Verdacht auf Nervenzusammenbruch

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Liz
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Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 9. Mai 2012 09:44

Ich schreibe diesen Thread, weil ich einfach mal darüber reden möchte und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass wenn ich meine Gedanken schreibe, sich meine Gefühle sortieren. Es hilft mir klarer zu werden, deshalb versuche ich das jetzt einfach mal.

Für meine evtl. Gedankensprünge bitte ich im Vorfeld schon um Verständnis.

Mit meiner Familie, sprich Eltern, kann ich über das Problem nicht sprechen. Krankheiten, die man nicht sehen kann, die gibt es nicht und selbst wenn man sich ein Bein gebrochen hat, kann man schließlich gefälligst noch etwas mit den Armen arbeiten. Tja, so bin ich erzogen.

Mein ganzes Leben habe ich unter diesen Ansprüchen gelitten, gekämpft, versagt, wieder aufgestanden und wieder von vorne angefangen und wieder gekämpft. Natürlich habe ich auch viele Erfolge erlebt, aber - wie sollte es auch anders sein - diese Erfolge waren gerade mal ein "Hab ich nicht anders von dir erwartet" wert und so setzte ich immer und immer wieder eins oben drauf.

Noch mehr leisten, noch schneller, noch besser und das Ganze mit meinen ADHS. Phasenweise war das eine Qual und bei manchen Situationen aber auch, war ich dankbar für mein ADHS. Ich hätte ohne vieles nicht erreicht.

Ich arbeite hart in meinem Beruf, Dienstreisen sind an der Tagesordnung, ich begann nebenbei noch eine Weiterbildung zum Fachwirt. Im Januar übernahm ich die Gruppenleitung von 4 Personen.

Letzten Donnerstag abends, ich merkte schon die ganze Woche das mir mir irgendetwas nicht stimmte, da ich eine gewisse Aggression in mir hatte, die für mich absolut untypisch ist, knallte mir mein Sohn (18) in seiner lässigen ADHS-Art einen (für ihn) witzigen Satz um die Ohren und das war der Auslöser. Normalerweise kein Problem für mich, ich kenne und liebe ihn genauso wie er ist und kann damit gut umgehen. Aber an diesen Abend war es ein Problem.

Ich versteckte mich neben der Waschmaschine in einer kleinen Ecke und saß dort 2 Stunden heulend. Mein Mann erzählte mir im Nachgang, dass er mich erst einmal 1 Stunde im Haus gesucht hat und als er mich gefunden hatte, stammelte ich die ganze Zeit "Nein, nein, nein". Ich selbst konnte mich gar nicht mehr erinnern überhaupt etwas gesagt zu haben.

Für mich war es so, als würde ich überhaupt nicht mehr in meinem Körper sein. Kann das gar nicht beschreiben. Als hätte ich mich von außen beobachtet.

Am Freitag morgen bin ich zur Hausärztin und habe mich krankschreiben lassen (Verdachtsdiagnose: "Akute Belastungsreaktion" und "Burnout") und das erste Mal seit 3 Jahren habe ich meinen Geschäftslaptop und mein Diensthandy in der Firma gelassen. Bin nicht erreichbar. Für euch wahrscheinlich selbstverständlich, aber für mich eine Leistung. Ich arbeite in einem großen globalen Konzern und bei uns ist es vollkommen "normal" Wochenende und Urlaube zu arbeiten oder wenigstens erreichbar zu sein.

Morgen hab ich Termin bei einem Neurologen!

Ich hab Angst davor, denn was mir auch die letzten Wochen aufgefallen war, ich hatte starke Gedächtnislücken.  Z.B. Erkannte ich eine Nachbarin von mir nicht wieder, sie kam mir lediglich bekannt vor. Ich konnte die einfachsten Dinge nicht mehr, die ich all die Jahre problemlos erledigt habe. Z.B. eine Rücksendung bei Amazon veranlassen ... also das ist ja wirklich keine schwere abnorme Tätigkeit, in meinem Job habe ich ganz andere Verantwortungen.

Kurz und knapp, ich habe Angst den letzten Rest meines Verstandes zu verlieren und ich habe Angst vor der Diagnose.

Liz

P.S. Für alle die das tatsächlich bis zum Ende gelesen haben:

"Dankeschön fürs zuhören!" und ich hoffe ich war nicht all zu wirr.
Wünsche nicht, das nicht zu sein, was du bist, sondern wünsche, das Recht zu sein, was du bist.

Franz von Sales, (1567 - 1622), italienischer Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger
ripley
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von ripley » 9. Mai 2012 10:02

Liz, lass Dich mal in den Arm nehmen!

Du machst (jetzt) alles richtig. Der Gang zum Hausarzt war der wichtigste erste Schritt, der zum Neurologen ist der nächste nötige. Und dann Schritt für Schritt wieder dem Licht entgegen.

Was Du schilderst, klingt tatsächlich sehr nach dem, was neudeutsch Burnout genannt wird. Und keines der geschilderten Symptome und Phänomene ist dafür ungewöhnlich oder Anzeichen für "den Verstand verlieren". Es sind aber Anzeichen dafür, dass Du dringend lernen musst, ein paar Gänge zurückzuschalten. Und das wirst Du ohne professionelle Hilfe nur schwer hinbekommen. Investiere DARIN!

Ich kenne das alles, den nahezu unbegrenzten Leistungsanspruch (immer noch ein Stück mehr, geht doch noch!), die dann irgendwann einsetzenden "Gaga-Phasen", in denen man herumläuft, als hätte man weißGottwasfür Drogen zu sich genommen (ich fand mich mal vor der Zeiterfassung und hatte statt des Firmenausweises zum Einstecken ein Marktsück in der Hand  :breitgrinse1:), die Depersonalisationserfahrungen (sich selbst von außen "sehen").
Es sind Zeichen tiefer psychischer Erschöpfung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Um bei Deinem Vergleich zu bleiben: Wenn Du Dir das Bein gebrochen hättest, müsstest Du es einrichten (ggf. operieren) lassen und wärest dann für diverse Wochen, falls überhaupt, nur mit Gipsbein humpelnd  unterwegs. Du hast Dir nicht das Bein gebrochen, aber - lass es mich so flapsig ausdrücken - eine äußerst fiese Hirnüberdehnung ( :breitgrinse1:) zugezogen.
Kurier die aus! Mindestens so konsequent, wie Du einene Beinbruch auskurieren müsstest.

Übrigens: Die Welt bricht nicht zusammen, nur weil man selbst sich einige Wochen nicht um sie kümmern kann. Gönn Dir auch diese Erfahrung.

GLG
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von eire » 9. Mai 2012 10:19

Hallo Liz,

also zu deiner Angst dein Beitrag könnte durch Gedankensprünge für uns schwierig zu lesen sein, kann ich nur sagen dass die völlig unbegründet war. Der Text war gut und klar zu verstehen und zu lesen.

Burnout ist ein sehr ernstes Thema und da werde ich jetzt auch nicht anfangen dir irgendwelche Plattitüden und tröstende Worte herunter zu leiern. Das bringt dich jetzt auch nicht weiter.

Darf ich Fragen was du für einen Beruf hast? Was für ein Typus bist du? Ich habe den Eindruck dass du perfektionistisch veranlagt bist. Ich will das jetzt nicht negieren, ich las das aus deiner Schilderung heraus. Gerade der Wunsch bzw. das vermeintliche Gefühl man erwarte von uns Perfekt zu sein treibt uns häufig zum Burnout. Eigene Wünsche, Bedürfnisse gehen unter, werden nicht befriedigt....

Ich könnte jetzt einen ganzen Roman schreiben aber ich fasse mich kurz.

Deinen Laptop und dein Firmenhandy in der Firma zu lassen war eine gute Sache. Ob bewusst oder unbewusst, du hast da schon ein Stück für dich selbst gesorgt.

Deine Symptome sind schon sehr ernst, es ist auf jeden Fall gut, dass du einen Neurologen zu rate ziehst. Für eine klare Diagnosestellung müsste dieser sowieso herangezogen werden um neurologische Erkrankungen auszuschließen. Ich glaube aber eher, dass die Ausfallerscheinungen die du schilderst eine Folge der Überbelastung sind.

Liebe Grüße

eire
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Kaina » 9. Mai 2012 10:20

(Auch wenn ripley und eire schneller waren, und ich nur "Doppler" zu bieten habe,
stell ich's so ein, wie ich's geschrieben habe.  :zwink:)



Hi Liz :knuddel:

du hast ganz offensichtlich die absolut richtige Sparte - ´klingt intensiv nach burnout, 
auch wenn der Begriff mittlerweile ziemlich abgenutzt ist und nach Modeerscheinung  klingt.
Die Phänomene, die du beschreibst, sind da sehr typisch. Dass ein 'kleiner' Auslöser (Kommentar Sohn) das volle Fass zum platzen bringt, nicht erkennen von eigentlich vertrauten Personen, Blackouts etc.

Als ich in dieser Situation war, hatte ich panische Angst, ich hätte vorzeitigen Alzheimer. Kommentar Neurologe: "Überlastungsdepression mit Pseudodemenz. Sie müssen unbedingt kürzer treten".
Hab' mich für das "Pseudo" artig bedankt, und mich gefragt, wie ich kürzer treten soll - in dieser Situation wusste ich gar nicht, was ich wie abhängen sollte....Alles hatte irgendwie die gleiche Wichtigkeit und ich fühlte mich von Verpflichtungen und Verantwortung wie erdrückt.

Gaaaanz wichtig: sollte man dir eine Kur empfehlen, mach sie!!!!!! Ambulante Aktionen ziehen das Ganze nur in die Länge!
Was auch immer rundherum wichtig aussieht, wichtig scheint: DU musst wieder auf die Füße kommen, du musst dir jetzt am wichtigsten sein!

Ganz lieben Gruß und nomma :knuddel:
Kaina
Zuletzt geändert von Kaina am 9. Mai 2012 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Liz
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 9. Mai 2012 10:48

Wow, ich hab Tränen in den Augen ... ich habe von euch innerhalb einer Stunde mehr Verständnis und Wärme bekommen, als die letzten  41 Jahre durch meine Familie.

Danke dafür!


[quote="ripley"]


Ich kenne das alles, den nahezu unbegrenzten Leistungsanspruch (immer noch ein Stück mehr, geht doch noch!), die dann irgendwann einsetzenden "Gaga-Phasen", in denen man herumläuft, als hätte man weißGottwasfür Drogen zu sich genommen (ich fand mich mal vor der Zeiterfassung und hatte statt des Firmenausweises zum Einstecken ein Marktsück in der Hand  :breitgrinse1:), die Depersonalisationserfahrungen (sich selbst von außen "sehen").
Es sind Zeichen tiefer psychischer Erschöpfung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Hattest du das auch? Und wenn ja, was hast du getan, damit es dir besser geht?


Übrigens: Die Welt bricht nicht zusammen, nur weil man selbst sich einige Wochen nicht um sie kümmern kann. Gönn Dir auch diese Erfahrung.

Das sagst du so einfach, aber wahrscheinlich hast du recht. Das werde ich wohl lernen müssen.

GLG
[/quote]



[quote="eire"]


also zu deiner Angst dein Beitrag könnte durch Gedankensprünge für uns schwierig zu lesen sein, kann ich nur sagen dass die völlig unbegründet war. Der Text war gut und klar zu verstehen und zu lesen.

Danke, dass erleichtert mich, denn in meinem Kopf ist so ein großes durcheinander, dass ich echt bedenken hatte diesen Beitrag zu schreiben.

Darf ich Fragen was du für einen Beruf hast? Was für ein Typus bist du? Ich habe den Eindruck dass du perfektionistisch veranlagt bist. Ich will das jetzt nicht negieren, ich las das aus deiner Schilderung heraus. Gerade der Wunsch bzw. das vermeintliche Gefühl man erwarte von uns Perfekt zu sein treibt uns häufig zum Burnout. Eigene Wünsche, Bedürfnisse gehen unter, werden nicht befriedigt....

Ich arbeite als Teamlead in einem sicherheitsrelevanten Bereich eines großen Konzerns und der Perfektionismus ist für mich ein absolutes muss in meinem Job. Bitte nicht böse sein, dass ich die Branche nicht nenne aber ich möchte nicht näher darauf eingehen.

Das Schwierige mit dem Perfektionismus ist, dass ich ihn nicht je nach Bedarf ein- und ausschalten kann. Er ist einfach da. Erziehung, Charakter, ADHS-Strategie.. ich weiß es nicht woher und warum. Aber du hast recht,er ist da.

Eigene Wünsche und Bedürfnisse ... mhh, du machst mich nachdenklich. Im Moment kann ich noch nicht mal genau sagen, was ich mir Wünschen würde und welche Bedürfnisse ich habe  :upsi:
Wünsche nicht, das nicht zu sein, was du bist, sondern wünsche, das Recht zu sein, was du bist.

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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von ripley » 9. Mai 2012 11:28

Hattest du das auch? Und wenn ja, was hast du getan, damit es dir besser geht?

Ja. Und ich habe gekündigt und mir (nicht ganz ohne Umwege zum Schlimmeren) ein Berufsumfeld und Berufsbedingungen gesucht, die mir deutlich besser taten.

Das sagst du so einfach, aber wahrscheinlich hast du recht. Das werde ich wohl lernen müssen.

Ja. Genau DAS zu lernen ist a) unabdingbar, wenn Du Dich wieder "berappeln" willst und auch stabil BLEIBEN willst und b) wird es Aufgabe der u.U. erforderlichen Therapie sein.
Okay, stell Dir vor, Du HÄTTEST Dir das Bein gebrochen. Und nu? Dann MÜSSTEN sich andere kümmern. Um Dich, um Deine ganzen anderen Verpflichtungen. Ist mir schon mehrfach passiert, dass ich (allerdings wegen physischer Malaisen) von jetzt auf gleich im Krankenhaus gelandet bin. Dann hat der Gatte "mal eben" die Dienstreise in die USA abgesagt und sich hier um Kind, Viecher, Haushalt etc. gekümmert. Und SELBST WENN er die Unterhosen quer statt längs aufhängt (hallo Perfektionismus :breitgrinse1:) und SELBST WENN die Bude nicht perfekt nach Schöner Wohnen aussieht - geht die Welt davon unter? Ich WEISS; dass sie es nicht tut. Auch DU kannst das lernen  :ja1:

Eigene Wünsche und Bedürfnisse ... mhh, du machst mich nachdenklich. Im Moment kann ich noch nicht mal genau sagen, was ich mir Wünschen würde und welche Bedürfnisse ich habe
Und das kommt Dir nicht weiter schräg vor? Liz, es gibt eine Welt jenseits des reinen Funktionierens. Und wenn Du wieder gerade aus den Augen schauen kannst, trau Dich mal, sie Dir anzugucken.

Liz, ich habe vieles von dem, was Du schilderst, hinter mir. Und ich habe gelernt, mir und anderen Grenzen zu setzen, Nein zu sagen, mich (lange bevor ich erneut crashe) mit einem guten Buch in die Wanne oder aufs Sofa zu schlunzen und die Welt sich auch mal jenseits meiner Kontrolle drehen zu lassen. Die kann das nämlich!
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 14. Mai 2012 09:26

Der Neurologe letzte Woche hatte mich etwas enttäuscht.

Irgendwie hatte ich erwartet, dass irgendwelche Untersuchungen gemacht werden oder wenigstens Fragebögen o. ä. ausgefüllt werden müssen.

Doch er hat mich einfach nur krankgeschrieben mit der Diagnose "Burnout" und ne Überweisung zur Verhaltenstherapie mitgegeben und dazu gesagt, dass ich mit einer längeren Wartezeit rechnen muss. Wenn ich weiter krankgeschrieben werden möchte, soll ich mich wieder melden.

Medikamente bekomm ich keine, wobei das auch ganz sinnvoll ist, da ich analog mal wieder eine Herzmuskelentzündung entwickelt habe.

Bin danach gleich zu meiner Hausärztin und die meinte dann, wir stellen einen Reha-Antrag. Sie wird die Dringlichkeit deutlich machen, hat aber natürlich keinen Einfluss auf die Wartezeit. Ich solle vorsichtshalber auch noch meine Krankenkasse anrufen.

Die Krankenkasse habe ich heute angerufen und die bieten ein Reha-Programm an, für Personen die im direkten Kundenkontakt stehen. Wäre genau das Richtige gewesen, da diese Vertragsklinik sowohl Psychosomatik als auch Kardiologie anbietet. Leider erfülle ich nicht das Kriterium "Kundenkontakt" und deshalb war das leider auch nichts.

Die Dame von der Krankenkasse empfahl mir, eine Noteinweisung in ein Bezirksklinikum oder eine Überweisung in eine Tagesklinik.

Ich habe daraufhin hin, nach Rücksprache mit meiner Hausärztin, bei einer unserer Kliniken angefragt (die Psychosomatik soll dort sehr gut sein) und für kommenden Mittwoch  :icon_eek: einen Erstgesprächstermin in einer Tagesklinik bekommen. Reha-Antrag machen wir trotzdem.

Mal sehen wie es weitergeht.

Im Moment fühle ich mich dennoch etwas überfordert und habe irgendwie Angst vor dem was noch kommen wird.

Gruß
Liz
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Doro04 » 6. Juni 2012 18:38

Hallo lIz- der thread ist  schon ein wenig älter 2 Wochen ich habe ihn aber erst jetzt entdeckt.
Hoffe du bist einer lösung inzwischen schon etwas näher gerückt. Aber ich denke Angst vor der diagnose brauchst du wirklich nicht zu haben. deine Firma muß ein´fach mal auf dich verzichten- und du auf die Firma. versuch diese Baustelle auszublenden. Und was auch immer kommt - familie ist da  und kann bzw muß dich unterstützen. Und ich würde nicht auf jmd warten, der mir eine Kur vorschlägt nein verlange sie. der neurologe, der dich krankgeschrieben hat aber auch deine Hausärztin. kann das deiner Krankenkasse empfehlen. und  ich finde es toll, dass du dich trotz allem immer noch bemühst alle zu begrüßen und deine Aufgaben hier im forum wahrnimmst ( soweit ich das sehen kann ) aber falls auch das hier dich zusätzlich belastet ( ich kenn das von freunden aus anderen foren) dann bin ich mir ziehmlich sicher, daßß du auf verständnis triffst. Alles Gute
lg doro
:biene:
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 7. Juni 2012 07:46

Hallo Doro,

vielen Dank dafür, dass du mir versuchst Kraft und Zuspruch zu geben. Kann ich dringend brauchen und ist definitiv angekommen.  :grin:

Wie ist es mir in der Zwischenzeit ergangen?

Also, der Termin in der Tagesklinik brachte mich nicht vorwärts. Der Therapeut meinte nach 10 Minuten, dass man mir nicht ambulant helfen könne und ich vollstationär gehen solle.

Analog dazu bekam ich eine erneute Herzmuskelentzündung (da habe ich leider schon etwas Erfahrung damit), was in der Behandlung natürlich "über" den Depressionen steht. Im Moment versuchen sie endlich mal den Auslöser zu finden. Die Blutanalyse läuft und ich hoffe, dass ich in einer Woche mehr weiß, aber das was sie vermuten macht noch weniger Spaß. Mal sehen, ich versuche das jetzt erst einmal auszublenden und schone mich brav.

Einen Antrag auf psychokardio Reha habe ich eingereicht und auf die vollstationäre Behandlung verzichte ich vorerst einmal, da ich erst einmal körperlich gesund werden will.

Vorteil an der Sache ist: Für die Herzmuskelgeschichte ist viel Schonung und Ruhe notwendig und ich merke langsam auch, wie sich eine gewisse Form von psychischer Entspannung einschleicht. Oder ist es vielleicht auch nur die Akzeptanz, dass es so ist wie es ist?! Keine Ahnung.

Klar bin ich noch depressiv, ich sitz die meiste Zeit allein Zuhause und darf nicht viel tun. Kaum Ablenkung, kaum sozialen Kontakte und mache mir natürlich Gedanken wohin jetzt meine Reise geht. Aber im Grunde genommen, habe ich die Situation irgendwie akzeptiert.  :me:

Liebe Grüße
Liz

P.S. Das ich neue Mitglieder begrüße ist etwas was mir Spaß macht und was ich gerne tue.  :ja1:

Ich kann mich noch erinnern, als ich ins Forum kam wusste ich überhaupt nicht, was ich bei der Vorstellung schreiben sollte und ich war für jeden der mir ein "Hallo" und ein "Willkommen" gegeben hat sehr dankbar und es hat mir das Gefühl gegeben, nicht das Mitglied 12558 zu sein, sondern Liz.
Wünsche nicht, das nicht zu sein, was du bist, sondern wünsche, das Recht zu sein, was du bist.

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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von lilian 74 » 7. Juni 2012 10:15

Liebe Liz

Vor ziemlich genau zwei Jahren bin ich freiwillig abends in die Notfallambulanz einer Psychiatrischen Klinik gefahren,es ging nix mehr sozusagen...
Ich war körperlich und seelisch komplett "ausgepowert"und war schon über den Punkt,müde zu sein,hinweg.....

Ich war regelrecht erschöpft vom Dauermarathon Leben(wie es sich damals bei mir gestaltete),konnte aber abends nicht mehr schlafen,sondern sobald ich im Bett lag,fing mein Körper an zu "vibrieren"und zu "zucken",die Gedanken rasten und ich wollte nur noch weg aus meiner Lebenssituation(einsamer Strand,ein stilles Zimmer,keine Verpflichtungen mehr,Ruhe,Ruhe,Ruhe.....nicht sprechen müssen mit niemandem...)!!!!

Die Psychiaterin meinte,ich hätte einen Burn Out und ich solle am besten mal ganz alleine für zwei Wochen ans Meer fahren,ausschlafen etc.

Heulend und "irre kichernd"bin ich zurück ins Auto und sass da erstmal völlig apathisch rum,dachte mir:Na super,allein ans Meer,ausschlafen...HEUL,IRRE KICHER,HEUL,IRRE KICHER.....UND WER BEZAHLT MIR DEN SPASS;WER MACHT DEN HAUSHALT;WER MACHT MEINEN JOB,WER FÜHRT ALL DIE ANSTEHENDEN GESPRÄCHE MIT DEN DAMEN UND HERREN DER KINDER-U.JUGENDPSYCHIATRIE(da war mein Sohn in einer Tagesklinik zu der Zeit inkl.Fehldiagnose ).....u.s.w.

Mein jüngster Sohn war damals auch erst zwei und nur kurz betreut in einem Spielkreis...

Ich bin dann am nächsten Tag zum Neurologen und schilderte unter beständigem Tränenfluss meine Situation...

Der verschrieb mir zwei "Hammer"-Präparate,die ich aber nicht einnahm(Waschzettel,ohjemine)...

Stattdessen gab mir meine Freundin zwei homöopathisch wirkende Medis,die einen weder "bedröhnen"noch abhängig machen!!!!!

Was soll ich sagen....diese beiden Präparate in Kombi plus etwas "kürzer treten"(was Du ja schon machst zum Glück!!)haben mich binnen kürzester Zeit sowas von "aufgefangen"und ausgeglichen....Ich war wie die Eiche im Sturm,ausgeglichen,seelisch und geistig/nervlich komplett
geerdet und gefestigt!!!!

Diese Medis haben keinerlei Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medis(sind auch nur apothekenpflichtig)und nach ein paar Wochen kannst Du sie ohne Probleme wieder weglassen...Das war ein mega-super-Effekt für mich und mein Leben,denn die Lebensumstände hatten sich nicht wirklich geändert.....

Ich kann die beiden Präparate nur empfehlen,sie sind echt wirksam und "sanft"...

1.NEURODORON v.WELEDA(stärkt die Nerven bei Stress und Erschöpfung,rein homöopathisch)

2.NEUREXAN v.SCHEEL(bei Schlafstörungen,bedröhnen einen aber dabei überhaupt nicht)

Hoffe,das ist keine "Schleichwerbung",aber ich möchte Dir(und anderen betroffenen)eben diesen für mich damals sehr wertvollen Medi-Tip mit geben....

Wünsche Dir Ruhe und lange Radtouren durch die Natur,Kaffee im Park plus "Frauen-Zeitschrift"....ganze "Bett-Tage"(sag Dir,das steht Dir zu!)
und nun alles Liebe und Gute,das wird schon wieder alles ins ruhigere Fahrwasser kommen,Dein Leben,sicher! :ja1:

LG,Lilian
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Doro04 » 7. Juni 2012 17:29

Hi liz,
freut mich das du psychisch ein wenig entspannst und einen Weg gefunden hast mit beiden Poblemen einigermaßen zu rande zu kommen.`Wie war das `In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder geist`- Also kurier deine Herzmuskelentzündung aus und bleib am pc solange es dir gut tut. Halt uns auf dem laufenden,..... :winken:

lg doro
:biene:
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Dopiene » 16. Juni 2012 07:24

Hallo Liz und alle anderen hier in diesem Thread,

deine Probleme haben mich sehr berührt und ich sitze jetzt schon seit 04:00 Uhr hier und denke so darüber nach,
auch weil ich in einer ähnlichen Situation stecke.
Mein Sohn hat auch ADHS und er bringt mich seit einigen Monaten an meine psychische Grenze.
Ich bin auch gerade dabei, Reha-Maßnahmen für uns beide getrennt zu beantragen, weil alle anderen Behandlungen hier
vor Ort und Medikamente im Moment einfach nicht mehr ausreichen.

Aber bei dir fällt mir auf, dass du ein sehr großes Problem mehr hast als viele andere.
Du hast keinen Rückhalt und kein Verständnis von deinen Eltern. Und das, so wie du schriebst, noch nie !
Das finde ich am allerschlimmsten ! ! ! Und ich kann mir vorstellen,
dass genau das evtl. mit der Hauptauslöser  an deiner jetzigen Situation ist. (?)
Wenn die eigenen Eltern seinem Kind, auch wenn es schon sehr erwachsen ist, keine Hilfe bieten und
nicht verstehen können oder wollen, dass es einem schlecht geht, Krankheiten, die man nicht sieht, nicht akzeptieren,
dass ist nicht gut für deine Seele. So etwas kann einen schon krank machen.
Manch einer geht daran zu Grunde und ich glaube, dir tut das auch sehr weh,
denn es sind und bleiben deine Eltern.
An diesem Punkt würde ich auf jeden Fall auch bei deiner hoffentlich baldigen Reha o.ä. Behandlung ansetzen.
Ich wünsche dir, dass du bald Ruhe und Entspannung, vor allem aber auch Zufriedenheit und Glück findest,
damit du wieder auf die Beine kommst.

@ lilian74
ich finde nicht, dass du Schleichwerbung für Medikamente machst. Das Forum hier ist dafür da, um sich gegenseitig
Tipp´s zu geben und zu bekommen.
Dir haben diese Mittel geholfen, also gibtst du deine Erfahrungen an andere weiter, lieben Dank auch dafür !
Ich fand deine Tipp´s für diese homöopathischen Mittel sehr hilfreich für mich, denn ich werd gleich mal goggeln,
und warscheinlich nachher gleich mal in der Apotheke anrufen....

Sohnemann ist gerade erwacht....  :ja1: nun wird es Zeit, sich wieder dem Tagesgeschäftzu widmen.

Alles Gute für euch und liebe Grüße
Dopiene
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 16. Juni 2012 08:07

Hallo Dopiene,

danke für dein Verständnis und deine Worte.

Im Moment erhole ich mich tatsächlich jeden Tag ein kleines Stückchen mehr. Die Kraft kommt wieder und ich beginne langsam mit Kleinigkeiten wie durch einen Einkaufsmarkt bummeln.

Mit meinem Team hab ich einmal täglich kurzen !! telefonischen Kontakt und ansonsten Grenze ich mich total ab. Hab sogar schon angekündigt, dass ich vor August garantiert nicht mehr komme und auch, dass ich evtl. eine Veränderung benötige. Habe viel Verständnis von meinem Vorgesetzten erhalten und wir sind so verblieben, dass wenn ich genaueres weis, wir eine Lösung suchen.

Die Rentenversicherung hat mir mein Aktenzeichen zugeschickt, mal sehen wie lange es dauert bis eine Zu- oder Absage kommt.

Die Blutergebnisse sind da, und natürlich - wie hätte es auch anders sein könnnen - lautet das Ergebnis: " Aktuell kein [u]ausreichender [/u]Hinweis auf ....". Nun versuche ich es einfach so postiv zu sehen, denn die alternative wäre ein systemischer Lupus erythematodes gewesen und das will ich auch nicht wirklich haben.  :denknach:

Montag geh ich zur Hausärztin mal sehen wie es weiter geht.

So viel zu mir, gibt allso nix spannendes.

Aber nun zu dir!

[quote="Dopiene"]


...deine Probleme haben mich sehr berührt und ich sitze jetzt schon seit 04:00 Uhr hier und denke so darüber nach,
auch weil ich in einer ähnlichen Situation stecke.

[/quote]


Magst nicht erzählen was los ist?

Liebe Grüße  :grin:
Liz
Wünsche nicht, das nicht zu sein, was du bist, sondern wünsche, das Recht zu sein, was du bist.

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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Dopiene » 18. Juni 2012 23:54

Hallo Liz,

das ist schön, dass es dir langsam etwas besser geht... Stück für Stück, das hört sich gut an. Wenn du dann noch die Reha bekommst,
ist es schon mal ein Anfang, sich so langsam wieder aufzurappeln.
Ich habe eben erst mal gegoogelt, wegen der Diagnose "systemischer Lupus erythematodes", die du da schriebst.....
Da ist ganz klar, dass man vor so etwas auch Angst hat. Hoffentlich bestätigt sich das nicht.
Ich wünsche dir, dass du bald eine Zusage für die Reha bekommst, bin eigentlich bei deiner Krankengeschichte sogar überzeugt,
dass sie genehmigt wird. Ich drücke dir beide Daumen. Und berichte weiter !
_
Es ist lieb von dir, dass du fragst, ob ich nicht erzählen möchte, was los ist. Es ist ja eigentlich dein Thread hier.....
Ich versuche es mal, so kurz, wie möglich zu machen:
Ich habe Morbus Bechterew (entzündliche rheumatische Gelenkserkrankung, die in Schüben auftritt), eigentlich konnte ich bisher gut damit leben.
Gymnastik und Bewegungsübungen sind das A und O dabei, damit man nicht versteift.
Ein paar Bandscheibenvorfälle habe ich auch schon hinter mir, aber es ist soweit ok.
Aber seit genau 2 Jahren habe ich "jede Nacht" solche Schmerzen im Rücken ( Brustwirbelbereich), dass es in Krämpfen ausartete,
ich gar nicht mehr aus dem Bett kam, sowas von schweißgebadet war, dass nur nur noch ein Stück Seife gefehlt hätte und ich hätte mich waschen können.... Auch tagsüber konnte ich auf die Uhr gucken, wenn ich mal schlief: Nach 4 Stunden immer das Gleiche....
Schmerzen, Krämpfe, völlige Bewegungsunfähigkeit und schweißgebadet. Habe quasi seit 2 Jahren keine 8 Stunden am Stück geschlafen !
Röntgen, MRT, Ganz-Körper-Knochen-Sintigraphie und Blutuntersuchungen ergaben nichts Neues. Vom Bechterew kommen die Schmerzen
warscheinlich, sagt man, aber an der Stelle, wo´s weh tut, kann man nichts erkennen. Erhöhte CRP-Werte seit dem sind auch da. Aber richtig helfen konnte mir bisher niemand. Ich bin nur noch müde, bin auf der Arbeit schon eingeschlafen, ständig kaputt und schlapp, vergesslich ohne Ende, verspreche mich oft...finde nicht die richtigen Worte...
Das alles zerrt so an den Nerven. Seit über einem Jahr nehme ich regelmäßig Opioide und Morphine, damit ist es erträglicher geworden,
jedoch muss ständig die Dosis erhöht werden....
Habe auch denke alles checken lassen: Zähne sind ok , Internist: Magenspiegelung, Rheumatologe, Orthopäde sowieso, Psychologe,Schmerztherapeut....
Ich bekomme nun gesagt, leider gibt es immer Menschen, bei denen die Schmerzen über Jahre andauern.....
Mit den Medis kann das ja aber kein Dauerzustand sein, mein Internist sagt, solche >Dosen nehmen seine Krebspatienten !
Ich bin einfach fix und fertig, aber es gibt ja die Tabletten....
Nun kommt noch die Sache mit meinem Sohn (10 Jahre), der ADHS hat, dazu. In letzter Zeit macht er nur noch Mist. Sein Sozialverhalten ist wieder sowas von unmöglich in der Schule, er ist frech zu Lehrern, pöbelt andere Kinder an, ist unbelehrbar, hält keine Grenzen ein. Leider auch zu Hause. Er nimmt  sich Geld von uns, schnüffelt in den Schränken, nimmt sich immer, was er will, auch wenn er genau weiß, er darf es nicht. Eigentlich haben wir ein gutes Verhältnis zueinander... aber er ist so frech zu mir, diskutiert bis auf´s Messer, sieht Fehler nie ein, lügt, klaut auch in Läden, bringt mich mit Absicht auf 180... indem er immer wieder "naund" und "mir doch egal" sagt.....Das Schlimme daran ist, dass ich ihn sogar schon verprügelt habe. Das ist nicht richtig, das weiß ich. Ich wusste mir in solch Momenten nicht mehr anders zu helfen.
Immer wieder Reden, Reden, Reden....., er nimmt auch Medikamente, bekommt auch Theraphie 1x in der Woche.... aber das reicht nicht.
Zum Glück ist er ein Stehaufmännchen und hat mir verziehen.... so ist er immer, er verzeiht immer alles, was man ihm antut.
Und in der Schule ist ihm aber auch, wenn er so ist, trotzdem auch schon viel Unrecht geschehen....ADHS-Kinder haben ja immer Schuld,
das kennst du ja sicherlich.
Und ich kann einfach nicht mehr garantieren, dass das nicht wieder passiert.....Zum Glück können wir hinterher darüber reden.... aber es wird nicht besser. Ja, jetzt die letzten 3 Tage lief es gut..... heute früh war er schon wieder an meinem Portmonee....
Meine Nerven liegen blank, zum Glück ist mein Mann der ruhige Pol, der vieles ausgleicht, wenn es wieder mal kracht zwischen uns.
Naja, ich werde nun auch eine Kur beantragen. Für meinen Sohn auch eine Kinder-Reha... obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das jetzt so gut ist,
.... wenn er dann 4 Wochen nicht in der Schule ist.... Diese Sachen gehen einem auch so durch den Kopf. Aber fakt ist, wir brauchen beide Abstand voneinander und Hilfe. Er nicht weniger, als ich. Ich habe so einen gestörten Tag-Nacht-Rhytmus, das geht auf keine Kuhhaut. Ich muss doch aber für meinen Sohn da sein... und kann es nicht, es wird mir zu viel, er wird mir zu viel.
Ja, es ist nun doch nicht bei einer kurzen Geschichte geblieben.... aber das ist so das Wichtigste....was es im Moment darüber zu erzählen gibt.
-
Wie läuft`s bei dir jetzt weiter ? Gibt es schon neue infos ? Und wie geht es dir ?

@ EinHallo auch an dich Lilian,
ich habe mir übrigens die Neurodoron von Weleda gekauft und nehme sie seit Samstag, ich habe ein gutesGefühl :-) .

Liebe Grüße sendet
Dopiene
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 19. Juni 2012 08:50

Hallo Dopiene,

[quote="Dopiene"]

Es ist lieb von dir, dass du fragst, ob ich nicht erzählen möchte, was los ist. Es ist ja eigentlich dein Thread hier.....

[/quote]

Kein Problem, wenn es mich nicht interessieren würde, würde ich nicht fragen und außerdem hab ich gelernt zu teilen.  :ja1:  :breitgrinse1:

Deine Krankengeschichte ist ja auch nicht ganz ohne und was mich auch kirre machen würde wäre, wenn man keine Diagnose hat. Kann dich voll verstehen.

Eine Frage hab ich noch und hoffe sie ist nicht zu persönlich. Hast du auch das Gefühl das dein Bauch immer dicker wird?. Nein, ich denke nicht an eine Schwangerschaft sondern an eine andere Krankheit die mir bekannt ist, wo aber ein stetiges Bauchwachsen dazugehört.

Du schreibst, dass du keinen vernünftigen Schlaf/Wachrhythmus mehr hast. Schlafentzug ist auch eine bekannte Foltermöglichkeiten und zu den typischen Anzeichen gehören auch:

- Reizbarkeit
- Gedächtnislücken
- Muskelschmerzen

Auch die Einnahme der Opoide und Morphine ist schon heftig. Dass du die nicht mehr absetzen kannst ohne auf Entzug zu gehen ist klar aber ein Leben zwischen Morphium und Tramadol kann es ja auch nicht sein. Abgesehen davon, ist extremes Schwitzen auch eine Nebenwirkung von Tramadol.

Man, ich wünsche dir, dass es bald aufwärts geht und du ohne diesen Mist auskommst. Ich drück diir die Daumen.  :ja1:

Was mir aber auch Bauchschmerzen bei deiner Geschichte macht ist das mit deinem Sohn.

Du schreibst ja selbst, dass ihr beide miteinander im Moment nicht mehr könnt und das du mit ihm überfordert bist und ganz ehrlich, kann ich auch nachvollziehen und verstehen. Denn wenn es einem selbst körperlich/psychisch nicht sonderlich gut geht, dann kann man sich einfach nicht auf jemanden anderes einlassen.

Zu erst einmal finde ich es gut, dass du selbst weißt was du falsch machst und ich finde es auch gut, dass du darüber sprichst. Ist nicht einfach, sich einzugestehen, dass man im Moment auf der falschen Spur ist. Und du bist auf der falschen Spur, denn wenn man an dem Punkt angekommen ist, wo man die Hand hebt muss dringend Hilfe her. Meiner Meinung nach ohne Rücksicht auf Verluste. Meine Güte, dann wiederholt er eben ein Schuljahr, gibt schlimmeres im Leben.

Prügeln ist ein no go und egal ob dir dein Sohn verzeiht oder nicht, du bist die Erwachsene und du musst das kontrollieren. Aber ich habe das Gefühl du weißt das auch und weil du es nicht kannst, bist du so verzweifelt.

Hol dir Hilfe und das sofort.

Anstelle einer Kur würde ich eine stationäre Behandlung ansteuern, zum Einen weil man da auf deine körperlichen Probleme eingehen kann und zum Anderen weil es auch eine Akutaufnahme gibt, die eure Situation schnell entspannen wird und auch länger als 6 Wochen dauern kann.

Problem bei einer REHA ist ja immer, dass es max. 6 Wochen sind und für manche Veränderungsprozesse benötigt man einfach mehr Zeit.

Zu dem eigentlichen Verhalten deines Sohnes kann ich wenig sagen, da ich zwar auch ein ADHS-Kind habe - dem Himmel sei Dank -  aber dieser nicht mit Aggressionen oder anderen von dir beschriebenen Verhaltensweisen zu tun hatte. Ich lese das immer nur hier im Forum und bin jedesmal entsetzt und hab auch keine wirkliche Idee, was man da tun kann.

Ich glaube nicht, dass ich mich da vernünftig in dich hineinversetzen kann aber ich glaube, ich würde mich an meinen Kinderpsycholgen wenden und ans Jugendamt und versuchen ihn akut und vorübergehen unterzubekommen. Dort wo man ihm helfen kann und wenn es ein Internat, ein stationäre Behandlung oder sonst irgend eine Institution die sich mit Kindern auskennt die diese Verhaltensweisen haben und  ich würde analog versuchen meine Probleme auf die Reihe zu bekommen, sodass ich in Zukunft ein Art "Neuanfang" mit meinem Sohn starten könnte.

Solange du deine Probleme nicht im Griff hast, solange wird es mit deinem Sohn nicht besser werden. Unsere Kinder hängen an uns und an unseren Emotionen, fast so, als wäre die Nabelschnur nie durchschnitten worden. Zumindest ist das meine persönlich Erfahrung mit meinem Sohn.

Ich würde mich freuen, wenn du mich weiter am Laufenden halten würdest.

Viele Grüße
Liz

P.S. Bei mir gibts nichts neues.
Wünsche nicht, das nicht zu sein, was du bist, sondern wünsche, das Recht zu sein, was du bist.

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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Dopiene » 20. Juni 2012 11:47

Hallo Liz,

danke dir, dass du du dir die Zeit genommen hast, mir so viel zu schreiben und mir helfen willst.

Was für eine Krankheit sit das denn, bei welcher der Bauch immer dicker wird?
Das ist aber bei mir denke nicht der Fall, habe zwar auch 15 kg zugenommen, durch die Antidepressiva,
welche ich genau aus diesem Grund wieder abgesetzt habe. Das ging gar nicht mehr....
Natürlich ist da auch der bauch etwas dicker geworden, aber ich meine, das geht jetzt alles von allein wieder
zurück, weil ich die Dinger ja nun nicht mehr nehme.
-
Tramadol nehme ich nicht, halt Opioide als retard  und nachts noch Morphine mit schnellwirkender Freisetzung … aber auch bei diesen
sind  als Nebenwirkungen u.a. das Schwitzen aufgeführt.

Dieses extreme Schwitzen hatte ich aber besonders arg schon seit Beginn der Schmerzen, also schon lange bevor überhaupt die Medikamente bei mir so eingestellt wurden. Das starke Schwitzen trat also immer mit Schmerzen nachts bzw. nach 4h Schlaf gemeinsam auf.

Und nun halt auch seit einiger Zeit wieder trotz der Hammer-Medis. Ist wohl der Gewöhnungseffekt... ?
-
Kann ich mich denn selbst auch akut einweisen lassen ? Was für Schritte muss ich denn da gehen?
Kann der Schmerz-Arzt, bei dem ich ja die Medis bekomme, dafür sorgen ?
-
Irgendwie hast du Recht, dass auch für meinen Sohn so etwas gut wäre. Unser Kinder- und Jugend-Psychater meinte erst letzte Woche zu mir, dass er das nicht empfehlen würde, er würde dort beobachtet und nach 8 oder 12 Wochen sagt man mir dort, was ich überhaupt wolle, er ist doch ein ganz normaler Junge….( Wenn er will bzw. muss, kann er sich nämlich auch benehmen) Wenn er irgendwo neu oder fremd ist, bekomme ich auch immer Lob, was das nur für ein höflicher, netter, schlauer Kerl ist. Der Kinderarzt widerum empfiehlt eine Einweisung…. Er nannte den Ort Hildesheim, ich meine, dort ist so´ne Psychologie-Klinik….
Er meint, wenn ein Kind so lange von zu Hause weg ist, kann es sich einfach irgenwann nicht mehr verstellen….
Wie macht man es richtig…..
Meine Reha habe ich nun gestern beantragt, ab in den Briefkasten…. Und nun abwarten.
Der Kinderarzt befürwortet auch die Reha für unseren Sohn und befüllt diese Schriebs da.
Ja, du sagst das so… „egal, wiederholt er eben ein Jahr…..“ ich würde das glaube auch anderen empfehlen…. Aber gerade sein Selbstbewusstsein leidet durch sein ADHS…. Wieso macht er denn ständig den Klassen-Clown oder spielt sich mit solch frechen Dingen in den Vordergrund….
Wenn er dann auch noch in der neuen weiterführenden Schule soo lange fehlt, haben wir Angst, dass er sich nicht mehr in die neue Klasse einfügen kann und das Spiel von vorn beginnt. Auch sind solche Kliniken wohl sehr gut besucht, dass Wartezeiten von einem halben Jahr nicht ungewöhnlich sind. Kann man eigentlich parallel die reha und einen Klinikaufenthalt beantragen ?

Vielleicht klappt es, und er bekommt auch eine Reha… so braucht er nicht so viel Schulstoff nachholen….und das nächste wäre dann die Klinik…. Nur immer diese Wartezeiten…., da vergeht einem schon das Anmelden…..

Liebe Grüße sendet
Dopiene
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Dopiene » 21. Juni 2012 00:25

Hallo Liz,

( ich weiß nicht, ob ich das mit dem Zitatbutton so richtig gemacht habe... :o)

"Unsere Kinder hängen an uns und an unseren Emotionen, fast so, als wäre die Nabelschnur nie durchschnitten worden. Zumindest ist das meine persönlich Erfahrung mit meinem Sohn."

Das ist völlig richtig, ich glaube, bei uns ist es nicht anders. Es gibt trotz allem Stress und Ärger Situationen im Alltag, in denen ich merke, dass er mich liebt.
So z.B. der tägliche Abschiedskuss, wenn er zur Schule geht.( Auch wenn er böse guckt, den Kuss will er geben....)
Gestern hat er mit seiner Oma ( meine Mutti ) telefoniert.... und auf ihre Nachfrage auch gesagt, dass er nicht weiß, warum er immer so ist.
Nun wollte ich eigentlich mit ihm über das Wochenende zu ihr fahren, meine Eltern wohnen 150 km von uns entfernt.
Es ist auch gerade dann ein anderer Enkel von ihr dort, also sein Cousin, der dann schon Ferien hat, und es wäre schön, wenn sie sich mal wieder sehen.
Auch will sie mit mir reden, mit ihm auch.....
Heut früh war er schon wieder so rotzfrech, dass ich sagte, er fährt nicht zu Oma und Opa mit.

Nun bin ich am Überlegen, ob ich allein hin fahre, es wäre ja wieder eine Belohnung, die er gar nicht verdient hat.
Und konsequent wäre es ja auch nicht. Andersrum würde es uns vielleicht gut tun, ich kann mich verwöhnen lassen, mein Vati kann so gut kochen :o)
und ich kann meinen Sohn völlig meiner Mutter anvertrauen, und ich brauch nix machen, einfach  nur ausruhen.....
Nehme ich ihn nicht mit, tue ich ihm vielleicht zu weh....,meint meine Mutter, vielleicht hat sie Recht.... ich weiß es noch nicht.
Ich werde morgen früh noch mal mit ihm darüber reden.

Mein Mann meint auch, ich bin erstmal die, die Abstand und Erholung braucht, damit "ich" besser auf ihn eingehen kann und mich nicht mehr sofort
auf 180 bringen lasse.

Das mit dieser Akuteinweisung interessiert mich wirklich sehr... Wie mache ich sowas... was muss ich dafür tun... ?


Dein Sohn ist ja schon 18, wie hat sich das ADHS denn bei ihm so ausgedrückt ? Was für Probleme hatte er denn die Jahre über ?
Und ist es mit dem Älterwerden besser geworden ?

>So, werd dann mal wieder ins Bett marschieren....

Bis bald
Liebe Grüße sendet

Dopiene











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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 5. Juli 2012 19:18

Nun fast 2 Monate später tut sich langsam etwas.

Als es mir Mai so extrem schlecht ging, habe ich mir mehrere Optionen durch den Kopf gehen lassen.

Einmal die Reha und der andere Gedanke war eine vollstationäre Therapie.

Einen Reha-Antrag hatte ich gestellt und ich hatte mich analog auch in einem mir bekannten naheliegenden Bezirksklinikum auf die Warteliste setzen lassen.

Gestern kam die obligatorische Versagung der Rentenversicherung, ich müsste jetzt also Widerspruch einlegen und, und, und...

Heute kam witzigerweise der Anruf vom Bezirksklinikum, es wäre jetzt ein Platz frei und ich könne morgen Nachmittag zum Erstgespräch kommen.

Irgendwie war ich so auf die Reha fixiert, dass ich das Klinikum schon wieder vergessen hatte und umso überraschter war ich heute über den Anruf.

Klar geh ich da morgen hin und werde das Vorgespräch führen, denn so richtig stabil bin ich noch immer nicht. Bin zwar nicht mehr ganz so gestresst aber der Gedanke wieder in die Arbeit zu müssen macht mich innerlich noch unruhig. Ich befürchte ohne Therapie würde ich in kürzester Zeit wieder da sein, wo ich vor ein paar Wochen war.

Gruß
Liz
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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Liz » 16. Juli 2012 05:46

Heute gehe ich ins Klinikum und hoffe, dass ich in 6-8 Wochen niegelnagelneu wiederkomme  :breitgrinse1:

So ihr Lieben, ich bin dann mal weg  :winken:
Wünsche nicht, das nicht zu sein, was du bist, sondern wünsche, das Recht zu sein, was du bist.

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Re: Verdacht auf Nervenzusammenbruch

Beitrag von Dopiene » 25. Oktober 2012 00:03

Hallo Liz,

ich war auch lange nicht mehr hier.... hab gelesen, dass du in die Klinik gegangen bist.
Hat es dir geholfen und wie geht es dir jetzt ?

Ich war zwischenzeitlich auch zur Reha... 4 Wochen, das hat gut getan und mir geht es seit dem auch wieder richtig gut.
Die Schmerzen sind nicht weg, aber erträglich und ich kann nachts gut schalfen, was ja die letzten 2 Jahre gar nicht ging.

Habe sogar für meinen Sohn eine Reha bewilligt bekommen, 6 Wochen ! Hab mich so gefreut..... aber wir haben es abgesagt,
weil er jetzt gerade auf der neuen Schule, er ist jetzt in der 5.Klasse doch zu viel Stoff verpassen würde, denken wir.
Auch die sozialen Kontakte soll er erst mal aufbauen.... wenn er dann 6 Wochen fehlen würde...... sogar sein Kipsy meinte, der  Zeitpunkt
ist schlecht.
Da beantragt man eine Reha... für sich und noch eine für seinen Sohn.... bekommt sie sofort genehmigt..... manch einer fasst sich vielleciht an den Kopf, dass man sowas absagt... aber wir denken, es ist besser so.

Aber nun noch einmal zu dir, ich hoffe sehr, dass dir der Klinikaufenthalt gut getan hat und du wieder mehr vom Leben hast.
Und wie du davor noch schriebst, dich wie neu geboren fühlst ? Wäre schön.

Liebe Grüße sendet

Dopiene
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