Vorgehen für Test/Diagnose

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WeirdRandom
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Vorgehen für Test/Diagnose

Beitrag von WeirdRandom » 11. Juli 2019 14:56

Hallo miteinander!
kurz: Benötige schnellstmöglich und zuverlässig Test/Diagnose. Welche Schritte sind erforderlich/möglich?

Ich hab laut Eigenrecherche und Online-Tests(Infos unten) meiner Auffassung vermutlich so seit der 5ten Klasse möglicherweise ADHS-Symptome(kann natürlich auch normal oder eine andere Krankheit sein, im folgenden werde ich trotzdem "ADHS" schreiben), hinzu kommt, dass mein Bruder schon in der Kindheit mit ADHS diagnostiziert wurde. Ich bin 20 und ruiniere mir dadurch gerade das Studium. Ich hatte noch nie irgendeine Diagnose irgendeiner für meine Probleme relevanter Art und war warscheinlich seit mindestens 10 Jahren nur noch beim Arzt um mir einen Attest für die Schule zu holen oder zur Kontrolle beim Zahn- und Augenarzt. Laut meienn Eltern wurde ich scheinbar als ich "4 oder so" war negativ auf ADHs getestet, ich kann mich aber nichtmehr daran erinnern. Ich denke, dass meine derzeitigen probleme hauptsächlich auf Symptome zurückgehen, die wie oben beschrieben ADHS ähnlich sein könnten. Daher möchte ich mich zuverlässig darauf testen lassen, ob diese Symptome "normal" sind oder behandelt werden können. Dieser Vorgang sollte am besten unkompliziert und vergleichsweise schnell gehen.. Ich habe übers Forum schon eine Ärtzteliste erhalten. Mir stellen sich folgende Fragen:

Muss ich mich beim Hausarzt auf mögliche andere Erkrankungen zuerst untersuchen lassen?
Brauch ich eine Überweisung für einen Arzt zum Test?
Brauch ich irgendwas in Richtung Blutbild oder andere klinische Daten?
Welche persönlichen Dokumente benötige ich?(Schulzeugnisse, niedergeschriebene Notizen, etc.)
Bei der Terminverabmachung(und auch allgemein) muss ich irgendwas beachten um nicht abgewimmelt zu werden?
Inwieweit darf ich meine Beschäftigung mit dem Thema erwähnen? (mir ist klar, dass ich keine medizinische Ausbildung habe und mir oberflächliches Wissen angeeignet habe, welches falsch sein könnte und mich voreingenommen macht/machen könnte)
Gibt es möglichkeiten Aufgrund des möglichen ADHS Hilfe im Studium zu erhalten, das Studium zu pausieren?(bin an einer kleineren Hochschule, die kein Nachteilsausgleich in Prüfungen für ADHS gibt)

Ich bedanke mich im Vorraus!




Ich habe mir keien Ergebnisse der Tests abgespeichert, außer den von adxs.org als screenshots(bei Bedarf schicke ich sie hier rein) und den code. Ich würde gerne verlinken, weiß aber nicht wie das geht, daher schreibe ich hier den Code rein und Ausschnitte/Zahlen(gekürtzt)die mir relevant erscheinen.
Code: 5d012f20842bb

"28 von 35 möglichen Symptomen
70 Prozent der Fragen AD(H)s typisch beantwortet
Hinweise auf 80 Prozent der Symptome
DSM 5 Unaufmerksamkeit: 7 von 9 Symptomem
DSM I5 Hyperaktivität/Impulsivität: 6.25 von 9 Symptomen
ICD 10 Unaufmerksamkeit: 8 von 9 Symptomen
ICD 10 motorische Unruhe: 4 von 5 Symptomen
Hinweis auf eine mittlere bis schwere Depression.
18 von 29 Fragen so beantwortet, wie es für ADHS(mit Hyperaktivität) typisch ist.
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AlphaCentauri
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Re: Vorgehen für Test/Diagnose

Beitrag von AlphaCentauri » 11. Juli 2019 15:47

Hallo WeirdRandom,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum. :winy:

Deine Fragen werde ich mal folgendermaßen quasi im Ganzen beantworten:

- Wenn andere Erkrankungen vorliegen, würdest du davon vermutlich längst wissen? Wenn das nicht der Fall ist, dir also keine besonderen Erkrankungen bekannt sind, hast du, platt gesagt, auch keine anderen. Es wird jedoch allgemein danach gefragt, auch was deine Verwandten, insbesondere natürlich deiner Eltern und ggf. Geschwister betrifft. Vornehmlich wäre natürlich interessant, ob in deiner Familie bereits Fälle von AD(H)S diagnostiziert wurden. Dazu kannst du dir ggf. Notizen machen, die du dann zum Termin mitnimmst, wo du sowieso nochmal etliche Fragebögen ausfüllen musst. Mit nützlichen Notizen bist halt einfach viel besser vorbereitet, was beim Termin dann natürlich auch Zeit spart.

- Eine Überweisung (vom Hausarzt) brauchst du nicht, ... kannst du aber mitbringen, wenn du willst, dass der Psychiater deinem Hausarzt oder einem anderen Arzt, bei dem du in Behandlung bist, berichtet.

- Blutbild und klinische Daten brauchst du nicht, zumindest brauchte ich die nicht. I.d.R. sind "AD(H)S-Praxen" reine "Sprechpraxen".

- Als persönliches Dokument kannst du einen aktuellen Lebenslauf mitbringen ... und schon mal eine Anamnese vorbereiten.

- Schulzeugnisse brauchst du meiner Meinung nach nicht bzw. brauchte ich nicht.

- Niedergeschriebene Notizen hingegen, wenn "on Topic", können auf jeden Fall nicht schaden und werden ggf. von der Praxis auch entgegengenommen, wie es bspw. bei mir war.

- Wenn du irgendwo abgewimmelt wirst, liegt das in aller Regel nicht an dir, sondern vielmehr an der Praxis, die "keine neuen Patienten aufnimmt", weil sie überlastet ist, wie man ja immer öfter zu hören bekommt, ... sodass du ggf. schlicht und ergreifend halt weitersuchen musst.

- Dass ein Patient sich mit dem Thema AD(H)S beschäftigt hat, wodurch er das eine oder andere Wissen natürlich schon erlangt hat, sollte ein guter Arzt "vertagen" können. Wenn nicht, hat eher der betreffende Arzt ein Ego-Problem, als dass du etwas Falsches sagen könntest. Denn dafür ist das Gespräch ja auch da: Zu klären, wo Klärungsbedarf besteht und wo nicht bzw. wo mehr und wo weniger Klärungsbedarf besteht.

- Von besonderen Hilfen für Studierende mit AD(H)S habe ich selbst noch nichts gehört, ... aber dazu können dir ggf. sicher andere Studenten hier etwas sagen.

Gruß,
Alpha
An alle Flacherdler:
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Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
Sergeant
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Re: Vorgehen für Test/Diagnose

Beitrag von Sergeant » 11. Juli 2019 16:21

Hallo WeirdRandom,

und willkommen im Forum.
@AlphaCentauri hat das Vorgehen schon ziemlich gut beschrieben. Ich habe diese Schritte auch erst kürzlich noch durchlaufen und hatte "großes Glück" schnell den richtigen Arzt zu finden, wenn ich mal so vergleiche zu dem was man sonst bezogen auf Wartezeiten hier ließt.

Das mit den Notizen zum Ersttermin kann ich nur bestätigen. Habe mir da aufgeschrieben was mich im Alltag und Studium so beschäftigt und wo ich unnormale Probleme habe, beispielsweise bezüglich Konzentration, Impulsivität, etc. Das Aufschreiben hat mir sehr geholfen nicht alle Gedanken wieder zu vergessen, die ich dem Arzt mitteilen wollte.

Schulzeugnisse kannst du später immer noch mitbringen, wenn dich dein Arzt darauf anspricht. Erstmal ist es wichtig den richtigen Arzt zu finden, aber da hast du ja glaub schonmal im entsprechendem Bereich hier im Forum gepostet.

Bei uns an der Uni scheint es wohl einen Nachteilsausgleich zu geben mit dem man in Bezug auf Prüfungsdauer, Prüfungsart oder Art zugelassener Hilfsmittel ausgeglichen werden kann. Allerdings habe ich selbst diesen Ausgleich noch nicht beantragt. Bisher möchte ich meine Diagnose eher zurückhalten und in einem engeren Kreis von vertrauten Personen belassen. Ich hoffe, dass ich durch die gerade anlaufende Medikation die gewünschte Hilfe finde und einen Ausgleich schaffe.

Ich wünsche dir Glück bei der schnellen Arztfindung und viel Erfolg bei der Bewältigung deines Studiums! :)

Viele Grüße,
Sergeant
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