Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

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Mirsarda
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Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 30. August 2011 20:47

Bei meiner Tochter wurde dieses Jahr in der Reha Klinik ADHS diagnostiziert.
Die Agressionen werden bei meiner Tochter immer schlimmer.Sie hat ihren Bruder schon mehrmals versucht mit dem Messer zu verletzen.Sie lässt nicht zu das mein Sohn irgendwelche Aufmerksamkeit von mir bekommt.
Sie torpediert jedes Gespräch mit Geschrei und Angriffen uns gegenüber.
Nachdem ich nun zwei Abmahnungen von der Hausverwaltung bekommen habe,kündigte mein Nachbar Konsequenzen an und sagte,das ich endlich meine Kinder vernünftig erziehen soll.
Die Erziehungstips von den behandelnden Therapeuten,schlagen einfach nicht an.
Vielleicht bin ich auch schon so gestresst,das ich zu viele Fehler mache.
Ich bin alleinerziehend,ohne jegliche Unterstützung.

Nun habe ich über eine stationäre Klinik nachgedacht,da auch die Reha nichts gebracht hat.Die Medikamente(Strattera) schlagen nicht an.
Ich habe große Ängste durch diesen Schritt in die Klinik meine Tochter ganz zu verlieren.So habe ich aber die Angst,meine ganze Existenz zu verlieren.
Ich traue mich kaum noch vor die Tür,wegen der Nachbarn und bin total am Ende,das ich kaum noch arbeiten gehen kann.

Wer kann mir Ratschläge geben,ob es sinnvoll ist ,ein Kind stationär einzuweisen.Es kommt mir so vor als ob ich sie abschieben will,weil ich unfähig bin,dieses Kind in den Griff zu bekommen.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon kaffeetasse » 30. August 2011 21:45

Oh je, das klingt ja dramatisch bei dir  :baw:

Also, dein Kind hat ein Problem, du möchtest, dass dieses Problem gelöst wird. Im Krankenhaus sind Spezialisten, die dir und deiner Tochter (und deinem Sohn) dabei helfen können. Also schiebst du sie nicht ab. Im Gegenteil. Du kümmerst dich doch um sie.

Wie alt sind deine Kinder denn?
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 31. August 2011 08:19

meine Kinder sind 10 und 12 .Die zehnjährige hat ADHS.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon kaffeetasse » 31. August 2011 10:23

Meine Tochter ist jetzt auch 10.

Da kann ich schon verstehen, dass es dir schwer fällt, über solche Dinge wie stat. Aufenthalte nachzudenken. Was sagen denn die behandelnden Ärzte dazu? Wäre natürlich schön, wenn sie dich dahingehend unterstützen könnten.

Übrigens, wenns ganz schlimm mal sein sollte, kannst du immer noch notfallmäßig ins KH fahren.

Mehr kann ich dir erstmal auch nicht schreiben.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon wuselit » 31. August 2011 11:27

[quote="Mirsarda"]
Die Agressionen werden bei meiner Tochter immer schlimmer.
Sie hat ihren Bruder schon mehrmals versucht mit dem Messer zu verletzen.
Sie lässt nicht zu das mein Sohn irgendwelche Aufmerksamkeit von mir bekommt.
Sie torpediert jedes Gespräch mit Geschrei und Angriffen uns gegenüber.
[...]
Ich habe große Ängste durch diesen Schritt in die Klinik meine Tochter ganz zu verlieren.
[...]
Ich traue mich kaum noch vor die Tür,wegen der Nachbarn und bin total am Ende,das ich kaum noch arbeiten gehen kann.
[...]
[/quote]

Ich frage mal provokant:
- Möchtest Du Deine Tochter durchs Zuhausebehalten (gefühlt) körperlich "behalten" und dafür eines Tages Deinen Sohn durch einen womöglich tödlichen Angriff endgültig (real) verlieren ?
- Ist Deine Tochter nicht bereits am Entgleiten/verloren werden und wäre nicht professionelle Hilfe - auch mit zeitweisem körperlichen Weggeben - DIE Maßnahme, um Deine Tochter nicht noch mehr zu verlieren ? Du kannst ihr im direkten Alltagskontakt doch fast oder schon nicht mehr helfen, schreibst über Dich "...total am Ende...kann kaum noch arbeiten" - aber vor allem ihr muß geholfen werden.
- Ist die körperliche und seelische Gesundheit Deines Sohnes weniger wert als Deine Verbindung zu Deiner Tochter ?
- Möchtest Du Deinen Sohn in Angst vor (in meinen Augen sehr heftigen) Angriffen seiner Schwester und deren Folgen aufwachsen lassen ?
- Möchtest Du irgendwann aufgrund Deiner ständigen Alarmiertheit, der Verzweifelung, des Dauerstresses etc über Dein bereits erreichtes "total am Ende" hinaustrudeln und in einen Zusammenbruch mit Nixgehtmehr abstürzen (Burn-Out steht ja schon in der Überschrift) ? Wer würde dann sich um Deine Kinder kümmern, wer Deinen Sohn vor bewaffneten Attacken seiner Schwester schützen ?

HOL EUCH ("Euch", das sind DEINE KINDER, aber auch Du) HILFE, SOLANGE DU DAFÜR NOCH KRAFT HAST !!!!!!!!!!!!!!!

Und sieh blitzartig zu, dass sämtliche als Stichwaffe geeignete Gegenstände (dazu gehören zB auch Stricknadeln, Schaschlikspießchen, Rouladennadeln, Fleischgabeln, Blumenstäbe usw, nicht nur Messer) für Deine Tochter nicht mehr zugänglich sind. Gleiches gilt für alle anderen als Waffe geeigneten Gegenstände (im TV gibt es ja viele Anregungen...)
Zuletzt geändert von wuselit am 31. August 2011 11:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 31. August 2011 12:28

Danke Wuselit.
Die Antwort war sehr hilfreich.Ich habe einen Notfalltermin beim zuständigen Psychologen bekommen,leider erst am Montag.Dort werde ich einen stationären Aufenthalt ansprechen.
Vor zwei Jahren hat der Arzt einen stationären Aufenthalt,auch eine Tagesklinik abgelehnt,da er meinte ,dort würden noch schlimmere Fälle hingehören.
Nun denke ich leider,mittlerweile auch zu den ,, schlimmeren Fällen ,, zu gehören.
Vielleicht hätte ich schon damals hartnäckig bleiben sollen.Dann wäre uns viel erspart geblieben.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 5. September 2011 10:07

Beim heutigen Arzttermin,habe ich nun eine Überweisung in die Institutsambulanz erhalten.Dort soll geklärt werden ob eine stationäre Aufnahme nötig ist.
Ich fühle mich irgendwie nicht ernstgenommen in der Ernsthaftigkeit unserer Situation.
Nachdem meine Tochter weiter regelmäßig dermaßen ausrastet und auch ihren Bruder gefährdet,sehe ich keine andere Möglichkeit,ausser einer stationären Aufnahme.

Wer hat hier Erfahrungen mit stationären Behandlungen?
Ich habe große Angst mein Kind nun völlig zu verlieren,da die Kliniken auch mit dem Jugendamt zusammenarbeiten.
Als Mutter wird einem ja oft die Schuld gegeben,von wegen nicht erziehen können usw.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon kaffeetasse » 5. September 2011 11:01

Tief durchatmen...

Zum "nicht ernst genommen werden": ich hatte dieses Gefühl früher auch und überlegte, woran das liegen könnte. Im Endeffekt weiß ich, dass es u.a. auch an mir lag, da ich mich vor lauter Scham nicht getraut habe, wirklich dramatisch die Situationen zu schildern. ABER: du hast doch schon mal eine Überweisung. Mach dann dort Druck, erkläre auch, dass du dich nicht ernst genommen fühlst.

Und zur "Schuldfrage": quäle dich doch bitte damit nicht. Du versuchst doch gerade alles, damit es euch gut geht. Das sieht doch dann auch die Klinik und das Jug.Amt.

Alles Gute
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 10. September 2011 18:49

Danke für die aufmunterungen.
Meine Tochter ist nun in der Klinik und ich hoffe das ihr hier geholfen wird.
Die Mitarbeiter vom Jugendamt,haben mich gefragt,wie ich damit zurechtkommen würde,wenn mein Kind so krank ist,das auf Dauer eine Unterbringung notwendig wäre,z.b.ein heilpädagogisches Heim.
Das war für mich nie ein Thema.Mein Gefühl sagt mir,das mir doch Erziehungsdefizite vorgeworfen werden.

Ich möchte mein Kind auf keinen Fall auf Dauer verlieren,da muss es andere Lösungen finden.
Wer hat Erfahrungen mit dem Jugendamt und Adhs?
Falschparker
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Falschparker » 10. September 2011 20:20

Hallo Misarda,

unsere Erfahrungen mit dem Jugendamt sind nicht negativ, eine Mitarbeiterin hatte uns zum Gespräch gebeten, nachdem unser Junge zum ersten Mal in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Eigentlich hatte sie nur freundlich festgestellt, dass von ihrer Seite kein Handlungsbedarf bestehe (denn für ihn ist wegen seiner Behinderung nicht Jugendhilfe, sondern Eingliederungshilfe zuständig) und ihre kritische Einstellung zu dieser Psychiatrie geäußert (die wir voll bestätigen können).

Da du von dir aus Hilfe gesucht hast, würde ich auch nicht erwarten, dass sie dir etwas vorwerfen oder etwas gegen deinen Willen machen.

Aber Jugendämter sind natürlich sehr verschieden.

Und, was ich dich schon mal gefragt hatte, ist denn nie etwas Anderes als Strattera versucht worden? Denn das ist ja bei ADHS erst zweite Wahl?

Ich hoffe sehr, dass eure Klinik kompetent ist. Wir hatten angemessene Hilfe für unseren Sohn leider nur im ambulanten Bereich gefunden. Denn bei uns war es die Psychiatrie, die das Elternschuldsuchspiel machten. Obwohl wir nicht alleinerziehend sind. Im Gegenteil, wir seien zu ehrgeizig und würden so Druck auf unser Kind ausüben. Die ADHS-Diagnose und Medikation wurde auch in Zweifel gezogen, obwohl er da schon 8 Jahre mit sehr gutem Erfolg Methylphenidat bekam.

Nein, natürlich willst du dein Kind nicht verlieren. Uns tut es auch sehr weh, dass unser Sohn seit inzwischen 2 Jahren in einer Wohnstätte lebt.  :baw:

Wir hatten uns dazu entschlossen, weil wir (durch seine starke Aggression und viele Zerstörungen) völlig überfordert waren. Druck von außen hatte niemand ausgeübt.

Viele Grüße
Falschparker
<><
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Andy_1972 » 11. September 2011 04:14

Hallo Misarda,

erstmal als Info: ich bin schon was länger hier im Forum, hatte aber Login verschlunzt. Das Team und Eva haben mich aber gründlichst "durchgenudelt" und in Kürze habe ich meinen alten Account wieder. Wobei ich ein Lob an Eva und das Team aussprechen möchte....ich findes es klasse und nachahmenswert, wie sehr hier für die Sicherheit und Privatsphäre gesorgt wird. Da ist mir 10mal überprüfen lieber als 1mal zu zutraulich.

Also.... deine Situation ist hart und ich kann´s mir fast im Kopfkino abspulen, was da wie bei euch abgeht. Sowohl im Haus als auch bei diversen Ärzten und Co.

Ich maße mir aber niemals an, das ich mich in die Lage einer anderen Person oder in diese Person selber hineinversetzen kann, weil ich "das Alles ja schon kenne". Zumal ich nichtmal eigene Kinder habe. Deswegen ist es leicht, dolle Tips zu geben, weil man ja selber nicht in der Situation steckt.

Sieh meine (und auch andere) Postings hier als Denkanstösse oder auch "Wachrüttler".

Meine Erfahrung ist bei nem Riesenberg Problemen....mit einem oder zwei anfangen und der Reihe nach abarbeiten.

Das dir deine Kids mehr bedeuten als dein eigenes Leben zeigt, das du ne verdammt klasse Mama bist. Hut ab und Respekt und Anerkennung!!! Das liebende Mama´s von "keiner weiß woher" Energien aufbringen können, gegen die jeder Mann und Leistungssportler abkaggt, sollte bekannt sein.

Solange deine Kinder dich brauchen, brennst du so schnell nicht aus. TROTZDEM: du merkst selber, das es hart an der Grenze ist und suchst Hilfe und Rat. Und deine Hilferufe will ich nicht untern Teppich kehren.

Wie einige Vorschreiber schon meinten, es wäre auch meiner Ansicht nach der erste und beste Schritt für Alle, wenn deine Tochter zumindest eine zeitlang in einer entsprechenden Klinik aufgenommen wird, wo nicht nur 1-2 Ärzte, sondern bei Bedarf Spezialisten des Pudels Kern rausfinden. Das würde auch sofort die Situation zu Hause entschärfen.

Was mich unheimlich aufregt.....genau um solche Probleme bzw. um solche Probleme erst gar nicht so aufkommen zu lassen, sind verdammt nochmal die behandelnden Ärzte, Fachärzte und Therapeuten zuständig. Sorry, aber ich habe eine geteilte Meinung zu Medizinern. In meinem Augen sind 90-95% davon reine Fachidioten.

However..... was deine Bedenken in Sachen Jugendamt angeht.... es macht auf jeden Fall einen guten Eindruck - falls das Jugendamt da überhaupt eingeschaltet wird - wenn man da sieht und merkt, das du als Mutter alle Möglichkeiten ausschöpfst und versuchst und das "zum Wohl des Kindes", wie es so schön heisst.

Da die Situation sich wahrscheinlich nicht bessert, wenn es so bleibt wie es ist und es damit nicht nur dir, sondern vor Allem deinen Kindern immer schlechter geht.... Wenn die derzeitigen Ärzte das nicht auf die Reihe kriegen (oder wollen), dann such andere und bessere. Ist bei AD(H)S und Co leider nicht ganz so einfach, aber nicht unmöglich.

Adressen bzw. Kontakte in deiner Nähe samt Erfahrungen/Empfehlungen wirst du bestimmt hier über das Forum erhalten.

Ich würde ggf. sogar direkt zum Jugendamt und dort die Situation schildern. Die Leute da erleben sowas öfter als man denkt und haben auf jeden Fall andere und bessere Handhabe als unsereiner. Ich kann mir gut vorstellen, das man sich dort auch um das Wohnungs/Mieter/Vermieterproblem kümmert und schnell eine Auswahl an Kliniken/Fachräzten und Therapeuten an Land zieht. Nicht alle Ämter sind langsam und "böse" ;-).

Deine größte Angst und Sorge glaub ich ist, das dir tatsächlich deine Kinder weggenommen werden könnte. Glaub mir, ganz sicher.... SO SCHNELL nimmt man Niemandem die Kinder weg. Glaub da bloss nicht diesen sinnfreien Reality-Dokus oder Gelaber von Nachbarn oder sonstigen Leuten.

Sowas wie es zu oft überzogen im TV gezeigt wird, das gibts allenfalls in extremen Ausnahmefällen. Übelste Verwahrlosung der Kinder, Versäumen der Schulpflicht ohne Atteste, Bedrohung durch die eigenen Eltern usw. Und das ist bei dir absolut nicht der Fall.

Jugendämter sind eigentlich die einzigen Institutionen hier, über die ich nicht meggern kann.

Du musst leider zwar nochmal einige Energie aufbringen, aber du bist auf keinen Fall alleine. Hier nicht und mit deinen Probs nicht und generell nicht. Und deine Nachbarn..... meine Oma hat dazu immer gesagt..."bevor die Leute auf den Staub auf deine Fussmatte zeigen sollten die erstmal die Riesendreckhaufen vor der eigenen Tür kehren" und "In einem Haus wo nix passiert, da lebt keiner".....

Liebe Grüße, viel Kraft und alles Gute, Andy
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 11. September 2011 10:34

Ich kann nur erstmal soviel sagen,das die Ärzte auch schon die Diagnose ADHS angezweifelt haben.Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Zum Jugendamt kann ich sagen,das ich schon selbst vor einigen Monaten eine Therapie beantragt habe und auch bewilligt bekommen habe.
Die Therapeuten bauen auf Erziehungskonzepte,was ja auch richtig sein kann.
Leider greifen die Tipps meist nicht und ich stehe dann wieder hilflos da.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 24. September 2011 14:26

Nun ist mein Kind schon fast drei Wochen in der Klinik und es läuft immer noch die Diagnostik.
Momentan habe ich ein ganz gutes Gefühl was die Ärzte anbetrifft.

Was mich sehr wundert ist,das meine Tochter in der Klinik völlig unauffällig ist.Strattera wird abgesetzt.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen damit,das die Kinder in der Klinik sich völlig anders verhalten?
Leider weiss ich auch noch nicht ,wie es nach der Klinik weitergeht.Adhs als ausschließliche Diagnose wird schon mal angezweifelt.

Kommt danach eine Tagesklinik oder was gibt es noch für Alternativen?
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 30. September 2011 07:33

ich brauche dringend Ratschläge ,weil ich nun total ratlos bin.
In der Reha wurde eindeutig ADHS diagnostiziert.
Nachdem meine Tochter fast drei Wochen in einer Klinik ist,wurde festgestellt,sie hat doch kein ADHS, sondern eine emotionale Störung.
Weiteres erfahre ich leider erst noch.
Wer kennt sich damit aus und wie geht es in so einem Fall weiter.
In der Klinik sind nun auch noch andere Symptome aufgetreten.Gestern habe ich bei meiner Tochter aufgeritzte Arme entdeckt und dies gleich der Schwester mitgeteilt.
Es ist zum verzweifeln.Welche Ärtze haben denn nun recht?
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Olav van Gerven » 30. September 2011 07:43

Einer der schwersten Entscheidungen die man als Eltern treffen kann, ist sein eigenes Kind in ein stationären psychiatrischen Behandlung zu geben. Ich musst das vor neune Jahre, als mein Sohn mit 13 suizidal war in Folge von Mobbing. Auf dem Rückweg von der Klinik lief im Radio "No mater what they tell you..." und ich musste das Auto anhalten, weil mir die Tränen nur so gelaufen sind. Ich war völlig am Ende.

Fünf Monate dauerte die stationäre Behandlung, zwei Jahre die Anschlusstherapie.

Heute sehen wir ein ausgelasteten Student der Chemie am Anfang seines fünften Semesters der mit Zuversicht in die Zukunft schaut. Vor einiger Zeit kamen wir irgendwie auf die Situation damals und er sagte ehrlich, zu dem Zeitpunkt fühlte er sich auch von uns verlassen und verraten - heute, zurückblickend, realisiert er sich, dass uns keine andere Möglichkeit mehr blieb und dass wir die einzig richtige Entscheidung getroffen haben.

Für mich als Vater der sich immer wieder gefragt hat, ob er die richtige Entscheidungen getroffen hat, war es eine BEstätigung. Bei alle Fehler die wir als Eltern sicher gemacht haben, auf der große Linie lagen wir richtig.

Wenn Deine Tochter anderen angreift mit einem Messer, besteht eine erhebliche FRemd- und Eigengefährdung. Wie schwer es auch fällt, das bekommt man in Aller Regel nicht "mal eben" Ambulant im Griff. Habe den Mut die unangenehme Entscheidung zu treffen, habe den Mut die Behandlung stationät machen zu lassen, auch wenn Deine Tochter Dich zunächst verfluchen wird. Irgendwann schaut ihr dann auf dieser Zeit zurück und wird sie Dir dankbar sein, dass Du ihr in dieser auch für sie so schwieriger Zeit für etwas bewahrt habt, was ihr ganzen Zukunft endgültig torpediert hätte.

Olav
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Lovrel » 11. Oktober 2011 18:24

Mach Dir wegen der Nachbarn keine Gedanken die können Dir nichts.
Kinderlärm muss toleriert werden.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 21. Oktober 2011 17:15

Nun ist es soweit,meine Tochter wird nächste Woche entlassen.
Am Entlassungstag findet noch ein Abschlussgespräch statt.

Auf meine Nachfrage ,ob ich die Entlassungsunterlagen und die Epikrise bekomme,sagte der Arzt,das ich nur einen gekürzten Bericht bekomme.
Die Epikrise bzw.Entlassungsbericht bekommt nur der weiterbehandelnde Pschologe.
Der Stationsarzt berief sich auf seine Schweigepflicht gegenüber meiner Tochter (10 j.)

Ich bin entsetzt und ratlos ,
komme mir vor wie eine unmündige Person.

Ich brauche dringend Ratschläge,ob dies üblich ist.
Dem Psychologen gegenüber würde doch auch Schweigepflicht bestehen.
Ich habe bestimmt in der Erziehung Fehler gemacht,habe mir aber sonst nichts vorzuwerfen.
Bis auf die ,, ich sage ADHS ,, Probleme ,habe ich ein gutes Vertrauensverhältnis zu meinem Kind.
Weiss hier jemand bescheid,ob das rechtens ist?
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Falschparker » 21. Oktober 2011 17:25

Du musst als Mutter ja alle relevanten Entscheidungen in der Gesundheitssorge treffen, da musst du auch ausreichende Informationen bekommen.

Wenn ihr ein gutes Vertrauensverhältnis habt, kann deine Tochter den Arzt ja von seiner Schweigepflicht befreien. Oder sie lässt sich die Unterlagen aushändigen. Gibt es denn Gravierendes, was sie dir verschweigen will?
<><
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Mirsarda » 21. Oktober 2011 18:20

nein ,es gibt gar nichts.Ich nehme an,das es eine Ausrede vom Arzt ist.
Bei mir entsteht die Vermutung,das es doch immer noch Unterschiede zwischen Ost und West gibt.
Ich habe schon öfters die Erfahrung gemacht,das im Ostteil der Stadt die Bürger immer noch anders behandelt werden.Teilweise von oben herab.
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Re: Burn-Out und drohender Wohnungsverlust

Beitragvon Menolly » 21. Oktober 2011 19:59

Also das mit Ost- West weiß ich jetzt nicht ( allerdings ein Interessanter Ansatz)

DU hast das Sorgerecht, also MUSS er dir das aushändigen.  :108:
Du sollst Deine Freunde nicht trocknen und rauchen.
Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigene Spur.
Wilhelm Busch
Bienchen geschafft 24x für 2016
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