Diagnose als Student

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5Dollar
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Diagnose als Student

Beitrag von 5Dollar » 7. Juni 2019 10:32

Guten Tag liebe AD(H)S Community!

Ich bin froh dieses Forum entdeckt zu haben, vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben.

Ich bin 21 Jahre alt und habe schon seit ein paar Jahren Verdacht auf ADHS. Seit kurzem habe ich mich intensiver mit dem Thema befasst und kann mich zum Großteil mit den Symptomen von ADS identifizieren. Aktuell lese ich das Buch Delivered from Distraction, welches für mich ein guter Denkanstoß war und mir geholfen hat mich umfassend über ADHS aufzuklären.

Momentan studiere ich im 2. Semester, zu meinen größten Problemen zählen bis heute noch: Schlechte Zeitplanung, zu viel 'Aufschieben', Ablenkbarkeit, eine sehr kurze Aufmerksamkeitspanne und enormer Zeitdruck in den Prüfungen. In der Schule hat mir das immer schon große Probleme bereitet, woran meine Leistungen stark gelitten haben.

Ich habe schon einige online Tests durchgeführt, immer kam die Antwort dass verdacht auf ADHS besteht. Was ist nun der nächste schritt? Einen 'normalen' Arzt aufsuchen? (bin noch ziemlich neu in dieser Stadt, war noch bei keinem Arzt in der Umgebung). Und wie ist das mit der GKV, wird die Diagnose etc. übernommen oder ist das von Fall zu Fall unterschiedlich?

Danke schonmal für Antworten :D
Overthesky
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Overthesky » 7. Juni 2019 10:43

Da ein nicht geringer Anteil der Ärzte und leider auch der Psychiater ADHS als Modediagnose abtut, bitte nicht zum erstbesten gehen.
Overthesky
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Overthesky » 7. Juni 2019 10:51

Ich habe in dem Thread das relevante zur Ignoranz der Ärzteschaft hinsichtlich ADHS ausgeführt, auch für dich verlinke ich darauf...
Overthesky
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Overthesky » 7. Juni 2019 10:52

Und gleich mal vergessen, den Link reinzukopieren 🙈 http://www.adhs-anderswelt.de/viewtopic ... 10&t=57823
5Dollar
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von 5Dollar » 7. Juni 2019 13:51

Danke für die Info. Wie würde ich denn am besten vorgehen um einen passenden Arzt zu finden? Muss es denn ein Algemeinarzt sein, der mich dann an einen Profi "weiterleitet", oder kann ich mich auch direkt an einen Spezialisten in dem Gebiet wenden? Kenne mich damit leider sehr wenig aus ... :idea:
Chaosqueen1286
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Chaosqueen1286 » 7. Juni 2019 14:28

Nein man muss nicht zwingend vorher zum Allgemejnmediziener. Zum Psychiater kann man auch ohne Überweisung
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5Dollar
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von 5Dollar » 7. Juni 2019 18:18

Danke euch beiden, das hier scheint ein ganz kompetentes Forum zu sein. Ich werde auf jeden Fall mein Glück versuchen, immerhin habe es schon lange genug aufgeschoben.

Ich gehe mal davon aus die Diagnose wird von der KV übernommen, oder?
Zusätzliche Kosten wären als Student natürlich unvorteilhaft
Chaosqueen1286
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Chaosqueen1286 » 7. Juni 2019 18:26

Nee als gesetzlich versicherter kostet es beim Psychiater mit kassenzulassung nichts
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Elwirra
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Elwirra » 7. Juni 2019 18:34

Die Diagnose könnte für dich auch einen möglichen Nachteilsausgleich an der Uni ermöglichen. Ist aber glaube ich von Uni zu Uni verscheiden.
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5Dollar
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von 5Dollar » 7. Juni 2019 18:57

Stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht. Ich denke ein Nachteilsausgleich in Form von zusätzlicher Prüfungszeit ist bei uns tatsächlich möglich. Ein weiterer Grund es zumindest einmal zu versuchen.

Angenommen ich werde nicht mit ADHS diagnostiziert, habe ich hinterher immer noch die Möglichkeit es bei anderen Ärzten/Psychiatern auf Kosten der KV zu versuchen? Es soll schließlich Ärzte geben, die ADHS als 'Modediagnose' betrachten, oder welche die sich in dem Gebiet noch nicht so gut auskennen..
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Elwirra
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Elwirra » 7. Juni 2019 19:05

Ggf weiteren Weg einplanen und Längere Wartezeit auf Termin und dafür bei Fachleuten
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ULBRE
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von ULBRE » 8. Juni 2019 01:22

Hi 5 Dollar,

Du könntest mal meinen adxs-Onlinetest probieren. Braucht na halbe Stunde, ist dafür einigermassen genau.
https://www.adxs.org/adhs-online-tests-und-frageboegen/
Oder hast Du schon ? Wenn ja, was kam raus ?

Spezialisierte Diagnostiker findest Du bei ADHS Deutschland e.V. oder hier im Forum im dafür bestimmten Thread, wenn Du Deine PLZ angibts. Emma wird Dir dann geeignete Diagnostiker nennen können.

Viele Grüße

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
Falschparker
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Falschparker » 8. Juni 2019 11:14

5Dollar hat geschrieben:
7. Juni 2019 18:57
Angenommen ich werde nicht mit ADHS diagnostiziert, habe ich hinterher immer noch die Möglichkeit es bei anderen Ärzten/Psychiatern auf Kosten der KV zu versuchen? Es soll schließlich Ärzte geben, die ADHS als 'Modediagnose' betrachten, oder welche die sich in dem Gebiet noch nicht so gut auskennen..
Hallo 5 Dollar und herzlich willkommen,

genau deswegen solltest du nicht zur nächstbesten Fachärztin (männliche mitgemeint) gehen, sondern vorher deren ADHS-Kompetenz recherchieren. Wenn du die Möglichkeit hast eine Selbsthilfegruppe zu kontaktieren, das kann auch eine Selbsthilfegruppe für Eltern von ADHS-Kindern sein, wäre das gut, die wissen meist welche Ärzte Erfahrung haben. Ansonsten wie gesagt der Thread Arzt- und Therapeutensuche in diesem Forum. Manche ADHS-kundige Ärzte informieren auf ihrer Website, was sie machen und wovon sie Ahnung haben.

Du musst längere Wege und längere Wartezeiten leider einplanen.

Und, ja, natürlich, du kannst zu einem anderen Arzt gehen. Das zahlt dann auch die Krankenversicherung, aber unterschätze nicht dass es dich selbst Zeit und Energie kostet und sehr entmutigend sein kann, an den "falschen" Arzt zu geraten.
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Raupi
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Raupi » 8. Juni 2019 16:55

Es ist evtl. schneller, einen Arzt zu nehmen, der die Diagnose auf private Kosten macht und danach alles über die Krankenkasse abrechnet...

Zumindest hier in meinem Umkreis geben die Ambulanzen gar keine Termine für Kassenpatienten, sie sagten, sie hätten keine Termine frei und wüssten auch nicht, wann es wieder welche gebe :shock:

Diese erste Investition lohnt sich, wenn Du vorher Refenzen hast, dass der Arzt sich mit ADHS auskennt.

Übrigens gibt es auch Unis, die ein Referat für "Neurodiversitäten" haben - mach Dich da mal schlau, denn die können vielleicht auch schon Tipps geben oder Du kannst sie fragen, ob sie Kontakt zu ADHS-Betroffenen Kommilitonen herstellen können. Die haben vielleicht auch gute Tipps.
LG, Raupi

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Re: Diagnose als Student

Beitrag von MiApp » 8. Juni 2019 23:39

Raupi hat geschrieben:
8. Juni 2019 16:55
Es ist evtl. schneller, einen Arzt zu nehmen, der die Diagnose auf private Kosten macht und danach alles über die Krankenkasse abrechnet...
So hab ichs auchgemacht.

offtopic: Das mit den Nachteilsausgleichen würde mich interessieren, wenn jemand was dazu weiß, evtl. in einem neuen Thread oder per PN. Wie gesagt, wenn jemand was weiß.....
MartyMa
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von MartyMa » 12. Juni 2019 01:51

5Dollar hat geschrieben:
7. Juni 2019 10:32
Guten Tag liebe AD(H)S Community!

Ich bin froh dieses Forum entdeckt zu haben, vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben.

Ich bin 21 Jahre alt und habe schon seit ein paar Jahren Verdacht auf ADHS. Seit kurzem habe ich mich intensiver mit dem Thema befasst und kann mich zum Großteil mit den Symptomen von ADS identifizieren. Aktuell lese ich das Buch Delivered from Distraction, welches für mich ein guter Denkanstoß war und mir geholfen hat mich umfassend über ADHS aufzuklären.

Momentan studiere ich im 2. Semester, zu meinen größten Problemen zählen bis heute noch: Schlechte Zeitplanung, zu viel 'Aufschieben', Ablenkbarkeit, eine sehr kurze Aufmerksamkeitspanne und enormer Zeitdruck in den Prüfungen. In der Schule hat mir das immer schon große Probleme bereitet, woran meine Leistungen stark gelitten haben.

Ich habe schon einige online Tests durchgeführt, immer kam die Antwort dass verdacht auf ADHS besteht. Was ist nun der nächste schritt? Einen 'normalen' Arzt aufsuchen? (bin noch ziemlich neu in dieser Stadt, war noch bei keinem Arzt in der Umgebung). Und wie ist das mit der GKV, wird die Diagnose etc. übernommen oder ist das von Fall zu Fall unterschiedlich?

Danke schonmal für Antworten :D
Hallo erstmal,

ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Scheinbar geht es vielen so, dass sie sich bis zu ihrem Studium/selbstständigen Leben ihrer Eigenheiten und Problemen entweder nicht voll bewusst sind beziehungsweise sich damit nicht explizit auseinander gesetzt haben oder nicht wissen, dass sie nicht allein damit sind. Wie auch immer, ich selbst hatte immer das Gefühl anders dazustehen und "sonderlich" zu sein. Durch dieses Forum erkenne ich nun, dass ich mit meinen Eigenheiten und "Schwächen" nicht alleine bin. Selten habe ich dieses Gefühl gehabt so verstanden zu werden wie hier. Das hat mir sehr geholfen und ich hoffe durch ärztliches Fachpersonal bald Aufklärung und Gewissheit zu finden.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Arztsuche und hoffe, dass du Gewissheit und Hilfe findest :)

Grüße,
Marty
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von 5Dollar » 12. Juni 2019 13:35

Danke für die netten Worte, dann befindest du dich in fast der selben Situation wie ich. Herauszufinden dass man nicht alleine mit seinen Problemen ist macht die Sache aber schon deutlich angenehmer, da hast du vollkommen recht.

Heute habe ich endlich einen Termin beim Neurologen bekommen, wenn auch nur mit einer längeren Wartezeit..
MartyMa hat geschrieben:Das hat mir sehr geholfen und ich hoffe durch ärztliches Fachpersonal bald Aufklärung und Gewissheit zu finden.
.. und wünsche dir natürlich auch, dass du die Ärztliche Unterstützung bekommst die du benötigst und die jeder von uns verdient.
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Elwirra
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Re: Diagnose als Student

Beitrag von Elwirra » 12. Juni 2019 14:25

MiApp hat geschrieben:
8. Juni 2019 23:39


offtopic: Das mit den Nachteilsausgleichen würde mich interessieren, wenn jemand was dazu weiß, evtl. in einem neuen Thread oder per PN. Wie gesagt, wenn jemand was weiß.....
https://www.adhspedia.de/wiki/ADHS_und_Studium

Und dann denke ich ist dass Prozedere an jeder Uni vielleicht noch anders , aber da kann man sich denke ich and den Studierendenservice wenden.
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