darüber informiert zu haben (jetzt weiß ich, warum er beim 1.Termin meinte, er hätte wahrscheinlich selbst ADS! :mrgreen: ). Mein Sohn sprach wunderbar auf 10 mg Ritalin an, hatte aber einen krassen Rebound Effekt 4-5 Stunden nach der Einnahme. Erst dann habe ich vom Sekretariat erfahren, dass der Arzt nicht da war, die Sekretärin hat sich aber geweigert, mir einen schnellen Termin mit einem anderen Arzt zu geben! :twisted: Dr. W. war unser Arzt, ich soll bitteschön warten, dass er zurückkommt... :roll:

Also habe ich das Präparat nach 3 Tagen abgesetzt, weil die extreme Reizbarkeit/Aggressivität weder für das arme Kind noch für mich und die Schwester auszuhalten war.

2 Monate später bekam ich einen Brief vom SPZ. Das SPZ hatte mir einen Termin (natürlich wieder ohne Vereinbarung, d.h. ohne mich vorher zu fragen, ob ich an diesem Tag um diese Uhrzeit Zeit habe!) mit einer anderen Ärztin gegeben. Ich rief also an, um zu fragen, warum ich keinen Termin mit Dr.W habe. "Der Dr.W hat die Station verlassen!" :o

Na gut. Also fuhren wir 2 Monate nach dem letzten Termin wieder ins SPZ. Dr.E erwies sich leider als totale Anfängerin, die keine Ahnung von AD(H)S und oppositionellen Trotzverhalten hatte. Mir fiel auf, dass sie bei fast jeder meiner Frage zuerst einen Blick auf einen kleinen "Spickzettel" auf ihrem Büro warf, z.B. als ich sie nach dem Wirkstoff von Strattera fragte. Ich fragte sie, seit wann sie im SPZ sei: sie habe die Uni erst vor 3 Wochen verlassen!!! :shock: Im Nachhinein erzählte mir eine befreundete Allgemeinärztin, die ihr Studium um diese Zeit beendet hat, sie habe im Studium (immerhin 6 Jahre) keine einzige Vorlesung über AD(H)S gehabt, so dass ich annehme, dass Dr.E wirklich keine Ahnung hatte. Mein Sohn hat sich während dieser Sitzung "mustergültig" verhalten, sich geweigert, die neurologischen Tests durchzuführen (mit geschlossenen Augen gerade gehen, z.B.), den Kasper gemacht, am Ende gestand sie "so was nie gesehen zu haben" (na, Willkommen in die ADS Welt, Frau Dr.E, würde ich jetzt antworten! :D ).

Tja...ein Jahr später sagte mir die Leiterin einer SHG in der Nähe (die sich leider seitdem aufgelöst hat): "Im SPZ ist man nur eine Nummer!" :?

Mit meinem heutigen Wissen würde ich mich jetzt sofort nach der Diagnose ( sogar vorher, denn ich hatte ja bereits den Verdacht seit mein Sohn 3-4 Jahre alt war, als die Diagnose bei seinem Cousin gestellt wurde) an einen auf AD(H)S spezialisierten Kinderarzt oder Kinderpsychiater wenden. Leider hatte der einzige ADHS Arzt in unserer Gegend seine Praxis nach München verlegt, als ich von ihm erfahren habe. (3 Jahre nach der Diagnose im SPZ). Aber mein Sohn hätte wahrscheinlich 3 Jahre lang eine gute Behandlung erhalten, wenn ich vor und kurz nach der Diagnose im SPZ zu ihm gefahren hätte.

Die Wartezeit im SPZ bis zum 1.Termin (Arztgespräch) dauerte übrigens 9 Monate (Termin im Oktober ausgemacht- mein Sohn war in der 1.Klasse- 1. Termin im Mai nächsten Jahres).

Dann ging es allerdings mit den Testungen (zuerst Konzentrationstests, die auf 2 Sitzungen aufgeteilt werden mussten, weil das Kind laut Psychologin bei der 1 Sitzung nach einer Weile nicht mehr konnte, ca 2 Wochen später Intelligenztests) relativ flott, so dass wir die Diagnose ca 2 Monate nach dem 1.Termin hatte.

Was gut war, das SPZ bat sowohl Elterntraining als Konzentrationstraining an.

Weniger gut: beide fand gleichzeitig statt, Konzentrationstraining am Montag Nachmittag (1,5 Stunden, dazu 1 Std Fahrt, 1 Mal pro Woche 3 Monate lang), Elterntraining am Dienstag Nachmittag (alle 2 Wochen, ca 10 Sitzungen). Ich musste also alle 2 Wochen mindestens 2 Mal/Woche zum SPZ fahren und manchmal auch 3 oder 4 Mal, denn 1 Mal pro Monat hatte ich zusätzlich einen Arzttermin am Dienstag Vormittag! Too much, nach 3 Monaten konnte ich weder das Wort SPZ noch das Wort AD(H)S hören... :cry:

Schlecht war, dass der 1.Assistenzarzt meinem Sohn Ritalin unretardiert verschrieben hat, denn später habe ich in Selbsthilfeforen gelesen, dass der Rebound bei Retardpräparaten deutlich weniger ausgeprägt ist (oder sogar nicht vorhanden) und dass manche Ärzte gleich Ritalin Retard aus dem Grunde verschreiben.

Dazu hätte uns der Assistenzarzt Ritalin eigentlich 2 oder sogar 3 Mal/Tag verschreiben sollen, denn Ritalin wirkt ja nur 3-4 Stunden. Hätte ich es in der Schulzeit gegeben, hätte ich von der Wirkung als Mutter nichts mitbekommen. Ich habe es deswegen in den Ferien gegeben und konnte die sehr gute Wirkung sehr gut beobachten.

Leider lebe ich in einer AD(H)S Öde, hier gibt es keinen auf AD(H)S spezialisierten Kinderarzt/Kinderpsychiater, so dass die Eltern auf das örtliche SPZ angewiesen sind (es sei denn, sie nehmen lange und teure Fahrten nach München in Kauf). Mit meinem heutigen Wissen würde ich aber zumindest beim Sekretariat verlangen, dass man mir einen Termin mit einem fertig ausgebildeten Kinderarzt gibt, der Erfahrungen mit AD(H)S Kinder hat.

Ich muss aber sagen, dass die beiden Ergotherapeutinnen des SPZ aber wirklich top engagiert waren und eine tolle Arbeit geleistet haben. Die Konzentrationstests (die vor dem Konzentrationstraining auf eine starke Aufmerksamkeitsschwäche mit sehr kurzen Konzentrationsspanne hingewiesen haben) waren kurz nach dem Konzentrationstraining deutlich besser, 1 Jahr später sogar komplett unauffällig. Die bessere Konzentration konnte ich bei der Betreuung der Hausaufgaben sehr gut beobachten: zuerst waren max. 5 Minuten drin, die HA waren für Kind und Mutter eine Tortur, die meist länger als 1 Stunde in der 1. Klasse dauerte. Nach dem Training wurde es deutlich besser, auch wenn mein Kind noch eine Weile meine Hilfe brauchte, vor Allem für das Organisieren. Nach ein paar Monaten konnte er die HA aber weitgehend selbstständig innerhalb einer altersgemäßen Zeit (in der Regel 30 Min) erledigen. Wohl gemerkt: ohne MPH!

Das Gleiche hat die Mutter eines Schulkameraden beobachtet, der die Diagnose im gleichen Alter erhalten hatte. Das Konzentrationstraining hat das Kind allerdings nicht im SPZ absolviert, sondern in der örtlichen Ergotherapiepraxis, die sich auf Kinder spezialisiert hat und dessen Leiter gerade eine Fortbildung absolviert hatte. Ihr Sohn war dort 45 Minuten pro Woche 1 Jahr lang in Behandlung, die Rezepte habe sie sich immer wieder beim SPZ abgeholt. Der Vorteil: die langen Fahrzeiten entfielen, sie konnte in der Zeit ihre Einkäufe in der Ortschaft erledigen.

Im Nachhinein würde ich mich von Anfang an einer örtlichen SHG wenden und dort nach den Erfahrungen der Eltern mit örtlichen AD(H)S Ärzten fragen. Das hätte uns jede Menge Ärger erspart.

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