Intelligenztest immer notwendig?

Erwachsene u. Kinder
Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Gutemiene
Pagemaster
Beiträge: 150
Registriert: 21. Dezember 2016 11:50

Re: Intelligenztest immer notwendig?

Beitragvon Gutemiene » 27. Mai 2017 20:33

Diskussionen zum bzw. für und gegen Intelligenztests sind ja wirklich altbekannt.

Trotzdem lassen sich Psychiater und Psychologen und alle, die irgendwie Psychometrie Betreiben, dieses Spiezeug nicht aus der Hand nehmen!

Man kann es einmal zur groben Einschätzung einsetzen. Bei der Diagnose einer Teilleistungsstörung wie Dyskalkulie oder Legasthenie z.B. darf sich die "Störung" nicht aus einem niedrigen IQ erklären.
Das könnte ein Trost sein für diagnostizierte Schlechtrechner und Schlechtschreiber, aber oft heißt es dann nur"Also wenn du nicht blöd bist, dann musst du wohl faul sein" oder ähnlich.

Auch bei ADHS liegen IQ-Tests oft wenigstens im Durchschnitt und manche sogar überdurchschnittlich. Nutzt das etwas ? Kommt der ADHSler damit besser oder leichter durch die Schule, durch das Leben?

Man kann einen Konzentrationstest oder Intelligenztest natürlich auch studienhalber einsetzen, also z.B. wenn man ein Medikament auf positive Wirkung hin testen möchte.
Außerdem können Praxen die Testungen abrechnen. Es geht immer wieder (auch) ums Geld.

Also nochmal mein Rat: Nicht so wichtig nehmen, nur als "Mittel zum Zweck", sich nicht wegen ein paar Pünktchen verrückt machen lassen (es sei denn, er liegt weit oberhalb des Durchschnitts - dann natürlich sofort die Weltherrschaft verlangen :lol: ).
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:
Nana
Andersweltler
Beiträge: 20
Registriert: 30. Juni 2017 20:18

Re: Intelligenztest immer notwendig?

Beitragvon Nana » 30. Juni 2017 22:32

Eule hat geschrieben:Außerdem ist es laut diversen Forschungsergebnissen so, dass ADHSler auffallend häufig überdurchschnittlich intelligent bis hochbegabt sind, ich habe in einem Fachvortrag die Erklärung gehört, dass bei ADHSlern die schicke Kurve der üblichen Intelligenzverteilung um etwa 10 Punkte nach rechts verschoben ist. Bei der üblichen Kurve findet sich der größte Teil der Leute bei um die 100 - dieser "Kurvenscheitelpunkt" liegt bei ADHSlern bei 110, und entsprechend sind auch nicht nur 2% der ADHSler mit einem IQ von über 130 unterwegs, sondern irgendwie um die 5%, und dementsprechend sind auch deutlich weniger ADHSler als die üblichen 2% nach der Definition dieser Tests "geistig behindert". Das große Problem mit der durchaus vorhandenen Intelligenz ist, dass man durch die Verpeiltheiten, die Ablenkbarkeit, die Hochsensibilität und das "umdieEckedenken", die einem das ADHS beschert, eben einen ziemlich großen Teil dieser "Kapazität" zum Kompensieren dieser ADHS-Schwierigkeiten nutzen muss, um überhaupt irgendwie klarzukommen, anstatt irgendwelche Geniestreiche zu vollbringen.


Interessant ist auch der Einfluss eines Konzentrationstrainings (wie Marburger) auf die IQ Ergebnisse eines Kindes mit ADS.

Beim 1. Test vor dem erfolgreichen Training: normale Intelligenz (103-105 glaube ich)
Beim 2. Test ca 2 Jahre nach dem Training (Konzentrationstests waren zum Zeitpunkt normal): überdurchschnittliche Intelligenz (115 glaube ich)
Beim 3.Test 1 Jahr nach dem 2.Test: Hochbegabung (138, 148 im sprachlichen Bereich) (Konzentrationstests ebenfalls normal)

Zurück zu „ADHS / ADS Test und Diagnose*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 23 Gäste