ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

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Mamamia_0815
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ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 7. November 2016 13:46

Hallo,

wir haben den Verdacht das unsere 10 jährige Tochter Lea ADS hat. Seit dem sie in die Schule geht, hören wir immer wieder Anmerkungen der Lehrer , dass sie oft abwesend ist, quatscht, nicht aktiv am Unterricht teilnimmt und viele Schusselfehler macht oder manchmal im Unterricht total den Anschluss verliert. In der 2ten Klasse sprach die Lehrerin von möglicher LRS, Tests konnten das ausschließen. In der 3. Klasse war plötzlich Mathe das Problem. Sie ist wirklich intelligent und Dinge die sie interessieren macht sie mit eifer. Doch kaum ist ein wenig Kraft notwendig um eine Aufgabe zu meistern, kann sie sich kaum dazu durchringen sie anzufangen. Ihre Noten wechseln von einer 1 oder 2 zu plötzlich eine 4 oder 5 und das häufig. Das ärgert sie selbst auch total, da sie den Stoff eigentlich begriffen hatte.

Bei den täglichen Hausaufgaben fordert sie immer unsere Hilfe ein. Dabei gibt es meistens Tränen oder Wutausbrüche, da wir der Meinung sind, dass sie nichts lernt wenn wir Eltern ihr die Aufgaben abnehmen. Wir sind echt am verzweifeln und fragen uns wie wir den Umgang mit ihr verbessern können. Denn diese täglichen Szenarien wollen wir ihr nicht mehr antun.

Ich hatte die Schulprobleme auch schonmal beim Kinderarzt angesprochen. Der meinte man kann nicht viel machen evtl. Ergotherapie. Und er empfahl eine Einzelsportart um einen Ausgleich zu schaffen.

Wohin wende ich mich denn nun um erstmal eine Diagnose zu bekommen? Oder ist diese gar nicht so notwendig und man versucht es erstmal mit der Ergotherapie? Sollte man es den Lehrern sagen, falls es sich bestätigt oder eher nicht?

Bitte helft uns!
LG Mamamia
Butzelkruemel
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Butzelkruemel » 7. November 2016 14:20

Hallo Mamamia_0815,

grundsätzliche umfasst eine Diagnose relativ viele medizinische und psychologische Aspekte, um letztendlich per Ausschlussdiagnose unter Hinzuziehung von Fragebögen ein (relativ) sicheres Ergebnis zu haben.
Wir sind von Anfang an in einer Kinder-und Jugendpsychiatrie bzw. deren Ambulanz angebunden.
Alternativ ist aber auch ein niedergelassener Psychiater oder auch Psychologe für die Diagnostik geeignet - wohlgemerkt oft immer im Zusammenspiel andrer Ärzt (Kinderarzt, ggf. Endokrinologe, Kontrolle EEG, EKG, Blutwerte etc.)
Man sollte nur jemanden haben, der im Bereich AD(H)S wirklich Érfahrungen hat und nicht den Glaubensweg "Gibt es nicht" verfolgt.
Wenn zur Überbrückung schon eine ADHS-spezifischer Ergo angeleiert werden kann, ist das sicher nicht schädlich.
Vielleicht machst Du Dich parallel über Elterntrainings schlau. Eine multimodale Therapie, wobei eine medikamentöse Einstellung oft die Grundlage für erfolgreiche weitere Therapien ist, sollte im besten Fall das Ergebnis nach einer gesicherten Diagnose sein.
Elchi
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Elchi » 7. November 2016 16:09

Hallo Mamamia,

es gibt hier im Forum einen Unterpunkt "Arztsuche" (oder so ähnlich). Wenn Du da ein neues Thema anfängst und für die Arztsuche die ersten beiden Zahlen Deiner Postleitahl angibst, bekommst Du eine Nachricht mit tauglichen Ärzten bei euch in der Nähe.

In der Regel sind es Kinder- und Jugendpsychiater, es gibt aber auch Kinderärzte, die sich spezialisiert haben. Psychologen stellen auch manchmal Diagnosen, können aber keine Rezepte schreiben. Dafür braucht man dann doch wieder einen Arzt. Und meistens braucht man die Rezepte, (wenn auch nicht immer für ewig).

LG
Elchi
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Sheherazade
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Sheherazade » 8. November 2016 08:43

Alternativ kann man sich für die Diagnostik auch an ein SPZ wenden, wobei bei einer 10-Jährigen ein niedergelassener KJP auf lange Sicht vielleicht ratsamer ist.
Mamamia_0815
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 9. November 2016 08:57

Hallo,

ich danke euch für eure Antworten. Wo finde ich denn dieses Unterforum: Arztsuche??? Ich habe schon das Forum abgegrast und kann es nicht finden :roll:
Elchi
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Elchi » 9. November 2016 09:32

Hier: Arzt- und Therapeutensuche
viewforum.php?f=293
Mamamia_0815
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 9. November 2016 09:55

Danke Elchi,

noch eine Frage die ich oben schon gestellt hatte, aber die noch unbeantwortet ist: Ich habe nächste Woche Elterngespräch mit der Klassenlehrerin. Ich bin mir unschlüssig ob ich sie darüber informieren soll, das ein ADS Verdacht besteht. Solche Sätze wie "Sie könnte viel mehr wenn sie nur wollte!", "Sie beteiligt sich nur wenig am Unterricht, muss ständig motiviert werden mitzuarbeiten. ", oder auch von anderen Lehrern: "Sie bringt mich zur Verzweiflung, sie spielt ständig mit irgendwas rum." " Ich kann sie Leistungsmäßig nicht einschätzen. Mal ist sie Klassenbeste, mal gehört sie zum Schlusslicht" Ich kann es nicht mehr hören und weiß schon gar nicht wie ich darauf noch reagieren soll. Es ist nicht so das sie Negativ sher auffällig ist. Aber alle denken von ihr sie hat einfach keine Lust, ist faul etc.
Eventuell erreicht man dadurch ein gewisses Verständnis und mir bleiben solche Fragen erspart?! Vermutlich ist es aber einfach noch zu früh darüber so konkret zu sprechen.

Ratlose Grüße
Mamamie
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Sheherazade
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Sheherazade » 9. November 2016 10:05

Mamamia_0815 hat geschrieben:Ich bin mir unschlüssig ob ich sie darüber informieren soll, das ein ADS Verdacht besteht.
Ich persönlich würde es nicht machen, jedenfalls nicht so, klingt so nach rechtfertigender Entschuldigung. Damit bist du (und dein Kind) schneller in einer Schublade als dir lieb ist. Verständnis wird dir damit nicht entgegenschlagen. Besser du sagst, dass du dich gerade um eine Abklärung der Probleme durch einen Facharzt bemühst. Damit signalisierst du, dass ihr dran seid.
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Elchi » 9. November 2016 10:14

Das sehe ich genauso wie Sheherazade.
Wenn schon so viele Aussagen in diese Richtung kamen, (die ja sehr typisch für ADS sind), das aber nicht zu dem Hinweis führte, das mal abklären zu lassen, zeigt, dass sie von ADS keine Ahnung haben.
Da stellt sich sowieso die Frage, ob man die Diagnose dann später überhaupt so angibt

Mein Sohn hat ADS (Jungen haben das nicht, die haben ADHS und da er nicht wild ist, kann er das nicht haben). Um ihm Probleme mit dem Namen der Diagnose zu ersparen, habe ich es "eine Stoffwechselstörung im Gehirn, die medikamentös behandelt wird" genannt. Reaktion: "Was es alles gibt und toll, dass man es behandeln kann" :lol:
Mamamia_0815
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 9. November 2016 10:19

Achja ich denke von meinen Mitmenschen immer das sie alle so verständnisvoll sind, wie ich selbst. :roll:
Ihr habt Recht, es würde meiner Tochter wahrscheinlich nicht weiterhelfen.
Mamamia_0815
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 10. November 2016 08:01

Gestern habe ich meine Tochter darauf vorbereiten wollen, dass wir mal mit einem Arzt sprechen werden. Und da ist es aus ihr rausgbrochen, sie hat bitterlich geweint und meinte sie will ja zuhören im Unterreicht aber sie träumt dann doch wieder. :( Mein Mutterherz hat mitgeweint, ich wusste bisher nicht das es sie so sehr bedrückt. Heute fahren wir zum Kinderarzt und ich hoffe er unterstützt uns und kann uns einen Arzt empfehlen. Muss er uns eigentlich überweisen für die Diagnostik?
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Elchi » 10. November 2016 09:24

Das ist doch schon ein guter Ansatz. Wenn sie selbst sagt, sie versucht aufzupassen, aber es gelingt ihr niht, kannst Du doch damit argumentieren: Du weißt, dass sie sich nicht mit Absicht wegträumt und es nicht verhindern kann. Da ihr das Probleme macht, muss man ihr helfen. Und das kann nur ein Arzt und dafür braucht es vorher eine Diagnostik, damit man weiß, was genau das Problem ist. Es könnte ja auch ein Schilddrüsenproblem oder sonst irgendwas sein.
Wichtig ist, dass bei ihr ankommt, dass Du ihr Problem erkannt hast und ihr helfen willst. Das Ganze ist keine Strafaktion, weil sie nicht aufpasst.

Mein Sohn war ja schon fast 18, als er seine Diagnose bekam. Er fand das auch nicht so toll, dafür zum Arzt zu müssen. Aber hinterher meinte er: "Und ich dachte schon, ich wäre ein Idiot". Es ist ihm eine Riesenlast von den Schultern genommen worden, weil er endlich eine Erklärung für seine Probleme hatte.

Ob Ihr eine Überweisung braucht, ist unterschiedlich. Es kann aber nicht schaden, manchmal bekommt man mit einen schnelleren Termin (natürlich nicht offiziell).
Wenn Ihr eine Arztempfehlung bekommt, erkundige Dich vorher, ob er sich wirklich mit ADS auskennt. Lieber etwas weiter fahren und dafür eine Diagnose vom wirklichen Fachmann.
Mamamia_0815
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 11. November 2016 08:52

Hallo zusammen,

erstmal danke Elchi für deine Zeilen. Meine Tochter hat es nicht als Strafaktion angesehen, sie wirkt sichtlich erleichtert das wir darüber gesprochen haben und wir äußere Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Muss dazu sagen, dass wir auf Grund Ihres Bruders, der eine Behinderung hat, nicht immer die Zeit haben uns mit ihr zu beschäftigen.

Nachdem wir gestern beim Kinderarzt waren bin ich nun total down. Er hat uns zwar sofort eine Überweisung ausgestellt zur Diagnostik, aber ganz klar geäußert das meine Tochter sich Mühe geben soll usw. Also genau das, was sie zwar macht aber nicht hinbekommt und weswegen sie selbst so verzweifelt ist. Nachdem was ich jetzt hier und in anderen Artikeln zum Thema ADS gelesen habe, ist es ja genau das was mein Kind nicht selbst steuern kann. Auch zum Thema Medis hat er sofort seine Bedenken geäußert und abgeraten.

Mein Mann meinte gestern ihm ging es in der Schule genauso und es war für ihn eine Qual gewesen, wenn er täglich 3 h üben musste und am Ende doch gescheitert war :o das wusste ich bisher nicht.

Nunja ich bin gespannt was bei den Tests am Ende rauskommt und hoffe wir bekommen endlich angemessene Unterstützung. Die Warteliste zur Diagnostik sei sehr lang, mal sehen wann wir einen Termin bekommen.

LG Mamamia
Elchi
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Elchi » 11. November 2016 11:07

Vergiss' den Kinderarzt, er kennt sich halt nicht aus. Ihr habt die Überweisung, das ist die Hauptsache.
Für die Diagnostik kannst Du ruhig auch bei mehreren Instituten/Ärzten einen Termin ausmachen. Wo Ihr zuerst den Termin bekommt, geht Ihr dann hin.
Die anderen Termine kannst Du dann immer noch wieder absagen (oder wahrnehmen, wenn Ihr Euch beim ersten Termin nicht gut aufgehoben fühlt).

Ja, es dauert manchmal lange, manchmal hat man Glück und rutscht noch irgendwo rein. Aber im Verhältnis zur Restzeit ihres Lebens ist die Wartezeit sicher eher kurz ;)

Der Hinweis Deines Mannes ist übrigens sehr hilfreich. Ein Grund mehr, dran zu bleiben.

LG
Elchi
Falschparker
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Falschparker » 11. November 2016 20:49

Mamamia_0815 hat geschrieben:Nachdem wir gestern beim Kinderarzt waren bin ich nun total down. Er hat uns zwar sofort eine Überweisung ausgestellt zur Diagnostik, aber ganz klar geäußert das meine Tochter sich Mühe geben soll usw. Also genau das, was sie zwar macht aber nicht hinbekommt und weswegen sie selbst so verzweifelt ist. Nachdem was ich jetzt hier und in anderen Artikeln zum Thema ADS gelesen habe, ist es ja genau das was mein Kind nicht selbst steuern kann. Auch zum Thema Medis hat er sofort seine Bedenken geäußert und abgeraten.
Das tut mir sehr leid dass ihr das erlebt habt. Aber ich kann dich trösten: Es sagt über deine Tochter nichts aus, sondern eher über den Arzt und seine Kompetenz in Sachen AD(H)S. Das heißt nicht dass er in anderen Bereichen vielleicht ein hervorragender Arzt ist- aber in Bezug auf ADHS ist er offensichtlich der falsche Ansprechpartner. Lass dich nicht entmutigen. :trost:
Mein Mann meinte gestern ihm ging es in der Schule genauso und es war für ihn eine Qual gewesen, wenn er täglich 3 h üben musste und am Ende doch gescheitert war :o das wusste ich bisher nicht.


Soso. Und das ist für mich der zweite starke Hinweis, dass du mit deinem Verdacht sehr wahrscheinlich richtig liegst. (Denn ADHS ist erblich, andere Störungen nicht oder jedenfalls viel weniger.)

Der erste war dieser:
Aber alle denken von ihr sie hat einfach keine Lust, ist faul etc.
Und wenn ihr eine ADHS-Diagnose bekommt (sorry, ich lasse die Klammer um das H meist weg, die Störung ist mit und ohne H sonst dieselbe), freut euch, denn ADHS ist heute gut behandelbar! Und eure Tochter ist offen dafür sich helfen zu lassen, das ist ganz wunderbar. Es ist wohl jetzt noch rechtzeitig, bevor Pubertät, falsche Freunde, Drogen usw. kommen, wofür unbehandelte (!!) ADHS-ler leider sehr anfällig sind. Und eine oder einen 13-jährigen zu erreichen ist sehr schwer, die machen aus Prinzip meist das Gegenteil von dem was die Eltern als richtig empfinden.

Und euer Junge? Sorry, ich bin sehr neugierig, aber deine Erwähnung der Sinnesbehinderung ließ mich aufhorchen. Unser älterer Sohn hat eine schwere Behinderung, aber wir hatten das Riesenglück schon mit 5 eine ADHS-Behandlung für ihn zu bekommen, was ihm sehr gut tat. Denn ADHS wird bei Kindern mit Behinderung leider sehr häufig nicht gesehen und die Symptome auf die Hauptstörung geschoben.

Viele Grüße und alles Gute :willkommen:
Falschparker
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 11. November 2016 23:14

Ich danke euch beiden für eure Worte.
So wirklich gewundert hat mich die Aussage des Kinderarztes ja nicht. Ich hatte das schon im Gefühl, wir kennen ihn ja schon ne Weile. Aber wenn man das hört, dann denkt man sofort man selbst liegt völlig falsch, hat es nur dramatisiert und es geht irgendwie schon weiter.

Schön zu lesen, dass ihr auch meiner Ansicht seit. Das baut mich wieder ein wenig auf.

Mein Sohn ist seit Geburt praktisch taub. Da gab es leider auch viele Momente wo sie sich hinten anstellen musste. Die ersten 2 Jahre ihres Bruders (da war sie 4/5) waren geprägt von vielen Untersuchungen, Amtsrennereien, Förderstunden, OP*s und Reha. Da blieb erstens nicht mehr viel Zeit übrig und zweitens waren meine eigenen Kräfte am Ende. Aber heute läuft alles wieder in geregelteren Bahnen. Die Termine sind weniger geworden und einiges findet in der Kita statt, so dass wir mehr Zeit füreinander haben. Manches lässt sich vermutlich mit der belastenden Situation erklären, aber lange nicht alles.

Mittlerweile bestehen unsere Nachmittage aus dem gemeinsamen Hausaufgabenkrieg, tägliche Matheübungen (Anordnung der Lehrerin) und ellenlangen Diskussionen. Sie schafft es auch nicht Ordnung zu halten. Zimmer aufräumen geht gar nicht allein. Und eigentlich möchte sie immer 1000 Dinge auf einmal machen. Puh das ist momentan sehr anstrengend. Aber ich liebe mein Schnatterienchen so wie sie ist.

LG Mamamia
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 12. November 2016 09:30

Soso. Und das ist für mich der zweite starke Hinweis, dass du mit deinem Verdacht sehr wahrscheinlich richtig liegst. (Denn ADHS ist erblich, andere Störungen nicht oder jedenfalls viel weniger.)


Es ist wirklich erblich bedingt? Das gibt mir natürlich noch mehr zu Denken. Ich habe 2 jüngere Brüder, die in jungen Jahren beide ihre Schulkarrieren in den Satz gesetzt haben, beide sind von etlichen Schulen geflogen. Der eine hat diverse psychische Diagnosen und lebt heute mit Vormund in einer betreuten Einrichtung. Der andere ist alkoholabhängig und ebenfalls immer mal wieder stationär in der Psychiatrie. Ich erinner mich nicht gern an die Zeit damals, es war für uns als würden meine Brüder jeden Blödsinn magisch anziehen. An der Erziehung meiner Mutter kann es ja nicht liegen, da meine Schwester und ich beide eine völlig normale Schullaufbahn durchgemacht haben. Da muss ich doch mal direkt bei meiner Mutter fragen, ob ADHS auch mal bei den Diagnosen aufkam. Beide waren ja als Kinder schon mal stationär in der Kinderpsychiatrie, vlt. hat sie noch Bericht da.
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Sheherazade
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Sheherazade » 12. November 2016 10:54

Mamamia_0815 hat geschrieben: Es ist wirklich erblich bedingt?
Ja. Wir hier eine ähnlich familiäre Belastung wie bei euch. Als unser Großer in der ADS-Diagnostik war, hat mein Mann sich und alle seine vier Geschwister eins zu eins wiedererkannt. Für ihn war es extrem anstrengend, mit fast 50 zu erkennen, dass er eben nicht doof und faul war, wie früher immer behauptet wurde. Sein schulischer und auch anfänglich beruflicher Lebensweg war extrem schwierig.

Unseren Jüngsten mit Autismus finden wir wiederum in meiner Familie väterlicherseits wieder. :roll: Ist schon lustig hier. :D
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Elchi » 12. November 2016 12:01

Es gibt ja viele Hinweise, das AD(H)S und Autismus durch ähnliche "Fehler im Gehirn" entstehen.
Auch die Probleme überschneiden sich ja zu einem großen Teil, was mich persönlich vermuten lässt, dass es beides vielleicht sogar die gleichen Störungen/Krankheiten/anders sein (wie auch immer) sind, nur mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Auf jeden Fall ist gesichert, dass es eine erbliche Komponente gibt.
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Re: ADS-Verdacht - wer stellt die Diagnose?

Beitrag von Mamamia_0815 » 12. November 2016 15:52

Ja mein kleiner Bruder ist Asperger Autist. Ich habe meine Mutter mal gefragt ob auch mal adhs festgestellt wurdr; sie meinte es wurde zwar vermutet aber liest sich schwer abgrenzen. Jedenfalls musste damals das mph abgesetzt werden da er davon noch aggressiver wurde und die anpassungsschwierigekieteb stärker.
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