DL-Amphetaminsulfattropfen und Tolleranz

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andi70
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DL-Amphetaminsulfattropfen und Tolleranz

Beitrag von andi70 » 3. März 2018 11:54

Ich nehme seit ca.2 Monaten für mein ADS DL-Amphetaminsulfattropfen mit einer 5% Lösung,also 1ml entsprechen 5 mg .Soll 45mg am Tag nehmen.Die ersten 14 Tage steigerte Ich die Dosis langsam pro Einzelldosis von 5 auf 15 mg.es wirkte sehr gut ,war innerlich ruhig und geordnet.Seit 3 Wochen nehme ich 3 mal 20 mg ,weil ich darunter nichts mehr spürte Wie ist das mit der Tolleranzentwicklung bei aAmphetamin ?Sollte man da mal aussetzen?Ist die steigerung normal also braucht man am Anfang immer weniger bis es sich eingependelt hat?Wieviel kann man davon nehmen ohne das man abhängig wird? Welche Medikation ist normal? Einmal lese ich das einer am Tag nur 10mg braucht ,der andere braucht am Tag 90 mg.Wie weit kann ich bedenkenlos steigern?Bin 180 cm groß und 105 kg schwer und knapp 50 Jahre.
ULBRE
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Re: DL-Amphetaminsulfattropfen und Tolleranz

Beitrag von ULBRE » 3. März 2018 16:05

Hallo andi70,

von einer Toleranzwirkung bei Amphetaminmedikamenten weiss ich nichts. Jedenfalls nicht so schnell.
Aussetzen wird kaum was bringen.

Dass manche Menschen sehr sehr wenig Amphetaminmedikament benötigen weiss ich dagegen. Ich kenne Betroffene, die kommen mit 3 bis 4 mg Elvanse am Tag super aus.
Erwachsene brauchen grundsätzlich eher weniger Stimulanzien als Kinder, weil die Anzahl der Dopamintransporter im Striatum (Verstärkungs-/Motivationszentrum des Gehirns), die (ganz besonders bei hyperaktivem) AD(H)S überhöht sind, im Alter deutlich abnehmen (bis auf 50 %).
Die DAT sind oft das Problem bei AD(H)S, aber nicht immer. Raucher haben z.B. normale DAT-Werte, weil Nikotin die zurückbildet.
Ich persönlich glaube, dass es sehr viele verschiedene neurologische Quellen gibt, wo AD(H)S herkommen kann. Deshalb können auch anderer Elemente des Dopaminsystems das Hauptproblem sein.

Beim Aufdosieren von Medikamenten bei AD(H)S würde ich immer sehr sehr langsam vorgehen, also kleine Stufen und langsame Wechsel.
Und wenn man meint, jetzt ist es gut – noch zwei Stufen weitergehen, beobachten, ob es sich verschlechtert, und dann wieder zurück.

Aber ganz egal was hier jemand im Forum dazu meint – bitte besprich das alles mit Deinem Arzt, nur der kennt Deinen Fall wirklich und (hoffentlich) auch vieles mehr, was hier nicht zur Sprache kommt (Blutwerte, Komorbiditäten, weitere Medikamente etc. etc.)

Viele Grüsse

UlBre
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Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
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Re: DL-Amphetaminsulfattropfen und Tolleranz

Beitrag von ErichW » 3. März 2018 20:09

Nichts mehr zu spüren heißt nicht, dass es nicht mehr wirkt. Man kann sich vom Empfinden her auch an ein Medikament gewöhnen und die Wirkung deswegen einfach nicht mehr wahrnehmen. Bei MPH ist der übliche Tipp, wenn jemand sagt, erspüre nichts (mehr), doch mal die Menschen um sich herum zu befragen,wie die einen so erleben. Das gibt manchmal ganz überraschende Rückmeldungen. Man könnte z.B. auch gucken, wie sich die Arbeitsleistung verändert. Ist sie noch die gleiche wie zu Anfang der Medikation oder wieder auf den Stand davor zurückgefallen?
laetitia
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Re: DL-Amphetaminsulfattropfen und Tolleranz

Beitrag von laetitia » 3. März 2018 23:02

Also das mit dem nicht mehr spüren kann ich bestätigen. Ich habe kaum das Gefühl, dass ich ein Medi genommen habe, wenn ich mein Elvanse einnehme. Manchmal denke ich, ob ich es überhaupt brauche und ob es überhaupt eine Wirkung hat. Gleichzeitig muss ich sagen, ich habe in meiner Wohnung noch immer eine zufriedenstellende Ordnung, kann mich in Gesprächen ohne Anstrengung auf mein Gegenüber konzentrieren etc. Natürlich könnte es noch eine Spur besser sein. Aber ich bin auch noch in der Einstellungsphase.

Was du tun kannst, um zu schauen, ob es tatsächlich so wenig Wirkung hat wie du denkst, wäre tatsächlich es mal zwei Tage (am Besten an einem Wochenende) wegzulassen. Ich hab es auch mal einen Tag weggelassen und merkte, wie ich wieder so wahnsinnig chaotisch in der Wohnung herumging, ohne irgendetwas zu erledigen...ich habe vor, im Sommer in der Semesterpause einen Auslassversuch zu machen, um zu sehen, was der Unterschied ist. Im Moment möchte ich das nur, wenn es medizinisch gesehen notwendig ist (ich habe ab und zu rote Augen und durch trockene Schleimhäute bedingte Beschwerden...wobei die roten Augen auch mit der Kälte zu tun haben könnte, die wir gerade hatten), denn die Nebenwirkungen haben sich mehrheitlich zurück gebildet, ausser den genannten. Bei einem Auslassversuch ist es möglich, dass die dann wieder verstärkt auftreten.

Zu diesem Ampfetaminsulfatzeugs kann ich halt nicht viel sagen. Ich nehme Elvanse, auch ein Amphetamin, aber in Kapselform. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass das abhängig macht. Manchmal vergesse ich fast, es zu nehmen...es gibt da keine Entzugserscheinungen, die mich dazu drängen, es zu nehmen.
ULBRE
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Re: DL-Amphetaminsulfattropfen und Tolleranz

Beitrag von ULBRE » 4. März 2018 12:19

Hinsichtlich dem Unterschied zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung haben ErichW und laetitia völlig recht.

VG
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