Meine Tochter hat ADHS

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Janie1975
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Meine Tochter hat ADHS

Beitragvon Janie1975 » 16. November 2015 13:34

... eigentlich weiß ich das schon ganz lange ... schon, als die ersten Bemerkungen aus dem Kindergarten kamen....
Aber wir wollten bis zur Grundschule abwarten und als die Lehrerin dann gerade, am ersten Elternsprechtag, von Träumereien, Unkonzentriertheit und Desinteresse bei guten Leistungen sprach, wusste ich gleich, was zu tun ist.
Ich habe ihr auch gesagt, dass ich ADHS habe, ein bisschen was dazu erklärt, ihr versucht, die Gedanken und Gefühle meiner Tochter zu erklären und ihr in Aussicht gestellt, dass wir nun zur Diagnostik gehen.

Obwohl ich eigentlich nicht überrascht bin, ist es doch wie ein Schlag ins Gesicht:-( Ich hätte meiner Maus das so gerne erspart ... nun bin ich zwar stolz darauf, dass ich ihr den Weg erspare, den ich gehen musste (Diagnose erst mit Mitte 30), aber irgendwie haut es rein. Ich weiß, dass eine Menge Arbeit auf uns zukommt.

Da ich im Netz nichts gefunden habe, was die Diagnostik in Köln angeht, habe ich meine Therapeutin angeschrieben, ob sie mir einen Tipp geben kann.

Wie ging es euch, als es konkreter wurde?
Wie verlief bei euch die Diagnostik?
Was kam nach der Diagnostik alles auf euch zu?
Seid ihr zufrieden mit diesen Maßnahmen und ist euer Leben "leichter" als vor der Diagnose?
minime
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Re: Meine Tochter hat ADHS

Beitragvon minime » 17. November 2015 13:52

Hallo und herzlich willkommen!


Wie ging es euch, als es konkreter wurde?
Mir ist klar geworden, dass meine Kinder dauerhaft beeinträchtigt sind und es hat mich unsagbar traurig gemacht - anderseits sind es leibliche Kinder von mir und meinem Mann und ich gehe davon aus, dass ADHS vererbbar ist, also kommt es sowieso von uns beiden und wir sind nicht gerade Beispiele für misslungenen Lebensläufe. - Also sich wiederum Zuversicht, dass alles gut wird.

Wie verlief bei euch die Diagnostik?
Beim Großen Kind hatte ich den Verdacht schon in der 2. Klasse. Dieser hat sich aber erst nach depressiven Phasen, unerklärbaren Misserfolgen, andere psychische Belastungen in der 7. Klasse bestätigt.
Beim Kleinen Kind  gab es zwischen Verdacht und Bestätigung 3 Monate. Da wir letztlich in einer privaten Praxis auf ADHS spezialisiert untergekommen sind, wurde die Diagnostik innerhalb von 3-4 Tagen durchzogen
mit anschliessender eingehender Beratung.

Was kam nach der Diagnostik alles auf euch zu?
Eine Riesen Erleichterung durch die Perspektive die Sachgasse verlassen zu können. Es gab Medis, die ziemlich unkompliziert und schnell wirkten, die Psych-Therapeuten-Suche war schwierig. Es kam sehr schnell eine Entlastung.
In das Thema musste ich mich nicht mehr groß einlesen, ich hatte schon Jahre zuvor darauf rumgekaut.

Seid ihr zufrieden mit diesen Maßnahmen und ist euer Leben "leichter" als vor der Diagnose?
Ja, das Leben ist deutlich leichter, denn ich weiß an welchen Punkten ich ansetzen muss.

LG, minime.
Pittiplatsch
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Re: Meine Tochter hat ADHS

Beitragvon Pittiplatsch » 15. Juni 2016 20:21

Ich weiß wie du dich fühlst, ich ahnte es auch, mit dem Beginn der Schulzeit.
Als die Vermutung nach der 4. klasse da war, wusste ich was auch mit mir die ganzen Jahre los war.
Ich kannte dieses Thema garnicht , aber eins kann ich dir sagen :
Wie können früh genug eingreifen ,versuchen zu helfen, dass sie mit Hilfe ihren Weg leichter und glücklicher gehen können als wir.
Meine Tochter ist jetzt 10, schließt die 5. klasse eines gyms zwar gut ab, aber mit viel erinnern und hinterherlaufen. Sie driftet nur eben manchmal ab, die Lehrerin sagt die gehört auf jeden Fall hierher, aber was da noch evtl für Maßnahmen ergriffen werden müssen weiß ich nicht.
Wir haben jetzt mit Naturheilkunde angefangen. Ich hoffe es hilft, es schlägt an.
Ansonsten bleibt uns nichts anderes übrig zu Medis zurückzugreifen .
Immerhin haben wir es rausgezögert. Aber ich werde sie nicht im Stich lassen, auch wenn ihr Wesen sehr sehr anstrengend ist. Auf einer Art besser, denn ich war suuuperruhig, habe garnicht gesprochen, alle fanden mich eh immer komisch. Die große adhs Verdacht , zwar anstrengend, aber sie meistert ihr Leben gut, da sind wir nur so als Eltern gefordert. Sie schließt die 9. klasse des gyms ab und hat einen 1, .. Schnitt.
Wenn sie später mal meint, dass sie was zu Beruhigung etwas tun sollte, kann sie es tun.
Bisher wie gesagt sehr anstrengend, aber der Rest läuft.
Auch das Essen bei der kleinen ist schrecklich , die isst kaum was, am liebsten den ganzen Tag süßes
I h wünsche dir viel Kraft , der erste Schritt ist frühzeitig getan.
Ganz liebe Grüße
Eule
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Re: Meine Tochter hat ADHS

Beitragvon Eule » 15. Juni 2016 21:36

@pittiplatsch

wenn sie zur Beruhigung was machen will...

:sauer Klingt ein bisschen als wärest du diesen Märchen vom "Beruhigungsmittel Ritalin" bzw von den "armen mit Ritalin ruhiggestellten Kindern" aufgesessen.

Ich denke bevor du sowas äußerst solltest du dich dringlich aus seriösen Quellen statt aus reißerischen Boulevardmedien informieren. Und bitte keinesfalls glauben dass ein medienpräsenter Neurobiologe jemand ist, der tatsächlich den korrekten belegbaren Stand des Wissens hinsichtlich sinnvoller und wirksamer medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapie von ADHS darlegt und vertritt.
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Re: Meine Tochter hat ADHS

Beitragvon Pittiplatsch » 16. Juni 2016 18:53

Oh das tut mir leid wenn das so angekommen ist.
Ich musste erstmal schauen was du überhaupt meinst. Das war wirklich nicht meine Absicht wenn das so verstanden wurde :-(
Mit Beruhigung meinte ich es so, solange sie und ihre Umwelt mit ihr klarkommt, weil sie manchmal selber darunter leidet, über ihren Impuls. Über Ritalin habe ich garnicht gesprochen, sondern einfach allgemein sich erkundigen was man machen kann, auch dann würde kchbohr zur Seite stehen.
Hoffe habe mich jetzt klarer ausgedrückt :oops:

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